Private haftpflicht versicherung

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Private Haftpflichtversicherung

Bei der privaten Haftpflicht zählt die Leistung

  • Zuletzt aktualisiert: 28. September 2017
  • Von: Eric Brandmayer

Das Wichtigste in Kürze

  • Jeder sollte eine private Haftpflichtversicherung haben.
  • Die Versicherung zahlt, falls Sie jemandem fahrlässig einen Schaden zugefügt haben.
  • Ist im Vertrag eine Ausfalldeckung integriert, zahlt Ihre Versicherung auch, wenn Ihnen jemand anderes Schaden zufügt, den aber nicht bezahlen kann.
  • Achten Sie auf eine hohe Deckungssumme. Mit 50 Millionen Euro sind Sie sehr gut abgesichert, mindestens 20 Millionen Euro sollten es auf jeden Fall sein.
  • Privathaftpflichtversicherungen sind preiswert. Sparen Sie daher nicht am Leistungsumfang.

So gehen Sie vor

  • Die besten Haftpflichtversicherungen sind der Tarif Einfach Komplett der Versicherung die Haftpflichtkasse und die Interrisk Tarif XXL. Beide bieten rundum den besten Schutz sowohl für Familien als auch für Singles.
  • Dabei ist die Haftpflichtkasse deutlich günstiger, vor allem, wenn Sie noch keine Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben. Sie ist deshalb unsere Hauptempfehlung.
  • Für Singles, die in den letzten fünf Jahren keinen Schaden gemeldet haben, kommt auch der Tarif Prestige von der Versicherung die Bayerische in Betracht. Das Angebot ist günstig und ähnlich gut wie das der beiden anderen Anbieter.

Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Haftpflichtversicherung immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Wenn Sie Informationen zur Privathaftpflicht brauchen, sind Sie hier genau richtig. Aber auch zu anderen Arten von Haftpflichtversicherungen haben wir umfassende Ratgeber erstellt: Klicken Sie jeweils auf das Wort, wenn Sie Informationen zur Kfz-Haftpflicht, zur Hundehaftpflicht, zur Pferdehaftpflicht, oder Bauherrenhaftpflicht lesen möchten.

Es ist so schnell passiert: Ihr Kind spielt im Garten Fußball und kickt das Leder aus Versehen in die Scheibe des Nachbarn. Oder Sie selbst rennen bei Rot über die Straße, um den Bus noch zu erreichen. Ein Auto muss bremsen und verursacht einen Auffahrunfall.

In solchen Fällen haften Sie für den entstandenen Schaden – und zwar bis zu Ihrer persönlichen Pfändungsgrenze. Da kein Mensch Unfälle voraussehen kann, sollte jeder eine Privathaftpflichtversicherung haben, die die entstandenen Kosten übernimmt. Allerdings verfügen laut Angaben des Versicherungsverbandss GDV nur 85 Prozent aller Haushalte in Deutschland über eine entsprechende Police.

Vertrag aktuell halten

In den vergangenen Jahren haben sich die Tarife stark verbessert: Anbieter haben ihre Versicherungssummen erhöht und neue Leistungen aufgenommen. So zahlen viele Versicherungen anders als noch vor wenigen Jahren für Schäden, die durch Computerviren oder von kleinen Kindern verursacht wurden. Falls Ihr Vertrag schon mehrere Jahre alt ist, lohnt es sich deshalb oft, in einen Tarif zu wechseln, der auf dem neuesten Stand ist. Neue Policen sind manchmal sogar billiger als alte.

Was versichert die private Haftpflicht?

Eine Privathaftpflicht versichert Personen-, Sach- und Vermögensschäden. 99 Prozent aller Sachschäden – wie eine zerbrochene Scheibe – kosten weniger als 5.000 Euro. Richtig teuer kann es dagegen werden, wenn Menschen verletzt werden.

Beispiel: Ein Radfahrer stürzt ihretwegen und muss ins Krankenhaus sowie mehrere Wochen in die Reha. Dann zahlen Sie nicht nur Schmerzensgeld und die Behandlung, sondern auch den Verdienstausfall des Radlers. Stirbt jemand, können die Forderungen der Hinterbliebenen in die Millionen gehen.

Ein Vermögensschaden kann entstehen, wenn Sie fahrlässig handeln und dadurch einer Person oder einem Unternehmen Gewinne entgehen.

