Private riester rente

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Warum Sie Ihre Riester-Rente nicht kündigen sollten

Riester-Verträge sind oft teuer und nicht immer optimal für die Altersvorsorge. Trotzdem sollten Kunden ihre Policen nicht voreilig kündigen. Es gibt bessere Wege, das Problem anzugehen.

Wer der Versicherungsbranche zuhört, der kann leicht das Fürchten bekommen. Vergangene Woche etwa präsentierte der Verband GDV eine Umfrage zur sogenannten Generation Mitte. Diese 30-bis 59-Jährigen, das kam dabei unter anderem raus, seien unsicher über ihre Altersvorsorge und glaubten, sie täten zu wenig.

Das stimmt sicher beides. Ohne zusätzliche Anstrengungen jenseits der gesetzlichen Rente lässt sich der Lebensstandard im Alter nicht halten. Und zur Verunsicherung gibt es auch ganz aktuell wieder gute Gründe. Denn große Versicherer signalisieren, dass sie ihre Millionen Riester-Kunden nicht mehr haben wollen.

Trotzdem: Lassen Sie sich nicht verunsichern!

In diesem Herbst geht es erst mal nicht um den Abschluss neuer Verträge, sondern um den richtigen Umgang mit denen, die Sie bereits haben. Und eine Kündigung ist da immer das letzte Mittel der Wahl bei einer Altersvorsorge.

Das gilt ganz besonders für Riester-Verträge. Klar, eine Menge dieser Verträge sind nicht toll. Viele Versicherer, aber auch manche Fondsgesellschaften und Banken haben viel zu hohe Kosten von der privaten Rente abgezogen. Und das gleich mehrfach: Das sind einmal die laufenden Kosten für Verwaltung, Konto oder Fondsausgabe-Aufschläge. Dazu kommt ein gewaltiger Batzen gleich zu Anfang des Vertrages. Da wurde nämlich zunächst der Vertrieb belohnt: Vier Prozent von den geplanten Einzahlungen waren dafür der übliche Satz. Wer also mit 25 Jahren mit 100 Euro im Monat bei einer Versicherung zu riestern begann, hat in den ersten Jahren schnell um die 2000 Euro für diese Provision bezahlt.

Das Geld, das dort verraucht ist, bekommen Sie nicht zurück. Konkret heißt das, dass Ihr Guthaben zum Start über mehrere Jahre erstmal ins Minus rutscht. Wer deshalb aber enttäuscht kündigt und sich das verbliebene Kapital auszahlen lässt, verliert nicht nur die Provision, sondern auch noch die Zulagen und Steuervorteile aus den vergangenen Jahren.

Also gilt es, nüchtern abzuwägen: Welchen Vertrag habe ich? Was macht der Anbieter mit meinem Geld? Welche Alternativen habe ich?

Schlucken Sie Ihren Ärger runter – und bleiben Sie dabei

Eine klassische Riester-Rentenversicherung aus dem Jahr 2007 kann im heutigen Niedrigzinsumfeld ein sinnvoller Baustein zur Altersvorsorge sein; immerhin garantieren diese Verträge dauerhaft eine Verzinsung von 2,25 Prozent pro Jahr auf das Ersparte. Und die guten Zinsen können die hohe Kostenbelastung möglicherweise wettmachen. Schlucken Sie hier Ihren Ärger eher runter – und bleiben Sie dabei.

Wem allerdings beim Vergleich von eingezahlten Beiträgen und Vertragsstand die Tränen kommen, kann eine Hintertür nutzen, die der Gesetzgeber aufgemacht hat: Stellen Sie Ihren Vertrag einfach beitragsfrei; zahlen Sie also nicht weiter ein. Dann haben Sie eine Geld-zurück-Garantie: Die Anbieter müssen bei ihren Kunden nämlich dafür sorgen, dass sich spätestens zu Rentenbeginn die gesamten Einzahlungen und zusätzlich die staatliche Förderung auf dem Riester-Konto wiederfinden. Lassen Sie den Anbieter also Ihr bisheriges Konto erst mal wieder auffüllen!

Für die Zeit bis zur Rente können Sie sich ab jetzt noch einen besseren Vertrag suchen, der aus ihrem Ersparten die maximale Rente macht. Allerdings sollte der neue Vertrag dann besonders kostengünstig sein.

