Versicherung stilllegen

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Lebensversicherung

Versicherung beitragsfrei stellen – und welche Alternativen es gibt

  • Zuletzt aktualisiert: 26. Mai 2017
  • Von: Annika Krempel

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer seine Beiträge zur Lebens- oder Rentenversicherung nicht mehr zahlen kann oder möchte, hat mehrere Möglichkeiten.
  • Wollen Sie nur vorübergehend aussetzen, empfiehlt es sich, die Beiträge stunden zu lassen oder sie aus Überschüssen zu bezahlen.
  • Wer die Police überhaupt nicht weiter bezahlen möchte, sollte sie beitragsfrei stellen oder verkaufen, nur in Ausnahmen lohnt sich die Kündigung.
  • Die Beitragsfreistellung kann auch sinnvoll sein, wenn Sie noch nicht wissen, für wie lange Sie die Beiträge aussetzen müssen oder wollen.
  • Sollen die Beiträge sinken, können Sie die Versicherungssumme senken.
  • Es lohnt sich in vielen Fällen nicht, die Sparbeiträge einfach nur auszusetzen.

So gehen Sie vor

  • Wer nur vorübergehend keine Beiträge bezahlen möchte, sollte überlegen, wie lang dies voraussichtlich der Fall sein wird.
  • Prüfen Sie, welche der Möglichkeiten für Sie am besten passt: eine Stundung, das Bezahlen der Beiträge aus Überschüssen oder ein Aussetzen der Beiträge.
  • Prüfen Sie auch, ob sich die Prämien verringern lassen.
  • Kontaktieren Sie Ihren Versicherer und klären Sie, zu welchen Bedingungen Sie die Beiträge aussetzen können.
  • Stellen Sie sicher, dass sich Ihr Vertrag nicht steuerschädlich erneuert, wenn Sie die Beiträge zeitweise nicht mehr zahlen.
  • Falls Sie nicht mehr in die Police einzahlen wollen, sollten Sie abwägen, ob es günstiger ist, den Vertrag zu verkaufen oder beitragsfrei zu stellen.

Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Lebensversicherung beleihen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Der verstaubte Ordner mit der Police steht schon lange unangetastet hinten im Schrank. Die Beiträge zur Lebens- oder Rentenversicherung gehen seit Jahren regelmäßig, aber nahezu unbemerkt vom Konto ab. Der Ordner wird erst wieder hervorgeholt, wenn das Geld knapp ist oder arge Zweifel aufkommen, ob sich die Versicherung überhaupt lohnt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Police stillzulegen – entweder endgültig oder nur zeitweise. Diese Möglichkeit nutzen viele Versicherte. Ende 2015 war nach Angaben des Branchendienstes Map-Report mehr als jede vierte Lebensversicherung beitragsfrei gestellt. Auch die Höhe der Beiträge lässt sich senken, um finanziell wieder etwas flüssiger zu sein. So viel aber vorab: Keine der Möglichkeiten können wir uneingeschränkt empfehlen. Welche die beste für Sie ist, hängt ganz von Ihren persönlichen Voraussetzungen ab.

Beitragszahlungen vorübergehend aussetzen

Haben Sie aktuell einen Geld-Engpass, dessen Ende aber sicher absehbar ist? Dann ist das Aussetzen der Lebensversicherungsbeiträge eine einfache Möglichkeit, die monatlichen Ausgaben zu senken. Es gibt verschiedene Optionen. Bei allen sollten Sie vorab mit der Versicherung klären, zu welchen Konditionen diese möglich sind.

Der Vorteil ist, dass während dieser Zeit die Versicherung aktiv bleibt. Der Unfallschutz im Todesfall oder der Schutz anderer Zusatzversicherungen wie einer Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt also bestehen. Außerdem verzinst sich das bis dahin eingezahlte Geld weiter, und die Versicherungssumme fällt dadurch später bei der Auszahlung nicht geringer aus.

