Kfz versicherung für frauen

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Gleiche Versicherungstarife für Mann und Frau: Die Folgen des Unisex-Urteils

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Gleiche Versicherungstarife für Mann und Frau

Düsseldorf. Jetzt ist es amtlich. Zwischen Mann und Frau gibt es keinen Unterschied mehr, zumindest nicht bei Versicherungstarifen. Doch der vermeintliche Fortschritt hat seinen Preis. Versicherungspolicen werden auf breiter Front teurer – für Mann und Frau.

Zu dieser kühnen Feststellung hat sich der Europäische Gerichtshof (EuGH) aufgeschwungen. In einem spektakulären Urteil haben die Luxemburger Richter den privaten Versicherungen geschlechtsspezifische Tarife untersagt. Die neuen Unisex-Tarife gelten aber nur für Neuverträge. Der Richterspruch aus Luxemburg war in Schlag ins Kontor der Versicherungsbranche. Er hebelt ein zentrales Prinzip der Privatversicherer aus, den Grundsatz der Risikodifferenzierung.

Bisher hatten Versicherungen die Möglichkeit, für Männer und Frauen in den Tarifen die unterschiedlichen Risiken abzubilden. Für geringere Risiken konnten niedrigere Prämien berechnet werden als für höhere. Im Branchenjargon wurde unterschieden zwischen „guten“ und „schlechten“ Risiken. Frauen mussten in der Kfz-Haftpflicht weniger zahlen als Männer, weil sie nachweislich weniger Schadensfälle aufweisen. Bei Rentenversicherungen waren für Männer die Prämien preiswerter, weil sie statistisch eine geringere Lebenserwartung haben. Kein Mensch hat sich darüber aufgeregt. Jetzt wird alles in einen Topf geworfen. Die neuen Unisex-Tarife sind das Ergebnis einer Mischkalkulation bzw. Quersubventionierung, bei der zwangsläufig immer ein Geschlecht benachteiligt wird. Aber der Reihe nach:

Ab wann und für wen gelten die Unisex-Tarife?

Der Richterspruch aus Luxemburg wird am 21. Dezember 2012 gleichzeitig in allen EU-Staaten wirksam. Von diesem Tag müssen bei Neuverträgen Unisex-Tarife angewendet werden. Das krumme Datum kurz vor dem Jahreswechsel, das dazu noch auf einen arbeitsfreien Samstag fällt, ist auf eine Aufschubfrist zurückzuführen. Bestandsverträge sind von der Neuregelung grundsätzlich nicht betroffen.

Aufpassen müssen allerdings Kunden, die irgendwann einen bestehenden Vertrag ändern wollen. Derartige Änderungen werden ab 21. Dezember wie ein Neuabschluss behandelt. Dagegen schützt die in vielen Altverträgen enthaltene Nachversicherungsgarantie. Verbreitet ist auch eine Veränderungsklausel, die eine regelmäßige Anpassung (Dynamisierung) von Leistung und Beitrag vorsieht. In diesen Fällen gelten bei Änderungen die alten Konditionen.

Welche Versicherungen sind betroffen?

Was sagen Experten zu den Unisex-Tarifen?

Dr. Richard Herrmann, Vorstand der unabhängigen Beratungsfirma Heubeck AG: „Was auf den ersten Blick wie ein Urteil im Sinne der Gleichberechtigung anmutet, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Nachteil für den Verbraucher. Statt mehr Gerechtigkeit bringen Unisex-Tarife höhere Kosten, sowohl für die männlichen wie für die weiblichen Kunden.“ Prof. Jürgen Strobel, Institut für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln:: „Unisex-Tarife sind immer für das Geschlecht interessant, das in dem jeweiligen Tarif als das schlechtere Risiko dargestellt ist. Schlechte Risiken sind für den Versicherer aber teurer. Sie müssen in ihren Kalkulationen berücksichtigen, dass jetzt eventuell mehr dieser schlechten Risiken ihre Produkte kaufen und gerade bei lang laufenden Verträgen Sicherheiten einbauen. Das wirkt sich unvermeidlich auf den Preis aus.

