Haftpflicht familienangehörige

0
67

Schadensfälle zwischen Familienmitgliedern

Die private Haftpflichtversicherung soll in erster Linie eine Aufgabe erfüllen – den Versicherungsnehmer vor hohen Schadenersatzansprüchen bewahren. Häufig steht aber nicht allein die Person des Versicherungsnehmers im Mittelpunkt. Speziell in Familienhaushalten soll sich die Geltung der Tarife auf alle Angehörige des Haushalts erstrecken – auch auf den Nachwuchs. Mit der Entscheidung für einen Familientarif lässt sich genau dieses Ziel erreichen.

Betrachtet man Ziff. 2.1 der Muster-Bedingungsstruktur IX des GDV, werden neben dem Ehegatten/Lebenspartner auch leibliche und adoptierte Kinder in der Haftpflichtversicherung mitversichert. Was passiert aber, wenn es innerhalb dieses Personenkreises untereinander zu einem Anspruch kommt? Oder Familienmitglieder betroffen sind, die nicht zum Kreis der Versicherten in der Privathaftpflichtversicherung gehören – aber zum Haushalt des Versicherungsnehmers?

Wesentliche Anhaltspunkte, die bei der Beantwortung beider Fragen helfen können, liefert der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft. Dessen Musterbedingungen zur allgemeinen Haftpflichtversicherung enthalten wichtige Hinweise – unter anderem unter Ziffer 7 (Allgemeine Versicherungsbedingungen für die Haftpflichtversicherung – AHB – mit Stand April 2012). Hier ist in Punkt 7.5 festgehalten, dass Ansprüche gegen den Versicherungsnehmer seitens dessen Angehörigen bzw. mitversicherten Personen in die Rubrik der Ausschlüsse in der Haftpflichtversicherung fallen. Dies betrifft allerdings nicht nur den Anspruch gegen den Versicherungsnehmer, sondern auch Ansprüche, die möglicherweise untereinander entstehen. Damit weicht die Privathaftpflichtversicherung wesentlich von einer ihrer Kernaussagen ab – der Übernahme von Leistungen, die sich aus der gesetzlichen Haftung ergeben.

Denn auch wenn sich zum Beispiel Eltern und Kinder im Verhältnis zueinander sehr nahe stehen – ausgeschlossen ist eine Haftung zumindest nach § 823 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) nicht. Eigentlich müsste die Haftpflicht an dieser Stelle sehr wohl Leistungen übernehmen. Eine Ansicht, die unter Versicherten zwar immer wieder kursiert, sich letztlich aber als Trugschluss erweist.

Als Versicherungsnehmer in der privaten Haftpflichtversicherung muss man sich im Klaren darüber sein, dass Schäden an Sachen und der Gesundheit von oder durch Familienmitglieder nicht geschützt sind. Denn auch wenn die AHB des GDV lediglich ein Muster darstellen, an dem sich Versicherungsbedingungen in der Praxis orientieren können, haben viele Gesellschaften den Ausschlussgedanken für Ansprüche zwischen Angehörigen eines Haushalts aufgegriffen und in sehr ähnlicher Weise in ihre Tarife integriert. Allerdings tauch eine Frage auf: Wie weit gehen die Leistungsausschlüsse, wenn für die Haftpflichtversicherung von einer häuslichen Gemeinschaft die Rede ist?

Der Begriff häusliche Gemeinschaft taucht nicht ausschließlich in der Haftpflichtversicherung auf, er spielt auch in anderen Bereichen, wie beispielsweise der Hausratversicherung eine Rolle. Im Kern geht es dabei um eine räumliche Abgrenzung zwischen einzelnen Familienangehörigen. Dabei wird im Versicherungswesen von der häuslichen Gemeinschaft gesprochen, wenn sich mehrere Personen den Lebensmittelpunkt teilen – sie also unter einem Wohnsitz gemeldet sind. Aus dieser Tatsache heraus können sich natürlich unterschiedliche Verflechtungen im Alltag ergeben. Eine häusliche Gemeinschaft ist zum Beispiel bei Ehegatten und Lebenspartnern sowie (minderjährigen) Kindern und Eltern wahrscheinlich.

Folgt man dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft, ergibt sich die Annahme einer häuslichen Gemeinschaft besonders für Angehörige, zu denen:

  • Ehe- und Lebenspartner
  • Eltern und Kinder
  • Stiefkinder/Adoptivkinder
  • Schwiegereltern
  • Großeltern und
  • Geschwister gehören.