Die private Haftpflicht zahlt nicht für

  • Verletzungen am eigenen Körper, die Sie sich (versehentlich) selbst zugefügt haben,
  • vorsätzlich verursachte Schäden,
  • Schäden aus strafbaren Vergehen,
  • Geldstrafen und Schäden durch Vertragspflichtverletzungen,
  • Schäden, die die Kfz-Haftpflichtversicherung abdeckt,
  • Schäden, die Sie auf der Arbeit verursachen.

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Nicht an der Versicherungssumme sparen

Die oberste Regel bei der Privathaftpflichtversicherung ist: Setzen Sie die Versicherungssumme hoch an. Eine höhere Deckungssumme kostet nur wenig mehr und zahlt sich besonders bei teuren Personenschäden aus. Mit idealerweise 50 Millionen Euro sind Sie sehr gut abgesichert. Mindestens 20 Millionen Euro sollten es aber auf jeden Fall sein.

Jahresbeiträge hervorragender Tarife

150 € Selbstbeteiligung (SB), 125 € SB bei der Haftpflichtkasse, 50 Mio. € Deckungssumme; Preise gerundet. Quelle: die Haftpflichtkasse, Interrisk, die Bayerische. (Stand: 11. November 2016)

Selbstbeteiligung vereinbaren

Mit einer Selbstbeteiligung können Sie den Beitrag senken. Sinnvoll sind etwa 150 Euro im Jahr. Eine höhere Selbstbeteiligung brachte in unserem Vergleich keinen Preisvorteil. Auch ohne Selbstbehalt im Vertrag sollten Sie kleinere Schäden nicht der Versicherung melden. Denn nachdem ein Schaden beglichen wurde, haben Versicherungen ein Sonderkündigungsrecht. Oftmals haben Verbraucher nach einem Rauswurf Probleme, eine neue Police zu finden.

Ausfalldeckung ist Pflicht

Genauso wichtig wie eine hohe Versicherungssumme ist die Ausfalldeckung. Sie funktioniert wie eine umgekehrte Haftpflichtpolice: Sie haben einen Schaden erlitten, für den der Verursacher nicht aufkommen kann – dann übernimmt Ihre eigene Versicherung die Kosten, einige Versicherer aber erst für Schäden ab 2.500 Euro. Achten Sie bei Ihrem Vertrag auf diese Klausel. Da 15 Prozent aller Haushalte in Deutschland nicht haftpflichtversichert sind, besteht das Risiko durchaus.

Familien brauchen nur einen Vertrag

Falls Sie verheiratet sind oder mit Ihrem Partner in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben, reicht eine Haftpflichtpolice pro Haushalt. Kinder sind bis zum Ende ihrer ersten Berufsausbildung immer über die Eltern in der Familienpolice mitversichert. Für kleine Kinder unter sieben Jahren gelten Sonderregelungen, weil die Knirpse laut Gesetz schuldunfähig sind. Macht Ihr Kind aber bei Freunden etwas kaputt, wollen Sie diese aber wahrscheinlich dennoch entschädigen. Schauen Sie deshalb im Vertrag nach, inwiefern Ihre Jüngsten geschützt sind.

Unverheiratete Paare, die eine Familienpolice abschließen, sollten allerdings beachten, dass Schadenersatzansprüche gegen mitversicherte oder im Haushalt lebende Angehörige oft ausgeschlossen sind. Das kann vor allem bei Personenschäden zum Problem werden, etwa falls ein Partner den anderen versehentlich anfährt und verletzt. Denn dann fordert die Krankenkasse des Geschädigten vom Unfallverursacher die entstandenen Behandlungskosten zurück – und das kann bei schweren Verletzungen schnell teuer werden. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre Versicherung Regressansprüche von Sozialversicherungsträgern explizit mitabdeckt, ebenso wie gegenseitige Ansprüche der Versicherten untereinander, falls Personen zu Schaden kommen. Unsere drei Empfehlungen tun das.

Weitere Tipps rund um die Privathaftpflichtversicherung

Gute Tarife heben sich vom Durchschnitt mit kleinen Details ab. Halten Sie daher nach Klauseln Ausschau, die Ihnen wichtig sind. Aber selbst die besten Verträge decken nicht jeden Schaden ab.

