Gesetzliche rente bei berufsunfähigkeit

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Gesetzliche rente bei berufsunfähigkeit

Gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung

Das am 01.01.2001 in Kraft getretene „Gesetz zur Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit“ hat einige drastische Änderungen in Bezug auf die gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung eingeführt. Als berufsunfähig galt bis dato jeder, dessen Erwerbsfähigkeit in dem von ihm ausgeübten Beruf aufgrund einer Krankheit oder Behinderung mehr als zur Hälfte gemindert war. Bestand also am 31.12.2000 noch ein Anspruch auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung und somit ein Anspruch auf eine Berufsunfähigkeitsrente vom Staat, so bleibt dieser bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres unter Fortgeltung der bisherigen Hinzuverdienstregelungen bestehen, sofern die Voraussetzungen für die Leistungsbewilligung weiter vorliegen. Alle nach dem 01.01.1961 Geborenen sind im Falle einer Berufsunfähigkeit allerdings nicht mehr über eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung versichert.

Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung wird abgeschafft – Konsequenzen

Die bisherige Berufsunfähigkeitsrente wird durch eine in drei Stufen unterteilte Erwerbsminderungsrente ersetzt. Ein entscheidendes Manko dieser neuen Regelung ist die Tatsache, dass die Verweisung auf alle Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt möglich ist. Es kann also z.B. passieren, dass ein ehemals leitender Angestellter einen Job an der Kasse eines Supermarktes übernehmen oder ein Wissenschaftler als Pförtner arbeiten muss.

Ein weiterer zentraler Nachteil ist, dass die ohnehin knappe Erwerbsminderungsrente in gewissen Fällen nur anteilig bezahlt. Weiteres regelt ein Stufensystem, das den Grad der Erwerbsminderung über die jeweils möglichen Arbeitsstunden definiert und dementsprechend Leistungsanteile zuordnet:

  • „Wer noch mindestens sechs Stunden pro Tag arbeiten kann, erhält keine Leistung.“
  • „Wer zwischen drei und unter sechs Stunden pro Tag arbeiten kann, erhält die halbe Erwerbsminderungsrente.“
  • „Wer weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten kann, erhält die volle Erwerbsminderungsrente.“

Weitere Neuerungen lassen sich wie folgt zusammenfassen: Empfänger einer halben Erwerbsminderungsrente, die keinen Teilzeitarbeitsplatz finden, erhalten die volle Erwerbsminderungsrente. Die Resterwerbsfähigkeit wird in der Regel durch eine ärztliche Untersuchung durch einen Arzt des Versicherungsträgers und/ oder externe Gutachter festgestellt. Hier kann es allerdings passieren, dass es sogar zu einem Rechtsstreit bezüglich der Resterwerbsfähigkeit kommt. Wer vor dem vollendeten 63. Lebensjahr eine Erwerbsminderungsrente bezieht, wird mit einem Rentenabschlag von 10,8 Prozent belegt. Für die Hinterbliebenen mindert sich zudem die Hinterbliebenenrente, wenn der Versicherte als Nichtrentenbezieher vor Vollendung des 63. Lebensjahres stirbt.

Beginn der Rentenauszahlung – Rechtzeitig Erwerbsminderungsrente beantragen!

Für die Rente aufgrund von Erwerbsminderung muss ein Antrag an den zuständigen Rentenversicherungsträger gestellt werden. Wenn der Antrag innerhalb von drei Kalendermonaten nach Eintritt der Erwerbsminderung gestellt wird, dann beginnt die Rente von dem Monat an, zu dessen Beginn die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Bei Stellung des Antrages nach Ablauf der dreimonatigen Frist, beginnt die Rentenzahlung im Monat der Antragstellung.

Dauer der Rentenauszahlung – Wiederholt Erwerbsminderungsrente beantragen!

Vor der Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit wurden die Renten in der Regel ohne zeitliche Begrenzung gezahlt. Seit dem 01.01.2001 werden sie nur noch als Zeitrenten gewährt, die auf drei Jahre begrenzt sind und danach wieder neu beantragt werden müssen.

Höhe der Rentenauszahlung

Errechnen Sie Ihren ungefähren Anspruch bei teilweiser Erwerbsminderung. Suchen Sie aus der Tabelle der Einkommensklassen Ihre Bruttoeinkommensklasse heraus und multiplizieren Sie Ihr monatliches Bruttoeinkommen mit dem in der Tabelle unter Ihrer Einkommensklasse angegebenen Faktor. Das Ergebnis ist ein überschlägig berechneter Anspruch auf die halbe Erwerbsminderungsrente.

Tabelle der Einkommensklassen

Beispiel: Angenommen, Ihr monatliches Bruttoeinkommen beträgt 3.700 EUR und Sie leben in den alten Bundesländern: Rechnung: 3.700 EUR x 0,16 = 592 EUR halbe Rente bei Erwerbsminderung

Anspruch auf Rentenauszahlung

Nicht jeder hat Anspruch auf die Rentenzahlung. Sehr wichtig für Berufsanfänger ist, dass vor Ablauf einer Mindestversicherungszeit von fünf Jahren im Falle einer Erwerbsminderung in der Regel kein Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung besteht. In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit belegt sein.

