Gehaltsumwandlung altersvorsorge

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Betriebliche Altersvorsorge: Nachteile oft erst im Alter erkennbar

Um ihren Ruhestand finanziell abzusichern, bauen viele Arbeitnehmer auf die betriebliche Altersvorsorge. Doch Nachteile schmälern die Auszahlung im Alter teilweise erheblich. Für manche Sparer entwickelt sich diese Form der Altersvorsorge sogar zum Minusgeschäft. Schuld daran sind mehrere Faktoren. So wissen viele Menschen gar nicht, dass die Auszahlungen aus der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) nachgelagert versteuert werden. Das Hauptproblem liegt jedoch bei der sogenannten Entgeltumwandlung – also genau dem Aspekt, der bei der Betriebsrente oft positiv hervorgehoben wird.

Betriebliche Altersvorsorge: Nachteile reduzieren den Ertrag

Die Entgeltumwandlung bei der betrieblichen Altersvorsorge wird von Sparern meist nicht als Nachteil wahrgenommen. Denn während der Einzahlungsphase hat diese vorrangig positive Auswirkungen. Da die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge aus dem Bruttogehalt des Arbeitnehmers gezahlt werden, bleibt einerseits mehr vom Nettoeinkommen übrig als wenn die Einzahlung erst nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge vorgenommen wird. Andererseits verringern sich diese Sozialversicherungsbeiträge durch den effektiv geringeren Bruttolohn. Hier sparen Arbeitnehmern also vorerst.

Beispiel: Ein Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen von 2.500 Euro monatlich zahlt zirka 519 Euro an Sozialabgaben. Gehen vom Einkommen allerdings monatlich 200 Euro an die Betriebsrente, reduzieren sich die Abgaben um mehr als 40 Euro – Der Angestellte zahlt nur noch 478 Euro für Pflege-, Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung (Stand 2017).

Doch gerade die geringeren Rentenbeiträge haben bei der betrieblichen Altersvorsorge einen Nachteil. Wer weniger in die Rentenkasse einzahlt, erhält bei Renteneintritt auch entsprechend weniger Rente. Diese Differenz muss die Betriebsrente erst einmal ausgegleichen. Andernfalls lohnt sie sich nicht.

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Betriebliche Altersvorsorge: Nachteile werden durch Einmalauszahlung verstärkt

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) zeigt in einem Beispiel, dass sich die Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge sogar noch verstärken. Denn sowohl bei einer monatlichen Betriebsrente als auch bei einer einmaligen Auszahlung des angesparten Kapitals wird in der Regel der volle Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag fällig – zumindest dann, wenn man gesetzlich krankenversichert ist. Bei einer Einmalauszahlung wird dieser Beitrag für die Dauer von 120 Monaten anteilig vom Renteneinkommen abgezogen. In dem Beispiel der SZ muss der Ruheständler bei einer einmaligen Auszahlung von rund 24.374 Euro für die nächsten zehn Jahre 35,64 Euro zusätzlich für die Pflege- und Krankenversicherung aufbringen – jeden Monat. Zusammen mit den fälligen Steuern reduziert sich die Betriebsrente auf rund 14.000 Euro.

Mit der Reform der Betriebsrente sieht die Regierung keine Änderungen vor, um die Nachteile in der bAV abzubauen.

Lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge trotz Nachteile?

Nachgelagerte Besteuerung, geringere gesetzliche Rente, zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge bei der betriebliche Altersvorsorge – bei diesen Nachteilen müssen sich Verbraucher fragen, ob sich die sonst so gelobte Form der eigenständigen Vorsorge wirklich lohnt. Insbesondere wenn der Arbeitgeber nichts zur Betriebsrente zuschießt, sollten Arbeitnehmer genau nachrechnen, ob es nicht bessere Alternativen gibt. Im schlimmsten Fall zahlen Sparer bei der betrieblichen Altersvorsorge mehr Geld ein, als sie am Ende ausgezahlt bekommen. Interessierten ist vor Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge dringend zu raten, mit einem kostenlosen Altersvorsorge Angebot prüfen zu lassen, welche Vorsorge sich für sie wirklich rentiert.

