Nachgelagerte besteuerung rente

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Rente: Nachgelagerte Besteuerung ab 2005

Rente Nachgelagerte Besteuerung ab 2005

Hans Eichel plant die volle Renten-Besteuerung und die Freistellung der Vorsorgebeiträge.

Berlin – Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) plant langfristig die volle Besteuerung der Renten und im Gegenzug die steuerliche Freistellung der Vorsorgebeiträge. Dies bestätigte Eichels Sprecher Jörg Müller am Samstag in Berlin.

Müller betonte zugleich, die künftige Regelung werde die heutigen Rentner nicht betreffen. Er reagierte damit auf Zeitungsberichte, wonach den heutigen Rentnern eine deutlich höhere Besteuerung ihrer Alterseinkünfte drohe.

Vorschlag für Einführung von 2005 bis 2025

Der Sprecher bestätigte, dass eine Expertenkommission beim Finanzministerium in ihrem Bericht am Montag den Einstieg in die so genannte nachgelagerte Besteuerung ab dem Jahr 2005 empfehlen werde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss die Regierung auf Grund einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts die steuerliche Behandlung der Renten neu regeln.

Müller sagte, die Vorschläge der Experten-Kommission unter dem Wirtschaftsweisen Bert Rürup bezögen sich auf einen Zeitraum von 2005 bis 2025. Sie sähen die Besteuerung der tatsächlichen Renteneinkommen und die schrittweise vollständige Freistellung der Beiträge für die Altersvorsorge vor.

Die Details des komplizierten Modells würden am Wochenende in der Kommission noch abgestimmt, bevor diese Eichel am Montag ihren Bericht übergeben werde. Bei seiner Entscheidung strebe das Ministerium lange Übergangsfristen von mindestens 20 Jahren an, um den Vertrauensschutz der Rentner zu gewährleisten und große Einnahmeausfälle für die öffentlichen Kassen abzufedern.

Finanzierungslücke von acht Milliarden Euro

Das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL berichtete, durch die Abzugsfähigkeit der Vorsorgebeiträge als Werbungskosten drohten in den nächsten zehn Jahren Steuerausfälle in Höhe von 22 Milliarden Euro. Die geplante vollständige Besteuerung der Renten gleiche diesen Fehlbetrag nur teilweise aus, so dass eine Finanzierungslücke von acht Milliarden Euro bleibe.

Die „Bild“-Zeitung berichtete, das Finanzministerium plane nahezu eine Verdoppelung der bisherigen Rentensteuer. Ab 2005 solle ein Steuerfreibetrag in Höhe von 50 Prozent der Rente eingeführt werden. Bislang gilt bei einem Renteneintritt mit 65 Jahren, dass nur der Ertragsanteil von 27 Prozent der Rente besteuert wird. Dem Bericht zufolge soll der neue Freibetrag für die gesamte Laufzeit des Rentenbezugs festgeschrieben werde.

Ab 2030 soll die Rente voll steuerpflichtig sein

Da die Renten weiter stiegen, bedeute dies, dass ein immer höherer Anteil der Einkünfte besteuert werde. Zudem solle für Neurentner der Steuerfreibetrag jedes Jahr um zwei Prozentpunkte gesenkt werden, so dass ab dem Jahr 2030 die gesamte Rente voll steuerpflichtig wäre.

Müller betonte, die Überleitung auf das von der Kommission vorgeschlagene Modell biete den Steuerpflichtigen die Chance, das Gesamtversorgungsniveau längerfristig noch zu verbessern, mindestens aber zu halten. „Die schrittweise Verbesserung der steuerlichen Berücksichtigung von Altervorsorgeaufwendungen erweitert für alle Erwerbstätigen den Spielraum für die Zukunftsvorsorge.“

Das Verfassungsgericht in Karlsruhe hatte die Regierung zur Neuregelung der Rentenbesteuerung aufgefordert, weil die bisherige weit gehende Steuerfreiheit der Renten die Beamten benachteilige, die ihre Altersbezüge versteuern müssen.

Die besten Lebens- und Rentenversicherungen

Wie Renten besteuert werden

Nicht alles ist steuerpflichtig

In der Rentenbesteuerung spielt der „Rentenfreibetrag“ eine wichtige Rolle. Er ist der Teil der Rente, der nicht zu versteuern ist. Wieviel von der Rente versteuert wird, richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns.

