Selbständig rentenversicherung

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Versichert oder verunsichert?

„Ich versichere mich, sobald ich genug verdiene“ – so denken viele Selbständige und leben viel zu lange ohne soziale Absicherung. Im Alter drohen ihnen eine mickrige Rente und horrende Gesundheitskosten. Was Existenzgründer beachten sollten.

Krankenversicherung, Rente: Selbständige unterschätzen leicht die Risiken des Alters

Wenn Gründer zu Helmut Boor kommen, bringen sie meist viele Sorgen mit: Darlehen, Verdienst, Aufträge. Boor ist Berater bei der Strategam Group und hat festgestellt: Die Vorsorge für Alter oder Krankheit ist für frischgebackene Selbständige oft kein Thema – leider. „Es ist schwierig, ihnen klarzumachen, wie ernst sie diesen Punkt nehmen sollten.“

Tatsächlich haben 1,8 Millionen Selbständige keine obligatorische Rentenversicherung, schätzt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Die Krankenversicherung ist immerhin seit ein paar Jahren Pflicht. Doch bei der Wahl machen viele den Fehler, dass sie nicht ans Alter oder an die Familienplanung denken. „Man sollte einmal im Jahr prüfen, ob die Versicherungen noch zur Betriebs-, Einkommens- und Lebenssituation passen“, sagt Helmut Boor.

Gesetzliche Rente ab 78 Euro im Monat

Künstler und Publizisten sind über die Künstlersozialkasse pflichtversichert. Wie Arbeitnehmer müssen sie nur die Hälfte des Rentenbeitrags tragen. Die andere Hälfte zahlt die Künstlersozialkasse aus den Abgaben von jenen, die von künstlerischen Leistungen profitieren; etwa von Theatern und Konzertveranstaltern. Auch der Staat schießt einen Teil zu. Außerdem gibt es berufsständische Versorgungseinrichtungen etwa für Ärzte oder Steuerberater – auch für diese Berufsgruppen ist die Versicherung Pflicht.

Wer nicht pflichtversichert ist, kann sich freiwillig gesetzlich rentenversichern. Helmut Einig, Existenzgründer-Berater, sagt: „Wir haben festgestellt, dass die gesetzliche Rentenversicherung günstiger sein kann als eine private Vorsorge.“ Die Beiträge können sich die Versicherten aussuchen; das Minimum liegt bei nur 78,40 Euro im Monat. „Das lohnt sich aber nicht“, sagt Einig. Wie hoch der Beitrag sein sollte, hänge immer vom Alter und vom Einkommen ab. Unter 300 Euro sollten es aber in der Regel nicht sein.

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Wer nicht pflichtversichert ist, kann mit der Rürup-Rente vorsorgen – offiziell heißt sie Basisrente und ist nach dem Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup benannt. Wer diese private Rentenversicherung abschließt, kann einen Großteil der Beiträge als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. „Das lohnt sich aber normalerweise nur für Gutverdiener“, sagt Experte Helmut Einig. Weiterer Nachteil: Wenn der Selbständige stirbt, verfällt das Kapital.

Private oder gesetzliche Krankenversicherung?

In Deutschland muss jeder eine Krankenversicherung haben. Normalerweise sind Selbständige Mitglied in der Privaten Krankenversicherung (PKV), dafür müssen sie kein bestimmtes Einkommen nachweisen. Junge, gesunde Menschen und Männer zahlen weniger. Die Versicherten bekommen zusätzliche Leistungen, etwa Chefarztbehandlung.

Berater Helmut Einig warnt allerdings: „Im Alter sind die Beiträge recht hoch. Ich kenne Leute, die 1000 Euro im Monat zahlen.“ Und Kinder sind nicht automatisch mitversichert. Die Entscheidung will gut überlegt sein, denn wer einmal in der PKV ist, kommt normalerweise nicht mehr heraus. Wenn er dann im Alter die hohen Prämien nicht zahlen kann, bleibt nur der Basistarif der PKV. Dabei sind die Leistungen die gleichen wie in der GKV; allerdings richten sich die Prämien weiterhin nach Alter und Geschlecht. Der Höchstbeitrag liegt bei 592,88 Euro.

