Zahnzusatzversicherung ab wann zahlt sie

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Ab wann gibt es bei der Zahnzusatzversicherung eine Leistung?

In der Regel ist es so nach den AGBs der Zahnzusatzversicherung, dass diese erst nach einer gewissen Wartezeit auch Leistungen erbringt. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass ein Patient schnell noch eine derartige Versicherung abschließt und aus dem Versicherungstopf profitiert, auch wenn der Schaden an den Zähnen bereits schon lange vorhanden ist. Wenn die Krankenkasse dafür die Kosten übernehmen würde, dann würde dies dem Solidaritätsprinzip widersprechen, dem auch jede Zahnzusatzversicherung unterliegt. Die Frist, bis die Zahnzusatzversicherung durch die vertraglich vereinbarte (und damit vom Versicherten akzeptierte) Wartezeit Kosten übernimmt, beginnt ab dem Datum des Vertragsabschlusses und ist im Vertrag genau spezifiziert. Das bedeutet, dass für Vorschäden an den Zähnen durch die Versicherung keine Kosten übernommen werden.

Alternative: Versicherungen ohne Wartezeit

Es gibt natürlich auch Zahnzusatzversicherungen ohne Wartezeit. Hier gibt es verschiedene Angebote, doch der Vergleich wird zeigen, dass die Höhe der Kosten bzw. die beinhalteten Leistungen sich stark von den Verträgen mit Wartezeit unterscheiden.

30 % unserer Leser haben eine Zahnzusatzversicherung.

Je nach Tarif gibt es hier seitens des Versicherten durchaus einen Verzicht in den ersten Monaten der Leistung doch zu verkraften bzw. zu akzeptieren. Doch es gibt hier nicht nur Begrenzungen im Bezug auf die Art der Leistung, sondern auch die sogenannten Summenbegrenzungen, meist sogar über einen längeren Zeitraum als die üblichen 8 Monate, die ein Neu-Versicherter bei einer Zahnzusatzversicherung in Kauf nehmen muss, dass die Versicherung keine Leistungen erbringt. Viele Summenbegrenzungen beziehen sich nämlich auf bis zu vier oder sogar sechs Jahre. Die Obergrenzen der Summen, die innerhalb dieser Zeit übernommen werden, sind von Gesellschaft zu Gesellschaft sehr unterschiedlich. Dabei muss man allerdings beachten, dass auch Zahnzusatzversicherungen mit Wartezeit durchaus Leistungs- bzw. Summenbegrenzungen aufweisen können. Das bedeutet, auch wenn eine Versicherung die Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit anbietet, dass schon von Beginn an ein Anspruch auf die vollen Leistungen besteht, die eigentlich im gewählten Tarif enthalten sind.

Ausnahme Unfall

Für den Fall, dass allerdings ein Unfallereignis dazu geführt hat, dass eine Zahnbehandlung oder ein Zahnersatz nötig wird, zahlt auch die Zahnzusatzversicherung, die eigentlich eine Wartezeit von 3 oder 8 Monaten hat. In diesem Fall handelt es sich nämlich um einen Notfall, weil der Patient nicht ohne Versorgung bleiben kann. Die Zahnzusatzversicherung tritt allerdings nur dann ein, wenn der Patient nicht über eine private Unfallversicherung verfügt oder der Unfallgegner über die Private Haftpflichtversicherung die Kosten nicht tragen kann (weil er keine besitzt) oder der Unfallgegner nicht ermittelbar war. Die Absicherung des Geschädigten (Versicherten der Zahnzusatzversicherung) ist aus diesem Grund stets gewährleistet und eben auch der Umstand, dass dieser so schnell wie möglich und nicht auf seine eigenen Kosten und nicht zu Lasten der GKV, einen passablen Zahnersatz erhalten kann.