Die Stundung der Beiträge ist sinnvoll, wenn die finanzielle Ebbe wirklich nur vorübergehend ist. Sie müssen sicherstellen, dass Sie am Ende der Frist alle Beiträge auf einen Schlag nachzahlen können. Erkundigen Sie sich vorher bei Ihrem Anbieter, für wie lange Sie die Beiträge stunden lassen können und ob Sie die gestundeten Beträge verzinsen müssen. Manche Anbieter verzichten darauf, diese zu verzinsen, insbesondere wenn Sie sie wegen Arbeitslosigkeit haben stunden lassen.

Klären Sie mit Ihrem Anbieter:

  • Wie lange können Sie stunden?
  • Müssen Sie die gestundeten Beträge verzinsen?
  • Wie hoch ist der Rückzahlungsbetrag zum Ende des Stundungszeitraums?

Beiträge aus Überschüssen bezahlen

Achtung: In diesem Fall kann die Auszahlung zum Vertragsende, die sogenannte Ablaufleistung, deutlich geringer als vorhergesagt ausfallen, da die Überschüsse bereits für Beitragszahlungen verwendet wurden.

Klären Sie mit Ihrer Versicherung:

  • Wie lange können die Beiträge aus den Überschüssen bezahlt werden?
  • Wie stark reduziert sich die Ablaufleistung voraussichtlich?

Falsche Ablaufsumme?

Falls Sie Ihre Versicherung zwischen Ende 1994 und Ende 2007 abgeschlossen haben, könnte Ihre beitragsfreie Summe zu niedrig ausgewiesen sein. Denn in solchen Versicherungsverträgen finden sich zum Teil intransparente und unwirksame Klauseln zur Berechnung der Summe. So ist ein Stornoabzug zum Beispiel nicht zulässig. Sofern sie bereits eine bestimmte Höhe erreicht hat – zum Beispiel 20.000 Euro –, kann es sinnvoll sein, den Vertrag von einem Fachanwalt prüfen zu lassen. Wer sich den Anwalt sparen möchte, kann auch den Musterbrief des Bundes der Versicherten verwenden. Sie finden ihn hier im Abschnitt 6.

Police beitragsfrei stellen

Durch das Stilllegen verringert sich auch das Kapital in der Lebensversicherung selbst. Fließt weniger Geld in den Vertrag, sinkt die Ablaufleistung, am Ende des Vertrags zahlt die Versicherung also weniger Geld aus. Auch die Auszahlung im Todesfall fällt niedriger aus, weil weniger dafür angespart wurde. Zusätzlich fallen in der Zeit weiterhin Verwaltungskosten an, die das Vermögen schmälern. Bei einer Fondspolice nagt das zum Beispiel am Fondsvermögen.

Wer seine Lebensversicherung nur kurzfristig stilllegen möchte, ist auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Die meisten Versicherer bieten an, den Vertrag ein oder zwei Jahre beitragsfrei zu stellen. Oft fordert der Anbieter eine gewisse Mindestversicherungssumme, die Sie für diese Option bereits angespart haben müssen.

Fragen Sie Ihre Versicherung:

  • Ist die Mindestversicherungssumme erreicht?
  • Für wie lange ist eine zeitweise Freistellung möglich?
  • Entfallen die Leistungen aus den Zusatzversicherungen? Wie können Sie diese trotzdem erhalten?
  • Wie stark reduzieren sich die Versicherungssumme und Ablaufleistung voraussichtlich?
  • Lässt sich der Vertrag ohne neue Risikoprüfung fortführen?

Vorsicht: Falls Sie den Vertrag ohne Rücksprache stilllegen, die Mindestversicherungssumme aber noch nicht erreicht ist, dann kann die Versicherung die Police aufkündigen.

Den monatlichen Beitrag senken

Wenn Sie Ihre Beiträge nur reduzieren möchten, statt sie komplett auszusetzen, haben Sie folgende Optionen:

Klären Sie mit Ihrem Anbieter:

  • Wie stark müssen Sie die Versicherungssumme senken, um die gewünschte Beitragsreduzierung zu erreichen?
  • Wie wirkt sich das auf die Ablaufleistung aus?

