Zahnzusatzversicherung abschließen

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"Zahn-Ersatz-Sofort"-Versicherung Abschließen, wenn es zu spät ist

Von Alexander Klement

Eine Versicherung schließt man in der Regel ab, um sich gegen Risiken abzusichern. Beim Abschluss ist unklar, ob der Schutz nötig sein wird. Jetzt stellt die Ergo Direkt dieses Grundprinzip auf den Kopf: Sie bietet eine Zahnzusatzversicherung, die erst abgeschlossen werden kann, wenn der Schadensfall schon eingetreten ist.

Schöne Zähne möchte jeder am liebsten sein Leben lang. Wer sie gut pflegt, erhöht die Chancen, dass das auch klappt. Doch gegen Karius und Baktus ist letztlich niemand gefeit. Wenn die beiden Kollegen den Kampf im Mund gewonnen haben, muss der Zahnarzt ran – und das kann teuer werden. Die gesetzliche Krankenversicherung zieht sich zunehmend aus der Kostenübernahme der zahnärztlichen Behandlung zurück. Wer mehr als Standard will, muss zusätzlich privat vorsorgen.

Die Diagnose ist da, die Versicherung noch nicht? Die Ergo hilft.

Viele Faktoren entscheiden über Beitragshöhe

Zahnzusatzversicherungen stehen hoch im Kurs und immer wieder auf dem Prüfstand. Die Stiftung Warentest hat im vergangenen Jahr 110 Tarifbedingungen in einem aufwendigen Verfahren untersucht. In das zu kalkulierende Risiko für die Versicherung fließen viele Faktoren wie Alter und Leistungen im Versicherungsfall ein, deshalb ermittelten die Tester ein Ranking für Beispielfälle. Welche Versicherung zahlt bei welchem Beitragssatz am meisten für eine Krone, ein Inlay oder ein Implantat? Mit "sehr gut" bewerteten die Tester den Tarif "EZ+EZT" der HanseMerkur, der monatlich mit 18 bis 19 Euro für eine 43-jährigen Kunden zu Buche schlägt.

Alle 110 Tarife – egal ob gut oder schlecht – haben eins gemeinsam: Man muss sie abschließen, bevor der Versicherungsfall eintritt. Schließlich ist es das Grundprinzip jeder Risiko-Versicherung, Beitragszahler zu versammeln, die sich gegen eine Eventualität absichern, die aber nicht zwangsläufig eintritt. Um Geld zu verdienen, kalkulieren die Versicherer die Beiträge der Kunden so, dass sie die Auszahlungen in Schadensfällen übersteigen.

Versicherung zahlt zuerst

Bei den getesteten Tarifen müssen oft sogar bestimmte Karenzzeiten von zum Beispiel einem halben Jahr eingehalten werden, bevor der Versicherungsschutz greift. So wird verhindert, dass Kunden die Versicherung erst abschließen, wenn sie ahnen, dass eine intensive Behandlung ansteht. Im April startet die Ergo Direkt einen Zahnzusatz-Tarif, der dieses Prinzip auf den Kopf stellt. "Erstmals können Sie sich versichern, wenn der Schaden bereits eingetreten ist", verkündet Peter M. Endres, Vorstandsvorsitzender der Ergo Direkt Versicherung. "Zuerst leisten wir, danach zahlt der Kunde die Beiträge."

In der breit angelegten Werbekampange "Versichern heißt verstehen." will die Ergo Versicherung durchstarten. Das Ziel ist durchaus lobenswert. Aus dem Versicherungskauderwelsch sollen endlich kompakte Versicherungsbedingungen werden, die jeder Kunde versteht. Außerdem möchte sich die Versicherung mehr an den Wünschen der Kunden orientieren.

Kunden "wollen auch dann noch eine Versicherung abschließen, wenn der Schaden bereits eingetreten ist", heißt es in der Pressemitteilung der Ergo Direkt. Wer möchte das nicht? Übertragen auf die Kfz-Versicherung hieße das, Kunden müssen sie erst abschließen, wenn sie schuldhaft einen Unfall verursacht haben. Genau dieses Prinzip soll der "Zahn-Ersatz-sofort"-Tarif bieten.

