Leistung der unfallversicherung

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Die gesetzliche Unfallversicherung – Aufgaben und Leistungen

Die gesetzliche Unfallversicherung ist wohl der am wenigsten bekannte Zweig der deutschen Sozialversicherung. Die gesetzliche Unfallversicherung gibt es schon seit mehr als 100 Jahren, sie ist zurückzuführen auf Reichskanzler Otto von Bismarck. Die Grundlagen der gesetzlichen Unfallversicherung sind im Siebten Buch des Sozialgesetzbuches (SGB VII) festgeschrieben.

Im Gegensatz zur Kranken- oder Rentenversicherung ist die gesetzliche Unfallversicherung Sache Ihres Arbeitgebers: Er meldet seinen Betrieb bei einer Berufsgenossenschaft oder einem anderen zuständigen Unfallversicherungs-Träger an und zahlt den kompletten Beitrag. Jeder, der in einem Arbeits-, Ausbildungs- oder Dienstverhältnis steht, ist kraft Gesetzes versichert; der Versicherungsschutz besteht ohne Rücksicht auf Alter, Geschlecht, Familienstand oder Nationalität. Er erstreckt sich auf Arbeits- und Wegeunfälle sowie Berufskrankheiten. Arbeitsunfälle sind Unfälle, die Versicherte bei ihrer Arbeit und auf Dienstwegen erleiden. Dazu gehören auch Tätigkeiten wie die Instandhaltung von Arbeitsgeräten, die Teilnahme am Betriebssport oder an Betriebsausflügen und -feiern.

Wegeunfälle sind Unfälle, die sich auf dem direkten Weg zur Arbeit oder zurück ereignen. Versichert sind auch Umwege, die zum Beispiel nötig werden, um Kinder während der Arbeitszeit unterzubringen oder bei Fahrgemeinschaften.

Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich der Versicherte durch eine berufliche Tätigkeit zugezogen hat und die in der Berufskrankheiten-Verordnung vom Gesetzgeber als solche bezeichnet sind. Die so genannten Volkskrankheiten wie Muskel- und Skeletterkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können in der Regel keine Berufskrankheiten sein. Der Verdacht auf eine Berufskrankheit muss der Berufsgenossenschaft gemeldet werden.

Die gesetzliche Unfallversicherung hat darüber hinaus den Auftrag, nach Eintritt eines Versicherungsfalles den Verletzten, seine Angehörigen oder Hinterbliebenen zu entschädigen. Dazu gehören je nach Einzelfall die medizinische und berufliche Rehabilitation sowie die Auszahlung von Übergangsgeldern und Renten.

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Gesetzliche Unfallversicherung

Gratis-Schutz für Arbeitnehmer

  • Zuletzt aktualisiert: 15. Februar 2017
  • Von: Julia Rieder

Das Wichtigste in Kürze

  • Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt, wenn ein Unfall am Arbeitsplatz, in der Schule, in der Universität oder auf dem Weg dorthin passiert ist.
  • Das Gleiche gilt für anerkannte Berufskrankheiten.
  • Auch ehrenamtlich Tätige, Blutspender, Zeugen vor Gericht und Ersthelfer sind während dieser Arbeiten gesetzlich unfallversichert.
  • Den Schutz bezahlt komplett der Arbeitgeber.
  • Die Versicherung übernimmt vergleichsweise hohe Renten für Menschen, die durch einen Arbeits- oder Wegeunfall bleibende Schäden erlitten haben.

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Ein Dachdecker fällt von der Leiter, ein Schüler verletzt sich beim Bockspringen, eine IT-Spezialistin rutscht auf dem Weg zur Arbeit aus und bricht sich ein Bein: All diese Ereignisse haben eines gemein – sie sind ein Fall für die gesetzliche Unfallversicherung.

Deren Aufgabe ist es, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Versicherten nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit wiederherzustellen. Ist das nicht möglich, zahlt die gesetzliche Unfallversicherung dem Geschädigten oder seinen Hinterbliebenen eine Rente.

