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Auszahlung der Direktversicherung

Wie Krankenkassenbeiträge Ihre Betriebsrente schmälern

  • Zuletzt aktualisiert: 29. September 2017
  • Von: Sara Zinnecker

Viele trifft die Sache unerwartet: Über Jahre oder Jahrzehnte haben sie im Betrieb über eine Lebensversicherung (Direktversicherung) fürs Alter angespart. Doch dann gehen von der späteren Betriebsrente in aller Regel Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ab. Und zwar in voller Höhe – also auch für den Teil, den während der Erwerbstätigkeit der Chef übernommen hatte. Auch wissen viele nicht, ob und unter welchen Bedingungen sie sich ihre Betriebsrente auch einmalig ausbezahlen lassen können. Für Sparer, die heute bereits in eine Direktversicherung einzahlen, unterscheidet Finanztip mehrere Fälle.

Das Wichtigste in Kürze

  • Basisfall: Wer noch in eine Direktversicherung anspart und gesetzlich krankenversichert ist, zahlt auf die spätere Betriebsrente durchschnittlich 15,7 Prozent an Krankenkassenbeiträgen.
  • Variante 1: Wer eine Direktversicherung nach Ausscheiden aus dem Job privat bespart, zahlt später nur auf die echte Betriebsrente Krankenkassenbeiträge.
  • Variante 2: Wer eine Betriebsrente von rund 150 Euro oder weniger im Monat erwartet, zahlt wahrscheinlich keine Krankenkassenbeiträge auf die spätere Betriebsrente.
  • Variante 3: Wer Anspruch auf eine sehr geringe Rente hat, kann sich das angesparte Kapital auch abfinden lassen. Ansonsten ist eine Einmalzahlung zu Rentenbeginn in aller Regel nicht möglich.
  • Fall Altvertrag: Wer seit 2004 oder früher monatlich in eine Direktversicherung einzahlt, zahlt Krankenkassenbeiträge auf die heutigen Beiträge und auf die spätere Rente.

So gehen Sie vor

  • Basisfall: Damit sich die Direktversicherung trotz der Abgaben auf die Rente lohnt, fordern Sie mindestens 15 Prozent Zuschuss auf Ihre heutigen Beiträge von Ihrem Chef.
  • Variante 1: Lassen Sie sich vom Direktversicherer spätestens zu Rentenbeginn aufschlüsseln, welcher Teil Ihrer Rente eine private Leibrente ist. Berücksichtigen Sie als Rentner beides entsprechend in der Steuererklärung.
  • Variante 2: Fragen Sie bei der Krankenkasse nach der Höhe Ihrer Versorgungsbezüge. Wenn Sie als Rentner auf weniger als 148,75 Euro im Monat kommen (Stand 2017), zahlen Sie keine Abgaben.
  • Variante 3: Prüfen Sie Ihre Rentenansprüche. Liegen diese bei weniger als rund 30 Euro pro Monat, können Sie sich Ihr Kapital auch einmalig abfinden lassen. Erkundigen Sie sich beim Arbeitgeber über Ausnahmen.
  • Fall Altvertrag: Wägen Sie bei Rentenbeginn ab, ob Sie die steuerfreie Einmalauszahlung oder eine monatliche Rente beziehen wollen. Bei geringen Renten fallen keine Kassenbeiträge an. Die Steuer ist zu vernachlässigen.

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Die Betriebsrente kann helfen, die gesetzliche Rente aufzustocken. Wer seit 2005 Teile seines Bruttoeinkommens in eine Direktversicherung einzahlt, spart sich darauf Steuern und Sozialabgaben. Man spricht auch von Entgeltumwandlung. Im Alter muss er die Rente allerdings versteuern, und häufig fällt der volle Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) samt Zusatzbeitrag an. 2017 waren das im Bundesdurchschnitt 15,7 Prozent.

Dazu kommen in aller Regel noch 2,55 Prozent Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung für Rentner mit Kindern. 2,8 Prozent sind es für Rentner, die keine Kinder haben.

Welche Abgaben fallen auf die Betriebsrente an?

