Rürup versicherung

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Rürup-Rente (Basisrente)

Mit Steuervorteilen fürs Alter vorsorgen

  • Zuletzt aktualisiert: 4. Oktober 2017
  • Von: Sara Zinnecker

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Rürup- oder Basisrente zählt zur privaten Altersvorsorge. Sie soll Vergleichbares leisten wie die gesetzliche Rentenversicherung und berufsständische Versorgungswerke (Basisvorsorge).
  • Beiträge bis zu einer Höhe von gut 23.300 Euro lassen sich als Vorsorgeaufwendungen zu 84 Prozent von der Steuer absetzen (Stand 2017).
  • Die Rürup-Rente eignet sich für Selbstständige, die gut verdienen und eine private, aber staatlich geförderte Vorsorge wünschen statt einer freiwilligen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Wer bereits anders vorsorgt und Geld übrighat, kann die Altersrente mit einem Rürup-Vertrag aufstocken und Steuervorteile nutzen.
  • Ein guter Vertrag sollte günstige Rentenkonditionen bieten und wenig kosten. Sie sollten mit einem solchen Vertrag Beiträge recht flexibel zahlen und den Anbieter wechseln können. Der Anbieter sollte finanziell gut dastehen.
  • Ob sich der Vertrag insgesamt lohnt, hängt davon ab, wie alt Sie werden. Wichtig ist auch der Steuersatz im Alter, denn Rürup-Renten sind ab dem Jahr 2040 voll zu versteuern.

So gehen Sie vor

  • Sie sind selbstständig und ziehen Rürup der gesetzlichen Rentenversicherung vor? Dann eignet sich ein klassischer Vertrag mit eingeschränkten Renditechancen und mit garantierter Mindestrente.
  • Wir empfehlen die guten Tarife von Europa (E-BR) und Huk24 (BRA24). Die Verträge können Sie online abschließen.
  • Sie möchten Ihre spätere Rente durch Rürup aufstocken, Steuervorteile ausschöpfen und können noch 15 Jahre und mehr einzahlen? Dann kommt ein Rürup-Vertrag infrage, der mit Aktienfonds anspart. Eine Mindestrente ist nicht garantiert, die Chance auf Rendite dafür höher.
  • Die aus unserer Sicht besten fondsgestützten Verträge gibt es bei der Europa (fondsgebundene Rentenversicherung, Tarif E-FBR) und bei Fairr (Fondssparplan Fairrürup). Diese Verträge können Sie ebenfalls online abschließen.

Sind Sie weder in der gesetzlichen Rentenversicherung noch in einem berufsständischen Versorgungswerk pflichtversichert? Dann können Sie seit 2005 eine alternative Vorsorgeform mit vergleichbaren Leistungen wählen: sogenannte Rürup-Verträge, auch Basisrente genannt. Die gezahlten Beiträge lassen sich als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen – wie auch bei den anderen zwei Vorsorge-Arten.

Rürup-Verträge kommen meist in Form einer klassischen oder fondsgebundenen Rentenversicherung daher. Wenige Anbieter haben auch Fondssparpläne im Programm. Ende 2016 gab es in Deutschland rund 1,9 Millionen Rürup-Verträge.

Doch wie funktionieren Rürup-Verträge genau? Wer kann einen Rürup-Vertrag abschließen – und wer sollte darüber nachdenken?

Rürup-Rente als Basisvorsorge

Unter die sogenannte Renten-Basisvorsorge fallen die gesetzliche Rentenversicherung, die berufsständischen Versorgungswerke, die landwirtschaftlichen Alterskassen und seit 2005 auch Rürup-Verträge. Sie zählen steuerlich alle zur ersten Säule der Altersvorsorge und folgen alle derselben Systematik.

Die Säulen der Altersvorsorge

Quelle: Finanztip (Stand: 29. März 2017)

Beiträge der Basisvorsorge lassen sich bis zu einem bestimmten Höchstbetrag (2017: gut 23.300 Euro) anteilig (2017: zu 84 Prozent) als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen. Steuer fällt dann erst auf die späteren Renten an – bis 2039 noch anteilig, ab 2040 zu 100 Prozent. Da der Steuersatz im Alter häufig niedriger ausfällt als im Erwerbsleben, dürften die meisten Sparer Vorteile aus der nachgelagerten Besteuerung ziehen. Details zur Besteuerung lesen Sie weiter unten.

