Hausrat einbruch

0
171

Diebstahl und Einbruch: Schadensregulierung in der Hausratversicherung

Wohnungseinbrüche ereignen sich wesentlich öfter, als die meisten Personen vermuten. Dabei sprechen die Einbruchsstatistiken eine deutliche Sprache: In Deutschland wird häufig eingebrochen. Vor allem in den Großstädten schlagen Diebe gerne zu. Am größten ist das Risiko im Herbst und Winter, weil es früh dunkel wird. Aber auch während der Sommerferien ergreifen zahlreiche Kriminelle die Chance, um in die Häuser und Wohnungen von Personen einzudringen, die sich augenblicklich im Urlaub befinden.

Unterschied zwischen Diebstahl und Einbruch

Rechtlich betrachtet ist ein Diebstahl nichts anderes als die unberechtigte Inbesitznahme von Dingen, an denen man kein Eigentum verfügt. Hausratversicherungen decken das Risiko des so genannten Einbruchdiebstahls ab. Ein Einbruchdiebstahl liegt vor, wenn Türen oder Fenster mit Werkzeugen oder gar mit Gewalt geöffnet werden, um somit Zugang zu Räumen zu erhalten und die darin befindlichen Sachen zu stehlen.

Ergänzend deckt die Hausratversicherung auch das Risiko des Raubes ab. Ein Raub liegt vor, wenn Kriminelle die Herausgabe von Wertsachen oder anderen Sachen fordern und dabei mit Gewalt drohen. Allerdings leisten die Versicherer nur dann eine Entschädigung, wenn die Lage für den Versicherungsnehmer bedrohlich gewesen ist bzw. ihm offensichtlich gedroht wurde. Trickdiebstahl ist hingegen nicht versichert.

Verhalten im Schadensfall

Betroffene sind oft schockiert, wenn sie feststellen müssen, dass sie bei ihnen zu Hause eingebrochen wurde. Doch nicht immer ist ein Einbruchdiebstahl auf den ersten Blick ersichtlich. Etliche Diebe schlagen sehr gezielt zu, indem sie ausschließlich wenige aber dafür wertvolle Sachen entrichten. Es muss nicht zwangsläufig ein Bild der Verwüstung entstehen. Manchmal werden Einbrüche erst bemerkt, obwohl man sich bereits seit mehreren Stunden zu Hause aufgehalten hat.

Wird ein Schaden festgestellt, ist es ungemein wichtig, die Polizei zu informieren. Dies ist eine Obliegenheit des Versicherungsnehmers. Er muss die Gesetzeshüter informieren, Anzeige erstatten und zu Protokoll geben, welche Dinge gestohlen wurden. Diese Verfahrensweise ist wichtig, denn womöglich wird das Diebesgut später noch sichergestellt.

Zugleich ist es erforderlich, den Versicherer über den Einbruchdiebstahl oder Raub zu informieren. Die Schadensmeldung sollte nicht zu spät abgegeben werden. Am besten man setzt sich taggleich mit dem Versicherer in Verbindung. Zunächst ist es möglich, den Schaden telefonisch zu melden. Eine schriftliche Meldung des Schadens sollte jedoch grundsätzlich folgen.

Je nach Umfang des Verbrechens kann es passieren, dass die Polizei vor Ort erscheint oder sich ein Inspektor des Versicherers den Tatort ansehen möchte. Dementsprechend dürfen die Opfer nicht zu früh mit dem Aufräumen beginnen, womöglich zerstören sie dabei Spuren, die bei der Ermittlung der Diebe hilfreich sind.

Umfang der Entschädigung

Bei Einbruchdiebstahl gelten Entschädigungsgrenzen, die je nach gewähltem Tarif unterschiedlich hoch bemessen sind. Etliche Versicherer entschädigen bis 20.000 Euro – auch wenn die eigentliche Versicherungssumme höher liegt. Ungesichert aufbewahrte Wertsachen sind häufig nur bis 500 Euro versichert. Erfolgt die Aufbewahrung in einem Wertschutzschrank, so gilt eine deutlich höhere Entschädigungsgrenze.

