Zahlt krankenkasse implantate

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Zahnimplantat Kosten

Ein Zahnimplantat ist eine in den Kieferknochen eingebaute künstliche Zahnwurzel. Der Zahnersatz wird darauf aufgesetzt. Wer sich einen hochwertigen Zahnersatz mit Zahnimplantaten wünscht, der muss einiges an Geduld aufbringen, weil die Behandlung lange dauern kann, sich aber auch auf hohe Kosten einstellen. Vor der Entscheidung sollte man sich natürlich auch Gedanken darüber machen, wie es sich mit dem Preis-und Kostenverhältnis verhält. Es gibt inzwischen schon einige Langzeitstudien, die aber nur belegen bisher, dass nach 10 Jahren noch rund 90 Prozent der Zahnimplantate intakt sind. Wenn nur ein Zahn durch ein Zahnimplantat ersetzt wird, dann liegen die Erfolgschancen noch ein bisschen höher. Dass ein Zahnimplantat verloren geht ist nach dem ersten Jahr nach Einbringung dabei eher selten.

23 % unserer Leser haben ca. 1.000 bis 1.500 für ihr Zahnimplantat bezahlt.

Doch ein Haken hat das Zahnimplantat – die Kosten dafür sind sehr hoch und der Patient muss einen hohen Eigenanteil daran tragen. Die GKV leistet lediglich einen Festzuschuss für diesen Zahnersatz. Dabei gehört das eigentliche Implantat, also die künstliche Zahnwurzel in Dübelform, nicht zum Leistungskatalog der Krankenkassen der GKV.

Hat der Patient in den letzten 5 bzw. 10 Jahren sein Bonusheft ordnungsgemäß geführt und ist regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen gegangen, fällt die Höhe des Festzuschuss noch einmal um 20 bzw. 30 Prozent höher aus. Dennoch können pro Zahnimplantat von einem Schneidezahn können zwischen 1800 und 3000 Euro anfallen, die der Patient als Eigenanteil stemmen muss. Die Kosten für ein Zahnimplantat für einen Seitenzahn kostet zwischen 1500 und 2500 Euro.

55 % unserer Leser haben ihr Zahnimplantat durch

ihre Ersparnisse finanziert.

Wer sich gleich wegen partieller Zahnlosigkeit gleich mehrere Zahnimplantate einsetzen lässt, der muss mit Kosten von 6.000 bis 8500 Euro rechnen. Es gibt dabei allerdings auch Kostenunterschiede durch die Wahl der Hersteller. Es gibt heute kostengünstige Hersteller im Ausland, die ein Zahnarzt in Deutschland auch als Partner haben kann. Die Herstellung von Zahnimplantaten in deutschen Dentallaboren ist indes sehr teuer.

48 % unserer Leser bevorzugen Zahnersatz aus Polen.

Kosten für Knochenaufbau

Neben den Kosten für die Zahnimplantate können auf den Patienten im Fall des Knochenaufbaus noch ein weiterer Betrag hinzukommen. Denn auch die Kosten für den Knochenaufbau für ein Implantat übernimmt die GKV nicht. Je nach Aufwand rechnet der Zahnarzt nach dem 2,3fachen oder dem 3,5fachen Satz GOZ ab. Die Gesamtkosten belaufen sich in der Regel auf ca. 400 bis 1100 Euro. Es kommt hier auf die Region an, in der der Knochenaufbau stattfinden muss.

Alle Fragen und Antworten zu Zahnimplantate Kosten

Zusammensetzung der Kosten

Die hohen Kosten für Zahnimplantate lassen sich auf der einen Seite durch die hochwertigen Materialien erklären, die für die Herstellung von Zahnimplantaten verwendet werden. Keramik- Zahnimplantate sind hier ein bisschen teurer als die Verwendung von Titan für die Herstellung von Zahnimplantaten. Dann ist da noch der hohe und lange Aufwand, der durch die Behandlung entsteht, damit die Zahnlücke mit einem Zahnimplantat versorgt werden kann. Die Kosten für ein Zahnimplantat hängen zudem auch von der Schwierigkeit der Operation ab. Bei den Zahnimplantaten hat man natürlich auch die Wahl zwischen einer einfachen und kostengünstigeren Lösung und einer aufwändigen Versorgung.