3 Monate oder 8 Monate – der Vergleich lohnt sich

Die Zahnzusatzversicherung hat allerdings grundsätzlich – wenn man sich nicht für ein Angebot ohne Wartezeit entscheidet – eine Wartezeit von 3 bzw. 8 Monaten. Die Unterschiede liegen aber nicht nur in den 5 Monaten, in denen bei den Versicherungen mit 3 Monate Wartezeit der Leistungsfall eintreten darf. Vielmehr sind es auch die Höhe der Beiträge und letztlich auch wieder Leistungs- und Summenbeschränkungen, die hier mit dem Versicherten vereinbart werden. Es ist natürlich besser schon 3 Monate nach dem Vertragsbeginn die ersten Leistungen erhalten zu können, doch wird hier der Eigenanteil an der Zahnarztrechnung dann doch höher sein, weil die Versicherung nur einen begrenzten Anteil an Kosten übernimmt, der sich wiederum auch – wie bei den Verträgen ohne Wartezeit – auf mehrere Jahre hinweg ziehen kann. Grundsätzlich ist es zwar ratsam, dass ein Vergleich angestellt wird, der sich nicht nur auf die Beitragshöhe bezieht, sondern auch darauf, welche Leistungen tatsächlich erbracht werden innerhalb der ersten Jahre.

Warum Wartezeiten bei der Zahnzusatzversicherung überhaupt üblich sind

Tatsache ist, dass durch Wartezeiten verhindert werden soll, dass Patienten erst ganz kurz vor einer Behandlung eine derartige Versicherung abschließen. Abgehalten werden sollen vor allem hohe Leistungen, die dadurch entstehen, dass Patienten, die schon lange nicht mehr beim Zahnarzt waren, Leistungen daraus beziehen können und ihre gesamten Behandlungsmaßnahmen über die Versicherung abwickeln und viel Leistung zu einem geringen Preis erhalten. Das wäre nicht solidarisch denen gegenüber, die bereits schon lange in eine Versicherung dieser Art eingezahlt haben, aber bisher noch keine Leistung in Anspruch nahmen. Daher gibt es auch zu den Zahnzusatzversicherungen ohne Wartezeit natürlich auch Gesundheitsfragen, die vom künftigen Versicherten beantwortet werden müssen.

Weiterführende Infos zu Zahnzusatzversicherungen

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Teurer Zahnersatz :  Wann sich eine Zusatzversicherung lohnt

Ein Zahnarztbesuch kann schnell teuer werden. Wann sich eine Zusatzversicherung auszahlt und worauf Patienten achten sollten.

Millionen haben Angst vorm Zahnarzt. Zur Panik vorm Bohrer kommt bei vielen die Furcht vor der Rechnung. Denn die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt längst nicht alle Kosten, die beim Zahnarztbesuch entstehen.

Die Kasse kommt nur für die Leistungen auf, die aus ihrer Sicht „ausreichend und zweckmäßig“ sind. Wer zum Beispiel ein Loch im Backenzahn hat, bekommt nur die Kosten für eine Amalgamfüllung ersetzt. Für eine höherwertige Kunststofffüllung müssen Verbraucher draufzahlen. Richtig teuer wird es, wenn der Arzt einen Zahn teilweise oder komplett ersetzen muss. Beim Zahnersatz zahlt die Kasse selbst für die sogenannte Regelversorgung nur einen Teil der Rechnung. An einer Standard-Krone, die laut Stiftung Warentest rund 260 Euro kostet, beteiligt sich die Kasse mit 175 Euro. Wer dagegen Wert darauf legt, dass die Krone mit Keramik überzogen wird, zahlt dazu. Eine solche vollverblendete Metall-Keramik-Krone kostet 540 Euro – und auch für sie zahlt die gesetzliche Krankenkasse nur 175 Euro.

Das Problem: Die teurere Lösung ist meist schöner und schont die Zähne. So zahlt die Krankenkasse bei einer Zahnlücke nur den Zuschuss für eine Brücke. Die Alternative ist ein Implantat, das jedoch 3300 Euro kostet, wovon die Krankenkasse 416 Euro übernimmt. So eine hohe Eigenbeteiligung können sich viele schlichtweg nicht leisten. Manche haben nicht einmal das Geld für die Zuzahlung zur Regelversorgung. Jeder achte Deutsche läuft deshalb mit einer Zahnlücke herum, hat eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ergeben.

