Selbstständig versicherung

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Selbstständig und Gesetzliche Krankenversicherung

Selbstständige oder Freiberufler müssen im Sinne der Versicherungspflicht wie alle anderen Bürger oder Arbeitnehmer krankenversichert sein, wobei sie grundsätzlich die Wahl zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung haben, wenn sie vorher sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sind. Als Selbstständiger ändert sich vom Status her, dass die so genannte Versicherungspflicht wegfällt. Dies bedeutet, dass Selbstständige in der gesetzlichen Variante fortan freiwillig versichert sind.

Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit:

Anmeldung bei der gesetzlichen Krankenkasse

Wer den Schritt in die (haupt)berufliche Selbstständigkeit in Erwägung zieht, sollte sich neben allen anderen zu erledigenden Aufgaben zu Beginn an die Krankenkasse wenden, um mitzuteilen, dass eine Selbstständigkeit angestrebt wird. Die Krankenkasse meldet sich dann, um die Art und den Umfang der Tätigkeit einzustufen. Maßgeblich für die Einschätzung sind der zeitliche Rahmen der Tätigkeit sowie die erwartenden Einnahmen. Diese Einstufung geschieht mit Hilfe eines Fragenbogens. Selbstständige können in der Krankenkasse bleiben, in der sie vorher versichert waren, sei es als Arbeitnehmer oder auch über die Arbeitsagentur im Zuge der Arbeitslosigkeit. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, unter Beachtung der Kündigungsfristen zu einer neuen Versicherung zu wechseln. Die Beiträge sind jedoch durch die jüngsten Reformen nahezu überall identisch, Unterschiede kann es aber durch die Erhebung von Zusatzbeiträgen kommen. Auch kann sich der Leistungskatalog zum Teil deutlich unterscheiden, sodass sich mitunter ein vergleichender Blick im Vorfeld lohnt. Je nach eigenem Gesundheitszustand kann so eine Versicherung gewählt werden, die einen passenden Leistungskatalog bietet, der sich allerdings im Zuge von Sparmaßnahmen auch zu einem späteren Zeitpunkt reduzieren kann.

Finanzielle Belastungen richtig kalkulieren:

die Höhe der Beiträge in der GKV

Selbstständige, die der Meinung sind, die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung sei eine kostengünstige Lösung, werden schnell eines Besseren belehrt, denn schnell entstehen im Falle eines hohen Einkommens Monatsbeiträge jenseits von 600-700 Euro. Die freiwillige Versicherung für Kunden ohne Einkommen bzw. einem Einkommen unterhalb des Existenzminimums beträgt schon ca. 180 Euro im Monat im Jahr 2017. Bei der Einstufung gehen Krankenkassen grundsätzlich davon aus, dass Selbstständige gut verdienen (werden). Unabhängig von den tatsächlichen Einnahmen kann daher seitens der Krankenkasse ein zu hoher Beitrag festgesetzt werden, der sich an der Beitragsbemessungsgrenze orientiert (monatlich sind dies 4350 Euro – Stand 2017). Nimmt man einen allgemeinen Beitragssatz von 14,6 % an, so liegen die Monatskosten über 630 Euro, da Selbstständige im Gegensatz zu Angestellten die Kosten voll selbst zu tragen haben (Arbeitgeberanteil nun selbst zu tragen). Insofern sollten die Einnahmen hier anfangs eher niedriger angesetzt werden, um in einen geringeren Tarif eingestuft zu werden (Wichtig: Risiko von Nachzahlungen gegeben).

Für hauptberuflich Selbstständige liegt der monatliche Mindestbeitrag bei ca. 369 bis 407 Euro, sofern die Einnahmen deutlich unter der angegeben Beitragsbemessungsgrenze sind bzw. ganz konkret 2.231,25 Euro monatlich im Jahr 2017 nicht übersteigen. Nicht selten erhalten angehende Selbstständige einen Bescheid mit der maximalen Kostenbelastung. In diesem Fall gilt es, Widerspruch einzulegen. Es ist vorteilhafter, ggf. zu einem späteren Zeitpunkt Nachzahlungen zu tätigen, wenn die tatsächlichen Einnahmen mit der Steuererklärung offengelegt werden müssen. Aktuelle Gerichtsurteile zeigen, dass zu hohe Beiträge nicht mehr zurückgezahlt werden. Insofern ist es immer besser, sich möglichst gering einstufen zu lassen. Für etwaige Nachzahlungen sollten vorausschauende Existenzgründer dementsprechend Rücklagen bilden.