Wer Angst vor hohen Prämien hat, kann sich aber auch freiwillig in der GKV weiterversichern. Allerdings nur, wenn er vorher gesetzlich versichert war – und nur in den ersten drei Monaten nach Ende dieser Versicherungspflicht. In der GKV richten sich die Beiträge nach dem Einkommen. Kinder und Ehepartner sind kostenlos mitversichert.

Pflichtvorsorge für die Zukunft – die Pflegeversicherung

Selbständige zahlen den allgemeinen Beitragssatz von derzeit 15,5 Prozent allein – bei Künstlern und Publizisten übernimmt die Künstlersozialkasse die Hälfte. Die ist übrigens selbst keine Krankenkasse: Sie wickelt die Beitragszahlungen an die gesetzlichen Versicherungen nur ab. Die gesetzlichen Kassen dürfen auch Zusatzbeiträge erheben.

Ob GKV oder PKV – Selbständige sollten bei der Wahl auch prüfen, ob ein Krankengeld enthalten ist. Nur wer in der Künstlersozialkasse versichert ist, hat ab dem 43. Tag automatisch Anspruch darauf. Alle anderen können sich über die gesetzliche oder eine private Versicherung vor Verdienstausfall schützen.

Die Pflegeversicherung ist für alle Pflicht und wird mit der Krankenversicherung abgeschlossen. Bei den gesetzlichen Kassen liegt der Grundbeitrag bei 1,95 Prozent; Kinderlose zahlen 0,25 Prozent mehr. Familienmitglieder ohne eigenes Einkommen sind mitversichert. Bei der privaten Pflegeversicherung hängen die Prämien nicht vom Einkommen ab. Dort sind Kinder mitversichert, Ehepartner allerdings nicht. Wer in der Künstlersozialkasse ist, zahlt nur den halben Grundbeitrag.

Schutz gegen Berufsrisiken – die Unfallversicherung

Gegen Unfälle bei der Arbeit können sich Selbständige freiwillig absichern – über die Berufsgenossenschaften, etwa für Gesundheitsberufe oder Medien. In einigen gilt sogar eine Pflichtversicherung. Eine private Unfallversicherung kann sich zum Beispiel für Musiker lohnen: Eine Verletzung an der Hand kann das Ende der Karriere bedeuten. Für einige Selbständige, etwa landwirtschaftliche Unternehmer und Haushaltshilfen, gilt die gesetzliche Unfallversicherung. Sie wird von Unternehmen, Bund, Ländern und Gemeinden finanziert.

Wer zuvor in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, kann sich als Selbständiger freiwillig weiterversichern. Er zahlt dann einen Beitrag von rund 80 Euro im Monat. Wenn er sich arbeitslos meldet, bekommt er ein Arbeitslosengeld zwischen 600 und mehr als 1400 Euro, so die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Die Höhe richtet sich nach dem Durchschnittseinkommen, das der Antragsteller mit seiner Qualifikation erzielen kann.

Die Gewerkschaft Ver.di berät Solo-Selbständige aus allen Branchen am Telefon und gibt einen Online-Ratgeber heraus: www.mediafon.de. Auf www.startothek.de oder in der Beraterbörse der Förderbank KFW, www.kfw-beraterboerse.de, können Gründer einen spezialisierten Berater in ihrer Region finden. Bei der Suche sollten sie unterscheiden zwischen einem unabhängigen Unternehmensberater und einem Versicherungsmakler – letzterer wird im Zweifel eine private Versicherung empfehlen, wenn er dafür Provision bekommt.

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Selbständig und pflichtversichert

Von Gesetzes wegen gegen Risiken geschützt

Sind Sie schon Teil der Solidargemeinschaft?

Achten Sie darauf, dass bestimmte Gruppen Selbständiger in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind.

