Haftpflichtversicherung brille

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Haftpflicht Brille – Haftpflichtversicherung bei Brillen

Brillen dienen nicht nur als Seehilfen, sie sind darüber hinaus heute vielfach auch ein schickes und modisches Accessoire. Während so manche Dame gleich mehrere Modelle besitzt, um auch die Brille passend zur jeweiligen Kleidung auswählen zu können, wählen Herren gerne besonders haltbare Modelle, beispielsweise mit Titanlegierung. Alle diese Brillen haben eines gemeinsam: sie sind meistens nicht besonders preiswert. Problematisch wird es dann, wenn ein solches Brillenmodell kaputt geht beziehungsweise durch eine Unachtsamkeit oder bei einem Unfall zerstört wird.

Denn die meisten Haftpflichtversicherungen übernehmen Brillenschäden nur sehr zögerlich oder gar nicht. Dies ist dadurch bedingt, dass eine defekte oder zerstörte Brille ein überaus häufiger Schaden ist. Die Versicherungen versuchen daher mitunter, ihre Zahlungsverpflichtung zu umgehen. Denn normalerweise ist die Haftpflichtversicherung immer dann zuständig, wenn ein Gegenstand durch Unachtsamkeit oder aus Versehen beschädigt wird. Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz tritt allerdings die Haftpflichtversicherung generell nicht ein.

Wann trägt die Haftpflichtversicherung den Schaden an der Brille?

Wichtig für die Regulierung durch die Haftpflichtversicherung ist bei einem Brillenschaden, dass die Sehhilfe ordnungsgemäß abgelegt wurde. Wird also eine Brille beispielsweise auf einen Tisch gelegt, so gilt sie damit als ordnungsgemäß abgelegt. Wird sie nun durch jemanden beschädigt, der die Brille beispielsweise nicht gesehen hat, so tritt die Haftpflichtversicherung für den Schaden ein.

Das gleiche gilt natürlich, so lange der Brillenträger seine Brille auf der Nase hat. Wird sie ihm im Gedränge aus Unachtsamkeit von der Nase geschlagen, so ist auch dies selbstverständlich ein Fall für die Haftpflichtversicherung. Anders sieht es dagegen aus, wenn der Brillenbesitzer selbst nicht sorgsam war und seine Brille beispielsweise aufs Sofa gelegt hat. Wird die Brille dann beschädigt, weil sich jemand darauf setzt, so tritt für diesen Fall die Haftpflichtversicherung nicht ein. Damit der Wert der Brille also ersetzt wird, ist immer darauf zu achten, dass die Brille ordnungsgemäß abgelegt wurde beziehungsweise normal getragen wird.

Welchen Betrag bezahlt die Versicherung bei einem Schaden

Versicherungen unterscheiden sich häufig darin, welchen Wert sie für einen Gegenstand jeweils ansetzten. So reguliert die Hausratversicherung beispielsweise Schäden, indem sie den Neuwert der zerstörten oder entwendeten Gegenstände ersetzt. Dabei spielt es keine Rolle, wie alt oder gebraucht der jeweilige Gegenstand war. Anders sieht dies bei der Haftpflichtversicherung aus.

Diese ersetzt jeweils nur den sogenannten Zeitwert. Das bedeutet, dass bei einer zwei Jahre alten gebrauchten Brille beispielsweise nur ein sehr geringer Betrag von der Haftpflichtversicherung getragen wird. Bei einem besonders teuren Brillenmodell lohnt es sich daher für den Brillenbesitzer gegebenenfalls, eine eigene Brillenversicherung abzuschließen, die im Schadenfall den Erwerb eines gleichwertigen Modells ermöglicht.

Haftpflichtschaden an Brille

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht

Sehr geehrte Damen und Herren,

Nun weigert sich jedoch die Versicherung, den vollen Betrag für die Ersatzbeschaffung zu bezahlen.

Nach meiner Rechtsrecherche im Internet habe ich folgendes herausgefunden:

Nach §249BGB hat meine Freundin Anspruch auf Herstellung des Zustandes, der Bestehen würde, wenn dass schädigende Ereignis nicht eintreten würde.

Auch existiert bereits ein Urteil des AG Weinheim 2 C 365/02 vom 8. Januar 2003, in dem bei einer ähnlichen Sachlage die Versicherung zur Zahlung verurteilt wurde.

