Kfz versicherung garage

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Kfz-Versicherung abschließen Was droht bei Antrags-Schummeleien?

Wer sein Auto wenig fährt, nur selbst am Steuer sitzt und üblicherweise in der Garage parkt, kommt bei der Kfz-Versicherung deutlich günstiger weg. Das verleitet manche Kunden zu Mogeleien im Versicherungsantrag. Doch was, wenn die auffliegen?

Im November herrscht bei den Kfz-Versicherern Hochbetrieb, die Wechselsaison ist in vollem Gange. Doch Autobesitzer, die sich eine neue Police suchen wollen, müssen zunächst viele Fragen beantworten: Wie hoch ist die jährliche Laufleistung? Steht das Auto nachts auf der Straße oder in der Garage? Wer darf ans Steuer? All diese Details entscheiden mit über den Versicherungsbeitrag und machen ihn zum Teil deutlich teurer oder eben billiger. Deshalb nehmen es manche Antragsteller mit der Wahrheit nicht so genau. Das geht oft auch eine Weile gut. Doch spätestens bei einer Schadensmeldung sehen die Versicherer genauer hin. Aber was blüht Versicherten, wenn eine Schummelei auffliegt?

Wer die jährliche Laufleistung nicht kennt, kann die Angaben später noch korrigieren.

Das kommt auf die Schwere des Vergehens ebenso an wie auf die Versicherung, so das Fazit des Magazins "Finanztest", das bei einigen Anbietern nachgefragt hat. Glimpflich kommt man in der Regel weg, wenn die Versicherung den Schwindel entdeckt, bevor ein Schaden gemeldet wurde. Häufig belassen es die Versicherer dabei, den Rabatt künftig nicht mehr zu berücksichtigen und den Beitrag entsprechend zu erhöhen. Womöglich fordern sie auch die Summe zurück, die man bisher zu Unrecht eingespart hat.

Hat man nur ausnahmsweise gegen die vereinbarten Regeln verstoßen – etwa den 18-jährigen Sohn ans Steuer gelassen, obwohl das Fahrzeug nur für Fahrer ab 21 zugelassen ist -, belassen es die Anbieter manchmal auch bei einer Ermahnung. Das ist dann allerdings reine Kulanz. Grundsätzlich könnten die Versicherer bei einem vorsätzlichen Verstoß auch kündigen. Das machen zwar die wenigsten, im Ernstfall dürfte es dann aber schwer werden, einen neuen Anbieter zu finden.

Im Schadensfall wird nachgefragt

Die meisten Rabattmogeleien werden ohnehin erst dann entdeckt, wenn der Kunde einen Schaden meldet. Dann fragen die Versicherungen nach: Wie hoch ist der Kilometerstand? Wer saß am Steuer? Stand das demolierte Auto tatsächlich in der Tiefgarage? Selbst wenn der Halter beim Antrag offensichtlich gelogen hat, darf die Versicherung ihre Leistung nicht verweigern – zumindest nicht, wenn Dritte betroffen sind. Die sollen schließlich nicht für die Verfehlungen des Versicherten büßen, so will es das Pflichtversicherungsgesetz. Die Versicherung kann allerdings versuchen, sich einen Teil des Geldes vom Versicherten zurückzuholen. Das geht in der Regel aber nur über den Rechtsweg.

Bei Kaskoschäden haben die Versicherer weitreichendere Möglichkeiten, hier sind auch Leistungskürzungen möglich. In der Praxis passiert das etwa, wenn die Kilometerleistung deutlich höher ist als ursprünglich angegeben und somit auch der Wert des Fahrzeugs falsch berechnet wird. Nach Belieben können die Versicherer ihre Leistungen aber nicht zusammenstreichen, meistens landen auch diese Fälle vor Gericht. Dort kommt es dann nicht nur auf das Ausmaß der Abweichung an, sondern auch darauf, ob der Versicherte ganz bewusst falsche Angaben gemacht hat oder nur fahrlässig gehandelt hat.