  • Handwerker und Hausgewerbetreibende. Bitte beachten Sie die hierfür eigens zusammengestellten Informationen.
  • Lehrkräfte, wenn sie damit regelmäßig mehr als 450,00 Euro monatlich verdienen (auch nebenberuflich). Der Lehrbegriff wird hier weit ausgelegt: So gehört Nachhilfe ebenso dazu wie Golf- oder Aerobicunterricht. Auch selbständige Coaches, Trainer, Moderatoren, Supervisoren oder Feldenkraispädagogen können als Lehrer gelten.
  • Erzieher, wenn Ihre Tätigkeit auf die Charakterschulung und Persönlichkeitsbildung von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet ist. Neben Erziehern in Kindergärten oder Horten sind auch Tagesmütter versicherungspflichtig.
  • Beschäftigte in der Pflege, wenn Sie überwiegend auf ärztliche Anordnung handeln.
  • (Beleg-)Hebammen und Entbindungspfleger, auch wenn Sie versicherungspflichtige Arbeitnehmer beschäftigen.
  • Seelotsen außer Binnenlotsen, die Travelotsen und die Lotsen der Flensburger Förde
  • Küstenschiffer und –fischer, die zur Besatzung eines Schiffes gehören, oder Küstenfischer, die ohne Fahrzeug fischen. Voraussetzung: Sie beschäftigen regelmäßig nicht mehr als 4 versicherungspflichtige Arbeitnehmer.
  • Künstler – dazu zählen alle Personen, die Musik, darstellende oder bildende Kunst schaffen, ausüben oder lehren.
  • Publizisten, wie Schriftsteller, Autoren und Journalisten und auch, wenn Sie Publizistik lehren.
  • Personen, die überwiegend für einen Auftraggeber arbeiten. Umgangssprachlich wird hier von Scheinselbständigkeit gesprochen. Sind Sie unsicher, ob das auf Sie zutrifft? Dann informieren Sie sich bitte im entsprechenden Kapitel.

Es gibt auch Ausnahmen

Wenn Sie als Lehrer, Erzieher oder Pflegeperson selbständig sind und versicherungspflichtige Arbeitnehmer (auch Auszubildende) beschäftigen, sind Sie nicht rentenversicherungspflichtig.

Sicher haben Sie Verständnis dafür, dass die Tätigkeit der bei Ihnen beschäftigten Person mit Ihrer eigenen Arbeit in Verbindung stehen muss, damit wir dies auf Ihre Versicherungspflicht anrechnen können. Eine Reinigungskraft in Ihrem Privathaushalt können wir demnach nicht werten.

Beschäftigen Sie eine Hilfskraft im Rahmen der Geringfügigkeitsgrenze (bis 450,00 Euro/Monat) bleiben Sie ebenfalls versicherungspflichtig. Anders ist es, wenn Sie mehrere geringfügig Beschäftigte haben, die einen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer ersetzen.

Erhalten Sie als Selbständiger einen Gründungszuschuss von der Arbeitsagentur, sind Sie eventuell versicherungspflichtig. Bitte lassen Sie sich von uns beraten, so können Unklarheiten von Anfang an vermieden werden.

Auch tritt die Versicherungspflicht kraft Gesetzes nur dann ein, wenn Sie Ihre Tätigkeit in mehr als geringfügigem Umfang ausüben, das heißt, wenn Ihr Arbeitseinkommen die Geringfügigkeitsgrenze von aktuell regelmäßig 450 Euro im Monat übersteigt. Eine geringfügige selbständige Tätigkeit ist versicherungsfrei.

Sie sind pflichtversichert?