Der Versicherer ersetzt aber keinesfalls nur den gestohlenen Hausrat. Auch Kosten, die aus dem Aufräumen oder der Reparatur von Türen oder Fenstern resultieren, werden getragen. Allerdings müssen vorhandene Beschädigungen zweifelsfrei auf einen Einbruch oder Einbruchversuch zurückzuführen sein.

Hausrat- und Gebäudeversicherung, wer zahlt was nach dem Wohnungseinbruch?

Bei einem Wohnungseinbruch werden Türen oder Fenster aufgebrochen und oft stark beschädigt. In der Wohnung findet der Inhaber häufig weitere Spuren von Verwüstung. Schubladen wurden gewaltsam geöffnet, Regale umgestoßen und Hausrat liegt, wenn er nicht gestohlen wurde, oft stark beschädigt zwischen den Überresten des Mobiliars. Anders als die emotionalen Verletzungen, die der Einbruch hinterlässt, können materielle Schäden bei entsprechender Vorsorge durch Versicherungen abgemildert werden. Schauen wir uns einmal an, wer für die Beseitigung der Schäden und den Ersatz des Hausrates zuständig ist?

Hausratsversicherung und Gebäudeversicherung

Ein typischer Fall aus unserer Verwalterpraxis: Die Mieterin meldet einen Kellereinbruch. Die aufgebrochene Kellertür muss repariert werden, die nächste Frage gilt dem Ersatz der gestohlenen Gegenstände. Hierfür wäre doch der Vermieter über seine Gebäudeversicherung zuständig, für die zahle sie ja über die Nebenkostenabrechnung. Ärger und Enttäuschung waren groß, als wir der Mieterin erklärten, dass ihr Hab und Gut weder von der Gebäudeversicherung des Eigentümers noch vom Eigentümer selbst ersetzt wird, nur die zerstörte Kellertür wird von der Versicherung des Eigentümers übernommen.

Einbruchsschäden können durch die Hausratsversicherung oder eine Gebäudeversicherung abgedeckt sein. Beim Einbruch in eine Mietwohnung ist zunächst die Hausratversicherung des Mieters Ansprechpartner, sie kommt für die Regulierung aller Schäden, die mit dem Hausrat in direkter Verbindung stehen, auf. Dazu gehören auch vom Einbrecher verursachte Schäden an Türen und Fenstern, wenn diese den versicherten Hausrat direkt „umschlossen“ haben.

Eine Gebäudeversicherung schließt der Eigentümer eines Wohnobjekts, also der Vermieter, ab. Grundsätzlich gehört Einbruchsdiebstahl nicht zu den von einer Gebäudeversicherung umfassten Schadensrisiken. Hinsichtlich der bei einem Einbruch häufig vorgefundenen Schäden an Fenstern und Türen des Wohnobjektes besteht allerdings bei den meisten Versicherungen die Möglichkeit, diese Schäden mit einzuschließen. Vermieter benötigen deshalb eine Gebäudeversicherung mit Deckungsschutz für Einbruchschäden, denn nicht jeder Mieter ist hausratversichert. Die Gebäudeversicherung des Vermieters zahlt dann Einbruchsschäden an einzelnen Wohnungen, nicht den gestohlenen oder zerstörten Hausrat, wenn der Mieter nicht versichert ist.

Kann mir der Vermieter den Abschluss einer Hausratversicherung vorschreiben?

Zum Abschluss einer Hausratversicherung ist kein Mieter verpflichtet. Sie ist jedoch neben der privaten Haftpflichtversicherung die wichtigste Versicherung, die jeder Bürger abschließen sollte. Im Schadensfalls (egal ob Feuer, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl, Vandalismus, Sturm und Hagel), kommt sie für den Verlust oder die Zerstörung des eigenen Hausrates auf.

Um den oben genannten Ärger mit den Mietern im Schadensfall zu vermeiden, möchten viele Vermieter ihre Mieter deshalb vertraglich zum Abschluss einer Hausratversicherung verpflichten. Der Deutsche Mieterbund betrachtet eine solche Klausel in einem Mietvertrag für unwirksam. Bei Abschluss eines Mietvertrages kann der Nachweis einer Hausratversicherung jedoch über eine Individualvereinbarung zwischen Mieter und Vermieter vereinbart werden.

