Versicherung bei selbständigkeit

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Welche Versicherungen braucht man als Selbstständiger?

Welche Versicherungen braucht man als Selbstständiger?

Lesen Sie hier einige Denkanstöße dazu – und lassen Sie sich individuell beraten:

**** Pflichtversicherungen:

Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung.

Gesetzliche Rentenversicherung oder Versorgungswerk. Manche Selbstständige, z.B. Handwerksmeister, müssen für eine bestimmte Zeit in die Gesetzliche Rentenversicherung einzahlen; Freiberufler wie Architekten und Ärzte werden Pflichtmitglieder in der Versorgungskasse der zuständigen Kammer. Für viele andere Selbstständige besteht hingegen bislang keine Rentenversicherungspflicht, auch wenn es bereits konkrete Pläne zur Einführung gibt. Diese Selbstständigen müssen ihre Altersvorsorge vollständig selber gestalten.

KFZ Haftpflichtversicherung. Die KFZ -Haftpflichtversicherung ist eine Pflichtversicherung, falls Sie ein KFZ zulassen wollen.

Hundehaftpflichtversicherung Eine Tierhalterhaftpflichtversicherung ist in einigen Bundesländern (unter anderem in Niedersachsen) Pflicht, wenn Sie privat einen Hund halten. Zurück zur Übersicht.

*** Sehr wichtig:

Privathaftpflichtversicherung. Für Schäden, die man gegenüber anderen anrichtet, ist eine Privathaftpflichtversicherung sehr wichtig. Auch wenn das Wort „Pflicht“ darin vorkommt, ist es keine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung – aber sehr, sehr wichtig, denn man haftet für Schäden in unbegrenzter Höhe und fast lebenslang. Seit einigen Jahren bieten verschiedene Anbieter einer Privathaftpflichtversicherung sogar Schutz für den umgekehrten Fall an: Dass jemand Sie schädigt, jedoch selbst nicht in der Lage ist, den Schaden zu ersetzen (Ausfalldeckung). Manche Anbieter bieten sogar Versicherungsschutz für nebenberuflich tätige Selbständige im Rahmen der Privathaftpflichtversicherung. Für viele Bereiche reicht eine Privathaftpflichtversicherung allein jedoch nicht aus und ein Zusatzbaustein, oder ein separater Vertrag werden notwendig; das gilt beispielsweise für vermieteten Haus- und Grundbesitz, für Bauherren, für die Haltung von Hunden oder Pferden, die Tätigkeit als Lehrer, hauptberuflich Selbstständiger, Jäger, Halter eines Bootes, KFZ… – die Liste ist lang!

Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Arbeitskraft stellt für die meisten Selbstständigen ihr größtes Vermögen dar (Rechenweg: Jahresgewinn x Jahre bis zur Altersrente) und sollte daher auch mit entsprechendem Vorrang abgesichert werden. Das erfolgt in aller Regel durch eine Krankentagegeldversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung, Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder Absicherung gegen Schwere Krankheiten (Dread Disease Police). Bei diesen Versicherungen kann man sich nicht selbst aussuchen, wann man sich versichert: Nur wessen Gesundheitshistorie aus Sicht des Versicherers in Ordnung ist, hat überhaupt die Chance auf einen vernünftigen Vertrag: Also versichern, so lange man gesund genug ist! Zurück zur Übersicht.

Auslandsreisekrankenversicherung. Eine Auslandsreisekrankenversicherung, kann sehr wichtig sein, wenn Sie ins Ausland reisen, weil die Gesetzlichen Krankenkassen unter Umständen auch die Private Krankenversicherung nicht alle Kosten, beispielsweise auch für Rückholung, übernehmen. Selbständige sollten beachten, dass berufliche Reisen ins Ausland oftmals in einer normalen Auslandsreisekrankenversicherung nicht versichert sind.

Krankenzusatzversicherung. Eine Krankenzusatzversicherung für Krankenhausaufenthalt, Chefarztbehandlung, evtl. Heilpraktiker, Zahnersatz . Warum? Weil bei schweren Erkrankungen oder Unfällen keine Chance aus finanziellen Gründen ausgelassen werden sollte, eine möglichst schnelle und vollständige Genesung sicherzustellen; Heilpraktikerbehandlung, weil sie von den meisten gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden; Zahnersatz wird mit zunehmendem Alter ein Thema sein.