In einer Rechtsberatung hat mir eine RA zur Klage geraten. Bei diesem Streitwert sollten sich die Kosten vor einem AG auf etwa 70 EUR belaufen, falls ich mich selbst vertrete.

Bin ich im Recht?

Wie muß die Klageschrift für das AG aussehen und auf welche Paragraphen muss ich mich berufen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie telefonisch besprochen erhalten Sie anbei die defekte Brille, die Originalrechnung und die Rechnung über die Ersatzbeschaffung. Das Geld für die Ersatzbeschaffung habe ich bereits erstattet.

Ich erwarte von Ihnen eine Regulierung in voller Höhe des Schadens abzgl. der 30€ für die Brillenversicherung. Ein „Abzug neu für alt" ist nicht angebracht. Siehe AG Weinheim 2 C 365/02 8. Januar 2003 .

wir danken für die Einsendung Brille, sowie der Anschaffungs- und Ersatzrechnung.

Vorab möchten wir freundlich darauf hinweisen, dass es dem Versicherungsnehmer gemäß den vertraglichen Bedingungen der Allgemeinen Haftpflichtversicherung untersagt ist, Schadensfälle in Eigenregie an die geschädigte Person zu regulieren.

Wir nehmen zur Kenntnis, dass Sie hier bereits den vollen Betrag der als Ersatz angeschafften Brille an Frau ### ausgezahlt haben.

Aus dem Vergleich der beiden Rechnungen (Anschaffungs- und Ersatzrechnung geht hervor, dass sich die Dioptrieenstärke beider Gläser wesentlich verändert hat und Frau ## omit ohnehin neue Gläser in das bestehende Gestell einarbeiten lassen hätte müssen.

Außerdem stammt die beschädigte Brille bereits aus 2002 und ist somit fast vier Jahre alt. Grundsätzlich wird eine Nutzungsdauer bei Brillen von 6 Jahren angenommen. Der in der Haftpflichtversicherung zu erstattende Zeitwert ist daher angemessen der Gesamtnutzungsdauer und dem Anschaffungspreis (hier 206,10 EUR) zu berücksichtigen.

Aus den genannten Gründen leisten wir hier eine pauschale Zeitwertentschädigung von 100 EUR mittels beiligendem Verrechnugnsscheck und betrachten den Betrag als angemessen aber auch ausreichend.

Wir bitten höflich um Kenntnisnahme.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bedauern mußte ich feststellen, daß Sie meinen Haftpflichtschaden nicht in voller Höhe reguliert haben.

Entgegen Ihren Ausführungen des letzten Schreibens ist es dem Versicherungsnehmer nicht untersagt, den Versicherungsschaden in Eigenregie zu regulieren, da hier eine Befriedigung nicht ohne offenbare Unbilligkeit verweigert werden konnte. Des Weiteren habe ich Ihnen bereits bei der Schadensmeldung mitgeteilt, daß wir unverzüglich einen Optiker aufsuchen werden um feststellen zu lassen, ob die Brille noch reparabel ist und ggf. eine Ersatzbeschaffung durchführen werden.

Wie ich Ihnen bereits in meinem letzten Schreiben mitgeteilt habe, kommt ein "Abzug neu für alt" bzw. ein pauschaler Zeitwert nicht in Frage. Nach § 249 BGB besteht der Anspruch auf Herstellung des Zustandes, der bestehen würde, wenn das schädigende Ereignis nicht eingetreten wäre.

Die durchgeführte Ersatzbeschaffung entspricht einer gleichwertigen Brille. Durch die Ersatzbeschaffung tritt auch keine messbare Werterhöhung ein (vgl. hierzu Palandt/Heinrichs, BGB, 62. Aufl., Vorb. § 249 Rd-nr. 146). Ich habe mir die Mühe gemacht und noch ein Angebot für die selbe Brille mit den alten Dioptriewerten erstellen lassen. Dieses liegt lediglich 34,90 EUR unter den Kosten der Ersatzbeschaffung

Ich bestehe auf die noch ausstehende Zahlung von 246,80 EUR und bitte Sie, diese innerhalb einer Frist von zwei Wochen auf mein Konto ### vorzunehmen.

Ansonsten sehe ich mich gezwungen, meine Ansprüche gegen Sie gerichtlich durchzusetzen.

