Leibrente steuer

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Leibrente und Steuern: Das mГјssen Sie wissen

Altersrente, Erwerbsminderungsrente, Witwenrente, Waisenrente und Erziehungsrente – sie alle gehören zu den Leibrenten. Doch was ist das eigentlich?

Der Begriff Leibrente klingt nicht nur alt, er ist es auch tatsächlich. Die Leibrente gibt es seit dem Mittelalter und war eine Möglichkeit für Christen das von der Kirche erlassene Zinsverbot zu umgehen. Gläubiger, die Geld an andere verliehen, verlangten keine Zinsen von den Schuldnern, sondern eine Rente – die sogenannte Leibrente. So konnten sie weiterhin geschickt Geld verdienen, ohne das Zinsverbot der Kirche zu verletzen.

Ganz allgemein und verkürzt gesagt, ist die Leibrente eine gleichbleibende und regelmäßige Zahlung, die an eine Person geleistet wird. In der Regel wird sie bis zum Tod des Empfängers gezahlt. Zu den von der gesetzlichen Rentenversicherung gezahlten Leibrenten gehören neben der Altersrente auch die Erwerbsminderungsrente, die Witwenrente, die Waisenrente und die Erziehungsrente.

So werden gesetzliche Leibrenten besteuert

Egal ob Altersrente, Erwerbsminderungsrente, Witwen- und Waisenrente oder Erziehungsrente – steuerlich gesehen gilt fГјr alle seit der Rentenreform 2005 das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Was man darunter versteht,В erklГ¤ren wir Ihnen in unserem Artikel zur Riester Rente.

Unbedingt merken sollte man sich: Erst wenn man als Rentner ein Einkommen von mehr als 8.820 Euro im Jahr hat, muss man Steuern zahlen. Wie viele Steuern Sie tatsächlich auf ihre Rente zahlen müssen, hängt maßgeblich vom Jahr des Renteneintritts ab. Denn der Gesetzgeber hat in der Rentenreform 2005 festgelegt, dass die Besteuerung schrittweise bis zum Jahr 2040 angehoben wird. Nähere Informationen hierzu finden Sie auch hier Wann muss ich als Rentner Steuern zahlen und wie viel?.

Ganz konkret bedeutet das: Wer ab Januar 2015 eine Erwerbsminderungsrente bezieht, der muss 70 Prozent seiner Rente versteuern. Ein Jahr später, ab dem Jahr 2016, liegt der steuerpflichte Anteil bereits bei 72 Prozent. Ab dem Jahr 2040 muss die Erwerbsminderungsrente dann zu 100 Prozent versteuert werden.

Genau wie bei der Altersrente, wird auch bei der Erwerbsminderungsrente, der Witwenrente, der Waisenrente und der Erziehungsrente ein persönlicher Rentenfreibetrag ermittelt, der nicht versteuert werden muss. Das sind im Beispiel aus dem Jahr 2016 genau 28 Prozent, die zeitlebens unverändert steuerfrei bleiben. Die Basis für die Berechnung des Rentenfreibetrages ist generell das erste volle Rentenjahr, also meist das zweite Jahr in dem man Rente bekommt.

Die Beraterinnen und Berater der VLH unterstützen Sie gerne in allen steuerlichen Fragen rund um die Erwerbsminderungsrente, die Hinterbliebenenrenten, wie die Witwenrente oder Waisenrente und die Erziehungsrente. Über unsere Beratersuche finden Sie eine Beratungsstelle in ihrer Nähe.

Die Erwerbsminderungsrente – Unterstützung für chronisch Kranke

Depressionen, Herzprobleme oder Rückenschmerzen: Wer dauerhaft gesundheitlich eingeschränkt ist und nicht mehr voll arbeiten kann, bekommt von der gesetzlichen Rentenversicherung unter bestimmten Voraussetzungen eine Erwerbsminderungsrente. Diese Rente soll zur Sicherung des Lebensunterhalts beitragen.

Welche Bedingungen erfüllt sein müssen und wer Anspruch auf eine teilweise oder eine volle Erwerbsminderungsrente hat, können Sie bei der Deutschen Rentenversicherung nachlesen Erwerbsminderungsrente – ein Netz für alle Fälle.

Anders als beispielsweise eine private Berufsunfähigkeitsrente, wird die Erwerbsminderungsrente nur für eine bestimmte Dauer gewährt. Sie endet automatisch, wenn die Regelaltersgrenze erreicht ist und geht dann in eine Altersrente über. Das heißt: Bis 67 gibt es die Erwerbsminderungsrente, dann die normale Rente.