Tipp: PKV für Selbstständige oftmals bedeutend günstiger – nutzen Sie unseren kostenlosen Anbietervergleich!

Als Selbstständiger haben Sie das Privileg, zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung zu wählen. Letztere bietet Ihnen bekanntlich eine bedeutend bessere medizinische Versorgung im Krankheitsfall. Doch nicht nur das ist der Hauptgrund für viele Selbstständige, sich bereits in der PKV versichert zu haben: Günstige, einkommensunabhängige Beiträge, optionale Selbstbehalte und Beitragsrückerstattungen sorgen in vielen Fällen für eine spürbare Entlastung der monatlichen Abgaben.

Fordern Sie einen kostenlosen Anbietervergleich an und erfahren Sie, ob die PKV auch für Sie eine günstige Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung ist.

Sonderregelungen im Sinne einer finanziellen Entlastung in der Startphase der Existenzgründung

Selbstständige, die einen Gründungszuschuss von der Arbeitsagentur erhalten, zahlen einen ermäßigten Beitrag von der derzeit etwa 246 Euro monatlich. Auch besteht für Selbstständige mit geringem Einkommen die Möglichkeit, auf Antrag diesen ermäßigten Beitragssatz zu erhalten. Die monatlichen Einnahmen dürfen dann 1487,50 Euro (Wert für 2017; man beachte die jährliche Anpassung) nicht übersteigen, auch dürfen im Falle der Partnerschaft oder Ehe beide Einkommen sowie Ersparnisse nicht über einen bestimmten Betrag hinausgehen. Die gesetzlichen Krankenkassen sind dazu verpflichtet, jedes Jahr zu prüfen, welche Voraussetzungen für die Versicherung gegeben sind. Um dies tun zu können, müssen freiwillig versicherte Selbstständige ihre Steuererklärung einreichen. Anhand der Daten werden die Beiträge ggf. neu berechnet, wobei mit steigendem Einkommen auch die Beiträge steigen, bis maximal zur angesprochenen Beitragsbemessungsgrenze.

Hier zeigen sich die Vorteile der privaten Krankenversicherung als Alternative, denn die Beiträge richten sich nach dem Alter und Gesundheitszustand des Versicherten und nicht nach dessen Einkommen. Zu denken ist auch an das Krankentagegeld, das im Falle einer Erkrankung ab der 7. Woche der Arbeitsunfähigkeit gezahlt wird. Wer sich für diese Option entscheidet, hat mit leicht höheren Monatsbeiträgen zu rechnen. Gezahlt werden in der Regel 70 % derjenigen Einnahmen, die die letzte Grundlage für die Beitragsberechnung gewesen sind. Durch das Bürgerentlastungsgesetz aus dem Jahre 2010 können die Kosten für die Beiträge im Zuge der Steuererklärung in vollem Umfange geltend gemacht werden, was aber auch für die private Form der Krankenversicherung gilt. Seit 2015 können gesetzliche Krankenkassen übrigens einen einkommensunabhängigen Zusatzbeitrag erheben, wobei jede Kasse individuell agieren kann. Im Hinterkopf sind somit immer mögliche Zusatzbelastungen zu kalkulieren.

Alternativen ernsthaft prüfen: gesetzliche oder doch lieber private Krankenversicherung?

Der große Nachteil bei den Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung ist, dass sie unflexibel sind und nicht immer wirklich von der exakten Höhe der tatsächlichen Einnahmen abhängen. Hohe Voraus- und Nachzahlungen bringen viele Selbstständige am Ende eines Jahres in finanzielle Probleme. Der Monatsbeitrag für hauptberufliche Selbstständige muss auch dann in voller Höhe bezahlt werden, wenn die Grenzen für einen ermäßigten Beitrag um wenige Euro überboten werden.