Um die Kosten aufzufangen, raten Verbraucherschützer deshalb dazu, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen – und zwar solange die Zähne gesund sind. „Wenn der Zahnarzt feststellt, dass etwas gemacht werden muss, ist es zu spät“, sagt Ulrike Steckkönig von der Stiftung Warentest. Denn die Versicherung zahlt nicht, wenn man die Zahnprobleme bereits bei Vertragsabschluss hatte. Und das zu verheimlichen, ist kaum möglich. „Die Patienten müssen den Zahnarzt gegenüber der Versicherung von seiner Schweigepflicht entbinden“, sagt Steckkönig.

Spätestens wenn der Patient der Versicherung eine hohe Rechnung präsentiert, wird der Sachbearbeiter beim Arzt nachfragen. Stellt sich dann heraus, dass der Patient die Zahnprobleme schon vor Abschluss der Versicherung hatte, wird das Unternehmen die Zahlung verweigern. Hinzu kommt, dass die Versicherung nicht sofort nach Abschluss des Vertrags zahlt. „Die meisten Verträge sehen eine Wartezeit von acht Monaten vor“, sagt Steckkönig. Erst nach Ablauf dieser Frist übernimmt die Versicherung überhaupt einen Teil der Kosten. Die volle Leistung bekommen Versicherte sogar erst, wenn sie drei bis fünf Jahre eingezahlt haben.

Dafür werden Verbraucher belohnt, wenn sie fünf bis zehn Jahre in Folge regelmäßig zur Kontrolluntersuchung gehen. Sowohl die gesetzliche Krankenkasse als auch die Zusatzversicherung zahlen dann mehr. Das Fatale: Wer einmal seinen Termin verpasst, verliert den Bonus und muss von vorne anfangen.

Wählen können Patienten zwischen zwei Arten von Zusatzversicherungen. Es gibt Tarife nach Art der Lebensversicherung und nach Art der Schadenversicherung. Der Unterschied liegt in der Berechnung der Beiträge. Die meisten Verträge sind nach Art einer Schadenversicherung konstruiert. Dabei steigt der Beitrag stufenweise mit dem Alter an. Bei einem Vertrag nach Vorbild der Lebensversicherung fallen die Beiträge von Anfang höher aus. Dafür bildet der Versicherer für den Patienten eine Altersrückstellung: Er legt also einen Teil des Geldes für später zurück, wenn an den Zähnen mehr gemacht werden muss. Das klingt sinnvoll, hat aber den Nachteil, dass es den Verbraucher an seinen Versicherer bindet. Entscheidet er sich, den Anbieter zu wechseln, verliert er die Altersrückstellung.

Die Stiftung Warentest hat 189 Tarife untersucht – 55 davon bewertet sie als „sehr gut“. Mit den besten Tarifen könnten Verbraucher auch die Kosten für teuren Zahnersatz zu 80 bis 95 Prozent decken. Die umfangreichste Leistung für Zahnersatz bekommen Patienten laut Stiftung Warentest bei der Deutschen Familienversicherung (DFV) mit dem Tarif „Zahn Exklusiv“. Kein anderer Anbieter zahlt zum Beispiel so viel Geld für ein Implantat. Dafür ist der Tarif allerdings nicht der günstigste: Wer Mitte 40 ist, zahlt 42 Euro im Monat. Bis Mitte 70 steigt der Beitrag auf 61 Euro. Günstiger, aber immer noch „sehr gut“ ist laut Stiftung Warentest der Tarif „Z 90“ der Versicherungsgruppe Inter. Für den zahlt ein Kunde mit Mitte 40 nur 13 Euro im Monat, mit Mitte 70 dann 26 Euro.