Grundsätzlich gilt: Sind Sie als Rentner GKV-versichert, müssen Sie auf Ihre Betriebsrente den vollen GKV-Beitragssatz zahlen. Dabei ist es egal, ob Sie in der Krankenversicherung der Rentner pflichtversichert oder freiwillig versichert sind.

Der Direktversicherer ist verpflichtet, Ihrer Krankenkasse zu Beginn der Rentenauszahlung Bescheid zu geben. In der Regel werden auch Sie aufgefordert, eine Erklärung abzugeben. Die Beiträge werden automatisch an die Krankenkasse abgeführt.

Wer privat krankenversichert ist, bleibt von den Abzügen verschont.

Einmalauszahlung in der Regel nicht möglich

Wer in eine Direktversicherung anspart, sollte wissen, dass eine Kapitalauszahlung zum Rentenbeginn in aller Regel nicht möglich ist. Sie können sich Ihre Ansprüche höchstens abfinden lassen – zum Beispiel bei einem Wechsel des Arbeitgebers –, wenn Ihre spätere Rente sehr gering ausfallen würde. Stand 2017 müsste sie unter rund 30 Euro monatlich liegen. Die einschlägigen Paragrafen dafür sind sind § 3 BetrAVG und § 18 SGB IV. Fragen Sie bei der Personalabteilung oder beim Versicherer nach, ob Sie eine Ausnahmeregelung treffen können.

Beitragszuschuss vom Chef fordern

Die hohen Sozialabgaben sind nicht der einzige Posten, der die spätere Auszahlung aus der Direktversicherung belastet. Verdienen Sie heute weniger als 6.350 Euro brutto im Monat (Stand 2017) und zahlen Sie Teile Ihres Gehalts steuer- und abgabenfrei in die Direktversicherung ein, müssen Sie später kleinere Einbußen bei der gesetzlichen Rente hinnehmen.

Damit sich die Betriebsrente aus einer Direktversicherung als Ganzes dennoch lohnt und Vergünstigungen Ihrer Beiträge heute nicht durch die Belastung (Abgaben und Einkommensteuer) der späteren Rente aufgefressen werden, sollten Sie Ihren Chef ins Boot holen. Er sollte Ihre Beiträge mit mindestens 15 Prozent bezuschussen, besser mehr.

Zögert der Arbeitgeber, dann argumentieren Sie, dass er sich für jeden Euro, den Sie von Ihrem Gehalt umwandeln, ebenfalls Sozialabgaben spart. Zudem ist der Chef ab spätestens 2022 ohnehin verpflichtet, 15 Prozent Zuschuss auf Ihre Beiträge zu geben. Das regelt das neue Betriebsrentengesetz.

Details und Rechnungen dazu finden Sie in unserem Ratgeber zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV).

In welchen Ausnahmefällen zahlen Sie weniger?

Zwar fällt auf die Betriebsrente aus der Direktversicherung der volle Krankenkassenbeitrag an. Doch gibt es einige Fälle, bei denen die Abgaben anders gehandhabt werden. Stellen Sie sicher, dass Sie alle wichtigen Punkte kennen, um aus Ihrer jeweiligen Situation das Beste herauszuholen.

Sie haben Ihre Direktversicherung privat weiter bespart

Führen Sie einen Direktversicherungsvertrag nach einem Jobwechsel privat weiter, zahlen Sie später nur auf die „echte“ Betriebsrente Sozialabgaben, also nur auf den Teil der Rente, den Sie während Ihrer Zeit beim Arbeitgeber angespart haben. Das hat das Bundesverfassungsgericht 2010 beschlossen (Az. 1 BvR 1660/08).

Wichtig dabei ist, dass Sie nach dem Jobwechsel den Versicherungsvertrag auf sich umschreiben lassen, also Sie selbst und nicht länger der Arbeitgeber Vertragsnehmer sind. Bleibt hingegen der ehemalige Arbeitgeber eingetragen, so bleibt es auch bei Ihrer Kassenbeitragspflicht – selbst wenn Sie als Arbeitnehmer die Beiträge privat bezahlen.

Um die anteiligen Krankenkassenbeiträge zu berechnen, müssen Sie sich vom Direktversicherer bescheinigen lassen, ab wann Sie die Versicherung selbst bezahlt haben und bis wann Ihr Arbeitgeber daran beteiligt war. Die Versicherungen haben diese Daten gespeichert.

