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So stoßen Sie Ihre schlechten Versicherungen ab

Haben Sie die richtigen Versicherungen? Bis Ende September ist noch Zeit, überflüssige Policen zu kündigen oder in günstigere Tarife zu wechseln. Das spart Nerven – und Geld. So geht’s.

Wohnhäuser in Berlin

Bis kommenden Samstag können Sie wählen, wer Sie im nächsten Jahr versichert. Denn am 30. September endet für Millionen von Versicherungsverträgen die Kündigungsfrist. Wenn Sie die Kündigung einer ungeeigneten Police jetzt verschlafen, sind Sie ein weiteres Jahr an zu teure oder minderwertige Verträge gekettet.

Dieser gemeinsame Kündigungstermin für viele Verträge am 30. September hat auch Vorteile. Zum Beispiel den, dass Sie sich nicht so viele Termine merken müssen. Hausrat- und Haftpflichtversicherung, Gebäudeversicherung, und Rechtsschutz laufen oft gemeinsam vom 1. Januar bis 31. Dezember. Und in jedem einzelnen Fall beträgt die Kündigungsfrist der Standardverträge drei Monate. Die große Ausnahme sind die Kfz-Versicherungen, die haben nur einen Monat Kündigungsfrist, hier fällt also Ende November der Hammer.

Kündigungen sind natürlich kein Selbstzweck. Wenn Sie schon in den vergangenen Jahren gute und preiswerte Verträge abgeschlossen haben, können Sie sich das bisschen Hektik bis zum Monatsende sparen. Haben Sie nicht? Oder wissen Sie nicht? Dann aber los. Besonders einfach fallen Entscheidungen bei Versicherungen, die sicher überflüssig sind. Brillen- und Handyversicherungen, Technik- und Sterbegeldversicherungen. Oder die doppelte Auslandsreisekrankenversicherung, die man jeweils in Hektik vor dem Abflug in die Ferien abgeschlossen hat.

Und auch so manche Unfallversicherung, weil sie nur einen kleinen Ausschnitt der schlimmen Risiken abdecken, wie ich in meiner Kolumne in der vergangenen Woche schrieb.

Dann gibt es noch die Verträge, die Sie unbedingt brauchen. Eine Haftpflichtversicherung, eine Gebäudeversicherung für Ihr Haus oder Ihre Wohnung, die Risikolebensversicherung für die Absicherung der Familie und öfter sicher auch die Hausratversicherung für die vielen im Laufe von Jahrzehnten gesammelten und oft teuren Möbelstücke.

Wichtig ist: Wenn Sie kündigen, muss die Kündigung am Samstag da sein. Damit Sie nicht über Fristwahrung streiten müssen, schauen Sie also in den Vertrag, ob Schriftform (Brief, Fax) oder Textform (Mail reicht) erforderlich ist. Der Brief sollte per Einschreiben eingehen.

Haftpflicht, Rente, Zahnersatz

Vor allem die Haftpflichtversicherung sollten Sie sich gründlich vornehmen. Die meisten Anbieter haben bei neuen Angeboten die Versicherungssummen erhöht und die Bedingungen in den vergangenen Jahren modernisiert, oft zum Vorteil neuer Kunden. Ein Wechsel kann sich lohnen, zumal auch gute neue Verträge nicht teuer sind. Für 70 Euro können Singles schon einen guten Vertrag abschließen. Und selbst ein Premiumvertrag für Familien ist in jedem Fall für 130 Euro zu haben.

Bei der Hausratpolice geht es im Vergleich dazu oft um die Kosten. Teure Verträge kosten leicht das Doppelte wie preiswerte. In Köln, einem besonders teuren Pflaster für die Hausratversicherung, kann die viel zu teure Police auch schon mal 600 Euro kosten, anderswo kommt man mit gut 100 Euro aus. Außerdem sollten Sie prüfen, ob der Versicherungsumfang noch stimmt. Die banalste Frage ist dabei, ob Sie irgendwann umgezogen sind und jetzt in einer größeren Wohnung leben. Haben Sie womöglich teure Möbel, Kunst oder Schmuck angeschafft? Stimmt Ihre Wertermittlungstabelle noch?

Und wo haben Sie die Liste eigentlich abgelegt. In der Cloud? Ist das neue teure Fahrrad mitversichert? Vielleicht hat der Keller wegen eines Starkregens unter Wasser gestanden und Sie denken über eine Elementarschadenversicherung nach. Vergleichen lohnt.