Für die Versicherten ist der gesetzliche Unfallschutz kostenlos. Der Arbeitgeber meldet seinen Betrieb beim zuständigen Versicherungsträger an und begleicht den kompletten Beitrag.

Fast jeder ist versichert

Gesetzlich unfallversichert sind Arbeitnehmer und Auszubildende, aber auch Kindergartenkinder, Schüler und Studenten. Wer zu Hause Angehörige pflegt, genießt ebenfalls den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Versichert sind außerdem Menschen, die im Interesse der Allgemeinheit tätig sind, wie Blutspender, Zeugen oder Schöffen bei Gerichtsverfahren sowie Helfer bei Unglücksfällen. Eine vollständige Übersicht, für wen die gesetzliche Unfallversicherung einspringt, finden Sie im Siebten Buch des Sozialgesetzbuches (SGB VII, §§ 2,3, und 6).

Unternehmer, Selbstständige und Freiberufler können sich und ihren im Unternehmen mitarbeitenden Ehepartner freiwillig versichern, sofern sie nicht in der Firma angestellt und damit ohnehin gesetzlich pflichtversichert sind. Beamte sind nicht über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt, sie erhalten stattdessen eine sogenannte Unfallfürsorge.

Schutz im Job und auf dem Arbeitsweg

Die gesetzliche Unfallversicherung tritt ein, sofern ein Unfall im Kindergarten, in der Schule, in der Universität, am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin passiert ist. Als Arbeitsunfall kann auch gelten, wenn sich jemand beim Betriebssport, auf einer Firmenfeier oder auf einer Dienstreise verletzt. Wer für die Verletzung verantwortlich ist, spielt für die Versicherung dabei keine Rolle.

Als Unfall gelten laut Gesetz „zeitlich begrenzte, von außen auf den Körper einwirkende Ereignisse, die zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führen“. Mehr als eine Million meldepflichtiger Unfälle ereigneten sich 2015 laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Geschützt sind Versicherte aber nicht nur während der Arbeit, sondern auch auf dem Weg dorthin. Versichert sind in einigen Fällen sogar Umwege, beispielsweise wenn Sie Ihren Nachwuchs zum Kindergarten bringen oder mit Kollegen eine Fahrgemeinschaft bilden.

Wer sich ehrenamtlich in einem Verein oder der Kommune engagiert, genießt ebenfalls gesetzlichen Unfallschutz. Die Versicherung greift auch, wenn jemand unentgeltlich eine arbeitnehmerähnliche Tätigkeit erbringt, also Aufgaben übernimmt, die üblicherweise von einem Angestellten erledigt werden und einen Wert auf dem Arbeitsmarkt haben. Selbstverständliche Gefallen unter Freunden und Verwandten sind hingegen nicht versichert.

Darüber, ob es sich tatsächlich um einen Arbeitsunfall gehandelt hat, müssen häufig Gerichte entscheiden. Sie befinden auch darüber, wo im Einzelfall die Grenze zwischen einem Freundschaftsdienst oder einer arbeitnehmerähnlichen Tätigkeit verläuft.

Nicht versichert sind zudem Gesundheitsschäden, die ohne äußere Einwirkung nur zufällig während der versicherten Tätigkeit entstehen: beispielsweise wenn ein Arbeitnehmer am Schreibtisch einen Herzinfarkt erleidet.

Grundsätzlich gilt: Bei Unfällen im Haushalt oder während der Freizeit (auch während Arbeitspausen) springt die gesetzliche Unfallversicherung nicht ein. In diesen Situationen greift nur eine private Unfallversicherung. Sinnvoller ist allerdings der Schutz durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn sie zahlt unabhängig von der Ursache, sobald der Versicherte seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.

Mehr dazu im Ratgeber Berufsunfähigkeitsversicherung

Julia Rieder

Expertin für Versicherungen

Staatliche Rente reicht nicht aus

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Berufskrankheiten werden selten anerkannt

Geld von der gesetzlichen Unfallversicherung gibt es auch bei Erkrankungen, die durch den Beruf verursacht wurden. Welche Leiden als solche anerkannt sind, ist der Berufskrankheiten-Verordnung (BVK) der Bundesregierung zu entnehmen. Sie umfasst in ihrem im Februar 2017 gültigen Stand 77 Erkrankungen.