Sie haben gerade festgestellt, dass Sie auch als Selbständiger pflichtversichert sind? Bevor Sie sich nun vielleicht über die Pflichtversicherung ärgern: Bedenken Sie, dass die gesetzliche Rentenversicherung nicht nur zuverlässig eine Rente gewährleistet, sondern Ihnen darüber hinaus auch vorgezogene Rentenzahlungen wegen Erwerbsminderung bietet, Ihre Familienmitglieder einen Anspruch auf Hinterbliebenen- bzw. Waisenrente haben können, Ihnen umfangreiche Rehabilitationsmaßnahmen nach Krankheit oder bei Behinderungen gezahlt sowie Übergangsgelder oder Weiterbildungen für Sie übernommen werden, sollten diese gesundheitlich notwendig werden. Hier geht es also nicht nur um die Rente.

Üben Sie mehrere selbständige Tätigkeiten aus, kann eine Mehrfachversicherungspflicht entstehen. Ein gewerbetreibender Handwerker, der nebenher noch selbständig als Tennislehrer arbeitet, wird in beiden Tätigkeiten versicherungspflichtig. Auch die Kombination Beschäftigungsverhältnis plus Selbständigkeit kann zu einer Mehrfachversicherung führen. Ihre Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung müssen Sie dann grundsätzlich aus jeder einzelnen entstandenen Versicherungspflicht zahlen, insgesamt jedoch höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Nicht pflichtversichert? Eine freiwillige Versicherung kann für Sie durchaus sinnvoll sein, um eventuelle Ansprüche auf eine Berufsunfähigkeitsrente oder Hinterbliebenenversorgung weiterhin zu sichern.

Die nächsten Schritte als pflichtversicherter Selbständiger

Als Pflichtversicherter müssen Sie sich binnen drei Monate nach Aufnahme Ihrer Tätigkeit bei der Deutschen Rentenversicherung melden. Seelotsen von den Seelotsenbrüderschaften, Küstenschiffer von den Fischereiämtern, Handwerker von den Handwerkskammern sowie Hausgewerbetreibende werden automatisch gemeldet.Versäumen Sie diese Frist bitte nicht, sonst können Beiträge nachgefordert werden!

Ihre Beitragshöhe

Ihr Beitragssatz basiert auf dem aktuellen Beitragssatz (derzeit 18,6% )und der Bezugsgröße, die jährlich für West und Ost neu festgelegt wird. Sind Sie Künstler oder Publizist zahlt die Künstlersozialkasse jeweils die Hälfte Ihres Beitrags.

1. Halber Regelbeitrag für Einsteiger

Innerhalb der ersten drei Kalenderjahre nach dem Jahr der Aufnahme Ihrer selbstständigen Tätigkeit können Sie sich für den so genannten halben Regelbeitrag entscheiden. Er beträgt 2016 in den alten Bundesländern monatlich 271,62 Euro und 235,62 Euro in den neuen Bundesländern.

Sie können ohne Rücksicht auf Ihr Arbeitseinkommen den vollen Regelbeitrag zahlen. Er beträgt im Jahr 2016 monatlich 566,37 Euro in den alten und 501,27 Euro in den neuen Bundesländern.

3. Einkommensgerechter Beitrag

Sie können auch niedrigere oder höhere Beiträge als den Regelbeitrag zahlen, wenn Sie ein abweichendes Arbeitseinkommen anhand des letzten Einkommensteuerbescheides nachweisen.

Für einige Berufsgruppen gibt es Ausnahmeregelungen. So haben Sie zum Beispiel als Künstler und Publizist, Seelotse, Hausgewerbetreibender, Küstenschiffer und -fischer die Möglichkeit, nur einkommensgerechte Beiträge zu zahlen.

Weitere Informationen

Welche Vorteile die gesetzliche Rente Ihnen und Ihrer Familie bietet:

Wann eine freiwillige Versicherung für Sie sinnvoll ist

Ein wertvoller Tipp: In den ersten fünf Jahren Ihrer selbständigen Tätigkeit ist eine „Pflichtversicherung auf Antrag“ möglich, die in einigen Punkten günstigere Bedingungen als die freiwillige Versicherung bietet. Infos finden Sie hier:

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12.07.2016 Union will Vorsorgepflicht für alle

Altersvorsorgepflicht für Selbständige – aber wo?

