Unfallversicherung definition

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Arbeitsunfälle

Bild: © Dominik Buchardt, DGUV

Eine der wichtigsten Aufgaben der gesetzlichen Unfallversicherung ist es, Unfälle zu verhüten. Leider gelingt das nicht immer. Kommt es doch zu einem Arbeitsunfall, sind die Betroffenen durch ein komplettes Betreuungs- und Entschädigungssystem der Unfallversicherungsträger abgesichert.

Was ist ein Arbeitsunfall?

Der Begriff Arbeitsunfall bezieht sich nicht allein auf Unfälle, die Beschäftigte während ihrer Arbeitstätigkeit erleiden. Er ist weiter gefasst. Das liegt daran, dass sich der Kreis der Versicherten in der gesetzlichen Unfallversicherung im Laufe ihres Bestehens erweitert hat.

Heute sind nicht nur Arbeitnehmer bei ihren beruflichen Tätigkeiten versichert, sondern auch viele andere Personengruppen. Zum Beispiel Schüler und Schülerinnen während ihres Schulbesuchs, Kinder in einer Kindertagesstätte oder Menschen, die erste Hilfe geleistet haben nach einem Verkehrsunfall.

Ob ein Koch sich in der Küche die Hand verbrennt oder eine Schülerin sich beim Fußballspiel im Sportunterricht ein Bein bricht – beides ist versicherungsrechtlich ein Arbeitsunfall. Das gilt im übrigen auch für Unfälle bei vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Allgemein kann man deshalb sagen: Arbeitsunfälle sind die Unfälle, die versicherte Personen infolge der versicherten Tätigkeit erleiden. Und die gesetzliche Unfallversicherung bietet Schutz bei der Ausübung dieser Tätigkeiten.

Weitreichender Versicherungsschutz

Der Schutz der Unfallversicherung geht an manchen Punkten noch weiter. Er besteht auch für Tätigkeiten, die mit der versicherten Tätigkeit in Zusammenhang stehen. Dazu einige Beispiele. Versichert sind auch

  • die Verwahrung, Beförderung, Instandhaltung oder Erneuerung von Arbeitgeräten
  • die Teilnahme der Beschäftigten am Betriebssport oder an Betriebsausflügen und -feiern, sofern diese Veranstaltungen vom Unternehmen durchgeführt werden
  • die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an Klassenfahrten und -feiern, die im Verantwortungsbereich der Schule stattfinden.

Aber was genau ist überhaupt ein Unfall? Auch dafür gibt es eine gesetzliche Definition: Ein Unfallereignis ist ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden führt.

Kein Versicherungsschutz

Kein Versicherungsschutz besteht, wenn Verletzungen oder Gesundheitsschäden ohne Einwirkung von außen zufällig während der versicherten Tätigkeit auftreten. Wenn also zum Beispiel ein Kind im Hort plötzlich Nasenbluten bekommt oder ein Mitarbeiter am Schreibtisch einen Herzinfarkt erleidet.

Die gesetzliche Unfallversicherung ersetzt in der Regel keine Sachwerte.

  • Sachschäden, die durch das Leisten von Erster Hilfe entstehen (z.B. zerrissene Kleidung) oder
  • durch den Arbeitsunfall beschädigte Hilfsmittel (z.B. Brille)

Weitere Informationen finden Sie hier:

Quicklinks und Services

Unter 0800 6050404 erreichen Sie die Infoline der Gesetzlichen Unfallversicherung

Was ist die private Unfallversicherung?

Details zur privaten Unfallversicherung

Anders als bei der gesetzlichen Unfallversicherung , leistet eine private Unfallversicherung nicht nur im Fall von Unfällen oder Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Beruf.

Stattdessen gilt der Versicherungsschutz in der Regel für Unfälle der/des Versicherten weltweit. Der Versicherungsanbieter zahlt im Versicherungsfall eine Geldleistung. Dies kann zum Beispiel eine Unfallrente oder eine Kapitalleistung sein.

Wann liegt nach der Definition des Versicherers ein Unfall vor?

Die private Unfallversicherung tritt in Kraft, wenn Personenschäden durch einen Unfall verursacht werden. Als Unfall wird jedes plötzlich und unfreiwillig von außen auf den Körper einwirkende Ereignis bezeichnet, welches zu einer Gesundheitsschädigung der Person führt.