Ist eine Krankheit nicht in der Liste aufgeführt, kann sie im Einzelfall trotzdem als Berufskrankheit anerkannt werden. Allerdings müssen medizinische Erkenntnisse belegen, dass in einem bestimmten Beruf ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko im Vergleich zur übrigen Bevölkerung besteht. Der Nachweis, dass jemand an einer Berufskrankheit leidet, ist sehr schwierig.

Beispiele: Hat das nachlassende Hörvermögen eines Arbeiters etwas mit dem Lärm in der Fabrikhalle zu tun? Wie kann eine Arbeiterin ihre rissige Haut an den Händen behandeln, wenn sie dauerhaft im Feuchtbereich arbeitet? Sind Schwäche und Unwohlsein Folgen von häufigen Dienstreisen in bestimmte Gebiete?

Insgesamt zahlt die Unfallversicherung für Berufskrankheiten recht selten. Von rund 77.000 Verdachtsfällen wurde im Jahr 2015 nur in jedem fünften Fall eine Berufskrankheit anerkannt.

Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung hat eine Vielzahl an Aufgaben. Sie zahlt unter anderem:

Heilbehandlungen Die Unfallversicherung übernimmt nach einem Arbeits- oder Wegeunfall statt der Krankenkasse die Kosten für die ärztliche Behandlung, für die erforderlichen Arzneien, Verbands- und Heilmittel sowie für Aufenthalte im Krankenhaus oder Reha-Einrichtungen, Physio- und Psychotherapie.

Verletztengeld Das Verletztengeld soll den Einkommensausfall ausgleichen, bis der Versicherte wieder arbeiten kann. Es beträgt 80 Prozent des entgangenen Bruttoentgelts bis maximal zur Höhe des Nettolohns und wird für maximal 78 Wochen gezahlt. Damit ist das Verletztengeld höher als das Krankengeld: Dieses beträgt nicht mehr als 70 Prozent des Bruttolohns.

Pflegegeld Wer nach einem Unfall pflegebedürftig ist, hat im Jahr 2017 Anspruch auf Hilfe durch eine Pflegekraft oder ein Pflegegeld in Höhe von 319 bis 1.374 Euro monatlich.

Rente Bei einem Gesundheitsschaden, der mindestens 26 Wochen lang andauert, kann eine Rente gezahlt werden. Deren Höhe hängt vom bisherigen Einkommen und dem Grad der Beeinträchtigung des Versicherten ab. Mindestens muss die Erwerbsfähigkeit aber um 20 Prozent gemindert sein.

Hinterbliebenenleistungen Stirbt der Ehepartner oder ein Elternteil durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit, gewährt die gesetzliche Unfallversicherung eine Hinterbliebenenrente und übernimmt einen Teil der Kosten für die Beerdigung.

Höhe der Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung

Nützliche Informationen

Wie genau sich der Anspruch auf Unfallrente bei teilweiser Erwerbsunfähigkeit berechnet, finden Sie auf der Website der DGUV. Dort gibt es auch zahlreiche weitere Infos rund um die gesetzliche Unfallversicherung.

Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt eine Rente, falls nach einem Arbeitsunfall oder aufgrund einer anerkannten Berufskrankheit ein dauerhafter Schaden zurückbleibt.

Sofern der Grad der Erwerbsunfähigkeit geringer ist als 100 Prozent, wird die Unfallrente anteilig gekürzt. Wer beispielsweise zu 50 Prozent erwerbsgemindert ist, bekommt von der gesetzlichen Unfallversicherung die halbe Rente, also Bezüge in Höhe von einem Drittel seines letzten Jahresverdienstes.

Einen Anspruch auf Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung haben nur Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit um mindestens 20 Prozent gemindert ist – und das für mehr als 26 Wochen. In welchem Maße die Arbeitsfähigkeit beeinträchtig ist, entscheidet der Unfallversicherungsträger auf Basis eines ärztlichen Gutachtens.

