Gesundheitsfragen lebensversicherung

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Gesundheitsfragen

Vorsicht vor falschen Gesundheitsangaben

  • Von: Julia Rieder

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer bestimmte Versicherungen abschließen will, muss im Antrag oft umfangreiche Gesundheitsfragen beantworten. Das gilt zum Beispiel für Berufs- und Erwerbsunfähigkeits-Policen, Lebensversicherungen sowie private Krankenversicherungen.
  • Beantworten Sie die Fragen unbedingt wahrheitsgemäß und lassen Sie keine vermeintlichen Kleinigkeiten weg. Im schlimmsten Fall bekommen Sie sonst später keine Leistung.
  • Sie müssen aber nur die Krankheiten oder Behandlungen angeben, nach denen Sie konkret gefragt werden.
  • Füllen Sie die Gesundheitsfragen nicht direkt im Gespräch mit Ihrem Makler oder Honorarberater aus, sondern nehmen Sie den Bogen mit nach Hause und beantworten Sie die Fragen in Ruhe.
  • Konsultieren Sie unbedingt auch Ihre Ärzte, denn in deren Akten stehen oft Dinge, an die Sie nicht denken oder von denen Sie nichts wissen, die Sie aber angeben sollten.

Beim Abschluss aller Versicherungen rund um Leben, Krankheit und Arbeitskraft spielen Fragen zur Gesundheit eine große Rolle. Anhand der Gesundheitsangaben schätzt eine Versicherung ein, wie groß das Risiko ist, einen Kunden zu versichern. Dementsprechend berechnet das Unternehmen die Prämien, erhebt Risikozuschläge für bestimmte Krankheiten oder lehnt den Antrag sogar ab. Wer krank ist, kann es also schwer haben, überhaupt einen Vertrag zu bekommen.

Doch auch wer den Vertragsabschluss geschafft hat, wird das Thema nicht los. Geht es später darum, dass eine Leistung ausgezahlt werden soll, prüfen die Versicherungen nochmal ganz genau, ob alle Angaben zu den Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß und vollständig waren. Falls die Versicherung einen Fehler entdeckt, kann sie mitunter die Zahlung verweigern.

Wichtig bei neuen und bestehenden Verträgen

Wie detailliert sich ein Versicherer für Ihre Gesundheit interessiert, hängt von der Police ab, die Sie abschließen möchten. Geht es für den Anbieter im Versicherungsfall um viel Geld, etwa bei einer Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung, müssen Sie in der Regel mehrseitige Fragebögen ausfüllen. Wollen Sie wie bei einer Zahnzusatzversicherung nur einen relativ begrenzten Leistungsbereich versichern, ist die Gesundheitsprüfung weniger umfangreich.

Gesundheitsfragen für Kinder

Private Krankenversicherungen nehmen auch Kinder erst nach einer Gesundheitsprüfung auf. Diese entfällt allerdings für Neugeborene, die innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt versichert werden.

Der Gesundheitszustand ist nicht nur bei Abschluss eines neuen Vertrags wichtig, sondern auch, wenn ein Versicherter die Leistungen eines bestehenden Vertrags verbessern möchte. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Kunde die Versicherungssumme erhöhen will oder den Selbstbehalt seiner privaten Krankenversicherung senken. Dann kann der Versicherer eine erneute Gesundheitsprüfung fordern.

Vermeiden lässt sich das durch einen Vertrag mit Nachversicherungsgarantie. Diese Klausel erlaubt es, die Versicherung bei besonderen Ereignissen wie Hochzeit, Geburt eines Kindes oder einer Gehaltserhöhung nachträglich anzupassen – ohne erneute Gesundheitsfragen.

Wahrheitsgemäß antworten

Bei den Fragen zum Gesundheitszustand sollten Sie keinesfalls schummeln. Sonst riskieren Sie im schlimmsten Fall Ihren Versicherungsschutz und den Verlust aller gezahlten Beiträge. Allerdings müssen Sie nur Dinge angeben, nach denen ausdrücklich in Textform gefragt wird. Wenn Sie also zum Beispiel im Versicherungsantrag nach „ärztlich behandelten Erkrankungen und Leiden“ gefragt werden, brauchen Sie keine Beschwerden zu nennen, derentwegen Sie nicht in ärztlicher Behandlung waren.

Verbraucherfreundliche Gesundheitsfragen beziehen sich auf einen begrenzten Zeitraum: Üblich sind die vergangenen fünf Jahre für ambulante Behandlungen und maximal zehn Jahre für stationäre Therapien. Außerdem sollte ganz konkret nach ärztlichen Behandlungen gefragt werden, nicht nach „Beschwerden und Gebrechen“.

Mehr dazu im Ratgeber Berufsunfähigkeitsversicherung

Julia Rieder

Expertin für Versicherungen

Staatliche Rente reicht nicht aus

  • Versichern Sie eine ausreichend hohe Rente.
  • Achten Sie auf die Leistung, nicht auf den Preis.
  • Wer Gesundheitsfragen falsch beantwortet, bekommt womöglich keine Leistung.