Gefälligkeitsschäden Ihr Haftpflichttarif sollte auf jeden Fall Gefälligkeitsschäden abdecken. Dann zahlt die Versicherung auch, falls Sie zum Beispiel einem Freund beim Umzug helfen und dabei versehentlich seinen teuren Fernseher kaputt machen. Viele Tarife versichern Gefälligkeitsschäden, aber nicht alle.

Zusatzschutz für Geliehenes Wird Ihnen ein geliehenes Fahrrad geklaut, verweigern die meisten Haftpflichtversicherungen im Standardtarif die Zahlung. Falls Sie sich öfter etwas von anderen Leuten borgen, könnte ein Zusatzschutz also sinnvoll sein.

Schlüsselverlust Diese Klausel ist kein Muss, aber sie spart eine Menge Geld, falls Sie einmal den Schlüssel zu Ihrer Mietwohnung oder zum Büro verlieren. Denn oft muss anschließend die gesamte Schließanlage im Haus ausgetauscht werden. Die Schlüsselversicherung übernimmt in so einem Fall die Kosten.

Kinder Kinder sind in der Privathaftpflicht mitversichert, bis sie eine Ausbildung oder Studium abgeschlossen haben. Bis zum Alter von sieben Jahren sind sie nicht schuldfähig. Eltern müssen daher nicht für entstandene Schäden haften.

Paare Ziehen Sie mit Ihrem Partner zusammen, brauchen Sie nur eine Haftpflichtversicherung.

So finden Sie den besten Tarif

Privathaftpflichtversicherungen sind preiswert. Insofern zählt vor allem die Leistung der Versicherung, dennoch sollte der Preis nicht komplett außer Acht gelassen werden. Wir haben die Sieger verschiedener Tests von privaten Haftpflichtversicherungen untersucht und empfehlen uneingeschränkt die Haftpflichtkasse mit dem Tarif Einfach Komplett. Er bietet eine sehr gute Leistung für kleines Geld. Sowohl Familien als auch Singles zahlen 70 Euro im Jahr.

die Haftpflichtkasse Einfach Komplett

attraktiver Preis für Familien und Singles

  • sehr guter Tarif in unserer Untersuchung
  • Best-Leistungs-Garantie vorhanden
  • 50 Millionen Euro Versicherungssumme
  • 70 € im Jahr für Familien und Singles (125 € Selbstbehalt)

Das Besondere an der Haftpflichtkasse: Sie passt mit ihrer Best-Leistungs-Garantie Leistungen dem Markt an. Sollten Sie einen Schaden haben, den die Haftpflichtkasse nicht explizit einschließt, können Sie nachschauen, ob es eine andere Versicherung tut. Gibt es eine solche Versicherung, dann reguliert auch die Haftpflichtkasse den Schaden so, wie die Konkurrenz es tun würde. Diese Garantie schließt nur wenige Fälle aus.

Teure Alternative

Zur Haftpflichtkasse gibt es mit dem Tarif XXL der Interrisk eine Alternative. In unserem Test schnitt die Interrisk sogar einen Tick besser ab, allerdings hat sie keine Best-Leistungs-Garantie und ist im Vergleich zur Haftpflichtkasse deutlich teurer. Familien zahlen knapp 130 Euro und damit fast 50 Euro mehr als bei der Haftpflichtkasse. Der Preis reduziert sich allerdings, wenn man in den letzten fünf Jahren eine Versicherung ohne Schaden hatte. Singles zahlen 96 Euro ohne den Rabatt.

Interrisk XXL über Mr-Money

  • kein Tarif deckt mehr Leistungen ab
  • 50 Millionen Euro Versicherungssumme
  • Rabatt bei schadenfreier Vorversicherung in den letzten 5 Jahren
  • Familien zahlen 129 €, Singles 96 € (mit 150 € Selbstbehalt)
  • unkompliziert über Mr-Money abschließen

Für Singles besonders günstig

Alleinstehende kommen mit dem Tarif Prestige der Bayerischen besonders günstig weg. Er kostet für Singles mit 150 Euro Selbstbeteiligung rund 58 Euro im Jahr, sofern sie in den vergangenen fünf Jahren keinen Schaden gemeldet haben. Damit ist die Bayerische ein Preistipp für Singles. Zum Zeitpunkt unseres Tests im Herbst 2016 bot der Tarif nur 20 Millionen Euro Versicherungssumme. Inzwischen hat die Bayerische die Deckungssumme auf 50 Millionen Euro erhöht.

die Bayerische Tarif Prestige

  • sehr guter Tarif in unserer Untersuchung
  • Best-Leistungs-Garantie mitversichert
  • 50 Millionen Euro Versicherungssumme
  • Preistipp für schadenfreie Singles mit 58 € im Jahr (150 € Selbstbehalt)

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Weitere wichtige Haftpflichtversicherungen

Mietsachschäden Mieter sollten Mietsachschäden extra versichern. In der normalen Haftpflicht sind nämlich Glasschäden und Schäden an Einbauten nicht eingeschlossen. Mit einer Zusatzpolice zahlt die Versicherung auch, wenn beispielsweise das Cerankochfeld in der Einbauküche zu Bruch geht.