Leistungen beantragen

Wer auf der Arbeit oder auf dem Weg dorthin verunglückt, sollte möglichst schnell einen sogenannten Durchgangsarzt aufsuchen. Die speziell geschulten Mediziner schreiben einen Bericht für den Träger der Unfallversicherung und koordinieren die weitere Behandlung.

Durchgangsarzt finden

Die Adresse eines Durchgangsarztes bekommen Sie von Ihrem Hausarzt. Alternativ können Sie die Suche der DGUV nutzen.

Informieren Sie außerdem Ihren Arbeitgeber über den Unfall. Er ist verpflichtet, den Arbeitsunfall beim zuständigen Unfallversicherungsträger zu melden, falls Sie mehr als drei Tage arbeitsunfähig sind. Die Versicherung prüft dann, ob Sie Anspruch auf Leistungen haben. Dazu kann sie Zeugen befragen und ein ärztliches Gutachten einholen.

Wer glaubt, an einer Berufskrankheit zu leiden, sollte zunächst zu seinem Hausarzt oder einem Arbeitsmediziner gehen. Dieser kann die Symptome abklären und eine erste Einschätzung zu den möglichen Krankheitsursachen geben. Ist er der Meinung, dass es sich um eine Berufskrankheit handeln könnte, schickt der Arzt eine Meldung an die zuständige Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse. Auch Erkrankte selbst können sich formlos an ihren Unfallversicherungsträger wenden. Hat der Arbeitgeber Anhaltspunkte für eine mögliche Berufskrankheit, muss er ebenfalls die Unfallversicherung informieren.

Sollte die Unfallversicherung Leistungen ablehnen, können Versicherte dem innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Bescheids widersprechen – das geht formlos per Einschreiben. Zusätzlich sollten sie sich Unterstützung holen, zum Beispiel bei einem Sozialverband oder einem Fachanwalt für Sozialrecht. Ist der Widerspruch erfolglos, können Betroffene vor dem Sozialgericht klagen.

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Mehr dazu im Ratgeber Unfallversicherung

Julia Rieder

Expertin für Versicherungen

Nur im Ausnahmefall sinnvoll

  • Zahlt nur bei bleibenden Gesundheitsschäden.
  • Besser ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Manchmal sinnvoll, falls keine BU möglich ist.

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Artikel verfasst von

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Julia Rieder ist Expertin für Versicherungen und derzeit kommisarisch für das Thema Reise verantwortlich. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia Rieder an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.

Leistungen der privaten Unfallversicherung!

Welche Leistungen sind besonders wichtig?

Eine private Unfallversicherung sieht unterschiedliche Leistungen vor. Der gesamte Leistungsumfang ist immer abhängig vom gewählten Tarif. Wir berichten darüber, welche Leistungen wichtig sind und auf welche Verbraucher eher verzichten können, um bares Geld zu sparen.

Grundsätzlich bezahlt die Unfallversicherung immer dann, wenn aufgrund eines Unfalls eine dauerhafte Invalidität hervorgerufen wurde. Außer bei den sogenannten Zusatzleistungen, zu welchen beispielsweise auch das Krankenhaustagegeld gehört.

Doch Vorsicht, preisbewusste Verbraucher sollten ihr Hauptaugenmerk eher auf grundsätzliche Leistungen, wie die Höhe der Einmalzahlung im bei Invalidität legen. Denn meistens ist es sinnvoller Zusatzleistungen über andere Versicherungen günstig abzusichern.

Beispielsweise kann ein Krankenhaustagegeld auch über eine Krankenzusatzversicherung abgeschlossen werden. Das hat den Vorteil, dass diese Versicherung neben einem Unfallereignis auch bei Krankheiten eine Zahlung leisten würde. Doch nach welchen Leistungsarten müssen Verbraucher beim Abschluss unterscheiden?

Invaliditätsleistung

Zunächst einmal wird über eine Unfallversicherung eine bestimmte Invaliditätssumme abgesichert. Diese Versicherungssumme kommt in Abhängigkeit von der Schwere einer bestehenden Invalidität (Invaliditätsgrad) zur Auszahlung. Der Invaliditätsgrad wird von einem Arzt festgestellt.