Von uns empfohlene Makler:

  • Hoesch & Partner
  • Buforum24
  • Zeroprov
  • Freche Versicherungsmakler
  • Blank & Partner
  • Thomas Kliem
  • Ritzerfeld & Partner
  • Meyer & Fritzsche

Arzt zurate ziehen

Es macht den Abschluss einer Versicherung zwar mühsam, aber Gesundheitsfragen sollten Sie nur nach Rücksprache mit Ihren Ärzten beantworten. Füllen Sie den Bogen nicht direkt im Gespräch mit dem Vermittler aus, sondern nehmen Sie sich Zeit. Passen die Antworten nicht alle auf das Formular der Versicherung, nehmen Sie ein zusätzliches Blatt Papier.

Am besten fordern Sie bei allen relevanten Ärzten Ihre Patientenakten an. Im Zweifelsfall ist das nicht nur der Hausarzt, sondern auch der Gynäkologe, der Hautarzt oder der Orthopäde. Denn immer wieder kommt es vor, dass Ärzte Diagnosen abrechnen, von denen Sie nichts wissen. Um sich an alle Arztbesuche der vergangenen Jahre zu erinnern, hilft oft der Blick in alte Kalender. Zusätzlich können Sie bei Ihrer Krankenkasse kostenlos eine sogenannte Versichertenauskunft anfordern. Sie enthält eine Liste aller ärztlichen Leistungen, die in den vergangenen 18 Monaten über die Krankenversicherung abgerechnet wurden.

Probeantrag nutzen

Wer Vorerkrankungen hat, muss mit höheren Beiträgen oder eingeschränktem Versicherungsschutz rechnen. Bei der Suche nach dem bestmöglichen Angebot helfen anonymisierte Risikovoranfragen.

Falls Sie in den Unterlagen Angaben entdecken, die falsch sein könnten, sollten Sie Ihren Arzt darauf ansprechen und um Korrektur bitten. Haben Sie Schwierigkeiten beim Ausfüllen des Bogens, fragen Sie am besten ebenfalls Ihren Arzt um Rat und sprechen die Fragen gemeinsam durch. So können Sie sicherstellen, dass die Antworten auf dem Gesundheitsfragebogen mit den Akten übereinstimmen. Denn geht es eines Tages tatsächlich um die Bewilligung einer Versicherungsleistung, beispielsweise einer Berufsunfähigkeitsrente, wird die Versicherung die Patientenakten anfordern.

Mit der Unterschrift auf dem Fragebogen müssen Sie Ihre Ärzte gegenüber der Versicherung von der Schweigepflicht entbinden. Sie sollten das nicht pauschal für alle Ärzte tun, sondern nur im Einzelfall auf Anfrage der Versicherung. Das ist sinnvoll, damit Sie nochmal mit dem betreffenden Arzt sprechen und ihn bitten können, seine Auskünfte streng auf den im Antrag erfragten Zeitraum zu begrenzen. Alternativ können Sie auch die geforderten Auskünfte von dem jeweiligen Arzt besorgen und an die Versicherung weiterreichen. So lässt sich verhindern, dass der Arzt versehentlich Angaben macht, die Ihnen schaden könnten.

Vorvertragliche Anzeigepflicht

Heben Sie alle Unterlagen auf, die Sie zum Ausfüllen der Gesundheitsfragen verwendet haben. Damit können Sie bei einem möglichen Streit besser belegen, dass Sie Ihre vorvertragliche Anzeigepflicht erfüllt haben.

Das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) regelt diese Anzeigepflicht des Versicherungsnehmers in Paragraf 19. Dort heißt es, der Kunde habe „bis zur Abgabe seiner Vertragserklärung die ihm bekannten Gefahrumstände, die für den Entschluss des Versicherers, den Vertrag mit dem vereinbarten Inhalt zu schließen, erheblich sind und nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat, dem Versicherer anzuzeigen“.

Risiko-Sportarten

Die Anzeigepflicht gilt nicht nur für Gesundheitsprobleme. Auch gefährliche Hobbys wie Tauchen oder Motorsport müssen Sie im Versicherungsantrag angeben, sofern danach gefragt wird.

Die Versicherung geht bei der Berechnung Ihres Beitrags davon aus, dass die Angaben bei den Gesundheitsfragen korrekt sind. Fehlen Auskünfte, besteht die Gefahr, dass Sie den Versicherungsschutz verlieren.

Die Versicherung kann den Vertrag anfechten, falls sich der Kunde den Versicherungsschutz „arglistig“ erschlichen hat, indem er beispielsweise Vorerkrankungen bewusst verschwiegen hat. In einem solchen Fall muss der Kunde bereits erhaltene Leistungen an die Versicherung zurückerstatten und verliert auch seine eingezahlten Beiträge. Das gilt allerdings nur innerhalb der ersten zehn Jahre nach Vertragsschluss. Danach verjährt die arglistige Täuschung. Außerdem muss die Versicherung beweisen, dass der Kunde sie absichtlich belogen hat und nicht aus Schusseligkeit oder falscher Scham falsche Angaben gemacht hat.