Eine andere Möglichkeit: Sie sind optimistisch, dass etwa ein Riester-Fondssparplan mit Aktien bis zur Rente deutlich mehr bringt als der alte Vertrag. Dann können Sie das angesparte Kapital auch gleich auf den neuen Vertrag übertragen. Allerdings garantiert der neue Anbieter dann auch nur das Guthaben, das Sie mitbringen. Hier sollten Sie am besten noch 20 Jahre bis zur Rente haben, damit die Chance auf eine gute Aktienrendite tatsächlich gut ist.

Auch wenn Sie eigentlich mit Ihrem Riester-Vertrag zufrieden sind, sollten Sie sich stets zum Jahresende ein paar Gedanken darüber machen. Ist nämlich das Gehalt im vergangenen Jahr gestiegen, so reicht der alte Abbuchungsbetrag Ihrer Versicherung oder Bank womöglich nicht mehr aus, um noch die volle Förderung zu erhalten. Dann ist es sinnvoll, zum Jahresende den fehlenden Betrag noch einzuzahlen. Wie viel Euro für die volle Förderung fehlen, sagt Ihnen ihr Riester-Anbieter.

Sparer, die noch mehr fürs Alter zurücklegen wollen, können die Mindestbeiträge bei dieser Gelegenheit auch aufstocken. Bis zu 160 Euro im Monat fördert der Staat, solange Sie keine Kinder im Vertrag haben.

Eine kleine Riesterrente sorgt dafür, dass Sie mehr Geld im Alter haben

Und was ist mit der Kritik an Riester? Hier hat die große Koalition in diesem Sommer immerhin einen Kardinalfehler in der Altersvorsorgepolitik beseitigt. Kleine Riesterrenten werden künftig nicht mehr mit der sozialen Grundrente verrechnet. Das bedeutet: Künftig sorgt eine kleine Riesterrente tatsächlich dafür, dass Sie effektiv mehr Geld im Alter haben. Haben Sie zeitlebens wenig verdient und steuern deshalb mit Ihrer gesetzlichen Altersvorsorge auf Grundrentenniveau (also 800 Euro) zu, haben Sie mit einer geförderten Rente im Ruhestand in jedem Fall zusätzlich Geld in der Tasche.

Diese ganzen Ratschläge gelten übrigens auch für die Kunden von Generali, Ergo oder die ehemaligen Kunden der Arag, die sich um ihre Verträge sorgen machen, weil die verkauft werden sollen. Je älter der Vertrag, je höher die Garantiezusage, desto vernünftiger ist es jedenfalls, vorläufig an dem Vertrag festzuhalten.

Und wenn Sie jetzt all Ihre Verträge gut sortiert und durchgearbeitet haben, dann warten wir gemeinsam mal ab, was denn die neue Bundesregierung uns Wählern für die Altersvorsorge noch anbieten wird. Damit können wir uns aber auch im kommenden Jahr beschäftigen. Denn die Förderung für dieses Jahr haben wir ja noch erfolgreich mitgenommen.

Riester-Rente: Hohe Kosten, kleine Rente

  • 02.08.2017 11:42 Uhr

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Die Nachfrage nach den staatlich geförderten Policen schwächelt.

Köln Die Riester-Rente kommt nicht aus der Krise. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der neu abgeschlossenen Riester-Verträge erneut geschrumpft. Nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben die Deutschen bloß rund 346.000 solcher förderfähigen Policen neu abgeschlossen. Das waren 7,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Schon das Jahr 2015 war für die Lebensversicherer mit einem Einbruch um rund 20 Prozent beim Riester-Neugeschäft ein Desaster. Nicht zuletzt wegen der vergleichsweise wenigen Neuabschlüsse sank im Jahr 2016 der Gesamtbestand an Riester-Policen um 0,9 Prozent auf 10,7 Millionen Verträge. Und: Zirka jeder fünfte Riester-Vertrag ist ruhend gestellt, Sparer zahlen also vorerst keine weiteren Beiträge mehr.

