Gleitender neuwertfaktor

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Werte in der Wohngebäudeversicherung

Im Zusammenhang mit der Wohngebäudeversicherung gibt es insgesamt vier Werte die in Betracht kommen:

Im Rahmen der Wohngebäudeversicherung ist ein Gebäude zum ortsüblichen Neubauwert versichert.

Um die Versicherungssumme zur Wohngebäudeversicherung zu ermitteln, wird der Wert eines Gebäudes auf den Wert in Mark umgerechnet, den es im Jahr 1914 gehabt hätte.

1914 war das letzte Jahr in Deutschland mit relativ stabilen Baupreisen. Aufgrund des Ersten Weltkrieges und der nachfolgenden Weltwirtschaftskrise war die Inflation so hoch, dass Immobilien und auch Grund und Boden an Wert gewannen. Gleichzeitig stiegen die Baupreise überproportional an.

Die Versicherer hätten daraufhin die Versicherungssummen erhöhen können, haben sich jedoch für ein Verfahren entschieden, das noch heute Gültigkeit hat:

Die Preise des Jahres 1914 werden ermittelt und mit einem Faktor multipliziert, der stetig überprüft und anhand der sich verändernden Baupreisindices aktualisiert. Daraus ergibt sich der gleitende Neuwertfaktor.

Dieser Neuwertfaktor wird turnusmäßig angepasst und erhöht, so dass der stetig, mit den Jahren steigende Wert Ihrer Immobilie berücksichtigt wird und inflationsbedingte Schwankungen ausgeglichen werden.

Bei der Berechnung der Versicherungssumme zu Ihrer Wohngebäudeversicherung werden nicht nur Größe, Ausstattung und Ausbau des Gebäudes nach Preisen des Jahres 1914 berücksichtigt, sondern auch Architektengebühren, Konstruktions- und Planungskosten und evtl. erbrachte Eigenleistungen.

Auch die Region wird bei der Wertermittlung berücksichtigt, da die Baupreisentwicklung in den Regionen unterschiedlich verläuft.

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Gleitende Neuwertversicherung:

Die gleitende Neuwertversicherung hat den großen Vorteil für den Eigentümer dass der Versicherer unbegrenzt haftet, wenn der Wert 1914 richtig ermittelt wurde. Eine Beschränkung der Versicherungsleistung auf die Hochrechnung aus der Versicherungssumme 1914 mit dem aktuellen Baupreisindex ist nicht zulässig.

Die Versicherungssumme 25.000 Mark aus 1914 entspräche einer Versicherungssumme 275.190,- € aus 2003. Kostet der Wiederaufbau des versicherten Gebäudes in gleicher Größe und Ausstattung zzgl. möglicherweise anfallender Kosten und einem versicherten Mietausfall 310.000,- € muss der Versicherer auch diese Summe bezahlen. Eine Begrenzung der Entschädigung auf die hochgerechnete Summe von ca. 275 TSD ist nicht zulässig, wenn der Versicherungswert 1914 mit 25.000,- Mark richtig ermittelt wurde.

Zum 01.01 jeden Jahres erhöht oder vermindert sich der gleitende Neuwertfaktor entsprechend des, vom Statistischen Bundesamtes veröffentlichten, Baupreisindex für Wohngebäude.

Der gleitende Neuwertfaktor wird auf eine Stelle hinter dem Komma gerundet.

Innerhalb eine Monats nach Zugang der Mitteilung über die Erhöhung des gleitenden Neuwertfaktors können Sie als Versicherungsnehmer durch schriftliche Ablehnung der Erhöhung mit Wirkung zum Zeitpunkt des in Krafttretens der Erhöhung widersprechen. Die Versicherung wandelt sich dann von einer gleitenden Neuwertversicherung in eine Neuwertversicherung, und zwar zur bisherigen Prämie und mit der bisherigen Versicherungssumme, die sich aus der Versicherungssumme 1914 multipliziert mit dem zum Zeitpunkt des Widerspruchs geltenden Baupreisindexes für Wohngebäude ergibt.

Möglichkeiten zur Wertermittlung

Der Versicherungswert eines Gebäudes kann auf verschiedene Arten ermittelt werden:

  • durch einen Wertermittlungsbogen der Versicherer,
  • durch die Schätzung einen Bausachverständigen,
  • Umrechnung der ursprünglich aufgewendeten Baukosten.