Das gilt auch für die Wohngebäudeversicherung. Für die 20 Millionen Verträge in der Sparte müssen Haus- und Wohnungsbesitzer Jahr für Jahr viel Geld ausgeben, und die Preisunterschiede sind gewaltig. Fast sieben Milliarden Euro an Prämien wurden hier 2016 gezahlt. Andererseits ist die Wohngebäudeversicherung unverzichtbar. Falls das Haus vom Sturm abgedeckt wird oder einem Brand zum Opfer fällt, kann das für Eigentümer ohne Police den Ruin bedeuten. Und falls noch ein Kredit für das Haus abbezahlt werden muss, verlangt auch die Bank einen solchen Schutz.

Ein bisschen Aufwand kostet auch der Wechsel der Rechtsschutzversicherung. Dort kommt es immer wieder vor, dass den Versicherern bestimmte Streitigkeiten zu teuer werden und in neueren Verträgen dann plötzlich vom Schutz ausgeschlossen werden. In den vergangenen Jahren waren das Streitigkeiten um Kapitalanlagen oder um die fehlerhaften Widerrufsbelehrungen bei Lebensversicherungen. Meine Kollegin bei „Finanztip“ sagt dann immer: Schau in den Paragrafen 3 der Versicherungsbedingungen. Dort steht, was der Versicherer ausgeschlossen hat.

Wenn Sie jetzt alles zusammenrechnen, werden Sie schnell 100 bis 300 Euro pro Jahr gespart haben – und können sich wahrscheinlich über mehr Versicherungsschutz freuen.

So sparen Sie bei der Kfz-Versicherung

Hat Ihr Versicherer die Autopolice teurer gemacht? Selbst wenn nicht, lohnt sich meist der Vergleich mit anderen Angeboten – wenn Sie ein paar Dinge beachten.

Neuwagen in Ingolstadt

Meine Autoversicherung hat mir die E-Mail mit der Rechnung für 2018 schon geschickt: Fast 570 Euro für Haftpflicht und Teilkasko – 15 Euro weniger als im Jahr zuvor.

Und dennoch handelt es sich um eine Preiserhöhung von 22 Euro: Die Rechnungssumme ist um 15 Euro gefallen, weil ich länger unfallfrei fahre. Aber die Versicherung hätte bei meiner neuen Schadenfreiheitsklasse meinen Preis noch viel weiter senken müssen, um weitere 22 Euro.

Kfz-Versicherer müssen in ihrer Rechnung angeben, ob sie den Preis erhöht haben gegenüber dem, der eigentlich zu erwarten war. Das gehört zum Verbraucherschutz. Das hat meiner auch getan und sich quasi entschuldigt: „Wesentlicher Grund sind die erneut stark gestiegenen Preise für Ersatzteile.“

Nützt ihm aber nichts. Bei mir wächst das Geld auch nicht auf den Bäumen. Und genau deshalb wird die Kfz-Versicherung in diesem Jahr minutiös geprüft. Das muss doch preiswerter gehen, obwohl ich schon bei einem günstigen Anbieter bin.

Wenn Sie auch eine solche Erhöhung bekommen haben, nehmen Sie das doch einfach zum Anlass und sich selbst eine Stunde Zeit, ihre Autoversicherung auch zu überprüfen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt es günstigere Angebote. Die Erfahrung lehrt, dass die teuersten Angebote oft dreimal so viel kosten wie die günstigsten.

Und so gehen Sie vor:

  • Zuerst überprüfen Sie den Versicherungsschutz:

Fotostrecke

Zeitlich drängt es ein bisschen. Bevor Sie ihren alten Vertrag kündigen, sollten Sie ihren neuen Vertrag nämlich in der Tasche haben. Das gilt insbesondere für Kasko-Verträge. Bei der Haftpflichtversicherung muss Sie und Ihr Auto ja jeder Anbieter nehmen, die Angebote unterscheiden sich vor allem über den Preis.