Noch mehr Geld lässt sich sparen, wenn Verbraucher nur die Regelversorgung absichern. Dann bekommen sie aber zum Beispiel auch nur die Standardkrone bezahlt. Einen solchen Tarif gibt es bereits für sieben Euro im Monat. Experten raten von dieser Sparversion allerdings ab. „Kaum ein Zahnarzt behandelt rein nach der Regelversorgung“, sagt Versicherungsexperte Hans Waizmann. Grundsätzlich versuche der Zahnarzt, einen Zahn auch dann noch zu retten, wenn die gesetzliche Krankenkasse diesen als „nicht erhaltungswürdig“ einstuft und deshalb für die Behandlung nicht zahlt. Das ist etwa der Fall, wenn der Arzt zum zweiten Mal eine Wurzelbehandlung am selben Zahn vornimmt. Hat der Versicherte dann mit der Zusatzversicherung nur die Regelversorgung abgedeckt, muss er die Mehrkosten selbst tragen.

Wer schon eine Zahnzusatzversicherung hat, sollte überprüfen, welche Leistungen sie abdeckt. Je nachdem, wie der Vertrag ausgestaltet ist, kann es Sinn machen, zu wechseln. Allerdings lassen sich die meisten Verträge erst nach zwei Jahren kündigen – und das auch nur zu den vereinbarten Fristen. „Es macht Sinn, beim eigenen Anbieter zu schauen, ob er mittlerweile einen Tarif mit besserer Leistung anbietet“, sagt Steckkönig. Denn wer bei seinem Versicherer bleibt und nur den Tarif wechselt, muss für die bereits versicherte Leistung keine Wartezeiten in Kauf nehmen. Wechselt man dagegen zu einem anderen Anbieter, behandelt der einen so, als habe man bislang gar keine Zusatzversicherung gehabt. Gerade wenn in nächster Zeit eine Zahnbehandlung ansteht, kann es sich daher rechnen, bei der einmal gewählten Versicherung zu bleiben – auch wenn die teurer ist als andere.

Entscheidend für die Wahl eines Tarifs sollte laut Stiftung Warentest sein, wie viel die Versicherung für Zahnersatz zahlt. Denn der ist besonders teuer. Darüber hinaus bieten viele Anbieter allerdings weitere Zusatzleistungen an. Vor Vertragsabschluss sollte man daher klären, was man davon brauchen könnte. Viele Versicherungen übernehmen zum Beispiel auch einen Teil der Rechnung bei einer Parodontose- oder Wurzelbehandlung und leisten einen Zuschuss für höherwertige Zahnfüllungen. „Bei den Toptarifen bekommen Verbraucher zusätzlich noch einen Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung“, sagt Waizmann.

"Zahn-Ersatz-Sofort"-Versicherung Abschließen, wenn es zu spät ist

Von Alexander Klement

Eine Versicherung schließt man in der Regel ab, um sich gegen Risiken abzusichern. Beim Abschluss ist unklar, ob der Schutz nötig sein wird. Jetzt stellt die Ergo Direkt dieses Grundprinzip auf den Kopf: Sie bietet eine Zahnzusatzversicherung, die erst abgeschlossen werden kann, wenn der Schadensfall schon eingetreten ist.

Schöne Zähne möchte jeder am liebsten sein Leben lang. Wer sie gut pflegt, erhöht die Chancen, dass das auch klappt. Doch gegen Karius und Baktus ist letztlich niemand gefeit. Wenn die beiden Kollegen den Kampf im Mund gewonnen haben, muss der Zahnarzt ran – und das kann teuer werden. Die gesetzliche Krankenversicherung zieht sich zunehmend aus der Kostenübernahme der zahnärztlichen Behandlung zurück. Wer mehr als Standard will, muss zusätzlich privat vorsorgen.

Die Diagnose ist da, die Versicherung noch nicht? Die Ergo hilft.