Die staatlich geförderten Riester-Produkte sollen die Deutschen eigentlich dazu animieren, privat fürs Alter vorzusorgen. Wer riestern will, kann zwischen mehreren Varianten wählen. Es gibt klassische Versicherungen, Investmentfonds-Lösungen, Banksparpläne, geförderte Bausparverträge sowie Immobiliendarlehen. Den Großteil der Riester-Produkte machen Versicherungen aus. Ausgerechnet diese stehen immer wieder in der Kritik: „Die Kosten der Verträge sind oft so hoch, dass sie die Zulagen auffressen“, sagt Kerstin Becker-Eiselen, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg. „Riester-Rentenversicherungen haben in den vergangenen Jahren so schlecht abgeschnitten, dass sie den Ruf des Riesterns insgesamt beschädigt haben.“

Demografische Entwicklung : So unterschiedlich altert Deutschland

Deutschland wird älter

2015 bekam eine Frau im Schnitt 1,5 Kinder – und lag damit unter dem EU-Durchschnitt. Dementsprechend werden die Deutschen älter. Unterschiede sind vor allem zwischen Ost- und Westdeutschland zu sehen.

Quelle: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Der Gesetzgeber ist sich der Probleme bewusst. Zum kommenden Jahreswechsel wird die staatliche Grundzulage für Riester-Produkte angehoben, von 154 auf 175 Euro pro Jahr. Die Erhöhung der Zulage wird allerdings nicht viel nützen, sagt Becker-Eiselen. Das Finanzamt berechnet nämlich, ob für Riester-Sparer die Zulagen oder eine Steuerersparnis günstiger ist. Das bedeutet: Je höher die Riester-Zulage, desto weniger Steuern sparen die Riester-Kunden. Nur wer einen niedrigen Steuersatz hat – wie etwa Familien mit vielen Kindern –, für den dürfte sich die Erhöhung bemerkbar machen. „Kinderreiche Familien profitieren davon“, sagt die Verbraucherschützerin. Für alle anderen Riester-Sparer seien die Nachbesserungen nicht mehr als Kosmetik. „Durch geringere Steuervorteile bleibt der Sparbetrag trotz höherer Zulagen unterm Strich gleich.“

Und noch eine Änderung ist geplant: Weil vor allem Geringverdiener von Altersarmut bedroht sind, wird es für die Grundsicherung im Alter einen Freibetrag auf das Einkommen aus Riester-Renten geben. Anspruch auf die Sozialleistung „Grundsicherung“ können Rentner haben, wenn ihr Einkommen nicht für ihren Lebensunterhalt ausreicht. Bis zu 204,50 Euro pro Monat werden künftig nicht mehr auf diese Grundsicherung angerechnet.

Rating zum Download : Riester-Rentenversicherungen

Hier eine Ausnahme, da eine Sonderregelung – Riester-Rentenversicherungen kranken auch daran, dass sie für viele Sparer schlicht zu kompliziert sind. „Verbraucher verstehen die Produkte nicht“, sagt Becker-Eiselen. Seit vergangenem Jahr ist es noch schwieriger, einzelne Policen zu vergleichen. Grund dafür ist ausgerechnet ein Versuch des Bundesfinanzministeriums, die Transparenz von Altersvorsorgeprodukten zu erhöhen. Seit 2016 werden Riester-Produkte in bestimmte Chance-Risiko-Klassen einsortiert. Darüber hinaus müssen Anbieter die Wertentwicklung und die Effektivkosten ihrer Riester-Policen nach einer Methodik berechnen und ausweisen, die die unabhängige „Produktinformationsstelle Altersvorsorge“ (PIA) vorgibt. „Die Effektivkostenquote versteht kein Mensch“, kritisiert Becker-Eiselen.

Das Ratinghaus Franke und Bornberg hat für das Handelsblatt Riester-Policen analysiert und bewertet. Ein weiterer Vergleich, der in den kommenden Tagen auf Handelsblatt.com erscheint, befasst sich mit Rürup-Produkten. Auch private Rentenversicherungen wurden schon getestet. Die Riester-Analyse stützt nun die Einschätzung von Verbraucherschützern: Riester-Rentenversicherungen sind kompliziert, und die garantierte Rente inklusive Zulagen fällt oft bescheiden aus.