Die Versicherung kann den Vertrag bei arglistiger Täuschung sogar dann anfechten, wenn die verschwiegene Krankheit unerheblich für den Eintritt des Versicherungsfalls ist. So erging es einer Frau im Streit mit ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung: Die Klägerin konnte nicht mehr arbeiten, weil sie im Betrieb die Treppe hinuntergestürzt war und sich erheblich verletzt hatte. Bei Abschluss des Vertrags hatte sie allerdings verschwiegen, dass sie wegen eines Herzklappenfehlers, erhöhter Cholesterinwerte und Angstzuständen nach einem Autounfall bei mehreren Ärzten in Behandlung war. Die Versicherung musste nicht zahlen (OLG Karlsruhe, Urteil vom 7. April 2005, Az. 12 U 391/04).

Hat der Kunde aus Schludrigkeit unvollständige Angaben gemacht, kann das ebenfalls nachteilige Folgen haben. Der Versicherer darf den Vertrag beispielsweise binnen eines Monats kündigen oder rückwirkend die Beiträge erhöhen beziehungsweise Leistungen in bestimmten Fällen ausschließen. Welche Sanktionen die Versicherung ergreifen kann, hängt davon ab, wie fahrlässig der Kunde gehandelt hat und ob der Anbieter den Vertrag auch bei Kenntnis der verschwiegenen Umstände geschlossen hätte.

Kommt es zum Streit mit der Versicherung, sollten Sie nicht gleich klein beigeben. Für den Rücktritt des Versicherers vom Vertrag oder eine Vertragsanfechtung gibt es hohe gesetzliche Hürden. Oft scheitert der Versuch, den Vertrag aufzulösen, bereits an Formfehlern. Lassen Sie sich deshalb unbedingt von einem Fachanwalt für Versicherungsrecht beraten, wenn das Unternehmen nicht zahlen will.

Das Risiko, die vorvertragliche Anzeigepflicht zu verletzen, ist außerdem deutlich geringer, wenn ein Anbieter darauf verzichtet, die Police unter Berufung auf Paragraf 19 VVG anzupassen oder zu kündigen. In den Versicherungsbedingungen sollte dafür in etwa folgender Wortlaut enthalten sein: „Wir verzichten auf die Rechte aus Paragraf 19 VVG zur Vertragsanpassung und Kündigung, sofern die Anzeigepflichtverletzung unverschuldet erfolgt ist.“

Anspruch auf geringere Versicherungsprämie

Versicherer verlangen bei manchen Vorerkrankungen Risikozuschläge, die zusätzlich zum Versicherungsbeitrag anfallen. Das bedeutet aber nicht, dass der Kunde den erhöhten Beitrag bis ans Ende der Laufzeit des Versicherungsvertrags zahlen muss. Das Versicherungsrecht sieht vor, dass der Versicherungsnehmer verlangen kann, die Prämie zu senken, wenn von der früheren Erkrankung kein erhöhtes Risiko mehr ausgeht (§ 41 VVG).

Im Zweifel können Sie den Anspruch auf Herabsetzung der Versicherungsprämie auch gerichtlich durchsetzen. Das Landgericht Coburg urteilte, dass der Versicherungsnehmer die Streichung des Risikozuschlages beanspruchen kann, sobald das Risiko entfällt (26. September 2001, Az. 32 S 131/00).

In dem Fall war bei einem privat Krankenversicherten ein Rückenleiden nach Jahren ausgeheilt, sodass kein erhöhtes Krankheitsrisiko mehr bestand. Daher musste die Versicherung den Risikozuschlag streichen. Der Versicherte sollte aber die Heilung belegen können, zum Beispiel durch ein ärztliches Gutachten.

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Finanztip-Expertin für Versicherungen

Julia Rieder ist Expertin für Versicherungen und derzeit kommisarisch für das Thema Reise verantwortlich. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia Rieder an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Risiko­lebens­versiche­rung ohne Gesundheitsprüfung

Viele Verbraucher suchen nach einer Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung.

Leider wird die Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsfragen seit 2010 nicht mehr angeboten: Vorerkrankungen wirken sich auf die Höhe der Versicherungsbeiträge aus und müssen angegeben werden.

Die Risikolebensversicherung ist also für Raucher und Personen mit gesundheitlichen Beschwerden teurer als für Nichtraucher und Gesunde.

Während es bis 2010 noch möglich war, eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung abzuschließen, hat die Delta Lloyd, der zu diesem Zeitpunkt einzige Anbieter für Risikoversicherungen ohne Gesundheitsfragen, das Neugeschäft zum 17. März 2010 eingestellt. Die entsprechenden Tarife waren auch gegenüber Risikolebensversicherungen mit Gesundheitsfragen sehr teuer. Kein Wunder, schließlich kalkulieren die Versicherer die Beiträge anhand des Sterberisikos des jeweiligen Versicherten.

Liegen keine Angaben zu Erkrankungen und Lebenswandel des Versicherten vor, können relevante Risiken nicht berücksichtigt werden. Damit die entsprechenden Versicherungstarife dennoch rentabel blieben, wurde von einem sehr hohen durchschnittlichen Risiko ausgegangen, was sich auf die Beiträge ausgewirkt hat.

Insbesondere junge Menschen, mit einem geringen Sterberisiko haben bei der Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung also draufgezahlt. Mit einem Risikolebensversicherung Vergleich kann jeder seinen individuellen Tarif ermitteln. Bis zu einer Versicherungssumme von 250.000 Euro erhält man die Risikolebensversicherung ohne ärztliche Untersuchung. Es gilt dann nur, die Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag zu beantworten.