Wer eine Rürup-Rente abschließen kann

Rürup-Verträge als Basisvorsorge nutzen können Selbstständige, die keiner Pflichtversicherung angehören, also weder der gesetzlichen Rentenversicherung noch einem berufsständischen Versorgungswerk. Für sie war die Rürup-Rente ursprünglich gedacht. Zu dieser Gruppe zählt, wer seine eigene Firma oder einen Laden betreibt oder selbstständig berät. Darüber hinaus kann jeder seine bestehende Basisversorgung mit einem Rürup-Vertrag aufstocken.

Insgesamt sollten die Beiträge für die Rürup- oder Basisrente und die gesetzliche Rentenversicherung oder das Versorgungswerk den Höchstbetrag der Basisvorsorge (gut 23.300 Euro im Jahr 2017) nicht übersteigen. Nur bis zu der Grenze profitieren Sparer vom Steuervorteil. Ein Rechenbeispiel finden Sie im Abschnitt zur Besteuerung weiter unten.

Für wen sich ein Rürup-Vertrag eignet

Ob ein Rürup-Vertrag für Sie infrage kommt, hängt von individuellen Kriterien und Ansichten ab. Grundsätzlich gilt: Je mehr Sie verdienen und je mehr Geld Sie in den Vertrag stecken, umso größer fällt die Steuererstattung in der Ansparphase aus und umso eher lohnt sich der Vertrag. Eine Rolle spielt aber auch, wie viele Jahre bis zur Rente noch bleiben – und wie Sie ansonsten für die Rente vorsorgen. Einige Beispiele vermitteln die Idee:

Beispiel „Skeptiker“ – Rürup eignet sich für Selbstständige, die der gesetzlichen Rentenversicherung skeptisch gegenüberstehen und sich dort nicht freiwillig versichern wollen. Die gesetzliche Rente speist sich aus dem, was Beitragszahler gerade einbezahlen (Umlageverfahren). Das Rentenniveau kann schwanken, die Gesetzgebung kann sich ändern. Eine Rürup-Rente nährt sich dagegen aus eigenen Beiträgen, ist kapitalgedeckt.

Beispiel „Gutverdiener“ – Rürup eignet sich für Selbstständige, die viel verdienen und den steuerlichen Förderrahmen der Basisvorsorge voll ausschöpfen können. Einzahlungen bis zu gut 23.000 Euro im Jahr sind möglich (2017). Wer freiwillig gesetzlich versichert ist, kann im Jahr maximal etwa 14.200 Euro einbezahlen. Was die Rendite angeht, kann eine Rürup-Rentenversicherung mit garantierter Mindestrente mit der gesetzlichen Rente mithalten.

Beispiel „Aufstocker“ – Rürup eignet sich für Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung, die viel verdienen und ihre Basisvorsorge aufstocken wollen. Sie können ebenfalls den steuerlichen Förderrahmen bis zur Obergrenze ausschöpfen und Steuervorteile mitnehmen. Wer noch 15 Jahre oder mehr bis zur Rente hat, kann einen Rürup-Vertrag wählen, der mit Aktienfonds anspart. Hier besteht die Chance auf eine höhere Rendite.

Beispiel Jungunternehmer – Rürup eignet sich eher nicht für Selbstständige, die gerade erst durchstarten. Oft ist die Ertragslage in den ersten Jahren ungewiss und das zu versteuernde Einkommen gering. Es kann sein, dass der Jungunternehmer durch Rürup gar keinen Steuervorteil hätte und der Vertrag nur Geld bindet, das er besser ins Wachstum seiner Firma investieren könnte.

Diese Merkmale haben Rürup-Verträge

Ein Rürup-Vertrag ist ein privater Vorsorgevertrag, meist eine Rentenversicherung. Er hat allerdings bestimmte Merkmale, ist entsprechend zertifiziert und daher der ersten Säule der Altersvorsorge (Basisvorsorge) zugeordnet.