Für die Wartezeit zählen mit:

  • Beitragszeiten (Pflicht- und freiwillige Beiträge)
  • Kindererziehungszeiten
  • Zeiten aus Zuschlägen für eine geringfügig versicherungsfreie Beschäftigung (400-Euro-Job)
  • Zeiten aus dem Versorgungsausgleich und dem Rentensplitting unter Ehegatten
  • Zeiten geringfügiger Beschäftigung mit Beitragszahlung des Arbeitnehmers
  • Ersatzzeiten (z.B. Kriegsdienst)

Es existieren allerdings einige Ausnahmen und Sonderregelungen, unter denen die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren vorzeitig erfüllt ist:

  • Ein Fall wäre, wenn man wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit, einer Wehrdienst- oder Zivildienstbeschäftigung oder wegen politischen Gewahrsams vermindert erwerbsfähig geworden ist. Hier genügt schon ein einziger Beitrag zur Rentenversicherung aus. Im Falle des Eintretens einer Berufskrankheit oder eines Arbeitsunfalls gilt dies nur, wenn man zum Zeitpunkt der Erkrankung oder des Unfalls versicherungspflichtig gewesen ist. Anderenfalls muss man mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit in den letzten zwei Jahren davor gezahlt haben.

Ist Ihr Interesse an einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund der erheblichen Mängel der gesetzlichen Vorsorge gestiegen? Kontaktieren Sie uns für einen Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich und –Abschluss!

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Gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente für vor 1961 geborene

Für alle Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung gilt seit dem Jahr 2001 die Erwerbsminderungsrente. Eine Ausnahme sind Personen, die vor 1961 geboren sind. Diese erhalten im Falle der Fälle eine Berufsunfähigkeitsrente. Aber auch dann muss mit Einschränkungen gerechnet werden.

1. Januar 1961 und 2001 als Stichtage

Die gesetzliche Rentenversicherung ist seit der Wende zum neuen Jahrtausend ständig im Wandel und hat mit dem Stichtag 1. Januar 2001 einen gravierenden Einschnitt erfahren. Ab diesem Datum wird aufgrund von zeitweiser oder dauerhafter Arbeitsunfähigkeit keine Berufsunfähigkeitsrente, sondern nur noch eine Erwerbsminderungsrente gezahlt. Die Berufsunfähigkeitsrente bemisst sich am erlernten bzw. zuletzt ausgeübten Beruf, die Erwerbsminderungsrente hingegen an der prinzipiellen Fähigkeit einer Arbeit nachzugehen.

Nach wie vor beziehen all jene, die vor dem 1. Januar 1961 geboren sind, eine Berufsunfähigkeitsrente – allerdings nur Altfälle, die vor dem Stichtag 1. Januar 2001 die Rente beantragt haben. Für alle anderen gilt ebenfalls die neue Erwerbsminderungsrente. Der Staat wollte mit dem Festsetzen dieses Stichtags eine gleitende Veränderung des gesetzlichen Rentensytems bzgl. Berufsunfähigkeit einleiten.

Ein Unfähigkeitsgrad von mind. 50% erforderlich

Die Feststellung einer Berufsunfähigkeit nach dem alten System erfolgte auf Grundlage des erlernten oder zuletzt ausgeübten Berufs. Krankheit, Körperverletzung oder der sehr vage Begriff „Kräfteverfall“, früher auch „Verschleißerscheinung“ genannt, in einem Grad von mindestens 50% sind die Voraussetzungen für einen Rentenanspruch. In einem artfremden Beruf arbeiten müssen Sie bei der alten Regelung nicht.

Allerdings ist die Definition „Kräfteverfall“ sehr dehnbar und wird vom medizinischen Dienst der Krankenkassen sehr unterschiedlich ausgelegt. So hat es schon Gerichtsprozesse gegeben, in denen ein vom Hausarzt festgestelltes Burn-out-Syndrom dazu zählt und andere Prozesse, wo es nicht anerkannt wurde. Diese Umstände können die Auszahlung der für den Lebensunterhalt benötigten Rente erheblich hinauszögern.

„Neue“ Erwerbsminderung hat schlechtere Leistungen

Die neue Erwerbsminderungsrente bedeutet im Grunde genommen eine Verschlechterung für die Betroffenen. Maßstab für die Gewährung der Rente ist seit 2001 nicht länger der erlernte oder ausgeübte Beruf, sondern die Erwerbsfähigkeit überhaupt, ganz gleich, für welchen Beruf. Theoretisch könnte demnach ein angestellter Manager, der infolge einer Krankheit nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann, dennoch als erwerbsfähig (etwa mit leichter Bürotätigkeit oder als Pförtner) eingestuft werden.