Wer absichtlich gelogen hat – etwa eine Garage angegeben hat, obwohl es gar keine Garage gibt oder bei der Kilometerangabe drastisch untertrieben hat – bekommt eventuell auch eine Vertragsstrafe aufgebrummt. Diese Option behalten sich beispielsweise Axa, Generali und R+V24 vor, in gravierenden Fällen kann die Strafe bis zu einem Jahresbeitrag ausmachen. In der Praxis kommt es laut "Finanztest" aber selten dazu. Unternehmen wie Direct-Line, DEVK oder Huk-Coburg verzichten deshalb in ihren Bedingungen auf solche Strafen.

Wie streng sind die Regeln?

Für manche Rabatt-Restriktionen gibt es übrigens auch Ausnahmen. So darf man sein Auto auch dann an einen Werkstattmitarbeiter übergeben, wenn das Fahrzeug sonst nur vom Halter gefahren werden darf. Auch bei einer Notsituation darf ein anderer ans Steuer – etwa, wenn sich der Gesundheitszustand des Fahrers unterwegs plötzlich verschlechtert. Wer für eine gewisse Zeit noch andere Nutzer zulassen möchte, etwa für eine Urlaubsfahrt, sollte vorher mit der Versicherung reden. Oft lässt sich der Fahrerausschluss gegen einen geringen Aufpreis außer Kraft setzen. Der Garagen-Rabatt wiederum bezieht sich in der Regel nur auf den nächtlichen Abstellort zu Hause. Tagsüber oder im Urlaub kann das Auto auch auf der Straße geparkt werden.

Wer merkt, dass die angegebene Kilometerleistung überschritten wird, sollte das rechtzeitig der Versicherung melden – zumindest wenn die Abweichung mehr als nur geringfügig ist. Asstel etwa hat die Toleranzgrenze laut "Finanztest" auf 15 Prozent gesetzt, andere Versicherer nennen keine konkreten Zahlen. Melden sollte man sich auch, wenn man deutlich weniger gefahren ist als geplant. Mit etwas Glück bekommt man dann nämlich sogar Geld zurück.

Kfz-Versicherung

Der richtige Beruf spart bei der Kfz-Versicherung viel Geld

  • Zuletzt aktualisiert: 2. November 2017
  • Von: Annika Krempel

Das Wichtigste in Kürze

  • Persönliche Merkmale wie Alter, Beruf oder Immobilienbesitz beeinflussen den Preis der Kfz-Versicherung.
  • Zusätzlich fließt die Vertragsgestaltung in den Beitrag ein. Die richtige Zahlweise, Selbstbeteiligung in der Kaskoversicherung und wenige Mitfahrer sparen viel Geld.
  • Bei guten und trotzdem günstigen Tarifen sind sinnvolle Zusatzklauseln oft Standard oder kosten nur wenig Aufpreis.
  • Wer etwas falsch meldet, sollte das nachmelden oder korrigieren. Sonst drohen eine Nachzahlung und möglicherweise eine Vertragsstrafe.

So gehen Sie vor

  • Mit einigen persönlichen Merkmalen lässt sich Geld sparen. Überlegen Sie, ob Sie diese für sich nutzen können.
  • Machen Sie immer zwei Vergleiche. Nutzen Sie dafür mindestens ein Vergleichsportal. Auch der Vergleich mit dem Preis eines Direktversicherers kann sinnvoll sein.
  • Wir empfehlen die Vergleichsportale Check24 und Verivox. Nicht ganz so gut, aber immer noch empfehlenswert ist autoversicherung.de.
  • Die günstigen Direktversicherer, die nicht auf den Portalen vertreten sind und bei denen sich der Vergleich auch lohnt, sind vor allem Hannoversche Direkt und Huk24.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu Kfz-Versicherung immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Wie hoch die Kosten für eine Kfz-Versicherung sind, hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen kommt es darauf an, ob Sie das Auto nur haftpflichtversichern oder auch eine Kaskoversicherung dazubuchen, die Ihr eigenes Auto gegen Schäden absichern soll. Dann beeinflusst den Preis, welche Elemente und Klauseln mitversichert sind.

Zusätzlich spielen aber auch Ihre persönlichen Merkmale beim Preis eine Rolle. So lesen Versicherungen aus Statistiken heraus, welche Fahrer in der Regel weniger Schäden verursachen. Für diese Kunden ist eine Autoversicherung günstiger als für statistisch unfallträchtigere Fahrer.