Sachversicherungen. Absicherung des bereits erreichten ‚Hab und Guts‘, um es im Schadensfall nach Möglichkeit nicht ersatzlos zu verlieren (z.B. Gebäudeversicherung falls Eigentum vorhanden ist, Teilkasko-, oder Vollkaskoversicherung für wertvollere PKW, Diebstahlversicherung für wertvolle Fahrräder, Hausratversicherung immer – allein schon wegen Wasserschäden.) Grundsatz: Je weniger Vermögen Sie haben, um einen Schaden selber ersetzen zu können, desto umfangreicher sollten Sie versichert sein. Zurück zur Übersicht.

* Je nach Sicherheitsbedürfnis:

Rechtsschutzversicherung. Eine Rechtsschutzversicherung ist sinnvoll, wenn es Ihnen wichtig erscheint, eigene Rechtsansprüche gerichtlich durchzusetzen, z.B. im Verkehr, gegenüber den Nachbarn, einer Versicherung, dem Vermieter oder dem Mieter. Rechtsschutzversicherer unterscheiden scharf zwischen Rechtsschutz für Nichtselbstständige und dem für Selbstständige – Obacht!

Unfallversicherung. Eine Unfallversicherung kann als Ergänzung einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnig sein, nicht jedoch als deren Ersatz. Für Selbstständige, die viel auf Reisen sind, oder körperlich tätig sind, ist sie besonders sinnvoll.

Weitere Versicherungen je nach individuellem Bedarf (z.B. bei Tierhaltung, für wertvolle Musikinstrumente, oder wertvolle Elektronik) und Sicherheitsbedürfnis. Zurück zur Übersicht.

Betriebliche Versicherungen für Selbstständige

Zu den oben genannten Privaten Versicherungen kommen bei Selbstständigen noch die betrieblichen Versicherungen hinzu:

*** Sehr wichtig:

Betriebs- / Berufshaftpflichtversicherung (letztere ist oft eine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung, z.B. für Ärzte, Rechtsanwälte und Versicherungsvermittler);

Absicherung von Werten, Maschinen, Waren und Vorräten

Absicherung des Ertrages (Betriebsunterbrechungsversicherung, Ertragsausfallversicherung, Warenkreditversicherung)

** Bei Bedarf und je nach Branche:

D & O Versicherung

Weitere Versicherungen je nach Branche, Tätigkeiten und betrieblichem Sicherheitsbedürfnis;

Weiterreichende Aussagen ohne vorherige Analyse sind auf Grund der sehr unterschiedlichen Anforderungen in den verschiedenen Branchen kaum möglich. Zurück zur Übersicht.

Vielen Dank fürs Lesen des Beitrages Welche Versicherungen braucht man als Selbstständiger?

Die Betriebshaftpflichtversicherung für Selbstständige

Die Betriebshaftpflichtversicherung zählt zu den betrieblichen Versicherungen und ist für die meisten Unternehmen unverzichtbar. Sie sichert Schäden ab, die durch Sie oder Ihre Mitarbeiter bei Ausübung der Geschäftstätigkeit verursacht werden. Lesen Sie nachfolgend mehr über die wesentlichen Dinge bei der Betriebshaftpflichtversicherung wie bspw. was und wer versichert wird.

Es gibt zahlreiche Angebote für die Betriebshaftpflicht – vergleichen Sie die Angebote für die Betriebshaftpflichtversicherung!

Schadenbeispiel: Vorsicht, frisch gewischt!

Früh am Morgen wischt die angestellte Reinigungskraft die Treppe im Eingangsbereich eines Bürogebäudes. Als wenige Momente später der erste Kunde die Treppe emporsteigt, rutscht er auf dem feuchten Untergrund aus und fällt die Treppe herunter. Leider wurde heute vergessen, das Warnschild zur Rutschgefahr aufzustellen.

Mit zwei gebrochenen Unterschenkeln und einer angebrochenen linken Hand liegt der Kunde mittlerweile im Rehabilitationszentrum. Mehrere Operationen und ein langer Krankenhausaufenthalt waren nötig, um die Brüche zu richten. Erst nach Wochen lernt der Kunde das Laufen wieder. Die Kosten der Behandlungen werden von nun von der Krankenkasse des Patienten vom Bürobetrieb eingefordert.

An dieser Stelle kann eine Betriebshaftpflichtversicherung greifen und für den Schaden und die Forderungen aufkommen. So reduzieren Sie finanzielle Risiken, die im Rahmen Ihrer Geschäftstätigkeit anfallen können.

Wofür ist eine Betriebshaftpflichtversicherung nötig?

Manche Versicherungen sind für Ihren Betrieb – wie im privaten Leben – unnötig. Doch um eine Betriebshaftpflichtversicherung kommen die meisten Unternehmen nicht herum. Es kann jedem noch so vorsichtigen Mitarbeiter oder Unternehmer passieren, dass während der Arbeit Eigentum beschädigt oder ein Mensch verletzt wird. Und in diesen Fällen greift eine Betriebshaftpflichtversicherung.