Der wichtigste Unterschied zu einer nicht geförderten privaten Rentenversicherung: Das angesparte Kapital lässt sich bei einer Rürup- oder Basisrente nicht auszahlen. Es soll ausdrücklich der Altersvorsorge dienen; deshalb zahlt es der Versicherer immer als lebenslange Rente aus. An dieser Stelle funktioniert der Rürup-Vertrag also ähnlich wie die gesetzliche Rente.

Dafür werden die Beiträge für Rürup-Verträge auch steuerlich so behandelt wie Beiträge zur Rentenversicherung: Rund 23.000 Euro können Sie pro Jahr im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen geltend machen. Diesen Vorteil gibt es nicht bei einer privaten Rentenversicherung, die Sie rein „aus dem Netto“ besparen.

Neben der Auszahlung als Rente und der steuerlichen Förderung in der Sparphase haben Rürup-Verträge noch einige weitere Merkmale:

  • Rürup-Verträge lassen sich nicht kündigen. Allerdings können Sie den Vertrag beitragsfrei stellen, also keine weiteren Beiträge mehr zahlen, falls Sie die Beiträge nicht mehr aufbringen können oder wollen. Auch können Sie Ihre Zahlungen auf einen Mindestbeitrag (oft 25 Euro im Monat) reduzieren.
  • Grundsätzlich kann das Rürup-Sparguthaben nicht auf einen anderen Versicherten übertragen oder vererbt werden. Der Vertrag ist auch nicht beleihbar. Sollte der Sparer während der Ansparphase versterben, profitiert davon der Versicherer oder die Fondsgesellschaft.
  • Sparer können mit dem Versicherer höchstens individuell vereinbaren, dass der angesparte Betrag im Todesfall als Rente an den Ehepartner ausbezahlt wird, an den eingetragenen Lebenspartner oder an kindergeldberechtigte Kinder. Fachleute sprechen von „Beitragsrückgewähr“.
  • Bezieht der Rürup-Sparer bereits Rente und verstirbt dann, kann er eine Auszahlung an die Hinterbliebenen vereinbaren, etwa in Form einer sogenannten Rentengarantiezeit oder Hinterbliebenenrente. Letztere funktioniert ähnlich der Witwen-/Witwerrente in der gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Allerdings gehen alle Regelungen zur Hinterbliebenenabsicherung auf Kosten der Rentenhöhe des Versicherten: Je stärker Sie also Ihre Familie berücksichtigen, umso geringer ist später Ihre Rente – und das bei gleichem Beitrag.
  • Für Rürup-Verträge gibt es anders als bei Riester-Verträgen keine gesetzlichen Vorschriften für den Wechsel zu einem anderen Anbieter. Nicht alle Anbieter räumen in den Vertragsbedingungen ihren Kunden daher einen Vertragswechsel ein. Einige Anbieter verlangen darüber hinaus eine Gebühr für das Übertragen des Kapitals.
  • Weigert sich der bisherige Anbieter, den Vertrag zu übertragen, bleibt nur die Beitragsfreistellung und der Abschluss eines neuen Vertrags – mit den entsprechenden Abschlusskosten.

Diese Rürup-Renten empfiehlt Finanztip

Es gibt verschiedene Rürup-Vertragsarten, mit denen Sie ansparen können.

Klassische Rentenversicherung – Sie verspricht eine garantierte Rente. Die Rendite kann mit der gesetzlichen Rente (freiwillige Versicherung) konkurrieren. Sie kommt für Sparer infrage, die ihre Basisvorsorge allein über Rürup stemmen wollen.

Fondsgebundene Rentenversicherung und Fondssparpläne – Sie haben eine eingeschränkte oder gar keine Garantie. Die Renditechancen sind aber durch die Anlage in günstige Aktienfonds (ETFs) entsprechend höher. Diese Vertragsarten kommen infrage, wenn Sparer eine bestehende Basisvorsorge aufstocken und weitere Steuervorteile mitnehmen möchten.

Die besten Rürup-Verträge im Test

Im August 2017 haben wir uns die finanzstärksten Anbieter von klassischen Rentenversicherungen (mit Garantiezins) und fondsgebundenen Rentenversicherungen (ohne Garantie) genauer angesehen. Auch ein Fondssparplan war im Test vertreten.