Für die Berechnung des „Rentenfreibetrags“ wird die Jahresbruttorente zugrunde gelegt. Wenn Sie am 31. Dezember 2004 bereits Rentner waren, beträgt Ihr Freibetrag 50 Prozent der Jahresbruttorente 2005. Er ist ein fester Eurobetrag und bleibt auch in den Folgejahren unverändert. Das gilt auch dann, wenn die Rente durch Rentenanpassungen weiter steigt.

Maren K., die schon im Jahr 2004 Rente erhielt, bekam im Jahr 2005 eine Jahresbruttorente von 12.000 Euro. Hieraus errechnet sich ihr „Rentenfreibetrag“ in Höhe von 6.000 Euro. Im Jahr 2014 beträgt ihre Jahresbruttorente aufgrund der bisherigen Rentenanpassungen 13.031 Euro. Ihr „Rentenfreibetrag“ bleibt trotzdem bei 6.000 Euro. Damit steigt ihr zu versteuerndes Renteneinkommen von 6.000 Euro auf 7.031 Euro. Aufgrund des steuerlichen Grundfreibetrages (der 8.354 Euro im Jahr 2014 beträgt) muss sie trotzdem keine Steuern zahlen, da sie außer ihrer Rente keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte hat.

Schätzungsweise fast drei Viertel aller Rentnerhaushalte bleiben derzeit steuerfrei. Rentner, die ihr ganzes Arbeitsleben lang durchschnittliche Beiträge gezahlt und keine nennenswerten Nebeneinkünfte haben, werden voraussichtlich in den kommenden Jahren erstmals – zunächst geringfügige – Steuern auf ihre Rente zahlen müssen.

Erst wenn Sie 2040 oder später in Rente gehen, müssen Sie Ihre Rente grundsätzlich voll versteuern.

Auch wenn Sie zu Rentenbeginn noch keine Steuern auf Ihre Rente zahlen, kann sich dies im Laufe des weiteren Rentenbezuges ändern.

Der „Rentenfreibetrag“ wird immer aus der vollen Jahresbruttorente ermittelt. Da die meisten Renten im ersten Jahr für weniger als zwölf Monate gezahlt werden, wird der endgültige „Rentenfreibetrag“ erst aus der vollen Jahresbruttorente des zweiten Rentenbezugsjahres ermittelt.

Justus V. erhält 1.000 Euro Rente monatlich ab 1. August 2008. Sie hat sich durch die Rentenanpassung zum 1. Juli 2009 auf 1.024,10 Euro erhöht. Der steuerpflichtige Anteil der Rente beträgt 56 Prozent, sein fester „Rentenfreibetrag“ 44 Prozent seiner Jahresbruttorente 2009 in Höhe von 12.145 Euro (= 5.344 Euro). Auch wenn sich seine Rente künftig weiter erhöht, bleibt dieser Freibetrag unverändert. Im ersten Kalenderjahr des Rentenbezuges (hier 2008) waren 56 Prozent der Bruttorente der Monate August bis Dezember 2008 steuerpflichtig.

Wenn Sie im Laufe des Jahres 2014 in Rente gegangen sind, ergeben sich für Sie: 100 Prozent minus 68 Prozent (steuerpflichtiger Teil der Rente bei Rentenbeginn 2014) = 32 Prozent der Jahresbruttorente 2015 als fester „Rentenfreibetrag“.

Jahr für Jahr steigt der Prozentsatz des steuerpflichtigen Teils der Rente für die jeweiligen Neurentner um zwei Prozentpunkte. Bei einem Rentenbeginn im Jahr 2020 liegt er somit bei 80 Prozent der Jahresbruttorente.

Danach erhöht er sich für Neurentner jeweils nur noch um einen Prozentpunkt. Alle Renten, die im Jahr 2040 oder später beginnen, sind dann zu 100 Prozent zu versteuern.

Der zu Beginn der Rente festgelegte individuelle „Rentenfreibetrag“ führt dazu, dass die jährlichen Rentenerhöhungen in voller Höhe, also zu 100 Prozent, versteuert werden. Künftige Rentenanpassungen erhöhen somit das individuelle steuerpflichtige Renteneinkommen.

Das Finanzamt berechnet den steuerpflichtigen Anteil der Bruttorente mit Hilfe des so genannten Anpassungsbetrages. Dies ist der Teil, der auf die regelmäßigen Rentenanpassungen der jährlichen Bruttorente entfällt. Er ist in der Anlage R zur Einkommensteuererklärung zusätzlich zur Jahresbruttorente einzutragen.

