Überspannungsschäden durch blitz

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Blitzschaden: Was die Versicherung zahlt (und was nicht)

Spektakuläre Blitz-Einschläge haben in diesen Tagen Schlagzeilen gemacht. Welche Versicherung zahlt bei den  typischen Sachschäden?

Feuerschaden durch Blitz

Verursacht der Blitzeinschlag ein Feuer, so sind Schäden entweder durch die Hausratversicherung oder die Wohngebäudeversicherung gedeckt. Die Police für den Hausrat umfasst grundsätzlich alle Sachen, die sich in der Wohnung befinden, die Police für Gebäude ist zuständig für Gebäudebestandteile (etwa das Dach) sowie Sachen, die fest mit dem Gebäude verbunden sind, etwa Markisen, Fensterläden oder Antennen.

Direkter Blitzeinschlag

So wie das Risiko Feuer ist ebenso der Blitzeinschlag üblicherweise in der Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung mitversichert. Gemeint ist aber nur der direkte Blitzeinschlag. Das bedeutet: Der Blitz müsste zum Beispiel direkt in die Antenne des Fernsehers zischen, damit die Versicherung für einen Schaden aufkommt. Das ist jedoch selten der Fall. Das berichtet auch der Versichererverband GDV:

Dabei ist die Anzahl derjenigen Schäden, die durch direkte Blitzschläge entstehen, vergleichsweise gering. Schadentreiber sind die indirekten Überspannungsschäden, wenn der Blitz in der unmittelbaren Umgebung der Wohnung einschlägt. Diese Überspannungsschäden machten 2013 mit rund 80 Prozent den größten Anteil aus.

Гњberspannungsschaden nach Blitz

Sehr viel öfter verursacht der Blitzschlag Schäden, weil er zum Beispiel in die Dachantenne fuhr und im Stromnetz des Hauses eine Überspannung auslöste. Das kann teure Geräte wie Fernseher, Hifi-Anlagen oder Computer demolieren. Eine solche indirekte Blitzfolge ist nur dann versichert, wenn in der Police ausdrücklich Überspannungsschäden mitversichert sind.

In neueren Versicherungsbedingungen sind ГњberspannungsschГ¤den oft mit enthalten – allerdings mit HГ¶chstgrenzen, und zwar in der Regel fГјnf Prozent der Versicherungssumme. Bei 50.000 Euro Versicherungssumme wГјrden also maximal 2.500 Euro fГјr Reparatur oder Neukauf gezahlt.

Sind mehrere teure Geräte im Haushalt, wie zum Beispiel Laptops oder Fernseher, kann dieser Schutz zu wenig sein (maßgeblich sind immer die Neupreise). Mit zwei Fernsehern sowie einem Laptop oder Tablet ist das Limit möglicherweise schon überschritten. Wer einen High-Tech-Haushalt hat, sollte daher gegen Prämienzuschlag die Entschädigungsgrenzen erhöhen.

Mein Finanztip: Bei Verträgen mit älteren Versicherungsbedingungen könnte es sein, dass der Ausschluss von Überspannungsschäden unwirksam ist. Jedenfalls haben Gerichte entschieden, dass die Klauseln in den jeweiligen Einzelfällen für die Kunden nicht verständlich genug waren (OLG Hamburg, Az: 4 U 183/94; OLG München, Az: 21 U 2090/97).

Statistik Blitzschaden, Гњberspannungschaden

Im Jahr 2013 verzeichneten die deutschen Hausrat- und Wohngebäudeversicherer 340.000 Blitz- und Überspannungsschäden und haben dafür 280 Millionen Euro an ihre Kunden gezahlt (s. Statistik-Tabelle unten). Mit rund 800 Euro war ein Einzelschaden im Schnitt im letzten Jahr so teuer wie noch nie, berichtete der Versichererverband GDV im Jahr 2014.

Überspannungsschäden durch blitz

Gefahr durch Blitze

Überspannungsschäden: So schützen Sie Ihr Haus

15.05.2017, 12:18 Uhr | dpa/tmn

Blitze können für massive Schäden sorgen (Quelle: SVphotography/Thinkstock by Getty-Images)

Die Angst kommt im Sommer wieder auf: Blitzeinschläge können sämtliche Elektrogeräte im Haus zerstören, Kurzschlüsse und sogar Brände auslösen. Und doch verzichteten früher Hausbesitzer oft auf einen Blitz- und Überspannungsschutz. Lohnt sich das Nachrüsten?

Problem auch bei weit entfernten Blitzen

Ein Blitzeinschlag im Haus macht Angst. Aber er ist vergleichsweise selten. Viel größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass während eines Gewitters Überspannungsschäden an elektrischen Geräten auftreten. Denn diese entstehen nicht nur durch direkte Einschläge, sondern durch Blitze, die relativ weit entfernt einschlagen.