Wenn Gliedmaßen oder Sinnesorgane betroffen sind, richtet sich der Versicherer nach seiner in den Versicherungsbedingungen festgelegten Gliedertaxe. Hier wird genau beschrieben, welchen Anteil ein Kunde im Leistungsfall erhält. Beispielsweise wird für den Verlust eines Daumens je nach Anbieter und Tarif zwischen 25 – 30 Prozent der Versicherungssumme geleistet. Erst bei vollständiger Invalidität kommt die komplette Versicherungssumme zu Auszahlung.

Auf gute Gliedertaxe achten!

Nicht jede Gliedertaxe ist gleich. Verbraucher sollten im Vergleich darauf achten, wie hoch die Leistungen aus der Gliedertaxe bei den einzelnen Anbietern sind.

Grundsumme und Progression bei Invalidität

Die Versicherungssumme setzt sich aus einer Grundsumme mit einer sogenannten Progression zusammen. Die Progression erhöht ab einem bestimmten Invaliditätsgrad (ab 25 %) die Leistungen der Unfallversicherung.

Als Verbraucher kann man je nach Unfallversicherungstarif verschiedene Progressionsstufen von beispielsweise

Je höher die Progression im Vertrag vereinbart wurde, desto größer ist die Leistung bei einer Invalidität. Wichtig ist allerdings, dass Verbraucher eine möglichst hohe Grundsumme mit dem Versicherer vereinbaren. Denn nur so ist gewährleistet, dass der Versicherer auch bei kleinerer Invalidität eine ausreichende Leistung erbringt.

Möglichst hohe Grundsumme abschließen

Als Faustformel sollten Verbraucher darauf achten etwa 2 – 3 Bruttojahresgehälter als versicherte Grundsumme zu vereinbaren. Kombiniert mit einer Progression von mindestens 350 %.

Unfallrente

Als zusätzliche Leistung haben Verbraucher die Möglichkeit einen Unfallrentenbaustein abzuschließen. Hierbei wird eine lebenslängliche Rente bezahlt, wenn der Versicherte eine dauerhafte Invalidität von 50 Prozent erlitten hat. Diese muss ebenfalls ärztlich festgestellt werden.

Über die Unfallrente sollen in der Regel Einkommenseinbußen nach einer Invalidität ausgeglichen werden. Der Rentenbaustein ist allerdings nur für diejenigen sinnvoll, die über keine Berufsunfähigkeitsversicherung verfügen. Da diese neben unfallbedingter Invalidität ebenfalls bei Krankheiten leistet, sollte sie von Verbrauchern bevorzugt werden.

Beste Absicherung über Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer eine sehr gute Absicherung sucht, ist gut beraten für Einkommenseinbußen eine Berufsunfähigkeitsversicherung und für Umbaumaßnahmen nach einem Unfall eine private Unfallversicherung mit einer hohen Versicherungssumme abzuschließen.

Zusatzleistungen in der Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung kann mit jeder Menge Zusatzleistungen ausgestattet werden. Jedem sollte jedoch bewusst sein, dass dies mit Mehrbeiträgen einhergeht. Es gibt sinnvolle Leistungen und welche die Kunden eher vernachlässigen können. Doch welche sind das genau?

Todesfallleistung

Bei einer Todesfallleistung erhalten die Hinterbliebenen die vereinbarte Todesfallsumme, sollte der Versicherte infolge eines Unfalls sterben. Und hier ist auch schon der Hacken. Denn es wird nur bei einem Tod durch einen Unfall geleistet. Wer sich gegen dieses Risiko vernünftig absichern möchte, sollte besser eine günstige Risikolebensversicherung abschließen. Diese leistet neben einem Unfall auch bei Todesfällen die aufgrund einer Krankheit hervorgerufen wurden.

