Welche versicherungen brauche ich

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Policen für Familien

Diese Versicherungen brauchen Sie als Familie

  • Zuletzt aktualisiert: 2. November 2017
  • Von: Annika Krempel

Das Wichtigste in Kürze

  • Die private Haftpflichtversicherung ist ein Muss.
  • Für den Notfall sollten Angehörige vor dem finanziellen Ruin geschützt werden.
  • Prüfen Sie Ihre Versicherungen regelmäßig, sobald sich etwas in Ihrem Leben ändert – etwa wenn die Kinder die Ausbildung beenden oder Sie in Rente gehen.

Unser Tipp: Bleiben Sie über Versicherungs-Empfehlungen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Haben Sie eine Familie mit Kindern, sollten Sie das Familieneinkommen absichern. Dann sind Ihre Angehörigen versorgt, falls Sie nicht mehr arbeiten können oder gar sterben. Außerdem sollten Sie sich und Ihre Familie vor existenzbedrohenden Schäden schützen.

Diese Versicherungen müssen Sie haben

Jeder muss entweder gesetzlich oder privat krankenversichert sein. Wegen stark steigender Kosten raten wir von der privaten Krankenversicherung ab. In der gesetzlichen Krankenkasse sind Kinder in der Familienversicherung kostenlos mitversichert.

Wer keine Krankenversicherung hat, wird nur im Notfall behandelt. Je länger ein Mensch nicht versichert ist, desto schwieriger wird die Rückkehr in eine Krankenkasse. Denn wer sich wieder versichern möchte, muss zuerst alle Beiträge nachzahlen, die in der versicherungsfreien Zeit angefallen wären.

Mehr dazu im Ratgeber gesetzliche Krankenversicherung

Annika Krempel

Expertin für Versicherungen

Leistungen meist gleich

  • Kassen erheben unterschiedliche Zusatzbeiträge.
  • Achten Sie auf Zusatzleistungen und Erstattungen.
  • Sie dürfen die Krankenkasse jederzeit wechseln.

Von uns empfohlene Anbieter:

  • HEK
  • HKK Krankenkasse
  • BKK24
  • Energie-BKK
  • Techniker Krankenkasse

Die private Haftpflicht ist eine der wichtigsten Versicherungen, die vor existenzbedrohenden Schäden schützt. Daher ist eine Haftpflicht für jeden ein Muss. Nicht jeder Mensch braucht allerdings einen eigenen Vertrag: Viele sind über den Familientarif der Eltern oder des Partners versichert.

Mehr dazu im Ratgeber Haftpflichtversicherung

Julia Rieder

Expertin für Versicherungen

Keine Kür, sondern Pflicht

  • Haftpflichtschäden an Personen können Sie ruinieren.
  • Sparen Sie nicht an den Leistungen.
  • Neue Policen haben oft bessere Leistungen. Wechseln Sie.

Von uns empfohlene Tarife:

  • attraktiver Preis für Alle: die Haftpflichtkasse Tarif Einfach Komplett
  • deckt am meisten Risiken ab: Interrisk Tarif XXL über Mr-Money
  • Preistipp für Singles ohne Vorschäden: die Bayerische Tarif Prestige

Berufsunfähigkeitsversicherung und Alternativen

Fast jeder braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung – egal ob Dachdecker oder Sachbearbeiter. Denn nicht nur kaputte Knochen können berufsunfähig machen, sondern auch psychische Leiden. Die niedrige gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht nicht. Besonders Jüngere sowie Selbständige sollten sich daher absichern – je früher in ihrem Leben sie damit anfangen, desto besser. Wer aus gesundheitlichen Gründen keine Police bekommt oder diese viel zu teuer ist, hat Alternativen.

Mehr dazu im Ratgeber Berufsunfähigkeitsversicherung

Julia Rieder

Expertin für Versicherungen

Staatliche Rente reicht nicht aus

  • Versichern Sie eine ausreichend hohe Rente.
  • Achten Sie auf die Leistung, nicht auf den Preis.
  • Wer Gesundheitsfragen falsch beantwortet, bekommt womöglich keine Leistung.