Viele Faktoren entscheiden über Beitragshöhe

Zahnzusatzversicherungen stehen hoch im Kurs und immer wieder auf dem Prüfstand. Die Stiftung Warentest hat im vergangenen Jahr 110 Tarifbedingungen in einem aufwendigen Verfahren untersucht. In das zu kalkulierende Risiko für die Versicherung fließen viele Faktoren wie Alter und Leistungen im Versicherungsfall ein, deshalb ermittelten die Tester ein Ranking für Beispielfälle. Welche Versicherung zahlt bei welchem Beitragssatz am meisten für eine Krone, ein Inlay oder ein Implantat? Mit "sehr gut" bewerteten die Tester den Tarif "EZ+EZT" der HanseMerkur, der monatlich mit 18 bis 19 Euro für eine 43-jährigen Kunden zu Buche schlägt.

Alle 110 Tarife – egal ob gut oder schlecht – haben eins gemeinsam: Man muss sie abschließen, bevor der Versicherungsfall eintritt. Schließlich ist es das Grundprinzip jeder Risiko-Versicherung, Beitragszahler zu versammeln, die sich gegen eine Eventualität absichern, die aber nicht zwangsläufig eintritt. Um Geld zu verdienen, kalkulieren die Versicherer die Beiträge der Kunden so, dass sie die Auszahlungen in Schadensfällen übersteigen.

Versicherung zahlt zuerst

Bei den getesteten Tarifen müssen oft sogar bestimmte Karenzzeiten von zum Beispiel einem halben Jahr eingehalten werden, bevor der Versicherungsschutz greift. So wird verhindert, dass Kunden die Versicherung erst abschließen, wenn sie ahnen, dass eine intensive Behandlung ansteht. Im April startet die Ergo Direkt einen Zahnzusatz-Tarif, der dieses Prinzip auf den Kopf stellt. "Erstmals können Sie sich versichern, wenn der Schaden bereits eingetreten ist", verkündet Peter M. Endres, Vorstandsvorsitzender der Ergo Direkt Versicherung. "Zuerst leisten wir, danach zahlt der Kunde die Beiträge."

In der breit angelegten Werbekampange "Versichern heißt verstehen." will die Ergo Versicherung durchstarten. Das Ziel ist durchaus lobenswert. Aus dem Versicherungskauderwelsch sollen endlich kompakte Versicherungsbedingungen werden, die jeder Kunde versteht. Außerdem möchte sich die Versicherung mehr an den Wünschen der Kunden orientieren.

Kunden "wollen auch dann noch eine Versicherung abschließen, wenn der Schaden bereits eingetreten ist", heißt es in der Pressemitteilung der Ergo Direkt. Wer möchte das nicht? Übertragen auf die Kfz-Versicherung hieße das, Kunden müssen sie erst abschließen, wenn sie schuldhaft einen Unfall verursacht haben. Genau dieses Prinzip soll der "Zahn-Ersatz-sofort"-Tarif bieten.

Einfache Tarifstruktur

Bevor die Euphorie ausbricht, sollte man aber erst mal einen Blick in die weiteren Bedingungen werfen. Diese sind zumindest einfach gestaltet und leicht zu überschauen. Es gibt keine Karenzzeiten, Altersbeschränkungen oder Gesundheitsfragen. Ab dem 21. Lebensjahr zahlen Kunden geschlechtsunabhängig 29,90 Euro im Monat, Kinder und Jugendliche 19,90 Euro pro Monat. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt zwei Jahre. Danach kann monatlich gekündigt werden.

Ein gut gepflegtes Bonusheft erhöht die Kassenleistung.

Die Leistung ist ebenfalls exakt definiert. Der Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkasse wird verdoppelt. Höchstens bis zu 100 Prozent der Gesamtkosten werden übernommen. Bei der Produktvorstellung rechnet die Ergo Direkt auch ein attraktives Beispiel vor. Betragen die Gesamtkosten 4000 Euro und der Festzuschuss der Krankenkasse 1800 Euro, zahlt die Versicherung weitere 1800 Euro, so dass der Versicherte nur noch 400 Euro selbst zahlen muss. Wer mit spitzer Feder nachrechnet, kommt zu dem Ergebnis, dass die Ergo-Direkt bei diesem Beispiel über 1000 Euro Verlust einfahren würde.