Finanztip hat in mehreren Studien im August 2016 und 2017 untersucht, wie sich die Preise der jeweils 30 günstigsten Versicherungen für mehrere ausgewählte Profile ändern, wenn man bestimmte Leistungen dazubucht und bestimmte persönliche Merkmale beim Abschluss der Kfz-Versicherung angibt oder nicht.

Diese persönlichen Merkmale spielen eine Rolle

Wer vorsichtig fährt, bekommt einen Rabatt auf die Versicherungsprämie. Das ist ein Grundsatz, nach dem Kfz-Versicherungen den Beitrag berechnen. Den größten Rabatt bekommt jeder Autofahrer persönlich durch seine gesammelten Schadenfreiheitsklassen. Jedes unfallfreie Jahr bedeutet eine höhere Schadenfreiheitsklasse und damit einen höheren Rabatt auf den Beitrag. Weniger individuell, sondern streng nach der Statistik geht es bei anderen persönlichen Merkmalen zu, die jeder Versicherungsnehmer in seinem Antrag angeben muss.

Alter Junge Fahrer haben noch keine Schadenfreiheitsklassen gesammelt und verursachen laut Statistik häufiger einen Unfall. Daher ist es besonders teuer, sich als Führerschein-Neuling zu versichern. Fährt ein Fahranfänger mit dem Auto der Eltern, wird die Prämie der Eltern im Durchschnitt mehr als doppelt so teuer – dies bestätigen beide Finanztip-Studien. Nach einem Jahr begleiteten Fahrens ist der Aufschlag schon 31 Prozent niedriger als bei einem 18-Jährigen, der frisch den Führerschein hat. Denn Versicherungen rechnen die Fahrpraxis an. Es gibt für Fahranfänger außerdem noch weitere Möglichkeiten, bei der Versicherung zu sparen.

Doch nicht nur junge Fahrer fahren teuer, auch ältere Fahrer zahlen drauf. Spätestens ab 65 Jahren verlangen Kfz-Versicherungen wieder einen Aufschlag auf die Prämie: 11 Prozent verglichen mit einem 55-Jährigen, wie wir im August 2017 errechnet haben. Für ältere Fahrer wird es noch teurer.

Haus und Garage Neben dem Alter geben noch weitere persönliche Merkmale Auskunft darüber, wie hoch statistisch die Wahrscheinlichkeit für einen Schaden ist. So gelten Versicherte mit Wohneigentum als zuverlässig und solide, einen Bleifuß vermutet man bei Eigenheimbesitzern eher nicht. Daher bekommen diese von Versicherungen durchschnittlich einen Rabatt von 3 Prozent. Wer zusätzlich das Auto in der Garage statt auf der Straße parkt, bekommt weitere 2 Prozent Nachlass auf die Kaskoversicherung.

Kinder Ein alter Tipp aus der Branche bestätigte sich in unserer Studie von 2016 dagegen nicht: Der Kinderbonus wird kaum noch angeboten. Dabei galt immer als Argument, dass Eltern mit Nachwuchs auf der Rückbank besonders vorsichtig fahren. Doch nur bei 5 von etwa 40 untersuchten Anbietern gab es für Kinder einen Rabatt. Falls sie doch einen gewährten, betrug dieser im Schnitt 3,4 Prozent. Über alle Anbieter gemittelt waren die untersuchten Angebote für Eltern nur 0,3 Prozent günstiger als für identische Fahrer ohne Kleinkinder.

Mit Telematik-Tarifen lassen Fahrer ihr Fahrverhalten auswerten. Sicheres Fahrverhalten belohnt die Versicherung mit Rabatten. Trotzdem können preiswerte Tarife ohne Telematik selbst für vorsichtige Fahrer günstiger sein. Für Fahranfänger kann sich der Abschluss aber mitunter lohnen.

Fahrkarte Ähnlich ernüchternd sieht es für Besitzer einer Jahreskarte im öffentlichen Personennahverkehr aus. Nur die DEVK als ehemalige Eisenbahner-Versicherungskasse gibt in unserer Studie Bahnfahrern einen Rabatt. Allerdings dürfte sich durch den Besitz einer Jahreskarte der Gebrauch des Autos verringern. Weniger Jahreskilometer bedeuten definitiv einen günstigeren Beitrag.