Die Zeitschrift „Finanztest“ hat im September 2012 Tarifinformationen von elf großen Versicherern ausgewertet. Tendenz: Im Schnitt werden die Beiträge steigen. Für Männer werden bei Neuabschlüssen ab 21. Dezember private Rentenversicherungen, Rürup-Rentenversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen und private Pflegezusatzversicherungen deutlich teurer, die Pflegepolicen sogar bis zu 40 Prozent. Die Mehreinnahmen bei den Männern führen aber nicht dazu, dass Frauen nun wesentlich weniger bezahlen müssten. Für sie sinken die Beiträge in diesem Segment nur um wenige Prozentpunkte. Auch die Beiträge zur privaten Krankenversicherung werden für Männer deutlich steigen. Erwartet werden Erhöhungen von bis zu 30 Prozent. Umgekehrt sieht es zum Beispiel bei der Risikolebensversicherung aus. Hier müssen Frauen künftig tiefer in die Tasche greifen. Die Policen werden rund 40 Prozent teurer. Auch Unfallversicherungen für Frauen steigen im Preis. Bisher wurden Frauen grundsätzlich der niedrigen Gefahrengruppe A zugeordnet. Nun kommen sie bei Ausübung eines risikoreichen Berufes in Gruppe B und müssen rund 100 Euro mehr zahlen.

Für wen besteht Handlungsbedarf?

Das Thema Unisex-Tarife kommt für viele Verbraucher überraschend. Aber die meisten können es auch schnell wieder vergessen, denn bestehende Verträge sind nicht betroffen. Für sie gilt Bestandsschutz. Jedenfalls haben die Versicherer viel Zeit gebraucht, um die Unisex-Produkte zu entwickeln. Erst jetzt wird klar, dass das Augenmerk im Moment vor allem den nur noch bis 20. Dezember geltenden Bisex-Tarifen gelten sollte. Sie sind in bestimmten Fällen günstiger als die kommenden Einheitstarife. Für Frauen sind folgende Bisex-Tarife attraktiv: Kfz-Haftpflicht, Kapitallebensversicherung, Risikolebensversicherung, Berufsunfähigkeit. Bei Männern rechnen sich Bisex-Tarife in der privaten Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Rentenversicherung Pflegetagegeldversicherung. Die Unisex-Tarife laufen nicht weg. Experten des Analysehauses Morgen & Morgen rechnen damit, dass die Versicherer ihre neuen Tarife im ersten Halbjahr 2013 noch einmal überarbeiten. Erstens liegen dann Erkenntnisse vor über das Kundenverhalten. Zweitens wird auf Wettbewerbsangebote reagiert.

Was raten die Verbraucherverbände?

Die Verbraucherverbände sehen die neuen Unisex-Tarife mit gemischten Gefühlen. Einerseits begrüßen sie die geschlechtsneutrale Gleichstellung, auf der anderen Seite können sie den Beitragserhöhungen keinen Beifall spenden. Generelle Empfehlung:

Niemand sollte sich zu einem Neuabschluss drängen lassen. Die Versicherer kommen in diesen Tagen mit einer Vielzahl von Unisex-Tarifen auf den Markt. Gleichzeitig sind aber auch noch die Bisex-Tarife im Angebot. Von Übersicht und Transparenz kann keine Rede sein. Hier gilt es, die Angebote bis zum Stichtag 21. Dezember sorgfältig zu prüfen.

Im Internet stehen für Versicherungsprodukte Dutzende Vergleichsrechner zur Verfügung. aber nur wenige sind wirklich unabhängig. Empfehlenswert:

Quellenhinweis: Zeitschrift „Finanztest“ 09/12

Krankengymnastik: Die private Krankenversicherung muss Krankengymnastik, Massagen und Heißluftbehandlungen übernehmen. Allerdings muss sie dafür nur die Preise zahlen, die in Deutschland üblich sind. Sind die Kosten höher, zahlt der Patient die Differenz selbst.

Hier erfahren Sie, worauf Sie beim Wechsel der Autoversicherungen achten müssen.

Ab dem 21. Dezember gelten für Männer und Frauen dieselben Versicherungstarife. Bei manchen Policen – etwa bei Risiko-Lebensversicherungen für Frauen – werden sich dadurch die Preise drastisch ändern. Zügige Vertragsabschlüsse können sich lohnen, bestehende Policen bleiben unberührt.