Von uns empfohlene Makler:

  • Hoesch & Partner
  • Buforum24
  • Zeroprov
  • Freche Versicherungsmakler
  • Blank & Partner
  • Thomas Kliem
  • Ritzerfeld & Partner
  • Meyer & Fritzsche

Für Immobilienbesitzer: Wohngebäudeversicherung

Immobilienbesitzer sollten für ihr Haus eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Diese versichert Schäden durch Sturm, Hagel, Feuer oder Blitzschlag. Sie kann, wenn nötig, durch eine Elementarschadenversicherung erweitert werden.

Für Autobesitzer: Kfz-Haftpflichtversicherung

Jedes Fahrzeug muss mindestens haftpflichtversichert sein. Voll- und Teilkaskoversicherung sind dagegen optional. Besonders beim Kauf eines Gebrauchtwagens gilt es aufzupassen: Wer sich nicht rechtzeitig um eine Autoversicherung kümmert, muss ein Bußgeld zahlen.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

Annika Krempel

Expertin für Versicherungen

Mindestens zwei Internetportale nutzen

  • Vollkasko kann billiger als Teilkasko sein.
  • Versichern Sie grobe Fahrlässigkeit und Mallorca-Police.
  • Werkstattbindung ist sinnvoll und spart Geld.

Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

  • Check24
  • Verivox
  • autoversicherung.de
  • Hannoversche Direkt
  • Huk24

Für Hundebesitzer: Hundehaftpflichtversicherung

In einigen Bundesländern ist sie bereits Pflicht: die Hundehaftpflicht. Die Versicherung ersetzt Schäden, die der eigene Hund verursacht und ist nicht in der privaten Haftpflichtversicherung eingeschlossen.

Über diese Versicherungen sollten Sie nachdenken

Stirbt ein Elternteil, muss der andere alleine das Einkommen der Familie sichern. Alleinerziehend zu sein, gehört zu den größten Armutsrisiken in Deutschland. Eine Risikolebensversicherung sichert die Hinterbliebenen gegen Armut ab. Besonders für junge Familien ist die Versicherung sinnvoll.

Mehr dazu im Ratgeber Risikolebensversicherung

Annika Krempel

Expertin für Versicherungen

Sichert Hinterbliebene im Todesfall ab

  • Empfehlenswert bei Allein- oder Hauptverdienern.
  • Ein Muss bei Immobilienkrediten.
  • Die Summe richtet sich nach der individuellen Situation.

Unsere Anbieter-Empfehlung aus dem Finanztip Ratgeber:

  • Sind Sie gesund und im Beruf nicht körperlich tätig: Europa und Cosmosdirekt
  • Sind Sie gesund und im Beruf körperlich tätig: Hannoversche und Cosmosdirekt

Das Krankentagegeld fängt den Einkommensausfall durch eine Krankheit auf. Gesetzlich Versicherte können mit diesen Zahlungen ihr Krankengeld aufstocken. Vor allem für Selbständige und bei höheren Einkommen ist das sinnvoll, da das Krankengeld der gesetzlichen Versicherung nicht analog zum Einkommen steigt. Eine Krankentagegeldversicherung schließt diese Lücke.

Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist sehr sinnvoll, auch bei Reisen innerhalb der Europäischen Union. Sie bezahlt Behandlungen und medizinisch notwendige Rücktransporte. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt solche Kosten im Ausland – je nach Reiseland – nur teilweise oder gar nicht. Auch privat Versicherte sollten prüfen, ob sie eine Auslandsreisekrankenversicherung benötigen. Wer länger ins Ausland geht, braucht eine Auslandskrankenversicherung.

Die gesetzliche Krankenversicherung schießt bei den Kosten für Zahnersatz nur Festbeträge zu, daher ist eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll. Allerdings sollte sie nicht zu spät im Leben abgeschlossen werden, damit die Beiträge nicht zu hoch sind.

Wenn ein Wasserschaden die Wohnung zerstört, ersetzt die Hausratversicherung Kleider, Möbel und Wertsachen. Sie eignet sich vor allem für Haushalte mit teurer Einrichtung oder falls die Wohnung nicht mit den Ersparnissen wieder eingerichtet werden kann.

Für Autobesitzer: Vollkasko-/Teilkaskoversicherung

Bei einem Unfall ist der eigene Wagen nicht durch die Kfz-Haftpflichtversicherung abgesichert, stattdessen springen dann Vollkasko- und Teilkaskoversicherungen ein. Neuwagen sollten Sie mit einer Vollkasko versichern, für hochwertige ältere Autos genügt eine Teilkasko. Bei alten Rostlauben brauchen Sie keine der beiden Versicherungen.