Hohe Kosten, kleine Rente

Verbraucherschützer monieren Kosten

Riester-Policen – Klassik

Riester-Policen – Neue Klassik

Klassik mit Indexbeteiligung

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    • Herr Günther Heck 02.08.2017, 14:50 Uhr

    Noch nicht einmal die alten Lebensversciherungen die nun für die Babyboomer in den nächsten hahren sukzessive fällig werden haben sich rentiert. Von den nach 2005 abgeschlossenen Verträgen und auch das Riestergeschäft ganz zu schweigen. Alleine wegen den späteren Abgaben (nachgelageret Besteureung) und der niedrigen Zinsen, sowie etliche Nachteile der Rieserrente gegenüber anderen Anlageformen. Hier sind die Kunden vom Gesetzgeber mehr als eingeschränkt worden.

    Private Vorsorge: Die Tücken der Riester-Rente

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    Sie lohnt sich, sie lohnt sich nicht, sie lohnt sich… Ob der Abschluss einer Riester-Rente sinnvoll ist oder nicht, ist selbst unter Experten heftig umstritten. Warum die Riester-Rente für Sparer ein Balanceakt ist und wo Fallen lauern.

    Pro und Contra :  Freunde und Feinde der Riester-Rente

    In der gesetzlichen Rentenversicherung läuft es derzeit ausnahmsweise richtig gut: Dank hoher Beschäftigungszahlen sammelt die staatliche Rentenkasse Reserven in Milliardenhöhe an, ab 2013 sinkt deshalb der Beitragssatz von aktuell 19,6 auf 19,0 Prozent vom Bruttoeinkommen. Das ist vor allem aus deshalb möglich, weil das Rentenversprechen nicht gerade üppig ausfällt: 2030 soll ein Ruheständler nur noch 43 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens als Rente erhalten. Noch sind es für neue Rentner 50 Prozent. Doch so oder so: Wer sein Arbeitsleben beendet, wird mit der staatlichen Rente allein kaum auskommen.

    Um sich im Alter nicht allzu sehr einschränken zu müssen, ist also private Altersvorsorge dringend vonnöten – je eher, desto besser. Und weil das keine neue Erkenntnis ist, hat Vater Staat bereits vor elf Jahren – und für Kritiker trotzdem viel zu spät – die sogenannte Riester-Rente eingeführt. Die Angst vor Rentenlücke und Altersarmut hat inzwischen 15 Millionen Verbraucher dazu bewegt, Ersparnisse in einen Riester-Vertrag zu stecken. Hauptargumente für den Abschluss waren dabei vor allem die staatlichen Zulagen und Steuervorteile während der Ansparphase.

    Überblick: Das neue Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz

    Die Regierung begründet die Änderungen bei der Riester-Rente so:

    „Die deutsche Gesellschaft steht, ähnlich wie diejenige anderer Industrieländer, vor starken und nachhaltigen demografischen Veränderungen. Sinkende bzw. dauerhaft niedrige Geburtenraten und eine zunehmende Lebenserwartung werden dazu führen, dass eine wachsende Zahl von Menschen im Rentenalter einer abnehmenden Zahl von Personen im aktiven Erwerbsleben gegenübersteht.“

    Quelle: Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der steuerlichen Förderung der privaten Altersvorsorge (Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz – AltvVerbG)

    Verbraucher

    10 Jahre nach der Einführung der Riester-Rente und sieben Jahre nach Einführung der Basisrente zeige sich Anpassungsbedarf insbesondere in Hinblick auf den Verbraucherschutz.

    – Stärkung der kapitalgedeckten Altersvorsorge

    – Vereinfachung der Eigenheimrente

    – Verbesserung des Erwerbsminderungsschutzes

    – Stärkung der Verbraucher im Markt

    – Verbesserung des Anlegerschutzes

    Transparenz

    „Zur Erhöhung der Transparenz und der Vergleichbarkeit von geförderten Altersvorsorgeprodukten wird statt der bisherigen vorvertraglichen Informationspflichten ein verpflichtendes Produktinformationsblatt für alle Produktgruppen zertifizierter Altersvorsorgeverträge eingeführt. Dieses Produktinformationsblatt soll dem Verbraucher in gebündelter, leicht verständlicher und standardisierter Form einen Produktvergleich ermöglichen.“

    Fördergrenzen

    bei der Basisversorgung im Alter:

    – Anhebung der Förderhöchstgrenze von 20.000 Euro auf 24.000 Euro

    – Verbesserung der steuerlich begünstigten Absicherung der Berufsunfähigkeit beziehungsweise verminderten Erwerbsfähigkeit