Auf Grundlage dieser Werte kann die Versicherungssumme ermittelt werden.

Der Versicherungswert auf aktueller Preisbasis

Bei der Versicherung nach Neuwert richtet sich der Versicherungswert ebenfalls nach dem ortsüblichen Neubauwert mit Planungs- und Konstruktionskosten, aber nach den aktuellen Preisen. Das heißt, der Wert wird nicht jedes Jahr angepasst, sondern der Versicherungsnehmer muss selbst die Baupreisentwicklung beobachten und für die Anpassung der Versicherungssumme sorgen. Tut er dies nicht besteht die Gefahr der Unterversicherung. Somit kann sich die Versicherung des Gebäudes nach Neuwert für den Versicherungsnehmer nachteilig auswirken.

Der Zeitwert ist gleich dem Neuwert abzüglich der Wertminderung, die sich aus Alter und Abnutzung ergibt. Deshalb wird eine Versicherung zum Zeitwert nur in sehr seltenen Fällen gewählt, dies kann dann der Fall sein, wenn ein Gebäude aufgrund einer erheblich über dem Durchschnitt liegenden Gefahrenklasse eingeordnet wird.

Wenn ein Gebäude wegen erheblicher Gefahren nicht mehr zu Wohnzwecken verwendet werden kann oder es zum Abbruch bestimmt ist, gilt als Versicherungswert der gemeine Wert.

Dieser ergibt sich aus dem erzielbaren Verkaufspreis des Gebäudes (ohne Wert des Baugrundes und der nicht versicherten Grundstücksbestandteile).

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Gleitender Neuwertfaktor

Der gleitende Neuwertfaktor gibt an, um welchen Faktor ein Gebäudeneubau heute teurer wäre als im Jahr 1914.

Inhaltsverzeichnis

Gebäudeversicherungswert 1914

Der Wert 1914 oder auch Gebäudeversicherungswert 1914, verkürzt auch 1914er Wert genannt, ist ein fiktiver Rechenwert. Mit Hilfe dieses Wertes wird bei der Wohngebäudeversicherung eine einheitliche Basis zur Berechnung des Gebäudeneuwertes und damit auch der Versicherungsprämien geschaffen. Von diesem fiktiven Gebäudeversicherungswert 1914 gelangt man über den Baupreisindex schließlich zum heutigen Neubauwert des versicherten Gebäudes. Der Baupreisindex soll sicherstellen, dass durch die Wertsteigerung der Immobilie im Laufe der Zeit keine Unterversicherung des Gebäudes entsteht; Es handelt sich also um eine Anpassung aufgrund von Wertsteigerung.

Der Gebäudeversicherungswert 1914 berechnet sich wie folgt:

Der Grund, weshalb man ausgerechnet das Jahr 1914 als Basis nimmt, ist, dass dieses das letzte Jahr war, in dem die Baupreise „stabil“ (aussagekräftig) waren und nicht besonderen (Bau-)Preissteigerungen, wie z. B. durch den 1. Weltkrieg (ab 1914), unterworfen waren.

Verwendung

Der gleitende Neuwertfaktor findet in der Versicherungsbranche für die Berechnung der Beitragshöhe bei Gebäudeversicherungen Anwendung. Im Rahmen dieser Verträge wird die Immobilie auf Basis der (fiktiven) Bauwerte von 1914, gemessen in Goldmark (1914) eingeschätzt. Die Prämienberechnung lässt sich dann anhand des jeweils gültigen gleitenden Neuwertfaktors durchführen.

Gemäß VBGB 2000 wird automatisch jedes Jahr die Versicherungssumme (und damit auch der Beitrag) an die Steigerung dieses gleitenden Neuwertfaktors angepasst. Auf diese Weise wird eine Unterversicherung des Immobilienbesitzes vermieden.

Berechnung

Der gleitende Neuwertfaktor wird vom GDV errechnet, aber nur den Mitgliedsunternehmen offen gelegt, die sich wiederum an die Empfehlung des GDV nicht halten müssen. Es kann also durchaus Abweichungen geben, einen für die Allgemeinheit offen zugänglichen gleitenden Neuwertfaktor gibt es also nicht. Basis sind die beiden vom statistischen Bundesamt veröffentlichten Indices:

  • Mit 80 % geht der Baupreisindex für Wohngebäude und
  • mit 20 % der Tariflohnindex für das Baugewerbe in die Berechnung ein.