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Diese Versicherungen bieten zusätzlichen Schutz

Wer sich gegen die Kosten eines Rechtsstreits absichern möchte, kann eine Rechtsschutzversicherung abschließen. Mitglieder von Mietervereinen sind bereits günstig gegen Mietstreit, Gewerkschaftsmitglieder gegen Verfahren im Arbeitsrecht versichert. Und die private Haftpflichtversicherung hilft, wenn eine unberechtigte Schadensersatzforderung gegen Sie gestellt wird.

Mehr in unserem Ratgeber Rechtsschutzversicherung

Julia Rieder

Expertin für Versicherungen

Ein Rechtsstreit kann teuer werden

  • Rechtsschutz ist sinnvoll, aber kein Muss.
  • Viele Fälle, etwa rund um Hausbau oder Scheidung, sind nicht versichert.
  • Wir zeigen gute Tarife zu einem fairen Preis.

Von uns empfohlene Tarife

Wenn ein Kind durch Krankheit oder einen schweren Unfall invalide wird, kann eine Kinderinvaliditätsversicherung die Zukunft finanziell absichern. Gute Policen leisten lebenslang eine monatliche Rente. Kinder bis zum Ende der Ausbildung gegen Invalidität zu versichern, ist sinnvoll. Danach braucht das Kind eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Wer Wert auf eine Behandlung durch Spezialisten legt, sollte eine Krankenhauszusatzversicherung abschließen.

Eine Unfallversicherung deckt vor allem schwere Unfälle ab, die eine Behinderung zur Folge haben. Allerdings entstehen nur 2 Prozent der Schwerbehinderungen durch einen Unfall. Viel häufiger ist eine Krankheit die Ursache und dann hilft ein Unfall-Vertrag nicht. Daher bietet die private Unfallversicherung nur sehr eingeschränkten Schutz. Sie kommt nur als Notlösung in Betracht, falls eine Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung nicht möglich ist.

Sie kann für Urlauber sinnvoll sein, die eine teure Reise gebucht haben und die selbst oder deren kleine Kinder häufig krank sind. Die Reiserücktrittsversicherung springt aber auch ein, wenn Mitreisende oder andere Angehörige erkranken oder sterben.

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Artikel verfasst von

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Ein wenig Schutz ist besser als gar keine Absicherung

  • Zuletzt aktualisiert: 8. Dezember 2017
  • Von: Julia Rieder

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Menschen mit einem körperlich fordernden Beruf oder Vorerkrankungen ist es oft schwierig, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu bekommen.
  • Es gibt keinen gleichwertigen Ersatz für eine BU. Dennoch ist eine alternative Absicherung oft besser als gar kein Schutz.
  • Die umfassendste Alternative zu einer BU ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Diese zahlt, falls Sie in keinem Beruf mehr arbeiten können.
  • Kommt diese auch nicht infrage, bleiben noch eine Multi-Risk-Versicherung, eine Dread-Disease-Versicherung, eine Grundfähigkeitsversicherung oder eine Unfallversicherung.

So gehen Sie vor

  • Prüfen Sie zunächst gemeinsam mit einem Makler oder Versicherungsberater, ob Sie nicht doch eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen können.
  • Ist das nicht möglich, lassen Sie sich dazu beraten, welche Alternative am besten zu Ihrer persönlichen Situation passt.
  • Für die Beratung zur BU und ihren Alternativen empfehlen wir die Makler Hoesch & Partner, Buforum24, Zeroprov, Freche Versicherungsmakler, Blank & Partner, Thomas Kliem sowie Ritzerfeld & Partner.
  • Beantworten Sie die Gesundheitsfragen im Antrag ehrlich und ziehen Sie vorher Ihre Ärzte und Krankenakten zurate.

Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist eine der wichtigsten privaten Versicherungen und für die meisten Berufstätigen sinnvoll. Allerdings ist es in den vergangenen Jahren immer schwerer geworden, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu bekommen. Und zwar ausgerechnet für diejenigen, die sie am dringendsten benötigen: körperlich Tätige wie Handwerker und chronisch Kranke.

Denn die BU-Versicherer haben zum einen die Preise für bestimmte Berufsgruppen stark angehoben, sodass eine Berufsunfähigkeitsversicherung oftmals schlicht unbezahlbar ist. Zum anderen bereitet vielen Interessenten die strenge Gesundheitsprüfung Schwierigkeiten. Wer beispielsweise in den fünf Jahren vor dem Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung in psychologischer Behandlung war, hat häufig Probleme, einen guten Vertrag zu finden.