In der privaten Krankenversicherung hingegen spielt die Höhe des Einkommens bei Selbstständigen keine Rolle. Etwaige Rechenspiele, wie sie in der GKV keine Seltenheit sind, gibt es somit nicht. Ein solider Grundtarif erlaubt eine optimale Gesundheitsversorgung zu Konditionen, die nicht selten günstiger als jene der gesetzlichen ‚Einheitstarife‘ sind. Und genau hier spielt die PKV ihre Stärken voll aus, denn ein Tarif kann ganz individuell gestaltet werden. Von Sonderleistungen wie Einzelzimmer und Chefarztbehandlung im Krankenhaus, hohen Zuzahlungen für Zahnersatz oder homöopathischen Behandlungen bis hin zur Höhe des jährlichen Selbstbehaltes können privat Versicherte die Beiträge aktiv bestimmten bzw. senken. Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung genießen Privatkunden den Vorteil, dass Beiträge bis zu einem gewissen Grad zurückgezahlt werden, wenn keine Gesundheitsleistungen in Anspruch genommen wurden (Stichwort: Beitragsrückerstattung). Das Vorurteil, die Beiträge würden im Alter immens steigen, wird durch die Beitragsentlastung ganz konkret entkräftet: Durch die Bildung von Rücklagen kommt es im Alter zu einer äußerst moderaten Entwicklung. Zudem bietet die PKV weitaus mehr gesundheitsrelevante Flexibilität, denn abgesehen von einer schnelleren und oftmals auch qualitativ hochwertigeren ärztlichen Versorgung kann der gewählte Tarif immer wieder angepasst oder erweitert werden. Dagegen präsentieren sich die gesetzlichen Krankenkassen auch jenseits des allgemeinen Beitragssatzes eher als ‚Einheitsbrei‘.

Fazit: Die Entscheidung für eine Form der Krankenversicherung sollte mit Nachhaltigkeit getroffen werden

Eine gewisse Planungssicherheit eröffnet die gesetzliche Krankenversicherung dadurch, dass Familienmitglieder (also Ehepartner und Kinder) kostenlos familienversichert werden können. Auch nebenberuflich Selbstständige, die im Monat nicht mehr als 405 Euro im Jahr 2015 verdienen, können in der Familienversicherung bleiben. In der privaten Krankenversicherung ist eine solche kostenlose Form der Familienversicherung nicht vorgesehen, allerdings gibt es gerade für Kinder stark vereinfachte Aufnahmebedingungen zu attraktiven Konditionen. Im Rahmen der freiwilligen Krankenversicherung ist die Pflegeversicherung schon inbegriffen, wobei der Prozentsatz im Jahr 2015 bei 2,35 % bzw. bei 2,6 % für kinderlose Versicherte liegt. Rein preislich gesehen ist die private Krankenversicherung für viele Selbstständige die günstigere Lösung, wobei die unbestritten hochwertige Gesundheitsversorgung für viele den entscheidenden Ausschlag gibt. Auch ein späterer Wechsel zurück in die GKV ist möglich, wenn etwa ein Angestelltenverhältnis mit einem Verdienst unterhalb der Jahreseinkommensgrenze angetreten wird. Zukunftsorientierte Kostenaspekte wie die Beitragsentlastung in der PKV verdeutlichen aber, dass es sich bei der Wahl einer Form der Krankenversicherung um ein nachhaltige Entscheidung handelt, die nur mit Blick auf die individuelle Lebenssituation und –planung seriös beantwortet werden kann.

Zusammenfassung zum Thema ‚gesetzliche Krankenversicherung und hauptberufliche Selbstständigkeit‘