Achtung: Bevor Sie sich für diesen Weg entscheiden, sollten Sie prüfen, ob eine separate Risikolebensversicherung als Todesfallschutz preiswerter wäre. Einige Direktversicherer haben dafür preiswerte Angebote. In diesem Fall verkaufen Sie Ihre Police und schließen eine separate Risikolebensversicherung ab.

Wenn Sie also weniger Schutz für Ihre Hinterbliebenen akzeptieren können, ist die Senkung der Versicherungssumme die beste Lösung, um Ihre Beiträge zu reduzieren. Wenn das nicht infrage kommt, empfehlen wir, die Sparbeiträge auszusetzen oder Ihre Police durch eine Risikolebensversicherung zu ersetzen.

Fragen Sie die Versicherung:

  • Wie hoch ist der reine Risikobeitrag Ihrer Police?
  • Ist die Aussetzung der Sparbeiträge zeitlich begrenzt?
  • Wie stark verringert sich die Ablaufleistung abhängig davon, wie lange Sie aussetzen?

Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Lebensversicherung beleihen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Mehr dazu im Ratgeber Risikolebensversicherung

Annika Krempel

Expertin für Versicherungen

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Beitragsfrei bis Laufzeitende

Durch das Blättern im Aktenordner wird Versicherungskunden manchmal auch klar, dass sie in ihre Lebensversicherung oder Rentenversicherung gar nicht mehr einzahlen möchten. Dann gibt es drei Möglichkeiten: die Police verkaufen, kündigen oder sie beitragsfrei stellen.

Ist der Vertrag recht neu und schlecht verzinst, lohnt sich in manchen Fällen eine Küdigung. Je länger er schon läuft, desto mehr bietet sich der Verkauf an; es sei denn, der Vertrag steht kurz vor dem Ende der Laufzeit – dann sollten Sie meist noch durchhalten, um sich den Schlussüberschuss zu sichern. Bei älteren Verträgen, die gut verzinst werden, ist es meist sinnvoll, die Police zu behalten. Das angesparte Vermögen wird weiterhin verzinst. Prüfen Sie mit unserem Rechner, welche Variante sich bei Ihrer Police lohnt.

Jeder Versicherte hat ein Recht darauf, seinen Vertrag beitragsfrei zu stellen. Doch bei den meisten Anbietern ist ein bestimmter Rückkaufswert nötig, damit sie einer Beitragsfreistellung zustimmen. Die genaue Höhe steht im Vertrag. Ist die Summe noch zu niedrig, kann es passieren, dass die Versicherung die Police stattdessen auflöst.

In der Jahresmitteilung der Police steht, wie hoch die Versicherungssumme ausfällt, wenn Sie den Vertrag beitragsfrei bis zum Ablauf fortführen. Diese Summe und die Ablaufleistung sind durch die fehlenden Beiträge und einen Stornoabschlag niedriger als bei der voll bezahlten Lebensversicherung. Das Minus kann dabei etwas höher ausfallen als die Summe der fehlenden Beiträge und Zinsen. Denn manche Versicherer ziehen einen Teil der bisherigen Verwaltungskosten weiterhin von Ihrem Guthaben ab. Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen kann sich dadurch das Fondsguthaben verringern.

Zahlen Sie die Beiträge nicht mehr, fallen auch Zusatzversicherungen weg, die Sie mit dem Vertrag abgeschlossen haben. Oft sind dies Berufsunfähigkeitsversicherungen. Ein neuer Vertrag wäre aber gerade bei diesen Versicherungen besonders teuer. Daher sollten Sie Ihren Anbieter fragen, ob er bereit ist, diese Zusatzversicherung in einen eigenen Vertrag zu überführen.

Klären Sie mit Ihrem Anbieter folgende Fragen und überlegen Sie dann, ob möglicherweise ein Verkauf der Police sinnvoll ist:

  • Ist die Mindestversicherungssumme erreicht?
  • Entfallen die Leistungen aus den Zusatzversicherungen? Wie können Sie diese weiterführen?
  • Wie stark reduzieren sich die Versicherungssumme und Ablaufleistung voraussichtlich?