60 % sind mit ihrem Zahnimplantat zufrieden.

Letztlich ist die Höhe der Kosten von Zahnimplantaten auch abhängig vom behandelnden Zahnarzt. Denn jeder hat eine Vorliebe für ein bestimmtes Implantat-Produkt. Da die Kosten von Zahnarzt zu Zahnarzt unterschiedlich sind, ist es ratsam dass der Betroffene einen Vergleich vornimmt. Ein Heil- und Kostenplan darf natürlich auch von einem anderen Zahnarzt erstellt und bei der Krankenkasse eingereicht werden. Zudem gibt es auch Vergleichsportale im Internet. Die Kosten für die Zahnimplantate können auch noch in die Höhe getrieben werden, wenn eine Vorbehandlung nötig ist.

Zum Beispiel muss, wenn der Zahnknochen schon geschädigt bzw. zurückgegangen ist, erst aufgebaut werden. Der Knochenaufbau kann im Bezug auf die Kosten für die Zahnimplantate ein wahrer Kostentreiber sein. Die Kosten hängen dabei vom Aufwand des Eingriffs ab und von den verwendeten Knochenersatz-Materialien.

40 % haben von ihrem Zahnarzt eine Alternative zu

Zahnimplantaten angeboten bekommen.

Diese sind Kosten, die der Patient nicht vergessen bzw. ignorieren darf. Abhängig sind die Kosten für Zahnimplantate auch vom verwendeten Diagnostik-Verfahren und von der Anzahl der einzusetzenden Implantate sowie vom individuellen Versicherungsstatus des Patienten. Denn für PKV-Versicherte besteht, wenn sie den entsprechenden Tarif abgeschlossen haben, kein Problem im Bezug auf die Erstattung der Kosten. Der Zahnarzt selbst berechnet dabei für die Implantationen für sein Honorar mit dem Faktor von 2,3 ab. Allerdings gibt es auch Behandlungspositionen, die mit dem Faktor 3,5 abgerechnet werden. Die Behandlungskosten sind aber auch abhängig vom Standort des Zahnarztes. Zahlt der Zahnarzt zum Beispiel viel Miete für die Praxisräume, wie in der Münchner oder der Berliner Innenstadt, sind die Zahnimplantate dort teurer, als in den jeweiligen Vorstädten oder auf dem Land. Ein Zahnarztbesuch im Ausland kommt bei Zahnimplantaten natürlich auch in Frage.

55 % unserer Leser verzichten auf Zahnersatz, weil sie es nicht

Die Krankenkasse zahlt solange der Zahnarzt im europäischen Ausland ansässig ist auch für diese Behandlungen den Festzuschuss. Im Ausland werden Sofort-Implantate angeboten, die ca. 800 Euro kosten pro Stück. Wenn allerdings ein Knochenaufbau nötig wird, ist es fraglich, ob dies zeitlich in einem Urlaub abgewickelt werden kann. Wie hoch die Kosten genau sind, das ersieht der Patient aus dem Behandlungsplan, den er sich von seinem Zahnarzt auch zwecks Vergleichsmöglichkeiten unbedingt aushändigen lassen sollte.

Kosten für Titan Implantate

Zahnimplantate aus Titan gelten als äußerst robust und langlebig. Das Material wird in der Regel gut vertragen. Es kann aber zu Unverträglichkeiten kommen, so dass unter Umständen die teurere Variante der Zahnimplantate mit Keramik verwendet werden muss. Die Höhe der Kosten für ein Zahnimplantat aus Titan beläuft sich auf ca. 900 Euro. Dies ist aber nur der reine Preis für das Schraub-Implantat. Wenn der künstliche Zahn noch hinzukommt, ist der Patient auch bei einem Betrag von 1700 Euro. Diese Kosten werden von der PKV übernommen.

