Sturmschaden versicherung

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Versicherungen Sturmschäden – wer zahlt?

Stand: 06.10.2017 11:10 Uhr

Bei Sturmschäden kommen unterschiedliche Versicherungen ins Spiel, die den Schaden möglicherweise übernehmen. Eine kleine Orientierung, an wen man sich wann wenden sollte.

Von Frank Bräutigam, ARD-Rechtsexperte

Wann ist ein Sturm ein Sturm?

Für die einschlägigen Versicherungen gilt in der Regel: Ein „Sturm“ liegt ab Windstärke acht vor, also ab 62 Kilometern pro Stunde. Ob diese Stärke vor Ort erreicht wurde, kann man zum Beispiel über den Deutschen Wetterdienst herausfinden.

Wer kommt für Schäden am Haus auf?

Wenn der Sturm beispielsweise Dachziegeln abgedeckt oder ein Baum das Haus beschädigt hat, ist die Wohngebäudeversicherung der richtige Ansprechpartner. Sturmschäden sind in der Regel in der Wohngebäudeversicherung enthalten, man sollte aber nochmal im Kleingedruckten nachschauen.

Und wenn Sachen im Haus zerstört wurden?

Ein kaputtes Dach kann auch schnell dazu führen, dass Einrichtungsgegenstände beschädigt werden. Dann ist die Hausratsversicherung der richtige Ansprechpartner. Auch hier ist ein Blick ins Kleingedruckte sinnvoll, was der eigene Vertrag genau abdeckt. Klar ist: Wer einfach das Fenster offen gelassen hat, kann nicht auf Entschädigung hoffen.

Wer zahlt für Sturmschäden am Auto?

Wenn das eigene Auto durch einen Baum, Äste oder Dachziegel beschädigt wurde, ist die Teilkaskoversicherung der richtige Ansprechpartner, die Schäden ab Windstärke acht übernimmt. Bei Kaskoversicherungen hat man als Kunde oft eine Selbstbeteiligung vereinbart. Eine Höherstufung bekommt man in der Regel aber nur, wenn man selbst schuld am Schaden war.

Wie sieht es aus beim vollgelaufenen Keller?

Wichtig: Die normale Gebäudeversicherung übernimmt solche Wasserschäden nicht. Dafür muss man eine sogenannte Elementarschadenversicherung abgeschlossen haben.

Kann es sein, dass ich für Sturmschäden anderer aufkommen muss?

Das ist möglich. Wenn man das eigene Dach oder die eigenen Bäume im Garten nicht richtig gesichert und kontrolliert hat, kann es sein, dass man einen Schaden verschuldet und ihn dann begleichen muss. Die Einzelheiten zum Verschulden sind dann häufig sehr umstritten. Für solche Fälle ist es wichtig, eine Haftpflichtversicherung zu haben. Ein typisches Beispiel ist auch der schlecht gesicherte Blumentopf auf dem Balkon des Mieters, der herunterfällt und Schäden anrichtet.

Worauf muss ich nach einem Schaden achten?

Wichtig ist, den Schaden zu dokumentieren (Fotos machen, Liste der beschädigten Dinge erstellen, Zeugen suchen etc.) und schnell der Versicherung zu melden. Gleichzeitig muss man darauf achten, dass der Schaden so gering wie möglich bleibt. Das nennt man „Schadensminderungspflicht“. Bei Schäden am Dach sollte man zum Beispiel versuchen, sie schnell so gut wie möglich abzudecken.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. Oktober 2017 um 07:31 Uhr.

Korrespondent

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Was die Versicherung zahlt

Erst „Franz“, jetzt „Kyrill“: In diesem Monat erlebt Deutschland bereits den zweiten schweren Sturm. Was Versicherte tun sollten, wenn das Auto beschädigt wurde oder Dachziegel wegwehen – ein Überblick.

Hamburg – Von Unwetterschäden betroffene Bürger sollen sich umgehend an ihre Versicherung melden, raten Verbraucherschützer. In der Regel haften Gebäude-, Hausrat- und Kaskoversicherungen. Stürmisch ist es nach ihren Bedingungen schon ab Windstärke acht, was einer Windgeschwindigkeit von 62 bis 74 Stundenkilometern entspricht.

Ein Überblick über die Leistungen der Versicherungen – mit Tipps, wie sich die Betroffenen verhalten sollten.