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Novation und Steuervorteile

Sie müssen mit Ihrem Versicherer außerdem klären, ob das Aussetzen oder Reduzieren der Beiträge zu einer sogenannten Novation des Vertrags führt. Das bedeutet, dass Ihr bisheriger Versicherungsvertrag durch eine neue Police ersetzt wird. In diesem Fall könnten Sie die Steuervorteile aus der bisherigen Lebensversicherung verlieren. Falls eine Novation unvermeidbar ist, sollten Sie mit Ihrem Steuerberater oder dem Finanzamt klären, ob Sie später Steuern auf die Auszahlsumme zahlen müssten.

Bei Lebensversicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden, geht der Steuervorteil in der Regel nach einer Frist von zwei Jahren verloren. Versicherungen, die später abgeschlossen wurden, haben eine Frist von drei Jahren. Allerdings ist bei diesen Policen grundsätzlich nur die Hälfte der Erträge steuerfrei. Lassen Sie sich diese als Rente auszahlen, ändert sich nichts an der Besteuerung, auch wenn Sie die Beiträge eine Zeit lang mal nicht bezahlt haben.

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Artikel verfasst von

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis September 2015)

Saidi Sulilatu leitete bei Finanztip den Bereich Versicherungen. Zuvor war er viele Jahre als Honorarberater und Versicherungsmakler tätig. Sulilatu hat am 4. September 2015 Finanztip verlassen.

Auto stilllegen oder abmelden: So klappt’s

Zuletzt aktualisiert am 07.06.2017

  • Wissen
  • Ratgeber
  • Auto stilllegen

Altersschwäche oder Tapetenwechsel? Die Stilllegung eines Fahrzeugs kann verschiedene Gründe haben. Erfahren Sie hier, wann sich welche Form der Abmeldung anbietet und was es dabei zu beachten gilt.

Inhaltsverzeichnis

Zwischen einer vorübergehenden und endgültigen Stilllegung wird mit dem Inkrafttreten der Fahrzeugzulassungsverordnung (FZV) vom 01.03.2007 nicht mehr unterschieden. Seither wird das Fahrzeug bei einer Stilllegung generell bis zu maximal sieben Jahren außer Betrieb gesetzt. Nach Ablauf dieser Frist erlischt die Betriebserlaubnis.

Sollten Sie bereits zum Zeitpunkt der Abmeldung eine Wiederinbetriebnahme ausschließen können, ist jedoch auch eine endgültige Außerbetriebssetzung möglich. Dafür ist die Vorlage eines Verwertungsnachweises bei der Zulassungsstelle von Nöten. Ein solches Dokument erhalten Sie bei einer zertifizierten Altauto-Annahmestelle.

Ansprechpartner für eine Abmeldung

Um den Handel mit Gebrauchtwagen zu vereinfachen, kann die Abmeldung des Autos von einer jeden Zulassungsbehörde abgewickelt werden – unabhängig davon, wo das Fahrzeug angemeldet wurde.

Wann ist eine Abmeldung sinnvoll und notwendig?

Es gibt viele Gründe für die Stilllegung eines Fahrzeugs. Notwendig ist dieser Schritt etwa bei dem Autoverkauf oder aber, wenn das Auto altersbedingt nicht mehr für den Straßenverkehr taugt.

Doch auch finanzielle Gründe können Autobesitzer zu einer Abmeldung verleiten. Liegen beispielsweise die Haltungskosten wie Steuer und Versicherung über dem monatlich verfügbaren Budget, kann der Schritt zur Stilllegung zwangsläufig notwendig werden.

Andere Fahrzeughalter wiederum entscheiden sich bewusst dafür, vom eigenen Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, um einen Beitrag zur Umwelt zu leisten oder ebenso Haltungskosten einzusparen.