Zahnimplantate – Mit künstlichen Wurzeln zu schönen Zähnen (Video)

Kosten für Keramik-Implantate

Die Kosten für Zahnimplantate aus Keramik sind eine bisschen höher. Hier kommt man auf Gesamtkosten von ca. 2100 bis 2500 Euro. Dies ist schon ein deutlicher Unterschied zu den Zahnimplantaten aus Titan. Doch wenn Titan Unverträglichkeiten auslöst, müssen Keramik Zahnimplantate verwendet werden. Die Titan Zahnimplantate müssen, wenn sie schon eingebracht worden sind, wieder herausgenommen werden. Dies verursacht zwar weitere Kosten, es ist jedoch der Gesundheit wegen ratsam diese nicht verträglichen Zahnimplantate entfernen zu lassen. Die Kosten für Zahnimplantate aus Keramik werden von den PKV Krankenkassen übernommen.

Trotz der hohen Kosten steigt das Interesse an Zahnimplantaten immer weiter. Jahr für Jahr werden ca. 1 Million Zahnimplantate von den Zahnärzten eingebracht. Es handelt sich hierbei eben um einen sehr dauerhaften Zahnersatz.

Einzel-Implantat im Frontzahnbereich mit Verblendung

Hier lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung, die mindestens 70 Prozent übernimmt. Dann bleibt ein Eigenanteil von 804,00 Euro

Einzel-Implantat im Seitenzahnbereich mit Knochenaufbau

Einzel-Implantat Frontzahnbereich Oberkiefer, Metall-Keramik-Krone mit Knochenaufbau

Die Kosten für den Knochenaufbau übernimmt die Krankenkasse nicht!

Frontzahn-Implantat, vollkeramischer Direktaufbau, Krone Zirkon-Oxid mit Knochenaufbau

Zahnzusatzversicherung Zahnimplantate Knochenaufbau

Gerade wenn man Zahnimplantate haben möchte, lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung. Diese erstattet im günstigsten Fall 100 Prozent, was jedoch auch jede Menge Beitrag kostet. Dies sollte bedachte werden. Dabei ist die Erstattung von 80 oder 90 Prozent der Eigenanteil-Kosten bei einem Zahnimplantat auch noch eine ordentliche Summe, die das Haushaltsbudget nachhaltig entlasten kann. Realistisch muss aber gesagt werden, dass nur die Zusatzversicherungen, die lediglich 50 bis 70 Prozent bei Zahnimplantaten leisten auch letztlich wirtschaftlich vom Betrag her rentabel sind und das Haushaltsbudget nicht zu stark belasten.

Immerhin 53% überlegten alternativ ein Zahnimplantat setzen zu lassen.

Kosten für Knochenaufbau gehen zu Lasten des Patienten

Der Grund, warum die Kosten für den Knochenaufbau voll zu Lasten des Patienten gehen, also nicht mit einem Festzuschuss der Krankenkasse bedacht werden, hat den Grund, dass der Knochenaufbau bei anderen Leistungen überhaupt nicht nötig wäre. Das heißt bei der Regelversorgung mit Zahnbrücken oder eine Zahnkrone fallen die Kosten für den Knochenaufbau erst gar nicht an.

Die Kosten für den Knochenaufbau übernimmt die Krankenkasse nicht!

Günstige Implantate aus dem Ausland

Wer sich für den Weg zu einem Zahnarzt im Ausland entscheidet, der erhält natürlich auch den Festzuschuss für die Regelversorgung, auch wenn er sich dort Zahnimplantate einsetzen lässt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass wenn wegen dem Implantat ein Knochenaufbau nötig wird, entfällt auch das sogenannte Sofortimplantat, das sehr günstig angeboten werden kann im Ausland. Zudem ist die Zeit während eines Urlaubs meist nicht ausreichend, da die Behandlung mit Knochenaufbau eine längere Zeit in Anspruch nimmt und erst einmal verheilen muss. Ein Zahnimplantat ist im Ausland aber schon für rund 800,00 Euro zu bekommen. Hier das Berechnungsbeispiel:

Wenn mit der Zahnzusatzversicherung vereinbart, wird auch der Eigenanteil an den Kosten übernommen, die bei einer Behandlung im Ausland anfallen. Dies gilt natürlich auch, wenn die Behandlung ohne die Involvierung der Krankenkasse stattfindet. Von den 800,00 Euro Kosten bekommt der Versicherte dann 50,70, 80, 90 oder 100 Prozent – je nach Tarif – erstattet.

