Hausrat unterversicherung

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Unterversicherung

Wenn im Schadenfall die vereinbarte Versicherungssumme niedriger ist als der tatsächlich vorhandene Wert Ihres Hausrates, liegt eine Unterversicherung vor. Ihr Hausratwert beträgt beispielsweise 80.000 Euro, die Versicherungssumme Ihrer Hausratversicherung aber nur 55.000 Euro.

Bei einem Schaden erfolgt die Berechnung der Entschädigungsleistung nach dem Verhältnis der Versicherungssumme zum Versicherungswert. Die vereinbarte Versicherungssumme erhöht sich aufgrund der zugrundeliegenden Vorsorgeklausel um 10 %.

Die Höhe der Entschädigung wird folgendermaßen berechnet:

Die auszuzahlende Entschädigungsleistung würde also wie folgt ermittelt:

Da hier Unterversicherung vorliegt, hat der Versicherer berechtigterweise den Schaden nicht in voller Höhe ersetzt, sondern nur 9.075 Euro.

Nach langer Vertragslaufzeit kann es vorkommen, dass die ursprünglich vereinbarte Versicherungssumme aufgrund von Neuanschaffungen nicht mehr ausreicht. Um dies zu verhindern wird die Versicherungssumme gemäß den zugrundeliegenden Versicherungsbedingungen jährlich angepasst:

Bei älteren Versicherungsbedingungen (VHB 74) ist dies nicht der Fall und Sie sollten, sofern Sie eine Hausratversicherung nach diesen alten Bedingungen haben, unbedingt Ihre Versicherungssumme prüfen und anpassen.

Kein Abzug wegen Unterversicherung

Die Versicherer verzichten im Schadenfall auf die Prüfung ob Unterversicherung vorliegt und auf die Kürzung der Entschädigungsleistung wenn:

  • der Versicherungsnehmer die Wohnfläche der Wohnung korrekt angibt und pro Quadratmeter Wohnfläche eine bestimmte Mindestversicherungssumme vereinbart (Diese Mindestversicherungssumme variiert zwischen 650 Euro und 670 Euro)

Die Versicherungssumme soll dem vorhandenen Versicherungswert entsprechen. Sollten ggf. 650 Euro – 670 Euro nicht ausreichen, müsste die Versicherungssumme entsprechend dem tatsächlich vorhandenen Versicherungswert angepasst werden.

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Versicherungssumme in der Hausratversicherung

Wie Sie eine Unterversicherung vermeiden

  • Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2017
  • Von: Annika Krempel

Das Wichtigste in Kürze

  • Ist die Versicherungssumme zu niedrig gewählt, ersetzt die Hausratversicherung Schäden nur anteilig.
  • Bei einem Unterversicherungsverzicht ersetzt die Versicherung Schäden voll.
  • Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Versicherungssumme dem tatsächlichen Wert Ihres Hausrats entspricht.
  • Mit unserer Wertermittlungstabelle (Excel-Dokument) gelingt die Schätzung am besten.

Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Hausratversicherung immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Die Versicherungssumme einer Hausratversicherung sollte dem Wert des Besitzes entsprechen. Ist sie zu niedrig gewählt, etwa weil der Versicherte Beiträge sparen will, bekommt er den Schaden möglicherweise nicht voll ersetzt.

Mehr dazu im Ratgeber Hausratversicherung

Annika Krempel

Expertin für Versicherungen

Schützen Sie Ihr Hab und Gut

  • Nutzen Sie Vergleichsportale im Internet.
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  • Versichern Sie sich auch gegen grobe Fahrlässigkeit und Rauch- und Rußschäden.

Von uns empfohlene Portale:

  • Mr-Money
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Versicherung ersetzt anteilig

Eine Unterversicherung besteht, wenn der Wert (meist der Neuwert) der versicherten Haushaltsgegenstände höher ist als die Versicherungssumme. Die Versicherung muss den Schaden dann nur anteilig erstatten. Die Berechnung erfolgt nach dem Verhältnis der Versicherungssumme zum tatsächlichen Wert des Hausrats. Ein Beispiel: Im Vertrag ist eine Versicherungssumme von 50.000 Euro vereinbart. Tatsächlich ist der Hausrat aber rund 100.000 Euro wert. Nun läuft die Waschmaschine aus, überschwemmt Teile der Wohnung, und es entsteht ein Schaden in Höhe von 20.000 Euro. Weil die Versicherungssumme nur die Hälfte des wahren Wertes beträgt, wird der Schaden auch nur zur Hälfte ersetzt. Obwohl der Schaden kleiner war als die Versicherungssumme, erhält der Versicherte nur 10.000 Euro, weil er unterversichert war.