Die Unterscheidung zwischen Betriebsrente und privater Leibrente ist auch für die Steuererklärung relevant. Betriebsrenten werden voll mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Sie gehören in der Anlage R in das Feld 31. Bei privaten Leibrenten hingegen ist nur der sogenannte Ertragsanteil steuerpflichtig. Wenn Sie mit 67 Jahren in Rente gehen, sind das 17 Prozent. Die private Rente gehört in Feld 15 der Anlage R.

Sie erwarten nur eine kleine Betriebsrente

Wenn Ihre künftigen monatlichen Versorgungsbezüge unter 148,75 Euro liegen (Stand 2017), zahlen Sie darauf keine Beiträge zur Krankenkasse und Pflegeversicherung.

Versorgungsbezüge sind offiziell alle Bezüge und Vorteile aus einem früheren Dienstverhältnis (§ 19 Abs. 2 EstG). Neben der Betriebsrente gehören dazu zum Beispiel auch Ruhegeld aus einem früheren Beamtenverhältnis, Hinterbliebenenrenten oder Renten aus verminderter Erwerbsfähigkeit. Bei den allermeisten Sparern dürften aber die Betriebsrenten der wichtigste Bestandteil der Versorgungsbezüge sein.

Welche Untergrenze für die Versorgungsbezüge gilt, richtet sich nach dem durchschnittlichen Bruttolohn aller Mitglieder in der gesetzlichen Rentenversicherung (§ 18 SGB IV). Die Grenze steigt in der Regel jedes Jahr ein wenig an. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob Ihre (voraussichtlichen) Versorgungsbezüge geringer sind als die gültige Untergrenze. Ist das der Fall, zahlen Sie keine Abgaben.

Welche Abgaben gibt es bei einem alten Vertrag?

Die Gesundheitsreform aus dem Jahr 2004 hat allen zugesetzt, die zu dem Zeitpunkt bereits mit einer Direktversicherung betrieblich vorsorgten: Damals hat der Gesetzgeber beschlossen, dass auf Betriebsrenten ab 2005 der volle Krankenkassenbeitrag anfällt. Das Problem: Sparer mit Verträgen, die sie vor 2005 geschlossen haben, bezahlen auf ihr umgewandeltes Gehalt bereits den Arbeitnehmeranteil an Sozialabgaben. Man spricht auch von Doppelverbeitragung.

Viel tun können Sparer mit solchen Altverträgen nicht. Lassen sie sich das angesparte Kapital auf einmal zum Rentenbeginn auszahlen, ist es nach wie vor steuerfrei. Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung – fast 20 Prozent – werden aber verteilt über zehn Jahre monatlich fällig und vom Konto eingezogen. Wer also beispielsweise 30.000 Euro aus seiner Direktversicherung erwartet, muss seine Abgabenpflicht zehn Jahre lang in Raten von etwa 50 Euro abstottern.

Einen kleinen Tipp gibt es allerdings für Sparer, die eine kleinere Summe angespart haben: Sie könnten statt der Einmalauszahlung die Rente wählen. Liegt die spätere Betriebsrente unter der Grenze von 148,75 Euro (Stand 2017), fallen keine Abgaben an. Die geringe Steuerlast auf die Rente ist zu vernachlässigen. Der Nachteil: Um die volle Kapitalsumme als regelmäßig ausgezahlte Rente auch wirklich zu bekommen, müssen Sie in der Regel 90 oder älter werden.

Weitere Tipps im Ratgeber Altersvorsorge

Sara Zinnecker

Expertin für Geldanlage

So können Sie fürs Alter vorsorgen

  • Zur Basisversorgung zählen die gesetzliche Rentenversicherung und Rürup-Verträge.
  • Gefördert sind Riester-Verträge oder betriebliche Altersvorsorge.
  • Die Lebensversicherung zählt zur ungeförderten Vorsorge.