Beruf – Richtig viel Rabatt bringt die richtige Berufswahl. Beamte scheinen in der Statistik sehr vorsichtige Autofahrer zu sein. In der Finanztip-Studie des Jahres 2016 gaben daher alle Versicherungen unserem verbeamteten Muster-Fahrer einen Rabatt von durchschnittlich 7,3 Prozent. In der Spitze waren sogar bis zu 34 Prozent Nachlass drin. Einige Anbieter geben Rabatte auch für Mitarbeiter gemeinnütziger städtischer Unternehmen.

Punkte in Flensburg und Vorschäden – Die gute Nachricht ist: Wer eine Akte bei der Verkehrssünderdatei hat, gilt bei den Versicherern nicht als höheres Risiko. Wir fanden in unserer Erhebung im August 2017 nur einen kleinen durchschnittlichen Aufpreis von weniger als 1 Prozent. Alle mit einem Unfall im Vorjahr müssen zusätzlich zu verlorenen Schadenfreiheitsrabatten knapp 5,5 Prozent mehr zahlen, wenn sie ihre Versicherung wechseln.

So gestalten Sie den Vertrag richtig

Während sich niemand Kinder oder Beruf passend für die Kfz-Versicherung aussucht, lässt sich an anderen Merkmalen ein bisschen drehen, um eine günstigere Autoversicherung zu bekommen.

Weitere Fahrer Durch die richtige Angabe weiterer Fahrer lässt sich manchmal erheblich sparen. Die teuerste Variante ist, den Fahrerkreis als unbeschränkt anzugeben. Das kostet im Schnitt 110 Prozent mehr als nur den Versicherungsnehmer als Fahrer zu melden. Der Ehe- oder Lebenspartner kostet keinen Aufpreis. Falls möglich, sollten aber so wenige Fahrer wie möglich auf ein Auto angemeldet werden.

Kilometerleistung Auch bei der Kilometerleistung lohnt es sich, eher vorsichtig zu schätzen als großzügig draufzuschlagen. Denn je mehr Kilometer Sie angeben, desto teurer wird der Versicherungsbeitrag. 15.000 Kilometer im Jahr kosten durchschnittlich 7 Prozent mehr als 10.000 Kilometer. 20.000 sind durchschnittlich 17 Prozent teurer, 25.000 kosten 28 Prozent mehr. Mit diesen Zahlen von August 2017 bestätigen wir unsere Studie aus dem Vorjahr. Die zeigte auch: Vielfahrer zahlen richtig drauf. 35.000 Kilometer waren sogar 51 Prozent teurer als 10.000 Jahreskilometer. Wer zu niedrig geschätzt hat, kann der Versicherung jederzeit Kilometer nachmelden. Dann berechnet diese den Beitrag neu. Übrigens funktioniert das auch in die andere Richtung: Wer zu hoch lag, sollte korrigieren.

Merkmale nachmelden

Ändern sich Merkmale wie gemeldete Fahrer oder Kilometerleistung während des Jahres, sollten Sie dies direkt der Versicherung melden. Bei einem bewussten Versäumnis gibt es möglicherweise Vertragsstrafen. Den Versicherungsschutz verlieren Sie in der Regel aber nicht.

Beitragszahlung Es ist immer ein großer Batzen Geld, der zum Jahresanfang vom Konto verschwindet. Aber es lohnt sich, den Beitrag zur Kfz-Versicherung nur einmal jährlich zu zahlen. Wer stattdessen mehrmals pro Jahr einen Teilbetrag überweist, zahlt drauf. Laut Finanztip-Studie kostet eine vierteljährliche Überweisung durchschnittlich 7,3 Prozent mehr, eine monatliche sogar 8,8 Prozent. Die monatliche Zahlung bieten viele Versicherungen gar nicht an. Wer darauf besteht, schränkt die Tarifauswahl ein. Und die verfügbaren Tarife sind durchschnittlich 20,8 Prozent teurer als die, die einem Kunden bei jährlicher Zahlweise zur Verfügung stehen.

