Hausratversicherung bei mietwohnung

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Hausratversicherung Wer sie braucht, was man zahlt

Ob schöne Möbel, teure Technik oder gute Fahrräder: Wer sein Hab und Gut schützen will, braucht eine Hausratversicherung. Wie teuer die ist, hängt unter anderem von der Lage der Immobilie ab. Entscheidend ist aber auch die Versicherungssumme. Sollte man die Pauschalsumme der Versicherer wählen oder selbst den Hausrat beziffen?

Zurück aus dem Urlaub und die Wohnung ist ausgeräumt. Ein Feuer zerstört das gesamte Haus-Inventar. Ein Rohrbruch setzt das Wohnzimmer unter Wasser. In solchen und ähnlichen Fällen zahlt die Hausratversicherung. Doch nicht jeder braucht eine solche Police. Bevor man den Vertrag unterschreibt, sollte man verschiedene Angebote einholen. Die Preisunterschiede sind enorm.

Ein Brand bedeutet meistens Totalschaden.

"Eine Hausratversicherung ist nicht existenziell", sagt Hajo Köster, Justiziar des Bundes der Versicherten (BdV): "Wenn man nur einen kleinen bescheidenen Haushalt hat, als Student etwa, sehen wir eher keinen Bedarf." Bei einer größeren Wohnung oder gar einem Haus mit Inventar von einigem Wert hingegen könne sich der Abschluss durchaus lohnen.

Die Lage ist entscheidend

Wie bei allen Versicherungen gilt: Ein Tarifvergleich spart Geld. Die Versicherer haben Deutschland nach Risiko-Zonen eingeteilt. In Großstädten ist eine Versicherung teurer als auf dem Land. Aber auch innerhalb der Risikoklassen sind die Unterschiede beträchtlich, wie eine Analyse der Stiftung Warentest aus dem vergangenen Jahr ergeben hat. Sie liegen etwa für eine Großstadt zwischen 107 Euro beim günstigsten Anbieter und 588 Euro beim teuersten. Nicht ganz so groß sind die Unterschiede in einer Kleinstadt: Dort zahlen Kunden beim günstigsten Unternehmen im Test 46 Euro, beim teuersten 211 Euro.

Neben dem Preis kommt es auch auf die Versicherungsbedingungen an. Entscheidend ist, welche Schäden mitversichert sind. Besitzer eines teuren Fahrrads etwa sollten darauf achten, dass dieses bei Diebstahl ersetzt wird. Das erhöht zwar die Versicherungsprämie. "Eine spezifische Fahrradversicherung ist aber sehr viel teurer", erklärt Köster. Außerdem gilt die Hausratpolice für alle Räder des Haushalts, nicht nur für eines. Wichtig ist nach Kösters Meinung auch, Elementarschäden wie Hochwasser abzusichern. Die Versicherung von Glasbruchschäden sei hingegen in der Regel nicht notwendig.

Grobe Fahrlässigkeit ist mitversichert

Schäden durch grobe Fahrlässigkeit waren früher bei Hausratversicherungen grundsätzlich ausgeschlossen. Inzwischen müssen die Versicherer laut Gesetz zumindest einen Teil des Schadens bezahlen, wenn etwa der Kochtopf auf dem Herd stehen gelassen wurde. "Das birgt aber ein riesengroßes Streitpotenzial", erklärt Gabriele Zeugner, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen. Nach der gesetzlichen Neuregelung enden solche Fälle nicht selten vor Gericht. Besser ist es, wenn im Vertrag von Vornherein Schäden durch grobe Fahrlässigkeit mitversichert sind. Meistens gilt dafür aber eine Höchstgrenze.

Grundsätzlich hängt es von der persönlichen Situation ab, was alles abgedeckt werden muss, wie Zeugner erklärt: "Wenn ich kein Aquarium oder Wasserbett habe, dann brauche ich das nicht zu versichern." Wichtig ist, die Versicherungssumme richtig anzusetzen. Hier gibt es für den Versicherungskunden zwei Methoden: Entweder er schätzt selbst den Wert seines Inventars und lässt diese Summe versichern oder er zahlt eine Pauschalsumme pro Quadratmeter.