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Die Gesundheitsfragen der Risikolebensversicherung

Wer heute eine Risikolebensversicherung abschließen möchte, sollte sich auf einen umfangreichen Fragebogen einstellen. Es gibt dabei keinen einheitlichen Katalog an Gesundheitsfragen, jede Versicherungsgesellschaft kann unterschiedliche Daten erfragen. Jedoch beinhalten die Gesundheitsprüfungen in der Regel folgende Themen:

  • Körpergröße & Gewicht (Body-Mass-Index BMI)
  • Medikamenteneinnahme
  • zurückliegende Unfälle und Krankenhausaufenthalte
  • Allergien (z. B. Heuschnupfen)
  • Herz-Kreislauf Erkrankungen (z. B. Bluthochdruck)
  • Beschwerden mit Magen, Darm, Galle oder Leber (z. B. Gastritis)
  • Blasen & Nierenleiden (z. B. Nierensteine)
  • Hormon- oder Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes)
  • Infektionen (z. B. HIV)
  • Tumorerkrankungen (z. B. Brustkrebs)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparats (z. B. Bandscheibenvorfall)
  • Erkrankungen des Gehirn- und Nervenstystems (z. B. Migräne)
  • Psychische Beschwerden (z. B. Depression)
  • Erkrankungen der Sinnesorgane (z. B. Tinitus)
  • Rauschmitteleinnahme (z. B. Alkohol)
  • riskante Sportarten & Hobbies (z. B. Fallspringen)

Hier falsche oder unvollständige Angaben zu machen, um vielleicht Risikozuschläge zu vermeiden, zahlt sich im Übrigen nicht aus. Denn werden falsche Angaben gemacht, können Sie als Versicherter den Versicherungsschutz verlieren. Dies kann zur Folge haben, dass Ihre Angehörigen bei Ihrem Tod keine Leistungen aus der Versicherung erhalten, auch dann, wenn Sie jahrelang Beiträge in die Versicherung eingezahlt haben. Auch der Hausarzt muss angegeben werden.

Beispiele für Anträge zur Risikolebensversicherung

Es kommt nicht häufig vor, dass die Gesundheitsfragen zur Risikoversicherung von den Gesellschaften offen kommuniziert werden. Jedoch wollen viele Kunden bereits vorab einen Eindruck von den Annahmerichtlinien haben. Aus diesem Grund möchte risikolebensversicherung.de seinen Besuchern einige Beispiele für Antragsformulare mitgeben, die Aufschluss über Umfang und Inhalt der Gesundheitsfragen geben.

Anträge auf Risikolebensversicherungen im PDF-Format

Wer sich die Zeit nimmt, die Anträge der Versicherer durchzulesen, wird einige Gemeinsamkeiten feststellen:

  • Ab einer Versicherungssumme von 250000 (bzw. 300000) Euro müssen bereits durchgeführte prädiktive Gentests angegeben werden.
  • Der Zeitraum in denen Erkrankungen, ärztliche Untersuchungen und Behandlungen angegeben werden müssen, beschränkt sich meistens auf fünf bis zehn Jahre.
  • Davon ausgenommen ist Krebs oder eine HIV-Infektion, sie müssen immer angegeben werden.
  • Bei manchen Versicherern ist ab bestimmten Versicherungssummen ein Einkommensnachweis erforderlich.

Bei unseren Recherchen ist uns ein Versicherer positiv aufgefallen: Die Dialog Lebensversicherung AG stellt seinen Kunden ein PDF-Dokument mit dem Titel „Transparenz in den Annahmerichtlinien“ (Download öffnet sich im neuen Fenster) zur Verfügung, in dem klar geäußert wird, unter welchen Umständen ein RLV-Antrag in der Regel abgelehnt wird. Auch interessant: Für Menschen, die gerne Risikosportarten betreiben listen sowohl die Hannoversche als auch die Dialog genau auf, welche Aufpreise oder Ausschlüsse fällig werden.

Risikolebensversicherung Raucher

Raucher sterben im Durchschnitt ca. 7 Jahre eher als Nichtraucher. Dieses Risiko legen die Versicherer auf die Raucher um. Hier ist die Spanne sehr groß: Laut Stiftung Warentest (Finanztest Ausgabe Juni 2017) gibt es eine Spanne für Risikolebensversicherungen für Raucher von 400 Euro, ein gründlicher Vergleich zahlt sich also aus. Wichtig ist, dass man selbst, wenn man nur eine Zigarette pro Monat raucht, als Raucher eingestuft wird. Wer innerhalb des letzten Jahres geraucht hat muss eine Risikolebensversicherung für Raucher abschließen.

Der Gelegenheitsraucher ist hier eventuell geneigt, falsche Angaben zu machen. Wenn der Versicherungsfall dann eintritt könnten die Hinterbliebenen den Versicherungsschutz verlieren, wenn die Todesursache in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Rauchen steht. Wenn die Versicherung kulant ist, wird eventuell noch die Versicherungssumme ausgezahlt, die ein Raucher für die eingezahlten Beiträge erhalten hätte, so dass die Kosten der Risikolebensversicherung teilweise wieder zurück fließen.