Unser Tipp:

Da der Anpassungsbetrag nicht einfach zu berechnen ist, können Sie sich den Betrag von Ihrer Rentenversicherung bescheinigen lassen. Sie weist Ihnen zusätzlich Ihre Jahresbruttorente und Ihre Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung aus.

Wenn Sie Ihre Rente zeitweilig als Teilrente erhalten oder Ihre Rente wegen einer Einkommensanrechnung gekürzt wird, wird auch der Freibetrag entsprechend angepasst.

Auch gekürzte Renten können voll steuerpflichtige Teile enthalten. Diese Teile beruhen auf regelmäßigen Rentenanpassungen, deren Grundlage immer die ungekürzte Rente ist. Daher entspricht der prozentuale Anteil des Anpassungsbetrages einer gekürzten Rente dem der ungekürzten Rente. Auch hier hilft die Bescheinigung Ihres Rentenversicherungsträgers.

Wolfgang S. erhält seit 2005 eine Erwerbsminderungsrente in Höhe von ursprünglich monatlich 1.000 Euro brutto (12.000 Euro im Jahr). Für das Jahr 2014 beträgt die ungekürzte Bruttorente wegen der regelmäßigen Rentenanpassungen inzwischen 13.031 Euro. Anpassungsbetrag wäre die Differenz zu 12.000 Euro, also 1.031 Euro. Da Wolfgang S. seit dem 1. Januar 2011 eine Teilzeitbeschäftigung aufnehmen konnte, wurde seine Erwerbsminderungsrente auf die Hälfte gekürzt. Deshalb halbiert sich nun auch der Anpassungsbetrag auf 516 Euro (zugunsten des Steuerpflichtigen gerundet). Diesen Wert trägt Wolfgang S. neben dem jährlichen Bruttorentenbetrag in die Anlage R der Steuererklärung ein.

Sonstige Vorsorgeaufwendungen

Auch Rentner können ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie andere Vorsorgebeiträge – zum Beispiel Haftpflicht- oder Unfallversicherung – steuerlich geltend machen. Für sie gelten grundsätzlich dieselben Regelungen wie für Arbeitnehmer.

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Nachgelagerte besteuerung rente

Einkommensteuer auf Rentenzahlungen – Rentenbesteuerung

  • Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2012

Das so genannte Alterseinkünftegesetz regelt seit dem 1.1.2005 die einkommensteuerrechtliche Behandlung von Altersvorsorge-Aufwendungen und Altersbezügen vollkommen neu (Rentenbesteuerung). Journalisten haben leider das sozialpolitsche Schlagwort "Rentensteuer" als Schlagzeilen verwendet. Zunächst: Es gibt keine eigene Rentensteuer, sondern es ist eine Erhebungsform innerhalb der Einkommensteuer, die sich auf Renteneinkünfte bezieht. Außerdem ist die Besteuerung von Rentenzahlungen unterschiedlich, und zwar abhängig davon, ob es sich um eine Rentenzahlung aus einer Betriebsrente (volle Besteuerung), aus einer gesetzlichen Rentenversicherung (siehe nachstehend) oder einer privaten Rentenversicherung als Leibrente (nur in Höhe des Ertragsteils) oder als Zeitrente handelt. Nachstehend wird die Einkommensteuer auf Altersbezüge (insbes. gesetzliche Renten) erläutert. Der Artikel Besteuerung von privaten Rentenversicherungen beschreibt die Voraussetzungen und die Besonderheiten der Einkommensteur auf private Leibrenten und Zeitrenten.

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Einkommensteuer auf Renten

Alterseinkünfte aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden seit 2005 "nachgelagert" besteuert. Das heißt: Altersvorsorgeaufwendungen mindern in der Erwerbsphase (Berufleben) die Steuerbelastung. Werden die darauf beruhenden Rentenleistungen im Alter (Altersrente) ausgezahlt, so sind diese Einnahmen (Rentenzahlungen) abzüglich der dann geltenden Freibeträge in der Auszahlungsphase der Besteuerung (Einkommensteuer) zu unterwerfen (so genannte Rentenbesteuerung). Damit ergeben sich auch völlig neue Aspekte für die eigene private Altersvorsorge. So wird zum Beispiel die private Rentenversicherung als Leibrente im Vergleich deutlich attraktiver. Der Ratgeber zur gesetzlichen Rentenversicherung fasst die wichtigen Inhalte zusammen.

