Steuerpflicht rentner

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Rente und Nebenjob: Was ist steuerlich zu beachten?

Sie wollen sich als Rentner etwas dazu verdienen? Wir erklären Ihnen die wichtigsten Regeln und wann Sie Steuern für Ihren Nebenjob zahlen müssen.

In den Ruhestand gehen und arbeiten? Immer mehr Senioren sind zwar Rentner, aber dennoch erwerbstätig. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sie suchen eine neue Herausforderung, wollen aktiv bleiben oder brauchen finanzielle Unterstützung. Letzteres gilt mittlerweile für einen großen Teil der Rentner – ihre Rente allein reicht zum Leben nicht mehr aus.

Wenn Sie sich als Rentner nebenbei etwas hinzuverdienen möchten, sollten Sie sich an bestimmte Vorgaben halten. Denn je nachdem wie alt Sie sind, welche Rente Sie beziehen und wie hoch Ihr Hinzuverdienst ist, kann es zu empfindlichen Kürzungen kommen.

Regelaltersgrenze erreicht: Als Rentner können Sie unbegrenzt hinzuverdienen

Generell gilt: Wenn Sie das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht haben und eine volle gesetzliche Rente beziehen, dürfen Sie nebenbei so viel verdienen wie Sie wollen. Sie müssen die Beschäftigung auch nicht Ihrem Rentenversicherungsträger melden. Die Altersrente wird Ihnen voll ausgezahlt. Wenn Sie allerdings mehr als 450 Euro im Monat hinzuverdienen, sind Sie sozialversicherungspflichtig und müssen Ihre zusätzlichen Einnahmen versteuern.

Auch für die Altersrente selbst sind Steuern fällig. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Steuer ABC Wann muss ich als Rentner Steuern zahlen?

Seit 01.07.2017 besteht für Altersvollrentner mit einem Mini-job die Möglichkeit freiwillig Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung zu zahlen und dadurch ihre Altersrente zu erhöhen. Das hat den Vorteil, dass sich nun auch die Pauschalbeträge des Arbeitgebers von 15 Prozent rentensteigernd auswirken. Verzichten Sie beispielsweise auf die Rentenversicherungsfreiheit und gehen ein Jahr lang einem Mini-job nach, erhöht sich dadurch Ihre monatliche Rente ab dem nächsten 1. Juli um rund 4,50 Euro pro Monat.

FГјr Regelrentner gilt:В

  • Ein Hinzuverdienst ist bis 450 Euro pro Monat steuerfrei, wenn der Verdienst als sogenannter Mini-Job pauschal mit zwei Prozent vom Arbeitgeber versteuert wird.
  • Ein Hinzuverdienst ab 450 Euro pro Monat ist steuerpflichtig,В es sei denn, Hinzuverdienst und Altersrente Гјbersteigen nicht den Grundfreibetrag.
  • AuГџerdem wirkt der Hinzuverdienst sich nicht negativ auf die Altersrente aus.

Dieter ist alleinstehend und seit 2005 Rentner. Er ist genau zum gesetzlichen Renteneintrittsalter in den Ruhestand gegangen und bezieht daher die volle Rente. Aktuell bekommt er 16.000 Euro Rente im Jahr. Weil er 2005 in Rente gegangen ist, beträgt sein Besteuerungsanteil 50 Prozent, also 8.000 Euro im Jahr. Er liegt damit unter dem Grundfreibetrag von 8.820 Euro im Jahr und muss keine Steuern zahlen.

Nun möchte er seine Rente aufbessern und entschließt sich, einen Teilzeitjob anzunehmen. Ein Zuverdienst bis 450 Euro im Monat wäre steuerfrei, wenn der Arbeitgeber den Minijob mit zwei Prozent pauschal versteuert. Dieter verdient monatlich jedoch 600 Euro und muss daher eine Steuererklärung abgeben. Von den 7.200 Euro Jahreslohn zieht er den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro sowie weitere Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen in Höhe von 1.000 Euro ab, um seine Steuerlast zu senken. Die verbleibenden 5.200 Euro muss er zusammen mit seiner steuerpflichtigen Rente von 8.000 Euro versteuern, da er nun über dem Grundfreibetrag liegt.