  • hauptberuflich Selbstständige können sich freiwillig gesetzlich oder auch privat Krankenversicherung lassen
  • in der gesetzlichen Variante spielt das Einkommen für die Höhe der Beiträge die Hauptrolle, in der privaten Form dagegen nur das Alter und Gesundheitsfaktoren
  • wer in der gesetzlichen Krankenkasse als Selbstständiger bleiben will, muss seine Kasse diesbezüglich informieren
  • anhand eines Fragebogens (zum Arbeitsumfang und erwarteten Einnahmen) werden die Beiträge festgesetzt [gegen einen solchen Bescheid kann Widerspruch eingelegt werden]
  • generell setzen viele gesetzliche Krankenkassen die Beiträge eher hoch an
  • da Rückzahlungen in der freiwilligen Krankenversicherung nicht vorgesehen sind, sollten die Beiträge sich eher an einer niedrigen Stufe orientieren [ggf. kommt es dann zu Nachzahlungen]
  • unabhängig vom allg. Beitragssatz und vom Einkommen des Selbstständigen können gesetzliche Krankenkassen seit 2015 individuelle Zusatzbeiträge erheben
  • fixe Beitragskosten: neben dem einheitlichen Beitragssatz für gesetzlich versicherte Selbstständige von ca. 360 Euro im Monat gibt es nur noch einen ermäßigten Beitrag von ca. 260 Euro sowie den maximalen Beitrag, sofern die Beitragsbemessungsgrenze erreicht wird
  • flexible Beitragskosten: in der PKV können die Beiträge durch individuelle Anpassungen gezielt gesteuert werden, auch sorgt ein höheres Einkommen nicht für höhere Beiträge
  • eine nachhaltige Entscheidung: ein späterer Wechsel von einer Versicherungsform in die andere ist nur unter bestimmten Voraussetzungen respektive möglich
  • die Beiträge zu beiden Formen der Krankenversicherung können steuerlich in hohem Maße geltend gemacht werden
  • Vor dem Wechsel in die Private Krankenversicherung sollten Sie immer mehrere Anbieter vergleichen lassen.

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7 Schritte zur Selbstständigkeit

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Wichtige Risiken absichern – Versicherungen für Selbstständige

Neben den unternehmerischen Risiken sollten Selbstständige und Existenzgründer auch ihre betrieblichen und vor allem ihre persönlichen Risiken im Blick haben. Für die Absicherung der beiden Risikogruppen gibt es eine Vielzahl von Versicherungen für Selbstständige.

Für die privaten Risiken ist insbesondere die Krankenversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung relevant. Die betrieblichen Risiken hängen jeweils vom Geschäftsmodell ab – erfahren Sie, welche Versicherungen für Selbstständige sinnvoll und bezahlbar sind.

Persönliche und betriebliche Risiken absichern

Eine Existenzgründung ist immer mit Chancen und Risiken verbunden. Um die unternehmerischen Risiken zu managen, müssen Sie als selbstständiger Unternehmer regelmäßig Ihre Entscheidungen an die jeweiligen Marktgegebenheiten anpassen.

Neben den unternehmerischen Risiken gibt es eine Fülle von existenzbedrohenden Risiken, die man mit einer speziellen Versicherung für Selbstständige absichern kann. Dazu zählen persönliche aber auch betriebliche Versicherungen (sogenannte Gewerbeversicherungen).

Krankenversicherung & Berufsunfähigkeit für private Risiken

Gerade bei einer Existenzgründung ist es wichtig, die persönlichen Risiken genau zu prüfen. Dabei gibt es Risiken, die Sie zwingend absichern müssen (die Kranken- & Pflegeversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben) sowie persönliche Versicherungen, die je nach Situation empfehlenswert sind. Zu den wichtigen persönlichen Versicherungen für Selbstständige gehören:

Daneben dürfen Sie aber auch die Unfallversicherung, die Rentenversicherung sowie ggf. die freiwillige Arbeitslosenversicherung nicht vergessen. Insbesondere für Existenzgründer ergibt es Sinn, die Vielzahl der Versicherungsangebote zu vergleichen – immerhin wollen Sie als Existenzgründer existenzbedrohende Risiken mit einer Versicherung für Selbstständige bestmöglich minimieren.

Um einen guten Überblick über das Preis-Leistungs-Verhältnis der jeweiligen Versicherung für Selbstständige zu gewinnen, sollten Sie sich umfassend informieren. So bietet es sich beispielsweise bei der Kranken- und Pflegeversicherung an, einen Krankenkassenvergleich zu machen (als Selbstständiger können Sie zwischen der freiwillig gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung wählen).

Normalerweise starten Sie dabei mit einem unverbindlichen PKV-Vergleich und stellen dann Kosten und Leistung der freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung gegenüber. Mit einem Krankenkassenvergleich können oft mehrere hundert bis weit über tausend Euro pro Jahr gespart werden – vergleichen lohnt sich!