Entgeltumwandlung

Aus dem Bruttogehalt betrieblich vorsorgen

  • Zuletzt aktualisiert: 11. September 2017
  • Von: Sara Zinnecker

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Entgeltumwandlung (Gehaltsumwandlung) zahlen Arbeitnehmer Teile ihres Bruttogehalts in einen Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), meist in eine Direktversicherung.
  • Bis zu 254 Euro im Monat (3.048 Euro pro Jahr) sind im Jahr 2017 gefördert: Auf Beiträge bis zu dieser Höhe zahlen Sparer keine Sozialabgaben und Steuern.
  • Ist die spätere Rente höher als 148,75 im Monat, müssen gesetzlich krankenversicherte Rentner darauf den vollen Beitrag zur Krankenversicherung zahlen (2017: durchschnittlich 15,7 Prozent).
  • Wer Bruttogehalt umwandelt, zahlt weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Damit sich die Sache lohnt, sollte der Chef Ihren Beitrag mit mindestens 20 Prozent bezuschussen.
  • Mindestens 25 Prozent Zuschuss brauchen Mitarbeiter, die zwischen 4.350 und 6.350 Euro im Monat verdienen. Sie können bei Kranken- und Pflegeversicherung nichts sparen.

So gehen Sie vor

  • Bietet Ihr Chef keine betriebliche Altersversorgung an, fragen Sie ihn danach. Er ist seit 2002 verpflichtet, Entgeltumwandlung zu ermöglichen.
  • Bietet Ihr Chef eine Direktversicherung mit Entgeltumwandlung an, verhandeln Sie mit ihm über einen Zuschuss.
  • Ihr Chef wählt den Vertrag aus. Lassen Sie sich aber trotzdem das Vertragsangebot zeigen und fragen Sie nach den Kosten des Vertrages. Haken Sie nach, ob es eine Alternative mit besseren Konditionen gibt.
  • Bei häufigem Jobwechsel lohnt sich eine Entgeltumwandlung eher nicht. Sie riskieren, viele Verträge parallel zu führen und bei jedem neuen Vertrag wieder Abschlusskosten zu zahlen.
  • Wer oft den Arbeitsplatz wechselt, ist mit anderen Formen der Vorsorge besser beraten, etwa mit einem Riester-Vertrag, einer Netto-Rentenversicherung oder einem ETF-Sparplan.

Mit Hilfe des Chefs fürs Alter vorzusorgen, ist grundsätzlich eine gute Idee. Die spätere Betriebsrente stockt bestenfalls die gesetzliche Rente auf und hilft, den Lebensstandard im Alter zu halten. Doch sie lohnt sich nicht immer. Vor allem, wenn Sie der Chef auffordert, Teile Ihres Bruttogehalts für eine Lebens- oder Rentenversicherung umzuwandeln, schauen Sie genau hin.

So funktioniert die Entgeltumwandlung

Entgeltumwandlung, auch Gehaltsumwandlung genannt, ist im Bereich der privaten Altersvorsorge ein recht technischer Begriff. Vereinfacht gesagt bedeutet Entgeltumwandlung, dass ein Arbeitnehmer einen Teil seines Bruttogehalts abzwackt und in einen Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) einzahlt.

Oft handelt es sich um eine Lebens- oder Rentenversicherung, die der Chef für den Mitarbeiter ausgesucht und auch abgeschlossen hat. Man spricht dann auch von einer Direktversicherung.

Vorteile der Entgeltumwandlung

  • Auf den Teil Ihres Bruttogehalts, den Sie in die betriebliche Versicherung einzahlen, sparen Sie sich die Sozialabgaben – immerhin gut 20 Prozent – und die persönliche Einkommensteuer. Im Jahr 2017 könnten Sparer maximal 254 Euro monatlich abgaben- und steuerfrei in einen bAV-Vertrag zahlen.
  • Nur auf das Einkommen, das verbleibt, fallen dann Abgaben und Steuern an.
  • Auf diese Art sparen Sie staatlich gefördert fürs Alter an: Sie zahlen mehr in den Vorsorgevertrag ein, als Ihnen netto an Einkommen fehlt.
  • Für die Steuererklärung müssen Sie in der Ansparphase nichts weiter beachten. Da das umgewandelte Gehalt direkt vom Lohn abgeht, sind die Beiträge automatisch in der Jahresabrechnung der Lohnsteuer berücksichtigt.
  • Meistens bietet der Chef mit Unterstützung eines Vermittlers nur eine bestimmte Lebens- oder Rentenversicherung an. Der Vertrag ist dann oft etwas günstiger als eine privat abgeschlossener Einzelvertrag.
  • Der Chef kann Ihren Beitrag bezuschussen. Je mehr er das tut, umso eher lohnt sich das Geschäft.