Welche Alternativen gibt es zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Einen gleichwertigen Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es nicht. Keine andere Kombination von Versicherungen deckt dieselben Risiken ab wie eine gute BU-Versicherung. Wenn Sie also keine BU bekommen oder sie sich nicht leisten können oder wollen, müssen Sie immer Abstriche beim Versicherungsschutz machen.

Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Der Berufsunfähigkeitsversicherung am ähnlichsten ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU). Denn diese zahlt, wenn Sie weniger als drei Stunden am Tag arbeiten können, unabhängig davon, ob die Ursache dafür eine Krankheit oder ein Unfall ist. Allerdings sind die Hürden höher als bei einer BU, denn die Erwerbsunfähigkeitsversicherung deckt nur den Fall ab, dass Sie weder Ihren zuletzt ausgeübten Beruf noch einen anderen Job machen können. Diese Einschränkung kann für körperlich arbeitende Versicherte zum Problem werden, denn sofern sie im Krankheitsfall noch im Büro arbeiten könnten, bekommen sie kein Geld von der Versicherung. Tatsächlich einen Schreibtischjob zu finden, ist für die Betroffenen aber oft schwierig.

Die Gesundheitsprüfung ist ähnlich der BU-Versicherung. Wer wegen einer psychologischen Behandlung keinen BU-Vertrag bekommt, erhält in der Regel auch keine Erwerbsunfähigkeitsversicherung. In Bezug auf andere Vorerkrankungen können die Annahmerichtlinien jedoch weniger streng sein.

Mehr dazu im Ratgeber Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Julia Rieder

Expertin für Versicherungen

Staatliche Rente reicht nicht aus

  • Die EU ist eine Alternative, falls Sie keine BU bekommen.
  • Schließen Sie die Versicherung möglichst früh ab.
  • Die Versicherung zahlt, wenn Sie nur noch wenige Stunden arbeiten können.

Weitere Alternativen zur BU:

Dread-Disease-Versicherung

Eine sogenannte Dread-Disease-Versicherung, auch Schwere-Krankheiten-Versicherung genannt, springt ein, falls der Versicherte bestimmte Krankheiten bekommt, etwa Krebs, einen Schlaganfall und einen Herzinfarkt. Der Schutz ist unabhängig davon, ob der Betroffene noch arbeiten kann oder nicht. Im Krankheitsfall leistet der Anbieter eine Einmalzahlung und zahlt keine Rente wie in der BU.

Wer einen Dread-Disease-Vertrag abschließt, muss sich jedoch bewusst sein, dass er sich ausschließlich gegen genau definierte Krankheitsbilder versichert. Steht ein Leiden nicht auf der Liste der versicherten Krankheiten oder ist der im Vertrag festgelegte Schweregrad noch nicht erreicht, gibt es kein Geld. Damit bietet die Dread-Disease-Versicherung nur eingeschränkten Schutz.

Freiberuflern und Selbstständigen kann die Einmalzahlung aus einer Schwere-Krankheiten-Versicherung helfen, den Betrieb während einer Erkrankung eine Weile am Laufen zu halten. Allerdings sind psychische Krankheiten und chronische Skeletterkrankungen wie Rückenleiden nicht versichert. Damit deckt die Versicherung die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit nicht ab. Soll die Zahlung der Dread-Disease-Versicherung für das gesamte restliche Berufsleben ausreichen, müssen Kunden außerdem eine hohe Versicherungssumme vereinbaren. Das macht die Versicherung teuer.

Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Grundfähigkeitsversicherung

Die Grundfähigkeitsversicherung deckt bestimmte elementare Fähigkeiten wie Sehen, Hände gebrauchen oder Knien und Bücken ab. Versicherte bekommen eine Rente, falls sie eine oder mehrere dieser Fähigkeiten verlieren – je nach Tarif. Wann eine Fähigkeit als verloren gilt, ist jeweils ganz genau in den Bedingungen geregelt. Dadurch ist die Prüfung, ob jemand Anspruch auf Rente hat, relativ einfach. Verschiedene Angebote zu vergleichen, wird durch die unterschiedlichen Definitionen derselben Fähigkeit jedoch schwierig.