Kfz-Versicherung : Der Lady-Tarif hat ausgedient

Alle Menschen sind gleich. Soviel zur Theorie – aus Sicht von Versicherungsmathematikern sind Männer und Frauen nämlich äußerst unterschiedliche Wesen. Wer sich davon ein Bild machen wollte, musste bisher nur mal bei einem Kfz-Versicherer anrufen. Dort mussten männliche Autofahrer mit einer kleinen, aber feinen Ungerechtigkeit leben: Beim Abschluss einer Kfz-Versicherung wurden Frauen finanziell bevorteilt. Der Grund: Sie bauen weniger Unfälle. Die Versicherer boten dafür den Lady-Tarif.

Am 21. Dezember ist diese Praxis jedoch Geschichte. Dann beginnt das Zeitalter der Unisextarife. Die Versicherer dürfen das Geschlecht nicht mehr zu einem Faktor bei der Tarifberechnung machen. Der Europäische Gerichtshof ( EuGH ) sah darin eine unzulässige Diskriminierung , die der Gleichstellungsrichtlinie der Europäischen Union widerspreche.

Das Urteil fiel bereits im März 2011, allerdings ergab sich daraus eine Frist bis kurz vor Ende dieses Jahres. Jetzt ist es soweit: Die Versicherer müssen dem Urteil Folge leisten. Die Branche hadert jedoch mit der Entscheidung. „Die Einführung der Unisextarife wird das Prinzip der Äquivalenz von Beitrag und Leistung aufweichen. Und zwar leider ohne dass sich daraus, zumindest aus unserer Sicht, ein Verbesserung für den für den Versicherten ergibt“, sagt Stephan Gelhausen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. „Aus unserer Sicht führen Unisextarife nicht zu einer Gleichberechtigung, sondern zu einer Gleichmacherei.“

Für junge Frauen wird’s elf Prozent teurer

Dass für Männer die Tarife in der Kfz-Versicherung jetzt sinken werden, dürfte ein Trugschluss sein. Die Versicherungsunternehmen werden wohl eher die Tarife der Frauen einfach auf das Niveau der Männer heben – und vielleicht noch ein wenig höher ansetzen. Denn die Versicherungen haben keine Erfahrungen mit Unisextarifen. Daher beruhen die Zahlen, auf deren Basis sie die künftigen Prämien kalkulieren, auf Schätzungen. Um dabei mögliche Fehler und somit Verluste auszugleichen, taxieren die Versicherer den Preis für die künftigen Kfz-Policen von vornherein etwas höher.

Das Beratungsunternehmen Oxera untersuchte in seiner Studie The impact of a ban on the use of gender in insurance die wirtschaftlichen Auswirkungen von obligatorischen Unisextarifen auf die Versicherungskunden. Nach Auswertung von Daten aus verschiedenen europäischen Ländern prognostiziert das Unternehmen bei den Kfz-Versicherungen für junge Frauen Prämienerhöhungen um mindestens elf Prozent.

Eine Frau – vor allem eine Fahranfängerin –, die über die Anschaffung eines Autos nachdenkt, sollte darum nachrechnen, ob sie mit dem Abschluss einer Autoversicherung vor dem 21. Dezember günstiger fährt als mit einer Unisexpolice. Gerade junge Frauen fahren eher vorsichtig und wurden aus diesem Grund bislang mit niedrigeren Prämien belohnt.

In Altverträgen ändert sich nichts

Das EU-Urteil gilt nur für Neuverträge. Die Umsetzung ist in der Praxis ausgesprochen einfach: Die Geschlechtsfrage verschwindet von den Antragsbögen. Männer und Frauen werden nicht mehr risikogemäß bewertet. Schon heute spucken Tarifrechner wie Check24 oder Toptarif stets die gleichen Beiträge aus, wenn eine Frau oder ein Mann im Netz einen möglichst günstigen Versicherer sucht.

Doch auch für die Autohalter mit laufenden Verträgen kann es sich lohnen, jetzt auf Online-Tarifrechnern oder bei der Stiftung Warentest Versicherungsbeiträge zu vergleichen. Sie können bei einem Wechsel oft mehrere hundert Euro im Jahr sparen. In den meisten Fällen muss dann die Versicherung bis Ende dieses Monats gekündigt werden. Das gilt für die Verträge, die zum 31. Dezember ablaufen. Will die Versicherung die Prämie erhöhen, hat aber jeder Versicherte ein Sonderkündigungsrecht und kann auch nach dem 30. November – innerhalb von vier Wochen nach Mitteilung der Versicherung – die Police kündigen.