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Gen-Tests bei Risikolebensversicherungen

Das schreibt die Versicherung

Es ist uns untersagt, die Mitteilung von Ergebnissen oder Daten aus bereits vorgenommenen genetischen Untersuchungen oder Analysen zu verlangen oder solche Ergebnisse oder Daten entgegenzunehmen oder zu verwenden. Diese Einschränkung gilt nicht, sofern eine Versicherungssumme von 300.000 Euro oder mehr vereinbart wird.

Das schreibt der Gesetzgeber

§ 18 Genetische Untersuchungen und Analysen im Zusammenhang mit dem Abschluss eines Versicherungsvertrages

(1) Der Versicherer darf von Versicherten weder vor noch nach Abschluss des Versicherungsvertrages

die Vornahme genetischer Untersuchungen oder Analysen verlangen oder die Mitteilung von Ergebnissen oder Daten aus bereits vorgenommenen genetischen Untersuchungen oder Analysen verlangen oder solche Ergebnisse oder Daten entgegennehmen oder verwenden.

Für die Lebensversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung, die Erwerbsunfähigkeitsversicherung und die Pflegerentenversicherung gilt Satz 1 Nr. 2 nicht, wenn eine Leistung von mehr als 300 000 Euro oder mehr als 30 000 Euro Jahresrente vereinbart wird.

(2) Vorerkrankungen und Erkrankungen sind anzuzeigen; insoweit sind die §§ 19 bis 22 und 47 des Versicherungsvertragsgesetzes anzuwenden.

. und das ist gemeint

Das bedeutet, dass falls man jemals einen Gen-Test durchführen lassen hat, diese Ergebnisse erst ab einer Versicherungssumme der Risikolebensversicherung von 300.000 Euro offen gelegt werden müssen. Die Versicherung darf jedoch keinen Gen-Test anordnen. Falls Vorerkrankungen bestehen, die durch den Gen-Test offenbart wurden, so müssen diese jedoch in jedem Fall angegeben werden!

Risikovoranfrage anstatt Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung?

Das Sorge ist nachvollziehbar: Wer sich nicht eines guten Gesundheitszustandes erfreut oder unweigerlich Risiken durch den Beruf trägt, könnte verunsichert sein, einen Antrag auf eine Risikolebensversicherung zu stellen. Ganz ungerechtfertigt ist diese Sorge nicht, denn Versicherer können risikobehaftete Kunden an das Hinweis- und Informationssystem (HIS) der deutschen Versicherungswirtschaft übermitteln. Das HIS ist eine Auskunftei, in der atypische Schadenshäufigkeiten, besondere Schadenfolgen, erschwerte Risiken und Auffälligkeiten im Schaden- und Leistungsfall gespeichert werden.

Welche Konsequenzen kann ein Eintrag in die Wagnisdatei haben?

Nehmen wir ein fiktives Beispiel: Ein Gerüstbauer, der für seine Familie eine Risikolebensversicherung abschließen möchte. Er stellt bei einer Versicherungsgesellschaft einen Antrag, der aufgrund seines hohen Berufsrisikos abgelehnt wird. Diese meldet wiederum an das HIS, dass der Antragssteller ein erschwertes Risiko darstellt. Worin sich das Risiko konkret manifestiert, steht nicht in der Mitteilung.

Der Gerüstbauer sucht allerdings weiter einen Hinterbliebenenschutz für seine Familie und stellt fleißig Anträge bei anderen Versicherungen. Die wiederum prüfen im Hinweis-und Informationssystem, ob über den Handwerker ein Eintrag vorliegt. Und tatsächlich! Ein erschwertes Risiko! Der Antragssteller wurde bei einer anderen Versicherungsgesellschaft bereits abgelehnt. Er hat zwar immer wahrheitsgemäß angegeben, dass er Gerüstbauer ist, aber er könnte aus Sicht der Versicherer ja andere Risiken in der Zwischenzeit unterschlagen. Eine eingehende Prüfung bedeutet einen Mehraufwand. Der einfachere Weg ist, den Antrag einfach abzulehnen. So kommt der Handwerker nie zum dringend benötigten Versicherungsschutz.

Zugegeben: Diese Darstellung ist ein wenig überspitzt und ihr ermangelt es nicht einer gewissen Polemik. Grundsätzlich ist das HIS im Interesse von Versicherungskunden, da es unberechtigte Ansprüche, die aufgrund von falschen Angaben gemacht werden, abwehren kann. Schließlich ist es der Zweck einer Versicherungsgemeinschaft, das Risiko des Einzelnen auf die Gesamtheit zu verteilen. Dabei muss sich jeder Einzelne darauf verlassen können, dass die Prämien dem jeweiligen abzusichernden Risiko entsprechen und er nicht fälschlicherweise mit Kosten belastet wird, die durch den Versicherungsbetrug anderer entstehen. Allerdings kann es auch dazu führen, dass Verträge abgelehnt werden. Zwar wird dies vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. vehement abgestritten, allerdings stellt sich hier die berechtigte Frage, wie das geprüft werden soll.

Welche Möglichkeiten haben Verbraucher, einen Eintrag ins HIS zu verhindern?