Das lässt sich vermeiden, wenn Sie die Versicherungssumme für Ihren Hausrat hoch genug ansetzen. Mit unserer Wertermittlungstabelle (Excel-Dokument) für Hausrat gelingt die Schätzung am besten. Außerdem sollten Sie bei großen Veränderungen die Versicherungssumme prüfen – besonders bei Umzügen oder Erbschaften. So lässt sich nicht nur eine zu niedrige, sondern auch eine zu hohe Versicherungssumme ausschließen, denn von der haben Sie im Zweifel auch nichts.

Unterversicherungsverzicht bei pauschaler Berechnung

Einfacher als den Wert des Hausrates zu prüfen, ist es, eine Versicherung mit einer pauschalen Absicherung abzuschließen. Beim gängigen Quadratmeter-Modell wird jeder Quadratmeter der Wohnung pauschal meist mit 650 Euro versichert. Eine Wohnung mit 80 Quadratmetern kommt somit auf die Versicherungssumme von 52.000 Euro. Die Regel passt auf die meisten durchschnittlichen Haushalte. Auch die Versicherer bevorzugen diese Pauschale, weil sie den Verwaltungsaufwand deutlich reduziert.

Das Quadratmetermodell hat den Vorteil, dass Versicherungen in der Regel eine Unterversicherung im Vertrag ausschließen. Das bedeutet: Ist der Hausrat mehr wert als mit der Pauschale berechnet, ersetzen sie trotzdem den vollen Schaden, statt ihn anteilig zu berechnen. In den Versicherungsbedingungen heißt diese Klausel „Unterversicherungsverzicht“.

Haben Versicherungen diese Klausel in der Police, ersetzen sie den Schaden in voller Höhe, sofern folgende drei Bedingungen erfüllt sind:

  • Bei Eintritt des Versicherungsfalles entspricht die tatsächliche Wohnfläche dem in der Police eingetragenen Wert.
  • Die vereinbarte Versicherungssumme ist höher als oder gleich der pauschalen Versicherungssumme.
  • Es gibt keine weitere Hausratpolice für denselben Versicherungsort ohne Unterversicherungsverzicht (zum Beispiel bei Paaren, die zusammengezogen sind).

Menschen, die einen deutlich höherwertigen Haushalt besitzen, sollten die Versicherungssumme trotz Unterversicherungsverzicht entsprechend erhöhen. Denn bei einem Totalschaden ersetzt die Hausratversicherung höchstens die maximale Versicherungssumme.

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Artikel verfasst von

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Was bedeutet Unterversicherung in der Hausratversicherung?

Warum ein Extra-Artikel zur Unterversicherung in der Hausratversicherung, wo es doch hier schon einen Artikel zur Unterversicherung in der Gebäudeversicherung gibt? Ganz einfach: Weil sich die Regelungen drastisch unterscheiden.

Viele Verbraucher haben zwar schon einmal von dem Begriff der „Unterversicherung“ im Zusammenhang mit einer Hausratversicherung gehört. Zur Erinnerung: Bei der Hausratversicherung geht es um die Absicherung des Inventars eines privaten Haushaltes – also aller Sachen, die dem Haushalt zum Gebrauch oder Verbrauch in privater Nutzung dienen und (als Faustformel) nicht fest mit dem Gebäude verbunden sind. Aber wie war das mit der Unterversicherung und dem Unterversicherungsverzicht noch?

Zusammgefasst: Ist am Schadenstag Ihr Hausrat deutlich mehr wert, als die Versicherungssumme beträgt, kann der Versicherer im Schadensfall die Erstattung im gleichen Verhältnis kürzen. Selbst wenn Sie aber einen Unterversicherungsverzicht vereinbart haben, zahlt der Versicherer jedoch nicht mehr als die Versicherungssumme + einen Vorsorgebetrag + bestimmte Kostenpositionen. Der Unterversicherungsverzicht macht sich in der Hausratversicherung also nur bei Teilschäden bemerkbar.