Was muss ich nach einem Einbruch in die Wege leiten?

Ob hausratversichert oder nicht, zunächst muss der Mieter den Einbruch- oder Einbruchversuch der Polizei anzeigen.

Besteht eine Hausratversicherung, muss der Mieter ihr den vollständigen Schaden, auch Beschädigungen an Türen oder Fenstern, melden. Bei gestohlenen Gegenständen ist dabei das Vorhandensein einer Wertgegenstandsliste, in der alle Hausratgegenstände vermerkt sind, hilfreich.

Wenn sie noch überlegen, ob sich eine solche Versicherung für sie lohnt, sollten sie sich die Zeit nehmen und für ihren Hausrat einmal eine solche Aufstellung anfertigen. Kleidung, Möbel, Kücheneinrichtung, Elektrogeräte – vermerken sie alle Gegenstände in ihrer Wohnung mit ihrem Anschaffungswert. Sie werden bei der Addition überrascht sein, wie viel Geld sie für die Neuanschaffung ausgeben müssen.

Besteht keine Hausratversicherung, kann der Mieter zumindest verlangen, dass die Einbruchsschäden an Fenstern und Türen durch den Vermieter beseitigt werden. Weil es zu seinen mietvertraglichen Hauptpflichten gehört, hat der Vermieter unmittelbar nach dem Einbruch dafür zu sorgen, dass Türen und Fenster der Wohnung wieder verschlossen werden können. Er muss eine Notreparatur veranlassen, sobald die Polizei ihre Ermittlungen am Tatort beendet hat.

Wenn der Eigentümer so weitsichtig war, die Gebäudeversicherung um “Gebäudebeschädigungen durch unbefugte Dritte” zu erweitern, übernimmt die Gebäudeversicherung den Ausgleich für Schäden am Haus, wenn der Mieter nicht versichert ist. Andernfalls muss der Vermieter die Reparaturkosten aus eigener Tasche bezahlen.

Schadensersatz für gestohlene Wertgegenstände kann der nicht versicherte Mieter weder von seinem Vermieter noch von der Gebäudeversicherung verlangen. Die Kosten der erweiterten Gebäudeversicherung tragen im Regelfall die Mieter, weil sie als Nebenkosten anteilig umgelegt werden.

Grundsätzliche Voraussetzungen für den Versicherungsschutz

Ein Einbruchdiebstahl ist aus versicherungsrechtlicher Sicht nur dann gegeben, wenn eine nichtberechtigte, „dritte“ Person in eine abgeschlossene Wohnung oder abgeschlossene Geschäftsräume eingedrungen ist, um dort befindliche Gegenstände zu stehlen. Weil Einbruchsdiebstahl und Vandalismus häufig Hand in Hand gehen, werden auch Vandalismusschäden im Versicherungsrecht zu den Einbruchsschäden gerechnet. Häufig kommt es zu Vandalismus, wenn die Erwartungen der Einbrecher enttäuscht werden und weniger wertvolle, weiter veräußerbare Gegenstände gefunden werden als angenommen.

Ein Versicherungsfall gilt dann als eingetreten, wenn durch Spuren von Gewaltanwendung nachgewiesen wird, dass ein Einbrecher in Haus oder Wohnung gelangt ist. Fehlen Spuren des gewaltsamen Öffnens an Haustür, Verandatür oder Fenstern, geht die Versicherung davon aus, dass dem Einbrecher das Betreten der Wohnung durch Nachlässigkeit des Inhabers ermöglicht worden sein könnte. Nicht verschlossene Eingangstüren, angeklappte Fenster und leicht zu findende Schlüsselverstecke gelten als Obliegenheitsverletzungen des Geschädigten und führen dazu, dass die Versicherung von der Haftung befreit wird. Das Oberlandesgericht Köln hat deshalb bereits im Jahr 2010 entschieden, dass Hausratversicherungen bei Wohnungseinbrüchen ohne Spuren eines gewaltsamen Eindringens nur dann Schadensersatz leisten müssen, wenn der Versicherte nachweist, dass ihm ein Wohnungsschlüssel gestohlen worden ist.