Allerdings sind gegenseitige Ansprüche dieser Personengruppen aus einem Haftpflichtschaden nicht automatisch ausgeschlossen. Es muss z. B. nach den AHB des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (Ziff. 7.5 Punkt 1) zwingend die häusliche Gemeinschaft erfüllt sein (oder die betroffenen Personen gehören zu den Mitversicherten im Haftpflichttarif). Zum Streitpunkt kann hier die Frage werden, wie weit die Definition der häuslichen Gemeinschaft geht. Sind erwachsene Kinder, die einen eigenen Haushalt führen, aber noch ein Zimmer in der Wohnung ihrer Eltern haben, immer noch vom Ausschluss aus dem Geltungsbereich der Privathaftpflichtversicherung betroffen? In der Regel dürfte die Antwort lauten: nein. Zumindest wenn es sich um Kinder handelt, die nicht mehr am Wohnsitz ihrer Eltern gemeldet sind.

Tipp: Die Tatsache, dass in der Privathaftpflichtversicherung die Grenze entlang eines gemeinsamen Wohnsitzes gezogen wird, lässt sich nicht nur als nachteilig aus Sicht der Versicherungsnehmer beurteilen. Gerade während der Erstausbildung gilt der Schutz durch den Tarif der Eltern in der Regel weiter – sofern der Nachwuchs keinen eigenen Haushalt führt.

Die Frage nach der häuslichen Gemeinschaft betrifft übrigens nicht ausschließlich Familien, in denen es um die Haftung zwischen Eltern und Kindern geht. Auch zwischen Geschwistern, Schwiegereltern und –kindern usw. kann eine häusliche Gemeinschaft unterstellt werden – wenn diese ihren Wohnsitz teilen. Wie Erfahrungen im Alltag zeigen, kann es hier durchaus zu Missverständnissen kommen – wenn Angehörige verschiedene (voneinander getrennte) Wohneinheiten in einem Mehrfamilienhaus bewohnen, auf den ersten Blick ihren Lebensmittelpunkt also unter einer Adresse haben. Um Problemen im Schadensfall aus dem Weg zu gehen, ist es durchaus sinnvoll, diese Tatsache bereits im Zuge der Schadensanzeige im Auge zu behalten und auf den Sachverhalt deutlich hinzuweisen.

Hinweis: Die hier aufgeführten Ausschlussgründe gelten im Übrigen nicht nur für Angehörige innerhalb einer häuslichen Gemeinschaft. Betroffen sind Ansprüche aus der Haftpflichtversicherung in ähnlicher Weise, wenn es sich um gesetzliche Vertreter geschäftsunfähiger Personen handelt sowie Insolvenz- und Zwangsvollstrecker. Die in den Ausschlüssen der AHB des GDV formulierten Klauseln tauchen an verschiedenen Stellen in den Versicherungsbedingungen vieler Gesellschaften auf.

Zahlt die Haftpflicht innerhalb der Familie?

Eine Haftpflichtversicherung kommt unter anderem für Sach- und Personenschäden auf, die der jeweilige Versicherungsnehmer Dritten versehentlich zufügt. Damit übernimmt sie die finanziellen Verpflichtungen, die sich aus der gesetzlichen Haftpflicht ergeben. Doch wie sieht das Ganze aus, wenn der Geschädigte ein Familienmitglied ist? Schließlich sind Missgeschicke aller Art besonders unter Verwandten keine Seltenheit. Regelmäßige Besuche, gemeinsame Reisen und vieles mehr erhöhen naturgemäß das Risiko für gegenseitige Sachschäden. Kommt es dabei zu einem Unfall oder Missgeschick mit den entsprechenden finanziellen Folgen, dann möchte man selbstverständlich dem Familienmitglied den Schaden ersetzen. Aber zahlt die Haftpflicht (z.B. Privathaftpflicht) auch innerhalb der Familie? Die Antwort lautet in diesem Fall: Es kommt ganz drauf an.

Wann zahlt die Haftpflichtversicherung innerhalb der Familie?

In der Regel sichern sich Familien, die gemeinsam in einem Haushalt leben, über eine einzelne Familienhaftpflicht ab. Das Gleiche gilt für Paare, die sich bei der privaten Haftpflichtversicherung eine Police teilen. In Anbetracht der Tatsache, dass Familienmitglieder oder Partner in derartigen Fällen über ein und denselben Vertrag versichert sind, übernimmt die Haftpflichtversicherung keine Schäden, die sich die einzelnen Personen gegenseitig zufügen. Denn rechtlich gesehen ist der Versicherungsnehmer Verursacher und Geschädigter zugleich. Da die gesetzliche Haftpflicht bei eigenen Schäden nicht greift, zahlen die Haftpflichtversicherungen auch grundsätzlich nicht an Mitversicherte.