Dabei haben wir vier Auswahlkriterien angesetzt:

– Garantierte Mindestrente oder garantierte Rente je 10.000 Euro Kapital (Rentenfaktor),

– Flexibilität bei den Beiträgen,

– Möglichkeit des Vertragswechsels.

Am besten abgeschnitten haben bei den klassischen Rentenversicherungen die Tarife der Europa (E-BR) und von Huk24 (BRA24). Für die fondsgebundene Rentenversicherung empfehlen wir ebenfalls den Tarif der Europa (E-FBR) und den Fondssparplan der Sutorbank (Fairrürup). Details zum Vorgehen lesen Sie am Ende des Ratgebers unter "So haben wir getestet" und im ausführlichen Testartikel zu den Rürup-Renten.

klassische Rürup-Rentenversicherung (Tarif E-BR)

  • fünf Sterne bei der Ratingagentur Morgen & Morgen
  • hohe garantierte Rente
  • geringe Kosten
  • flexible Beitragszahlungen möglich
  • Wechsel zu einem anderen Anbieter möglich

klassische Rürup-Rentenversicherung (Tarif BRA24)

  • vier Sterne bei der Ratingagentur Morgen & Morgen
  • hohe garantierte Rente
  • geringe Kosten
  • flexible Beitragszahlungen möglich
  • Wechsel zu einem anderen Anbieter möglich

fondsgebundene Rürup-Rentenversicherung (Tarif E-FBR, mit Pictet-ETFs Aktien Europa WKN: 694230 und USA WKN: 694232)

  • fünf Sterne bei der Ratingagentur Morgen & Morgen
  • hoher garantierter Rentenfaktor
  • geringe Kosten beim Ansparen mit ETFs
  • flexible Beitragszahlungen möglich
  • Wechsel zu einem anderen Anbieter möglich

Fondssparplan der Sutorbank und Fairr, mit ETF Aktien Welt, WKN: A0RPWH

  • geschütztes Fondsguthaben
  • hoher garantierter Rentenfaktor
  • Ansparen mit ETFs auf den MSCI World möglich – dann günstig
  • sehr flexible Beitragszahlungen möglich
  • Wechsel zu einem anderen Anbieter möglich

So entsteht der Steuervorteil bei der Rürup-Rente

Anders als Riester-Verträge, bei denen der Staat die Verträge über Zulagen und Steuervorteile fördert, funktioniert die staatliche Förderung bei privaten Rürup-Vorsorgeverträgen allein über die Steuer. Rürup-Verträge werden der Basisversorgung zugeordnet. Sparer können also im Jahr 2017 Beiträge in Höhe von 23.362 Euro als Altersvorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung geltend machen – 84 Prozent davon erkennt das Finanzamt 2017 an.

Der Höchstbetrag, den Sparer für die Basisversorgung ansetzen können, berechnet sich aus der Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung der Knappschaft, die jährlich fortgeschrieben wird, multipliziert mit dem zugehörigen Beitragssatz. 2017 sind das 94.200 Euro x 24,8 Prozent = 23.362 Euro. Davon erkennt das Finanzamt im selben Jahr 84 Prozent an, also 19.624 Euro. Der absetzbare Anteil steigt jährlich um 2 Prozentpunkte – bis auf 100 Prozent im Jahr 2025.

Absetzbarer Anteil der Vorsorgeaufwendungen bis 2025

Wie viel Steuererstattung ein einzelner Rürup-Sparer erwarten kann, hängt also von der Höhe seines zu versteuernden Einkommens und seinem persönlichen Steuersatz ab. Grundsätzlich gilt: Je mehr Sie verdienen, umso mehr bekommen Sie vom Finanzamt zurück.

Rürup-Steuererstattung bei unterschiedlichen Einkommen

¹ Wir nehmen an, der Sparer zahlt 18,7 Prozent seines Jahresgehalts in den Rürup-Vertrag ein, maximal den Höchstbeitrag von 14.250 Euro pro Jahr. Das ist der derzeitige Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 29. März 2017)

Gesetzliche Rente mit Rürup aufstocken

Wer sich entschließt, mit einem Rürup-Vertrag seine Rente von der Deutschen Rentenversicherung oder seinem berufsständischen Versorgungswerk aufzustocken, muss bei den Zahlungen in den Rürup-Vertrag berücksichtigen, dass seine Beiträge zur gesetzlichen Rente oder zum Versorgungswerk auf den steuerlichen Höchstbetrag angerechnet werden. Der Betrag, der steuerbegünstigt in den Rürup-Vertrag fließen kann, ist also begrenzt.