Weitere Ratgeber:

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Artikel verfasst von

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Kapitalabfindung (Versorgungsbezüge) / Sozialversicherung

Versorgungsbezüge können nicht nur als laufende Bezüge gewährt werden. Die Zahlung eines Versorgungsbezugs kann auch als Kapitalleistung oder Kapitalabfindung erfolgen. Diese nicht regelmäßig wiederkehrenden Leistungen sind ebenfalls beitragspflichtig zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Eine Kapitalleistung liegt vor, wenn der Versicherungsvertrag bereits die Auszahlung der Versorgungsleistung in einer Summe vorsah. Bei einer Kapitalabfindung wird die eigentlich laufend zugesagte Leistung durch eine Einmalzahlung ersetzt. Dies geschieht meist dann, wenn Versorgungsbezüge nur in monatlich geringer Höhe zu erwarten sind.

In einigen Fällen wird bereits vor Eintritt des Versicherungsfalls vereinbart oder zugesagt, dass anstelle der Versorgungsbezüge eine Kapitalleistung geleistet wird. Es handelt sich dabei – anders als bei den monatlich gezahlten Versorgungsbezügen – um eine nicht regelmäßig wiederkehrende Leistung. Doch auch bei dieser „Auszahlung der Versorgungsbezüge in einer Summe“ fallen Sozialversicherungsbeiträge an. Als Berechnungsgrundlage für die Beiträge gilt 1/120 der Leistung als monatlicher Zahlbetrag der Versorgungsbezüge, längstens jedoch für 120 Monate (= 10 Jahre). Die Frist von 10 Jahren beginnt mit dem Ersten des auf die Auszahlung der Kapitalleistung folgenden Kalendermonats.

Einmalige Kapitalleistung als beitragspflichtige Einnahme

Herr A bezieht eine Altersrente und ist als Rentener krankenversicherungspflichtiges Mitglied der Krankenkasse A. Am 15.4.2017 wird ihm eine Kapitalleistung in Höhe von 60.000 EUR in einer Summe ausgezahlt.

Die Kapitalleistung ist monatlich in Höhe von (1/120 von 60.000 EUR =) 500 EUR beitragspflichtig. Die Beitragspflicht beginnt am 1.5.2017 und endet am 30.4.2027.

Damit sind alle Kapitalleistungen, die der Alters- und Hinterbliebenenversorgung oder der Versorgung bei verminderter Erwerbsfähigkeit dienen, beitragspflichtig. Voraussetzung ist weiterhin, dass ein Bezug zum früheren Erwerbsleben besteht. Dabei macht es auch keinen Unterschied, ob die Versorgungsleistung

  • als originäre Kapitalzahlung ohne Wahlrecht zugunsten einer Rentenzahlung oder
  • als Kapitalleistung mit Option zugunsten einer Rentenzahlung

Arbeitnehmer als Versicherungsnehmer

Die in diesem Zusammenhang ergangene Rechtsprechung hat der Gesetzgeber umfassend bestätigt. Lediglich in einem spezifischen Sachverhalt hat das Bundesverfassungsgericht die Beitragspflicht einer Kapitalleistung partiell verneint. Danach liegt für den Teil einer Kapitalleistung unter folgenden Voraussetzungen keine Beitragspflicht als Versorgungsbezug vor:

  • Die Kapitalleistung beruht ausschließlich auf den vom Arbeitnehmer geleisteten Beiträgen und
  • der Arbeitnehmer hat nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis die Direktversicherung als (neuer) Versicherungsnehmer mit eigener ausschließlicher Prämienzahlung fortgeführt.

Sind speziell diese Voraussetzungen nicht erfüllt, ist nach einem weiteren Beschluss des Bundesverfassungsgerichts eine Kapitalleistung in voller Höhe beitragspflichtig.

Der Einbeziehung von originär vereinbarten Kapitalleistungen in die Beitragspflicht steht auch nicht die allgemeine Definition des § 229 Abs. 1 Satz 1 SGB V entgegen. Nach dieser muss es sich bei Versorgungsbezügen um der Rente vergleichbare Einnahmen handeln. Insoweit werden grundsätzlich nur laufende Bezüge erfasst.