Einfache Tarifstruktur

Bevor die Euphorie ausbricht, sollte man aber erst mal einen Blick in die weiteren Bedingungen werfen. Diese sind zumindest einfach gestaltet und leicht zu überschauen. Es gibt keine Karenzzeiten, Altersbeschränkungen oder Gesundheitsfragen. Ab dem 21. Lebensjahr zahlen Kunden geschlechtsunabhängig 29,90 Euro im Monat, Kinder und Jugendliche 19,90 Euro pro Monat. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt zwei Jahre. Danach kann monatlich gekündigt werden.

Ein gut gepflegtes Bonusheft erhöht die Kassenleistung.

Die Leistung ist ebenfalls exakt definiert. Der Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkasse wird verdoppelt. Höchstens bis zu 100 Prozent der Gesamtkosten werden übernommen. Bei der Produktvorstellung rechnet die Ergo Direkt auch ein attraktives Beispiel vor. Betragen die Gesamtkosten 4000 Euro und der Festzuschuss der Krankenkasse 1800 Euro, zahlt die Versicherung weitere 1800 Euro, so dass der Versicherte nur noch 400 Euro selbst zahlen muss. Wer mit spitzer Feder nachrechnet, kommt zu dem Ergebnis, dass die Ergo-Direkt bei diesem Beispiel über 1000 Euro Verlust einfahren würde.

Einfache Kosten-Nutzen-Rechnung

Zwei Beitragsjahre kosten den Versicherten 717,60 Euro. Da der Kunde genau weiß, welche Kosten auf ihn insgesamt zukommen und wie viel die gesetzliche Krankenkasse davon übernimmt, ist es leicht, vorher auszurechnen, ob sich ein Vertragsabschluss lohnt. Würde jeder Kunde so handeln, wäre der "Zahn-Ersatz-Sofort"-Tarif nicht mehr als ein Marketing-Gag, der betriebswirtschaftlich langfristig nicht zu halten ist. Trotzdem rechnet Ergo-Chef Torsten Oletzky laut "Versicherungsjournal" damit, dass sich das neue Konstrukt rechnet und sich die Kunden solidarisch verhalten. Vorsichtshalber wurde der "Zahn-Ersatz-Sofort"-Tarif aber erst einmal auf 50.000 Policen in diesem Jahr limitiert.

Teilweise sehr geringe Kosten-Erstattung

Wer nun glaubt, auf eine herkömmliche Zahnzusatzversicherung verzichten zu können, sollte sich mit zwei Grundproblemen des neuen Tarifs auseinandersetzen. Das erste: Der Tarif hilft nur wirklich weiter, wenn man sich auf die Grundversorgung beim Zahnersatz beschränkt. Bei Inlays, Implantaten oder teureren Kronen ist die Versicherungsleistung eher ein Tropfen auf dem heißen Stein. Kostet ein Inlay beispielsweise 500 Euro, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse davon nur 40 Euro. Eine Verdopplung dieser Leistung, die der "Zahn-Ersatz-Sofort"-Tarif verspricht, bringt also nur weitere 40 Euro. Kosten in Höhe von 420 Euro hätte der Versicherte nach wie vor zu zahlen. Bei dem Testsieger-Tarif der Hanse Merkur müsste der Versicherte nur 50 Euro selbst übernehmen.

Noch gravierender fällt der Unterschied bei Zahnimplantaten aus. Von einem Zahnimplantat für 3000 Euro übernimmt die gesetzliche Krankenkasse gerade mal 375 Euro. Der Ergo-Direkt-Versicherte müsste also 2250 Euro aus der eigenen Tasche bezahlen. Wer den üblichen Versicherungsweg gewählt hat, zahlt hingegen nur 300 Euro.

Verschlechterung nicht ausgeschlossen

Das zweite Problem: Durch die Kopplung an die Erstattung der gesetzlichen Krankenkassen ist über die Jahre eine Verschlechterung der "Zahn-Ersatz-Sofort"-Tarifleistungen wahrscheinlich programmiert. Denn die Leistungen der Krankenkassen werden sich im Bereich der Zahnarztbehandlung eher verschlechtern als verbessern.