Die Hürden für den Leistungsfall sind bei der Grundfähigkeitsversicherung hoch, sodass sie ein relativ schlechter Ersatz für die BU ist. Wer beispielsweise in seinem Beruf Kundenkontakt hat, kann aufgrund von Sprachstörungen vielleicht schon lange nicht mehr arbeiten, bevor er die Sprechfähigkeit komplett verloren hat. Für Menschen mit handwerklichen Berufen, die ihren Job nicht ausüben können, ohne sich hinzuknien oder zu bücken, kann die Grundfähigkeitsversicherung im Einzelfall eine Option sein.

Multi-Risk-Versicherung

Noch relativ unbekannt sind Multi-Risk-Versicherungen, manchmal auch Funktionsinvaliditätsversicherungen oder Multirenten genannt. Sie kombinieren verschiedene Bausteine anderer Versicherungen und decken so verschiedene Risiken ab: Behinderungen nach Unfällen, schwere Krankheiten, Pflegebedürftigkeit und den Verlust grundlegender Fähigkeiten.

Was nach einem sehr umfassenden Schutz klingt, beinhaltet oft eher geringe Leistungen. Im Allgemeinen sind die Hürden, die der Kunde nehmen muss, um Geld von der Multi-Risk-Versicherung zu bekommen, recht hoch. Das bedeutet, die Versicherung zahlt erst bei schweren, dauerhaften Beeinträchtigungen. Zudem sind die einzelnen Leistungen der Multi-Risk-Versicherung oft schlechter als bei Verträgen, die sich nur auf einen Bereich konzentrieren, etwa den Schutz bei schweren Krankheiten.

Wie bei Dread-Disease- und Grundfähigkeitsversicherung sind auch bei der Multi-Risk-Versicherung psychische Krankheiten nicht abgedeckt. Deshalb kommt sie nur infrage, falls keine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung möglich ist.

Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung ist vergleichsweise günstig zu haben, sie deckt dafür aber auch nur einen kleinen Teil des Risikos ab: Nur einer von zehn Menschen, die berufsunfähig sind, hatte einen Unfall – die übrigen neun sind erkrankt. Daher ist eine Unfallversicherung ein schlechter Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn eine private Unfallversicherung zahlt auch nur, falls nach einem Unfall eine dauerhafte Behinderung zurückbleibt.

Kommt keine der anderen BU-Alternativen infrage, bietet die Unfallversicherung wenigstens ein geringes Maß an Schutz. Auch für Extremsportler kann die Versicherung eine Überlegung wert sein. Denn manchmal verlangen Berufsunfähigkeitsversicherungen für gefährliche Hobbys hohe Risikozuschläge. In solchen Fällen kann es sich preislich hin und wieder lohnen, den Risikosport vom BU-Schutz auszuklammern und zusätzlich eine Unfallversicherung abzuschließen, die Sportunfälle abgedeckt.

Mehr dazu im Ratgeber Unfallversicherung

Julia Rieder

Expertin für Versicherungen

Nur im Ausnahmefall sinnvoll

  • Zahlt nur bei bleibenden Gesundheitsschäden.
  • Besser ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Manchmal sinnvoll, falls keine BU möglich ist.

Weitere Alternativen zur BU:

Lassen Sie sich beraten, welche Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Sie persönlich infrage kommen. Für die Beratung empfehlen wir folgende Makler:

Hoesch & Partner

Versicherungsmakler mit bundesweiter Präsenz

  • Erfahrungen mit Arbeitskraftabsicherung seit 1983
  • 11 EU-Versicherer im Angebot
  • 8 Standorte bundesweit
  • Möglichkeit zur anonymen Risikovoranfrage
  • bietet auch Honorarberatung und Nettotarife an
  • keine Online-Beratung möglich

Versicherungsmakler mit viel Erfahrung bei komplizierten Fällen

  • Erfahrungen mit Arbeitskraftabsicherung seit 2004
  • 16 EU-Versicherer im Angebot
  • viel Erfahrung mit Risikovoranfragen
  • Online-Beratung möglich

Beratung zu BU und Alternativen

  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 2012
  • bietet vorrangig Honorarberatung und Nettotarife an
  • alternativ auch Provisionsberatung möglich
  • Möglichkeit zur anonymen Risikovoranfrage
  • 36 BU-Versicherer im Angebot, 3 beratende Makler