Gewerbeversicherungen abhängig von der Branche

Gerade während einer Existenzgründung kann eine Unterversicherung im Schadensfall schnell zum finanziellen Aus führen. Daher ist es wichtig, die für Ihr Geschäftsmodell relevanten Risiken zu identifizieren und abzusichern. Wichtige Versicherungen für Selbstständige sind unter Anderem:

Aber auch eine Rechtsschutzversicherung und/oder eine Sachversicherung – bei entsprechenden Vermögenswerten – kann ein sinnvoller Schutz sein.

Die entscheidende Frage dabei ist, welche betrieblichen Risiken direkt zu Beginn abgesichert werden sollen und welche Risiken man bewusst in Kauf nehmen kann. Eine Antwort darauf liefert das Portal Finanzchef24. Analysieren Sie mit dem kostenlosen Bedarfsrechner, welche Versicherungen für Ihre Branche und Unternehmenszweck sinnvoll sind.

Für Gründer gibt es bei Gewerbeversicherungen oft einen speziellen Rabatt! Bevor Sie sich daher für einen Anbieter entscheiden, sollten Sie einen kostenlosen, auf Ihre Branche abgestimmten Vergleich erstellen lassen!

Einzelne Versicherungen im Detail

Welche der oben genannten Versicherung für Selbstständige was für einen Versicherungsschutz beinhalten, wollen wir hier kurz beschreiben. Dabei wird auch hier zwischen betrieblicher Versicherung für Selbstständige und persönlicher Versicherung für Selbstständige unterschieden.

1. Betriebliche Versicherung für Selbstständige

Wird einer dritten Person bei betrieblichen Tätigkeiten Schaden zugefügt, greift die Betriebshaftpflicht (Firmenhaftpflichtversicherung). Da jedes Unternehmen unterschiedliche Risiken beinhaltet, bieten die Versicherungsgesellschaften individuelle Versicherungsleistungen an. Sprechen Sie aus diesem Grund auch hier individuell mit dem für Sie infrage kommenden Versicherungsanbieter.

  • Rechtschutzversicherung

    Rechtsschutzversicherungen als Versicherung für Selbstständige werden in der Regel im Paket angeboten. Der Selbstständige kann sich entweder als Firmeninhaber einzeln über eine Berufsrechtschutzversicherung oder gemeinsam mit seinen Mitarbeitern über die Firmenrechtsschutz versichern. Der Leistungsumfang ist bei einer Rechtschutzversicherung abhängig von der Anzahl der Mitarbeiter, der Tätigkeit sowie von der Unternehmensform. Daher sollten Sie sich auch hier individuell beim Versicherungsanbieter erkundigen.

  • Haftpflicht speziell für Vermögensschaden

    Wenn Sie als Selbstständiger durch Ihre berufliche Tätigkeit einen Vermögensschaden verursachen, dann sind Sie zum Schadensersatz verpflichtet. Gerade wenn Sie als Berater, Prüfer oder Gutachter tätig sind, ist die Vermögensschadenhaftpflicht unentbehrlich.

  • Zudem gibt es zahlreiche Sachversicherungen. Diese und weitere Versicherungen finden Sie unter betriebliche Versicherungen im Detail.

    2. Persönliche Versicherung

    • Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige

    Wer seinen vertrauten Lebensstandard trotz einer Berufs- und Arbeitsunfähigkeit aufrecht erhalten möchte, sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Denn kaum ein Selbstständiger ist, aufgrund der Regularien im gesetzlichen Rentenversicherungssystem, durch staatlichen Schutz (Erwerbsminderungsrente) abgesichert. Wer nun als Existenzgründer eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige abschließen möchte, sollte sich auf jeden Fall direkt beim Versicherungsanbieter über den Leistungsumfang erkundigen. Denn nicht selten wird die Versicherungssumme nur ausbezahlt, wenn der Selbstständige absolut keine Tätigkeit mehr ausüben kann. Bei einer teilweisen Erwerbsunfähigkeit, kann die Versicherung vom Unternehmer eine „Umgestaltung" des Unternehmens verlangen.

  • Krankenversicherung (privat oder gesetzlich)

    Als Selbständiger haben Sie die Möglichkeit eine gesetzliche oder private Krankenversicherung abzuschließen. Wägen Sie daher genau die Vor- und Nachteile der beiden Formen miteinander ab. Dies gilt insbesondere, wenn Sie eine Familie zu versorgen haben. Aber Achtung: Entscheiden Sie sich für eine private Krankenversicherung, ist der Weg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung nur bedingt möglich.