Was es bei der Stilllegung zu beachten gilt

Wollen Sie Ihr Fahrzeug stilllegen, müssen Sie für einen reibungslosen Ablauf bei der Zulassungsstelle folgende Unterlagen vorlegen:

  • Das Kfz-Kennzeichen
  • Die Zulassungsbescheinigung Teil I (einst Fahrzeugschein)
  • Die Zulassungsbescheinigung Teil II (einst Fahrzeugbrief)
  • Der Verwertungsnachweis, falls die Kfz-Abmeldung endgültig ist

Wenn Sie Ihr Fahrzeug bei der Zulassungsstelle abmelden, wird das Kennzeichen entwertet sowie TÜV- und HU-Plaketten entfernt. Das Kennzeichen kann bei Nicht-Reservierung nach einer Karenzzeit von elf Tagen anschließend wieder neu vergeben werden. Nach einer erfolgreichen Stilllegung wird die Außerbetriebssetzung des Kfz in der Zulassungsbescheinigung Teil I (einst Fahrzeugschein) vermerkt.

Abmeldung muss nicht persönlich erfolgen

Sollten Sie Ihr Fahrzeug aus Termingründen nicht persönlich abmelden können, dürfen Sie einen Vertreter hierfür bevollmächtigen. Eine schriftliche Vollmacht ist dafür nicht notwendig. Jede Person kann die Stilllegung durchführen, sofern sie über die notwendigen Dokumente verfügt.

Darüber hinaus hat die Kfz-Stilllegung auch steuerliche sowie versicherungstechnische Auswirkungen:

Auswirkungen auf die Kfz-Steuer

Bei einer Stilllegung des Kfz benachrichtigt die Zulassungsbehörde das zuständige Finanzamt. Somit müssen Sie als ehemaliger Fahrzeughalter nicht tätig werden. Sollte festgestellt werden, dass Sie für Ihren Wagen zu viele Kfz-Steuern gezahlt haben, etwa durch die Entrichtung ein Jahr im Voraus, wird Ihnen der Betrag zurückerstattet. Dieser Betrag kann allerdings nicht auf ein anderes Fahrzeug übertragen werden.

Auswirkungen auf die Kfz-Versicherung

Auch Ihre Kfz-Versicherung wird von der Zulassungsstelle über die Kfz-Stilllegung informiert. Sofern innerhalb der nächsten zwei Wochen nach Abmeldung keine erneute Anmeldung beantragt wird,wird der Versicherungsschutz für maximal 1,5 Jahre in die Ruheversicherung überführt. Sie zahlen in dieser Zeit keine Versicherungsbeträge ein. Nach Ablauf der Frist läuft der Versicherungsvertrag aus und verliert seine Gültigkeit. Die Versicherung erstattet Ihnen die bereits im Voraus geleisteten Teilbeiträge zurück.

Sollte der Wagen hingegen in diesem Zeitraum erneut von Ihnen angemeldet werden, ist ein Wechsel der Autoversicherung nicht möglich. Anders gestaltet sich dies nach Ablauf der Frist oder bei einem Verkauf mit einhergehendem Halterwechsel. Dann gilt ein Sonderkündigungsrecht und die Versicherung kann neu gewählt werden. Gegebenenfalls kann auch der Schadenfreiheitsrabatt, der aus den unfallfreien Jahren resultiert, mit dem neuen Vertrag übernommen werden.

Kosten und Gebühren

Das Stilllegen eines Kfz geht mit einem vergleichsweise geringen finanziellen Aufwand einher. Die Zulassungsstelle unterscheidet dabei zwischen kreiszugehörigen und auswärtigen Fahrzeugen anhand zweier Tarife. In der folgenden Tabelle sind jeweils die durchschnittlichen Kosten aufgelistet. Diese variieren je nach Behörde.

Was bedeutet die Zwangsstilllegung eines Fahrzeugs?