Ein Beispiel: Ein Angestellter mit gutem Gehalt (75.000 Euro im Jahr) sorgt zusätzlich mit einem Rürup-Vertrag vor. Zu seinen Vorsorgeaufwendungen zählen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung (jeweils etwa 7.013 Euro pro Jahr, im Beispiel vereinfachend 7.000 Euro) und die Beiträge zur Rürup-Rente (6.000 Euro pro Jahr). Alle Beiträge zusammen (20.000 Euro) dürfen den Höchstbetrag (23.362 Euro) nicht übersteigen.

Anschließend wird der Betrag ermittelt, den der Sparer tatsächlich von der Steuer absetzen kann. Das sind im Jahr 2017 genau 84 Prozent der Vorsorgeaufwendungen, also 16.800 Euro aus obigem Fall, wovon der Arbeitgeberanteil jedoch wieder abgezogen werden muss. In diesem Beispiel kann der Angestellte noch 9.800 Euro als Sonderausgaben geltend machen.

Beispiel: Diese Altersvorsorgeaufwendungen lassen sich absetzen

Quelle: Finanztip (Stand: 29. März 2017)

Würde der Angestellte den Steuerrahmen ganz ausschöpfen wollen, also die gut 23.000 Euro Höchstbetrag ausschöpfen, könnte er noch mehr in seinen Rürup-Vertrag stecken: rund 9.000 Euro im Jahr, also gut 750 Euro im Monat.

Auf die spätere Rente fällt Steuer an

Ganz ohne Steuer kommt aber niemand davon. Zwar bleibt ein Großteil der Beiträge in der Ansparphase steuerfrei. Rürup-Sparer müssen dafür aber einen Teil der künftigen Rentenzahlungen mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuern.

Wie hoch der Anteil der Rente ist, den Sie besteuern müssen, hängt vom Jahr ab, in dem Sie in Rente gehen: 2017 liegt der zu besteuernde Anteil der Rürup-Renten bei 74 Prozent. Er steigt jedoch jährlich an. Wer ab 2040 in Rente geht, muss die gesamte Rente versteuern.

Besteuerungsanteil der Rente nach Jahr in Prozent

So haben wir getestet

Im August 2017 haben wir uns klassische und fondsgebundene Rürup-Rentenversicherungen und Fondssparpläne genauer angesehen. Mit Hilfe der Zertifizierungsliste beim Bundeszentralamt für Steuern haben wir 277 Rürup-Tarife von 40 Anbietern identifiziert, die derzeit am Markt angeboten werden.

Aus dieser Menge haben wir die Angebote herausgefiltert, die folgende Auswahlkriterien erfüllen:

Rating – Versicherer brauchen mindestens 4 Sterne im Rating von Morgen & Morgen

Garantie – bei klassischen Rürup-Rentenversicherungen sollten wegen der Garantieverzinsung mehr als 100 Prozent der eingezahlten Beiträge zum Rentenbeginn sicher sein

Aktienquote – bei fondsgebundenen Rürup-Rentenversicherungen und Fondssparplänen sollten mehr als 90 Prozent der Beiträge dauerhaft in Aktienfonds investiert werden

Die Tabellen zeigen die verbliebenen Anbieter und wie diese bei unseren Testkriterien abschneiden. Dabei haben wir vier Auswahlkriterien angesetzt:

  • garantierte Mindestrente oder garantierte Rente je 10.000 Euro Kapital (Rentenfaktor),
  • niedrige Kosten,
  • Flexibilität bei den Beiträgen,
  • Möglichkeit des Vertragswechsels.

Am besten abgeschnitten haben bei den klassischen Rentenversicherungen die Tarife der Europa (E-BR) und von Huk24 (BRA24). Für die fondsgebundene Rentenversicherung empfehlen wir ebenfalls den Tarif der Europa (E-FBR) und den Fondssparplan der Sutorbank (Fairrürup).