  • Rentenversicherung (gesetzlich oder/ und privat)

    Einige Berufsgruppen sind verpflichtet in das gesetzliche Rentenversicherungssystem einzuzahlen. Dazu zählen zum Beispiel Dozenten an Hochschulen, Handwerksmeister, Publizisten oder Künstler. Die anderen Selbstständigen haben die Wahl der Qual. Bedenken Sie bei der Existenzgründung, dass Sie innerhalb von fünf Jahren bei der Rentenversicherungsanstalt einen Antrag auf Weiterversicherung stellen müssen. Verpassen Sie die Frist, ist eine freiwillige Aufnahme in der gesetzlichen Rentenversicherung nur schwer möglich. Sind Sie einmal bei der gesetzlichen Versicherung als Selbstständiger aufgenommen, ist eine Kündigung jedoch nur erschwert möglich.

  • Arbeitslosenversicherung

    Als Selbstständiger müssen Sie innerhalb der letzen 24 Monate mindestens 12 Monate vor Ihrer Existenzgründung versicherungspflichtig gewesen sein, um sich freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern zu können. Unmittelbar nach Aufnahme Ihrer selbstständigen Tätigkeit, müssen Sie einen Antrag auf Aufnahme stellen. Scheitern Sie mit Ihrer Selbstständigkeit können Sie dann entsprechend Arbeitslosengeld beziehen.

  • Unfallversicherung

    Das Risiko eines Unfalls (und den daraus folgenden Risiken) können Sie über eine Unfallversicherung absichern. Als Selbstständiger können Sie z.B. freiwillig bei einer Berufsgenossenschaft versichern – die Leistungen entsprechen dann der gesetzlichen Unfallversicherung. Umfangreicher ist dabei der Schutz der privaten Unfallversicherung, die meist für Berufe mit einem höheren Unfallrisiko empfehlenswert ist.

  • Erfahren Sie mehr über die freiwillige Arbeitslosenversicherung und andere Versicherungen für den persönlichen Bereich des Gründers.

    Versicherungen für Selbstständige auf dem Prüfstand

    Versicherungen gibt es viele. Wie im privaten Bereich besteht auch für Existenzgründer sowie für Selbstständige sowohl die Gefahr der Unter- als auch der Überversicherung. Stellen Sie sich als Existenzgründer deshalb konkrete Fragen welche Arten der Versicherung für Selbstständige für Sie relevant sind. Zum Beispiel:

    • Wo liegen die Risiken meiner Selbstständigkeit?
    • Wie wahrscheinlich ist der Eintritt dieses Risikos?
    • Wie hoch sind die finanziellen Auswirkungen dieser Risiken?

    Für Freiberufler gibt es spezielle Punkte, auf die Sie achten sollten. Wir haben die wichtigsten Versicherungen für Selbstständige mit freien Berufen zusammengestellt!

    Verträge und Tarife regelmässig prüfen

    Prüfen Sie Ihre abgeschlossenen Versicherungsverträge regelmäßig einerseits darauf,

    • ob die Versicherung für Selbstständige noch nötig ist, andererseits darauf
    • ob durch die Erweiterung Ihrer Geschäftstätigkeit neue Tatbestände abgesichert sind bzw. die Deckungssummen noch angemessen sind
    • außerdem müssen Sie Veränderungen in der Risikolage durch betriebliche Veränderungen auch der Versicherung mitteilen.

    Achten Sie außerdem auf Bedingungen Ihrer Verträge und erfüllen Sie diese stets, sonst kann es im Schadensfall zur Ablehnung durch die Versicherung kommen.

    Zusätzlich bietet es sich an, in regelmäßigen Abständen die Kosten- & Leistungen der bestehenden Versicherungen mit aktuellen Angeboten zu vergleichen. Insbesondere bei der privaten Krankenversicherung sollten Sie Ihren Tarif mit aktuellen Angeboten vergleichen – so können Sie unter Umständen viel Geld sparen!

    Versicherung für Selbstständige Fazit

    Final müssen Sie als Existenzgründer die Entscheidung treffen, welche der Versicherung für Selbstständige für Sie persönlich relevant sind. Insbesondere in der Anfangszeit Ihrer Selbstständigkeit gilt es darauf zu achten, nicht zu langfristige Versicherungen einzugehen. Auch die Beiträge für die Versicherung für Selbstständige sind oft unterschätzte Kosten, die Sie als Existenzgründer in Ihrem Finanzplan berücksichtigen sollten.