In besonderen Fällen erfolgt die Kfz-Abmeldung nicht freiwillig durch den Fahrzeughalter, sondern wird durch eine Ordnungsbehörde erzwungen. Aufgelistete Gründe können eine Zwangsstilllegung zur Folge haben:

  • Fahrzeug wird entsiegelt und ist damit nicht mehr für den öffentlichen Straßenverkehr zulässig.
  • Versicherungsbeiträge wurden nicht entrichtet, wodurch der Versicherungsschutz entfällt. Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist jedoch notwendig, um ein Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr zu führen.
  • Mangelnde Verkehrstauglichkeit des Kfz, wenn das Fahrzeug beispielsweise durch eine Beschädigung oder einen unzulässigen Fahrzeugumbau eine Verkehrsunsicherheit darstellt
  • Abgelaufener TÜV oder AU
  • Fehlende Umschreibung des Fahrzeugs auf einen neuen Halter

Üblicherweise informiert die jeweilige Ordnungsbehörde den betroffenen Fahrzeughalter über die drohende Zwangsstilllegung. Dadurch hat ebenjener die Möglichkeit, etwaige Mängel zu beseitigen, ausstehende Rechnungen zu begleichen oder notwendige Untersuchungen durchzuführen. In allen Fällen muss dann bei der Ordnungsbehörde ein Nachweis hierüber vorgelegt werden.

Das passiert bei einer Stilllegung

Wird der Aufforderung der Ordnungsbehörde nicht Folge geleistet, kann sie das Auto stilllegen lassen. Der Fahrzeughalter erhält hierüber eine Ordnungsverfügung. Es ist ihm untersagt, das Fahrzeug dann noch zu fahren. Das Kfz wird anschließend von der Polizei zur Fahndung ausgeschrieben. Die Stadt kann das Fahrzeug vor Ort entsiegeln und den Fahrzeugschein einziehen. Auch auswärtige Fahrzeuge können vom Außendienst der Stadt entsiegelt werden, sofern die zuständige Ordnungsbehörde sie dazu auffordert.

Wiederzulassung nach einer Stilllegung

Durch die Neuregelung des Zulassungsrechts von 2007 wurde die Wiederzulassung nach einer Stilllegung erleichtert. Wenn Sie ein stillgelegtes Fahrzeug innerhalb von sieben Jahren wiederzulassen wollen, ist lediglich die Haupt- und Abgasuntersuchungspflicht einzuhalten. War diese im Stilllegungszeitraum erforderlich, muss sie dementsprechend nachgeholt werden.

Nach sieben Jahren hingegen läuft die Betriebserlaubnis aus. Diese Frist kann nicht verlängert werden. In diesem Fall wird für die Wiederzulassung eine Vollabnahme durch den TÜV oder die Dekra notwendig.

Nicht auf öffentlichem Gelände abstellen

Während des Stilllegungszeitraums darf das Fahrzeug nicht auf öffentlichem Gelände abgestellt werden. Zulässig sind lediglich Abstellbereiche, die nicht öffentlich zugänglich sind, beispielsweise ein eingezäunter Bereich oder eine abschließbare Garage. Die eigene Hauseinfahrt ist dementsprechend nicht zulässig!

Diese Unterlagen sind für eine Wiederzulassung notwendig

Bei einer Wiederzulassung müssen Sie bei der Zulassungsstelle folgende Dokumente vorlegen:

  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung des Fahrzeughalters
  • Die Zulassungsbescheinigung Teil I (einst Fahrzeugschein) mit Stilllegungsvermerk
  • Die Zulassungsbescheinigung Teil II (einst Fahrzeugbrief)
  • Abmeldebescheinigung (bei Abmeldung vor 01.10.2005)
  • Nachweis über die gültige Haupt- und Abgasuntersuchung
  • Elektronische Versicherungsnummer (siebenstellig)
  • Kennzeichenschilder, sofern vorhanden

Des Weiteren werden zusätzliche Dokumente benötigt, wenn folgende Sonderfälle eintreten:

  • Zulassung durch Vertretung: Schriftliche Vollmacht und Personalausweis oder Reisepass inklusive Meldebescheinigung der bevollmächtigten Person
  • Zulassung bei Minderjährigen: Einverständniserklärung in Schriftform sowie Personalausweise der Erziehungsberechtigten
  • Zulassung bei Vereinen: Vereinsregisterauszug
  • Zulassung bei Firmen: Handelsregisterauszug bzw. Gewerbeanmeldung

Sonderfall Abmeldung vor 1. Oktober 2005

Sollten Sie Ihr Fahrzeug vor dem 01.10.2005 abgemeldet haben, wurde eine gesonderte Abmeldebescheinigung ausgestellt, die Sie bei der Wiederzulassung vorlegen müssen.