Voraussetzungen der Beitragspflicht

Ausschließlich entscheidend für die Beitragspflicht von Versorgungsbezügen ist, ob es sich um eine Leistung zur Alters- oder Hinterbliebenenversorgung oder um eine Versorgung bei Erwerbsminderung handelt und ein Bezug zum früheren Erwerbsleben besteht.

1.1.1 Versorgungsempfänger verstirbt vor Ablauf von 10 Jahren

Sollte der Versorgungsempfänger vor Ablauf von 10 Jahren versterben, endet damit auch die Beitragspflicht. Die Erben zahlen keine Beiträge für den Zeitraum zwischen Tod und Ablauf der 10-Jahresfrist; es handelt sich nämlich nicht um einen eigenen Versorgungsbezug. Für die Hinterbliebenen kann eine Beitragspflicht nur dann entstehen, wenn diese als Hinterbliebenenversorgung einen eigenen Kapitalbetrag beanspruchen können.

1.1.2 Beitragspflichtige Untergrenze

Beiträge aus Kapitalleistungen sind nicht zu entrichten, wenn der auf den Kalendermonat umgelegte Anteil 1/20 der monatlichen Bezugsgröße nicht übersteigt (2017: 148,75 EUR). Das führt dazu, dass Kapitalleistungen, die im Jahr 2017 nicht mehr als 1.785 EUR betragen, beitragsfrei bleiben. Bei einer Kapitalleistung ergibt sich durch die Umverteilung auf 120 Monate im Jahr 2017 ein Grenzwert in Höhe von 17.850 EUR.

Mehrere Versorgungsbezüge oder zusätzliches Arbeitseinkommen

Die Mindesthöhe gilt bei mehreren Versorgungsbezügen für den Gesamtbetrag aller Versorgungsbezüge. Wird daneben noch Arbeitseinkommen aus einer selbstständigen Tätigkeit erzielt, ist auch dies beim Vergleich mit der Mindesthöhe zu berücksichtigen. Durch die spätere Zubilligung eines weiteren Versorgungsbezugs kann.

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Beiträge für eine Direktversicherung sind 2016 bis zu 2.976 Euro im Jahr steuerfrei. Zusätzlich wird für Neuzusagen ein weiterer Freibetrag von 1.800 Euro jährlich gewährt, sodass also insgesamt bis zu 4.776 Euro steuerunbelastet bleiben. Weiter

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Versorgungsbezüge sind beitragspflichtig in der Kranken- und Pflegeversicherung. Beiträge aus Versorgungsbezügen werden aus dem allgemeinen Beitragssatz berechnet. Auch originär als Kapitalleistung konzipierte Versorgungsleistungen sind beitragspflichtig. Der . mehr

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Betriebliche Altersvorsorge: Hohe Sozialbeiträge bei der Auszahlung

Direktversicherungen Die böse Überraschung bei der betrieblichen Vorsorge

C hristiane M. aus dem Landkreis München war voller Vorfreude. Sie hatte schon genau geplant, wie sie die 120.000 Euro aus ihrer Direktversicherung ausgeben wollte: Ein neuer Wintergarten sollte es werden, den Rest wollte die Neu-Rentnerin in einen Kleinwagen stecken und bei einer Kreuzfahrt verjubeln. Doch es kam anders. Kurz nach der Auszahlung im Januar hielt die Krankenkasse die Hand auf.

Von der Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge forderte sie mehr als 21.600 Euro ein, fast ein Fünftel. Christiane M. konnte es nicht fassen. Wie Millionen andere Arbeitnehmer hatte die frühere Verlagsmanagerin nicht im Traum damit gerechnet, dass von der Summe Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abgezogen werden – und sie damit viele Tausend Euro einbüßt.

In den Mitteilungen ihres Versicherers war davon in all den Jahren nie die Rede gewesen. „Mindestens 70 Prozent der Betroffenen wissen nicht, was auf sie zukommt, wenn die Auszahlung ansteht“, warnt Merten Larisch, Altersvorsorgespezialist der Verbraucherzentrale Bayern. Das System der betrieblichen Altersvorsorge entpuppt sich für viele Beschäftigte, die gesetzlich krankenversichert sind und oft jahrzehntelang über die Firma in eine Direktversicherung eingezahlt haben, als böse Überraschung.