Bei der Kasko-Versicherung allerdings können manche Anbieter – vor allem die günstigen – ganz schön wählerisch sein und Sie einfach nicht versichern wollen. Entweder weil ihr Auto so speziell ist, dass die Versicherung das Risiko nicht will. Oder weil Sie in der jüngeren Vergangenheit gleich mehrfach Unfälle gehabt haben. Dann hält Sie mancher der Versicherer für ein schlechtes Risiko und sperrt Sie aus. Versicherungen sind in solchen Fällen erbarmungslos. Die werfen sogar die eigenen Mitarbeiter mit ihren Privatautos aus der Kfz-Versicherung, wenn die zu oft Unfälle verursachen.

Den alten Vertrag müssen Sie spätestens zum 30. November gekündigt haben. Zwar haben Sie ein Sonderkündigungsrecht von einem Monat, wenn Ihre Versicherung die Preise erhöht hat. Mein Versicherer aber war so clever, die Rechnung für 2018 schon Ende Oktober zu schicken. Das Sonderkündigungsrecht reicht dann auch nicht über den 30. November hinaus.

Vergleichen lohnt sich auch für mich. Ein erster Blick auf die Konkurrenz ergab: Es sind tatsächlich fast hundert Euro Ersparnis drin. Und sogar bei einem etwas komfortableren Tarif bleiben noch 60 Euro übrig. Die Stunde Arbeit hat sich gelohnt.

Für Millionen Autofahrer wird die Kfz-Versicherung teurer

Versicherer haben die Preise für Autopolicen im vergangenen Jahr deutlich erhöht. Doch Kunden können sich wehren.

Neuwagen von Porsche

Millionen von Autofahrern müssen mehr für ihre Kfz-Versicherungen bezahlen: Nach Angaben aus der Branche und großer Online-Vergleichsportale sind die Preise in der laufenden Wechselsaison im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen.

Geschätzt zwei Drittel aller Kfz-Versicherungskunden in Deutschland hätten in diesem Jahr Preiserhöhungen erhalten, heißt es beim größten deutschen Kfz-Versicherer HUK Coburg. Das Vergleichsportal Check24 bezifferte den durchschnittlichen Preis einer Kfz-Police im November 2017 auf 289 Euro, fünf Prozent mehr als vor einem Jahr. Und bis zum 3. Dezember gab es laut Check24 bereits einen weiteren leichten Preisanstieg um sechs Euro. Seit 2009 sei der Durchschnittspreis für eine Kfz-Police sogar um 52 Prozent gestiegen.

Nach Angaben des Online-Versicherungsmaklers Check24 sind im Vergleich zu Ende 2016 nicht nur die Durchschnittpreise gestiegen, sondern auch die Tarife für die günstigsten Angebote.

Bei einer Preiserhöhung verlängert sich die Kündigungsfrist

Die reguläre Kündigungsfrist für die Kfz-Versicherung beträgt vier Wochen: Wer zum neuen Jahr auch einen neuen Vertrag abschließen will, musste daher zum 30. November kündigen. Viele Versicherer haben sich deshalb eines Manövers bedient, damit ihre Kunden nicht zu einem anderen Anbieter wechseln. „Dieses Jahr haben viele Versicherer ihre Rechnungen erst sehr spät im November verschickt“, sagte Björn Hinrichs, Branchenleiter Versicherungen bei Arvato Financial Services.

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Doch im Falle einer Preiserhöhung verlängert sich für die Kunden die Kündigungsfrist. „Vielen Kunden ist gar nicht klar, dass sie im Falle einer Beitragserhöhung ein Sonderkündigungsrecht haben“, sagte Hinrichts. Das bedeutet, dass Kunden, deren Jahresprämien erhöht wurden, auch noch im Dezember ihre Kfz-Versicherung wechseln können.

Jahrelang lieferten sich die Versicherer einen sehr harten Preiskampf bei den Kfz-Policen. Gleichzeitig steigt seit Langem der „Schadendurchschnitt“ – also die durchschnittlichen Kosten des Versicherers pro Autoreparatur. Das liegt zum Beispiel daran, dass die Autohersteller die Preise für Ersatzteile drastisch erhöht haben.

Источники: http://m.spiegel.de/wirtschaft/service/versicherung-wechseln-zum-jahresende-so-geht-s-a-1169381.html, http://m.spiegel.de/wirtschaft/service/kfz-versicherungen-wie-sie-geld-sparen-kolumne-a-1176397.html, http://m.spiegel.de/wirtschaft/service/kfz-versicherung-fuer-millionen-autofahrer-werden-policen-teurer-a-1182129.html

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