Selbstbeteiligung in der Kaskoversicherung Wer eine Voll- oder Teilkaskoversicherung abschließt, sollte auch eine Selbstbeteiligung vereinbaren. Denn durch einen angemessenen Selbstbehalt lässt sich erheblich sparen. Im Jahr 2016 errechneten wir, dass ein Eigenanteil von 150 Euro in der Teilkaskoversicherung eine Ersparnis von durchschnittlich 22 Prozent bringt. 300 Euro Selbstbeteiligung erhöhten die Ersparnis auf 30 Prozent. In der Vollkaskoversicherung verringert sich die Prämie um durchschnittlich 24 Prozent bei 300 Euro Selbstbeteiligung, um 27 Prozent bei 500 Euro. Finanztip empfiehlt in der Teilkasko einen Selbstbehalt von 150 Euro, in der Vollkasko von 300 Euro.

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So viel kostet der Zusatzschutz zur Haftpflichtversicherung

Der Schutz der Haftpflichtversicherung lässt sich durch einige Zusatzklauseln sinnvoll erweitern. Finanztip hat für einige in der Erhebung im August 2016 ausgerechnet, was der Zusatzschutz kostet.

Erhöhte Deckungssumme Finanztip empfiehlt, bei der Haftpflichtversicherung auf eine erhöhte Deckungssumme zu achten. Statt der gesetzlich vorgeschriebenen 7 Millionen Euro bei Personenschäden zahlt die Versicherung dann bis zu 50 oder 100 Millionen Euro. Dieser Zusatzschutz kostet laut unserer Studie kaum Aufpreis. Die meisten guten und trotzdem günstigen Tarife bieten standardmäßig höhere Versicherungssummen. Wer explizit nach Angeboten ohne diesen erhöhten Schutz sucht, findet nur wenige Basis-Tarife, die darauf verzichten. Diese gehörten in unserem Test dennoch nicht zu den günstigsten Ergebnissen für unsere Muster-Profile. Durch den Verzicht lässt sich dementsprechend nichts sparen.

Mallorca-Police Ähnlich sieht es bei der Mallorca-Police aus. Diese Zusatzklausel hebt die Haftpflicht-Versicherungssumme von Mietwagen im Ausland auf das heimische Niveau an. Die meisten Tarife haben die Mallorca-Police standardmäßig mitversichert, bis auf wenige Basis-Tarife. Auch bei dieser Auswertung waren die Basis-Tarife aber nie das günstigste Angebot.

Schutzbrief – Ein Schutzbrief der Kfz-Versicherung bietet ähnliche Leistungen wie der ADAC oder andere Pannenhilfe-Dienste. Abgedeckt sind in der Regel Pannenhilfe und Abschleppen, außerdem gegebenenfalls Übernahme der Kosten für Übernachtungen oder Mietwagen. Manchmal ist die Übernahme der Kosten durch die Kfz-Versicherung gedeckelt, die Leistungen von anderen Pannendiensten oft umfangreicher. Dafür ist der Schutzbrief in der Kfz-Versicherung erheblich günstiger. Im Durchschnitt verlangt eine Gesellschaft dafür etwa 13 Euro pro Jahr. Die Abweichungen nach oben und unten sind allerdings erheblich.

So viel kostet der Zusatzschutz zur Kaskoversicherung

Auch die Kaskoversicherung lässt sich durch Zusatzklauseln erweitern. Wir haben deren Auswirkungen auf den Preis im August 2016 berechnet.

Grobe Fahrlässigkeit – Wer grob fahrlässig einen Schaden verursacht, bekommt von der Versicherung möglicherweise den Schaden nicht voll erstattet. Um sich dagegen und gegen Streitigkeiten zu schützen, ist es sinnvoll die Klausel "Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit" mitzuversichern. Dann verzichtet der Anbieter auf das Recht, die Auszahlung zu kürzen. Der Zusatzschutz kostet bei den meisten Tarifen keinen Aufschlag. Auch die günstigsten Tarife hatten in unserer Studie die grobe Fahrlässigkeit fast immer eingeschlossen. Bei den wenigen Tarifen im Test, die Varianten mit und ohne diese Klausel boten, lag der Preisunterschied nur bei 2 Prozent.