Die Frage der Versicherungssumme

Wenn man die Versicherungssumme individuell angibt, sollte man den Wert möglichst exakt ausrechnen. Eine zu niedrig angesetzte Versicherungssumme kann nämlich dazu führen, dass man im Schadensfall deutlich weniger Geld ausgezahlt bekommt, wie die Stiftung Warentest vorrechnet: Beträgt die Versicherungssumme etwa 60.000 Euro, aber der Schadengutachter stellt fest, dass der Hausrat 90.000 Euro wert war, wird ein Drittel von der Entschädigung abgezogen – auch wenn es sich nicht um einen Totalschaden handelt. Bei 12.000 Euro Schaden erhält der Kunde also nur 8000 Euro.

Um das zu vermeiden, kann man die Pauschalvariante wählen. Diese liegt bei den meisten Versicherungsgesellschaften bei 650 Euro pro Quadratmeter. Bei einem 120 Quadratmeter großen Haus würde die Versicherungssumme also 78.000 Euro betragen. Im Gegenzug erklären die Versicherer dann einen Unterversicherungsverzicht. Im Versicherungsfall wird also der komplette Schaden bezahlt – maximal bis zur vereinbarten Versicherungssumme.

Trotzdem rät BdV-Justiziar Köster nicht zur Pauschalvariante. Die sei zwar für den Versicherungskunden bequemer, aber dafür auch ungünstiger. "Pauschal ist eigentlich immer daneben." Er empfiehlt vielmehr, seinen Hausrat genau unter die Lupe zu nehmen und so den tatsächlichen Wert des Inventars zu berechnen: "Dann zahlt man auch nicht mehr als nötig." Allerdings ist der Aufwand für den Hauseigentümer oder Mieter sehr hoch.

Mietrecht.org

Eine Hausratversicherung ist keine gesetzliche Pflicht für den Mieter. Durch die vielfältige Absicherung bei Schäden in der Mietwohnung, zum Beispiel durch einen Brand, Wasserschaden, Vandalismus oder sogar einen Einbruch, ist die Hausratversicherung aber in der Regel durchaus sinnvoll. Für Mieter ist es daher eine Überlegung wert, ob sich der Abschluss einer Hausratversicherung im Kosten- Nutzen- Verhältnis lohnt. Manch ein Vermieter will dem Mieter die Entscheidung sogar abnehmen und macht den Versicherungsabschluss zur Pflicht im Mietvertrag.

Ob das zulässig ist und was zu beachten ist, wenn man als Mieter über einen Abschluss der Hausratversicherung nachdenkt erfahren Sie in nachfolgendem Beitrag.

Inhalt: Hausratversicherung für Mieter Pflicht?

I. Braucht man eine Hausratversicherung als Mieter?

Was man braucht oder nicht liegt, auch bei der Hausratversicherung, im Auge des Betrachters: Besitzt man viele Einrichtungsgegenstände von Wert und ist die Mietwohnung besonders groß, ist eine Versicherung für den Hausrat meist keine Frage mehr. Doch auch wenn, der eigene Besitzstand noch nicht so ausgedehnt ist, kann die Versicherung durch den Umfang der Absicherung sinnvoll sein.

Mit einer Hausratversicherung sichert der Mieter alle beweglichen Gegenstände in der Mietwohnung sowie den dazugehörigen Räumen und Gebäudeteilen (z.B. Keller, Garage, Terrasse, Garten usw.) vor folgenden Ereignissen ab:

  • Wasserschaden durch ausgetretenes Leitungswasser
  • Brand und Feuer
  • Vandalismus
  • Diebstahl (Einbruchdiebstahl)
  • Sturm und Hagelschäden

Nicht versichert sind allerdings Schäden am Gebäude oder festen Einrichtungsgegenständen der Mietwohnung. Solche Schäden an der Mietwohnung und Gebäudeteilen, deckt die private Haftpflichtversicherung ab. Umfasst sind hier z.B. Wasserschäden an/in Wänden, kaputte Fensterscheiben, beschädigte Türen, Schäden im Parkett (z.B. tiefen Einschlagdellen durch gefallene Gegenstände), Schäden im verlegtem Teppichboden (z.B. Rotweinfleck) usw..