Um einem Eintrag in die Wagnisdatei zu entgehen, ist es am besten eine (anonyme) Risikovoranfrage über einen Versicherungsmakler zu stellen. Dabei füllen Sie (natürlich unbedingt wahrheitsgemäß!) einen Fragebogen zu Ihrem Gesundheitszustand aus. Mit diesem Fragebogen stellt Ihr Makler eine Vorabanfrage bei den Gesellschaften, holt Angebote ein und kann so feststellen, ob Sie versicherbar sind und welche Kosten daraus entstehen.

Allerdings lassen sich auch nicht alle Versicherer auf dieses anonyme Verfahren ein. In einem persönlichen und vertraulichen Gespräch mit Ihrem Versicherungsmakler werden Sie am ehesten herausfinden können, welches Vorgehen für Sie das Beste ist. Einen Kontakt zu einem unserer Experten, können Sie über dieses Formular anfordern.

Wie kann ich erfahren, ob ein Eintrag über mich vorliegt?

Das Unternehmen informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH betreibt die Wagnisdatei der Versicherungswirtschaft. Sie verpflichtet sich zur Auskunft gegenüber Verbrauchern. Privatpersonen können einmal im Jahr auf postalischem Wege in Erfahrung bringen, ob ein Eintrag über Sie vorliegt. Auf der Webseite des IRFP finden Sie bereits vorgefertigte Formulare zum Ausdrucken.

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Abbau von Risikozuschlägen

Auch wenn eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsfragen nicht möglich ist, sollte man sich von höheren Risikozuschlägen nicht abschrecken lassen. Denn Sie können unter Umständen mit der jeweiligen Versicherungsgesellschaft einen späteren Abbau der Risikozuschläge vereinbaren. Dies ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören oder aber der Heilungsprozess einer bei Vertragsabschluss bestehenden Krankheit abgeschlossen wird. Wichtig ist es, die Versicherungsgesellschaft vor Abschluss der Police auf diese Möglichkeit anzusprechen, da der Versicherer nicht dazu verpflichtet ist, den Tarif zu Ihren Gunsten neu zu kalkulieren. Häufig zeigen sich die Versicherer aber kulant, wenn es um eine entsprechende Vereinbarung im Vorfeld geht.

Die richtige Risikolebensversicherung finden

Wenn Sie das Ergebnis einer Gesundheitsprüfung befürchten, empfiehlt es sich umso mehr, die Beratung durch einen unabhängigen Experten in Anspruch zu nehmen. Denn die verschiedenen Versicherungsgesellschaften beurteilen verschiedene Krankheitsbilder und Risikofaktoren unterschiedlich. So kann eine körperliche Beschwerde bei einem Versicherer zu einem moderaten Zuschlag führen, während sich das gleiche Risiko bei einem anderen Versicherer sehr stark auf den Versicherungsbeitrag auswirkt.

Auch mit der Einführung der neuen Unisex-Tarife wird eine Beratung noch wichtiger. Denn die Versicherungsgesellschaften mussten ihre Tarife neu kalkulieren. Dadurch sind vorher sehr günstige Tarife zum Teil erheblich teurer geworden. Laut dem Risikolebensversicherung Test von Stiftung Warentest im April 2013 zahlen Frauen durchschnittlich 31% drauf, Männer sparen nur 9%. Empfehlungen aus der Zeit vor der Uni-Sex-Umstellung sind also nur noch teilweise zutreffend!

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Sterbegeldversicherung als Alternative zur Risikolebensversicherung?

Manchmal nutzen alle Maßnahmen nichts, die wir auf dieser Seite vorgestellt haben. Einige Wenige haben das Pech, dass sie von keiner Versicherungsgesellschaft eine Police bekommen oder die Kosten dafür exorbitant hoch liegen dürften. Dies kann zum einen an zu vielen und zu schwerwiegenden Vorerkrankungen liegen, zum anderen an einem zu hohen Eintrittsalter oder gefährlichen Beruf.

Die Sterbegeldversicherung ist, wie die Risikolebensversicherung, ein Versicherungsprodukt, das Hinterbliebenen eine Versicherungssumme ausbezahlt, sollte die versicherte Person sterben. Allerdings gibt es im Gegensatz zur Risikolebensversicherung keine Laufzeit. Der Versicherer steht also in einer unbedingten Leistungspflicht, was wiederum bedeutet, dass die Versicherungssumme in jedem Fall ausgezahlt wird (einleuchtend, denn kein Versicherungsnehmer lebt ewig).

Eine Sterbegeldversicherung ist deshalb als Alternative zur Risikolebensversicherung in Betracht zu ziehen, da (je nach Gesellschaft und Tarif)

  • die Aufnahme ohne Gesundheitsfragen erfolgen kann.
  • in einigen Fällen ein Eintrittsalter über 85 Jahre hinaus möglich ist.

Allerdings tun wir uns schwer, Ihnen eine eindeutige Empfehlung für dieses Produkt auszusprechen. Bitte berücksichtigen deshalb folgende Einschränkungen:

  • Eine Sterbegeldversicherung hat den Zweck, die Kosten einer Bestattung zu tragen. Sie ist keine vollumfängliche Hinterbliebenenabsicherung wie die Risikolebensversicherung, denn es ist oft nur eine Versicherungssumme bis höchstens 10.000 bzw. 25.000 Euro möglich.
  • Wer keine Gesundheitsfragen beantwortet, muss eine Wartezeit in Kauf nehmen. Stirbt der Versicherte in diesem Zeitraum, erhalten die Hinterbliebenen nur einen Teil der eingezahlten Beiträge zurück.
  • Einige Tarife sind äußerst unrentabel für den Versicherungsnehmer. Vor Abschluss gilt es, Kosten und Leistung in ein vernünftiges Verhältnis zu setzen.