Fazit: Wer sich perspektivisch gut für Zahnersatzbehandlungen rüsten will, kommt um eine klassische Zahnzusatz-Versicherung nicht herum. Diese zahlt im Versicherungsfall in vielen Fällen deutlich mehr. Auch Zusatzleistungen wie professionelle Zahnreinigung oder Kunststofffüllungen statt Amalgam sind bislang nur über diesen Weg versicherbar. Wer sich nicht zusätzlich abgesichert und akute Probleme hat, kann in wenigen Minuten durchrechnen, ob sich ein Abschluss der "Zahn-Ersatz-Sofort"-Tarif der Ergo Direkt finanziell lohnt.

Zahnzusatzversicherung

Gegen teuren Zahnersatz versichern

  • Zuletzt aktualisiert: 1. Juli 2015
  • Von: Saidi Sulilatu

Das Wichtigste in Kürze

  • Die gesetzliche Krankenkasse zahlt bei Zahnersatz nur einen Bruchteil, sodass schnell tausende Euro an Ihnen hängenbleiben können.
  • Eine Zahnzusatzversicherung ist sinnvoll, da sie diese hohen Kosten auffängt.
  • Sie sollte nicht zu früh, aber auch nicht zu spät abgeschlossen werden. Als Faustregel gilt: vor dem 40. Lebensjahr.
  • Bei der Auswahl des Tarifs kommt es vor allem auf gute Leistungen beim Zahnersatz an. Außerdem unterscheidet sich die Höhe der Leistungen in den ersten Jahren deutlich.

So gehen Sie vor

  • Wenn Sie glauben, dass in den nächsten Jahren große Zahnbehandlungen anstehen, schließen Sie eine Zahnzusatzversicherung ab. Ansonsten warten Sie noch und sparen die Beiträge.
  • Gehen Sie auf das Portal waizmanntabelle.de und suchen Sie mithilfe unserer Tipps einen Tarif mit dem passenden Preis-Leistungs-Verhältnis aus.
  • Wenn Sie bereits eine Zahnzusatzversicherung haben, vergleichen Sie auf der Vergleichsseite die Leistungen Ihrer Versicherung mit besseren Tarifen und wechseln Sie gegebenenfalls.

Unser Tipp: Bleiben Sie rund um Zusatzversicherungen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Bei den meisten Menschen ist es unvermeidlich, dass irgendwann der eine oder andere Zahn kaputt geht. Auf gesetzlich Versicherte kommen dabei erhebliche Kosten zu: Schon ein einzelner Zahn, der hochwertig durch ein Implantat ersetzt wird, kann Sie mehr als 2000 Euro kosten. Denn die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt gerade bei den großen Behandlungen nur noch einen Bruchteil der Kosten. Eine Zahnzusatzversicherung kann Abhilfe schaffen.

Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?

Grundsätzlich ist eine Zusatzversicherung kein Muss, aber sie gehört sehr wohl zu den sinnvollen Investitionen. Die entscheidende Frage, die Sie sich stellen müssen, ist nicht so sehr ob, sondern vielmehr wann Sie eine Zahnzusatzversicherung abschließen. Zwar sind die Beiträge in jüngeren Jahren günstiger als später, dafür ist es aber auch unwahrscheinlicher, dass Sie Leistungen in großem Umfang in Anspruch nehmen müssen. Schließen Sie daher eine Zahnzusatzversicherung nicht zu früh ab. Warten Sie aber auch nicht zu lange, sodass Sie anschließende Zahnbehandlungen noch bezahlt bekommen. Wie lang Ihre Zähne noch gesund sind, müssen Sie selbst einschätzen. Denn es gelten folgende Spielregeln:

  • Bei Antragstellung müssen Sie angeben, ob Ihr Zahnarzt Ihnen schon zu einer Behandlung geraten hat oder eine solche geplant ist. Für anstehende Therapien wird die Versicherung nicht aufkommen. Das heißt also, dass Sie mit dem Abschluss nicht warten können, bis Ihr Zahnarzt Sie vor einer kommenden Behandlung warnt.
  • Wenn Ihre Zähne in sehr schlechtem Zustand sind oder zahlreiche fehlen, kann es im Extremfall sein, dass Sie überhaupt keine Zusatzversicherung bekommen.
  • In den ersten drei Monaten nach Abschluss können Sie in der Regel gar keine Leistung in Anspruch nehmen. Darüber hinaus bekommen Sie in den ersten acht Monaten meistens keine Leistungen für Zahnersatz.
  • Zudem leisten praktisch alle Tarife in den ersten drei bis fünf Jahren nur begrenzte Summen, sodass Sie am Anfang keine große Gebisssanierung durchführen können. Tarife, bei denen Sie in den ersten Jahren viel abrechnen können, haben dafür meist auch hohe Beiträge.