Tierhalterhaftpflicht In sechs Bundesländern ist eine spezielle Tierhalterhaftpflicht für Hunde Pflicht. Erkundigen Sie sich, was für Ihre Region gilt. Für Pferdehalter empfehlen wir den Abschluss einer Pferdehaftpflichtversicherung.

Abgesichert auf dem Bau Als Bauherr sind Sie für das verantwortlich, was auf der Baustelle passiert. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung springt ein, falls es zu Personen- oder Sachschäden auf dem Bau kommt. Die Bauleistungsversicherung schützt Sie bei Schäden durch Sturm oder Vandalismus am Rohbau. Brennt das Haus während der Bauphase ab, bezahlt eine Feuerrohbauversicherung den entstandenen Schaden.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung Sofern Sie ein Mietshaus besitzen, brauchen Sie unbedingt eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung. Diese springt ein, wenn Sie Ihre sogenannten Verkehrssicherungspflichten verletzt haben. Rutscht beispielsweise ein Fußgänger im Winter auf dem vereisten Gehweg aus und bricht sich ein Bein, weil Sie nicht gestreut haben, zahlt die Grundbesitzerhaftpflicht Schadensersatz. Gehört Ihnen dagegen ein Einfamilienhaus, in dem Sie selbst wohnen, reicht in solchen Fällen die normale Privathaftpflicht.

So haben wir getestet

Test Privathaftpflicht 2016

Finanztip hat im September und Oktober 2016 die besten Tarife herausgesucht aus sechs aktuellen Tests und Bewertungen privater Haftpflichtversicherungen. Pro Test haben wir die drei bestbewerteten Tarife einbezogen. So haben wir 14 Tarife mit einem hervorragenden Leistungsangebot identifiziert. Diese haben wir eigenen Testkriterien unterzogen: Einerseits haben wir für Kunden wichtige Leistungen überprüft, bei denen sich die Versicherer unterschieden. Andererseits haben wir beispielhafte Leistungsmerkmale herausgesucht, die ein existenzbedrohendes Risiko abdecken und an denen sich unter den besonders guten Tarifen die besten herausdestillieren lassen. Schließlich haben wir überprüft, ob der Tarif eine Best-Leistungs-Garantie enthält und welche Merkmale sie zum jetzigen Zeitpunkt abdecken würde. In der Wertung haben wir sie etwas schwächer gewichtet (67 Prozent) als wenn eine Versicherung sie bereits explizit in ihren Vertragsbedingungen einschließt.

Deckte ein Tarif ein getestetes Merkmal voll ab, so erhielt er zwei Punkte. Bei einer teilweisen Abdeckung gab es einen Punkt, bei einer Abdeckung ausschließlich über eine Best-Leistungs-Garantie 0,67 beziehungsweise 1,34 Punkte. Anschließend ermittelten wir die Preise der besten Tarife mit bis zu 150 Euro Selbstbeteiligung für die jeweils höchste abschließbare Deckungssumme sowohl für Singles ohne Kinder als auch für Familien mit Kindern.

Zum Zeitpunkt unseres Tests bot die Bayerische eine maximale Deckungssumme von 20 Millionen Euro an. Inzwischen hat sie die Versicherungssumme im Tarif Prestige auf 50 Millionen Euro erhöht. Diese Änderung werden wir in unserem nächsten Test berücksichtigen.

Ergebnisse unseres Haftpflichttestes für Familien

Quelle: eigene Recherche (Stand: 11. November 2016)

Ergebnisse unseres Haftpflichttestes für Singles

Quelle: eigene Recherche (Stand: 11.November 2016)

Weitere Details zu den Testkriterien lesen Sie in unserem Testartikel Privathaftpflichtversicherung.