Weiterführende Infos zu Zahnimplantate:

Übersicht häufigste Zahnprobleme – Fragen und Antworten

Sie finden hier eine Übersicht der häufigsten Probleme in der Zahnmedizin. Wählen Sie unten ein Thema und erhalten alle Antworten über diese Thematik:

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Zahnimplantate als Kassenpatient – Gesetzliche Krankenversicherung

Der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen sieht die Übernahme der Kosten für Implantate nicht vor. Leidglich eine festgelegte Bezuschussung, der sogenannte Festzuschuss, ist vorgesehen. Im Rahmen einer Härtefallregelung werden in speziellen Ausnahmefällen jedoch die Kosten übernommen. Diese beinhalten eine Reihe sehr seltener Erkrankungen, Tumore und Allergien.

Regelversorgung und Festzuschuss für Kassenpatienten

Die sogenannten Regelversorgungen und die damit verbundenen Festzuschüsse sind durch ein bestimmtes System geregelt. Dabei wird in Abhängigkeit des Zahndefekts die Behandlung pauschal mit einem festgelegten Betrag unterstützt. Welche Art der Versorgung gewählt wird, ist dafür unerheblich. Das heißt, die Versorgung einer einzelnen Zahnlücke beispielsweise kann sowohl mit einer Zahnbrücke als auch mit einem Einzelzahnimplantat durchgeführt werden. Die Höhe des Festzuschusses hierfür ist in beiden Fällen gleich.

Ein vollständiges Bonusheft, das 5 oder 10 Jahre geführt wurde, kann den Festzuschuss der Krankenkasse sogar um 20% oder 30% erhöhen.

Härtefallregelung

Ein sogenannter Härtefall liegt vor, wenn der Patient nachweislich über ein zu geringes Einkommen verfügt und die Zahlung der Gesundheitsleistung eine unzumutbare Belastung darstellt. Hierfür muss der Heil-und Kostenplan vor Behandlungsbeginn bei der Krankenkasse eingereicht und der positive Bescheid abgewartet werden. Wird der Härtefallantrag von der gesetzlichen Krankenversicherung genehmigt, erhöht sich der Festzuschuss um das Doppelte.

Ob der Patient über ein zu geringes Einkommen verfügt wird nach den nachstehenden Einkommensgrenzen bemessen. Dabei muss das monatliche (Familien-) Bruttoeinkommen unter dieser Grenze liegen:

  • Alleinstehende: 1.106€
  • mit einem Angehörigen: 1.520€
  • jeder weitere Angehörige zusätzliche 276,50€

Hinweis: Patienten die bereits von Zuzahlungen für Arznei- und Heilmittel befreit sind, fallen in der Regel unter die Härtefallregelung bei Zahnersatz. Es empfiehlt sich, im Vorfeld ein persönliches Gespräch mit Ihrer Krankenkasse zu suchen, um Unklarheiten aus dem Weg zu räumen.

Ausnahmeindikation

Wie bereits erwähnt wird die Übernahme der Kosten für Zahnimplantate in Ausnahmefällen von der Krankenkasse erstattet. Man spricht dann auch von Ausnahmeindikationen. Dabei handelt es sich um schwere Kieferkrankheiten wie z.B. Kieferdefekte durch Unfälle, spezielle Allergien oder Krebstumore sowie das genetischbedingte Fehlen von Zähnen. In solchen Ausnahmen muss die Krankenkasse die Implantatkosten als Bestandteil der Behandlung der Erkrankung anerkennen und übernehmen.