Als grobe Faustregel kann man sagen, dass eine Zahnzusatzversicherung vor dem 40. Lebensjahr abgeschlossen werden sollte. Dies ist aber stark von der individuellen Gesundheit Ihrer Zähne abhängig. Solange Sie noch keine Zusatzversicherung haben, können Sie die gesparten Beiträge auch verzinst auf die Seite legen, um davon irgendwann eine große Zahnbehandlung zu bezahlen.

Wissenswerte Fachbegriffe

Um zu verstehen, was Krankenkasse oder Zusatzversicherung zahlen und wofür Sie selbst aufkommen müssen, sollten Sie einige zahnärztliche Fachbegriffe kennen. Leider sind diese nicht einheitlich geregelt. Wir erklären Ihnen, wie diese Begriffe meistens verwendet werden.

Zahnprophylaxe – Sie umfasst vor allem die professionelle Zahnreinigung (PZR), die man mindestens einmal im Jahr machen lassen sollte – sowie begleitende Vorsorgemaßnahmen gegen Karies und Parodontose. Viele gute Zusatzversicherungen bezahlen einen Großteil der PZR.

Zahnbehandlung – Unter Zahnbehandlung fallen üblicherweise alle Maßnahmen, die den Zahn in seiner wesentlichen Substanz nicht angreifen. Dazu zählen vor allem Füllungen. Wie bei den meisten Eingriffen am Zahn, hängen die Kosten für Füllungen stark vom verwendeten Material ab. Obwohl Inlays (siehe unten) eigentlich unter Zahnbehandlung fallen, werden sie von Zusatzversicherungen meist wie Zahnersatz bezahlt.

Zahnersatz – Hierunter werden alle größeren Maßnahmen am Zahn gezählt, bei denen Teile des Zahns oder der ganze Zahn ersetzt werden. Kronen, Brücken und Implantate, aber auch herausnehmbare Zahnprothesen gehören zum Zahnersatz und sorgen meist für die großen Rechnungen, für die man eine Zusatzversicherung braucht.

Inlay – Ein Inlay ist eine Art passgenau vorgefertigte Füllung aus Kunststoff, Keramik, Gold oder Titan, die ein größeres Loch flickt. Es kostet deutlich mehr als eine normale Füllung und wird nur zu einem geringen Teil von der Kasse bezahlt.

Krone – Eine künstliche Krone ersetzt den kaputten oberen Teil eines Zahns.

Brücke – Eine Brücke ersetzt einen vollständig fehlenden oder kaputten Zahn. In der Regel dienen die beiden Nachbarzähne als Pfeiler, die dafür beschädigt werden müssen, auch wenn sie noch gesund sind.

Implantat – Ein Implantat ist ein kompletter künstlicher Zahn einschließlich der zugehörigen Zahnwurzel. Es ist die aufwändigste und kostspieligste, oft aber auch sinnvollste Form des Zahnersatzes.

Unser Tipp: Bleiben Sie rund um Zusatzversicherungen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Was zahlt die Krankenkasse?

Leider ist das Abrechnungssystem zwischen Zahnarzt, Kasse, Zusatzversicherung und Ihnen selbst schwer zu verstehen. Vom Ablauf her macht Ihnen Ihr Zahnarzt bei größeren Maßnahmen einen sogenannten Heil- und Kostenplan. Also einen Voranschlag, was die Behandlung kosten wird. Diesen reichen Sie bei Ihrer Krankenkasse und in Kopie bei Ihrer Zusatzversicherung ein. Wenn Ihr Zahnarzt guten Service bietet, übernimmt er das für Sie. Nach der Behandlung erhalten Sie vom Zahnarzt eine Rechnung, bei der der Anteil der Krankenkasse schon abgezogen ist. Da die Rechnung normalerweise 30 Tage Zahlungsziel hat, können Sie diese schnell bei Ihrer Zusatzversicherung einreichen. Sie bekommen anschließend, wenn alles glatt läuft, das Geld von der Zusatzversicherung und müssen dann erst Ihren Zahnarzt bezahlen. Rechnen Sie aber damit, dass Sie eventuell das Geld vorstrecken müssen.