Kann das alte Kennzeichen wieder verwendet werden?

Fahrzeughalter haben bei der Abmeldung abhängig von der Zulassungsstelle die Möglichkeit, das Kennzeichen für ein Jahr reservieren zu lassen, um es bei einer erneuten, fristgerechten Zulassung wieder zu verwenden. Gegen eine Gebühr lässt sich andernfalls ein Wunschkennzeichen bereits im Voraus reservieren oder aber vor Ort zuteilen.

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Eine Lebensversicherung stilllegen – was man wissen sollte

Wer eine Lebensversicherung gleich welcher Höhe besitzt, kann schon mal in die Situation kommen, dass er die dafür fälligen Beiträge nicht mehr leisten kann oder auch möchte.

Dafür existiert die Möglichkeit, die Lebensversicherung stilllegen zu lassen, nach § 176 VVG, dem Versicherungsvertragsgesetz.

Wie ist dann zu verfahren und welche Vor- und Nachteile können sich dabei ergeben?

Möglichkeit zur Stilllegung gesetzlich gegeben

Der Vorteil ist natürlich, dass die Lebensversicherung weiterhin existiert, während man für einen begrenzten Zeitraum keine Beiträge dafür aufbringen muss. Doch man muss sich im Klaren sein, dass auch Nachteile existierten.

Bei den Nachteilen wären vor allem die folgenden Punkte zu nennen:
  • es entstehen in vielen – nicht allen – Fällen Stornogebühren, da man bestimmte Beiträge ja nicht leistet
  • weitere Leistungen im Sinne von Zusatzversicherungen können nach dem Stilllegen entfallen
  • im Todesfall eines Versicherungsnehmers ist auch die dann zu erhaltende Leistung geringer als im Vertrag vereinbart
  • die Leistung nach Vertragsablauf ist natürlich niedriger als im Vertrag vereinbart, da nur ein geringerer Beitrag geleistet wurde als zunächst vereinbart

Wiederaufnahme ist möglich und sinnvoll

Haben sich die Bedingungen für das Stilllegen wieder geändert, ist auch eine Wiederaufnahme der Beitragszahlungen sinnvoll und ebenso empfehlenswert. Darin liegt der Zweck dieser Maßnahme: seine Lebensversicherung weiterhin zu behalten, nicht zuletzt wegen der oft vorhandenen Zusatzversicherungen, aber auch wegen der Versicherung an sich.

Besondere steuerliche Aspekte

Es gilt allerdings auch steuerliche Aspekte zu berücksichtigen. Demnach darf die Stilllegung für Verträge, die bis 2005 abgeschlossen wurden, maximal zwei Jahre betragen.

Für alle Lebensversicherungen, die seitdem abgeschlossen wurden, beträgt die Maximalpause drei Jahre.

Eine Freistellung von Beiträgen ist nur dann möglich, wenn ein Mindestbetrag schon aufgebaut wurde. Dieser unterscheidet sich je nach den konkreten Konditionen beim jeweiligen Versicherer. Ist dieses Mindestguthaben nicht erreicht, bleibt nur die Auflösung der Lebensversicherung.

Alternative zur Stilllegung der Versicherung

  • Eine Alternative zur Stilllegung ist übrigens schlicht der Verkauf einer solchen Police. Das sollte man bei dem Wunsch nach Stilllegung ebenfalls bei seinen Überlegungen berücksichtigen.

Der Nachteil der Stilllegung ist nämlich, dass die Verwaltungsgebühren für die Existenz der Lebensversicherung weiterhin anfallen, natürlich bezahlt werden müssen und so zu fortlaufenden Kosten führen.

Источники: http://www.finanztip.de/lebensversicherung-beleihen/lv-beitragsfreistellung/, http://www.financescout24.de/wissen/ratgeber/auto-stilllegen, http://www.steuerklassen.com/versicherungen/lebensversicherung/stillegen/

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