Beispiele möglicher Festzuschüsse für Zahnimplantate und Zahnersatz

  • für eine Einzelzahnbrücke bzw. ein Einzelzahnimplantat: ca. 319-415€ (abhängig vom individuellen Bonus)
  • für herausnehmbaren Zahnersatz, bei 4 fehlenden Zähnen: ca. 315-415€ (abhängig vom individuellen Bonus und weiteren Zuschüssen)
  • für Implantate im Unterkiefer: 317-413€, im Oberkiefer etwa 296-411€ (bei schwierigen Bisssituationen können noch zusätzlich 55-72€ hinzukommen)
  • Suprakonstruktion eines Einzelzahnimplantats (Erneuerung von Kronen, Brücken und herausnehmbaren Zahnersatz): 135-174€
  • Stegversorgung (Erneuerung des kompletten herausnehmbaren Zahnersatzes): bis zu 560€

Die Versorgung mit Implantaten und implantatgetragenem Zahnersatz wird von den Krankenkassen als eine andersartige Versorgung deklariert. Dies führt zu Unterschieden bei der Abrechnung. Während bei der gewöhnlichen Versorgung mit einer Krone oder Brücke, die Abrechnung direkt zwischen Zahnarzt und Krankenkasse abgewickelt wird, muss der Patient bei einer Implantatbehandlung zunächst in Vorleistung treten. Der gewährte Festzuschuss wird nach Abschluss der Behandlung von der Krankenversicherung an den Patienten erstattet.

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Ihre Kasse zahlt mehr, als Sie denken

Füllung, Krone oder Zahnspange: Viele Patienten glauben, dass sie beim Zahnarzt entweder zuzahlen müssen – oder deutlich schlechtere Kassenleistungen erhalten. Ein teurer Irrtum.

Beim Zahnarzt (Symbolbild)

studierte Geschichts- und Politikwissenschaft und arbeitet seit 2002 als Medizinjournalistin in Düsseldorf. Ihr Schwerpunkt ist die Zahnmedizin. Zudem befasst sie sich mit Früherkennung, Evidenz und Patienteninformation.

Bild: Heiko Specht

Wenig Zeit? Am Textende gibt’s eine Zusammenfassung.

80 bis 100 Euro für eine professionelle Zahnreinigung, mehrere Hundert Euro für eine Wurzelkanalbehandlung, mindestens 1500 Euro für ein Implantat: Dass man beim Zahnarzt bezahlen muss, daran haben sich viele gewöhnt. Doch es kann je nach Versorgung auch fünfstellig werden. Viele können sich das nicht leisten.

Dabei lassen sich hohe Rechnungen vermeiden, denn es gibt immer noch eine ganze Reihe an Kassenleistungen. Die müssen laut Sozialgesetzbuch zwar „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich“ sein, aber das ist nicht gleichbedeutend mit Schulnote 4. Mit der Kassenleistung sei man medizinisch gut versorgt, das betonen nicht nur Krankenkassen und Patientenvertreter, sondern auch die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung. Zudem wird dieser Katalog regelmäßig überprüft.

Doch diese Standardversorgungen werden von Zahnärzten nicht unbedingt gleichberechtigt angeboten – obwohl sie das müssten: Zahnärzte mit Kassenzulassung sind „berechtigt und verpflichtet“, Kassenleistungen anzubieten (§ 95 Abs. 3 SGB V). Gesetzlich Versicherte haben also einen Anspruch auf die Kassenleistung, und die darf nicht verweigert und nicht schlecht dargestellt werden. Eine Beeinflussung hin zu einer Privatleistung ist nicht erlaubt (§ 128 SGB V).

Wenn Ihr Zahnarzt Ihnen also immer nur Luxusbehandlungen andienen will, sollten Sie sich besser einen anderen suchen.

Das zahlt die Kasse in der Zahnarztpraxis:

  • Kontrolluntersuchungen einmal pro Halbjahr
  • Zahnsteinentfernung einmal pro Jahr
  • Spritzen zur lokalen Betäubung
  • Röntgenaufnahmen
  • Wurzelspitzenentfernung
  • Ziehen von Zähnen
  • Chirurgische Maßnahmen
  • Prophylaxe-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche vom 30. bis 72. Lebensmonat sowie Individualprophylaxe vom 6. bis 18. Lebensjahr
  • Aufsuchende zahnmedizinische Betreuung für Ältere, Pflegebedürftige und Behinderte

Das zahlt die Kasse bei Füllungen:

Wer gesetzlich versichert ist, hat einen Anspruch auf eine zuzahlungsfreie Füllung (Behandlungsrichtlinie, PDF). Im Seitenzahnbereich ist das Amalgam, im Frontzahnbereich Kunststoff. Wer eine nachgewiesene Amalgamallergie hat, kann auch im Seitenzahnbereich kostenlos eine Kunststoff-Füllung bekommen.