Freche Versicherungsmakler

Beratung zu BU und Alternativen

  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 1995
  • Möglichkeit zur anonymen Risikovoranfrage
  • 29 BU-Versicherer im Angebot, 2 beratende Makler

Blank & Partner

Versicherungsmakler mit besonderer Expertise für Lehrer und Beamte

  • Erfahrungen mit Arbeitskraftabsicherung seit 2004
  • 14 EU-Versicherer im Angebot
  • Experte für Lehrer- und Beamtenabsicherung
  • Möglichkeit zur anonymen Risikovoranfrage
  • Online-Beratung möglich

Thomas Kliem

Versicherungsmakler mit 15 Jahren Erfahrung

  • Erfahrungen mit Arbeitskraftabsicherung seit 2001
  • 17 EU-Versicherer im Angebot
  • Möglichkeit zur anonymen Risikovoranfrage
  • bietet auch Honorarberatung und Nettotarife an
  • Online-Beratung möglich

Ritzerfeld & Partner

Versicherungsmakler mit guter BU-Kompetenz

  • Erfahrungen mit Arbeitskraftabsicherung seit 1995
  • 13 EU-Versicherer im Angebot
  • Möglichkeit zur anonymen Risikovoranfrage

So haben wir ausgewählt

Maklerempfehlungen BU-Versicherung und Alternativen 2017

Alle Versicherungsmakler, die wir empfehlen, haben wir im Rahmen einer Online-Ausschreibung für Spezialisten zur Arbeitskraftabsicherung ausgewählt. Die eingegangenen Bewerbungen haben wir gefiltert auf Kriterien wie formale Qualifikation, Marktabdeckung, Erfahrung und Routine in der Beratung zur Arbeitskraftabsicherung.

In die engere Wahl kamen Bewerber, die einen formal höheren Berufs- oder Bildungsabschluss als die IHK-Prüfung zum Versicherungsfachmann hatten und Berufsunfähigkeitsversicherungen von mindestens 25 Gesellschaften sowie Erwerbsunfähigkeitsversicherungen von 10 Unternehmen vermitteln konnten.

Zudem mussten alle Mitarbeiter der Maklerfirma, die zum Thema Arbeitskraftabsicherung beraten, mindestens fünf Jahre Erfahrung haben. Um eine gewisse Routine in der Beratung sicherzustellen, haben wir nur Bewerber genauer betrachtet, die im ersten Quartal 2016 im Schnitt mindestens 15 BU-Beratungen pro Mitarbeiter verzeichnet hatten.

Auf Basis dieser Kriterien blieben sieben Makler übrig. Ein Makler gab an, auch Kunden eine Berufsunfähigkeitsversicherung vermittelt zu haben, die er nicht beraten hat. Ihn schlossen wir aus, weil wir der Ansicht sind, dass Beratung vor dem Abschluss einer BU essenziell ist und wir genau aus diesem Grund den Gang zum Makler empfehlen.

Von den restlichen sechs Maklern haben wir zusätzlich exemplarisch anonymisierte Informationen zu beratenen Kunden und empfohlenen Tarifen angefordert sowie Beratungsprotokolle zu zwei stichprobenartig ausgewählten BU-Beratungen und einer Beratung zu einer BU-Alternative. Für diese drei Fälle haben wir dann überprüft, ob die Makler ihren gesetzlichen Dokumentationspflichten nachgekommen sind.

Einer der Makler konnte im betrachteten Zeitraum keine Beratungen zu Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung nachweisen. Ihn empfehlen wir an dieser Stelle deshalb nicht.

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Finanztip-Expertin für Versicherungen

Julia Rieder ist Expertin für Versicherungen und derzeit kommisarisch für das Thema Reise verantwortlich. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia Rieder an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.

Versicherungen: So versichern Sie sich richtig – und sparen

Ihr persönlicher Versicherung­scheck

Machen Sie Bestands­aufnahme: Welche Versicherungen haben Sie? Welche sollten Sie über­prüfen, welche kündigen? Der Bedarf ändert sich oft mit einem neuen Lebens­abschnitt.

Test oder Analyse hier zu finden

Jeder. Unver­heiratete Kinder sind in der Regel bis zum Ende ihrer Ausbildung über den Vertrag der Eltern mitversichert.

Kraft­fahr­zeughalter, sie ist Pflicht.

Hunde- und Pferde­besitzer, für Hundehalter in manchen Bundes­ländern Pflicht.

Eigentümer und Vermieter von Immobilien und von unbe­bauten Grund­stücken.