Der Wechsel in der Besteuerung von Renten (Alterseinkünften) erfolgt schrittweise bis zum Jahr 2040, weil bisher nicht alle Altersvorsorgeaufwendungen voll steuerlich geltend gemacht werden konnten. So wird seit dem Jahr 2005 ein immer größer werdender Teil der Altersvorsorgeaufwendungen von der Steuer befreit und im Gegenzug der Besteuerungsanteil der darauf beruhenden Renten bei Bezug im Alter erhöht. Beispiel: Wer im Jahre 2011 erstmals Altersrente bezieht, muss ab 2011 und in den Folgejahren 62% des Rentenbetrages versteuern. Wer im Jahre 2015 in Rente geht, muss 70% der Rentenzahlungen der Einkommensteuer unterwerfen.

Besteuerung der Altersrenten in 2 Stufen

Zunächst unterliegen die Renten nur zum Teil der Besteuerung. Schrittweise wird der steuerpflichtige Teil der Renten bis zum Jahr 2020 um jährlich 2 % auf 80 % und anschließend um jährlich 1 % bis zum Jahr 2040 auf 100 % angehoben. Der steuerfreie Teil der Renten wird für jeden Rentenjahrgang auf Dauer festgeschrieben. Das bedeutet, dass bei erstmaligem Rentenbezug vor 2040 ein Freibetrag ermittelt wird, der sich ab dem ersten vollen Rentenbezugsjahr nicht mehr ändert. Die Festschreibung erfolgt in dem Jahr, das auf den ersten Rentenbezug folgt.

Der Berechnung dieses Freibetrages wird die Jahresbruttorente des ersten vollen Rentenbezugsjahres und ein Prozentsatz, der vom Kalenderjahr des ersten Rentenbezugs abhängig ist, zugrunde gelegt. Jahresbruttorente ist die Summe der im Kalenderjahr zugeflossenen Rentenbeträge (auch Rentennachzahlungen) einschließlich der bei Auszahlung einbehaltenen eigenen Beitragsanteile zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Für jeden späteren Rentenjahrgang wird der Prozentsatz für den steuerfreien Teil der Rente schrittweise abgeschmolzen. Geht z. B. ein Arbeitnehmer 2020 in Rente, beträgt der Freibetrag 20%, denn es werden 80% der Alterseinkünfte besteuert. Als erstes volles Rentenbezugsjahr gilt 2021. Erhält er z. B. 12.000 Euro Rente im Jahr 2021, bekommt er für die Folgezeit einen festen Freibetrag von 20%, d. h. 2.400 Euro.

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Das Finanzamt wird automatisch über Höhe der Rentenzahlung informiert

Per Gesetz sind die Rentenversicherer verpflichtet, den Finanzämtern Mitteilungen über die erfolgten Rentenzahlungen zu machen. Dies kann ein böses Erwachen für Rentner bedeuten. Die Einkommensteuer auf die Renteneinkünfte wird dann nachträglich mindestens vier Jahre zurück festgesetzt. Als Folge können hohe Steuernachzahlungen auf die Rentner zukommen. Die Festsetzungsfrist (Verjährung der Steuerfestsetzung) beträgt 4 Jahre. Wer aufgrund der Höhe seiner Renteneinkünfte (z. B. weil die Freibeträge wesentlich überstiegen werden, oder weil er auch noch andere Einkünfte hatte) fest damit rechnen musste, mit den Renteneinkünften besteuert zu werden, riskiert ein Verfahren wegen leichtfertiger Steuerverkürzung oder ggf. sogar wegen Steuerhinterziehung.

Auswirkungen auf Rentner, die bereits am 31.12.2004 eine Altersrente bezogen

Bei Renten und anderen Leistungen aus den gesetzlichen Rentenversicherungen, den landwirtschaftlichen Alterskassen und den berufsständischen Versorgungseinrichtungen, die bereits am 31.12.2004 bezogen wurden, beträgt der Besteuerungsanteil 50 %. Der sich danach ergebende steuerfreie Teil der Rente wird für die gesamte Laufzeit der Rente festgeschrieben. Bemessungsgrundlage für den steuerfreien Teil ist die Jahresbruttorente 2005, d. h. die Summe der im Kalenderjahr zugeflossenen Rentenbeträge (auch Rentennachzahlungen) einschließlich der bei Auszahlung einbehaltenen eigenen Beitragsanteile zur Kranken- und Pflegeversicherung. Bei einer Rente von z. B. 12.000 Euro beträgt der steuerfreie Teil demnach 6.000 Euro.