Neben der Verpflichtung, Türen und Fenster immer sorgfältig zu verschließen, wenn er die Wohnung verlässt, treffen den Versicherungsnehmer bei einem Einbruch noch weitere Obliegenheiten. Dazu gehört es, dass der Bestohlene, nachdem er den Einbruch entdeckt hat, unverzüglich alles tut, was der Polizei die Ermittlungen erleichtert. Wichtig ist es, kurzfristig eine Bestandsliste mit allen Gegenständen, die entwendet worden sein könnten, aufzustellen und der Polizei zur Verfügung zu stellen. Falls Personen mit Diebesbeute festgenommen werden können, soll kurzfristig zu klären sein, ob Wertgegenstände aus der Wohnung des Versicherungsnehmers dabei sind.

Berechnung des zu ersetzenden Schadens – Zeitwert, Neuwert

Für die Sparfüchse der Zeitwert

Hier kann die zu zahlende Versicherungsprämie etwas gesenkt werden. Für die Berechnung des von der Versicherung auszugleichenden Schadens wird der jeweilige Zeitwert der gestohlenen Gegenstände angesetzt. Bei technischen Gegenständen kann der Zeitwert deutlich von dem Kaufpreis abweichen, zu dem sie vor wenigen Jahren angeschafft worden sind. Die ständige Neuentwicklung führt zu schnellem Preisverfall.

Auf der sicheren Seite mit dem Neuwert

Mit dem Neuwert wird der Wiederbeschaffungspreis der versicherten Gegenstände im neuwertigen Zustand bezeichnet. Die Versicherung ist demnach verpflichtet, den Wert zu ersetzen, den der gestohlene Gegenstand hätte, wenn er zum Zeitpunkt des Einbruchs neu angeschafft werden müsste.

Bei Schmuck und Kunstgegenständen ist ein Nachweis des Wertes erforderlich. Gegenstände von hohem ideellen Wert können nur mit dem tatsächlichen Sachwert veranschlagt werden. Für den Ersatz von Urkunden und ähnlichen Dingen, bei denen der Wert sich deutlich vom Materialwert abhebt, werden Pauschalen angewendet.

| Der Mietvertrag

Top 5 Mietvertrag

Neu auf der Seite

Aktuell wird gelesen

  • Vorlage zur ordentlichen Kündigung des Mietverhältnisses durch den Vermietervor 4 Sekunden
  • Abrechnungs- & Widerspruchsfrist zur Nebenkostenabrechnungvor 15 Sekunden
  • Die Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmietevor 47 Sekunden

Seit 1992 sind wir gemäß unserem Motto „persönlich & fair“ erfolgreich tätig. Wir vermieten, verkaufen, verwalten und bewerten Immobilien aller Art. Langjährige Erfahrung, beste Marktkenntnisse, ein bundesweites Netzwerk und unser Engagement sind Ihre Vorteile und unsere Kompetenz.

Die Hausrat-Versicherung greift nach einem Einbruch

Sicheres Zuhause Ist mein Hausrat noch richtig versichert?

Quelle: Getty Images/Blend Images/JGI

D en Computer und das Geld haben sie mitgenommen. Das Lieblingssofa, den Familienschmuck und sogar die Fotoalben. Alles weg. Erinnerungen an ein ganzes Leben. „Als ich abends nach Hause kam, stand die Tür weit offen und die ganze Wohnung war verwüstet“, erzählt Susanne H. noch immer fassungslos.

Die Nachbarn hätten nichts bemerkt und natürlich habe sie die Balkontür geschlossen. Zum Glück. Denn geklaute oder beschädigte Gegenstände und – bis zu einer bestimmten Summe – auch Bargeld ersetzt im Falle eines Einbruches die Hausratversicherung.

