Freiberufler versicherung

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Freiberufler versicherung

Wer auf eigenen Füßen steht, für den ist es existentiell wichtig, dass das private Risikomanagement nicht zu kurz kommt. Schließlich will man die Früchte seiner Arbeit irgendwann auch mal genießen.

Aber auch bestimmte betriebliche Risiken sollten abgesichert sein. Für beratende Berufe kann zum Beispiel eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung sinnvoll sein – und für selbständige Handwerker ist eine Betriebshaftpflicht beinahe schon ein Muss.

Was Sie brauchen oder nicht, haben wir Ihnen hier unterteilt nach privaten Versicherungen

So sind die einzelnen Bewertungen zu verstehen:

VERSICHERUNGEN FÜR PRIVATE RISIKEN:

Berufsunfähigkeit

Wahrscheinlich sind Sie nicht mehr Mitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung, was ja auch zu empfehlen ist. Denn wer möchte schon Geld in ein System investieren, welches das Rentenalter immer weiter hochschraubt und langsam einer Konkursmasse gleichkommt.

Im Gegenzug entfällt dann aber auch die Absicherung für den Fall der Erwerbsminderung.

Manche selbständige zahlen zwar weiterhin Mindestbeiträge in die Rentenkasse ein, viele davon haben im Falle einer Berufsunfähigkeit trotzdem keine Leistungen zu erwarten. Denn wer vor dem 01. Januar 1984 nicht mindestens 60 Beitragsmonate lückenlos nachweisen kann, bekommt auch als Selbständiger oder Freiberufler, also als freiwilliger Beitragszahler, keine Berufsunfähigkeitsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Hinzu kommt, dass für alle nach 1960 geborenen die Leistungen ebenfalls gekürzt wurden. Für beide Fallgruppen gibt es nur noch eine sog. Erwerbsminderungsrente.

Selbständige oder Freiberufler sollten unbedingt mit einer privaten Berufsunfähigkeitsrente vorsorgen. Denn selbst ein teilweiser Verlust der Arbeitskraft kann die finanzielle Existenz komplett absägen.

Bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sind jedoch in erster Linie die Bedingungen entscheidend. Sie sollten hier also nicht zu sehr auf den Euro schauen, weil sich die Versicherungsbedingungen der einzelnen Gesellschaften gravierend unterscheiden.

Krankenversicherung

Klar, dass niemand voraussehen kann, ob er einmal krank wird und welche Kosten das verursachen könnte. Weil Krankheitskosten bis in die Millionen gehen können, ist eine Krankenversicherung ein absolutes Muss.

Unser gesetzliches Krankenversicherungssystem wurde lange Zeit als weltweit vorbildlich betrachtet. Doch mit beinahe jeder Gesundheitsreform wurden die Leistungen reduziert, oftmals sogar komplett gestrichen. Deshalb kann eine private Krankenversicherung für Selbständige und Freiberufler die günstigere Lösung sein. Vergleichen Sie die PKV-Tarife einfach interaktiv, per Online-Schnittstelle. Dewion hält für Sie einen umfangreichen Vergleichsrechner bereit.

Krankengeld / bzw. Krankentagegeld

Wer vorübergehend nicht arbeiten kann, hat in der Regel mit Einkommensverlusten zu rechnen. Wenn Sie in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, können Sie den Verdienstausfall über eine private Tagegeldversicherung absichern.

Für den Beginn der Tagegeld-Leistung gibt es verschiedene Varianten: z.B. Zahlung des Tagegeldes ab dem dritten oder siebten Krankheitstag, ab der dritten, vierten oder sechsten Woche- oder sogar noch viel später.

Ab welchem Zeitpunkt Sie das Krankentagegeld versichern sollten hängt in erster Linie davon ab, wie lange Sie sich ohne Einkommen „über Wasser” halten können.

