Versicherungswert berechnen

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Entschädigungsberechnung; Versicherungswert; Unterversicherung

1. Ersetzt werden

  • bei zerstörten oder abhanden gekommenen Sachen der Versicherungswert zum Zeitpunkt des Versicherungsfalles;
  • bei beschädigten Sachen die notwendigen Reparaturkosten zum Zeitpunkt des Versicherungsfalles zuzüglich einer etwa verbleibenden Wertminderung, höchstens jedoch der Versicherungswert. Restwerte werden angerechnet.

2. Versicherungswert ist der Wiederbeschaffungspreis von Sachen gleicher Art und Güte in neuwertigem Zustand (Neuwert). Falls Sachen für Ihren Zweck im Haushalt des Versicherungsnehmers nicht mehr zu verwenden sind, ist Versicherungswert der für den Versicherungsnehmer erzielbare Verkaufspreis (gemeiner Wert).

3. Für Antiquitäten und Kunstgegenstände ist Versicherungswert der Wiederbeschaffungspreis von Sachen gleicher Art und Güte.

4. Ist die Versicherungssumme niedriger als der Versicherungswert der versicherten Sachen zum Zeitpunkt des Versicherungsfalles (Unterversicherung), so wird nur der Teil des gemäЯ Nr. 1 und Nr. 2 ermittelten Betrages ersetzt, der sich zu dem ganzen Betrag verhält wie die Versicherungssumme zu dem Versicherungswert.

5. Nr. 1 bis Nr. 4 gelten entsprechend für die Berechnung der Entschädigung versicherter Kosten.

6. Ist die Entschädigung auf bestimmte Beträge begrenzt (Entschädigungsgrenzen), so werden bei Ermittlung des Versicherungswertes der dort genannten Sachen höchstens diese Beträge berücksichtigt. Der bei Unterversicherung nur teilweise zu ersetzende Gesamtbetrag des Schadens wird ohne Rücksicht auf Entschädigungsgrenzen ermittelt; für die Höhe der Entschädigung gelten jedoch die Entschädigungsgrenzen.

7. Die Entschädigung für versicherte Sachen ist je Versicherungsfall auf die Versicherungssumme begrenzt. Versicherte Kosten werden bis 10 Prozent auch über die Versicherungssumme hinaus ersetzt. Schadenabwendungs- und Schadenminderungskosten, die auf Weisung des Versicherers verursacht werden, werden unbegrenzt ersetzt.

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Werte in der Wohngebäudeversicherung

Im Zusammenhang mit der Wohngebäudeversicherung gibt es insgesamt vier Werte die in Betracht kommen:

Im Rahmen der Wohngebäudeversicherung ist ein Gebäude zum ortsüblichen Neubauwert versichert.

Um die Versicherungssumme zur Wohngebäudeversicherung zu ermitteln, wird der Wert eines Gebäudes auf den Wert in Mark umgerechnet, den es im Jahr 1914 gehabt hätte.

1914 war das letzte Jahr in Deutschland mit relativ stabilen Baupreisen. Aufgrund des Ersten Weltkrieges und der nachfolgenden Weltwirtschaftskrise war die Inflation so hoch, dass Immobilien und auch Grund und Boden an Wert gewannen. Gleichzeitig stiegen die Baupreise überproportional an.

Die Versicherer hätten daraufhin die Versicherungssummen erhöhen können, haben sich jedoch für ein Verfahren entschieden, das noch heute Gültigkeit hat:

Die Preise des Jahres 1914 werden ermittelt und mit einem Faktor multipliziert, der stetig überprüft und anhand der sich verändernden Baupreisindices aktualisiert. Daraus ergibt sich der gleitende Neuwertfaktor.

Dieser Neuwertfaktor wird turnusmäßig angepasst und erhöht, so dass der stetig, mit den Jahren steigende Wert Ihrer Immobilie berücksichtigt wird und inflationsbedingte Schwankungen ausgeglichen werden.