Empfehlungen aus dem Ratgeber

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Artikel verfasst von

Redakteur bei Finanztip (bis Januar 2017)

Eric Brandmayer hat bei Finanztip volontiert. Er kümmerte sich als Redakteur im Versicherungsteam vor allem um die Themen Hausrat und Haftpflicht. Während seines Bachelors in Journalismus und Public Relations arbeitete er als Werksstudent beim Deutschen Olympischen Sportbund in der Pressestelle. Praktische Erfahrungen sammelte er zuvor in verschiedenen Redaktionen, in der Versicherungsbranche sowie als Autor.

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Julia Rieder ist Expertin für Versicherungen und derzeit kommisarisch für das Thema Reise verantwortlich. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia Rieder an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.

Privathaftpflichtversicherung

Oft reicht eine einzige Sekunde, in der Sie nicht aufpassen, und schon ist ein Missgeschick geschehen: Sie lassen den teuren neuen Laptop eines Freundes fallen, den Sie doch eigentlich nur eben kurz bewundern wollten. Sie sind in Gedanken schon beim bevorstehenden Arbeitstag und übersehen beim Überqueren der Straße einen Radfahrer, der beim Ausweichen stürzt und sich schwer verletzt.

Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann langfristige finanzielle Folgen haben, denn der Schadensverursacher muss per Gesetz für den entstandenen Schaden haften. Dies trifft insbesondere zu, wenn Menschen zu Schaden kommen. Hier können die Schadenersatzforderungen schnell mehrere Millionen Euro ausmachen. Damit Sie im Fall der Fälle nicht vor dem finanziellen Ruin stehen, ist der Abschluss einer leistungsstarken Privathaftpflicht ratsam.

Häufig gestellte Fragen

Wann leistet die Privathaftpflicht?

Die Privathaftpflicht kommt für Schäden auf, die Sie anderen unbeabsichtigt zufügen – und das bei Bedarf auch in Millionenhöhe! Der Basisschutz deckt Personen-, Sach- und Vermögensschäden ab. Zudem bietet Ihnen die Privathaftpflicht einen sogenannten passiven Rechtsschutz. Das heißt, sie wehrt unberechtigte Schadensersatzansprüche gegen Sie ab – falls notwendig auch vor Gericht. Verschiedene Zusatzleistungen können optional mitversichert werden.

Die Privathaftpflicht leistet grundsätzlich nicht bei:

  • Eigenschäden, das heißt Schäden, die Sie sich, mitversicherten Personen oder Ihrem Eigentum selbst zufügen
  • vorsätzlich herbeigeführten Schäden
  • Schäden, die Ihr Pferd oder Hund verursacht (→Tierhalterhaftpflicht erforderlich)
  • Schäden, die durch den Gebrauch eines Kraft-, Luft- oder Wasserfahrzeugs entstehen (→kleinere Modellfahrzeuge, zum Beispiel Drohnen, sind in Premiumtarifen teilweise mit abgesichert; für alles Weitere ist eine spezielle eigene Haftpflichtversicherung erforderlich).

Info: Wenn Sie hobbymäßig als Jäger unterwegs sind, greift Ihre Privathaftpflicht nicht. Denn die Jagd als Hobby ist generell nicht in der Privathaftpflichtversicherung abgedeckt. Hierfür müssen Sie eine gesonderte Jagdhaftpflichtversicherung abschließen.

Für wen ist die Privathaftpflicht sinnvoll?

Der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung ist für absolut jeden sinnvoll und dringend zu empfehlen. Denn ein Missgeschick ist schnell geschehen und kann langfristige finanzielle Folgen haben. Gerade Personenschäden können schnell in die Millionen gehen. Als Schadensverursacher haften Sie per Gesetz mit Ihrem gesamten Vermögen.

Mit einer Privathaftpflicht sind Sie in solchen Fällen auf der sicheren Seite und vor existenzbedrohenden Kosten geschützt.

Sind mein Partner und/oder meine Kinder automatisch mitversichert?

Bei einem Single-Tarif sind Partner und Kinder nicht automatisch mitversichert. Sie können sie aber in den Tarif mit aufnehmen lassen – auch noch nachträglich.

Alternativ können Sie auch direkt einen neuen gemeinsamen Tarif abschließen. Wählen Sie hierfür beim Abschluss eine dieser Tarifoptionen:

  • Paar: wenn Sie sich und Ihren Partner versichern möchten
  • Familie mit Kind: wenn Sie sich, Ihren Partner und Ihr(e) Kind(er) versichern möchten
  • Single mit Kind: wenn Sie sich und Ihr(e) Kind(er) versichern möchten.