Die neuen Unisextarife werden bei den Kfz-Versicherungen allerdings geringere Auswirkungen haben als zum Beispiel bei den ebenfalls von der Rechtsprechung betroffenen privaten Renten-, Risikolebens- oder Krankenversicherungen. Denn bei einer Kfz-Versicherung spielen viele geschlechtsneutrale Faktoren eine wichtige Rolle, etwa der Autotyp, der Wohnort oder die Dauer des unfallfreien Fahrens. Zudem lässt sich eine Kfz-Versicherung jedes Jahr ohne Nachteile wechseln. Das sorgt für mehr Wettbewerb.

Ganz neu ist das Prinzip von Unisextarifen übrigens nicht. Der Gesetzgeber führte bei der Riester-Rente bereits 2006 die geschlechtsunabhängige Versicherung ein. Bei der Haftpflichtversicherung spielte es ebenfalls noch nie eine Rolle, ob Herrn Müller oder Frau Schmidt das kostspielige Missgeschick passiert ist.

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    Autoversicherung : Was beim Versicherungswechsel wichtig ist

    Kommentare

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    Was ist gerecht?

    Warum sollten Frauen eigentlich nicht grundsätzlich günstigere Versicherungstarife bekommen? Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass hierzulande Frauen deutlich geringere Einkommen haben als Männer. Günstige Tarife für Frauen anzubieten, ist daher logisch und gerecht.

    Dann gibt es woanders auch keine Baustelle mehr.

    Dann braucht man aber auch nicht mehr dafür zu kämpfen, dass Männer und Frauen auch den gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten.

    Dann haben wir nicht nur ein Ost-/West-Problem (ist schon groß genug) sondern ein ebenso großes Frau-/Mann-Problem (muss nicht noch größer werden!).

    Herr Sommer, ich bitte um Erklärung

    „Die Versicherungsunternehmen werden wohl eher die Tarife der Frauen einfach auf das Niveau der Männer heben – und vielleicht noch ein wenig höher ansetzen. Denn die Versicherungen haben keine Erfahrungen mit Unisextarifen. Daher beruhen die Zahlen, auf deren Basis sie die künftigen Prämien kalkulieren, auf Schätzungen.“

    Sorry, aber das ist doch Unfug!

    Die Versicherer haben die bisher getrennten Tarife ja auch kalkuliert – auf Basis von Unfallzahlen.

    Und das Verhältnis Männer:Frauen ist ja auch bekannt.

    Daraus einen gemeinsamen Tarif zu errechnen ist nun wirklich keine höhere Mathematik.

    Es sei denn, man geht davon aus, daß die Frauen in Zukunft mehr Unfälle verursachen weil ihre Versicherung teurer wird.

    Oder ganz banal:

    Wenn sich die bisherigen, billigeren Frauentarife für die Versicherungen gerechnet haben, dann machen die Versicherungen in Zukunft Zusatzgewinne, wenn die Frauen den teureren Männertarif bezahlen.

    Die Versicherer bedauern was ganz anderes

    „Wenn sich die bisherigen, billigeren Frauentarife für die Versicherungen gerechnet haben, dann machen die Versicherungen in Zukunft Zusatzgewinne, wenn die Frauen den teureren Männertarif bezahlen.“

    Die Versicherungen beklagen sich nur, damit sie dem Kunden nicht unsympathisch werden. „Lieber Kunde, es tut und sooooo Leid, dass wir dir mehr Geld abknöpfen müssen!“ Wer es glaubt. Das ist doch lediglich Manipulation. Der Versicherungswirtschaft geht es derzeit haarstreubend (beispielsweise das BGH-Urteil zu Lebens- und Rentenversicherung vom Juli/12).

    Die Versicherungen freuen sich, verkaufen dem Kunden aber „finden wir nicht gut“. Und die meisten fallen auch noch drauf rein.