Der gleitende Neuwertfaktor erhöht oder vermindert sich jeweils zum 1. Januar eines jeden Jahres für die in diesem Jahr beginnende Versicherungsperiode entsprechend dem Prozentsatz, um den sich der jeweils für den Monat Mai des Vorjahres vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Baupreisindex für Wohngebäude und für den Monat April des Vorjahres veröffentlichte Tariflohnindex für das Baugewerbe geändert haben. Dadurch soll der gleitende Neuwertfaktor die Wertentwicklung der Immobilien sowohl hinsichtlich der Entwicklung des reinen Baukostenindexes als auch der Entwicklung des Lohnindexes in der Baubranche widerspiegeln. Schließlich müssten bei einem vollständigen Neubau des versicherten Gebäudes im Falle eines Totalschadens durch Brand etc. nicht nur die Baustoffe zu heutigen Preisen gekauft, sondern auch die Bauarbeiter zu heutigen Löhnen beschäftigt werden. Wobei diese Begründung natürlich nicht zu halten ist, wenn man bedenkt, dass im aktuellen Baupreisindex die Abweichungen der Löhne bereits enthalten ist. Es wäre auch falsch davon auszugehen, dass bei einem Wohngebäude der Anteil für Material 80 % und der Anteil für Löhne 20 % ausmacht.

Entwicklung

  • 2011: 15,40
  • 2010: 15,20
  • 2009: 14,91
  • 2008: 14,43
  • 2007: 13,57
  • 2006: 13,50
  • 2005: 13,40
  • 2004: 13,20
  • 2003: 13,10
  • 2002: 13,1402 (ab hier: Berechnungsbasis in Euro)
  • 2001: 13,0891 → 25,6 (bis hier: Berechnungsbasis in D-Mark)
  • 2000: 12,9868 → 25,4
  • 1999: 12,9868 → 25,4
  • 1998: 12,9357 → 25,3
  • 1997: 12,9868 → 25,4
  • 1996: 12,9357 → 25,3
  • 1995: 12,5778
  • 1994: 12,3221
  • 1993: 11,7597
  • 1992: 11,1462
  • 1991: 10,4304
  • 1990: 9,7657
  • 1989: 9,2544

(Dies sind Richtwerte, die von Versicherer zu Versicherer abweichen können)

Quelle: Beitragsrechnungen zur Wohngebäudeversicherung

Beitragsfaktor

Bei älteren Verträgen (SGlN 79a) wird ein Beitragsfaktor statt des gleitenden Neuwertfaktors genutzt. Beide Faktoren können abweichen.

Wichtiger Hinweis

Die Immobilienwerte der Gebäudeversicherung stellen keine Angabe des tatsächlichen Wertes einer Immobilie dar. Sie basieren auf den Angaben des Versicherungsnehmers und werden über den gleitenden Neuwertfaktor fortgeschrieben. Dieses Vorgehen ersetzt keine sachgerechte Immobilienbewertung zum Beispiel bei Verkauf oder Beleihung.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

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Gleitende Neuwertversicherung

Versicherungswert in der gleitenden Neuwertversicherung

Gemäß § 10 Nr. 1 können verschiedene Versicherungswerte vereinbart werden. Neben dem gleitenden Neuwert können auch der Neuwert, der Zeitwert sowie der gemeine Wert vereinbart werden. In der Praxis kommt am häufigsten das Modell der gleitenden Neuwertversicherung zum Einsatz.

Basis der gleitenden Neuwertversicherung

Die Basis der gleitenden Neuwertversicherung geht auf das Jahr 1914 zurück. Der Versicherungswert entspricht dem im Jahr 1914 ortsüblichen Neubauwert des Gebäudes, wobei Größe und Ausstattung berücksichtigt werden. Da im Schadensfall eine Entschädigung zu den Preisen von vor fast 100 Jahren nicht zielführend wäre, wird der Versicherungsschutz an die Entwicklung der Baukosten angepasst.

In § 10 a) aa) ist festgelegt: “Der Gleitende Neuwert ist der Betrag, der aufzuwenden ist, um Sachen gleicher Art und Güte in neuwertigem Zustand herzustellen, ausgedrückt in Preisen des Jahres 1914. Maßgeblich ist der ortsübliche Neubauwert einschließlich Architektengebühren sowie sonstige Konstruktions- und Planungskosten”.