Eine Hausratversicherung ist daher sinnvoll, wenn man die Einrichtung und die eigenen Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände schützen will.

II. Pflicht zur Hausratversicherung unwirksam

Eine Pflicht zur Hausratversicherung für den Mieter gibt es nicht und kann in Verträgen, die der Vermieter vorformuliert hat, vertraglich nicht vereinbart werden. So kann der Vermieter nicht fordern, dass der Mieter eine Haftpflicht- oder Hausratversicherungen abschließt, damit er eine bestimmte Mietwohnung bekommt. Steht eine derartige Klausel im Mietvertrag, ist sie unwirksam, weil sie für den Mieter völlig überraschend ist und zu einer Übersicherung führt (LG Berlin, Urteil vom 16. September 1992, Az.: 26 O 179/92; Lützenkirchen in: Lützenkirchen, Mietrecht, 2. Aufl. 2015, § 535 BGB, Rn. 459).

Durch eine zusätzliche Versicherungspflicht würde dem Mieter weit mehr auferlegt werden, als das Gesetz fordert. Ein Mieter hat nach nämlich nach dem Zivilrecht bereits eine Mietkaution zu Beginn des Mietverhältnisses zu stellen, um etwaige Schäden in der Mietwohnung abzusichern. Eine weitere Absicherung ist nicht vorgesehen. Zwingt man den Mieter nun zu einer zusätzlichen Versicherung, würde das zu einer unzulässigen Übersicherung führen, die vom Mieter verlangt wird.

Verlangt ein Vermieter daher den Abschluss einer Versicherung im Mietvertrag (oder bereits bei den Vertragsverhandlungen) muss man als Mieter darauf nicht eingehen. Hat man einen solchen Mietvertrag unterschrieben, folgt daraus keine Pflicht zum Abschluss der Hausratversicherung. Die Klausel ist unwirksam und gilt daher nicht.

Es ist dabei egal, wie die genaue Formulierung lautet. Eine Klausel, die in einem Mietvertrag, die dem Mieter auferlegt, „(zu seinem eigenen Schutz) für die Dauer des Mietverhältnisses eine Hausratsversicherung zu ortsüblichen Bedingungen abzuschließen“ ist unwirksam (AG Hamburg, Urteil vom 02. April 1998, Az.: 48 C 602/97).

Weitere Beispiele finden Sie in den Beiträgen:

Die Entscheidung, ob der Mieter eine Hausratversicherung abschließt, kann der Vermieter daher nicht abnehmen, indem er eine Pflicht im Mietvertrag bestimmt.

Ebenso wenig kann der Vermieter eine Hausratversicherung für die Mietwohnung oder das Mietshaus abschließen und in der Nebenkostenabrechnung auf den Mieter umlegen. Eine Umlage ist nur bei Sach- und Haftpflichtversicherungen erlaubt.

III. Lohnt Sich die Hausratversicherung? – Kosten für Mieter

Beispiel: Kosten für eine Hausratversicherung

Eine Hausratversicherung mit einer Deckungssumme von 650 Euro pro Quadratmeter kostet bei einer 80 Quadratmeter großen Wohnung zwischen 40 und 100 Euro im Jahr. Die Kosten für eine Hausratversicherung sind also durchaus überschaubar.

IV. Fazit: Der Mieter hat die Qual der Wahl

Letztendlich verbleibt die Entscheidung, ob eine Hausratversicherung abgeschlossen wird allein beim Mieter. Ein Zwang zum Versicherungsabschluss ist nicht möglich. Je nachdem in welchem Umfang der Mieter einen eigenen Hausrat besitzt, lohnt sich die Versicherung mehr oder weniger.

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T ierhalter haben es nicht leicht, eine Wohnung zu finden. Vermieter und Nachbarn fürchten Lärm, Geruch, Belästigung oder Verunreinigungen in Haus und Garten. „Die Vermieter haben Angst vor möglichen Beschädigungen und dass sich andere Mieter gestört fühlen und die Miete mindern“, sagt Juristin Evelyn Ofensberger vom Deutschen Tierschutzbund. Dabei seien Mietschäden gar nicht so häufig.