Da bereits die Bestattungskosten bei geringen Reserven ein existenzielles Risiko für die Angehörigen darstellen können, kann eine Sterbegeldversicherung helfen, diese Absicherungslücke zu schließen. Falls Sie eine Beratung zur Sterbegeldversicherung wünschen, können Sie sie hier anfordern.

Falschangaben bei den Gesundheitsfragen

Ein Gericht hat nun entschieden: Der Arzt darf schweigen.

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Gesund­heits­fragen: Was Sie der Versicherung sagen müssen

Durch­leuchtet. Vor ihrer Versicherung dürfen Kunden nur sehr wenig geheimhalten.

Wer eine Versicherung abschließen will, muss im Antrag oft Auskunft über seine Gesundheit geben. Schon kleinste Ungenauigkeiten können gravierende Folgen haben.

Versicherer sind neugierig. Bevor sie mit einem Neukunden einen Vertrag eingehen, muss der sich offen­baren. Sie verlangen Auskunft über seine Gesundheit. Versucht der Antrag­steller zu schummeln, kann das fatale Folgen haben. Im schlimmsten Fall wird der Vertrag nichtig. Dann erhält der Kunde keine Leistung, und jahre­lang einge­zahlte Beiträge sind weg.

Interes­sieren sich alle Versicherer für meine Krankheiten?

Nein. Den Gesund­heits­zustand eines Antrag­stel­lers erfragen Versicherer nur für Policen rund um Leben und Gesundheit ( siehe Kasten), nicht aber für Sach­versicherungen wie Hausrat- oder Kfz-Police.

Gibt es Fragen, die die Assekuranzen nicht stellen dürfen?

Die Gesell­schaften dürfen nach allem fragen, was sie brauchen, um das Krank­heits­risiko eines Neukunden einzuschätzen. Nur die Frage nach Gentests ist teils verboten. Laut Gendiagnostikgesetz dürfen Versicherer nicht verlangen, dass sich jemand auf erblich bedingte Krank­heits­risiken testen lässt. Die Ergeb­nisse von Tests, die der Kunde hat machen lassen, sind zumindest für private Kranken­versicherer tabu. Für eine Lebens-, Berufs- oder Erwerbs­unfähigkeits- oder eine Pflegerenten­versicherung müssen Kunden vorhandene Tests dagegen häufig ab einer bestimmten Versicherungs­höhe offen­baren.

Muss ich sagen, dass mich ein anderer Versicherer schon abge­lehnt hat?

Wenn der Versicherer danach fragt, ja. Gleiches gilt, wenn man Sie nach weiteren laufenden Anträgen fragt oder wissen will, welche Policen Sie bereits besitzen.

Was passiert, wenn ich Fragen im Antrag durch­streiche oder offen lasse?

Auch wenn Ihnen bestimmte Fragen unangenehm sind, sollten Sie sie nicht auslassen. Sonst besteht die Gefahr, dass der Versicherer den Antrag nicht bearbeitet. Und selbst wenn Sie die gewünschte Police erhalten, kann Ihnen die fehlende Antwort später zum Verhäng­nis werden, wenn Sie Leistungen von der Versicherung wollen.

Allerdings müssen Sie nur offenlegen, was ausdrück­lich von Ihnen verlangt wird. Fragt der Versicherer etwa nach ambulanten Unter­suchungen und Behand­lungen der vergangenen fünf Jahre, brauchen Sie eine ambulante Ultra­schall­unter­suchung vor sechs Jahren nicht anzu­geben – voraus­gesetzt, es gab seitdem keine Nach­unter­suchung oder Folgebe­hand­lung.

Muss ich jeden Schnupfen angeben?

Bagatel­lerkrankungen brauchen Sie nicht zu nennen. Jedoch sollten Sie sich nicht auf Ihre eigene Einschät­zung verlassen. Beschwerden, die Ihnen belang­los erscheinen, können aus medizi­nischer Sicht bedeut­sam sein. So hat etwa das Ober­landes­gericht Karls­ruhe kürzlich einem Bauschlosser die Berufs­unfähigkeits­rente wegen eines Rückenleidens aberkannt. Er hatte im Versicherungs­antrag unter anderem eine drei­tägige Krank­schreibung wegen Schulter­beschwerden verschwiegen (Az. 12 U 140/12).

Fällt es über­haupt auf, wenn ich schummle oder etwas vergesse?

Davon müssen Sie ausgehen. Sie sind verpflichtet, Ihre Ärzte, andere Versicherer und Ihre Krankenkasse von der Schwei­gepflicht zu entbinden. Wenn Sie eine Leistung von der Assekuranz wollen, fragt diese dort nach und kann auch Ihre Patienten­akten anfordern. Sie können lediglich verlangen, dass der Versicherer Sie vor jeder einzelnen Anfrage um Erlaubnis bittet.