Kinder können in der Privathaftpflicht mitversichert werden, sofern sie sich noch in der Erstausbildung (Studium oder Berufsausbildung) befinden und noch nicht verheiratet sind.

Welche Deckungssummen sind sinnvoll?

Es ist ratsam, eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro zu wählen. Denn gerade Personenschäden können sehr hohe Kosten nach sich ziehen – etwa für Reha-Maßnahmen, Schmerzensgeld, einen behindertengerechten Wohnungsumbau und die Kompensation des Verdienstausfalls.

Wählen Sie eine Privathaftpflicht, bei der auch zusätzliche Schäden – wie etwa Schlüsselverlust oder Gefälligkeitsschäden – mitversichert sind, sollten Sie bei der Wahl des Tarifs darauf achten, dass für solche Leistungen mitunter Höchstgrenzen gelten, die von der allgemeinen Versicherungssumme abweichen.

Welche Zusatzleistungen sind sinnvoll?

Der Basisschutz der Privathaftpflicht lässt sich um diverse Zusatzleistungen erweitern. In der Regel stehen Ihnen folgende Punkte zur Auswahl:

  • Schlüsselverlust: Leistung für den Ersatz der Schließanlage beim Verlust fremder privater Schlüssel (zum Beispiel zur Mietwohnung) und – je nach Tarif – fremder beruflicher Schlüssel (zum Beispiel zum Bürogebäude); sinnvoll für Mieter und Arbeitnehmer
  • Unbezahlte Hilfeleistung: Leistung besteht bei Schäden, die Sie verursachen, während Sie unentgeltlich jemandem helfen. Bei Gefälligkeitsschäden sind Sie gesetzlich nicht zur Haftung verpflichtet, häufig jedoch moralisch. Diese Leistung ist sinnvoll, wenn Sie öfter mal Freundschaftsdienste – wie Umzugshilfe oder Blumen gießen – leisten.
  • Ausfalldeckung: Leistung bei Schäden, die Ihnen selbst zugefügt werden und durch den Schadensverursacher nicht beglichen werden können (unter bestimmten Voraussetzungen); sinnvoll für jeden, der abgesichert sein will, wenn er mal selbst der Geschädigte ist
  • Mietsachschäden: Leistung bei Schäden am Gebäude, Inventar von Hotels und Ferienwohnungen sowie an geliehenen, gemieteten und gepachteten Sachen; sinnvoll für Mieter und wenn Sie öfter verreisen
  • Ehrenamt: Sind Sie ehrenamtlich – beispielsweise in einem Verein – aktiv? Dann sollten Sie darauf achten, dass Ihre Privathaftpflicht Personen- und Sachschäden abdeckt, die Sie während dieser freiwilligen Tätigkeit verursachen.

Wie kann ich meine bestehende Versicherung wechseln?

Der Wechsel Ihrer Privathaftpflicht ist ganz einfach. Ihre bestehende Versicherung können Sie zum Laufzeitende kündigen. In der Regel laufen die Verträge ein Jahr – für die meisten Kunden ist dementsprechend das Laufzeitende nur wenige Monate entfernt. Aber: Bei den meisten Versicherern besteht eine Kündigungsfrist von drei Monaten – kündigen Sie also rechtzeitig. In manchen Fällen – zum Beispiel bei einer Beitragserhöhung – haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Für die Kündigung Ihrer bisherigen Versicherung können Sie gerne unser kostenloses Kündigungsformular verwenden. Senden Sie dieses per Post oder Fax an Ihren bisherigen Versicherer. Einige akzeptieren inzwischen auch eine Kündigung per E-Mail.

Tarife bestimmter Anbieter können Sie online über CHECK24 kündigen, wenn Sie direkt einen neuen Tarif online beantragen. Mehr zum Thema Kündigung finden Sie auf unserer Themenseite.

Eine neue Privathaftpflicht finden Sie unkompliziert mit unserem Online-Privathaftpflichtvergleich. Ihren neuen Vertrag können Sie direkt heute beantragen und dann zu einem späteren Datum Ihrer Wahl beginnen lassen. Wir empfehlen einen direkten Anschluss an Ihre bisherige Versicherung (Enddatum alt = Startdatum neu), um einen nahtlosen Versicherungsschutz sicherzustellen. Eine Überlappung der alten und neuen Versicherung ist nicht möglich.