(Ein Hinweis zu unserem Beispiel: Rentenanpassungsbeiträge bleiben hier unberücksichtigt.)

FrГјhrentner: Nebenverdienst kГјrzt Rente

Viele Arbeitnehmer entschließen sich, bereits vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter in den Ruhestand zu gehen. Den Abzug bei der Rente nehmen sie dabei in Kauf. Sobald sich ein Frührentner allerdings etwas hinzuverdienen möchte, wird es kompliziert. Denn wer bestimmte Freibeträge überschreitet, dem wird die Frührente empfindlich gekürzt.

Seit 01.07.2017 gilt: Frührentner können im Jahr 6.300 Euro einnehmen, ohne dass ihnen die Rente gekürzt wird. Dabei zählen auch andere Einkünfte wie Einnahmen aus einem Gewerbebetrieb, Land- und Forstwirtschaft oder Vorruhestandsgeld dazu. Vor Sommer 2017 galt: In der Regel konnten Frührentner 450 Euro monatlich zusätzlich steuerfrei einnehmen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Seit 01.07.2017 ist aus diese Monatsgrenze eine Jahresgrenze geworden.

Bei einem Mini-Job muss außerdem geklärt werden, welche Sozialversicherungen fällig werden. Während für Altersvollrentner Rentenversicherungsfreiheit besteht, sie aber freiwillig auf diese verzichten können, ist es bei Frührentnern genau umgekehrt. Daher sollten Sie individuell prüfen, ob Ihnen die Rentenversicherungspflicht in Ihrem Mini-Job Vorteile bringt oder ob Sie eine Befreiung von der Rentenversicherung beantragen sollten. Der Pauschalbetrag des Arbeitgebers von 15 Prozent wirkt sich unabhängig davon bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze rentensteigernd aus. Auch das ist neu seit Sommer 2017.

FГјr FrГјhrentner gilt:В

Ein Hinzuverdienst bis 450 Euro pro MonatВ ist in der Regel steuerfrei, wenn der Arbeitgeber den Mini-Job pauschal versteuert. FrГјhrentner sollten aber in jedem Fall den Hinzuverdienst mit ihrem Rentenversicherer besprechen.

Ein Hinzuverdienst ab 450 Euro pro Monat muss versteuert werden, es sei denn, Hinzuverdienst und Altersrente Гјbersteigen nicht den Grundfreibetrag.

Der Hinzuverdienst ab 6.300 Euro pro Jahr fГјhrt zu einer KГјrzung der FrГјhrente.

Klaus hat sich entschlossen, bereits vier Jahre vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter etwas kürzer zu treten und in den Ruhestand zu gehen. Ihm war bewusst, dass seine Rente dadurch gekürzt wird und er hat dies eingehend mit seinem Rentenberater durchgerechnet. Seit 2010 erhält er eine vorgezogene Altersrente von 10.000 Euro im Jahr. Davon muss er 60 Prozent versteuern, also 6.000 Euro. Damit liegt er deutlich unter dem Grundfreibetrag von 8.820 Euro und muss keine Steuern zahlen.

Klaus möchte sich jedoch etwas hinzuverdienen und entschließt sich, ab und zu in seiner alten Firma auszuhelfen. Im ersten Jahr übersteigt sein Einkommen nicht die Grenze von 6.300 Euro. Wie mit der Rentenberatung besprochen, wirkt sich sein Zuverdienst nicht auf seine Frührente aus. Er muss auch keine Steuern zahlen, da der Arbeitgeber den Verdienst pauschal mit zwei Prozent versteuert. Klaus hat monatlich 450 Euro mehr zur Verfügung.

Die Arbeit macht ihm Spaß und im zweiten Jahr hilft er öfters aus. Sein Zusatzeinkommen beträgt jetzt 700 Euro im Monat. Das hat zweierlei Auswirkungen: Zum einen muss das Zusatzeinkommen nun versteuert werden. Zum anderen wird seine Frührente gekürzt. Klaus überlegt daher, ob er die Arbeitsstunden reduzieren soll, um wieder unter die 6.300 Euro Hinzuverdienstgrenze im Jahr zu kommen.