Beispiel: wenn Sie anstelle von 80 EUR ab dem 29. Tag ein Tagegeld von nur 40 EUR ab dem 29. Tag wählen – und die anderen 40 EUR erst ab dem 92. Tag hinzu buchen, würde sich der Beitrag für die Tagegeldversicherung reduzieren.

Tagegeld im Krankenhaus

Die Notwendigkeit eines Krankenhaus-Tagegeldes zu beurteilen, ist nicht leicht.

Denn Krankenhausaufenthalte geschehen recht selten und wenn, dann dauern sie oft nur wenige Tage. Subjektiv betrachtet ist ein Krankenhaus-Tagegeld also eher unnötig.

Als Selbständige(r) aber haben Sie nicht das Privileg, eine Gehaltsfortzahlung von einem Arbeitgeber zu bekommen, so wie es Angestellte für mindestens die ersten 6 Wochen genießen würden.

Ein Krankenhaus-Tagegeld ist deshalb immer dann sinnvoll, wenn Sie nur geringe oder gar keine regelmäßigen Einnahmen haben und auch nicht über die erforderlichen Geldreserven verfügen, um bei einem längeren Krankenhausaufenthalt die laufenden Kosten für Miete oder Hypothek, Grundkosten, Versicherungen und sonstigen Belastungen tragen zu können.

Private Haftpflichtversicherung

Wer anderen einen materiellen oder körperlichen Schaden zufügt, haftet dafür in unbegrenzter Höhe, es sei denn, man gehört einer bestimmten Ethnie an, wohnt in Bremen und trägt ein M im vierstelligen Familiennamen.

Oft ist es nur die Brille, auf die man getreten hat oder der Rotwein, der man auf dem Sofa des Bekannten verschüttet wurde. Zwar können selbst solche Schadenersatzansprüche sehr teuer sein, doch die gefähren wohl kaum die finanzielle Existenz. Sind aber Personenschäden mit im Spiel, können die Regreßansprüche schnell in die Hunderttausende oder in Millionenhöhe gehen. Eine Haftpflichtversicherung ist deshalb ein absolutes Muss und kostet auch nicht viel.

Private Altersvorsorge

Als Unternehmer sollten Sie sich rechtzeitig um eine ausreichende Altersvorsorge kümmern. Denn wahrscheinlich sind Sie nicht mehr Mitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung (ausgenommen vielleicht als Handwerksmeister oder Künstler).

Die Altersvorsorge muss folglich komplett auf ein privates Fundament gestellt werden.

Mehr Infos dazu erhalten Sie im Kapitel Altersvorsorge.

Risiko-Lebensversicherung

Nur wenn Sie Familie haben und der Hauptverdiener sind – oder wenn andere, Ihnen nahe stehende Menschen, wirtschaftlich von Ihrem Einkommen abhängig sind, sollten Sie eine Risiko-Lebensversicherung in Betracht ziehen.

Denn bedenken Sie: Wenn Sie nicht mehr Mitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung sind, würden weder Ihre Frau noch Ihre Kinder eine Hinterbliebenenrente erhalten.

Bei einer günstigen Versicherungsgesellschaft kostet solch eine Versicherung zudem auch nicht viel. Für Nichtraucher, die kein Motorrad fahren, sind meistens die Direktversicherer (z.B. Europa, Hannoversche Leben, Delta oder Cosmos) am günstigsten. Bei Rauchern und/oder Bikern empfehlen sich dagegen andere Versicherer.

Fragen Sie uns einfach nach Ihrer günstigen Risiko-Lebensversicherung.

Statt der Risiko-Lebensversicherung können Sie auch eine Kapital-Lebensversicherung anschließen, die dann gleichzeitig auch einen Teil der Altersvorge absichern würde.

Hausratversicherung

Hausrat ist (vereinfacht gesagt) alles, was man bei Umzug mitnehmen kann.