Bei der Berechnung der Versicherungssumme zu Ihrer Wohngebäudeversicherung werden nicht nur Größe, Ausstattung und Ausbau des Gebäudes nach Preisen des Jahres 1914 berücksichtigt, sondern auch Architektengebühren, Konstruktions- und Planungskosten und evtl. erbrachte Eigenleistungen.

Auch die Region wird bei der Wertermittlung berücksichtigt, da die Baupreisentwicklung in den Regionen unterschiedlich verläuft.

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Gleitende Neuwertversicherung:

Die gleitende Neuwertversicherung hat den großen Vorteil für den Eigentümer dass der Versicherer unbegrenzt haftet, wenn der Wert 1914 richtig ermittelt wurde. Eine Beschränkung der Versicherungsleistung auf die Hochrechnung aus der Versicherungssumme 1914 mit dem aktuellen Baupreisindex ist nicht zulässig.

Die Versicherungssumme 25.000 Mark aus 1914 entspräche einer Versicherungssumme 275.190,- € aus 2003. Kostet der Wiederaufbau des versicherten Gebäudes in gleicher Größe und Ausstattung zzgl. möglicherweise anfallender Kosten und einem versicherten Mietausfall 310.000,- € muss der Versicherer auch diese Summe bezahlen. Eine Begrenzung der Entschädigung auf die hochgerechnete Summe von ca. 275 TSD ist nicht zulässig, wenn der Versicherungswert 1914 mit 25.000,- Mark richtig ermittelt wurde.

Zum 01.01 jeden Jahres erhöht oder vermindert sich der gleitende Neuwertfaktor entsprechend des, vom Statistischen Bundesamtes veröffentlichten, Baupreisindex für Wohngebäude.

Der gleitende Neuwertfaktor wird auf eine Stelle hinter dem Komma gerundet.

Innerhalb eine Monats nach Zugang der Mitteilung über die Erhöhung des gleitenden Neuwertfaktors können Sie als Versicherungsnehmer durch schriftliche Ablehnung der Erhöhung mit Wirkung zum Zeitpunkt des in Krafttretens der Erhöhung widersprechen. Die Versicherung wandelt sich dann von einer gleitenden Neuwertversicherung in eine Neuwertversicherung, und zwar zur bisherigen Prämie und mit der bisherigen Versicherungssumme, die sich aus der Versicherungssumme 1914 multipliziert mit dem zum Zeitpunkt des Widerspruchs geltenden Baupreisindexes für Wohngebäude ergibt.

Möglichkeiten zur Wertermittlung

Der Versicherungswert eines Gebäudes kann auf verschiedene Arten ermittelt werden:

  • durch einen Wertermittlungsbogen der Versicherer,
  • durch die Schätzung einen Bausachverständigen,
  • Umrechnung der ursprünglich aufgewendeten Baukosten.

Auf Grundlage dieser Werte kann die Versicherungssumme ermittelt werden.

Der Versicherungswert auf aktueller Preisbasis

Bei der Versicherung nach Neuwert richtet sich der Versicherungswert ebenfalls nach dem ortsüblichen Neubauwert mit Planungs- und Konstruktionskosten, aber nach den aktuellen Preisen. Das heißt, der Wert wird nicht jedes Jahr angepasst, sondern der Versicherungsnehmer muss selbst die Baupreisentwicklung beobachten und für die Anpassung der Versicherungssumme sorgen. Tut er dies nicht besteht die Gefahr der Unterversicherung. Somit kann sich die Versicherung des Gebäudes nach Neuwert für den Versicherungsnehmer nachteilig auswirken.

Der Zeitwert ist gleich dem Neuwert abzüglich der Wertminderung, die sich aus Alter und Abnutzung ergibt. Deshalb wird eine Versicherung zum Zeitwert nur in sehr seltenen Fällen gewählt, dies kann dann der Fall sein, wenn ein Gebäude aufgrund einer erheblich über dem Durchschnitt liegenden Gefahrenklasse eingeordnet wird.