Das Beispiel zweier Haushalte erläutert den Sachverhalt und die drastischen Auswirkungen, wenn man mit dem Kleingedruckten nicht vertraut ist:

In einem Mehrfamilienhaus gibt es zwei Wohnungen mit identischem Zuschnitt, beide mit 120qm Wohnfläche. Beide Haushalte sind zufällig beim gleichen Versicherer im gleichen Tarif versichert. Bei beiden Haushalten wurde die Versicherungssumme nach dem Wert berechnet, den der Versicherer als Mindestsumme pro qm Wohnfläche vorgibt, um einen Unterversicherungsverzicht zu gewähren. In beiden Fällen sind das 650.- € pro qm, also bei 120 qm Wohnfläche je 650 x 120 = 78.000 EUR Versicherungssumme. Beide Haushalte haben also gleiche Verträge mit gleichen Versicherungssummen und bezahlen auch die gleiche Versicherungsprämie. Durch einen Rohrbruch im Dachgeschoß, der wegen eines Feiertages erst nach zwei Tagen erkannt wird, werden beide Wohnungen quasi unbewohnbar – alles ist pitschenaß, aufgeweicht, aufgequollen, unbrauchbar: Totalschaden? In der Folge versuchen Bewohner und Sachverständige, die Höhe der zerstörten und unbrauchbaren Gegenstände zusammenzustellen. Die Bewohner der einen Wohnung kommen auf eine Summe von 69.000 EUR, die voll vom Versicherer ersetzt werden (Teilschaden). Die Bewohner der anderen Wohnung kommen zu ihrem eigenen Erstaunen auf eine Summe von 110.000 EUR (Totalschaden): Allein die Naturholz-Einbauküche schlägt hier mit 20.000 EUR zu Buche und eine wertvolle Hamond-Orgel mit 30.000 EUR – schließlich geht es ja um den Neuwert, also die Summe, die man benötigt, um neuwertigen Ersatz zu beschaffen. Auch diese Bewohner rechnen, wie bei den Nachbarn bereits geschehen, mit einer vollen Erstattung durch den Versicherer. Zu ihrem Entsetzen zahlt dieser jedoch „nur“ 85.800 EUR: Die Versicherungssumme + 10% „Vorsorge“. Auf den restlichen 24.200 EUR bleiben sie sitzen. Wie das?

Die gesetzliche Grundlage für die Unterversicherung finden Sie zwar im Versicherungsvertragsgesetz im § 75. Nur hier hat der Versicherer ja gerade auf den Einwand der Unterversicherung verzichtet. Fündig wird man hingegen in den dem Vertrag zu grunde liegenden Versicherungsbedingungen. Hier beispielsweise die GDV_VHB_2008_VS – Musterbedingungen des GDV. Dort finden Sie im § 9 die Regelungen zum Versicherungswert und zur Versicherungssumme und im § 12 die Regelungen zur Entschädigungsberechnung und Unterversicherung. Alles entscheidend ist hier der Absatz 4:

Die Entschädigung für versicherte Sachen einschließlich versicherter Kosten ist je Versicherungsfall (…) auf die vereinbarte Versicherungssumme (…) einschließlich Vorsorgebetrag (…) begrenzt (…).“

Obwohl also die Versicherungssumme der Hausratversicherung so berechnet wurde, dass der Versicherer keine Unterversicherung geltend machen kann, muss er dennoch nicht etwa den Totalschaden in beliebiger Höhe übernehmen. Daher ist es besonders wichtig, sich genau ein Bild darüber zu machen, was der eigene Hausrat wirklich neu wert ist: Der Versicherer sieht es nicht, ein Vermittler guckt nicht in jede Schublade und ein Vergleichsrechner zur Hausratversicherung im Internet fragt einfach nur nach einer Zahl. Ob die stimmt, ist Ihr Bier.

Источники: http://www.versicherung-vergleiche.de/hausratversicherung/unterversicherung.htm, http://www.finanztip.de/hausratversicherung/unterversicherung/, http://www.helberg.info/blog/2011/01/was-bedeutet-unterversicherung-in-der-hausratversicherung/

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