Mit der Rentenreform von 2005 hat sich vor allem bei der Erwerbsminderungsrente viel geändert. Betroffene müssen wesentlich mehr Steuern zahlen als nach altem Recht.

Die Witwenrente und Witwerrente – Sicherheit für den Partner

Der Tod eines Ehepartners ist ein schwerer Schicksalsschlag und löst viele Ängste aus. Der Staat steht einem in solchen Notsituationen zur Seite: Hinterbliebene haben einen Anspruch auf Witwenrente oder Witwerrente, wenn der verstorbene Partner gesetzlich rentenversichert war. Ziel der staatlichen Rente ist es, die Existenz des Hinterbliebenen zu sichern und die finanziellen Einbußen durch den Tod des Partners aufzufangen.

Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und mit welcher Rentenhöhe Sie rechnen können, hängt ganz davon ab, ob das neue oder das alte Recht für Sie gilt. Genauere Informationen hierzu, finden Sie auf der Seite der Deutschen Rentenversicherung: Die Witwenrente sichert Existenzen.

HatВ der Verstorbene zuvor bereits eine Altersrente bezogen, handelt es sich bei der Witwenrente um eine sogenannte Folgerente. In diesem Fall ist fГјr den Besteuerungsanteil das Jahr maГџgeblich in dem der Verstorbene in den Ruhestand gegangen ist und nicht das Jahr in dem er verstorben ist.

Ein Beispiel: Seit dem Tod Ihres Mannes Peter im August 2014 erhält Marianne eine Witwenrente. Der Besteuerungsanteil ihrer Rente beträgt 70 Prozent der Jahresrente 2015. Da Peter noch mitten im Erwerbsleben stand, ist für die Besteuerung der tatsächliche Renteneintritt maßgeblich.

Anders sieht es bei Hannelore aus. Ihr Mann Günther bezog seit Mai 2009 eine gesetzliche Altersrente. Der Besteuerungsanteil lag bei 60 Prozent der Jahresrente 2010. Nach Günthers Tod im August 2014 erhält Hannelore eine Witwenrente. Die Witwenrente wird weiterhin mit 60 Prozent besteuert und nicht wie im Beispiel von Marianne mit 70 Prozent. Da es sich bei der Witwenrente von Marianne um eine Folgerente handelt, richtet sich die Besteuerung nach dem Beginn der Altersrente und nicht nach dem tatsächlichen Renteneintritt.

Wiederheirat: Was passiert mit der Witwenrente?

Lernt Hannelore einen neuen Partner kennen und heiratet ihn, so fällt ihre Witwenrente komplett weg. Der neue Ehepartner ist nun unterhaltspflichtig. Die monatliche Rentenzahlung aus der Hinterbliebenenversicherung bleibt für Hannelore zwar aus, sie kann jedoch bei der Deutschen Rentenversicherung eine einmalige Abfindung beantragen. Hannelore erhält dann die Summe aus zwei Jahren Monatsrente auf einen Schlag. Das Gute daran: Sie muss keinen Cent Ihrer Einmalzahlung in der Steuerklärung angeben – seit 2006 ist die Abfindung der Witwenrente aufgrund einer Wiederheirat steuerfrei.

Möchte sich ein Witwer oder eine Witwe etwas hinzuverdienen und bezieht ein eigenes Einkommen, ist es wichtig zu wissen: Überschreitet das Einkommen den Freibetrag von 771,14 Euro in den alten Bundesländern und 714,12 Euro in den neuen Bundesländern, wird es zu 40 Prozent auf die Witwenrente angerechnet. Das gilt aber nicht im sogenannten „Sterbevierteljahr“, also in den ersten drei Monaten nach dem Tod des Ehepartners.

Die Waisenrente – plötzlich ohne Eltern

Stirbt ein Elternteil oder sogar beide unterstützt der Staat die Kinder oder Jugendlichen finanziell: Sie erhalten eine Waisenrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung – die sogenannte Halbwaisenrente oder Vollwaisenrente.

Wer Anspruch auf eine Waisenrente hat und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, lesen Sie auf der Seite der Deutschen Rentenversicherung: Waisenrente – Existenz gesichert.