Wenn ein Gebäude wegen erheblicher Gefahren nicht mehr zu Wohnzwecken verwendet werden kann oder es zum Abbruch bestimmt ist, gilt als Versicherungswert der gemeine Wert.

Dieser ergibt sich aus dem erzielbaren Verkaufspreis des Gebäudes (ohne Wert des Baugrundes und der nicht versicherten Grundstücksbestandteile).

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Wert 1914 – Wert heute:

Der Baupreisindex – wie viel ist „Wert 1914“ in Euro?

Letzte Aktualisierung: 07.09.2017

Bei der Ermittlung des Wohngebäudewertes für die Gebäudeversicherung hat man sich auf ein Fixjahr – nämlich 1914 – geeinigt, von dem aus über den vom Statistischen Bundesamt ermittelten sogenannten Baupreisindex für jedes einzelne Jahr der entsprechende Wert des Gebäudes berechnet werden kann. Eine solche jährliche Anpassung an die Kosten ist sehr wichtig, denn schließlich hatte ein Haus zum Beispiel im Jahr 1960 einen anderen (niedrigeren) Neubauwert, als im Jahr 2010. Um richtig versichert zu sein, hilft es nicht, im Schadensfall den Wert erstattet zu bekommen, den das Haus im Jahr 1960 hatte, man braucht das Geld für Reparatur oder Neubau jetzt, im Jahr 2017, im Zweifesfall also wesentlich mehr.

Dem Laien sagt ein Wert 1914 natürlich nichts und viele stellen sich die Frage, wie hoch denn nun das Gebäude eigentlich versichert ist?

Hierfür benötigt man den im jeweiligen Jahr geltenden Baupreisindex. Da das Statistische Bundesamt die Baupreisstatistik auf die Basis des Jahres 2005 umgestellt hat und es mehrere Indizes pro Jahr gibt, können die folgenden Werte geringfügig abweichen. Im Zweifesfall fragen Sie Ihren Gebäudeversicherer.

Baupreisindex

Berechnungsformel Wert 1914 – Wert heute

Für die Umrechnung des Wert 1914 auf den aktuellen Wert in EURO gilt die Formel:

Wert 1914 x aktueller Baupreisindex : 100 = Wert im aktuellen Jahr in EURO.

Rechenbeispiel für den Baupreisindex 2017

Faustformel Umrechnung Wert 1914 – Wert 2017

Wenn Ihnen die exakte Umrechnung des Wert 1914 in EURO zu aufwendig ist, können Sie für das Jahr 2017 auch folgende Faustformel benutzen und erhalten so einen relativ zutreffenden Wert:

Wert 1914 x 13,6 = Wert in EURO.

Bitte beachten:

Der Wert 1914 ist nur für die Versicherungssumme in der Gebäudeversicherung ausschlaggebend. Sie können mit dem Wert 1914 weder den aktuellen Verkaufspreis eines Gebäudes berechnen, noch den Einheitswert für das Finanzamt.

Wenn Sie eine Immobilie finanziert haben: Was passiert, wenn Ihnen etwas passiert?

Mit einer Risikolebensversicherung und einer Berufsunfähigkeitsversicherung sorgen Sie dafür, dass Ihr Haus auch Ihr Haus bleibt.

Finden Sie mit der BU-App heraus, wie sich Rauchen, Alkohol und Anzahl der Kinder auf Ihr Risiko auswirken (können), berufsunfähig zu werden:

Herzlichen Dank an das DIA für die Erlaubnis zur Nutzung der BU-App.

Источники: http://www.versicherung-vergleiche.de/hausratversicherung/lexikon/entschaedigungsberechnung.htm, http://www.versicherung-vergleiche.de/gebaeudeversicherung/werte.htm, http://www.helberg.info/versicherungen/versicherungssparten/gebaudeversicherung/wert-1914-wert-heute-der-baupreisindex/

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