Die Kasse bezahlt immer die Hälfte einer sogenannten Regelversorgung, also einer einfachen und zweckmäßigen Behandlung Ihrer Zahnprobleme. Wenn Sie Ihr Bonusheft fünf Jahre geführt haben, bezahlt die Kasse 60 Prozent dazu. Bei zehn Jahren im Bonusheft sind es 65 Prozent. Wenn Sie keine Zusatzversicherung haben, müssen Sie also 35 bis 50 Prozent dieser einfachen Regelversorgung ohnehin schon selbst bezahlen. Wenn Sie sich in Absprache mit Ihrem Zahnarzt für eine bessere Versorgung entscheiden, zum Beispiel für ein Implantat statt einer Brücke, stellt Ihnen der Zahnarzt die höheren Kosten dafür (die sogenannten privatärztlichen Anteile) voll in Rechnung. Die Kasse bezahlt für ein Implantat das Gleiche wie für eine Brücke. Hier kommt die Zusatzversicherung ins Spiel.

Quelle: beispielhafte Darstellung Finanztip (Stand: 01. Juli 2014)

Oft wird Ihnen Ihr Zahnarzt zurecht zu einer höherwertigen Versorgung raten, weil diese länger hält und Folgeschädigungen vermeidet. Bedenken Sie aber, dass Ihr Zahnarzt daran auch mehr verdient und somit einen Anreiz hat, Ihnen hochwertigere Behandlungen zu empfehlen. Fragen Sie deshalb immer kritisch nach, bevor Sie sich für eine bestimmte Therapie entscheiden.

Zusatzleistungen bestimmter Krankenkassen

Einige Kassen bieten im Zahnbereich über die gesetzlichen Leistungen hinaus freiwillige Zusatzleistungen an.

  • Manche leisten einen Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung, die Sie sonst voll selbst bezahlen müssen. Eventuell müssen Sie dafür zu bestimmten Zahnärzten gehen, die einen besonderen Vertrag mit der Kasse haben.
  • Bei anderen Kassen kann Zahnersatz günstiger sein, wenn Sie sich von durch die Kasse ausgesuchten Zahnärzten behandeln lassen.

Wie Sie zu einer Kasse mit guten Zusatzleistungen wechseln, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Worauf müssen Sie bei einer Zahnzusatzversicherung achten?

Eine Zahnzusatzversicherung kann Ihnen hohe Kosten sparen, wenn Sie sie nicht zu früh abschließen – und einen Tarif mit den richtigen Leistungen wählen. Auf folgende Kriterien sollten Sie achten:

Hohe Leistungen bei Zahnersatz

Die größten Kosten fallen bei Zahnersatzmaßnahmen an. Hier sollte der Tarif mindestens 80 Prozent, besser 90 Prozent einschließlich des GKV-Anteils leisten. Das bedeutet, dass Kasse und Zusatzversicherung zusammen so viel übernehmen, dass Ihnen noch ein Eigenanteil von höchstens 20, besser nur 10 Prozent bleibt. Wichtig ist, dass nicht nur die Regelversorgung, sondern auch der privatärztliche Anteil abgedeckt ist. Ein Tarif, der mit „Verdopplung der Kassenleistung“ wirbt, ist eine Mogelpackung. Implantate und alle dazugehörigen Maßnahmen sollten unbedingt in unbegrenzter Anzahl eingeschlossen sein.

Hohe Leistungen in den ersten Jahren

Normalerweise sollten Sie darauf achten, dass der Vertrag bereits in den ersten Jahren hohe Summen leistet. Als Faustregel gilt, dass nicht weniger als 1.000 Euro in jedem der ersten vier Jahre versichert sein sollten. Danach sollten die Leistungen unbegrenzt sein. Nur wenn Sie sicher sind, dass Ihre Zähne noch lange gut sein werden, sind diese Grenzen für Sie unwichtig. Dann aber könnten Sie auch überlegen, mit dem Abschluss insgesamt noch zu warten.