Zudem haben die Gesell­schaften Zugriff auf alle Informationen, die in einer gemein­samen Daten­bank der Versicherer hinterlegt sind, im „Hinweis- und Informations­system“ (HIS). Dort landen Namen von Kunden, die schon einmal eine Versicherung beantragt haben, aber abge­lehnt wurden. Die privaten Kranken­versicherer besitzen ein eigenes System, über das sie solche Informationen austauschen.

Was passiert, wenn Falsch­angaben heraus­kommen?

Kann der Versicherer einem Kunden nach­weisen, dass er absicht­lich gelogen hat, um eine Police zu bekommen oder sich nied­rigere Beiträge zu sichern, darf er den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten. Kunden verlieren dann ihren Vertrag und müssen bereits erhaltene Leistungen zurück­zahlen. Ihre Beiträge behält der Versicherer ein. Mit dieser Vorgeschichte wird es schwierig bis unmöglich, noch einmal eine neue Versicherung zu bekommen. Ähnlich sind die Folgen, wenn jemand zwar nicht betrügen wollte, aber grob fahr­lässig gehandelt hat.

Was gilt, wenn ich nur vergesse, etwas anzu­geben?

Auch versehentliche Falsch­angaben können nach­teilige Folgen haben. Der Versicherer kann den Vertrag kündigen, er kann rück­wirkend ab Vertrags­beginn höhere Beiträge verlangen oder die Versicherungs­leistungen zusammen­streichen. Wie gravierend die Sanktionen sind, hängt vom Grad der Fahr­lässig­keit ab und davon, ob der Versicherer über­haupt einen Vertrag geschlossen hätte, wenn er von der verschwiegenen Krankheit gewusst hätte.

In der Berufs­unfähigkeits­versicherung spielt es auch eine Rolle, ob die verschwiegene Krankheit mit der inzwischen einge­tretenen Berufs­unfähigkeit zu tun hat.

Wie lange kann ich für falsche Angaben belangt werden?

Wenn jemand mit Absicht oder grob fahr­lässig die Unwahr­heit gesagt oder etwas verschwiegen hat, muss er zehn Jahre lang damit rechnen, seinen Versicherungs­schutz zu verlieren. Die Frist läuft ab Vertrags­schluss. Hat jemand in betrügerischer Absicht gehandelt, kann der Versicherer unter bestimmten Umständen sogar noch Jahr­zehnte später Geld zurück­fordern.

Wer einfach etwas verschusselt hat – Juristen sprechen von „einfacher Fahr­lässig­keit“ –, kann bis zu fünf Jahre nach Vertrags­schluss Ärger bekommen. In der Kranken­versicherung allerdings gilt eine Frist von drei Jahren, sowohl für grob fahr­lässige Falsch­angaben als auch für schlichte Vergess­lich­keit.

Was ist von Angeboten ohne Gesund­heits­fragen oder mit „vereinfachter Gesund­heits­prüfung“ zu halten?

Wer wegen einer schweren Krankheit sonst gar keinen Vertrag bekäme, hat so vielleicht eine Chance. Top-Konditionen sind auf diesem Weg eher nicht zu ergattern. Manchmal preisen die Unternehmen das höhere Risiko in die Beiträge ein, oder sie reduzieren die Leistungen oder sichern sich über längere Warte­zeiten ab. Mitunter schließen sie auch eine Liste von Krankheiten von der Leistung aus. Dann haben Kunden nur einen lückenhaften Versicherungs­schutz. Häufig treffen die Gesell­schaften zudem eine Vorauswahl, welche Kunden sie mit solchen Angeboten ansprechen wollen. Oder sie sieben mit dem vereinfachten Fragebogen mögliche Risikopatienten heraus: Wenn die bestimmte Fragen mit „ja“ beant­worten, müssen sie doch das ausführ­liche Formular ausfüllen.

Welche Formulierungen im Antrag sind für Kunden besonders heikel?

Kritisch sind Fragen, die sich nicht eindeutig oder nicht objektiv beant­worten lassen. Für Kunden ist es zum Beispiel besser, konkret nach Unter­suchungen, Behand­lungen, fehlenden Zähnen oder vom Arzt verschriebenen Medikamenten gefragt zu werden als etwa nach „Beschwerden“ oder „Gebrechen“.

Skeptisch sollten sie auch werden, wenn der abge­fragte Zeitraum nicht klar definiert ist. Das erhöht das Risiko, etwas zu vergessen. Wer mehrere gleich gute Angebote zur Auswahl hat, sollte daher die Anträge mit den konkreten und zeitlich begrenzten Fragen bevor­zugen.

Wie reagiere ich richtig, wenn mir erst nach Vertrags­schluss auffällt, dass ich etwas vergessen habe?

Wenn im Antrag danach gefragt war, sollten Sie die Information nach­reichen. Dann kann es zwar sein, dass Sie höhere Beiträge zahlen müssen. Das ist aber immer noch besser, als im Nach­hinein den Versicherungs­schutz zu verlieren.

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Источники: http://www.finanztip.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/gesundheitsfragen/, http://risikolebensversicherung.de/ohne-gesundheitspruefung/, http://www.test.de/Gesundheitsfragen-Was-Sie-der-Versicherung-sagen-muessen-4648167-4648172/

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