Freie Werkstattwahl Wer nach einem Kaskoschaden statt der nächstbesten Werkstatt eine Partnerwerkstatt seiner Kfz-Versicherung besucht, bekommt die Versicherung günstiger. Denn Werkstatt und Assekuranz haben in Verträgen Sonderpreise für Reparaturen vereinbart. Für die Versicherung bedeutet das niedrigere Rechnungen, die sie nach einem Schaden begleichen muss.

Den Kostenvorteil gibt sie an ihre Versicherten weiter. Wer die Werkstattbindung akzeptiert, spart in unserer Modellrechnung durchschnittlich 8,5 Prozent, in der Spitze war ein Nachlass von bis zu 20 Prozent drin. Umgekehrt bedeutet das einen Aufschlag von 9,5 Prozent für alle, die freie Werkstattwahl vorziehen.

Wer sich auf die Werkstattbindung einlassen möchte, sollte vorher prüfen, wo die nächste Partnerwerkstatt der Versicherung ist. Besonders auf dem Land sind die Entfernungen manchmal recht groß. Vorsicht gilt auch bei Neuwagen. Verwendet die Werkstatt keine Original-Ersatzteile, kann die Herstellergarantie verloren gehen. Achten Sie daher darauf oder verzichten Sie auf die Werkstattbindung. Meist gar nicht möglich ist die Werkstattbindung bei geleasten oder fremdfinanzierten Autos. Denn Leasing- und Kreditverträge legen meist fest, dass Reparaturen nur in Werkstätten durchgeführt werden dürfen, die vom Hersteller dazu autorisiert wurden.

Marderschäden mit Folgeschäden Marder knabbern gerne an Autoschläuchen. Der Schaden ist in der Teilkasko-Police abgesichert. Geht als Folge der Knabberei allerdings der Motor kaputt, ist das eigentlich nicht versichert. Mit der Klausel „Marderschäden mit Folgeschäden“ lässt sich der Schutz jedoch erweitern. Oft ist die Erstattungssumme der Folgekosten auf 3.000 Euro begrenzt. Viele gute Tarife versichern auch Folgeschäden bereits standardmäßig mit, es kostet also keinen Aufpreis. Bei den wenigen Tarifen ohne diese Klausel kostet der Zusatzschutz durchschnittlich 2,9 Prozent mehr.

Erweiterte Wildschäden Ähnlich sieht es beim Schutz „erweiterte Wildschäden“ aus. Wer sein Auto gegen Unfälle mit Tieren aller Art absichern möchte (nicht nur gegen das übliche Haarwild), bekommt die Zusatzklausel meist kostenlos. Verlangen Anbieter einen Aufpreis, liegt der bei durchschnittlich 2,2 Prozent.

Neuwertentschädigung Die Neuwertentschädigung ist eine Ergänzung zur Vollkaskoversicherung. Bei Totalschaden oder Diebstahl des Autos ersetzt die Kfz-Versicherung für einen bestimmten Zeitraum nicht nur den Zeitwert, sondern den Neuwert des Wagens. Die meisten Anbieter ersetzen den Neuwert 6, 12 oder 24 Monate lang, je nach Vereinbarung. Tarife mit Neuwertentschädigung kosten im Schnitt 10 Prozent mehr.

Pickt man sich allerdings nur die jeweils günstigsten Tarife für unsere Musterprofile heraus, ergibt sich ein anderes Bild: Bei diesen lag der Aufschlag nur noch bei durchschnittlich 1,6 Prozent. Gute und trotzdem günstige Tarife versichern die Neuwertentschädigung meist für mindestens zwölf Monate kostenfrei mit.

Erweiterte Elementarschäden Eine Absicherung gegen erweiterte Elementarschäden wie Lawinen oder Muren (Ströme aus Schlamm und Geröll) kann in Bergregionen oder am Hang sinnvoll sein. Im Schnitt kosteten Tarife mit dem Zusatzschutz gut 28 Prozent Aufpreis. Allerdings hängt dieser stark vom Wohnort ab. In gefährdeten Regionen schlagen Versicherungen deutlich mehr auf als in ungefährlichen Gebieten. In unserem Test lagen die Zusatzkosten für unsere verschiedenen Profile zwischen 0 und 45 Prozent. Zusätzlich verringert sich die Auswahl verfügbarer Tarife erheblich. Viele Anbieter haben den Zusatzschutz anscheinend nicht im Programm.