Sollte wirklich jemand zu Schaden kommen, zahlt zwar die Haftpflichtversicherung. Viele Fälle deckt sie aber nicht ab. Die verbreitetsten Schadensfälle für Tierhalter seien Haftpflichtschäden, heißt es beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dabei geht es um Fälle wie „Der Hund fällt beim Gassigehen einen anderen Hund oder einen Menschen an“, erläutert Ofensberger. Diese Statistik rührt auch daher, dass sich Tierhalter gegen vieles weitere gar nicht versichern können. Schäden am eigenen Hausrat liegen in ihrer eigenen Verantwortung. Schäden an der Mietwohnung werden nur von der Versicherung übernommen, wenn sie einem plötzlichen Ereignis zuzuordnen sind: „Es geht dabei um die sogenannte spezifische Tiergefahr. Gegen sie können sich Tierhalter haftpflichtversichern“, sagt Ofensberger. Wenn der Tierhalter die Gefahr aber hätte verhindern können, muss er es auch tun. Gegen wiederholte Kratzspuren hilft also keine Versicherung, sondern nur Erziehung. „Die Abnutzung einer Mietwohnung ist normal. Für Schäden durch häufiges Scharren oder Urinieren ist aber der Halter verantwortlich“, sagt Katrin Rüter de Escobar vom GDV. Dass ein Schaden Folge wiederholter, langwieriger Einwirkung ist, stehe wiederum dem üblichen Leistungskatalog von Haftpflichtversicherungen entgegen: „Ein Haftpflichtschaden entsteht plötzlich, unvermittelt, spontan.“ Rennt die Katze bei Fremden eine teure Vase um, ist das so ein Fall. Abnutzungsschäden durch Tiere aber kämen über längere Zeit zustande – und dann zahlt keine Versicherung. Das bestätigte das Amtsgericht Köln: Der Hund der Klägerin hatte in der Mietwohnung Schäden an Tapeten und Türzargen verursacht (Az.: 139 C 580/07). Die Frau wollte rund 600 Euro von ihrer Tierhalterhaftpflichtversicherung haben. In dem Vertrag waren – wie üblich – Ansprüche wegen „Abnutzung, Verschleiß und übermäßiger Beanspruchung“ aber ausgeschlossen. Und so entschieden die Richter: Fotos zeigten, dass es sich nicht um einen „einzelnen Unglücksfall“ handle, sondern um ein wiederholtes Schadenverhalten des Hundes.

So genannte Langwierigkeitsschäden seien nicht versichert, sagt auch Bianca Boss vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg: „Sonst könnte der Mieter ja auch auf Kosten der Versicherung die ganze Wohnung renovieren.“ Tierhalter könnten sich nicht gegen alles absichern – ebenso wenig wie andere Menschen. Bei der Hausratversicherung sei das ähnlich gelagert wie bei der Haftpflicht: „Wenn der Hund in mein Sofa beißt, muss ich das selbst bezahlen. Es ist ja mein Hund, der mich schädigt.“

Vermieter dürfen die Tierhaltung in der Mietwohnung nicht pauschal untersagen. Steht eine solche Klausel im Vertrag, ist sie unzulässig, hat der Bundesgerichtshof in mehreren Fällen entschieden. Denn Tiere, die „von sich aus keine Belästigung“ hervorrufen, darf der Eigentümer nicht ablehnen, erläutert Evelyn Ofensberger, Juristin beim Tierschutzbund. Dazu zählen Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen und Ziervögel. Hunde sind von dieser Regel üblicherweise ausgenommen. Das Amtsgericht Hamburg entschied vor fünf Jahren aber, dass ein kleiner Yorkshire-Terrier nicht abgeschafft werden musste (Az.: 46 C 552/02). Wenn dagegen in einer Wohnanlage die Eigentümer übereinkommen, dass Hunde nicht erwünscht sind, müssen sich auch alle Eigentümer daran halten, entschied der BGH. (Az.: V ZB 5/95)

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Источники: http://mobil.n-tv.de/ratgeber/Wer-sie-braucht-was-man-zahlt-article5060211.html, http://www.mietrecht.org/mietvertrag/hausratversicherung-mieter-pflicht/, http://www.welt.de/welt_print/article3162946/Wenn-Hund-und-Katze-in-der-Wohnung-Schaden-anrichten.html

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