Leistungen bei Kieferorthopädie für Kinder

Korrekturen von Zahnfehlstellungen bei Kindern und Jugendlichen gehören zwar zu den Kassenleistungen. Aber auch hier sind oft zusätzliche Maßnahmen angeraten, die Sie tausende von Euro kosten können. Als Eltern sollten Sie spezielle Tarife hierfür aussuchen, denn nur manche leisten in diesen Fällen. Ein Abschluss sollte ungefähr vor der Einschulung gemacht werden. Kieferorthopädie bei Erwachsenen lohnt sich dagegen als Leistungsmerkmal nur in seltenen Fällen.

Hohe Leistungen bei Zahnbehandlung

Erst in zweiter Linie sollten Sie auf die Leistungen bei Zahnbehandlung achten. Die Kosten für eine Kunststofffüllung von ein paar hundert Euro schmerzen zwar, sind aber im Vergleich zu Zahnersatzkosten oft verkraftbar. Wenn Sie aber einen guten Tarif für Zahnersatz aussuchen, hat dieser meistens auch gute Leistungen für Zahnbehandlung, sodass Sie beide Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Leistungen bei Zahnprophylaxe

Eine professionelle Zahnreinigung kann man auch selbst bezahlen, dafür braucht man keine Zahnzusatzversicherung. Wenn Ihre Police aber hier einen Zuschuss vorsieht, werden Sie oftmals motivierter sein, auch tatsächlich zur Vorsorge zum Zahnarzt zu gehen und die sinnvolle PZR machen zu lassen. Damit sorgen Sie nachhaltig für die Gesundheit Ihrer Zähne – und bereits eingesetzter Zahnersatz hält dann auch länger.

Tarif ohne Altersrückstellungen

Zahnzusatzversicherungen kalkulieren ihre Beiträge auf zwei Arten: Die einen Tarife sparen einen Teil der Prämie (die sogenannten Altersrückstellungen) dafür an, dass die Beiträge mit dem Alter nicht zu stark steigen, und haben dafür von vorneherein etwas höhere Beiträge. Die anderen beinhalten keinen Sparanteil, sind dadurch etwas günstiger, steigen dafür aber mit dem Alter stärker an. Wir empfehlen Ihnen die letzteren Tarife, da Sie diese ohne Verluste kündigen und in einen Tarif mit einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis wechseln können. Sie sollten aber bei diesen Tarifen Rücklagen für die höheren Kosten im Alter bilden. Planen Sie dies am besten in Ihre Altersvorsorge ein. Bei den Tarifen mit Sparanteil verlieren Sie bei einer Kündigung die angesparten Altersrückstellungen und sind dadurch praktisch an Ihren Versicherer gebunden.

Ergo-Tarif mit Sofortleistung

Der oft beworbene Ergo-Tarif ZEZ verzichtet auf Gesundheitsfragen und Wartezeiten und kann sofort benutzt werden. Dafür ist er bei mäßigen Leistungen vergleichsweise teuer und daher nicht empfehlenswert.

Wie finde ich den richtigen Tarif?

Wie bei den meisten Versicherungen kommt es auch bei der Zahnzusatzversicherung nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf die Leistungen an. Es gibt eine Fülle von Tarifen mit den unterschiedlichsten Bedingungsmerkmalen. Für die Auswahl brauchen Sie aber nicht unbedingt einen Berater, den Sie per eingepreister Provision oder Honorar bezahlen müssen. Es gibt im Internet sehr hilfreiche Vergleichsportale, die Sie bei der Auswahl unterstützen.

Finanztip hat acht Internet-Vergleichsportale zum Thema Zahnzusatzversicherung getestet und kann Ihnen die Waizmanntabelle empfehlen.

Liste der abgedeckten Krankenversicherer

Waizmanntabelle.de

Hilfreichstes Portal mit sehr transparentem Vergleich. Zeitbedarf für einen Vergleich: ca. 2 Minuten; Zeitbedarf für ein Angebot: ca. 5 Minuten

  • beste Marktabdeckung (40 Versicherer mit 170 Tarifen)
  • höchster Nutzwert durch Vergleich der Leistungen an einem Standardbeispiel
  • bestehende Versicherung kann mit aktuellen Tarifen verglichen werden
  • Benutzer erfährt, welche Tarife überhaupt infrage kommen
  • nur zwei verschiedene Tarife direkt miteinander vergleichbar

Die Benutzung der Weizmanntabelle ist ganz einfach:

1. Wählen Sie in der ersten Maske für sich selbst „bestmögliche Zahnleistungen“, für eine Versicherung für Ihr Kind „KFO Zahnzusatzversicherung“ oder, wenn Sie über 60 sind, „Zahnzusatzversicherung für Personen über 60“.