Basisschutz der Privathaftpflicht

Eine Privathaftpflichtversicherung deckt Personen-, Sach- und Vermögensschäden bis zur vertraglich vereinbarten Versicherungssumme ab.

Personenschaden

Von einem Personenschaden ist die Rede, wenn Menschen zu Schaden kommen. Ein Beispiel: Sie überqueren versehentlich bei Rot die Ampel. Ein Motorradfahrer muss Ihnen abrupt ausweichen und stürzt dabei unglücklich. Im Krankenhaus wird eine Querschnittslähmung festgestellt.

Personenschäden können sehr teuer werden – und Sie als Verursacher haften. Neben den Kosten für die medizinische Betreuung, Reha-Maßnahmen und einen behindertengerechten Wohnungsumbau können unter anderem auch Schmerzensgeld und die Kompensation des Verdienstausfalls anfallen. Daher sollte die Deckungssumme für Personenschäden bei der Privathaftpflicht ausreichend hoch gewählt sein. Zu empfehlen sind mindestens 10 Millionen Euro.

Sachschäden

Wenn das Eigentum anderer Personen beschädigt oder zerstört wird, liegt ein Sachschaden vor. Darunter fallen kleinere Schäden – zum Beispiel, wenn Sie ein Glas Rotwein auf dem Teppich eines Freundes verschütten oder mit dem Einkaufswagen versehentlich ein Auto beschädigen.

Aber auch größere – und damit auch teurere – Schäden können sich ereignen. Ein Beispiel wäre, dass sich Ihr Weihnachtsbaum entzündet und der Brand auf die Nachbarswohnungen übergreift. Auch bei Sachschäden übernimmt die private Haftpflichtversicherung die Kosten.

Vermögensschaden

Ebenfalls zu den Basisleistungen der Privathaftplicht gehört die Abdeckung von Vermögensschäden. Ein Vermögensschaden liegt vor, wenn jemandem durch Ihre Schuld ein finanzieller Nachteil entsteht – weil zum Beispiel ein geschäftlicher Termin nicht eingehalten werden kann oder jemand durch eine durch Sie verschuldete Verletzung nicht arbeiten gehen kann.

Optionale Zusatzleistungen für die Privathaftpflichtversicherung

Auf Wunsch können Sie den Umfang Ihres Versicherungsschutzes um zusätzliche Leistungen erweitern. Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten Zusatzleistungen vor:

Schlüsselverlust

Bei einigen Tarifen der privaten Haftpflichtversicherung ist das Schlüsselverlustrisiko abgesichert. Im Schadensfall trägt die Versicherung die Kosten für das Auswechseln der Schließanlage sowie bei Bedarf für die vorübergehende Bewachung des Gebäudes. Je nach Tarif können folgende Schäden versichert sein:

  • Verlust fremder privater Schlüssel, zum Beispiel zu Ihrer Mietwohnung
  • Verlust fremder beruflicher Schlüssel, beispielsweise zum Bürogebäude Ihres Arbeitgebers

Forderungsausfalldeckung

Wählen Sie einen Tarif mit einer sogenannten Forderungsausfalldeckung als Zusatzleistung, zahlt Ihre Privathaftpflicht unter bestimmten Bedingungen auch dann, wenn Ihnen ein Schaden zugefügt wurde und der Schädiger nicht selbst dafür aufkommen kann.

Eine der Voraussetzungen für die Versicherungsleistung ist, dass Sie einen gerichtlichen Titel gegen den Verursacher erwirkt haben und dieser zur Zahlung verurteilt wurde. Bei einigen Premium-Tarifen übernimmt die Versicherung auch die Erwirkung des Titels und die damit verbundenen Kosten für Sie.

Deliktunfähige Kinder

Kinder unter sieben – beziehungsweise im Straßenverkehr unter zehn – Jahren gelten als deliktunfähig und sind nicht verantwortlich für Schäden, die sie verursachen. Eltern haften für diese Schäden nur, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.

Sind Schäden durch deliktunfähige Kinder in Ihrer Privathaftpflicht eingeschlossen, zahlt die Versicherung auf Ihren Wunsch auch, wenn kein gesetzlicher Haftungsanspruch gegen Sie besteht. Das heißt, die durch einen Fußballschuss Ihres Fünfjährigen zerstörte Scheibe des Nachbarn wird ersetzt, auch wenn Sie gesetzlich nicht dazu verpflichtet sind; der nachbarliche Frieden bleibt gewahrt.