Des Weiteren behalte ich mir vor, Ihnen die Rechtsanwaltskosten für die Erstberatung sowie weitere Unkosten ebenfalls in Rechnung zu stellen.

Eine Beschwerde beim Bundesaufsichtsamt für Versicherungswesen ist in Vorbereitung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Schreiben vom ### liegt uns vor.

Nach den uns vorliegenden Unterlagen wurde der Schaden angemessen und vollkommen ausreichend abgerechnet.

Eine Haftpflichtversicherung ist lediglich eine Zeitwertversicherung und keine Neuwertversicherung. Abzüge neu für alt für eine eingetretene Wertverbesserung wurden daher richtig vorgenommen. Auch eine Brille unterliegt eines Wertverlustes. Die beschädigte Brille von Frau ### war bereits fast vier Jahre alt, ausserdem ergab sich eine nicht unwesentliche Änderung der Dioprinstärke, weshalb dadurch bereits eine neue Brille erforderlcih gewesen wäre.

Die von uns regulierten 100,00 EUR sind daher bei weitem angemessen und ausreichend.

Aus Beweissicherungsgründen bitten wir Sie, dass ### die beschädigte Brille inkl. der Gläser aufbewahrt, da diese bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung einem Brillensachverständigem vorgelegt wird, um den Wert der beschädigten Brille festzustellen.

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Nachfrage vom Fragesteller 29.04.2006 | 16:16

vielen Dank für die schnelle Antwort. Dies war auch meine Einschätzung.

Wo bekomme ich die Volltexte für diese beiden Urteile her und kann ich Unkosten in Bezug auf dieses Verfahren (Einschreiben an Versicherung, Rechtsberatung usw.) auch geltend machen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.04.2006 | 18:22

Leser-Frage: Bekomme ich den Neupreis für eine kaputte Brille?

Leser-Frage Bekomme ich den Neupreis für eine kaputte Brille?

Frage: Meine Brille ist bei einem fremd verschuldeten Unfall kaputtgegangen. Nun möchte ich mir das gleiche Modell wieder kaufen. Die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners will mir aber nur einen Teil des Preises erstatten, schließlich war meine Brille mehrere Jahre alt. Kann das sein?

Antwort: Bei einem unverschuldeten Unfall steht jedem Geschädigten ein Schadensersatzanspruch gegen den Schädiger bzw. gegen dessen Haftpflichtversicherung zu. Nicht selten erhält man jedoch Ablehnungsschreiben oder die Mitteilung, dass nur teilweise die Kosten übernommen werden.

Rechtsgrundlage für einen Schadensersatz bildet § 249 BGB. Nach dieser Vorschrift hat der Schädiger den Zustand wieder herzustellen, der vor dem schädigenden Ereignis bestand. Bei einem gebrauchten Gegenstand ist dieser Zustand nur durch eine fachgerechte Reparatur herzustellen – wenn diese möglich ist. Bei einer beschädigten Brille aber können die Gläser und das Gestell nur ausgetauscht werden. Versicherungen haben für diesen Fall dann den Zeitwert erstattet.

Nun entschied das Landgericht Münster (Az. 1 S 8/09), dass die Haftpflichtversicherung nicht nur den Zeitwert, sondern den Neupreis der zerstörten Brille zu erstatten hat. Denn, so das Gericht, der Geschädigte braucht sofort eine neue Brille und einen Zweitmarkt für Sehhilfen gibt es nicht.

Zudem war der Gebrauch der Brille auch nicht durch eine veränderte Sehstärke eingeschränkt gewesen. Entsprach bei Ihnen die zerstörte Brille auch noch Ihrer aktuellen Sehstärke und hätte auch sonst durch Kratzer oder anderen Beschädigungen bedingt ein Ersatz nicht angestanden, so sollten Sie mit Hinweis auf das Urteil den vollen Schadensersatz verlangen

Hajo Köster ist Justiziar beim Bund der Versicherten

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Источники: http://www.versicherung-forum.com/blog/haftpflicht-brille-haftpflichtversicherung-bei-brillen/, http://www.frag-einen-anwalt.de/Haftpflichtschaden-an-Brille–f12777.html, http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article13196760/Bekomme-ich-den-Neupreis-fuer-eine-kaputte-Brille.html

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