In dieser Definition fehlt eine betragsmäßige Obergrenze, wie sie als Versicherungssumme in der Neuwert- und der Zeitwertversicherung angewandt wird. Für Versicherungsnehmer ergibt sich daraus ein großer Vorteil: Die Haftung der Wohngebäudeversicherung ist nicht begrenzt. In 3 13 Nr. 8 wird die Begrenzung der Haftung des Versicherers deshalb auch nicht für die gleitende Neuwertversicherung festgelegt.

Häufig kommt es zu Missverständnissen, weil ein Bezugsjahr existiert. Deshalb sei ausdrücklich gesagt: Es ist nicht zulässig, den aktuellen Wert des Baupreisindexes mit den Baukosten des Jahres 1914 zu multiplizieren und daraus eine Obergrenze für die Entschädigung abzuleiten.

Dass das Jahr 1914 als Basisjahr genutzt wird, hat verschiedene Gründe. Zum einen setzte nach dem Jahr 1914 ein starker (nominaler) Anstieg der Baukosten ein, der sich im Laufe der Zeit massiv beschleunigte. Im Jahr 1923 kam es in Deutschland zur Hyperinflation, die nominale Werte vernichtete. Das Jahr 1914 war eines der letzten Jahre für lange Zeit, in denen die Baupreise zumindest innerhalb des Jahres konstant waren. Wäre ein Jahr gewählt worden, in dem ein Anstieg um 20, 50 oder 500 Prozent stattgefunden hätte, würde es sich nicht als Basisjahr eignen. Die meisten versicherten Gebäude wurden zudem nach 1914 gebaut.

Da es seit dem Jahr 1914 einige technologische Änderungen gegeben hat, umfasst der Versicherungsschutz der gleitenden Neuwertversicherung ausdrücklich auch Aufwendungen, die darauf zurückzuführen sind, dass Sachen derselben Art und Güte nicht oder nur mit unwirtschaftlichem Aufwand wiederhergestellt werden können.

Nicht im gleitenden Neuwert enthaltene Kosten

Nicht im gleitenden Neuwert enthalten sind Mehrkosten durch behördliche Wiederherstellungsbeschränkungen, soweit diese die Wiederherstellung einer Sache in derselben Art und Güte untersagen. Hier greift der Versicherungsschutz nur bis zur vereinbarten Entschädigungsgrenze. Es gibt allerdings eine Ausnahme: Mehrkosten durch behördliche Wiederherstellungsbeschränkungen werden zum gleitenden Neuwert und damit unbegrenzt ersetzt, wenn sie dem technologischen Fortschritt zuzurechnen sind. Für Aufräumungs- und Abbruchkosten sowie für Bewegungs- und Schutzkosten gelten ebenfalls Entschädigungshöchstgrenzen. Die Entschädigungsgrenzen werden automatisch angepasst.

Die meisten Ein- und Mehrfamilienhäuser sind zum gleitenden Neuwert versichert. Die Versicherungswirtschaft präferiert diese Vertragsart und stellt sie in ihrer Ausbildungsliteratur auch in ein positives Licht.

Vorteile der gleitenden Neuwertversicherung

In der Ausbildungsliteratur für Kaufleute für Versicherungen und Finanzen werden vor allem vier Vorteile aufgezeigt. Zum einen erfolgt eine automatische Anpassung des Versicherungsschutzes an die Entwicklung der Baukosten. Daraus ergibt sich ein weiterer Vorteil: Eine versehentliche Unterversicherung durch Baupreissteigerungen ist ausgeschlossen.

Da es keine Versicherungssumme bezogen auf die Baupreise der Gegenwart gibt, haftet der Versicherer unbegrenzt. Gemäß den Versicherungsbedingungen existieren auch keine Entschädigungsgrenzen für Schadenminderungskosten und Mietausfall.

Die VGB sehen laut § 11 Nr. 1 drei Wege vor, auf denen die Versicherungssumme in der gleitenden Neuwertversicherung ermittelt werden kann. Die Versicherungssumme ist demnach “nach dem ortsüblichen Neubauwert zu ermitteln, der in der Preisen des Jahres 1914 ausgedrückt wird”. Aus diesem Grund wird die Versicherungssumme in der gleitenden Neuwertversicherung als “Wert 1914″ ausgedrückt.