    Wenn es tatsächlich ein Bedauern der Versicherer gibt dann dieses: Wir haben keinen guten Stand, uns wird nicht vertraut, immer weniger schließen (unnötige) Versicherungen ab, DARUM geht es uns schlecht. Aber dann tun ihnen das für sich selbst Leid und in keinem Fall für den Kunden.

    Sondertarife für Frauen fallen weg (nicht durch höhere Schäden sondern qua Gesetz) und vorsichtshalber wird der Tarif für alle etwas höher angesetzt als der schlechtere Männertarif vorher. Das nenne ich Extraprofit, denn am Risiko des Geschäfts insgesamt ändert sich nichts.

    Die Versicherer haben keine Erfahrung mit Unisextarifen?

    Wie wär es mit der Quersumme des bisherigen Geschäfts mit Männern und Frauen?

    Das hat nichts mit Gleichberechtigung, sondern mit Mathematik und Fakten zu tun. Wenn Frauen weniger Unfälle bauen und eine leicht zu differenzierende Gruppe sind, warum sollten sie dann nicht weniger Bezahlen müssen?

    Als nächstes wird die Promillegrenze umgewandelt. Weil Frauen aufgrund biologischer Vorraussetzungen Alkohol nicht so schnell abbauen können, ist eine Promillegrenze daher eine unzulässige Diskriminierung. Stattdessen dürfen dann alle unabhängig von Geschlecht und Alter 2 Mass Bier trinken.

    Kfz-Versicherung für Frauen um bis zu 20 Prozent günstiger als für Männer

    Das klassische Bild der Rollenverteilung hinter dem Steuer kommt immer mehr ins Wanken. Nach der neuesten Umfrage der Prüforganisation Dekra glauben nur noch ein Viertel der Deutschen, dass Männer die besseren Autofahrer seien.

    Eine noch deutlichere Sprache sprechen die Verkehrs- und Unfallstatistiken. So gehen heute fast 80 Prozent der im Verkehrszentralregister erfassten Verstöße auf das Konto männlicher Fahrer. Bei weniger als jedem dritten Unfall ist nach dem „Gender Datenreport“ des Bundesfamilienministeriums der Verursacher weiblich. Dieses unterschiedliche Fahrverhalten spiegelt sich auch in den Prämien der Kfz-Versicherungen wider. Nach Recherchen des unabhängigen Verbraucherportals www.toptarif.de fallen Policen für Frauen bis zu 20 Prozent günstiger aus als für Männer.

    „Wegen des geringeren Unfall- und Schadenrisikos sind Frauen bei den Kfz-Versicherungen in der Regel beliebter als Männer“, erläutert Versicherungsexperte Thorsten Bohg von toptarif.de. Gerade bei weiblichen Fahranfängerinnen sein die Policen oft wesentlich preiswerter als bei ihren männlichen Pendants. So zahle beispielsweise ein 23-jähriger Student mit einem Volkswagen Polo, der zwei Jahre unfallfrei gefahren ist, beim größten deutschen Kfz-Versicherer Allianz 1120 Euro für Kfz-Haftpflicht und Teilkasko. Für die Studentin werden laut toptarif.de bei gleichen Voraussetzungen hingegen nur 1026 Euro bzw. 8,4 Prozent weniger fällig. Bei den günstigsten Anbietern am Markt gingen die Preise noch weiter auseinander. Während sich die Studentin bei der Ineas für 499 Euro im Jahr versichern könnten, lieget das günstigste Angebot für den Studenten bei der BavariaDirekt mit jährlich 593 Euro fast 20 Prozent höher.

    Bei größeren und leistungsstärkeren Fahrzeugen steige der Kostenvorteil für Frauen in der Kfz-Versicherung weiter. Mit Blick auf die kommende Wechselsaison in der Kfz-Versicherung kann es somit gerade für Paare und Familien sinnvoll sein, zu überprüfen, inwieweit sich die Übertragung der Kfz-Versicherung auf die Frau lohnt.

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    Источники: http://m.rp-online.de/leben/ratgeber/versicherungen/die-folgen-des-unisex-urteils-aid-1.3060540, http://www.zeit.de/auto/2012-11/autoversicherung-unisex, http://www.auto.de/magazin/kfz-versicherung-fuer-frauen-um-bis-zu-20-prozent-guenstiger-als-fuer-maenner/

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