Zahnärzte, die kein Amalgam verwenden, müssen im Seitenzahnbereich eine zuzahlungsfreie Alternative anbieten. Wer mehr möchte, muss eine Mehrkostenvereinbarung unterschreiben, die Kasse trägt dann die Kosten, die für die preisgünstigste im Zahn geformte Füllung angefallen wären. Der Eigenanteil steigt also: Kompositfüllungen können je nach Größe und Arbeitsaufwand bis zu 100 Euro kosten, Inlays aus Gold oder Keramik mehrere Hundert Euro.

Sanfte Karies-Behandlung

Das zahlt die Kasse bei Parodontitis-Behandlungen:

Eine systematische Parodontitis-Therapie ist eine Kassenleistung bei Zahnfleischtaschen ab 3,5 Millimetern Tiefe (geschlossenes Vorgehen, nicht-chirurgisch). Bei Zahnfleischtaschen von mehr als 5,5 Millimetern Tiefe zahlt sie ein offenes (chirurgisches) Vorgehen. In schweren Fällen gehört eine Antibiotikumtherapie dazu.

Bei den Vorbehandlungen vor einer Parodontitistherapie zahlen die Kassen keine Zahnreinigung, aber falls nötig die Behandlung von Karies, von Wurzelkanälen oder von überstehenden Füllungen. Der Parodontale Screening-Index (PSI), ein Instrument zur Parodontitis-Früherkennung, gehört alle zwei Jahre zum Leistungskatalog. Selbst bezahlen müssen Patienten die langfristige Nachbehandlung.

Das zahlt die Kasse bei Wurzelkanalbehandlungen:

Eine Wurzelkanalbehandlung ist dann Kassenleistung, wenn der Zahn als erhaltungswürdig eingestuft wird. Bei den hinteren Seitenzähnen (Molaren) muss damit eine geschlossene Zahnreihe oder vorhandener Zahnersatz erhalten werden können. Die Behandlung ist dann als reine Kassenleistung möglich, also für Patienten kostenfrei.

Kommen Zusatzleistungen zum Einsatz, werden diese privat abgerechnet, etwa die elektrometrische Längenbestimmung der Kanäle oder elektrophysikalisch-chemische Methoden für die Reinigung und Desinfektion der Kanäle. Die Kosten dafür? Teils mehrere Hundert Euro.

Das zahlt die Kasse bei Zahnersatz:

Bei Kronen, Brücken, Implantaten und Prothesen erhalten gesetzlich Versicherte seit 2005 einen Zuschuss. Der deckt etwa die Hälfte der Kosten ab, die für eine Basisversorgung jährlich neu festgelegt werden.

Vorteil dieser Regelversorgung: Sie ist meist sehr stabil und lange haltbar. Und Patienten müssen dann nicht die teils hohen Steigerungssätze der privaten Gebührenordnung zahlen.

Bei Kronen und Brücken ist Nicht-Edelmetall im Seitenzahnbereich Kassenleistung, im sichtbaren Bereich auch eine zahnfarbene Teilverblendung. Eine metallische Vollkrone kostet insgesamt rund 280 Euro, davon übernimmt die Kasse 50 Prozent, bei einem über fünf oder zehn Jahre geführten Bonusheft 60 oder 65 Prozent. Dann kann der Eigenanteil auf unter 100 Euro sinken. Ist die Krone aus Edelmetall (Goldlegierung), kostet sie je nach Goldpreis und Größe mehrere Hundert Euro, der Eigenanteil steigt entsprechend. Die teuerste Variante ist eine Vollkeramikkrone, die 500 bis 1000 Euro kosten kann.

Bei Brücken kostet das Kassenmodell insgesamt rund 660 Euro bei einem fehlenden Zahn, bei zwei nebeneinander fehlenden Zähnen rund 750 Euro und bei drei nebeneinander fehlenden Zähnen rund 850 Euro. Mit einer höherwertigen Lösung (Keramik) kann eine Brücke je nach Größe auch deutlich mehr als 1000 oder 2000 Euro kosten.