Diese Definition kann teilweise erweitert werden um Fälle, in denen aufgrund einer erhöhten Kraftanstrengung eine Verrenkung verursacht wird oder aber Muskel-, Sehnen- oder andere Bänderverletzungen auftreten. In diesen Situationen liegt keine plötzliche Einwirkung von außen vor, wie sie in der engeren Spezifikation verlangt wird. Ein Beispiel für diese ergänzende Unfalldefinition könnte das Möbeltragen sein, bei dem einer der Beteiligten einen Muskelabriss im Arm erleidet.

Die Leistungen der verschiedenen Versicherungsanbieter variieren deutlich. Deshalb ist ein Vergleich der privaten Unfallversicherung empfehlenswert.

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Versicherungsnehmer

Als Versicherungsnehmer, auch VN abgekürzt, wird die Person bezeichnet, die mit dem Versicherungsunternehmen einen Vertrag abgeschlossen hat. Nicht zwangsläufig muss.

Im Bereich der Versicherungen ist von Vorsatz die Rede, wenn der Versicherungsnehmer , sich des Ausmaßes der Tat voll bewusst, vorsätzlichen Schaden anrichtet, mit dem Ziel.

Kapitalleistung

Der Begriff Kapitalleistung bezeichnet die Auszahlung einer Gesamtsumme und die Hilfestellung des Versicherers an den Versicherungsnehmer. Im Bereich der Unfallversicherung.

Gesetzliche Unfallversicherung (GUV)

1. Einordnung und Überblick

Die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) ist ein Zweig der deutschen gesetzlichen Sozialversicherung. Versichert sind insbesondere Arbeitnehmer bei ihrer Arbeit, aber auch viele andere Personengruppen gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten. Mit einem jährlichen Finanzvolumen von etwa 13 Mrd. Euro ist die GUV ein vergleichsweise kleiner Teil des Gesamtsystems der sozialen Sicherheit und der Gesundheitsversorgung.

2. Geschichte

Die GUV wurde 1884 mit dem „Unfallversicherungsgesetz“ eingeführt und erfasste zunächst nur Unternehmen mit besonders hohen Unfallrisiken. Schrittweise wurde der Versicherungsschutz auf verschiedene Wirtschaftszweige ausgedehnt und den für bestimmte Branchen zuständigen Berufsgenossenschaften aufgetragen. Seit 1942 sind alle gewerblich Beschäftigten durch die GUV geschützt. Im weiteren Verlauf wurde der Kreis der versicherten Personen um andere Personengruppen, wie z.B. Kinder, Schüler, Studierende, bürgerschaftlich Engagierte, ehrenamtlich tätige Personen, Mitarbeiter in Hilfsorganisationen, Feuerwehrleute, Lebensretter, Blut- und Organspender, Zeugen, Schöffen und nicht gewerbsmäßig in der häuslichen Pflege tätige Pflegepersonen (§§ 2, 3, 6 SGB VII) erweitert. Diese Gruppen sind überwiegend wie die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bei den Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand (i.d.R. „Unfallkassen“) versichert. Als Versicherungsfälle gelten in der GUV seit 1884 die eigentlichen Betriebsunfälle (siehe heute § 8 I SGB VII) und seit 1925 auch Berufskrankheiten (§ 9 SGB VII/Berufskrankheiten-Verordnung, kurz BKV) sowie Unfälle im Umgang mit Arbeitsgeräten und Wegeunfälle (§ 8 II SGB VII). Der Versicherungsschutz für Wegeunfälle wurde in der Folgezeit mehrfach ausgedehnt, insbesondere auf Familienheimfahrten und Umwege aufgrund von Fahrgemeinschaften oder im Zusammenhang mit der Betreuung von Kindern. Das Recht der GUV ist seit dem 1.1.1997 im Siebten Buch des Sozialgesetzbuchs geregelt, davor galt die Reichsversicherungsordnung (RVO) als Rechtsgrundlage. Die letzte umfassendere Anpassung des SGB VII erfolgte 2008 mit dem Unfallversicherungs-Modernisierungsgesetz (UVMG).

3. Aufgaben

Vorrangig hat die GUV mit allen geeigneten Mitteln Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu verhüten (Prävention). Seit 1996 ist die Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren einbezogen. Nach dem Eintritt von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten hat die GUV den entstandenen Schaden umfassend zu beheben und auszugleichen. Die Gesundheit der Versicherten ist durch Heilbehandlung und medizinische Rehabilitation so weit wie möglich wieder herzustellen, die Versicherten sind sowohl ins Erwerbsleben (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben) als auch gesellschaftlich wieder einzugliedern (Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft). Einkommensausfälle durch bleibende Gesundheitsschäden sind durch Renten (Versichertenrente) auszugleichen. Hat der Versicherungsfall den Tod zur Folge, sind an die Hinterbliebenen Renten und andere Geldleistungen zu zahlen (Hinterbliebenenentschädigung).