Sonderausstattung Was genau zur Sonderausstattung eines Fahrzeugs zählt, legt jede Versicherung in ihren Bedingungen fest. Wer aber besondere Ein- und Anbauten an seinem Auto hat, sollte sich um die Absicherung der Sonderausstattung Gedanken machen: Die meisten Anbieter versichern Sonderausstattung bis 5.000 oder 10.000 Euro ohne Aufpreis mit. Wer an oder über den Wert von 10.000 Euro kommt, sollte jedoch genau vergleichen.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

Annika Krempel

Expertin für Versicherungen

Mindestens zwei Internetportale nutzen

  • Vollkasko kann billiger als Teilkasko sein.
  • Versichern Sie grobe Fahrlässigkeit und Mallorca-Police.
  • Werkstattbindung ist sinnvoll und spart Geld.

Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

  • Check24
  • Verivox
  • autoversicherung.de
  • Hannoversche Direkt
  • Huk24

So haben wir untersucht

Im August 2016 haben wir sechs typische Musterprofile erstellt. Für alle sechs Musterprofile haben wir die Preise auf dem Vergleichsportal Nafi-Auto abgefragt. Diese Basisprofile haben wir variiert und dann jeweils die bis zu 30 günstigsten Angebote auf dem Vergleichsportal abgefragt.

Für jedes Musterprofil variierten wir alle Merkmale, so dass jede Merkmalsausprägung einmal für alle sechs Profile abgefragt wurde. Für Merkmale der Kaskoversicherung stellten wir in unseren Musterprofilen ohne Kasko-Police auf Vollkasko um.

Aus den ermittelten Versicherungsangeboten errechneten wir Durchschnittswerte und Differenzen zum Musterprofil oder zur Vollkasko-Version des Musterprofils.

Für die Studie variierten wir an allen sechs Musterprofilen folgende 24 Merkmale:

  • Kilometerleistung: 10.000, 15.000, 25.000 und 35.000 Kilometer
  • Alter: 55, 65 und 75 Jahre
  • Schutzbrief
  • Rabattschutz
  • Zahlweise: jährlich, halbjährlich, vierteljährlich, monatlich
  • Fahrerkreis: Versicherungsnehmer (VN), VN und Partner, VN und Partner und Fahranfänger, unbeschränkt
  • Beamter
  • Wohneigentum
  • erhöhte Deckungssumme
  • Kinderbonus
  • Bahncard
  • Finanzierung
  • Mallorca-Police
  • Versicherungswechsel in vergangenen fünf Jahren
  • grobe Fahrlässigkeit
  • Garage
  • Sonderausstattung
  • erweiterte Elementarschäden
  • Neuwertentschädigung
  • erweiterte Wildschäden (Tiere aller Art)
  • Marderschäden mit Folgeschäden
  • Werkstattwahl
  • Selbstbeteiligung Teilkasko: 0, 150, 300 Euro
  • Selbstbeteiligung Vollkasko: 0, 150, 300, 500, 1.000 Euro mit 150 Euro SB in der Teilkasko

Im August 2017 haben wir einige dieser Merkmale erneut untersucht:

Zusätzlich fragten wir ab:

  • Punkte im Zentralverkehrsregister
  • Vorschäden

Die Vorgehensweise war dieselbe, allerdings fragten wir zehn Profile ab, also vier mehr als 2016. Zusätzlich untersuchten wir, ob Punkte im Verkehrszentralregister oder die Meldung von Vorschäden eine Auswirkung auf den Preis haben.

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Artikel verfasst von

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Garagenrabatt

Mit dem Garagenrabatt erhalten Versicherte, die über eine Garage verfügen, eine finanzielle Vergünstigung bei Abschluss einer Kfz-Versicherung, wie zum Beispiel einer Teil- oder Vollkaskoversicherung. Das ist möglich, da dem Versicherer statistisch geringere Schadensregulierungskosten für Fahrzeuge entstehen, die nicht im Freien, sondern in Garagen untergestellt werden. Denn dadurch können während der Nichtnutzung des Fahrzeuges zahlreiche Schäden vermieden werden, wie zum Beispiel Beschädigungen durch Dritte, durch Unwetter wie umstürzende Bäume oder durch Diebstahl des Fahrzeuges. Das Einsparpotenzial, welches sich daraus ergibt, geben einige Versicherungsunternehmen an die Versicherten in Form des Garagenrabattes in unterschiedlicher Höhe weiter.