Jetzt muss der Versicherte, falls eine teilweise Berufsfähigkeit festgestellt wird, jeden Beruf annehmen, der ihm von der Rentenkasse zugemutet wird. Unter Umständen muss also ein Akademiker mit drei Doktortiteln, der vorher in der Forschung gearbeitet hat, als Klomann arbeiten oder sich einer Umschulung unterziehen, um teilweise wieder erwerbstätig zu sein. Es sei denn, er hat rechtzeitig vorgesorgt und einen Privatschutz abgeschlossen. Mit einer Berufsunfähigkeitsrente nach dem alten Modell stehen Betroffene also auf den ersten Blick scheinbar besser dar. Der erste Eindruck trügt allerdings.

Die Einschränkungen und Regelungen

Eine Berufsunfähigkeitsrente vom Staat erhalten Sie auch als vor 1961 Geborener bei einem neu eingetretenen Fall nur bedingt, Sie müssen nämlich vorher mindestens 60 Monate lang in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben. Zudem muss der Anspruchsfall vor dem Stichtag 1. Januar 2001 erfolgt sein. Sie dürfen sich zudem an der Rente nicht bereichern und müssen alles an Kapital und Vermögen aufzehren, was über ihren monatlich erzielten Bruttolohn hinausgeht. Auch der Hinzuverdienst ist streng geregelt und umfasst maximal knapp unter 750 Euro. Mit dem Erreichen des Renteneintrittsalters von 65 Jahren erlischt die Leistung, gezahlt wird jetzt die Altersregelrente.

Um den Gang zum Sozialamt zu vermeiden, ist der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung daher in jedem Fall anzuraten. Denn mehr als 27% des zuletzt bezogenen Bruttolohns sind mit der gesetzlichen Rente auch nach dem alten Rentensystem in keinem Fall zu erreichen. Veränderte Lebensumstände, gestiegene Ansprüche und die Unsicherheiten einer möglichen Inflation erhalten durch eine zusätzliche Privatabsicherung ein beruhigendes Sicherheitsnetz für Ihre Zukunft.

Warum Sie sich nicht auf die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente verlassen sollten:

  • Nie mehr als 27 Prozent des zuletzt erhaltenen Bruttolohns
  • Vermögen und Kapital müssen aufgezehrt werden
  • Zuverdienst nur bis 750 Euro möglich
  • Altersarmut und Gang zum Sozialamt drohen

Vergleichen Sie daher einmal in aller Ruhe die Tarife für eine private Berufsunfähigkeitsversicherung und sehen Sie auch bei Berufsunfähigkeit mit Zuversicht in die Zukunft.

Sozialmedizinisches Glossar

Sozialmedizinisches Glossar für die Deutsche Rentenversicherung

Berufsunfähigkeit

In der gesetzlichen Rentenversicherung kann seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit zum 1.1.2001 ein Rentenanspruch aufgrund von Berufsunfähigkeit nur noch von denjenigen Versicherten geltend gemacht werden, die vor dem 2.1.1961 geboren wurden (§ 240 SGB VI – Gesetzliche Rentenversicherung – Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit). Der Begriff der Berufsunfähigkeit entspricht dabei im Wesentlichen dem Begriff des bis 31.12.2000 geltenden § 43 Abs. 2 SGB VI .

Berufsunfähig sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung ihren bisherigen versicherungspflichtigen Beruf nicht mehr mindestens 6 Stunden täglich ausüben können und die unter Berücksichtigung ihres sozialmedizinisch festgestellten Leistungsvermögens und der Qualität ihres bisherigen Berufs (Berufsschutz) nicht mehr auf eine ihren Kräften und Fähigkeiten entsprechende zumutbare berufliche Tätigkeit verwiesen werden können. Sie verfügen allerdings noch über eine nur qualitativ eingeschränkte Erwerbsfähigkeit von mindestens 6 Stunden täglich, so dass eine Erwerbsminderung gem. § 43 SGB VI i. d. F. ab 1.1.2001 nicht besteht.

Der Begriff der Berufsunfähigkeit ist auch im Bereich der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung – die von den Lebensversicherern auch als Zusatzversicherung angeboten wird – von Bedeutung. Berufsunfähigkeit im Sinne der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung kann vorliegen, wenn eine Krankheit, Körperverletzung oder ein Kräfteverfall ärztlich nachgewiesen ist und hieraus eine Beeinträchtigung der konkret zuletzt ausgeübten Tätigkeit voraussichtlich dauernd – mindestens aber 6 Monate ununterbrochen – von 50 % (alternativ je nach Versicherungsvertrag auch 25, 75 oder 100 % ) abzuleiten ist.

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Источники: http://www.berufsunfaehigkeitsversicherung-experten.com/gesetzliche-berufsunfaehigkeitsversicherung.html, http://www.krankenversicherung-vergleich.de/magazin/gesetzliche-berufsunfaehigkeitsrente-vor-1961-geborene/, http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/3_Infos_fuer_Experten/01_sozialmedizin_forschung/01_sozialmedizin/08_sozmed_glossar/Functions/Glossar.html?cms_lv2=238956&cms_lv3=214914

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