Auswirkungen auf Rentner, die nach dem 1. Januar 2005 in Rente gehen

Bei den abziehbaren Vorsorgeaufwendungen sind besondere steuerliche Abzugsmöglichkeiten für Altersvorsorgeaufwendungen und für sonstige Vorsorgeaufwendungen vorgesehen. Zu diesen Altersvorsorgeaufwendungen gehören Rentenversicherungsbeiträge und vergleichbare Aufwendungen. Nach einer Übergangsphase sind die Beiträge ab 2025 in voller Höhe bis zu einem Höchstbetrag absetzbar.

Altersvorsorgeaufwendungen im einzelnen:

Unter Altersvorsorgeaufwendungen fallen Beiträge an die gesetzlichen Rentenversicherungen, die landwirtschaftlichen Alterskassen, an berufsständische Versorgungseinrichtungen sowie an bestimmte kapitalgedeckte private Lebensversicherungen. Beiträge zugunsten einer privaten Lebensversicherung sind dann begünstigt, wenn die Versicherung nur die Zahlung einer monatlichen auf das Leben des Steuerpflichtigen bezogene lebenslange Leibrente vorsieht und die Leistungen nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres des Berechtigten erbracht werden. Die ergänzende Absicherung des Eintritts der Berufsunfähigkeit, der verminderten Erwerbsfähigkeit oder von Hinterbliebenen ist möglich. Die erworbenen Anwartschaften dürfen nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar sein.

Sonstige Vorsorgeaufwendungen:

Zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen zählen zum Beispiel Aufwendungen zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Wie vor 2005 berechtigen folgende Beiträge zum Sonderausgabenabzug: Beiträge zu Versicherungen gegen Arbeitslosigkeit, zu eigenständigen Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen, Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherungen sowie zu Risikoversicherungen, die nur im Todesfall eine Leistung vorsehen. Dazu gehören auch Beiträge zu "alten" Rentenversicherungen und bisher steuerlich begünstigten kapitalbildenden Lebensversicherungen, wenn deren Laufzeit vor dem Jahr 2005 begonnen hat und noch im Jahr 2004 ein Versicherungsbeitrag entrichtet wurde.

Auswirkungen bei Pensionen und Versorgungsbezüge:

Die Auswirkungen bei der Besteuerung der Beamtenpensionen und der Arbeitnehmerpensionen betrifft im wesentlichen nur die Freibeträge. Der "alte" Versorgungsfreibetrag (40% der Versorgungsbezüge, höchstens 3.072 Euro jährlich) wird – beginnend ab dem Jahr 2005 – für jedes Jahr bis zum Jahr 2040 abgeschmolzen (siehe § 19 Abs. 2 EStG). Für den einzelnen Pensionär bleibt aber der bei Ruhestandseintritt geltende Versorgungsfreibetrag für die gesamte Dauer des Versorgungsbezugs gleich. Beispiel: Wer im Jahre 2010 erstmals eine Pension, Betriebsrente oder dadurch resultierende Hinterbliebenenbezüge erhält, kann noch lebenslang einen Versorgungsfreibetrag in Höhe von 32% beanspruchen. Die Prozentsätze für die Folgejahre lauten: 2011 mit 30,4%, 2012 mit 28,8%, 2013 mit 27,2%, 2014 mit 25, 6% und 2015 mit 24,0%.

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Zur Geschichte der Rentenbesteuerung

Anlass für die Einführung der Rentenbesteuerung ab 2005 durch das Alterseinkünftegesetz war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 6.3.2002. Das Gericht hatte entschieden, dass die unterschiedliche Besteuerung der Beamtenpensionen und der Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung gegen das Gleichbehandlungsgebot des Grundgesetzes verstößt. Bisher unterlagen Beamtenpensionen voll der Besteuerung, Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung dagegen nur in Höhe des Ertragsanteils (in der Regel zwischen 27 % und 32 %). Das Bundesverfassungsgericht forderte den Gesetzgeber auf, die Besteuerung der Renten und Pensionen bis zum 1.1.2005 gleich zu regeln. So ist das Gesetz zur Neuordnung der einkommensteuerrechtlichen Behandlung von Altersvorsorgeaufwendungen und Altersbezügen (kurz: Alterseinkünftegesetz) entstanden. Im Alltag wird auch von der Rentenbesteuerung gesprochen.

Источники: http://www.manager-magazin.de/finanzen/rente/a-240536.html, http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/01_rente/04_in_der_rente/01_rentenbesteuerung/00_01_rentenbesteuerung_wie_besteuert_wird.html, http://www.finanztip.de/alterseinkuenftegesetz/

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