WГјrde Klaus eine Rente wegen Erwerbsminderung beziehen, mГјsste er jeden Zuverdienst, auch einen Mini-Job, bei der Deutschen Rentenversicherung melden. Auch eine RentenkГјrzung mГјsst er voraussichtlich in Kauf nehmen.

FГјr alle, die eine Witwenrente, Witwerrente oder Waisenrente beziehen, gelten beim Hinzuverdienst ebenfalls besondere Regeln. Die RenteВ vonВ Witwen wird beispielsweise nur dann gekГјrzt, wenn das Einkommen bestimmte FreibetrГ¤ge Гјbersteigt. В В

Weitere Informationen zu den Hinzuverdienstgrenzen, erhalten Sie bei der Deutschen Rentenversicherung.

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Rentner können Werbungskosten von der Steuer absetzen

Werbungskosten, das ist doch nichts für Rentner, oder? Falsch, auch Rentner können Werbungskosten absetzen!

Für Sie als Rentner gibt es zwei Möglichkeiten, Ihre Werbungskosten von der Steuer abzusetzen:

  • Erste MГ¶glichkeit: Das Finanzamt zieht Ihnen 102 Euro von Ihren steuerpflichtigen Jahreseinnahmen ab, wenn Sie Ihre SteuererklГ¤rung abgeben. Nur der Rest wird versteuert. FГјr diese sogenannte Werbungskostenpauschale mГјssen Sie kein Kreuzchen machen, sie wird Ihnen automatisch anerkannt.
  • Zweite MГ¶glichkeit: Sie sammeln im Lauf des Jahres alle Belege und Nachweise Гјber Ihre Werbungskosten und tragen die Summe in Ihrer SteuererklГ¤rung auf Seite 2 der Anlage R ab Zeile 50 ein. Das lohnt sich fГјr alle Rentner, die mehr als 102 Euro im Jahr an Werbungskosten hatten.

FГјr Arbeitnehmer gelten die gleichen Regeln mit einem Unterschied: Der pauschale Betrag liegt bei 1.000 Euro statt bei 102 Euro. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Steuer ABC Was bringt mir die Werbungskostenpauschale?.

Diese Ausgaben gelten als Werbungskosten

Werbungskosten für Rentner sind Ausgaben, die zum Erwerb, zur Sicherung und zum Erhalt Ihrer Renten dienen. Dazu gehört folgendes:

  • Kosten, die Ihnen durch die Beantragung Ihrer Rente entstanden sind wie zum Beispiel Rechtsberatungs- oder Prozesskosten (egal, wann diese Kosten entstanden sind: wГ¤hrend des Bezugs der Rente, im Zusammenhang mit der Beantragung oder schon vorher)

Sind Sie und Ihr Ehepartner in Rente, steht Ihnen beiden jeweils eine Werbungskostenpauschale in Höhe von 102 Euro zu.

Unser Tipp:

Geben Sie in einem Jahr für mindestens drei der oben genannten Bereiche Geld aus, kann sich für Sie der individuelle Nachweis Ihrer Werbungskosten lohnen. Das bedeutet, Sie sammeln alle Belege einzeln und zählen Ihre Ausgaben zusammen. Die Summe tragen Sie in der Anlage R in die dafür vorgesehen Leerfeldern ein – einfach den Überschriften im Formular folgen.

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Diese Renten sind steuerfrei

Unfallversicherungsrente, Schadensersatz- oder Schmerzensgeldrente: Manche Renten sind steuerfrei. Wir geben Ihnen einen Гњberblick.

Die meisten kennen zwei Arten von Renten: die gesetzliche und die private. Beide sind steuerpflichtig, das bedeutet, wer eine gesetzliche oder private Rente bezieht, muss seine Rente in der sogenannten Anlage R eintragen und Steuern darauf zahlen.

Daneben gibt es auch Renten, die vollkommen steuerfrei sind und die Sie nicht in Ihrer Steuererklärung – also in der Anlage R – angeben müssen:

1. Unfallrente

Verletztenrente, Pflegegeld oder Hinterbliebenenrente: Eine gesetzliche Unfallversicherung springt ein, wenn Sie als Arbeitnehmer einen Arbeitsunfall hatten oder an einer Berufskrankheit leiden. Sind Sie anschließend nicht mehr voll oder überhaupt nicht mehr arbeitsfähig, zahlt die gesetzliche Unfallversicherung Ihnen vom Unfalltag bis zum Tod eine Rente – steuerfrei.