Schäden am Haus: Gebäudeschäden, die etwa durch umgestürzte Bäume, Schornsteine oder Masten entstanden sind, ersetzt in der Regel die Wohngebäudeversicherung. Hat der Sturm das Dach abgedeckt oder Fensterscheiben eingeschlagen, sind Folgeschäden etwa durch eindringenden Regen ebenfalls versichert. Allerdings muss der Versicherte den Schaden möglichst weit begrenzen, etwa indem er eine Plane vor ein zerbrochenes Fenster klebt. Schäden durch Hochwasser oder Überschwemmungen sind dagegen nicht abgedeckt. Versicherungsschutz besteht nur dann, wenn der Kunde eine Zusatzversicherung gegen „Elementarschäden“ abgeschlossen hat. Wer noch eine alte DDR-Police hat, die nach der Wende von der Allianz übernommen wurde, hat Glück: Darin sind Hochwasserschäden automatisch mitversichert.

Schäden am Hausrat: Sturmschäden an der Wohnungseinrichtung werden von der Hausratversicherung abgedeckt. Nach Angaben von Verbraucherexperten gilt dies aber nur für Haushaltsgegenstände, die in einem Gebäude untergebracht waren, das ebenfalls vom Wind beschädigt wurde. Die Versicherung zahlt zum Beispiel, wenn ein Fenster zu Bruch geht und dabei eine Vase zerschlägt. Bruchschäden an Fenster- und Türscheiben einschließlich der Kosten für eine erforderliche Notverglasung dagegen deckt nur eine zusätzliche Versicherung ab, die meist zusammen mit der Hausratversicherung abgeschlossen werden kann.

Schäden am Auto:Schleudert der Sturm Dachziegel, Äste oder Bäume auf ein parkendes Auto, ist in der Regel die Teil- oder Vollkaskoversicherung des Autohalters in der Zahlungspflicht. Versichert ist nur der Zeitwert des Wagens, nicht der Neuwert. Bei einem durch Sturm bewirkten Fahrfehler steht nach Angaben von Verbraucherschützern nur die Vollkasko für den Schaden ein – vorausgesetzt, es liegt keine grobe Fahrlässigkeit vor.

Personenschäden: Bei Verletzungen, die Betroffene durch Unwetter erleiden, kommt die Krankenversicherung zum Zuge. Bei dauerhaften Schäden springt nach Angaben der Verbraucherschützer die private Unfallversicherung ein.

Nachweis: Dass tatsächlich der Sturm die Schäden verursacht hat, müssen die Betroffenen zwar in der Regel nicht aufwendig nachweisen. Um Probleme mit der Versicherung von vornherein zu vermeiden, empfiehlt etwa die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz dennoch, unmittelbar nach dem Schadensfall eine vollständige Liste aller zerstörten oder beschädigten Gegenstände zu erstellen. Falls vorhanden, sollte die Liste durch Einkaufsbelege ergänzt werden. Andernfalls sollte aus dem Gedächtnis der Zeitpunkt der Anschaffung und der ungefähre Neupreis notiert werden. Ist ein Gebäude beschädigt, raten die Verbraucherschützer, detaillierte Foto- oder Filmaufnahmen zu machen und auch zusammen mit Nachbarn Protokolle über die Schäden zu verfassen.

Weil die Versicherungskammer Bayern mit erheblichen Schäden durch das Orkantief „Kyrill“, rechnet, haben sich die Mitarbeiter des Schadenservice auf vermehrte Meldungen vorbereitet. Um alle Sturmschäden schnell und reibungslos zu regulieren, wurde eine zentrale Schadenshotline mit der Nummer 01805/123456 geschaltet. Grundsätzlich empfehlen die Versicherer alle Schäden sofort zu melden und wenn möglich zu fotografieren.

Sturmschaden versicherung

Sturmschäden am Auto – wer zahlt?

29.10.2017, 16:59 Uhr | bp (CF) / nic

Ein Sturm kann schwere Schäden am Auto verursachen (Quelle: nevarpp/Thinkstock by Getty-Images)

Jedes Jahr entstehen beträchtliche Schäden durch Unwetter und Sturm: Wer keinen ausreichenden Versicherungsschutz hat, für den kommt spätestens mit der Rechnung das böse Erwachen. Welche Versicherung bietet Schutz? Wer zahlt im Schadensfall?

Sturmschäden: Was deckt die KfZ-Versicherung ab?

Umgestürzte Bäume und verwehte Gegenstände können verheerende Schäden an Ihrem PKW anrichten. Die Reparaturkosten am Auto werden von einer Teilkaskoversicherung jedoch erst bei Sturmschäden ab Windstärke acht gedeckt. Bei einer Vollkaskoversicherung dagegen sind die Schäden bereits bei niedrigeren Windstärken gedeckt.

Teil- wie Vollkaskoversicherer ersetzen dabei Schäden am geparkten Auto durch herumfliegende Gegenstände wie Fassadenteile, Dachziegel oder Äste. Unfallschäden, also wenn Sie einen Unfall aufgrund des Sturms verursachen, deckt allerdings nur eine Vollkasko ab.