Allerdings hat auch der Versicherungsnehmer Pflichten. Vor dem Verlassen der Wohnung müssen Fenster und Türen geschlossen oder sogar abgeschlossen werden. Gelangt der Einbrecher nämlich durch ein offenes oder gekipptes Fenster in die Wohnung, leistet die Versicherung im Normalfall nicht.

„Drei Viertel der Deutschen haben eine Hausratversicherung“, sagt Annegret Jende von der Stiftung Warentest. Sie sei eine der beliebtesten Versicherungen überhaupt. Und im Prinzip einfach zu verstehen. Wären da nicht die verschiedenen Tarife und Klauseln, die Regeln und Ausnahmen.

Der Neuwert wird ersetzt

Grundsätzlich wichtig sei, seinen Versicherungsschutz alle paar Jahre zu überprüfen, sagt Jende. „Manchmal schafft man ja neue Dinge an und hat das gar nicht mehr auf dem Schirm.“ Die Hausratversicherung zahle, „für alles was heraus fallen würde, wenn Sie das Haus auf den Kopf stellen und schütteln würden.“

Möbel, Bilder, Gardinen, Vorhänge, Teppiche, Tapeten, Bücher. Elektrogeräte, Kleidung, Wäsche, Uhren. Aber auch Wertgegenstände wie Schmuck und Bargeld, Kunstwerke oder Antiquitäten. Bei einem Einbruch oder Einbruchsversuch komme die Versicherung aber auch für die Reparatur entstandener Schäden an Türen und Fenstern auf.

Versicherte müssen allerdings nachweisen können, dass die als gestohlen gemeldeten Dinge tatsächlich auch in ihrem Besitz waren. Am besten sollte man Rechnungen aufheben und teure Gegenstände fotografieren. „Eine Inventarliste aufstellen und einfach mal die Schranktür öffnen und alles abfotografieren“, rät Jende.

„Fotos oder Belege sind immer gut. Das macht es den Gutachtern einfacher.“ Für die Zahlung sei nicht maßgeblich, wie alt ein Gegenstand war. „Ersetzt wird der Neuwert, damit ein Gegenstand der gleichen Art und Güte angeschafft werden kann.“

Kaufnachweise besorgen

Betroffene erhalten also das Geld, das die sie benötigen, um Möbel, Geräte und anderen Hausrat in gleicher Qualität neu zu kaufen, zum aktuellen Marktpreis inklusive technischer Neuerungen. Diese Regelung hat Susanne H. immerhin einen neuen Computer beschert, der technisch dem aktuellen Stand entspricht. Denn das gleiche Gerät war im Handel nicht mehr zu bekommen.

Dumm nur, dass sie die abfotografierten Wertgegenstände nicht in der Cloud, sondern nur auf der Festplatte des alten Rechners abgespeichert hatte. „Das war eine ziemlich Rennerei, wieder an die Kaufnachweise zu kommen“, ärgert sie sich.

Den ideellen Wert der Gegenstände kann die Versicherung natürlich nicht ersetzen. „Das ist das eigentlich Schlimme“, sagt die Beklaute.

Die Versicherungssumme sollte keinesfalls zu niedrig angesetzt werden, um an der Prämie zu sparen. Denn bei Unterversicherung werden die Leistungen gekürzt. Mit einer Unterversicherungs-Verzichtklausel lässt sich das umgehen. „Im Schadensfall prüft die Versicherung, ob der Versicherte zu gering versichert war“, sagt die Expertin Jende.

650 Euro pro Quadratmeter

Auf der sicheren Seite sei man in der Regel, wenn man seinen Hausrat für 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche versichere. In einem Premium- oder Komforttarif seien hier auch mal 700 Euro fällig. „Und wenn das Risiko eines Einbruchs erhöht ist, etwa durch ein Gerüst am Haus, müssen Versicherte das ihrer Versicherung melden.“

Auch bei grober Fahrlässigkeit, wenn Türen oder Fenster etwa unverschlossen bleiben, müssen Einbruchsopfer häufig auf eine Entschädigung verzichten. Es sei denn, sie haben eine Verzichtsklausel wegen grober Fahrlässigkeit. Aber auch hier ist Vorsicht geboten: „Viele Versicherungen werben zwar mit einer solchen Klausel, aber nicht immer ist sie enthalten“, sagt Jende.