Beispiel: Angenommen, ein lediger Mitarbeiter verdient monatlich 3.000 Euro brutto. Davon zahlt er rund 180 Euro in einen bAV-Vertrag ein, die das Bruttogehalt verringern. Er spart dadurch gut 80 Euro an Sozialabgaben und Steuern – und wendet netto nur 100 Euro für die Altersvorsorge auf.

So viel spart ein Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung

¹ Hierzu zählen die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie Kranken- und Pflegeversicherung. Als Zusatzbeitrag für die Krankenversicherung nehmen wir den bundesweiten Durchschnitt von 1,1 % an. Insgesamt gehen knapp 20,8 % des Bruttolohns an Sozialabgaben ab.

² Einkommensteuer inklusive Solidaritätszuschlag. Kirchensteuer ist nicht berücksichtigt.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Nachteile der Entgeltumwandlung

  • Auf die spätere Betriebsrente müssen Sie vergleichsweise hohe Abgaben zahlen: als gesetzlich krankenversicherter Rentner einmal den vollen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (im Jahr 2017 durchschnittlich 15,7 Prozent). Dazu kommt der Beitrag zur Pflegeversicherung, das macht weitere 2,55 Prozent.
  • Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fallen an, wenn Sie als Rentner gesetzlich krankenversichert sind und Ihre Betriebsrente (zusammen mit weiteren Versorgungsbezügen, etwa einer Hinterbliebenenrente) höher ausfällt als 148,75 Euro im Monat.
  • Sie erhalten weniger gesetzliche Rente als ohne die Entgeltumwandlung. Denn Sie haben jahrelang etwas geringere Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Maßgeblich für die Rentenansprüche ist Ihr Bruttoeinkommen, das nach Abzug Ihrer Beiträge zur bAV übrig war.
  • Bei schlechter Verzinsung und ohne Zuschuss des Arbeitgebers müssten Sie mehr als 100 Jahre alt werden, um Ihre eingezahlten Beiträge wieder herauszubekommen.

Wann sich die Entgeltumwandlung lohnt

Damit sich die Entgeltumwandlung am Ende auszahlt, müssen die Vorteile dieser Sparmöglichkeit die Nachteile überwiegen. Anders gesagt: Die Vergünstigungen bei Steuern und Abgaben, zusammen mit einem Arbeitgeberzuschuss und der Rendite des Vertrags in den Jahren des Ansparens, müssen die Abzüge in der Rente mehr als kompensieren.

Finanztip hat dazu einige Beispielfälle durchgerechnet. Bei allen gehen wir von einem Mustersparer aus, der über 30 Jahre lang monatlich 182 Euro brutto in eine Direktversicherung (also eine über den Betrieb abgeschlossene Rentenversicherung) einzahlt und durchschnittlich verdient, anfangs also 36.000 Euro.

So viel Rente bringt die Entgeltumwandlung¹

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.

² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single 30 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von rund 900 Euro.

³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.

¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung (182 Euro von 3000 Euro) pro Jahr 1/16 Rentenpunkt. Über 30 Jahre macht das rund 1,8 Rentenpunkte.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Zweiter Fall: Der Arbeitgeber schießt etwas zu

Angenommen nun, der Arbeitgeber würde zusätzlich zur moderaten Verzinsung von 2 Prozent die Beiträge mit 20 Prozent bezuschussen. Dann würde sich die Entgeltumwandlung bereits ausgezahlt haben, wenn der Mustersparer 86 Jahre alt ist.

So viel bringt der Arbeitgeberzuschuss zur bAV¹

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.

² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single 30 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von rund 900 Euro.

³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.

¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung (182 Euro von 3000 Euro) pro Jahr 1/16 Rentenpunkt. Über 30 Jahre macht das rund 1,8 Rentenpunkte.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Warum Sie mit dem Arbeitgeber verhandeln sollten

Vielleicht fragen Sie sich nun, warum Ihr Chef Ihnen einen Zuschuss geben sollte. Dafür gibt es mindestens drei Gründe.

Der wichtigste: Auch der Chef spart sich Sozialabgaben für den Teil Ihres Bruttoeinkommens, den Sie für eine bAV aufwenden. Zahlen Sie etwa 182 Euro monatlich in eine Direktversicherung, kann der Chef 35 Euro – also gut 19 Prozent – einsparen.

Die Ersparnis des Chefs ist etwas geringer als Ihre eigene. Das liegt daran, dass Sie den Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung alleine tragen.

Eingesparte Sozialbeiträge beim Arbeitnehmer und Arbeitgeber

¹ Die Ersparnis des Arbeitnehmers bei der Krankenversicherung ist etwas größer als die des Arbeitgebers. Grund dafür ist, dass der Arbeitnehmer für den Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung allein aufkommt.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Chefs profitieren aber noch mehr: Sie sparen auch bei den Sozialabgaben für den Mitarbeiter, den sogenannten Lohnnebenkosten. Auch aus diesem Grund haben Arbeitgeber im Zweifel im Topf „bAV“ noch Geld zur Verfügung. Das ist für alle Arbeitnehmer interessant, die in den regulären Gehaltsverhandlungen nicht weiterkommen.

Außerdem hat Ihr Chef bald ohnehin keine Wahl mehr. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz vom Juli 2017 legt fest, dass Arbeitgeber ab spätestens 2022 bAV-Beiträge mit mindestens 15 Prozent bezuschussen müssen, die ihre Mitarbeiter im Rahmen der Entgeltumwandlung geleistet haben. Mit diesem Argument überzeugen Sie Ihren Chef möglicherweise heute schon davon, sich an Ihren Beiträgen zu beteiligen.

Gutverdiener sparen deutlich weniger

Die Entgeltumwandlung loht sich dann am meisten, wenn Sie sich Sozialversicherungsbeiträge auf Ihren gesamten bAV-Beitrag sparen. Doch nicht jeder Arbeitnehmer kann von dieser Ersparnis profitieren. Denn für das beitragspflichtige Einkommen zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung hat der Gesetzgeber einen Höchstbetrag festgelegt, der jedes Jahr etwas ansteigt. Im Jahr 2017 müssen Sie Beiträge maximal auf ein Bruttoeinkommen von 4.350 Euro pro Monat bezahlen. Für Arbeitnehmer bedeutet das: Kranken- und Pflegeversicherung kosten maximal 430 Euro pro Monat.

Wer Entgelt umwandelt und wessen Bruttogehalt auch nach Abzug der bAV-Beiträge immer noch über den 4.350 Euro liegt, hat also keine Ersparnis bei Kranken- und Pflegeversicherung.

Um die Nachteile zu verdeutlichen, betrachten wir jetzt einen Mitarbeiter, der im Monat 4.700 Euro brutto verdient und 176 Euro seines Bruttogehalts in eine Direktversicherung umwandelt. Das entspricht, analog zum obigen Beispiel, einem Nettobeitrag zur bAV von 100 Euro.

So viel spart ein Gutverdiener durch die Entgeltumwandlung

¹ Einkommensteuer inklusive Solidaritätszuschlag. Kirchensteuer ist nicht berücksichtigt.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2017)

Die Tabelle macht deutlich, dass der Gutverdiener wegen seines höheren zu versteuernden Einkommens zwar durch die Entgeltumwandlung mehr Einkommensteuer sparen kann (57 statt 44 Euro). Gleichzeitig zahlt er aber nach wie vor den Höchstbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung. An Sozialabgaben spart er sich nur die Renten- und Arbeitslosenversicherung auf seinen bAV-Beitrag (19 Euro statt 38 Euro).

Ebenso wie der Durchschnittsverdiener muss auch der Gutverdiener auf einen Teil seiner gesetzlichen Rente verzichten.

