Maximale entgeltpunkte pro jahr

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Maximale entgeltpunkte pro jahr

Wer sich zumindest ein wenig mit der Rente auskennt, weiß, dass die Entgeltpunkte, die er im Laufe seines Arbeitslebens, sofern es sich in beitragspflichtigen Arbeitsverhältnissen bewegt hat, für jedes Jahr seiner Tätigkeit in Abhängigkeit von seinem Einkommen gutgeschrieben bekommen hat. Unter Umständen aber nicht für sein gesamtes Einkommen, denn wenn er zu den Leuten mit einem hohen Einkommen gehört, dann wird alles, was über der vom Gesetzgeber festgelegten Beitragsbemessungsgrenze (BBG) liegt, nicht mehr beitragsmäßig erfasst und daher auch bei der Berechnung der Rente nicht bewertet. Man kann also höchstens so viele Entgeltpunkte bekommen, wie das Einkommen beitragspflichtig ist (max. bis zur BBG).

Doch wie funktioniert das mit den Entgeltpunkten? Man hat ein Einkommen, das zur Berechnung herangezogen wird. Jedes Jahr veröffentlicht der Gesetzgeber dann ein vom stat. Bundesamt berechnetes Durchschnittseinkommen. Diesen Durchschnitt zu errechnen, scheint kompliziert zu sein, denn das vom Staat angegebene Durchschnittseinkommen ist für das laufende und für das Vorjahr immer nur eine vorläufige Zahl und so wird bei den Angaben der Rentenversicherung das Durchschnittseinkommen vom Vor-Vorjahr auf das endgültige Durchschnittseinkommen festgesetzt und für alle Neurentner dieser Periode wird dann die Rente neu und entsprechend dem nun aktualisierten Durchschnittseinkommen berechnet.

Das versicherungspflichtige Einkommen des Arbeitnehmers wird durch das staatlich ermittelte Durchschnittseinkommen geteilt und das Ergebnis dieser Rechnung sind die bis auf 4 Stellen hinter dem Komma erzielten Entgeltpunkte des Arbeitnehmers für das entsprechende Jahr. Nur, ganz so einfach ist das bei den Benachrichtigungen der Bundesversicherungsanstalt nicht immer zu lesen. Das kann daran liegen, dass sich ihr beitragspflichtiges Einkommen im Laufe eines Jahres verändert hat, z. B. durch eine Gehaltserhöhung, aber auch durch erhaltene Prämien oder Urlaubs- und Weihnachtsgeld, wenn Ihr Einkommen nicht generell über der BBG liegt. Mit solchen Extravergütungen kann es passieren, dass im Monat der Auszahlung ihr Gehalt über die Beitragsbemessungsgrenze steigt und damit die Sonderzahlung nicht vollständig zum beitragspflichtigen Einkommen gezählt wird. Auch gesetzliche Maßnahmen mit Wirkungskraft im laufenden Jahr können die Berechnung der Entgeltpunkte verändern.

Der Haken an der Sache ist, dass es damit für jeden Arbeitnehmer nahezu unmöglich wird, seinen Rentenanspruch selbst zu ermitteln, denn er benötigt dafür nicht nur seine Lohnabrechnungen für den gesamten Zeitrahmen seines beitragspflichtigen Arbeitslebens, sondern auch für den gesamten Zeitraum alle vom Staat ermittelten Durchschnittseinkommen. Erst diese Daten ermöglichen es ihm, seinen Rentenanspruch selbst zu ermitteln und mit dem von der Rentenversicherung Bund berechneten Rentenanspruch zu vergleichen.

Hat man Sondervergütungen bekommen und ist damit über die BBG gerutscht, muss man zusätzlich die Jahresbeiträge des Durchschnittseinkommens durch 12 teilen, um die Veränderung durch Sonderzahlungen zu berücksichtigen, denn real erfolgt die Entgeltrechnung auf Monatsbasis und wird dann besonders unübersichtlich, wenn das Einkommen dauerhaft schwankt, z. B. bei Akkordlöhnen.

Nun, ich möchte dabei ein wenig helfen, dort, wo es um generelle Dinge geht. Deshalb habe ich (zumindest für die West-Rentner) mal die BBG aller Jahre von 1957 bis aktuell 2016 erfasst, ebenso alle in dieser Zeit berechneten Durchschnittseinkommen und diese BBG-Daten durch die Durchschnittseinkommen geteilt. Erst die Addition der sich daraus ergebenden Entgeltpunkte für die Zeit beitragspflichtiger Arbeitsentgelte ergeben eine (rein theoretisch) erreichbare Höchstrente.

Ich denke aber, dass niemand diese theoretisch mögliche Höchstrente je erreichen kann, denn ich kenne niemanden, der jemals mit einem Einkommen oberhalb der BBG ins Arbeitsleben eingestiegen ist und dann 45 bis 50 Jahre auch für ein Einkommen oberhalb der BBG vor sich hin gewerkelt hat.