4. Grundprinzipien und Besonderheiten

Die GUV vermittelt den Versicherten umfassende soziale Sicherheit. Sie entlastet aber auch die Personen, die in den Betrieben für den Eintritt von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten verantwortlich sind (insbesondere die Unternehmer selbst), von ihrer Haftung gegenüber den Geschädigten. Auf dieses doppelte Ziel sind die folgenden Grundprinzipien zurückzuführen, die die deutsche GUV prägen:

a) Die Haftung des Unternehmers für Schäden, die auf den vom Unternehmer zu verantwortenden betrieblichen Gefahren beruht, wird durch die öffentlich-rechtliche Verpflichtung der GUV zum Schadenausgleich ersetzt. Etwaige zivilrechtliche Schadenersatzansprüche der Geschädigten gegen den Unternehmer oder andere Beschäftigte sind weitestgehend ausgeschlossen.

b) Die Unternehmer tragen die Beiträge zur GUV allein, entsprechend ihrer Verantwortung für die betrieblichen Gefahren und ihrer Entlastung vom Haftungsrisiko.

c) Die Versicherungsleistungen orientieren sich am Schadenersatzprinzip, da sie an die Stelle von Schadenersatzansprüchen treten, aber auch an sozialrechtlichen Gesichtspunkten des Ausgleichs.

d) Ob Versicherungsschutz besteht, hängt von der faktischen Ausübung einer nach dem Gesetz versicherungspflichtigen Tätigkeit ab. Abhängig Beschäftigte sind daher versichert, selbst wenn ihr Arbeitgeber sein Unternehmen noch nicht beim zuständigen Unfallversicherungsträger gemeldet und dementsprechend keine Beiträge zur GUV gezahlt hat. Damit wird ein zuverlässiger und wirksamer Schutz für alle Personen erreicht, die das Gesetz unter Versicherungsschutz stellt.

e) Die Versicherungsleistungen werden grundsätzlich unabhängig vom Verschulden der Geschädigten, der Unternehmer oder weiterer Personen erbracht. Sie werden von Amts wegen festgestellt, d.h. ohne Antrag der Geschädigten. Damit wird das Beschäftigungsverhältnis vom Streit über die Berechtigung der Ansprüche entlastet.

f) Die GUV entlastet zwar die Unternehmer von ihrer Haftung, nicht aber von ihrer Verantwortung für die sichere und gesunde Gestaltung der Arbeitsumgebung und der Arbeitsbedingungen. Aufgabe der GUV ist es daher, dafür zu sorgen, dass die hierfür Verantwortlichen, die Unternehmer, in den Betrieben wirksame Prävention betreiben. Die GUV unterstützt zu diesem Zweck die mit der Durchführung der Prävention in den Betrieben betrauten Personen (Sicherheitsbeauftragte, Sicherheitsfachkräfte, Betriebsärzte, Betriebsräte) durch Beratung und Schulung, sie überwacht aber auch die Durchführung der erforderlichen Präventionsmaßnahmen in den Betrieben. Für die Prävention in den Betrieben gibt sie Empfehlungen und Informationen zur Ergänzung und Konkretisierung des staatlichen Arbeitsschutzrechts. Sie erlässt auch verbindliche Unfallverhütungsvorschriften, soweit das staatliche Arbeitsschutzrecht hierfür Raum lässt.

g) Das Verhältnis der verschiedenen Aufgabenbereiche der GUV zueinander wird durch zwei Grundsätze geprägt: „Prävention vor Entschädigung“ und „Rehabilitation vor Rente“.

h) All dies lässt sich optimal verwirklichen, weil die Berufsgenossenschaften branchenspezifisch und die Unfallkassen entsprechend der regionalen Gliederung von Bund, Ländern und Gemeinden als Körperschaften des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung organisiert sind.

Literatur: Becker, P./Burchardt, K./Krasney, O. E./Kruschinsky, M., Gesetzliche Unfallversicherung (SGB VII)

Autor(en): Dr. Andreas Kranig

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Источники: http://www.dguv.de/de/versicherung/arbeitsunfaelle/index.jsp, http://www.sparen.de/faq/was-ist-die-private-unfallversicherung, http://www.versicherungsmagazin.de/lexikon/gesetzliche-unfallversicherung-guv-1945392.html

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