Chef muss deutlich mehr zuschießen

Schießt der Arbeitgeber die Einsparungen bei Arbeitslosen- und Rentenversicherung (rund 11 Prozent) über die Jahre zu, lohnt sich die Sache immer noch nicht wirklich. Der Mustersparer, der mit 67 in Rente geht, müsste 92 Jahre alt werden, um seinen Einsatz zurückzubekommen.

Fall Gutverdiener: So viel bringt der Arbeitgeberzuschuss zur bAV¹

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.

² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single gut 47 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von rund 1.400 Euro.

³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.

¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung (163 Euro von 4700 Euro) pro Jahr 0,035 Rentenpunkte. Über 30 Jahre macht das gut 1 Rentenpunkt.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2017)

Erst ein Arbeitgeberzuschuss von 25 Prozent auf die Mitarbeiterbeiträge zur bAV macht die Sache langsam besser. Um seinen Einsatz herauszuholen, müsste der Rentner 88 Jahre alt werden.

Fazit: Wer mehr als 4.350 Euro, aber weniger als 6.350 Euro im Monat verdient und eine Entgeltumwandlung angeboten bekommt, sollte mindestens ein Viertel Zuschuss vom Chef einfordern.

Für Besserverdiener greift nur noch der Steuervorteil

Wer mehr als 6.350 Euro monatlich brutto bekommt, verdient nicht nur über der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung. Er bezahlt auch das Maximum an Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung. Eine Entgeltumwandlung würde diesem Besserverdiener keine Erleichterung bei den Sozialabgaben mehr bringen. Er würde nur noch davon profitieren, dass seine Beiträge seine Steuerlast reduzieren.

Auf der anderen Seite muss ein solcher Sparer keine Minderung bei der gesetzlichen Rente hinnehmen. Insgesamt steht der Besserverdiener recht gut da, wenn er es schafft, seinen Chef zu überzeugen, die eigenen Beiträge mit mindestens 15 Prozent zu bezuschussen. Das wird möglicherweise schwer, weil der Chef keine Sozialabgaben mehr sparen kann. Versuchen sollten Sie es dennoch.

Fall Besserverdiener: So viel bringt der Arbeitgeberzuschuss zur bAV¹

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.

² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single gut mehr als 60 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von fast 1.850 Euro pro Monat.

³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.

¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung keine Rentenpunkte. Er zahlt stets den Höchstbeitrag in die Rentenversicherung ein.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2017)

Was tun bei häufigem Jobwechsel?

Wer schon heute davon ausgeht, dass er künftig öfter die Arbeitsstelle wechselt, sollte gut überlegen, ehe er sich für eine Entgeltumwandlung – speziell eine Direktversicherung – entscheidet. Gleiches gilt für alle, die möglicherweise zwischen Selbstständigkeit und Angestelltenstatus wechseln oder eine Weile im Ausland arbeiten wollen. Es besteht die Gefahr, dass Sparer am Ende zu viele Verträge parallel führen, in jeden Vertrag aber nur wenig – oder gar nichts mehr – einzahlen.

Das Problem liegt darin, dass Arbeitnehmer nicht so ohne Weiteres gut verzinste Altverträge zum neuen Arbeitgeber mitnehmen können. Oft will die neue Firma sich nur um einen Vertragstyp für die komplette Belegschaft kümmern und nicht die Policen mehrere Anbieter parallel verwalten.

So kommt es, dass Angestellte beim Jobwechsel häufig nur zwei Möglichkeiten haben: Entweder sie beginnen beim neuen Chef einen gänzlich neuen Vertrag und übernehmen den alten Vertrag privat, mit oder ohne weitere Beitragszahlung. Oder sie übertragen gleich das bisher angesparte Vermögen im Altvertrag auf einen neuen Vertrag. Im einen Fall zahlen Arbeitnehmer erneut Abschlusskosten. Im anderen Fall fallen häufig Übertragungskosten an.

Wollen Sie beruflich flexibel bleiben, sollten Sie über andere Arten der Vorsorge nachdenken. Möglich ist zum Beispiel ein Riester-Vertrag, für den es unerheblich ist, wo Sie angestellt sind. Eine günstige Netto-Rentenversicherung mit ETFs oder ein flexibler ETF-Sparplan könnten ebenfalls passende Varianten sein.