Ganz anders sieht es aus, wenn die Familienmitglieder getrennt versichert sind. Verfügt z.B. ein Paar über zwei unterschiedliche Haftpflichtverträge, dann gibt es für die Versicherungen keinen Unterschied zwischen Familienmitgliedern und fremden Personen – es sei denn, Geschädigter und Schadensverursacher wohnen im gleichen Haushalt. In diesen Fällen zahlt die Haftpflichtversicherung nicht für Schäden, die sich die Parteien untereinander zufügen. Aufgrund des selben Haushaltes wäre es in der Praxis schwierig, der Versicherung die getrennten Besitzverhältnisse (bei Sachschäden) glaubhaft zu machen.

Eine Haftpflicht zahlt demnach nur dann innerhalb der Familie, wenn der Verwandte oder der Partner außerhalb des Haushaltes lebt und zwei getrennte Versicherungsverträge vorliegen. An dieser Stelle gibt es auch bei der Schadensmeldung keine Probleme, da getrenntes Eigentum für die Haftpflichtversicherung deutlicher zu erkennen ist. Nichtsdestotrotz schauen die Versicherungen bei Schäden unter Verwandten und Bekannten generell etwas genauer hin, da der klassische Versicherungsbetrug bei derartigen Konstellation erfahrungsgemäß recht häufig zu beobachten ist.

Wer ist in der Privaten Familienhaftpflichtversicherung eigentlich mitversichert ?

Kinder in der Erstausbildung – Standardeinschluss

. nicht nur Kinder sind mitversichert

In einer Familienhaftpflichtversicherung sind standardmäßig neben dem Lebenspartner (Ehepartner oder unverheirateter Lebenspartner mit gleicher Anschrift) natürlich auch die Kinder mitversichert.

Dies ist solange der Fall, wie sich die Kinder in der Erstausbildung befinden.

Die Erstausbildung kann auch während eines Studiums gegeben sein, welches sich an eine Berufsausbildung nach dem dualen System anschließt.

Zumindest dann, wenn das Studium eine Aufbauausbildung darstellt (z.B. kaufmännische Ausbildung und BWL Studium, Ausbildung zur Krankenschwester und Medizinstudium etc.).

Alleinstehende Elternteile

In den meisten guten Policen sind alleinstehende Elternteile ebenfalls beitragsfrei mitversichert in der Familienhaftpflichtversicherung.

Zu nennen wäre hier z.B. die Barmenia (Top Tarif der Adcuri), aber auch die Interrisk und die Domcura Haftpflichtversicherung. (Alle zu finden in allen guten Vergleichsrechner ).

Wenn also beispielsweise seine verwitwete Mutter oder Vater in die häusliche Gemeinschaft aufnimmt, der sollte daran denken, die Privathaftplichtversicherung des Elternteils zur nächsten Möglichkeit zu kündigen.

Alleinstehende Kinder

Auch nach der Erstausbildung sind in einigen Familientarifen ledige Kinder, die in gleicher Hausgemeinschaft wie der Versicherungsnehmer leben mitversicherbar. Dies ist allerdings eine Extraleistung, die sich in der Regel nur in Premiumtarifen befindet. Zu nennen wГ¤re hier z.B. Janitos Best selection”:http://www.privathaftpflichtversicherung.name/Janitos-Privathaftpflichtversicherung-22/ .

Familien, die zeitweise ein Au-Pair bei sich aufnehmen, sollten darauf achten, dass auch dieses in der Familienhaftpflicht mitversichert ist. Bei den meisten gängigen Policen ist dies der Fall. Zur Sicherheit sollte man nicht vergessen dem Versicherer zu melden, wenn ein Au-Pair einzieht und wie lange, damit sichergestellt ist, dass auch Versicherungsschutz besteht.

Achtung : Ausbildungsende

Bei den allermeisten Haftpflichtversicherungen endet der Versicherungsschutz für Kinder, sobald die Ausbildung beendet wurde. Auch gilt es nicht als Erstausbildung, wenn nach Beendigung einer Ausbildung bereits einer vollen Erwerbstätigkeit nachgegangen wird, selbst wenn man 1-2 Jahre später noch ein Studium anschließen möchte.

Es ist also dringend anzuraten, dass in diesem Fall für den Sprössling eine Single-Haftpflicht abgeschlossen wird. Bei einer Jahresprämie von ca. 40 Euro lohnt es sich auch nicht wirklich über die Sinnhaftigkeit dieser Absicherung zu diskutieren, denn diese ist erwiesen.

Источники: http://www.privathaftpflicht.net/geltungsbereich-privathaftpflichtversicherung/ausschluesse/schadensfaelle-zwischen-familienmitgliedern/, http://www.haftpflicht-wissen.de/zahlt-die-haftpflicht-innerhalb-der-familie.html, http://www.haftpflichtversicherung.eu/Familien-Private-Haftpflichtversicherung-33/

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here