    Riester-Rente

    – Verbesserung des Erwerbsminderungsschutzes bei Altersvorsorgeverträgen

    – Meldung bei Übertragungen im Rahmen des Versorgungsausgleichs auch bei ausschließlich ungefördertem Altersvorsorgevermögen

    – Streichung der Bescheinigungspflicht der Erträge (§ 94 Absatz 1 EStG)

    – Verbesserungen bei der Ausgestaltung des genossenschaftlichen Riester-Anlageprodukts

    Wohn-Riester (1)

    – jederzeitige Kapitalentnahme für selbst genutztes Wohneigentum in der Ansparphase

    – jederzeitige Einmal-Besteuerung des Wohnförderkontos während der Auszahlungsphase

    – Erleichterungen im Hinblick auf die Absicherung der weiteren Geschäftsanteile einer Genossenschaft

    – Flexibilisierung und Verlängerung des Reinvestitionszeitraums

    Wohn-Riester (2)

    – Zulassung eines Altersvorsorge-Eigenheimbetrags zwischen 75 und 100 Prozent des geförderten Kapitals

    – Absenkung der jährlichen Erhöhung der in das Wohnförderkonto eingestellten Beträge von 2 auf 1 Prozent

    – rechtzeitiger Antrag auf Entnahme des Altersvorsorge-Eigenheimbetrags vor der Auszahlungsphase

    – Einbeziehung eines Umbaus zur Reduzierung von Barrieren in oder an der selbst genutzten Wohnung in die Eigenheimrenten-Förderung

    Aber das Interesse an der Riester-Rente sinkt seit Jahren. Eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Postbank schlägt Alarm: 42 Prozent der Berufstätigen in Deutschland wollen ihre private Altersvorsorge nicht mehr erweitern, die monatlich dafür angesparten Beträge sind in den vergangenen acht Jahren um fast zehn Prozent gesunken. Der repräsentativen Umfrage unter 1642 Bürgern zufolge ist gerade auch das Ansehen der Riester-Rente in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. 2009 hielten demnach noch 23 Prozent der Bevölkerung die private Riester-Rente für besonders sicher. Dieser Wert ist mittlerweile auf nur noch 16 Prozent gesunken. Nur noch acht Prozent derjenigen, die ihre Altersvorsorge aufstocken möchten, interessieren sich für die staatlich geförderte Riester-Rente.

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    Die Gründe für den Ansehensverlust der Riester-Rente sind leicht ausgemacht: Zunehmend kritische Medienberichte (die WirtschaftsWoche hat die Rentabilität von Riester-Verträgen seit 2009 mehrfach angezweifelt), Verbraucherschützer und ein Teil der Wissenschaftler halten Riester-Verträge für intransparent, teuer und für meist unrentabel. Regierung, Produktanbieter, Verbände sowie ein anderer Teil der Experten und Wissenschaftler verteidigen diese Form der privaten Altersvorsorge als besonders sicher sowie durchaus rentabel und stellen Verbesserungen in punkto Transparenz in Aussicht. Beide Seiten führen im Streit um Sinn und Unsinn der Riester-Rente gute Argumente an – und verwirren damit den Verbraucher zusätzlich. Für ihn ist es letztlich die Frage, welcher Seite er mehr Glauben schenkt und ob die Argumente auf seine individuellen Voraussetzungen beim Abschluss eines Riester-Vertrags zutreffen. Mit seiner Entscheidung für oder gegen einen Vertrag ist der Verbraucher allen Diskussionen zum Trotz letztlich ganz allein.

    • Seite 1: Die Tücken der Riester-Rente
    • Seite 2: Wo „riestern“ punktet, wo verliert
    • Seite 3: Rendite vs. Kosten
    • Seite 4: Steuervorteile
    • Seite 5: Flexibilität und Produktvielfalt
    • Seite 6: Mangelnde Transparenz

    Redakteur Finanzen WirtschaftsWoche Online

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    Источники: http://m.spiegel.de/wirtschaft/service/altersvorsorge-warum-sie-ihre-riester-rente-nicht-kuendigen-sollten-a-1178534.html, http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/altersvorsorge-sparen/riester-rente-hohe-kosten-kleine-rente/20132898.html, http://www.wiwo.de/finanzen/vorsorge/private-vorsorge-die-tuecken-der-riester-rente/7224436.html

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