Gesetzliche Kranken- und Pflege­versicherung

Jeder, sie ist Pflicht, sofern sich jemand nicht privat kranken­versichern kann oder einen anderen Anspruch auf Absicherung im Krank­heits­fall hat (zum Beispiel freie Heilfür­sorge).

Private Krankenvoll­versicherung und

Beamte, weil für sie die Privatversicherung meist güns­tiger ist als die gesetzliche. Für alle freiwil­lig gesetzlich Versicherten über­legens­wert, wenn sie bessere Leistungen als die der gesetzlichen Kasse wünschen und bereit sind, dafür lang­fristig viel zu zahlen.

Gesetzlich versicherte Selbst­ständige und Angestellte mit hohen Einkommen ober­halb der Beitrags­bemessungs­grenze. Angestellte sollten die Zahlung von Kranken­tagegeld erst ab dem Ende der Lohn­fortzahlung vereinbaren.

Gesetzlich Kranken­versicherte, die im Kranken­haus Chef­arzt­behand­lung und ein Ein- oder Zweibett­zimmer wünschen.

Jeder, um die Leistungen der Pflege­versicherung aufzusto­cken.

Gesetzlich Kranken­versicherte, die eine höher­wertige Zahn­versorgung wünschen, als sie die Kassen bieten.

Niemand. Der Verdienst­ausfall bei Kranken­haus­auf­enthalt wird durch das Krankengeld der Kasse, bei Privatversicherten durch eine private Kranken­tagegeld­versicherung (siehe oben) abge­deckt.

Alle, die für andere sorgen.

Niemand. Sie ist für die meisten zu teuer. Besser anders für die Beerdigung sparen.

Für jeden, der von seinem Arbeits­einkommen lebt.

Alle, die aus Kostengründen keine Berufs­unfähigkeits­versicherung abschließen können oder wegen ihres hohen Risikos keine bekommen.

Kinder und Jugend­liche bis zum Ende ihrer Ausbildung. Anschließend Berufs­unfähigkeits­schutz sichern.

Kinder und Jugend­liche, sofern keine Kinder­invaliditäts­versicherung vorhanden, sowie Erwachsene, wenn sie weder Berufs- noch Erwerbs­unfähigkeits­versicherung bekommen. Eine Senioren-Unfall­versicherung mit Hilfe­leistungen ist sinn­voll für ältere Menschen, die nach einem Unfall niemanden haben, der sich um sie kümmert.

Jeder Eigentümer eines Wohn­hauses.

Haushalte, deren Hausrat einen höheren Wert erreicht.

Rechts­schutz­versicherung (Verkehrs­rechts­schutz siehe unten)

Selbst­ständige, Angestellte, Mieter, Privatleute je nach Rechts­schutz­paket. Preis­werteren Rechts­schutz als die Versicherer bieten für spezielle Probleme oft Gewerk­schaften (Arbeits­recht) oder Vereine (Mietrecht).

Kassenpatienten sowie Privatversicherte, wenn der Schutz für die Kosten­über­nahme für medizi­nisch notwendige Rück­trans­porte aus dem Ausland fehlt.

Besitzer neuer Fahr­zeuge.

Besitzer höher­wertiger älterer Autos. Oft werden die Versicherungs­beiträge aber im Verhältnis zum Rest­wert des Autos nach einigen Jahren zu teuer.

Urlauber, die teure Pauschal­reisen buchen, vor allem mit kleinen Kindern.

Auto­fahrer. Preisgünstig beim Kfz-Haft­pflicht­versicherer abzu­schließen.

Niemand. Mitfahrende sind über die Kfz-Haft­pflicht­versicherung des Schaden­ver­ursachers versichert, der Fahrer besser über eine Berufs­unfähigkeits- oder Unfall­versicherung.

Niemand. Meist lohnt sich der Abschluss nicht. Reisege­päck ist weit­gehend über die Hausrat­versicherung und zum Teil über Reise­ver­anstalter geschützt.

= Unbe­dingt notwendig. = Sehr zu empfehlen. = Sinn­voll. = Mit Einschränkung sinn­voll. = Über­flüssig.

Источники: http://www.finanztip.de/sinnvolle-versicherungen/fuer-familien/, http://www.finanztip.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/alternativen/, http://www.test.de/Versicherungen-Optimaler-Risikoschutz-1162242-1218400/

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