Wie lange versichert nach kündigung

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Nachgehender Leistungsanspruch

Ein Monat extra krankenversichert nach der Job-Kündigung

  • Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2017
  • Von: Annika Krempel

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Krankenversicherung besteht noch einen Monat nach der Aufgabe einer Arbeitsstelle weiter.
  • In dieser Zeit erhalten Sie die normalen Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse.
  • Auch die Angehörigen sind weiterhin versichert.
  • Die Regel gilt nicht bei freiwilliger Krankenversicherung oder falls die Familienversicherung greift.

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Wer einen Arbeitsplatz aufgibt und den nächsten erst nach kurzer Pause aufnimmt, ist noch für vier Wochen in der gesetzlichen Krankenkasse versichert. Diese Regelung nennt sich „nachgehender Leistungsanspruch“ und ist im Sozialgesetzbuch III (§ 19 Abs. 2 SGB V) geregelt. Demnach sind pflichtversicherte Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse weiterhin für einen Monat krankenversichert, wenn die Mitgliedschaft endet und sie keine neue Erwerbstätigkeit aufnehmen. Als Erwerbstätigkeit gilt auch eine geringfügige Beschäftigung. Durch den nachgehenden Leistungsanspruch werden Lücken im Versicherungsschutz vermieden, die durch einen Arbeitsplatzwechsel entstehen können.

Auch Krankengeld gibt es weiterhin

Ein Beispiel: Ihr Arbeitsverhältnis endet am 31. Dezember und Sie beginnen als Arbeitnehmer zum 1. Februar eine neue versicherungspflichtige Tätigkeit. In diesem Fall brauchen Sie sich in der Zwischenzeit (bis zu einem Monat) nicht freiwillig zu versichern. Sie erhalten die gleichen Leistungen der Krankenversicherung, als ob Sie „normal“ versichert wären. Wer zuvor Krankengeld erhalten hat, hat auch in dieser Zeit ein Recht darauf. Allerdings besteht kein Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Kein Anspruch bei freiwilliger oder Familien-Versicherung

Auch Angehörige, die in der Familienversicherung mitversichert sind, bleiben weiterhin krankenversichert. Die Familienversicherung funktioniert aber auch in die andere Richtung: Hat der ehemals Pflichtversicherte Anspruch, über einen Partner versichert zu werden, kann er den nachgehenden Leistungsanspruch nicht nutzen. Er wird stattdessen familienversichert. Auch freiwillig Versicherte haben keinen Anspruch.

Weitere Tipps im Ratgeber gesetzliche Krankenversicherung

Annika Krempel

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Artikel verfasst von

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Muss Arbeitnehmer Eigenkündigung der Krankenkasse mitteilen?

Sozialversicherungsrecht

Rechtsanwalt Pierre Aust

Zusammenfassung: Nachversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung bei Eigenkündigung

Ich möchte mein Arbeitsverhältnis aus privaten Gründen eigens kündigen und ein paar Monate lang auch ohne Arbeitslosengeld oder sonstige Einnahmen über die Runden kommen.

2. Muss ich die Eigenkündigung der Krankenkasse in Kopie zur Verfügung stellen, wenn ich für die Übergangszeit ohne Einnahmen einen Antrag auf freiwillige Versicherung stelle?

3. Wann muss ich der Krankenkasse spätestens mitteilen, dass ich eigens gekündigt habe, ohne Sanktionen zu befürchten – vor allem vor dem Hintergrund, dass evtl. 1-monatiger Nachversicherungsanspruch besteht?

2. Eine Kopie der Kündigung müssen Sie der Krankenkasse nicht zur Verfügung stellen. Ihr Arbeitgeber wird Sie üblicherweise nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei der Krankenkasse abmelden. Sie bekommen hierüber eine entsprechende Meldung zur Sozialversicherung von Ihrem Arbeitgeber ausgehändigt.

Wie lange versichert nach kündigung

Rechtsinfos und aktuelle Beiträge

Sozialversicherungsrechtliche Konsequenzen bei Kündigung eines Arbeitsverhältnisses

Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses hat für die Beteiligten unterschiedliche Konsequenzen rechtlicher Art, die unter anderem auch von der Art der Kündigung abhängig sind. Die folgende Darstellung soll einen ersten Überblick über die typischen Probleme geben.

1. Folgen einer nicht durch den Arbeitnehmer veranlassten Kündigung

a) Folgen für den Arbeitnehmer

Während des Bestands des Arbeitsverhältnisses ist regelmäßig die Versicherungspflicht in der Sozialversicherung gegeben. Besonderheiten gelten für Mitarbeiter in geringfügiger Beschäftigung und solche mit einem Arbeitsentgelt oberhalb der Jahresentgeltgrenze. Wird das Arbeitsverhältnis durch den Arbeitnehmer oder den Arbeitgeber beendet, endet spätestens mit Ablauf der Kündigungsfrist das sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis. Der daran anknüpfende Sozialversicherungsschutz geht verloren.

Dieses ist dann ohne Bedeutung, wenn im Anschluss an die Beendigung des vorherigen Beschäftigungsverhältnisses sofort ein neues aufgenommen wird. In diesem Falle ist der Arbeitnehmer berechtigt, mit Aufnahme der neuen Tätigkeit eine neue Krankenkasse zu wählen.