Bei Prothesen gibt es viele Varianten, eine der günstigsten ist eine herausnehmbare Modellgussprothese, die mit Klammern an verbliebenen Zähnen befestigt wird. Wer maximal drei Restzähne im Kiefer hat, bekommt als Regelversorgung zum Beispiel eine Teleskop-Prothese mit Kunststoffzähnen. Preis: gut 600 Euro. Davon übernehmen die Krankenkassen rund 50 Prozent.

Gold oder Nicht-Edelmetall?

Früher waren Nicht-Edelmetall-Legierungen schwieriger zu verarbeiten, das gilt heute nicht mehr. Viele Zahnärzte nutzen trotzdem am liebsten weiterhin Gold, weil es das am besten erprobte Material ist und sie damit zugleich gut verdienen. Das Edelmetall ist gut verträglich und als Legierung ähnlich hart wie Zahnschmelz, wodurch gegenüberliegende Zähne geschont werden.

Bei Nicht-Edelmetall-Legierungen kann es zu Unverträglichkeiten und Allergien kommen. Vermeiden sollte man unterschiedliche Metalle im Mund, weil dann im Zusammenspiel mit Speichel Metallionen freigesetzt werden können. Betroffene berichten von Zungenbrennen, Metallgeschmack und Geschmacksirritationen.

Das zahlt die Kasse bei Implantaten:

Ein Zahnersatz mit Implantaten ist Privatleistung. Schon bei einer Einzelzahnlücke liegen die Kosten bei gut 1000 bis rund 3000 Euro, abhängig von der Position im Kiefer und davon, ob ein Knochenaufbau nötig ist. Bei mehreren Implantaten sind es schnell mehr als 10.000 Euro.

Die Krankenkassen zahlen zwar den Festzuschuss, aber das sind bei einer zahnbegrenzten Lücke im Seitenzahnbereich 50 Prozent der Kosten für eine metallische Brücke – also nur 330 Euro bei einem fehlenden Zahn.

Teurer Pfusch beim Zahnarzt

Geld sparen können Patienten mit dem Bonusheft. Wer damit über fünf Jahre Zahnarztbesuche nachweisen kann, erhält beim Zahnersatz 60 statt 50 Prozent der Kosten der Regelversorgung, nach zehn Jahren 65 Prozent.

Auch eine zweite Meinung kann Kosten senken. Das geht bei jedem Zahnarzt der Wahl, aber auch bei der Patientenberatung der Zahnärzteschaft. Das Angebot der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und Zahnärztekammern vor Ort ist kostenlos: www.patientenberatung-der-zahnaerzte.de.

Zahnersatz ohne eigene Zuzahlung ist möglich. Wer monatlich nicht mehr als 1000 Euro netto zur Verfügung hat, kann bei der Krankenkasse die Härtefallregelung beantragen. Dann zahlt die Kasse den doppelten Festzuschuss und damit die Gesamtkosten der Regelversorgung. Zudem bieten Krankenkassen, Zahnärzte oder Labore teils Zahnersatz zum Nulltarif. Das bedeutet: Zum Einsatz kommen preiswerter Zahnersatz aus dem Ausland, was die Material- und Laborkosten deutlich senkt, und die Regelversorgung bei Krone, Brücke und Co.

Zusammengefasst: Zahnarztbesuche können teuer werden – aber der Patient kann einiges tun, um das zu verhindern. Er sollte seinen Arzt nach den Behandlungsmöglichkeiten fragen, welche die Kassen empfehlen. Lohnenswert ist auch, sich eine zweite Meinung zu holen. Und schließlich gilt: Es muss nicht zwingend Gold oder Keramik sein, auch wenn Zahnärzte diese teuren Materialien anpreisen.

Источники: http://www.kosten-beim-zahnarzt.de/zahnimplantat-kosten.html, http://www.zahnimplantate-arztsuche.de/zahnimplantate-kosten/kasssenpatient-gesetzliche-krankenversicherung/, http://m.spiegel.de/gesundheit/diagnose/zahnarzt-was-krankenkassen-fuer-krone-inlay-implantat-zahlen-a-1093824.html

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