Auch hier gebe es zudem Obergrenzen für bestimmte Schäden. „Die Schwere der Schuld wird festgestellt und dann geguckt, bis zu welcher Höhe der Schaden bezahlt wird.“

Was also ist nach einem Einbruch zu tun? „Man muss Polizei und Versicherung verständigen und eine Stehlgutliste einreichen“, sagt Expertin von der Stiftung Warentest. „Wichtig ist auch, dass man nichts verändert oder aufräumt.“ Schadenbegrenzung dürfe man aber vornehmen und etwa die Fensterscheiben reparieren lassen.

Höchstgrenze für Schmuck

Je nach Versicherungstarif gibt es Höchstgrenzen, vor allem für Wertsachen wie Schmuck. Zu den Wertsachen zählen Perlen, Edelsteine und Edelmetalle, aber auch Briefmarken, Münzen und Medaillen, teure Teppiche, Pelze und Kunstobjekte wie Gemälde oder Plastiken und Antiquitäten ab einem Alter von 100 Jahren. Ihren Verlust ersetzen Versicherer oft nur bis zu einer bestimmten Grenze, meist 20 Prozent der Versicherungssumme.

Bei sehr hohen Versicherungssummen (mehrere 100.000 Euro) müssten Versicherte ihr Hab und Gut zudem besonders sichern, etwa durch eine Alarmanlage. „Besonders wertvolle Gegenstände, wie Gold, müssen in einem abschließbaren und fest im Mauerwerk verankerten Safe verwahrt werden.“

Und wenn man keine Belege hat oder diese beim Einbruch verschwunden sind? „Dann muss man glaubhaft machen, dass die Gegenstände da waren. Und das kann sehr schwierig werden“, erläutert die Expertin Jende. Für Kunden mit teuren Wertsachen sei die allgemeine Entschädigungsgrenze ohnehin zu knapp. „Eine Erhöhung ist meist gegen Aufpreis möglich.“

Die Regelungen sind zuweilen verwirrend. Denn Schäden an Türen und Fenstern etwa sind nicht bei jeder Versicherung abgedeckt. So werden die Schäden an der Haustür bei Mehrfamilienhäusern von der Wohngebäudeversicherung bezahlt, nicht aber die kaputte Wohnungstür. Diese wird von der Hausratversicherung bezahlt.

Die Höhe der Versicherungsprämie ist maßgeblich vom Wohnort und der Einbruchstatistik abhängig. Wer in Köln oder Bremen wohnt, hat Pech gehabt: „In den Einbruchshochburgen sind die Beiträge sehr hoch“, sagt Jende. „In München, wo es vergleichsweise weniger Einbrüche gibt, dagegen ist Versicherungsschutz deutlich günstiger zu bekommen.“

Versicherungen Finanzberatung

  • Von Josephine Pabst
  • 16.10.2015

Wohnen Polizeiarbeit

  • Von Heike Kowitz
  • 27.10.2016

Wohnen Sicheres Zuhause

  • Von Marie-Thérèse Nercessian
  • 27.10.2016

  • Von Daniel Eckert
  • 25.10.2016

Hamburg Profi-Einbrecher vor Gericht

  • Von Martin Jenssen
  • 22.11.2017

Panorama „Stehlen geht schneller“

Deutschland Sitz des Polizeipräsidenten

  • Von Michael Behrendt
  • 19.09.2017

Hamburg Hamburger Umland

  • Von Jakob Koch
  • 12.10.2017
  • Chevron Up

Ein Angebot von WELT und N24. © WeltN24 GmbH

Источники: http://www.hausrat-info24.de/hausratversicherung/diebstahl-einbruch/, http://deutschesmietrecht.de/mietvertrag/mietminderung/420-hausrat-und-gebaeudeversicherung-wer-zahlt-was-nach-dem-wohnungseinbruch.html, http://www.welt.de/sonderthemen/wohnen/article159087625/Ist-mein-Hausrat-noch-richtig-versichert.html

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here