    Aber schauen Sie nicht nur auf die Kosten! Gerade bei einer Versicherung für Selbstständige ist vielmehr auf das Leistungsangebot zu achten. Bei speziellen Versicherungs-Paketen für Selbstständige und Existenzgründer ist zu prüfen, ob wirklich alle Versicherungen aus dem Paket für den Existenzgründer relevant sind.

    Neben der Frage welche Versicherung für Sie als Selbstständiger notwendig ist, sollten Sie auch regelmäßig die Kosten- und Leistungen der bestehenden Versicherungen überprüfen. Damit stellen Sie sicher, dass Sie für den weiteren Geschäftsverlauf optimal abgesichert sind und nicht zu viel für Ihre Absicherung bezahlen – insbesondere bei der privaten Krankenversicherung lohnt es sicht, regelmäßig einen unverbindlichen Vergleich zu machen – so können oft mehrere hundert bis über tausend Euro pro Jahr gespart werden.

    Welche Versicherungen braucht man als Selbstständiger?

    Welche Versicherungen braucht man als Selbstständiger?

    Lesen Sie hier einige Denkanstöße dazu – und lassen Sie sich individuell beraten:

    **** Pflichtversicherungen:

    Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung.

    Gesetzliche Rentenversicherung oder Versorgungswerk. Manche Selbstständige, z.B. Handwerksmeister, müssen für eine bestimmte Zeit in die Gesetzliche Rentenversicherung einzahlen; Freiberufler wie Architekten und Ärzte werden Pflichtmitglieder in der Versorgungskasse der zuständigen Kammer. Für viele andere Selbstständige besteht hingegen bislang keine Rentenversicherungspflicht, auch wenn es bereits konkrete Pläne zur Einführung gibt. Diese Selbstständigen müssen ihre Altersvorsorge vollständig selber gestalten.

    KFZ Haftpflichtversicherung. Die KFZ -Haftpflichtversicherung ist eine Pflichtversicherung, falls Sie ein KFZ zulassen wollen.

    Hundehaftpflichtversicherung Eine Tierhalterhaftpflichtversicherung ist in einigen Bundesländern (unter anderem in Niedersachsen) Pflicht, wenn Sie privat einen Hund halten. Zurück zur Übersicht.

    *** Sehr wichtig:

    Privathaftpflichtversicherung. Für Schäden, die man gegenüber anderen anrichtet, ist eine Privathaftpflichtversicherung sehr wichtig. Auch wenn das Wort „Pflicht“ darin vorkommt, ist es keine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung – aber sehr, sehr wichtig, denn man haftet für Schäden in unbegrenzter Höhe und fast lebenslang. Seit einigen Jahren bieten verschiedene Anbieter einer Privathaftpflichtversicherung sogar Schutz für den umgekehrten Fall an: Dass jemand Sie schädigt, jedoch selbst nicht in der Lage ist, den Schaden zu ersetzen (Ausfalldeckung). Manche Anbieter bieten sogar Versicherungsschutz für nebenberuflich tätige Selbständige im Rahmen der Privathaftpflichtversicherung. Für viele Bereiche reicht eine Privathaftpflichtversicherung allein jedoch nicht aus und ein Zusatzbaustein, oder ein separater Vertrag werden notwendig; das gilt beispielsweise für vermieteten Haus- und Grundbesitz, für Bauherren, für die Haltung von Hunden oder Pferden, die Tätigkeit als Lehrer, hauptberuflich Selbstständiger, Jäger, Halter eines Bootes, KFZ… – die Liste ist lang!

    Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Arbeitskraft stellt für die meisten Selbstständigen ihr größtes Vermögen dar (Rechenweg: Jahresgewinn x Jahre bis zur Altersrente) und sollte daher auch mit entsprechendem Vorrang abgesichert werden. Das erfolgt in aller Regel durch eine Krankentagegeldversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung, Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder Absicherung gegen Schwere Krankheiten (Dread Disease Police). Bei diesen Versicherungen kann man sich nicht selbst aussuchen, wann man sich versichert: Nur wessen Gesundheitshistorie aus Sicht des Versicherers in Ordnung ist, hat überhaupt die Chance auf einen vernünftigen Vertrag: Also versichern, so lange man gesund genug ist! Zurück zur Übersicht.