Garagenrabatt reduziert regelmäßig die Versicherungsprämie

Der Rabatt wird Versicherungsnehmern prozentual auf die jährliche Versicherungsprämie gewährt. Somit richtet sich die tatsächliche Höhe des Rabatts auch nach der Versicherungsjahresprämie. Wird ein Garagenrabatt von beispielsweise fünf Prozent bei einer Versicherungsprämie von 300 Euro im Jahr gewährt, dann läge die Ersparnis für den Versicherten bei 15 Euro. Ein Garagenrabatt wird dem Versicherten in der Regel während der gesamten Versicherungsdauer ermöglicht, wodurch sich die Ersparnis für den Versicherten mit den Jahren summiert. Zudem ist in der Regel eine Kombination mit anderen Rabattarten möglich, wie beispielsweise mit einem Fahrerkreis- oder Familienrabatt, wodurch ein insgesamt höherer Gesamtrabatt erzielt werden kann.

Voraussetzungen für einen Garagenrabatt

Damit ein Garagenrabatt gewährt werden kann, müssen in der Regel einige Voraussetzungen erfüllt werden. Zu diesen Bedingungen zählt insbesondere, dass es sich um eine abschließbare Garage handelt. Dabei kann es sich um eine Einzel- oder Doppelgarage, genauso wie um eine Tief- oder Sammelgarage handeln. Ein Carport wird bei vielen Versicherungsunternehmen hingegen nicht dazu gezählt, denn dieser ist nicht abschließbar. Denn bei Abstellen unter einem Carport ist das Fahrzeug noch für jedermann zugänglich und unterliegt dadurch äußeren Einflüssen. Daneben muss häufig beachtet werden, dass das alleinige Vorhandensein einer Garage nicht ausreicht, sondern das Fahrzeug sollte darin – je nach Vertrag – tatsächlich vorzugsweise oder sogar ausschließlich in den Nächten abgestellt werden. Zudem variieren die Regelungen von Versicherer zu Versicherer, wodurch nicht immer alle Garagenarten zu einem Rabattabzug führen können.

Ausnahmen von der Abstellregelung in der Garage

Ausnahmen bezüglich der Unterbringung werden aber in der Regel gewährt. Diese Ausnahmen sehen zumeist vor, dass der Versicherungsnehmer bei Fahrten zu anderen Orten, wie beispielsweise beim Besuch der Familie, das Fahrzeug auch außerhalb der Garage platzieren kann. Auch wenn die Garage vorübergehend nicht genutzt werden kann, wie es beispielsweise bei Umbauarbeiten der Fall ist, kann das Fahrzeug nachts auch im Freien abgestellt werden, ohne dass ein Versicherungsverlust droht. Ebenso ist die Vergünstigung durch einen Garagenrabatt nicht gefährdet, wenn das Fahrzeug während des Tages im Freien geparkt wird, denn der Rabatt bezieht sich in der Regel nur auf die Nachtstunden.

Falsche Angaben können zum Verlust des Versicherungsschutzes führen

Bei Abschluss der Versicherung wird in der Regel nicht überprüft, ob tatsächlich eine Garage vorhanden ist. Werden die Angaben bei Nutzung eines Garagenrabatts nicht wahrheitsgemäß beantwortet, dann drohen dem Versicherten im Schadensfall der Versicherungsverlust und zusätzliche Vertragsstrafen. Dies kann auch der Fall sein, wenn Änderungen der Versicherung nicht bekanntgegeben werden, wie beispielsweise bei einem Umzug an einen Standort ohne Garage. Aber auch das regelmäßige Abstellen des Fahrzeuges in der Nacht außerhalb der Garage kann zu einer Tarifanpassung und Strafzahlungen führen.

Источники: http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Was-droht-bei-Antrags-Schummeleien-article11715726.html, http://www.finanztip.de/kfz-versicherung/tarifmerkmale/, http://www.verivox.de/themen/garagenrabatt/

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