Einfache Kosten-Nutzen-Rechnung

Zwei Beitragsjahre kosten den Versicherten 717,60 Euro. Da der Kunde genau weiß, welche Kosten auf ihn insgesamt zukommen und wie viel die gesetzliche Krankenkasse davon übernimmt, ist es leicht, vorher auszurechnen, ob sich ein Vertragsabschluss lohnt. Würde jeder Kunde so handeln, wäre der "Zahn-Ersatz-Sofort"-Tarif nicht mehr als ein Marketing-Gag, der betriebswirtschaftlich langfristig nicht zu halten ist. Trotzdem rechnet Ergo-Chef Torsten Oletzky laut "Versicherungsjournal" damit, dass sich das neue Konstrukt rechnet und sich die Kunden solidarisch verhalten. Vorsichtshalber wurde der "Zahn-Ersatz-Sofort"-Tarif aber erst einmal auf 50.000 Policen in diesem Jahr limitiert.

Teilweise sehr geringe Kosten-Erstattung

Wer nun glaubt, auf eine herkömmliche Zahnzusatzversicherung verzichten zu können, sollte sich mit zwei Grundproblemen des neuen Tarifs auseinandersetzen. Das erste: Der Tarif hilft nur wirklich weiter, wenn man sich auf die Grundversorgung beim Zahnersatz beschränkt. Bei Inlays, Implantaten oder teureren Kronen ist die Versicherungsleistung eher ein Tropfen auf dem heißen Stein. Kostet ein Inlay beispielsweise 500 Euro, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse davon nur 40 Euro. Eine Verdopplung dieser Leistung, die der "Zahn-Ersatz-Sofort"-Tarif verspricht, bringt also nur weitere 40 Euro. Kosten in Höhe von 420 Euro hätte der Versicherte nach wie vor zu zahlen. Bei dem Testsieger-Tarif der Hanse Merkur müsste der Versicherte nur 50 Euro selbst übernehmen.

Noch gravierender fällt der Unterschied bei Zahnimplantaten aus. Von einem Zahnimplantat für 3000 Euro übernimmt die gesetzliche Krankenkasse gerade mal 375 Euro. Der Ergo-Direkt-Versicherte müsste also 2250 Euro aus der eigenen Tasche bezahlen. Wer den üblichen Versicherungsweg gewählt hat, zahlt hingegen nur 300 Euro.

Verschlechterung nicht ausgeschlossen

Das zweite Problem: Durch die Kopplung an die Erstattung der gesetzlichen Krankenkassen ist über die Jahre eine Verschlechterung der "Zahn-Ersatz-Sofort"-Tarifleistungen wahrscheinlich programmiert. Denn die Leistungen der Krankenkassen werden sich im Bereich der Zahnarztbehandlung eher verschlechtern als verbessern.

Fazit: Wer sich perspektivisch gut für Zahnersatzbehandlungen rüsten will, kommt um eine klassische Zahnzusatz-Versicherung nicht herum. Diese zahlt im Versicherungsfall in vielen Fällen deutlich mehr. Auch Zusatzleistungen wie professionelle Zahnreinigung oder Kunststofffüllungen statt Amalgam sind bislang nur über diesen Weg versicherbar. Wer sich nicht zusätzlich abgesichert und akute Probleme hat, kann in wenigen Minuten durchrechnen, ob sich ein Abschluss der "Zahn-Ersatz-Sofort"-Tarif der Ergo Direkt finanziell lohnt.

Источники: http://www.kosten-beim-zahnarzt.de/ab-wann-zahnzusatzversicherung-leistung.html, http://m.tagesspiegel.de/wirtschaft/teurer-zahnersatz-wann-sich-eine-zusatzversicherung-lohnt/10285918.html, http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Abschliessen-wenn-es-zu-spaet-ist-article2743426.html

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