    Auslandsreisekrankenversicherung. Eine Auslandsreisekrankenversicherung, kann sehr wichtig sein, wenn Sie ins Ausland reisen, weil die Gesetzlichen Krankenkassen unter Umständen auch die Private Krankenversicherung nicht alle Kosten, beispielsweise auch für Rückholung, übernehmen. Selbständige sollten beachten, dass berufliche Reisen ins Ausland oftmals in einer normalen Auslandsreisekrankenversicherung nicht versichert sind.

    Krankenzusatzversicherung. Eine Krankenzusatzversicherung für Krankenhausaufenthalt, Chefarztbehandlung, evtl. Heilpraktiker, Zahnersatz . Warum? Weil bei schweren Erkrankungen oder Unfällen keine Chance aus finanziellen Gründen ausgelassen werden sollte, eine möglichst schnelle und vollständige Genesung sicherzustellen; Heilpraktikerbehandlung, weil sie von den meisten gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden; Zahnersatz wird mit zunehmendem Alter ein Thema sein.

    Sachversicherungen. Absicherung des bereits erreichten ‚Hab und Guts‘, um es im Schadensfall nach Möglichkeit nicht ersatzlos zu verlieren (z.B. Gebäudeversicherung falls Eigentum vorhanden ist, Teilkasko-, oder Vollkaskoversicherung für wertvollere PKW, Diebstahlversicherung für wertvolle Fahrräder, Hausratversicherung immer – allein schon wegen Wasserschäden.) Grundsatz: Je weniger Vermögen Sie haben, um einen Schaden selber ersetzen zu können, desto umfangreicher sollten Sie versichert sein. Zurück zur Übersicht.

    * Je nach Sicherheitsbedürfnis:

    Rechtsschutzversicherung. Eine Rechtsschutzversicherung ist sinnvoll, wenn es Ihnen wichtig erscheint, eigene Rechtsansprüche gerichtlich durchzusetzen, z.B. im Verkehr, gegenüber den Nachbarn, einer Versicherung, dem Vermieter oder dem Mieter. Rechtsschutzversicherer unterscheiden scharf zwischen Rechtsschutz für Nichtselbstständige und dem für Selbstständige – Obacht!

    Unfallversicherung. Eine Unfallversicherung kann als Ergänzung einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnig sein, nicht jedoch als deren Ersatz. Für Selbstständige, die viel auf Reisen sind, oder körperlich tätig sind, ist sie besonders sinnvoll.

    Weitere Versicherungen je nach individuellem Bedarf (z.B. bei Tierhaltung, für wertvolle Musikinstrumente, oder wertvolle Elektronik) und Sicherheitsbedürfnis. Zurück zur Übersicht.

    Betriebliche Versicherungen für Selbstständige

    Zu den oben genannten Privaten Versicherungen kommen bei Selbstständigen noch die betrieblichen Versicherungen hinzu:

    *** Sehr wichtig:

    Betriebs- / Berufshaftpflichtversicherung (letztere ist oft eine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung, z.B. für Ärzte, Rechtsanwälte und Versicherungsvermittler);

    Absicherung von Werten, Maschinen, Waren und Vorräten

    Absicherung des Ertrages (Betriebsunterbrechungsversicherung, Ertragsausfallversicherung, Warenkreditversicherung)

    ** Bei Bedarf und je nach Branche:

    D & O Versicherung

    Weitere Versicherungen je nach Branche, Tätigkeiten und betrieblichem Sicherheitsbedürfnis;

    Weiterreichende Aussagen ohne vorherige Analyse sind auf Grund der sehr unterschiedlichen Anforderungen in den verschiedenen Branchen kaum möglich. Zurück zur Übersicht.

    Vielen Dank fürs Lesen des Beitrages Welche Versicherungen braucht man als Selbstständiger?

    Источники: http://www.selbststaendig.de/gesetzliche-krankenversicherung-krankenkasse, http://www.fuer-gruender.de/wissen/unternehmen-gruenden/versicherung/, http://www.helberg.info/welche-versicherung/welche-versicherungen-als-selbstaendiger/

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