Die Versicherungssumme gilt als korrekt ermittelt, wenn sie von einem Sachverständigen ermittelt wird und dieser Sachverständige vom Versicherer anerkannt wird oder der Versicherungsnehmer im im Versicherungsantrag den Neubauwert eines Jahres nach 1914 richtig angibt und der Versicherer diesen Wert auf eigene Verantwortung umrechnet oder der Versicherer di Versicherungssumme auf der Grundlage korrekter Angaben des Versicherungsnehmers zu Größe und Ausstattung des versicherten Gebäudes ermittelt.

Automatischer Unterversicherungsverzicht

Wird die Versicherungssumme nach einer der drei vorgenannten Methoden ermittelt, verzichtet der Versicherer auf Abzug wegen Unterversicherung. Unterversicherung ist somit nicht möglich, wenn der Versicherungsnehmer keine Pflichten verletzt.

Als Pflichtverletzung sind insbesondere Angaben bei der Ermittlung des Versicherungswertes zu verstehen, die zu einer zu niedrigen Ansetzung des Wertes 1914 (und damit zu einer zu niedrigen Versicherungsprämie) führen. Der Versicherer kann in diesem Fall eine Anpassung des Vertrages vornehmen oder ganz vom Vertrag zurücktreten. Im Schadensfall besteht Leistungsfreiheit allerdings in der Regel nur für die Differenz zwischen dem tatsächlichen und dem fälschlicherweise angesetzten Wert. Dann gelten die Regelungen für Unterversicherung.

Der Unterversicherungsverzicht erlischt darüber hinaus, wenn ein zu niedriger Neubauwert für ein Jahr nach 1914 angegeben wurde oder wenn nach dem Abschluss des Versicherungsvertrages bauliche Maßnahmen durchgeführt werden, die den Wert des Gebäudes steigern und diese Maßnahmen dem Versicherer nicht angezeigt wurden.

Beispiel für die Umrechnung nach Baupreisindex

Der Baupreisindex der Versicherer beginnt im Jahr 1914 mit dem Wert 100. Sein Verlauf spiegelt diverse Entwicklungen in der deutschen Geschichte wider. In den Jahren bis zur Hyperinflation steigt der drastisch an. Nach der Währungsreform beginnt er im Jahr 1924 bei 129,3. Danach steigt er bis zum Jahr 1929 auf den Wert von 166,2 an.

In den Folgejahren, die mit der Weltwirtschaftskrise zusammenfallen, sinkt er bis zum Jahr 1933 auf 117,2 ab. Danach steigt er über die Kriegsjahre und die Zeit des deutschen Wirtschaftswunders bis zur deutschen Wiedervereinigung durchgängig an und erreicht im Jahr 1990 einen Wert von 1633,4. Die genannten Werte bezogen sich auf den Indexwert in DM. 2007 notierte der Index bei 1154,5 – dann bereits in Euro gemessen.

Hans Müller kauft im Jahr 2010 in Hamburg ein Haus. Das Gebäude wurde 1985 errichtet. Aus den Angaben des damaligen Bauherren, von dem Hans Müller das Haus kauft, ergeben sich Baukosten in Höhe von umgerechnet 250.000 Euro und sowie Baunebenkosten (amtliche Gebühren und das Honorar des Architekten von 25.000 Euro.

Der Neubauwert zu Preisen des Jahres 1914 errechnet sich nun wie folgt. Im ersten Schritt wird die Summe aus Baukosten und Baunebenkosten mit dem Faktor 100 (dem Ausgangswert des Baupreisindexes im Jahr 1914) multipliziert. Im zweiten Schritt wird dieses Produkt durch den indexwert des Jahres 1985 (dem Jahr des Neubaus) dividiert. Der Indexwert des Jahres 1985 beträgt 1403,3. Daraus ergibt sich ein Neubauwert in Preisen von 1914 von 19.596,67.

Es sei abermals darauf hingewiesen, dass dieser Betrag nicht in einem direkten Bezug zur Leistung des Versicherers im Schadenfall führt. Der Versicherer haftet in unbegrenzter Höhe für die Wiederherstellung in gleicher Art und Güte. Der Neubauwert des Jahres 1914 ist maßgeblich für die Beiträge zur Versicherung.

Источники: http://www.versicherung-vergleiche.de/gebaeudeversicherung/werte.htm, http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/527550, http://www.wohngebaeudeversicherung.info/leistungen-und-kosten/gleitende-neuwertversicherung/

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