„Dabei fließen große Blitzströme durch die Erde, verzweigen sich und gelangen durch die elektrischen Leitungen ins Haus“, erklärt Wilhelmina Katzschmann von der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz. Das verursacht Überspannungsschäden, die Fernseher und Co außer Gefecht setzen können. Und sie lösen Kurzschlüsse und Brände im Haus aus.

Viele Blitzableiter gegen Überspannung machtlos

Ein Blitzableiter, wie er bis in die 1990er üblich war, ist gegen Überspannung machtlos. Und da in älteren Ein- und Zweifamilienhäusern weder Blitz- noch Überspannungsschutz vorgeschrieben ist, sind die meisten Gebäude auch nicht damit ausgestattet.

„Hausbesitzer müssen nur dann einen Blitzschutz haben, wenn die Blitze schnell Brände auslösen können oder Personen und schützenswerte Güter in besonderer Gefahr sind“, erklärt Thomas Raphael vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE). Das gilt zwingend zum Beispiel für hohe Gebäude, die feuergefährdete Bereiche aufweisen wie Dacheindeckungen aus Holz oder Reet.

Wann müssen Sie nachrüsten?

„Neu ist, dass seit Oktober 2016 in allen Neubauten ein Überspannungsschutz Pflicht ist“, ergänzt Raphael. „Besitzer älterer Häuser müssen selbst entscheiden, ob sie ihn nachrüsten.“ Das machen viele Hausbesitzer erst bei Betroffenheit, berichtet Raphael. Zunächst haben sie beim Hausbau vor Jahren den Einbau der beiden Schutzarten auf später verschoben – um Kosten zu sparen. „Erst viel später, wenn irgendwo in der Nachbarschaft ein Blitz eingeschlagen ist oder Geräte bei einem Gewitter Schaden genommen haben, wird das Thema aktuell.“ Die Frage ist dann, wie viel Schutz ausreicht.

Wer nachrüstet, hat drei Möglichkeiten

Variante 1: Manche fürchten sich vor einem direkten Blitzeinschlag. Sie wollen Feuer und Personengefährdung ausschließen. Diesen Schutz bietet ein äußeres Blitzschutzsystem zusammen mit einem minimalen inneren Blitzschutz, der auch einfache Überspannungsschutzgeräte beinhaltet.

Variante 2: Manche möchten sich nur gegen Überspannungen schützen, die über die Leitungen in das Haus eindringen, da diese viel häufiger auftreten. In diesem Fall installiert ein Fachmann einen umfassenden Überspannungsschutz.

Variante 3: Diese Gruppe wünscht sich einen Rundumschutz sowohl bei direkten oder nahen Blitzeinschlägen als auch bei fernen. Dann kommt die Kombination aus den beiden vorher genannten Varianten zum Zuge.

Blitzschutzsystem oder Überspannungsschutz?

Ob die Nachrüstung mit Blitzschutzsystem oder mit Überspannungsschutz ratsam ist, hängt auch stark von der Ausstattung des Hauses mit elektronischen Geräten ab. „Hausbesitzer sollten sich fragen, welche Technik sie im Haus haben und welche Anschaffungen sie für die Zukunft planen“, rät Andre Witzel vom Verband Deutscher Blitzschutzfirmen. Gibt es empfindliche Geräte in der Wohnung? Sind die technischen Geräte vernetzt? „Je mehr Technik vorhanden ist, desto eher wird ein Überspannungsschutz gebraucht“, rät der Experte.

Ein wirksamer Überspannungsschutz besteht aus mehreren Geräten

Typ 1: Die erste Stufe ist ein Schutzgerät direkt am Hausanschlusskasten oder an der Hauptverteilung. Dieser Typ 1 leitet Blitzströme in die Erdungsanlage, so dass die Hausinstallation nur noch mit Überspannungen belastet wird.

Typ 2: In der Praxis kommt oft ein erweitertes Schutzgerät (Typ 1+2) zum Einsatz, das gleichzeitig auch die Überspannungen auf ein niedriges Niveau reduziert. Alternativ kann das zweite Schutzgerät in der Unterverteilung installiert werden, erklärt Raphael.

Typ 3: Bei langen Leitungen für Strom oder Telefon werden weitere Schutzgeräte benötigt, die sich unmittelbar am Gerät in die Leitung einbauen lassen. Diese Geräte des Typs 3 sollen empfindliche elektronische Geräte besonders schützen. Sie werden meist direkt in die Steckdose eingesetzt.

„Einen umfassenden Schutz bieten diese allein aber nicht“, warnt Katzschmann. „Ohne die Stufen 1 und 2 machen solche Überspannungsschutzgeräte wenig Sinn.“ Auch die oft angepriesenen Mehrfachsteckdosen mit Überspannungsschutz haben ihrer Erfahrung nach kaum Wirkung, „wenn die Überspannung erst einmal im Haus ist“.