Gefälligkeitsschäden

Ein Gefälligkeitsschaden kann entstehen, wenn Sie jemandem ohne Vergütung einen Gefallen tun – etwa wenn Sie einem Freund beim Umzug helfen und dabei versehentlich seinen neuen Laptop fallen lassen.

Bei einem Gefälligkeitsschaden sind Sie gesetzlich nicht zur Leistung von Schadensersatz verpflichtet – und Ihre Privathaftpflicht somit auch nicht. Möchten Sie bei Freundschaftsdiensten trotzdem für Schäden geradestehen, wählen Sie einen Tarif mit dieser Zusatzleistung und der Schaden wird ersetzt.

Mietsachschäden

In einigen Privathaftpflichttarifen sind auch sogenannte Mietsachschäden abgesichert. Dazu gehören:

  • Schäden am Gebäude, zum Beispiel ein Wasserschaden wegen einer übergelaufenen Badewanne
  • Schäden am Inventar, beispielsweise ein beim Rauchen im Hotelzimmer entstandenes Brandloch in der Polstergarnitur
  • Schäden an geliehenen, gemieteten und gepachteten Sachen – zum Beispiel, wenn Sie sich für den Urlaub die Kamera eines Freundes ausleihen und diese versehentlich fallen lassen

Sind Sie ehrenamtlich tätig, beispielsweise in einem Sportverein, können Sie diese Zusatzleistung beim Abschluss Ihrer Privathaftpflicht einschließen lassen. So sind Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die in Ausübung des Ehrenamtes verursacht werden, abgedeckt. Setzen Sie dazu einfach die Filtermöglichkeit links neben der Ergebnisliste im Versicherungsvergleich und Ihnen werden nur solche Tarife angezeigt, die eine ehrenamtliche Tätigkeit versichern.

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Alles, was Sie wissen müssen – Grundlagen verständlich erklärt

zum Ratgeber Dieser Ratgeber ist genau der richtige Einstieg für Neulinge auf diesem Themengebiet. Hier können Sie sich detailliert über die Grundlagen der Privathaftpflicht informieren. Unter anderem erfahren Sie hier, was der Basisschutz der privaten Haftpflichtversicherung beinhaltet und welche möglichen Zusatzleistungen es gibt.

Zudem finden Sie hier Tipps für die Tarifwahl, zum Beispiel zu den Aspekten Versicherungssumme und Sparpotenzial. Was im Schadensfall zu tun ist, können Sie in diesem Ratgeber ebenfalls nachlesen und sich darüber hinaus über die rechtlichen Grundlagen der gesetzlichen Haftungspflicht informieren.

Schwerpunkt Familienhaftpflicht – Schutz für die ganze Familie

zum Ratgeber Dieser Ratgeber ist ganz dem Thema Familienschutz bei der Privathaftpflichtversicherung gewidmet. Lesen Sie hier unter anderem nach, welche Personen überhaupt bei einer Familienhaftpflicht mitversichert werden können und unter welchen Voraussetzungen Ihre Kinder mitversichert werden können. Was es bei deliktunfähigen Kindern zu beachten gilt, erfahren Sie ebenfalls.

Weitere wichtige Fragen, die in diesem Ratgeber behandelt werden, sind: Was ist, wenn Kinder in eine bestehende Partnerschaft kommen? Wie kann man beim Abschluss einer Familienhaftpflicht sparen?

Ein Schutz für jede Freundschaft – Gefälligkeitsschäden richtig absichern

zum Ratgeber Was ist, wenn ich einem Freund beim Umzug helfe und dabei etwas kaputt geht? Die Antwort auf diese und viele weitere Fragen finden Sie in diesem Ratgeber. Lesen Sie hier, was ein stillschweigender Haftungsausschluss ist und wie Gerichte bislang bei sogenannten Gefälligkeitsschäden in der Haftungsfrage geurteilt haben.

Wie Sie Gefälligkeitsschäden in der Privathaftpflicht absichern können und was es bei der Wahl eines Tarifs mit dieser Leistung zu beachten gilt, können Sie ebenfalls hier nachlesen. Zudem erhalten Sie weitere Tipps, wie Sie beim Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung sparen können.

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