Übergangsleistungen

Manchmal kann eine dauerhafte Invalidität nicht sofort festgestellt werden. Wer die Übergangsleistung mitversichert, erhält nach 6 Monaten die vereinbarte Versicherungssumme ausbezahlt. Die Beeinträchtigung muss allerdings ununterbrochen und zu 50 % bestehen. Der Fall kann beispielsweise eintreten, wenn jemand nach einem schweren Unfall über 6 Monate in stationärer Behandlung ist. In der Regel ist die Vereinbarung einer Übergangsleistung nicht sinnvoll.

Durch einen Unfall kommt es nicht selten zu einem Verdienstausfall bis man wieder gesund ist. Über eine Unfallversicherung kann dieses Risiko mit abgedeckt werden. Dann erhält der Versicherte bei einer Arbeitsunfähigkeit, welche durch einen Unfall hervorgerufen wurde ein vereinbartes Krankentagegeld. Neben einem Krankentagegeld kann ebenfalls ein Krankenhaustagegeld mit Genesungsgeld abgeschlossen werden.

Auch hier bezahlt der Versicherer bei einem unfallbedingten Krankenhausaufenthalt ein Tagegeld. Durch das mit eingeschlossene Genesungsgeld erhält ein Versicherter nach einem Krankenhausaufenthalt für die gleiche Anzahl von Krankenhaustagen, längstens aber für 100 Tage, ein Genesungsgeld. Aus unserer Sicht ist es allerdings besser eine eigenständige private Krankenzusatzversicherung, da diese ähnlich wie bei der Absicherung durch Unfalltod zusätzlich bei Krankheiten einspringt.

Kosmetische Operationen

Durch einen Unfall können Narben und dergleichen zurückbleiben. Die Unfallversicherung leistet je nach Tarif bis zu 3 Jahre nach einem Unfall für Operation, wenn durch einen Unfall beispielsweise Narben entfernt oder das äußere Erscheinungsbild wieder hergestellt werden muss. Die Höhe der Leistung kann in unserem Vergleich eingesehen werden.

Bergungs- und Rettungskosten

Wer durch einen Unfall beispielsweise in den Bergen mit Hilfe einer Suchaktion gerettet werden muss, kann unter Umständen auf den Kosten sitzen bleiben. Viele Tarife bezahlen bis zu einer bestimmten Höhe die Kosten für Rettung und Bergung eines Verletzten infolge eines Unfalls. Auch der Transport ins nächste Krankenhaus und in den Heimatort wird übernommen. Die genaue Leistungshöhe kann ebenfalls über unseren Vergleichsrechner ermittelt werden.

Zusammenfassung

Grundsätzlich sollte die Unfallversicherung dazu dienen, die Kosten für Umbaumaßnahmen welche durch eine unfallbedingte Invalidität entstehen, zu finanzieren. Deshalb ist für die meisten Verbraucher eine Unfallversicherung ohne Zusatzleistungen vollkommen ausreichend.

Wer keine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, sollte zusätzlich noch über den Rentenbaustein nachdenken, um einen eventuellen Verdienstausfall finanzieren zu können. Ansonsten sind die meisten gut beraten, wenn sie die zusätzlichen Leistungen in der Unfallversicherung über andere Versicherungen abdecken, da hier ebenfalls bei Krankheiten geleistet wird.

Über unseren kostenlosen und unverbindlichen Vergleichsrechner können Verbraucher einfach und schnell die Tarife der Unfallversicherung vergleichen.

Weitere interessante Themen:

Eine private Unfallversicherung schützt einen vor den Folgen eines schweren Unfalls. Denn in der Regel müssen Betroffene nach einem Unfall ihr Leben umgestalten. Und das kann mitunter zehntausende Euro kosten. Gerade der behindertengerechte Umbau der.

Viele Unfallversicherungstarife sind mit einer Progression ausgestattet. Einfach gesagt, erhöht diese ab einem bestimmten Invaliditätsgrad die versicherte Leistung. Denn.

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Источники: http://www.dguv.de/de/ihr_partner/arbeitnehmer/gesetzliche-uv/index.jsp, http://www.finanztip.de/unfallversicherung/gesetzliche-unfallversicherung/, http://www.onverso.de/unfallversicherung/leistungen/

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