2. Geben Sie den genauen Gesundheitszustand Ihrer Zähne ein. Wenn Sie sich nicht sicher sind, lassen Sie sich dabei von Ihrem Zahnarzt helfen. Viele Zahnärzte kennen waizmanntabelle.de.

3. Das Portal empfiehlt Ihnen eine Liste von Tarifen, geordnet nach den höchsten Prozentwerten bei der durchschnittlichen Erstattung (inklusive der Leistung Ihrer Krankenkasse). Suchen Sie sich den Tarif heraus, der Ihnen bei einer möglichst hohen Prozentzahl gerade noch bezahlbar erscheint. Unter 85 Prozent Durchschnittserstattung sollten Sie nicht gehen, denn dann sparen Sie nicht mehr viel im Vergleich zu den geringeren Leistungen, die Sie erhalten. Gehen Sie grundsätzlich nach dem ersten, in Grün dargestellten Wert für die ersten vier Jahre. Nur wenn Sie sich sicher sind, dass Sie vier Jahre keine hohen Leistungen brauchen, gehen Sie nach dem blauen Prozentwert für das fünfte bis achte Jahr.

Quelle: www.waizmanntabelle.de (Screenshot Stand: 27. Juni 2014)

Wie Sie den Tarif wechseln

Eine Zahnzusatzversicherung können Sie nach dem Abschluss praktisch immer erst nach zwei Jahren kündigen. Danach können Sie jedes Jahr kündigen. In aller Regel ist der Termin für die Kündigungsfrist der 30. September, so dass Sie zum folgenden 1. Januar in eine andere Versicherung wechseln können. Wenn Ihr Tarif außerplanmäßig teurer wird (sogenannte Beitragsanpassung), haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Bevor Sie Ihre Police kündigen, sollten Sie die neue abgeschlossen haben, um sicherzugehen, dass Sie auch wechseln können.

Beachten Sie, dass Sie bei Tarifen mit Altersrückstellungen diese Ansparungen verlieren, wenn Sie kündigen. Online-Kündigungsdienste helfen Ihnen, Kündigungsfristen nicht zu vergessen, und halten Kündigungsvorlagen und Anbieteradressen parat.

Mehr dazu im Ratgeber Kündigungsdienste

Daniel Pöhler

von Finanztip, Experte für Mobilität & Digitales

Wer kann eine Zahnzusatzversicherung abschließen?

Grundsätzlich alle Patienten, die eine Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Krankenkasse vorweisen können. Patienten mit Altverträgen einer Zahnzusatzversicherung können zu einer leistungsstärkeren Zahnzusatzversicherung wechseln.

Für Privatversicherte gibt es keine Möglichkeit eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, da dieser Versicherungsschutz bereits bei der privaten Krankenversicherung enthalten ist bzw. dazu gebucht werden kann.

Wichtiger Hinweis:

Bereits erkrankte Patienten erhälten keine Kostenübernahme der Behandlungen, wenn diese vor dem Versicherungsbeginn bereits angeraten, geplant oder begonnen wurden. Versicherer dürfen Patientenakten einsehen und erhalten so Informationen über die bisherigen Patientendaten und den zeitlichen Ablauf aller Behandlungen und angeratenen Maßnahmen bzw. beobachteten Behandlungen.

Kostenfrei und unverbindlich

Keine Aufschläge oder Gebühren

Nur die günstigsten Preise

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Dieses unabhängige Verbraucherportal vergleicht kostenlos Tarife und Produkte. Hierbei wird mit der größten Sorgfalt auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Informationen geachtet, jedoch kann keine Gewähr für diese oder die Leistungsfähigkeit der Anbieter übernommen werden.

Источники: http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Abschliessen-wenn-es-zu-spaet-ist-article2743426.html, http://www.finanztip.de/zahnzusatzversicherung/, http://www.zahnzusatzversicherung-direkt.de/informationen/wer-kann-eine-zahnzusatzversicherung-abschliessen.html

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