Waisenrenten sind in der Regel nicht sehr hoch – sie bleiben in den meisten Fällen unter dem Grundfreibetrag von 8.820 Euro und sind somit steuerfrei. Sollten dennoch Steuern anfallen, werden sie steuerlich genauso behandelt wie die Altersrente und die anderen Hinterbliebenenrenten.

Seit 1. Juli 2015 gilt außerdem: Selbst wenn Waisen arbeiten gehen und eigene Einkünfte haben, also Geld verdienen, werden die Einkünfte zwar wie üblich besteuert, aber nicht auf die Waisenrente angerechnet. Damit können sie die Rente in voller Höhe bis zum 27. Lebensjahr in Anspruch nehmen. Ist ein Waise mit 27 Jahren immer noch in der Ausbildung und hat einen freiwilligen Wehrdienst geleistet, kann er sogar noch sechs Monate länger die Waisenrente beziehen. Danach ist allerdings Schluss.

Erziehungsrente – was versteht man darunter?

Die Wenigsten wissen: Geschiedene bekommen für ihr minderjähriges Kind eine gesetzliche Rente, wenn der unterhaltspflichtige Ex-Ehepartner stirbt. Die Erziehungsrente soll die finanziellen Einbußen durch den ausbleibenden Unterhalt abmildern. Die Rente endet, wenn das Kind das 18. Lebensjahr vollendet hat.

Während die Hinterbliebenenrenten aus der Versicherung des Verstorbenen gezahlt werden, wird die Erziehungsrente aus der Versicherung des Überlebenden finanziert. Wer die Erziehungsrente beantragt, muss daher vor allem eine Voraussetzung erfüllen: Er muss selbst gesetzlich rentenversichert sein und zwar mindestens fünf Jahre lang.

Welche weiteren Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wie hoch die zu erwartende Rente ist, können Sie auf der Seite der Deutschen Rentenversicherung nachlesen: Erziehungsrente – Die kaum bekannte Leistung.

Genau wie bei der Witwenrente wird auch bei der Erziehungsrente das eigene Einkommen berücksichtigt. Bezieht der Geschiedene ein eigenes Einkommen und überschreitet es einen Freibetrag von derzeit 755,30 Euro in den alten Bundesländern und 696,70 Euro in den neuen Bundesländern, wird das Einkommen zu 40 Prozent auf die Erziehungsrente angerechnet. Außerdem berücksichtigt der Fiskus zusätzlich für jedes Kind einen Freibetrag.

Unsere Berater und Beraterinnen zeigen Ihnen, wie Sie sich weitere Vorteile sichern können und Steuern sparen können. Hier geht es zur VLH-Beratersuche.

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Leibrente

Leibrenten sind gleichbleibende Bezüge, die auf Lebenszeit einer bezugsberechtigten Person ausgezahlt werden. Eine private Leibrente ist zum Beispiel die gesetzliche Altersrente.

Mit dem Alterseinkünftegesetz wurde die nachgelagerte Besteuerung von Renten bis 2040 schrittweise eingeführt. Damit sind die Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung im Jahre 2005 nicht mehr mit einem Ertragsanteil steuerpflichtig, sondern mit einem Besteuerungsanteil von 50 %. Dieser Prozentsatz steigt in den kommenden 35 Jahren für jeden neuen Rentnerjahrgang kontinuierlich an, und zwar bis 2020 um jeweils 2 % und von 2021 bis 2040 um jeweils 1 %. Rentner, die im Jahre 2040 in Rente gehen, müssen also 100 % ihrer Rente versteuern.

Nur im ersten Jahr wird die Rente mit dem Besteuerungsanteil besteuert. Ab dem zweiten Jahr ist dann nicht mehr der Besteuerungsanteil, sondern der volle Rentenbetrag nach Abzug des persönlichen Rentenfreibetrages steuerpflichtig. Dieser Rentenfreibetrag ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem ersten vollen Jahresbetrag der Rente und dem Besteuerungsanteil, dieser wird zeitlebens festgeschrieben. Dadurch werden künftige Rentenerhöhungen stets in vollem Umfang steuerpflichtig.

Steuerpflichtig ist die Leibrente mit ihrem Ertragsanteil. Hierbei ist zwischen normalen Leibrenten und abgekürzten Leibrenten zu unterscheiden. Abgekürzte Renten enden nach Fristablauf oder mit dem Tod des Rentenberechtigten. Berufsunfähigkeitsrenten oder Erwerbsunfähigkeitsrenten sind zum Beispiel abgekürzte Leibrenten. Der Ertragsanteil einer abgekürzten Leibrente ist mit dem Ertragsanteil einer normalen Leibrente nicht identisch. Für die Berechnung des jeweiligen Ertragsanteils kommen unterschiedliche Tabellen zur Anwendung.