Wenn Inhaber oder Mitarbeiter einen Schaden verursachen, dann haftet in Deutschland grundsätzlich das Unternehmen unbegrenzt, also mit seinem gesamten Vermögen. Die daraus entstehenden Schadenersatzforderungen sind gerade für kleine und mittlere Betriebe oft existenzbedrohend. Dies gilt vor allem für Personenschäden, denn in solchen Fällen sehen sich Unternehmen schnell mit Forderungen in Millionenhöhe konfrontiert. An diesem Punkt übernimmt jedoch die Betriebshaftpflichtversicherung den Schaden und schützt vor dem finanziellen Ruin, der ohne eine Betriebshaftpflichtversicherung drohen würde.

Wann schützt die Betriebshaftpflichtversicherung?

Durch die Betriebshaftpflichtversicherung sind Schäden, die Sie oder Ihre Mitarbeiter während der Arbeit anderen Menschen (sog. Personenschäden) oder deren Eigentum (sog. Sachschäden) zufügen, gedeckt.Im Falle weiterer Vermögensschäden auf Seiten des Betroffenen leistet die Betriebshaftpflichtversicherung darüber hinaus Entschädigungszahlungen. Dieser Fall könnte beispielsweise bei Einkommenseinbußen in der Folge einer Verletzung eintreffen.

Bei Vermögensschäden gibt es neben der Betriebshaftpflichtversicherung auch noch speziell eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung.

Zusätzlich leistet die Betriebshaftpflichtversicherung in dem Fall Schadensersatz, dass sich in Ihren Räumlichkeiten jemand verletzt. Im Falle, dass Sie sich mit überzogenen oder unberechtigten Schadensersatzforderungen konfrontiert sehen, kommt die Betriebshaftpflichtversicherung für Prozess-, Sachverständigen -, und Anwaltskosten auf. Auf diese Weise können Sie sich darauf konzentrieren, Ihren Betrieb zu führen.

Bitte beachten Sie, dass einige beratende und freie Berufe statt oder in Ergänzung zur Betriebshaftpflichtversicherung eine erweiterte Absicherung benötigen, die sie vor den Folgen einer fehlerhaften Dienstleistungserbringung oder Beratung schützt. Dies ist beispielweise der Fall bei Anwälten, Übersetzern, Architekten oder Ärzten – hier reicht eine einfache Betriebshaftpflichtversicherung nicht aus.

Für wen gilt der Versicherungsschutz?

Unabhängig von Arbeitszeit oder Vertragsverhältnis sind alle Personen, die im Auftrag Ihres Unternehmens handeln, von der Betriebshaftpflichtversicherung versichert. Für den Versicherungsschutz durch die Betriebshaftpflichtversicherung ist lediglich ausschlaggebend, dass die Personen Arbeiten zur Erfüllung der Geschäftstätigkeit ausführen.

Ganz gleich, ob die Aktivitäten Ihrer Firma auf den eigenen Grundstücken, im öffentlichen Raum oder vor Ort beim Kunden vollzogen werden, der Versicherungsschutz der Betriebshaftpflichtversicherung gilt in jedem Fall. Darüber hinaus sind Kunden versichert, die sich auf Ihrem Betriebsgelände aufhalten und verletzen.

Der Versicherungsschutz der Betriebshaftpflichtversicherung ist grundsätzlich zunächst auf die Bundesrepublik Deutschland beschränkt. Doch auch betriebliche Aktivitäten im Ausland werden von manchen Versicherungen bis zu einer bestimmten Höhe über die Betriebshaftpflichtversicherung mitversichert. In den Ergebnissen eines Versicherungsvergleichs können Sie sich einen Überblick über die Absicherung dieser Leistungen verschaffen.

Wie hoch sollte ich die Deckungssumme wählen?

Bei der Wahl der Deckungssumme für die Betriebshaftpflichtversicherung sollte im Prinzip der größte anzunehmende Schadensfall berücksichtigt werden, der in Ihrem Betrieb eintreten könnte. Denn erst dann ist die Betriebshaftpflichtversicherung auch ein wirkungsvolles Instrument, um Risiken zu minimieren. Gerade im Fall von Personenschäden gehen die möglichen Forderungen schnell in die Millionenhöhe.