Von Lutz Reiche

Die Union will Millionen Selbständige zur Altersvorsorge verpflichten. Mit dem Vorstoß rennt sie bei Gewerkschaften und Arbeitgebern offene Türen ein. Über das Wie und Wo dürfte aber heftig gestritten werden. Dabei ist auch zu hinterfragen, ob die private und betriebliche Altersvorsorge überhaupt noch ein Auskommen im Alter garantieren können.

Die Altersvorsorgepflicht für Selbständige – als Ursula von der Leyen noch Arbeitsministerin war, brachte sie das Thema erstmals auf den Tisch. Bis zu 400 Euro jeden Monat sollte jeder Selbständige unter 30 Jahren in eine Vorsorge einzahlen. Alle anderen sollten nachweisen, ob sie genügend zur Seite legen, damit sie im Alter mindestens das Niveau der Grundsicherung erreichen.

Die Idee der „Zwangsrente“ war wieder schnell vom Tisch, das Problem damit aber nicht beseitigt. Denn die Hälfte der heute auf staatliche Grundsicherung angewiesenen Menschen hat keine Rentenansprüche – weder aus einer privaten, noch aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Auch aus diesem Grund nehmen die Rentenexperten der Union einen neuen Anlauf, wollen die Vorsorgepflicht für Selbständige durchsetzen, berichtet die „Bild“. Dabei sollen die Selbständigen die Wahl haben: Entweder zahlen sie in die gesetzliche Rentenversicherung ein, was die langfristigen Probleme der Kasse angesichts der demographischen Entwicklung lindern könnte, weil die Einnahmebasis der gesetzlichen Rentenversicherung damit verbreitert wird.

Oder die Selbständigen würden verpflichtet, eine „armutsfeste Altersvorsorge“ nachzuweisen, wobei sie das Absicherungsmodell frei wählen können. Für die zweite Lösung macht sich vor allem die Versicherungswirtschaft stark, könnten dann doch die unter Druck stehenden Lebensversicherer mit zusätzlichen Beiträgen rechnen. Schon länger votiert die Branche dafür, dass mehr Menschen die staatliche geförderte Riester-Rente in Anspruch nehmen dürfen.

Gewerkschaften und Arbeitgeber stimmen zu – die Konsequenz ist eine andere

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) selbst will im Herbst ein Rentenreform-Konzept vorlegen. Dafür sammelt sie derzeit in drei Expertenrunden Anregungen und Vorschläge aus relevanten Gruppen von Wirtschaft und Politik. Bekannt ist, dass die Ministerin vor allem die betriebliche Altersversorgung stärken will, sie steht aber auch innerparteilich unter Druck: Viele Genossen verlangen, das gesetzliche Mindestniveau von 43 Prozent des Durchschnittseinkommens über das Jahr 2030 hinaus festzuschreiben oder sogar anzuheben.

Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände stützen die Pläne einer Versicherungspflicht für Selbständige. Während die Gewerkschaften die Selbständigen bei der gesetzlichen Rentenversicherung eingegliedert wissen wollen, votieren die Arbeitgeber gegen ihre „zwangsweise Einbeziehung“ in die gesetzliche Rente. Wie die Freiberufler einer Vorsorgepflicht nachkommen, sollte ihnen überlassen bleiben, heißt es in einem aktuellen Positionspapier der Arbeitgeberverbände (BDA).

Für den umgekehrten Fall befürchten die Arbeitgeber, dass die damit entstehenden Rentenansprüche in einem ohnehin schrumpfenden System nicht mehr zu finanzieren seien auf lange Sicht.

Источники: http://m.spiegel.de/karriere/was-existenzgruender-bei-rente-und-sozialversicherungen-beachten-sollten-a-832338.html, http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/1_Lebenslagen/02_Start_ins_Berufsleben/03_Existenzgruender/01_Selbststaendig_und_pflichtversichert/selbststaendig_und_pflichtversichert_node.html, http://m.manager-magazin.de/finanzen/versicherungen/selbstaendige-sollen-vorsorgen-a-1102598.html

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