War der Arbeitnehmer in den letzten drei Jahren vor Ende der Beschäftigung insgesamt 12 Monate versicherungspflichtig in der Arbeitslosenversicherung, hat er Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Der Bezug von Arbeitslosengeld begründet wiederum Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung. Voraussetzung für den Bezug von Arbeitslosengeld I, ist neben der Erfüllung der o.g. Vorversicherungszeit die sofortige Arbeitslosmeldung beim zuständigen Arbeitsamt. Wichtig: Die Arbeitslosmeldung hat unverzüglich nach Kündigung des Arbeitsverhältnisses zu erfolgen. Anderenfalls drohen Nachteile für den Bezug von Arbeitslosengeld.

Der entsprechend der Dauer der Vorversicherungszeit erworbene Anspruch auf Arbeitslosengeld I beginnt immer mit dem Tag nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses. Dies gilt auch dann, wenn noch Arbeitsentgelt, Entlassungsentschädigung (Abfindung) oder Urlaubsabgeltung zu beanspruchen ist. Obwohl arbeitsrechtlich das Beschäftigungsverhältnis zu Ende ist und auch die Versicherungspflicht zur Sozialversicherung endet, ruht der Arbeitslosengeldanspruch für diesen Zeitraum.

Da Versicherungspflicht in der Sozialversicherung an den Bezug von Arbeitslosengeld geknüpft ist, besteht in dieser Zeit grundsätzlich kein Versicherungsschutz. Die Zeit wird in der Rentenversicherung als Anrechnungszeit anerkannt. In der Krankenversicherung besteht für einen Monat ein nachgehender Leistungs- (nicht Versicherungs-)anspruch.

Ein besonders problematischer Fall ist Arbeitsunfähigkeit zum Ende des Beschäftigungsverhältnisses und Beginn der Arbeitslosigkeit. Hier sollte eine auf den Einzelfall abgestimmte Beratung erfolgen.

b) Folgen für den Arbeitgeber

Die sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen für den Arbeitgeber sind im wesentlichen melderechtlicher Natur. Das Ende einer versicherungspflichtigen Beschäftigung ist innerhalb von 6 Wochen nach ihrem Ende der Einzugsstelle (Krankenkasse) zu melden. Die Zahlung einer Urlaubsabgeltung und/oder einer Entlassungsentschädigung sind als einmalig gezahlte Arbeitsentgelte unverzüglich anzuzeigen.

Dem Arbeitnehmer ist sein Sozialversicherungsausweis zurückzugeben bzw. sind An- und Abmeldebescheinigungen zur Sozialversicherung zu übergeben. Beantragt der ehemalige Arbeitnehmer Arbeitslosengeld, ist der Arbeitgeber verpflichtet, den für ihn bestimmten Teil des Antragsformulares (Arbeitsbescheinigung) unverzüglich, vollständig und inhaltlich richtig auszufüllen. Kommt der Arbeitgeber den eben angeführten Pflichten nicht nach, so handelt er ordnungswidrig. Dieses vermag eine Geldbuße auszulösen.

2. Folgen einer durch den Arbeitnehmer veranlassten Kündigung (Sperrzeitproblematik)

Hat der Arbeitnehmer das Beschäftigungsverhältnis gelöst oder durch arbeitsvertragswidriges Verhalten Anlass für die Lösung des Beschäftigungsverhältnisses gegeben und dadurch vorsätzlich oder grob fahrlässig die Arbeitslosigkeit herbeigeführt, muss das Arbeitsamt eine Sperrzeit verhängen. Wann diese Voraussetzungen gegeben sind, muss im Einzelfall geklärt werden. Beispielhaft sei folgendes genannt: Verhaltensbedingte Kündigungen (Pflichtverletzungen des Arbeitnehmers, wie Alkohol, Arbeitsbummelei, Diebstahl etc.), Kündigung ohne wichtigen Grund und ohne neuen Arbeitsvertrag.

Ist ein die Sperrzeit begründender Umstand tatsächlich gegeben, beginnt die Sperrzeit mit dem Tag nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses. Die Dauer der Sperrzeit beträgt grundsätzlich 12 Wochen. Der Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht in dieser Zeit, und der Gesamtanspruch mindert sich grundsätzlich um die Dauer der Sperrzeit. Bei einer 12-wöchigen Sperrzeit verringert sich der Anspruch mindestens um ein Viertel des Gesamtanspruches. Da kein Arbeitslosengeld bezogen wird, besteht kein Versicherungsschutz in der Sozialversicherung. Jedoch gibt es in der Kranken- und Pflegeversicherung eine Sonderregelung. Für den ersten Monat der Sperrzeit besteht ein nachgehender Leistungsanspruch. Mit Beginn des zweiten Monats tritt die so genannte „Sperrzeit-Versicherung“ ein, die ebenfalls Leistungsansprüche in den beiden Zweigen der Sozialversicherung auslöst. Die Art der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist vom Arbeitgeber in der Arbeitsbescheinigung anzugeben. Insgesamt ist festzustellen, dass sich mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses in erheblichem Umfang sozialrechtliche Fragestellungen und Probleme ergeben, die einer fachkundigen Betreuung bedürfen.

Источники: http://www.finanztip.de/gkv/nachgehender-leistungsanspruch/, http://www.frag-einen-anwalt.de/Muss-Arbeitnehmer-Eigenkuendigung-der-Krankenkasse-mitteilen–f238312.html, http://www.gloistein-partner.de/sozialversicherungsrechtliche-konsequenzen-bei-kuendigung-eines-arbeitsverhaeltnisses

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