Gesetze und Urteile (Quellen)

Bundesverfassungsgericht 6.3.2002, 2 BvL 17/99

BMF 13.9.2010, IV C 3 – S 2222/09/10041 und IV C 5 – S 2345/08/0001

SteuerKompass für Rentner und Pensionäre 2016/2017

In den kommenden Jahren müssen von Jahr zu Jahr immer mehr Rentner eine Steuererklärung abgeben. Wir lassen Sie damit nicht allein, sondern helfen Ihnen bei der Steuererklärung. Unser Ratgeber erklärt Ihnen verständlich und kompakt, auf was Sie bei Ihrer Steuererklärung achten müssen und wie Sie steuerlich alles richtig machen.

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Sofortrente

Lebenslang garantierte Zahlungen mit geringen Erträgen

  • Zuletzt aktualisiert: 17. Dezember 2015
  • Von: Dr. Manuel Kayl

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Sofortrente garantiert Ihnen lebenslang eine monatliche Rente (Leibrente).
  • Sie zahlen einmalig einen hohen Betrag ein, der jedoch aufgrund der aktuellen Niedrigzinsen nur schlecht verzinst wird.
  • Die Rente besteht aus einer garantierten Zahlung und einer Überschussbeteiligung. Letztere kann jedes Jahr unterschiedlich hoch ausfallen.
  • Diese Art der Altersvorsorge lohnt sich als Versicherung für Senioren, die neben der gesetzlichen Rente eine Grundabsicherung fürs Alter wünschen.
  • Sie bietet sich eventuell auch an für Rentner, die gesund sind und davon ausgehen, dass sie sehr alt werden.

So gehen Sie vor

  • Überlegen Sie sich, ob Sie zusätzlich zu Ihrer gesetzlichen Rente ein sicheres Zweiteinkommen brauchen.
  • Wenn Sie sich für eine Leibrente entscheiden, stecken Sie nicht Ihre gesamten Ersparnisse hinein. Kombinieren Sie die Sofortrente mit flexiblen Sparmodellen wie Tagesgeld oder Aktien-Indexfonds.
  • Wir empfehlen für eine Leibrente folgende Anbieter: Hannoversche, Condor und R+V.

Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Lebensversicherung immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Mit Mitte 60 beginnt für viele Menschen ein neues Leben: Sie sind Rentner und wollen den wohlverdienten Ruhestand in vollen Zügen genießen. Umso besser, wenn dann eine regelmäßige Finanzspritze die gesetzliche Rente aufbessert.

Eine Möglichkeit, um beispielsweise Fixkosten wie Miete und Kleidung abzudecken, ist die Leib- oder Sofortrente. Sie lohnt sich zur finanziellen Absicherung. Dabei zahlen Sie einmalig einen hohen Betrag in einen Versicherungsvertrag ein, den Sie nach und nach wieder ausgezahlt bekommen. Diese Zahlungen bestehen aus zwei Teilen: einer garantierten Zahlung und der sogenannten Überschussbeteiligung. Letztere setzen die Versicherer jedes Jahr neu fest.

Überschussbeteiligung ist nicht garantiert

Ob die Versicherungsgesellschaft Überschüsse auszahlt, hängt von mehreren Faktoren ab: vom Anlageergebnis, das die Gesellschaft am Kapitalmarkt erzielt, von Kosteneinsparungen und von sogenannten Risikogewinnen. Diese entstehen, wenn Rentenversicherte früher sterben als kalkuliert. Das gesparte Geld müssen die Versicherer zu mindestens 90 Prozent an ihre restlichen Kunden weitergeben. Theoretisch können die Bonuszahlungen auch in einem Jahr mal ausfallen.

Es gibt zwei Arten, wie eventuelle Überschüsse ausgezahlt werden: Bei der dynamischen Variante steigen die Rentenzahlungen jährlich und erhöhen sich durch Überschussbeteiligungen in den Folgejahren. Dafür ist die Anfangsrente etwas niedriger. Alternativ dazu gibt es Verträge, bei denen die monatliche Rente immer gleich ist und dafür auf einem höheren Niveau startet.