Die Meldung an die Versicherung geht am besten so schnell wie möglich raus. Laut Bund der Versicherten kann das telefonisch geschehen, besser sei aber das Einschreiben mit Rückschein. So können Halter die Meldung im Zweifel dokumentieren. Viele Versicherer bieten auch den Kontakt per E-Mail an. Mit der Versicherung wird dann das weitere Vorgehen abgesprochen.

Den Schaden sollten Halter so gut wie möglich dokumentieren. Am besten macht man einige Fotos, die sowohl das Auto als auch die Umgebung zeigen. Auf einigen Aufnahmen sollten die Schäden im Detail zu sehen sein. Gibt es Zeugen, sollte man sie in der Meldung mit angeben. Bei der Polizei muss man Sturmschäden laut BdV nicht melden.

KfZ-Versicherung: Wie hoch ist die Eigenbeteiligung?

Bis zur Höhe der von Ihnen gewählten Selbstbeteiligung müssen Sie übrigens in jedem Falle selbst zahlen. Wenn Sie nur eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben, gehen Sie hingegen komplett leer aus.

Zurück­gestuft werden Geschädigte übrigens nur nach selbst verschuldeten Schäden.

Sturmschaden: Welche Ausnahmen gibt es?

Wenn beispielsweise ein morscher Baum von einem Privatgrundstück aus umstürzt und auf ein an der Straße geparktes Auto fällt, muss der Grundstückseigentümer zahlen, da der Unfall nicht durch höhere Gewalt zustande kam, sondern weil der Grundstückseigentümer seiner „Verkehrssicherungspflicht“ nicht nachgekommen ist.

Gleiches gilt für Schäden durch Straßenschilder, die nicht ordnungsgemäß verankert waren. War das Schild hingegen in Ordnung, muss die Stadt nicht für Schäden aufkommen, da Schilder nicht auf extreme Wetterlage ausgelegt sein müssen.

Zahlt die KfZ-Versicherung auch wenn der Schaden während der Fahrt entstand?

Während der Fahrt entstandene Sturmschäden können bei einer Teilkasko geltend gemacht werden, wenn Sie als Fahrer nachweisen, dass herumfliegende Teile direkt vor das Auto geweht wurden. Auch in diesem Fall wird die, bei der Teilkasko vereinbarte, Selbstbeteiligung fällig.

Anders sieht es dagegen aus, wenn ein Fahrer zum Beispiel gegen einen, durch den Sturm entwurzelten, Baum fährt, der schon länger auf der Straße liegt. In diesem Fall trägt nur eine Vollkaskoversicherung die Kosten für den entstandenen Schaden.

Werden alle Kosten durch Sturmschäden erstattet?

Die Kfz-Versicherung erstattet in der Regel nur die Kosten für unmittelbare Sturmschäden, zum Beispiel Reparaturkosten oder Wiederbeschaffungskosten abzüglich der im Vertrag geregelten Selbstbeteiligung. Die Versicherung muss aber umgehend informiert werden, damit diese einen Gutachter stellen kann.

Anders verhält es sich, wenn ein Dritter seiner Sicherungspflicht nicht nachgekommen ist. Hat beispielsweise ein Hausbesitzer sein Dach oder ähnliches nicht ausreichend gesichert, sodass Teile davon bei einem Sturm abstürzen und ein Auto beschädigen, erhält der Geschädigte den kompletten Schaden ersetzt. In diesem Fall trägt die Versicherung des Verursachers in der Regel die Kosten der Sturmschäden, also auch die Wertminderung des Fahrzeugs und einen Mietwagen. Außerdem können weitere Kosten für einen Sachverständigen und Rechtsanwalt dazukommen.

Auf jeden Fall sollten Sie in Ihren Versicherungsunterlagen nachschauen, welche Schäden Ihre Versicherung übernimmt und fragen Sie im Zweifelsfall noch einmal genau nach.

KOMMENTARE (3)

Wer haftet bei Terror? Doch sicher der die reingelassen hat, oder wenn nicht, die Person, die jene hereingeholt hat, oder nicht?

steffenausp

Beim Abziehen der Prämien sind die Versicherungen immer die ersten.

Aber wehe, wenn sie mal was bezahlen sollen.

Dann winden die sich wie die Aale.

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Источники: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/sturmschaeden-wer-zahlt-faq-101.html, http://m.spiegel.de/wirtschaft/tipps-fuer-sturm-geschaedigte-was-die-versicherung-zahlt-a-460596.html, http://www.t-online.de/finanzen/versicherungen/id_46362016/sturmschaeden-am-pkw-wer-zahlt-.html

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