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Sara Zinnecker

Expertin für Geldanlage

Altersvorsorge mit staatlicher Förderung

  • Speziell für Arbeitnehmer und Beamte.
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Sara Zinnecker

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Artikel verfasst von

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Betriebliche Altersvorsorge Gehaltsumwandlung

Sofern Angestellte auf bestimmte Anteile ihres Brutto-Arbeitsentgeltes verzichten und diese von ihrem Arbeitgeber als Beiträge in eine Durchführungsform der betrieblichen Altersvorsorge einzahlen lassen, können sie über ihr Unternehmen ein zusätzliches finanzielles Polster für ihren späteren Ruhestand aufbauen. Dieses Verfahren wird auch als betriebliche Altersvorsorge Gehaltsumwandlung bezeichnet.

Der angenehme Nebeneffekt dabei: Es lassen sich damit sowohl für den Sparer als auch für das Unternehmen Steuern und Sozialabgaben einsparen.

Beispiel Entgeltumwandlung

Gesetzlicher Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge Gehaltsumwandlung

Wer sich für die Gehaltsumwandlung entschieden hat, muss als Erstes mit seinem Arbeitgeber genau vereinbaren, wie hoch der regelmäßig einzuzahlende Betrag in die betriebliche Altersvorsorge sein soll. Per Gesetz hat jeder fest angestellte Mitarbeiter eines Unternehmens (hierzu zählen auch Gesellschafter-Geschäftsführer, Führungskräfte und AG-Vorstände) einen gesetzlich geregelten Anspruch auf Gehaltsumwandlung in Höhe von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze zur staatlichen Rentenversicherung. Unter bestimmten Voraussetzungen kommen dazu nochmals 1800 Euro Pauschbetrag pro Jahr, die ebenfalls von Steuerzahlungen befreit sind.

Tipp: Selbstverständlich sind auch höhere Beträge als die geförderten vier Prozent betriebliche Altersvorsorge Gehaltsumwandlung möglich. Sofern sich der Mitarbeiter mit seinem Arbeitgeber einigt, können diese für andere staatlich geförderte Rentenprogramme genutzt werden, wie beispielsweise für den Aufbau einer Riester-Rente oder Einzahlungen in eine Unterstützungskasse.

Tipp: Der Verwaltungsaufwand und die damit verbundenen Betreuungskosten derartiger Verträge bleiben verhältnismäßig niedrig, wenn regelmäßig und gleichmäßig hohe Beträge in die zusätzliche Altersvorsorge eingezahlt werden.

Betriebliche Altersvorsorge Gehaltsumwandlung – Mindestbetrag

Was vielen Sparern eventuell noch nicht bekannt ist: Wer die betriebliche Altersvorsorge Gehaltsumwandlungnutzen möchte, muss laut Altersvorsorgegesetz einen Betrag von mindestens 1/160stel der Bezugsgröße der Rentenversicherung pro Jahr umwandeln. Diese Bezugsgröße entspricht aktuell circa 200,00 Euro und wird jährlich neu berechnet.

Betriebliche Altersvorsorge Gehaltsumwandlung – Tarifvorbehalt

Sofern das Unternehmen einem Tarifverbund angehört, in dem spezielle vertragliche Vereinbarungen gelten, kann eine betriebliche Altersvorsorge Gehaltsumwandlung nur erfolgen, wenn der Tarifvertrag dies zulässt.

Tipp: Entgelt, dass vom Arbeitgeber übertariflich gezahlt wird, wie beispielsweise Urlaubs-, Weihnachtsgeld oder Tantiemen, unterliegen nicht der Tarifbindung! Diese Entgelte können demnach unabhängig von den tarifvertraglichen Festlegungen zugunsten einer betrieblichen Altersvorsorge umgewandelt werden.

Источники: http://www.finanzen.de/news/15197/betriebliche-altersvorsorge-nachteile-oft-erst-im-alter-erkennbar, http://www.finanztip.de/betriebliche-altersvorsorge/entgeltumwandlung/, http://www.betriebliche-altersvorsorge24.info/betriebliche-altersvorsorge/betriebliche-altersvorsorge-gehaltsumwandlung/

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