Nachrüsten ist teuer

Ein umfassendes Blitzschutzsystem mit Überspannungsschutz gibt es für 2.500 bis 3.000 Euro. „Teurer wird es allerdings, wenn beim Neubau nicht an eine spätere Installation des Blitzschutzes gedacht wurde, und die Anschlüsse an die Erdungsanlage fehlen“, erklärt Raphael. Denn der Blitzstrom muss sich in die Erde leiten lassen. Dazu ist es notwendig, die am Haus installierten Drähte des Blitzschutzsystems mit der Erdungsanlage zu verbinden. Diese Anschlüsse beim Bau des Hauses vorzusehen, ist nur ein Klacks.

Jedes Gebäude muss eine Erdungsanlage haben. Beim Erstellen des Fundamentes oder der Bodenplatte, führt die Baufirma zusätzliche Erdungsfahnen an den Hausecken aus dem Fundament heraus. Ist die Baugrube aber bereits aufgefüllt, kommen die Handwerker nicht mehr an die vorhandene Erdungsanlage heran. Dann muss für den Blitzschutz eine zusätzliche Erdungsanlage eingebaut und mit der vorhandenen verbunden werden. „Das ist ziemlich aufwendig“, erklärt Raphael.

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Überspannungsschäden: Wann die Versicherung wirklich etwas taugt

Die Überspannung ist ein unterschätztes Risiko. Dabei werden Gegenstände in der Wohnung durch Überspannungsschäden besonders oft zerstört. Leider wollen etliche Versicherungen einschließlich Haftpflichtversicherung im Schadensfall nicht zahlen.

Das Ausmaß eines solchen Schadens ist in den meisten Haushalten ganz enorm. Wenn der Blitz einschlägt, werden viele Elektrogeräte beschädigt. Die einzelnen Geräte mögen gar nicht unbedingt so wertvoll sein. Aber in der Summe geht es oft um beträchtliche Summen. Vor allem Haushaltsgeräte, Computer und Fernseher müssen für teures Geld ersetzt werden.

Weshalb die Versicherung häufig nicht zahlen möchte

Versicherungsnehmer nehmen oft an, ihre Hausratversicherung würde einen guten Schutz bieten. Doch leider ist dies nicht immer der Fall. Überspannungsschäden sind zwar in den meisten Hausrattarifen abgedeckt – allerdings nicht unbedingt auf die Art und Weise, wie von den Versicherungsnehmern vermutet wird.

Standardmäßig sind oft nur Überspannungen versichert, die im Stromnetz auftreten. Doch genau diese Art von Schadensursache tritt in der Praxis nur ganz in Erscheinung. Die Hauptursache für Schäden durch Überspannung sind Blitze. Beim Blitzschlag muss es nicht zwangsläufig zum Brand kommen. Wesentlich häufiger dringt die hohe Spannung in das Stromnetz ein und zerstört die angeschlossenen Elektrogeräte.

Nun mögen viele Personen auf die Tatsache verweisen, dass Blitzschlag in der Hausratversicherung ebenfalls als abgesichert gilt. Allerdings bezieht sich dieser Schutz fast immer nur auf Blitze, die Brände verursachen.

Beim Versicherungsvergleich genau hinsehen

Angesichts des hohen Risikos sollten Interessenten bei der Tarifwahl genau hinsehen. Wir empfehlen einen Versicherungsvergleich, in dessen Rahmen auch die gebotenen Leistungen unter die Lupe genommen werden. Es ist sehr empfehlenswert, sich am Ende für einen Tarif zu entscheiden, der Überspannungen durch Blitzschlag versichert. Sollte der Blitz einschlagen und Elektrogeräte beschädigt oder zerstört werden, muss der Versicherer zahlen.

Regulierung im Schadensfall

Wenn es zum Schadensfall kommt, gilt es das Ausmaß des Schadens zu erfassen und den Versicherer möglichst zeitnah zu unterrichten. Die beschädigten Elektrogeräte gilt es vorerst als Beweisstücke aufzubewahren.

Mit der Vergabe von Reparaturaufträgen gilt es vorsichtig sein. Bei bestimmten Geräten, wie zum Beispiel Computern oder Fernsehern, ist es unter Umständen günstiger, sie durch Neugeräte zu ersetzen. Im Zweifelsfall sollte man sich mit dem Versicherer absprechen. Es wäre ärgerlich, wenn eine Reparatur teurer als eine Neuanschaffung ist und der Versicherer am Ende nur die Kosten für den Kauf eines Neugeräts übernimmt.

Источники: http://www.finblog.de/hausratversicherung-blitzschaden/, http://www.t-online.de/heim-garten/bauen/id_81173508/ueberspannungsschaeden-durch-blitze-so-schuetzen-sie-ihr-haus.html, http://www.hausrat-info24.de/hausratversicherung/ueberspannungsschaeden/

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