Wir empfehlen Ihnen die dynamische Erhöhung. Erfahrungsgemäß braucht man mit zunehmendem Alter mehr Geld. Sei es, weil andere Reserven zuneige gehen oder weil Krankheits- oder Pflegekosten anfallen. Außerdem steigt die Inflation. Auch deswegen sollten Sie nach und nach mehr Geld bekommen.

Sofortrente lohnt sich für fitte Senioren

Die Leibrente eignet sich vor allem für Menschen, die beim Renteneintritt gesund sind und der Ansicht sind, noch sehr lange fit zu bleiben. Denn eine Rentenversicherung zahlt immer, egal, wie alt Sie werden. Dieser Vorteil ist gleichzeitig auch der größte Nachteil der Sofortrente. Die Garantie, dass Sie bis ans Lebensende Rente bekommen, kostet Ihren Versicherer viel Geld.

So erhalten Kunden der Direktversicherung Huk24 bei einer Einzahlung von 50.000 Euro eine garantierte Mindestrente von 170 Euro, die voraussichtliche Rente beträgt 220 Euro (Stand: November 2015). Das bedeutet, dass Sie erst nach 24,5 Jahren den eingezahlten Beitrag ohne Zinsen wieder zurückerhalten. Inklusive prognostizierter Überschüsse verkürzt sich diese Zeit auf immer noch lange 17 Jahre. Würden Sie anfangen, sich mit 65 Jahren die Sofortrente auszahlen zu lassen, müssten Sie also mindestens Ihren 82. Geburtstag feiern, um Ihr ganzes Geld aufzubrauchen.

Trotzdem ist Ihr Geld meist nicht weg, falls Sie früher sterben. Bei vielen Anbietern können Sie eine sogenannte Rentengarantiezeit vereinbaren, die festlegt, wie lange Ihre Erben noch Geld aus Ihrer Leibrente bekommen. Wenn Sie beim Abschluss der Sofortrente einen Nachkommen angegeben haben, bekommt der solange die Rente weiter, wie die Garantiezeit läuft.

Beispiel: Sie haben eine Sofortrente mit einer Rentengarantiezeit für die nächsten zehn Jahre vereinbart, sterben aber bereits nach zwei Jahren. Dann erhält Ihr Erbe die Zahlungen für die verbleibenden acht Jahre.

Niedrige Zinsen drücken Auszahlungen

Die Sofortrente gehört zur Familie der Lebens- und Rentenversicherungen und ist deshalb ähnlich wie Kapitallebensversicherungen von den aktuellen Niedrigzinsen betroffen. Die Anbieter können ihren Kunden nur noch niedrige Auszahlungen garantieren, und auch die Überschussbeteiligungen fallen aller Voraussicht nach schmaler aus. Im Bestand vieler Versicherer gibt es noch Altverträge mit hohen Garantien, die zuerst bedient werden müssen.

Außerdem sollten Sie bedenken, dass Sie Ihre Sofortrente auch versteuern müssen. Steuerpflichtig ist nur der sogenannte Ertragsanteil, der von Ihrem Alter bei Rentenbeginn abhängt. Er wird einmalig bei Auszahlungsbeginn festgelegt und gilt bis ans Lebensende. So sind für einen 65-Jährigen immerhin 18 Prozent seiner Rente steuerpflichtig, für einen 70-Jährigen hingegen nur 15 Prozent. Dieser Anteil wird mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Falls das Gesamteinkommen niedrig ist, fallen wegen des Grundfreibetrags möglicherweise gar keine Steuern an.

Krankenkassenbeiträge müssen Pflichtversicherte in der gesetzlichen Krankenkasse und Privatversicherte nicht auf die Sofortrente zahlen. Wer vor der Rente die meiste Zeit freiwillig gesetzlich versichert war, ist in der Rente automatisch gesetzlich pflichtversichert. Wer allerdings keine gesetzliche Rente bezieht, kann sich im Rentenalter nur freiwillig gesetzlich versichern: Dann fallen dafür allerdings Sozialabgaben an.

Ertragsanteil in Abhängigkeit vom Alter

Quelle: § 22 EStG (Stand: 13. November 2015)

Finanztip-Empfehlung: Geeignet als Absicherung

Auch wenn die Leibrente keine ideale Geldanlage ist, ist sie durchaus empfehlenswert für bestimmte Personenkreise. Sie eignet sich vor allem für fitte Senioren, die keine schwerwiegenden Krankheitsverläufe hinter sich haben oder familiär gesundheitlich vorbelastet sind. Wenn Sie also glauben, dass Sie sehr alt werden, dann können Sie mit der Sofortrente eine solide Absicherung zusätzlich zu Ihrer regulären Rente schaffen.