Nun fragen Sie sich sicherlich, was dann diese Tabelle nutzt. Ganz einfach, wenn Sie ihre Lohnabrechnungen alle bewahrt haben, können Sie ihre tatsächlichen Abzüge für die Rente (ausgewiesen als rentenversicherungspflichtiges Einkommen) durch das für das jeweilige Jahr gültige Durchschnittseinkommen teilen und haben damit die von Ihnen erwirtschafteten Entgeltpunkte. Außerdem ist es der Beweis, dass eine rechnerische Höchstrente sich nicht aus der einfachen Multiplikation der in einem bestimmten Jahr berechneten Betrag auf die reale Höchstrente beziehen lässt, denn sie werden aus der Tabelle ersehen, dass die Entgeltpunkte schwankend sind, also pro Jahr individuell errechnet werden müssen Und noch etwas wird mit dieser Statistik deutlich. Es spielt keine Rolle, dass es eine Währungsreform gab (Deutsche Mark in Euro), denn das Pozedere ist unabhängig von der Art der Währung .

Ruhestand planen

Die gesetzliche Höchstrente ist lediglich ein rechnerischer Wert, den nur jemand erreichen könnte, der mindestens 45 Jahre lang den höchsten Beitragssatz in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.

Die Höchstrente erhält ein Rentner, der 45 Jahre lang durchgehend ein Gehalt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze erhalten hat. Die meisten haben aber mindestens während der Ausbildung und in den ersten Berufsjahren niedrigere Einkünfte.

Die Rentenformel gibt einen Anhaltspunkt

Die Formel zur Berechnung der Altersrente lautet: Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Aktueller Rentenwert. Da der Rentenwert von derzeit 28,61 Euro (im Westen) festgelegt ist und der Zugangsfaktor 1 beträgt, wenn man zur Regelaltersgrenze in den Ruhestand geht (es also keine Abschläge wegen vorgezogener Rente gibt), sind die Entgeltpunkte der Dreh- und Angelpunkt der Berechnung.

Auf die Entgeltpunkte kommt es an

Die Entgeltpunkte haben eine Höchstgrenze. Teilt man die diesjährige Beitragsbemessungsgrenze von 72.600 Euro im Jahr (im Westen) durch das Durchschnittsentgelt von 34.020 Euro, ergibt dies für 2015 eine Höchstpunktzahl von 2,13 Entgeltpunkten.

Angenommen, man erreicht in jedem seiner 45 Arbeitsjahre 2,13 Entgeltpunkte. Die Summe von 95,85 Entgeltpunkten multipliziert mit dem derzeitigen Rentenwert von 28,61 Euro ergäbe eine rechnerische Höchstrente von 2.742 Euro im Monat.

In den vergangenen Jahrzehnten lag die Höchstgrenze an Entgeltpunkten jedoch mit 1,5 bis 2,1 Entgeltpunkten zum Teil weit darunter. Daher ist diese "Höchstrente" für niemanden erreichbar.

Die Realität sieht anders aus

Von einem solchen Wert sind die deutschen Rentner heute weit entfernt. Die Standardrente eines "Eckrentners", der 45 Jahre Beiträge für ein Durchschnittsentgelt eingezahlt hat, beträgt im Westen 1.154 Euro (Stand Mitte 2014). Im bundesweiten Durchschnitt erhält ein Rentner 1.003 Euro Rente im Monat und eine Rentnerin 610 Euro. Witwen- und Witwerrenten sind mit 451 Euro beziehungsweise 293 Euro noch wesentlich niedriger. Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind davon bereits abgeführt, allerdings nicht die Einkommensteuer.

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Die Entgeltpunkte werden jährlich berechnet, zur Ermittlung Ihres Rentenanspruchs. Ein Entgeltpunkt berechnet sich Bruttojahreseinkommens im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen aller Versicherten. Haben Sie zum Beispiel im vergangenen Jahr 22.000 Euro verdient und das Durchschnittseinkommen lag bei 27.000 Euro, hätten Sie für dieses Jahr 0,82* Entgeltpunktegesammelt. *(22.000 geteilt durch 27.000)

Maximale Entgeltpunkte

Durch die Beitragsbemessungsgrenze wird die maximale Höhe der jährlich zu erreichenden Entgeltpunkte beschränkt. Zur Zeit liegt diese Beschränkung etwa bei etwa 2 Entgeltpunkten pro Jahr.

Zusätzliche Entgeltpunkte

Sie können auch Rentenpunkte sammeln, für die Jahre in denen Sie nichts verdient haben können, wenn Sie :

  • in Ausbildung waren (0,75 Punkte für maximal 3 Jahre nach dem 17. Lebensjahr)
  • Wehr-/Zivildienst abgeleistet haben (0,80 Punkte)
  • mit der Kindererziehung beschäftigt waren (1 Punkt für 1-3 Jahre pro Kind)
  • wegen Krankheit und Arbeitslosigkeit (0,80 Punkte)

Источники: http://www.flegel-g.de/2016-03-27-Entgeltpunkter-fuer-die-Rente.html, http://www.vermoegenszentrum.de/ratgeber/wissensbeitraege/ruhestand-planen/wie-hoch-ist-die-gesetzliche-hochstrente.html, http://de.calcuworld.com/finanzen/entgeltpunkte/

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