Zum einen, weil die Lebensversicherung wegen des Dauerzinstiefs und der Neuregelung der Bewertungsreserven lange nicht die prognostizierte Rendite abgeworfen hat. Zum anderen, weil am Ende aktuell mehr als 18 Prozent Sozialbeiträge fällig werden, wenn das Geld auf einen Schlag ausgezahlt wird. Doch dieser finanzielle Hammer am Laufzeitende hat sich offenbar immer noch nicht herumgesprochen.

2004 änderte der Staat die Spielregeln

Viele Rentner fühlten sich nach dem Schock schlicht abkassiert, berichtet Larisch. Besonders bitter: Hätten die Betroffenen eine Lebensversicherung privat und nicht über den Chef als Versicherungsnehmer bespart oder wären sie privat krankenversichert, würden sie von den Sozialversicherungen nicht zur Kasse gebeten.

Für Sparer werden die Zeiten noch härter

Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Banken müssen künftig 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken wollen. Damit führt die EZB ihre Niedrigzinspolitik fort. Der Leidtragende ist der Verbraucher.

Quelle: Die Welt

Bei Vertragsabschluss konnten ältere Sparer auch noch davon ausgehen, dass sie ihre Auszahlung beitragsfrei bekommen. Der Staat hatte sie mit Steuer- und Abgabenvorteilen in die betriebliche Altersvorsorge (bAV) gelockt. Doch seit 2004 ist alles anders. Damals hat der Gesetzgeber plötzlich rückwirkend die Spielregeln geändert.

Seit 2004 müssen alle gesetzlich Krankenversicherte auch auf eine Kapitalabfindung den vollen Beitragssatz zahlen, also sowohl den Anteil des Arbeitnehmers wie des Arbeitgebers berappen. Egal, ob sie pflicht- oder freiwillig versichert sind. Derzeit liegt er bei durchschnittlich 15,7 Prozent für die Kasse plus 2,35 Prozent für die Pflegeversicherung (für Kinderlose 2,6). Und die Tendenz steigt.

Der nachträgliche Abzug erfolgt nicht nur auf die gezahlten Beiträge, sondern auf die gesamte Auszahlsumme. Damit die Beitragsbemessungsgrenze (2016 lag sie bei 50.850 Euro) nicht greift, wird das Geld auf zehn Jahre gestreckt und jeden Monat vom Konto des Rentners abgebucht. Das haut rein, warnt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Versicherer melden Rekordzahl bei Verträgen

Das Beispiel von Christiane M. macht den Ärger deutlich: Die Höhe der Sozialabgaben wird so kalkuliert, dass ihre 120.000 Euro auf 120 Monate umgelegt werden. Es wird also so getan, als bekomme die Münchnerin zehn Jahre lang 1000 Euro im Monat. Darauf muss sie monatlich 157 Euro für die Krankenversicherung und 23,50 Euro für die Pflegeversicherung abstottern.

Vom Abzug betroffen sind nicht nur Betriebsrenten aus der Direktversicherung, sondern auch aus Versorgungswerken, Pensionsfonds oder Riester-Verträgen, die über den Arbeitgeber laufen. Trotzdem meldet der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ein neues Rekordhoch von derzeit mehr als 15 Millionen betrieblichen Altersvorsorgeverträgen, davon allein gut 7,6 Millionen Direktversicherungen.

Jeder Beschäftigte kann seit 2002 bis zu vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Bruttogehalts durch eine Entgeltumwandlung in einen Vertrag investieren, den der Chef für ihn abschließt – also noch bevor er darauf Steuern und Sozialabgaben zahlen muss. 2016 fördert der Staat Arbeitnehmerbeiträge von bis zu 4776 Euro im Jahr. Das zieht offenbar. Der Arbeitgeber spart dabei seinen Anteil an den Sozialabgaben.

Erboste Rentner laufen Sturm

Was für die Einzahlungsphase so verlockend klingt, werde im Alter meist zum Draufzahlgeschäft, sagt Merten Larisch. Wer garantiert immer profitiert, sind die Arbeitgeber und Versicherer. Bei Sozialverbänden, Gewerkschaften und Verbraucherzentralen häufen sich denn auch die Beschwerden erboster Rentner.