Da die Rendite jedoch nicht sehr hoch ist, sollten Sie Ihre private Altersvorsorge breiter aufstellen. Wir raten Ihnen, neben einer Sofortrente auf Tagesgeld und Festgeld zu setzen und diese Konten mit einem ETF-Auszahlplan zu mischen – sofern Ihre persönliche Finanzlage das zulässt. Alle Informationen dazu finden Sie in unserem Ratgeber Vermögen auszahlen.

Aufgrund unserer Auswertungsergebnisse raten wir Ihnen, eine Sofortrente bei der Hannoverschen, Condor oder R+V abzuschließen. Diese Anbieter schnitten in dem Test gut ab und bekamen sehr gute Bewertungen von den Ratingagenturen. Die DEVK Eisenbahn empfehlen wir trotz guten Ratings nicht, da ihr Angebot regional oder auf bestimmte Personengruppen beschränkt ist.

Hannoversche

Sofortrente vom zuverlässigen Lebensversicherer

  • hohe garantierte Mindestsumme
  • gute Bonität
  • hohe Transparenz in den Antragsunterlagen
  • hohe garantierte Mindestsumme
  • gute Bonität
  • gehört zur R+V, hat aber einen eigenen Tarif

Sofortrente von einem der größten Versicherer in Deutschland

  • hohe garantierte Mindestsumme
  • gute Bonität

So haben wir ausgewertet

Wir haben 32 Anbieter für Sofortrenten untersucht. Dazu haben wir den Test der Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 12/ 2015) als Grundlage für unsere Auswertung zurate gezogen. Dieser Test hatte verschiedene Kategorien: Rentenzusage (50 Prozent), Anlageerfolg (40 Prozent) und Transparenz (10 Prozent).

Das wichtigste Kriterium ist die Höhe der garantierten Rente. Es besagt, wie gut die Verzinsung unter Berücksichtigung der Kosten ist. Der Anlageerfolg gibt an, wie viel Geld ein Versicherer mit dem Kundenguthaben erwirtschaftet und welchen Anteil vom Ertrag er dem Kunden auszahlt. Der Anlageerfolg ist vor allem in den ersten Jahren entscheidend, da er die in die zukünftige Rentenhöhe einfließt. Die Transparenz macht nur einen kleinen Teil der Endnote aus. Sie bewertet die Qualität der Vertragsunterlagen. Besonders wichtig sind klare Angaben zum Rentenverlauf und zur Entwicklung der Überschussbeteiligungen.

In unsere engere Auswahl kommen Versicherer, die bei „Finanztest“ mit der Note 3,0 oder besser abgeschnitten haben. Das sind:

Darüber hinaus ist es wichtig, dass der Anbieter eine gute Bonität hat. Schließlich gehen Kunden mit ihm ein langes Vertragsverhältnis ein, das im besten Fall 20 Jahre andauert. Deshalb verlangen wir zusätzlich ein gutes Rating der Note „A“ bei mindestens einer der drei großen Ratingagenturen. Die Tabelle zeigt, wie die oben genannten Anbieter bewertet werden. Ein „-“ bedeutet, dass eine Versicherungsgesellschaft nicht bei einer Ratingagentur gelistet wird. Als Empfehlung übrig bleiben die Angebote der Hannoverschen, Condor und der R+V. Die DEVK Eisenbahn empfehlen wir nicht, da das Angebot nicht für jeden erhältlich ist.

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Ratings der Anbieter

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 9. Dezember 2015)

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Artikel verfasst von

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.

ehemalige freie Finanztip-Mitarbeiterin

Anika Schulz ist ausgebildete Journalistin. Sie arbeitete bereits beim Peoplemagazin InTouch und bei verschiedenen Publikationen aus der BILD-Gruppe. Ihr Volontariat schloss sie erfolgreich beim Berliner Kurier ab. Für Finanztip schrieb sie bis zum 1. Juli 2016 im Bereich Versicherungen.

Источники: http://www.vlh.de/krankheit-vorsorge/altersbezuege/leibrente-und-steuern-das-muessen-sie-wissen.html, http://www.steuertipps.de/lexikon/l/leibrente, http://www.finanztip.de/altersvorsorge/sofortrente-leibrente/

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