Je teurer die Gegenstände, an oder mit denen Sie arbeiten, desto höher ist Ihr Haftungsrisiko bei Sachschäden. Entsprechend sollten Sie auch Ihre Deckungssumme für die Betriebshaftpflichtversicherung wählen. Aufgrund der geringen Prämienunterschiede bei Versicherungen mit unterschiedlichen Deckungssummen empfiehlt bspw. das Portal Finanzchef24 mindestens 3 Millionen Euro Deckungssumme für Personen- und Sachschäden. Dies wird in dem Vergleich als “Standardschutz” bezeichnet.

Nutzen Sie denn Versicherungsvergleich, um die passende Betriebshaftpflichtversicherung zu finden.

Analyse und Vergleich von Versicherungen

Neben der Betriebshaftpflichtversicherung gibt es noch weitere wichtige Versicherungen für Ihr Unternehmen. Dazu zählt bspw. die Rechtsschutzversicherung. Eine umfangreiche Bedarfsanalyse auf betrieblicher Ebene bietet das Portal Finanzchef24. Je nach Branche und Tätigkeit erfolgt eine Analyse der relevanten Versicherungen. Im zweiten Schritt können Sie dann auch direkt die Angebote zahlreicher Versicherungsunternehmen ganz einfach vergleichen: zur Versicherungsbedarfsanalyse.

Versichert oder verunsichert?

„Ich versichere mich, sobald ich genug verdiene“ – so denken viele Selbständige und leben viel zu lange ohne soziale Absicherung. Im Alter drohen ihnen eine mickrige Rente und horrende Gesundheitskosten. Was Existenzgründer beachten sollten.

Krankenversicherung, Rente: Selbständige unterschätzen leicht die Risiken des Alters

Wenn Gründer zu Helmut Boor kommen, bringen sie meist viele Sorgen mit: Darlehen, Verdienst, Aufträge. Boor ist Berater bei der Strategam Group und hat festgestellt: Die Vorsorge für Alter oder Krankheit ist für frischgebackene Selbständige oft kein Thema – leider. „Es ist schwierig, ihnen klarzumachen, wie ernst sie diesen Punkt nehmen sollten.“

Tatsächlich haben 1,8 Millionen Selbständige keine obligatorische Rentenversicherung, schätzt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Die Krankenversicherung ist immerhin seit ein paar Jahren Pflicht. Doch bei der Wahl machen viele den Fehler, dass sie nicht ans Alter oder an die Familienplanung denken. „Man sollte einmal im Jahr prüfen, ob die Versicherungen noch zur Betriebs-, Einkommens- und Lebenssituation passen“, sagt Helmut Boor.

Gesetzliche Rente ab 78 Euro im Monat

Künstler und Publizisten sind über die Künstlersozialkasse pflichtversichert. Wie Arbeitnehmer müssen sie nur die Hälfte des Rentenbeitrags tragen. Die andere Hälfte zahlt die Künstlersozialkasse aus den Abgaben von jenen, die von künstlerischen Leistungen profitieren; etwa von Theatern und Konzertveranstaltern. Auch der Staat schießt einen Teil zu. Außerdem gibt es berufsständische Versorgungseinrichtungen etwa für Ärzte oder Steuerberater – auch für diese Berufsgruppen ist die Versicherung Pflicht.

Wer nicht pflichtversichert ist, kann sich freiwillig gesetzlich rentenversichern. Helmut Einig, Existenzgründer-Berater, sagt: „Wir haben festgestellt, dass die gesetzliche Rentenversicherung günstiger sein kann als eine private Vorsorge.“ Die Beiträge können sich die Versicherten aussuchen; das Minimum liegt bei nur 78,40 Euro im Monat. „Das lohnt sich aber nicht“, sagt Einig. Wie hoch der Beitrag sein sollte, hänge immer vom Alter und vom Einkommen ab. Unter 300 Euro sollten es aber in der Regel nicht sein.

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Wer nicht pflichtversichert ist, kann mit der Rürup-Rente vorsorgen – offiziell heißt sie Basisrente und ist nach dem Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup benannt. Wer diese private Rentenversicherung abschließt, kann einen Großteil der Beiträge als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. „Das lohnt sich aber normalerweise nur für Gutverdiener“, sagt Experte Helmut Einig. Weiterer Nachteil: Wenn der Selbständige stirbt, verfällt das Kapital.

Private oder gesetzliche Krankenversicherung?

In Deutschland muss jeder eine Krankenversicherung haben. Normalerweise sind Selbständige Mitglied in der Privaten Krankenversicherung (PKV), dafür müssen sie kein bestimmtes Einkommen nachweisen. Junge, gesunde Menschen und Männer zahlen weniger. Die Versicherten bekommen zusätzliche Leistungen, etwa Chefarztbehandlung.