Achtung: Alles, was die gesetzliche Unfallversicherung Arbeitnehmern nur für einen begrenzten Zeitraum zahlt, gilt als Entgeltersatzleistungen, zum Beispiel das sogenannte Verletztengeld oder auch das Übergangsgeld. Diese Leistungen sind zwar steuerfrei, erhöhen aber den Steuersatz.

2.В Schadensersatzrente

Der Arzt hat gepfuscht, der Patient stirbt und zurück bleibt seine Ehefrau mit zwei Kindern. In solch einem Beispielfall erhält die Witwe eine sogenannte Schadensersatzrente von der Versicherung des Arztes oder des Krankenhauses. Die Rente ist steuerfrei.

Eine Schadensersatzrente kann Ihnen aus vier GrГјnden zugesprochen werden:

  1. Ihnen entgehen finanzielle Vorteile, z. B. durch falsche Beratung
  2. Sie erfahren körperliche oder seelische Schäden
  3. Sie erleiden eine Behinderung, die Sie zu hohen Ausgaben zwingt
  4. Ihnen entgehen Einnahmen, z. B. Ihr Arbeitslohn – dann ist die Rente allerdings steuerpflichtig

3. Schmerzensgeldrente

Diese Rente ist Teil der Schadensersatzrente. Sie erhalten eine solche Rente dann, wenn Ihnen jemand körperliche oder seelische Schäden zugefügt hat. Ob Ihnen eine solche Rente zum Beispiel nach einem Unfall zusteht, das muss der zuständige Richter im Einzelfall entscheiden. Auch die Höhe einer solchen Rente muss in einem juristischen Verfahren entschieden werden. Fest steht: Eine Schmerzensgeldrente ist steuerfrei.

4. Conterganrente

Für Menschen, die durch das Medikament Contergan an fehlentwickelten Gliedmaßen oder anderen Behinderungen leiden, gibt es seit 1972 eine spezielle Rente. Die etwa 2.700 Betroffenen zahlen für ihre Rente keine Steuern. Die Höhe der Conterganrente ist abhängig davon, wie stark der Betroffene beeinträchtigt ist. Diese Bewertung führt die Medizinische Kommission der "Conterganstiftung für behinderte Menschen" durch.

5. Grundsicherungsrente

Manche Menschen haben ihr Leben lang gearbeitet, erhalten aber nur eine sehr kleine Rente; andere sind körperlich oder geistig beeinträchtigt und können deshalb überhaupt nicht arbeiten. Mit der "bedarfsorientierten Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung" will der Staat genau diese Menschen – also Rentner sowie körperlich und geistig Behinderte – unterstützen. Sie erhalten die Grundsicherung im Alter. Derzeit liegt die Regelleistung für Alleinstehende bei knapp 380 Euro im Monat, für Paare bei knapp 680 Euro. Auch einen Teil der Miet- und Heizkosten übernimmt der Staat, alles steuerfrei. Den Antrag auf die Grundsicherung müssen Sie bei Ihrem zuständigen Sozialamt stellen.

6. Lotterie-Rente

Viele Lotterien werben damit, eine monatliche Rente zu verlosen. Mehrere tausend Euro kann eine solche Rente betragen. Der Gewinner muss keine Steuern auf das gewonnene Geld zahlen. Das gilt allerdings nur für das tatsächliche Glücksspiel. Sobald ein Spieler eine Gegenleistung bringen muss, wie Vorsingen oder Tanzen in einer Talentshow, muss er das gewonnene Geld voll versteuern.

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Источники: http://www.vlh.de/krankheit-vorsorge/altersbezuege/rente-und-nebenjob-was-ist-steuerlich-zu-beachten.html, http://www.vlh.de/krankheit-vorsorge/altersbezuege/rentner-koennen-werbungskosten-von-der-steuer-absetzen.html, http://www.vlh.de/krankheit-vorsorge/altersbezuege/diese-renten-sind-steuerfrei.html

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