Diese klassischen Rürup-Rentenversicherungen haben wir getestet

Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand: 13. September 2017)

Diese fondsgestützen Rürup-Verträge haben wir getestet

¹ Die Effektivkosten mindern direkt die Rendite. Sie gelten für einen Vertrag, der 30 Jahre läuft und dem monatlich 100 Euro zufließen. Die Höhe haben wir bei den Anbietern angefragt. Vorgegeben haben wir, dass mit dem günstigsten weltweit streuenden Aktienfonds oder ETF angespart wird.

² Genannt ist jeweils der günstigste internationale Aktienfonds oder ETF aus der Fondsliste der jeweiligen Anbieter.

³ Die Basis-Rentenversicherung der Mylife ist die günstigste am Markt. Wir haben den Vertrag nicht in den Test aufgenommen, da der Versicherer kein Rating von Morgen & Morgen hat.

Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand: 13. September 2017)

Weitere Details zum Vergleich finden Sie in unserem Test-Artikel zu den Rürup-Renten.

Weitere Tipps im Ratgeber Altersvorsorge

Sara Zinnecker

Expertin für Geldanlage

So können Sie fürs Alter vorsorgen

  • Zur Basisversorgung zählen die gesetzliche Rentenversicherung und Rürup-Verträge.
  • Gefördert sind Riester-Verträge oder betriebliche Altersvorsorge.
  • Die Lebensversicherung zählt zur ungeförderten Vorsorge.

Weitere Ratgeber:

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Artikel verfasst von

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Handelsblatt testet: Überblick 4: Fondsgebundene Rürup-Rentenversicherung

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Überblick 4: Fondsgebundene Rürup-Rentenversicherung

Anbieter solcher Fondspolicen legen die Beiträge der Kunden in Fonds an. Eine Beitragsgarantie gibt es grundsätzlich nicht, der Versicherte bekommt am Ende der Ansparphase eine Rente aus dem bis dahin angesparten Kapital abzüglich der Kosten.

Diese Versicherung setzt daher am stärksten auf die Chancen des Kapitalmarktes, beteiligt den Versicherten aber auch an den Risiken. Versicherte können bei Anbietern aber eine individuelle Garantie der Beiträge anschließen, dies über einen bestimmten Anteil der Beiträge bis hin zu 100 Prozent. Eine garantierte Rente weisen die Anbieter nicht aus, wohl aber eine zu erwartende Rente mit hochgerechneten Renditen von drei und sechs Prozent pro Jahr.

Altersvorsorge-Planer : Rentenlücke ermitteln

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Der verbrauchernahe Bund der Versicherten (BdV) weist darauf hin, dass bei diesen Produkte oftmals höhere Kosten anfielen als bei klassischen Policen. Denn es gebe Gebühren für die Versicherungen und auch für die Fonds. Wer sich für eine Rürup-Rente auf Fondsbasis interessiere, sollte daher im Vergleich auch Angebote für Rürup-Fondssparpläne einholen, rät der BdV. Bei den fondgebundenen Rürup-Produkten generell müssen Interessierte entscheiden, ob sie selbst Fonds auswählen möchten (individuelle Fondsauswahl) oder dies dem Versicherer überlassen wollen (gemanagte Variante).

Unter den von Franke und Bornberg getesteten Rürup-Policen erreichen sieben die Bewertung „sehr gut“. Die Hanse Merkur schafft die Höchstpunktzahl von 100. Es folgen der Direktversicherer Europa, die Württembergische, Vorsorge Leben, Canada Life, der Direktversicherer Hannoversche und die Continentale.

Handelsblatt testet: Rürup-Renten im Vergleich

  • 21.07.2016 13:14 Uhr

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Senioren im Schlosspark Pillnitz in Sachsen: Wer seinen Ruhestand genießen will, muss vorsorgen.

Frankfurt Viele Menschen fürchten das Alter – auch mit Blick auf ihr finanzielles Dasein. Das zeigte erst wieder eine Umfrage im Auftrag der Deutschen Bank in Deutschland. Demnach hat die Mehrheit der Menschen im Land Angst vor Armut im Alter. Zugleich finden mehr als 80 der Befragten, dass „die Notwendigkeit, sich um die eigene Altersvorsorge zu kümmern, niemals aufhört“.