Mit diesen sechs Tipps können Sie richtig Geld sparen

Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Ob Mietnebenkosten oder Versicherungen: Viele Ausgaben, die das auf den ersten Blick nicht unbedingt vermuten lassen, können steuerlich geltend gemacht werden. Hier sind sechs lohnende Hinweise.

Quelle: Die Welt

Vereine wie der Verband der Direktversicherungsgeschädigten laufen gegen die Pflichtabgabe unverdrossen Sturm – obwohl die meisten Klageverfahren bereits höchstrichterlich abgeschmettert wurden. Politisch steht die betriebliche Entgeltumwandlung derzeit zwar auf dem Prüfstand. „Es ist aber nicht in Sicht, dass die momentane Rechtslage rückgängig gemacht wird“, sagt Dorothee Czennia, Referentin der Abteilung Sozialpolitik beim Sozialverband VdK in Berlin.

Was können Betroffene tun? Es gebe keine echte Chance, der Beitragspflicht zu entkommen, sagt Verbraucherschützerin Weidenbach. Ausnahme: Wer den Vertrag auf sich als Versicherungsnehmer umschreiben ließ und bis zum Ende weiter besparte, braucht als pflichtversicherter Rentner wenigstens auf diesen Anteil keine Krankenkassenbeiträge zu zahlen. Das hat das Bundesverfassungsgericht 2010 entschieden (Az.: 1 BvR 1660/08).

Ob sich diese Ausnahme auch auf Fälle bei Pensionskassen übertragen lässt, müssen die Verfassungsrichter noch klären.

Privat zu sparen, ist meist rentabler

Betroffenen Direktversicherten rät die Hamburger Verbraucherzentrale, sich auf das Urteil von 2010 zu berufen und vom Versicherer bestätigen zu lassen, welche Beiträge vom früheren Chef und welche privat eingezahlt wurden. Die Krankenkasse sollte dann den Beitrag neu berechnen und zu viel Gezahltes plus vier Prozent Zinsen zurückerstatten.

Deutsche legen im Monat 166 Euro zurück

Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Seit Jahren kratzen die Zinsen an der Null-Prozent-Marke. Viele verzichten deshalb auf das Sparen. Im Durchschnitt legen die Deutschen im Monat trotzdem noch 166 Euro zur Seite.

Quelle: Die Welt

Lief die Police allerdings weiter auf die Ex-Firma und der Arbeitnehmer zahlte nur die Prämien selbst, wie häufig der Fall, sind die Kassenbeiträge sehr wohl fällig. Widerspruch nutzt dann nichts. Freiwillig krankenversicherte Rentner sind immer betroffen. Bei ihnen zählt alles zum beitragspflichtigen Einkommen, was zum Lebensunterhalt verbraucht werden kann.

Wichtig: Direktversicherungen sind nicht kündbar. Beim Jobwechsel kann der Vertrag aber meist nicht ohne Einbußen beim neuen Arbeitgeber weitergeführt werden. Dieser muss nur das Guthaben übernehmen, frühere Rabatte oder niedrige Gebühren aber nicht. Jobwechsler sollten sich vorher ausrechnen lassen, ob sie ihre Direktversicherung lieber beitragsfrei stellen, statt sie privat weiter zu besparen, rät Czennia.

Eine andere Möglichkeit für Sparer, die noch viele Jahre Laufzeit vor sich haben und denen der Chef nichts zuschießt: den Vertrag stilllegen und nichts mehr einzahlen, wenn die Mindestlaufzeit erreicht ist. Sie liegt in der Regel bei fünf Jahren. Auch hier sollten die Kosten vorher geklärt werden. Die bessere Alternative ist Merten Larisch zufolge, privat fürs Alter zu sparen. Das sei flexibler und meist auch rentabler.

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Источники: http://www.finanztip.de/betriebliche-altersvorsorge/direktversicherung-auszahlung/, http://www.haufe.de/personal/personal-office-premium/kapitalabfindung-versorgungsbezuege-sozialversicherung_idesk_PI10413_HI2752187.html, http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article153721036/Die-boese-Ueberraschung-bei-der-betrieblichen-Vorsorge.html

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