Berater Helmut Einig warnt allerdings: „Im Alter sind die Beiträge recht hoch. Ich kenne Leute, die 1000 Euro im Monat zahlen.“ Und Kinder sind nicht automatisch mitversichert. Die Entscheidung will gut überlegt sein, denn wer einmal in der PKV ist, kommt normalerweise nicht mehr heraus. Wenn er dann im Alter die hohen Prämien nicht zahlen kann, bleibt nur der Basistarif der PKV. Dabei sind die Leistungen die gleichen wie in der GKV; allerdings richten sich die Prämien weiterhin nach Alter und Geschlecht. Der Höchstbeitrag liegt bei 592,88 Euro.

Wer Angst vor hohen Prämien hat, kann sich aber auch freiwillig in der GKV weiterversichern. Allerdings nur, wenn er vorher gesetzlich versichert war – und nur in den ersten drei Monaten nach Ende dieser Versicherungspflicht. In der GKV richten sich die Beiträge nach dem Einkommen. Kinder und Ehepartner sind kostenlos mitversichert.

Pflichtvorsorge für die Zukunft – die Pflegeversicherung

Selbständige zahlen den allgemeinen Beitragssatz von derzeit 15,5 Prozent allein – bei Künstlern und Publizisten übernimmt die Künstlersozialkasse die Hälfte. Die ist übrigens selbst keine Krankenkasse: Sie wickelt die Beitragszahlungen an die gesetzlichen Versicherungen nur ab. Die gesetzlichen Kassen dürfen auch Zusatzbeiträge erheben.

Ob GKV oder PKV – Selbständige sollten bei der Wahl auch prüfen, ob ein Krankengeld enthalten ist. Nur wer in der Künstlersozialkasse versichert ist, hat ab dem 43. Tag automatisch Anspruch darauf. Alle anderen können sich über die gesetzliche oder eine private Versicherung vor Verdienstausfall schützen.

Die Pflegeversicherung ist für alle Pflicht und wird mit der Krankenversicherung abgeschlossen. Bei den gesetzlichen Kassen liegt der Grundbeitrag bei 1,95 Prozent; Kinderlose zahlen 0,25 Prozent mehr. Familienmitglieder ohne eigenes Einkommen sind mitversichert. Bei der privaten Pflegeversicherung hängen die Prämien nicht vom Einkommen ab. Dort sind Kinder mitversichert, Ehepartner allerdings nicht. Wer in der Künstlersozialkasse ist, zahlt nur den halben Grundbeitrag.

Schutz gegen Berufsrisiken – die Unfallversicherung

Gegen Unfälle bei der Arbeit können sich Selbständige freiwillig absichern – über die Berufsgenossenschaften, etwa für Gesundheitsberufe oder Medien. In einigen gilt sogar eine Pflichtversicherung. Eine private Unfallversicherung kann sich zum Beispiel für Musiker lohnen: Eine Verletzung an der Hand kann das Ende der Karriere bedeuten. Für einige Selbständige, etwa landwirtschaftliche Unternehmer und Haushaltshilfen, gilt die gesetzliche Unfallversicherung. Sie wird von Unternehmen, Bund, Ländern und Gemeinden finanziert.

Wer zuvor in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, kann sich als Selbständiger freiwillig weiterversichern. Er zahlt dann einen Beitrag von rund 80 Euro im Monat. Wenn er sich arbeitslos meldet, bekommt er ein Arbeitslosengeld zwischen 600 und mehr als 1400 Euro, so die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Die Höhe richtet sich nach dem Durchschnittseinkommen, das der Antragsteller mit seiner Qualifikation erzielen kann.

Die Gewerkschaft Ver.di berät Solo-Selbständige aus allen Branchen am Telefon und gibt einen Online-Ratgeber heraus: www.mediafon.de. Auf www.startothek.de oder in der Beraterbörse der Förderbank KFW, www.kfw-beraterboerse.de, können Gründer einen spezialisierten Berater in ihrer Region finden. Bei der Suche sollten sie unterscheiden zwischen einem unabhängigen Unternehmensberater und einem Versicherungsmakler – letzterer wird im Zweifel eine private Versicherung empfehlen, wenn er dafür Provision bekommt.

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Источники: http://www.helberg.info/welche-versicherung/welche-versicherungen-als-selbstaendiger/, http://www.fuer-gruender.de/wissen/unternehmen-gruenden/versicherung/gewerbliche-haftpflichtversicherung/betriebshaftpflichtversicherung/, http://m.spiegel.de/karriere/was-existenzgruender-bei-rente-und-sozialversicherungen-beachten-sollten-a-832338.html

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