Das gilt in besonderem Maße für Selbstständige und Freiberufler, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen, daher meist auch keine gesetzliche Rente beziehen. Vor allem für diese Gruppe hat der Gesetzgeber die Rürup- oder Basis-Rente mit einer umfangreichen steuerlichen Förderung geschaffen.

Glossar zur Rentenreform

Altersarmut

Rund 536 000 Menschen erhalten Grundsicherung im Alter. Künftig dürfte Altersarmut weiter zunehmen, weil mehr Arbeitnehmer gebrochene Erwerbslaufbahnen haben und nicht durchgängig in die Rentenkasse einzahlen. Auch viele Alleinerziehende und Selbstständige ohne ausreichende Eigenvorsorge sind betroffen. Der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Axel Reimann, fordert, Selbstständige ohne Altersvorsorge sollten obligatorisch in der Rentenversicherung abgesichert werden.

Betriebsrente

Rund 40 Prozent der Beschäftigten haben keine Betriebsrente. Arbeitgeber könnten – so diskutiert das derzeit die Koalition – verpflichtet werden, den Arbeitnehmern Angebote zu machen. Geringverdiener könnten mit einem Förderbetrag stärker unterstützt werden. Kleinen und mittleren Unternehmen könnten die Risiken mittels kollektiver Haftungslösungen genommen werden. Die Koalition mildert vielleicht auch das Problem doppelter Krankenkassenbeiträge auf Beiträge und Erträge ab.

Erwerbsminderung

Erst ab 63 ist die Rente wegen Erwerbsminderung aus gesundheitlichen Gründen ohne Abschläge möglich. Vorher werden bis zu 10,8 Prozent abgezogen. Vielfach führt Erwerbsminderung zu Armut: Knapp 502 000 Menschen mit Erwerbsminderung erhalten Grundsicherung. Die Opposition fordert die Abschaffung der Abschläge.

Flexi-Rente

Wer bereits mit 63 in Teilrente geht, soll laut einem rot-schwarzen Gesetzentwurf mehr vom Zuverdienst behalten können. Bei der Teilrente mit 63 wird die Rente ab einer Zuverdienstgrenze von 450 Euro heute stark gekürzt. Stärker lohnen soll sich aber auch das Arbeiten über die reguläre Altersgrenze hinaus. Dafür sollen die Arbeitnehmer Rentenbeiträge zahlen können, die dann zu einer Steigerung der Rente führen. Heute zahlen Arbeitgeber bei Beschäftigung eines Rentners den Arbeitgeberanteil, ohne dass das die Rente steigen lässt.

Lebensleistungsrente

Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) will die versprochene Aufwertung kleiner Renten bald auf den Weg bringen. Bis zu fünf Jahre Arbeitslosigkeit sollen angerechnet werden. Eine Krux dabei: Viele Bezieher von Kleinrenten leben in gut situierten Haushalten, etwa wenn der Ehemann gut verdient hat. Deshalb sollen laut Nahles die Partnereinkommen berücksichtigt werden.

Ost-West-Angleichung

Ende 2019 soll die Angleichung der Ost- an die Westrenten kommen. Die Standardrente nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittslohn liegt in den neuen Ländern bei 1217 Euro – 97 Euro unter dem Westwert. Doch käme die Angleichung konsequent, hätte das negative Folgen für die künftigen Ostrentner. Denn bei der Rentenberechnung werden die Ostlöhne heute noch aufgewertet.

Rentenalter

Es soll auf 67 bis 2029 steigen. Weil immer weniger Einzahler in die Rentenkasse künftig für immer mehr Rentenbezieher aufkommen müssen, werden Forderungen nach einer Anhebung des Rentenalters immer lauter. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) etwa ist für eine Kopplung des Rentenalters an die steigende Lebenserwartung.

Rentenniveau

Heute liegt es bei rund 48 Prozent – unter 43 Prozent darf dieses Verhältnis von der Standardrente zum Durchschnittslohn bis 2030 laut Gesetz nicht fallen. Doch das schützt immer weniger vor Altersarmut. Immer mehr Politiker aus allen Parteien fordern eine Stabilisierung, die Linke will mit 53 Prozent hier am meisten.

Riesterrente

Gut 16 Millionen Bürger haben einen Riester-Vertrag. In knapp einem Fünftel der Verträge fließt aber kein Geld mehr. Nur gut jeder Zweite schöpft die staatliche Förderung voll aus. Der DGB fordert bereits, die Riesterrente auslaufen zu lassen. Vertrauensschutz würde es nur für laufende Verträge geben. Allerdings dürften die Politik der Eigenvorsorge künftig auf der einen oder anderen Weise eher eine bedeutendere als eine kleinere Rolle zumessen, wie man von Politikern oft hört.

Zusatzrente

Angesichts der Schwächen von Riester- und Betriebsrenten gewinnt die Vorstellung einer einfacheren zusätzlichen Absicherung mit staatlicher Garantie immer mehr Anhänger. Aus der hessischen Landesregierung kam der Vorstoß für eine Deutschlandrente – ein einfaches Standardprodukt für jedermann. Jeder Arbeitnehmer soll über vom Arbeitgeber abgezwackte Beiträge in einen zentralen Fonds einzahlen – sofern sie gegenüber dem Arbeitgeber nicht aktiv widersprechen.

Interessierte sollten aber genau prüfen, ob diese Form der geförderten privaten Altersvorsorge zu ihnen passt, mahnen Verbraucherschützer immer wieder. Denn die im Jahr 2005 vom Ökonomie-Professor und früheren Wirtschaftsweisen Bert Rürup entwickelte Vorsorgeform bietet dem Vertragsinhaber zwar eine hohe Steuer-Förderung. Doch die Rürup-Rente zwängt ihn auch in ein starres Korsett von Bedingungen.

Geldanlage : Ihr persönliches Musterdepot

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Bis zu 22.767 Euro – dem Höchstbetrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung – können pro Jahr steuerfrei in einen Basisrenten-Vertrag eingezahlt werden. Verheiratete dürften das Doppelte einzahlen. Die steuerliche Absetzbarkeit steigt in Stufen an bis zum Jahr 2025. 2016 kann jeder 82 Prozent als Vorsorgeaufwendung von der Steuer absetzen, also maximal 18.669 Euro. Die Rürup-Rente wird nachgelagert – also im Rentenalter besteuert, genauso wie die gesetzliche Rente. Die Vorsorgeform ist also als Wette darauf zu verstehen, dass der persönliche Steuersatz im Alter niedriger ist als aktuell.

Rentendiskussion : Taschenspielertricks und Zahlensalat

In der aktuellen Debatte über die gesetzliche Rente und drohende Altersarmut geht es mächtig durcheinander. Besonders pikant: Selbst eine von Bundesregierung und Rentenversicherung genutzte Zahl ist falsch. mehr…

Für das üppige Steuerbonbon bindet sich ein Versicherter aber ein Leben lang an seinen Rürup-Vertrag. Denn er zahlt mindestens bis zum Alter von 62 Jahren ein, ausgezahlt wird die Basis-Rente nur als Rente. Der Gesetzgeber schreibt die Basisrente als Leibrente vor, der Versicherte baut also eine Anwartschaft auf eine Rentenversicherung auf. Dies kann er über eine klassische Rentenversicherung machen, eine fondsgebundene oder gemischte Rentenpolice oder einen Fondssparplan.

Zu Beginn der Auszahlphase fließt das Kapital aus allen Varianten in eine Rentenversicherung. Die Rürup-Rente ist nicht kündbar, nicht beleih- und veräußerbar. Allerdings muss das angesparte Kapital bei Arbeitslosigkeit nicht aufgebraucht werden, bevor man Arbeitlosengeld II bekommt, und es ist Hartz IV sicher. Die Rürup-Rente ist nicht übertragbar und grundsätzlich nicht vererbbar. Oft vereinbaren Versicherte aber einen Todesfall- und Hinterbliebenenschutz.

Источники: http://www.finanztip.de/ruerup-rente-basisrente/, http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/versicherung/handelsblatt-testet-ueberblick-4-fondsgebundene-ruerup-rentenversicherung/13894880-6.html, http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/versicherung/handelsblatt-testet-ruerup-renten-im-vergleich/13894880.html

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