All diese Dinge lassen sich gegen Feuer, Einbruchdiebstahl, Vandalismus, Leitungswasser und Wettereinwirkungen versichern. Auch Elementarschäden wie Erdbeben, Erdrutsch oder Überschwemmungen können bei Bedarf mitversichert werden.

Glasversicherung (in der Hausratvers.)

Zusätzlich zu einer Hausratversicherung wird oft die Haushalt-Glasversicherung angeboten.

Wir sehen die Glasversicherung als unnötig an, weil solche Schäden nicht nur relativ selten sind, sondern sich meist auch im Rahmen von unter 80 Euro bewegen. Normalerweise kann das jeder aus der eigenen Tasche bezahlen.

Wenn Sie zur Miete wohnen und Wintergärten oder Gewächshäuser mitgemietet haben, kann solch eine Glasversicherung allerdings Sinn machen. Fragen Sie vorher aber den Vermieter, ob er das Glas nicht eventuell schon in seiner Gebäudeversicherung abgesichert hat.

Besitzen Sie Eigentum, ist die Glasversicherung in der Gebäudeversicherung meist sehr viel preiswerter zu bekommen.

Privat-Rechtsschutz

Verkehrs-Rechtsschutz

Selbständig – das heißt selbst und ständig. Dazu gehört auch uneingeschränkte Mobilität.

Für die meisten selbständigen ist der Führerschein deshalb existentiell wichtig. Bei strittigen Verkehrsunfällen oder wenn gar ein Führerscheinentzug droht, geht ohne einen Fachanwalt manchmal gar nichts. Hier kann eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung sinnvoll sein.

Für Selbständige gibt es übrigens spezielle Verträge, welche den Rechtsschutz gleichzeitig im beruflichen und im privaten Bereich gewährleisten.

VERSICHERUNGEN FÜR BETRIEBLICHE BELANGE :

Betriebs-Haftpflicht

Als Unternehmer haften Sie für alle Schäden, die durch Ihren Betrieb, bzw. Ihre Mitarbeiter verursacht werden. Zumindest gilt das für alle Selbständigen, die auf ehrliche Art und Weise und mit fleißigen Händen, im Handwerk, Ihrer Arbeit nachgehen. Banken betrifft das (leider) nicht, denn die kaufen Politiker und dürfen weiter zocken auf Kosten von uns Steuerzahlern.

Die Höhe solcher Schäden ist nicht kalkulierbar. Deshalb sollten Sie auf jeden Fall eine Betriebshaftpflichtversicherung erwägen.

Betriebs-Inhaltsversicherung

Ihre Betriebseinrichtung und alle Warenvorräte können Sie gegen Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser, Sturm und Hagel und auch gegen Elementarschäden wie Erdbeben, Erdrutsch oder Überschwemmungen versichern. Existenzbedrohende Schäden können so vermieden werden.

Elektronik-Versicherung

Elektronische Geräte und Anlagen (Computer, Server, Telefonanlage, Kopierer, Büromaschinen, etc.) können Sie mit einer „All-Risk-Deckung“ versichern. Diese Versicherung würde auch bei Schäden durch Fehlbedienung leisten.

Betriebs-Unterbrechung

Wenn der Geschäftsladen, die Produktionsstätte oder das Lager abbrennt oder aus anderen Gründen ausfällt, ist der Inhalt und der Warenwert zwar durch die Betriebs-Inhaltsversicherung und die Elektronikversicherung abgesichert, möglicherweise kann der Betrieb aber erst nach Wochen oder Monaten wieder starten. Auch kann es sein, dass eine durch einen Brand zerstörte Maschine eine lange Lieferzeit hat – oder dass Gebäude / bzw. Einrichtung so in Mitleidenschaft gezogen wurden, dass eine Sanierung / ein Neukauf erforderlich wird.

Eine Betriebsunterbrechungs-Versicherung bezahlt, für die Zeit des Ausfalls, die vorher fest vereinbarte Leistung. Die Versicherungssumme sollte in etwa dem Umsatz entsprechen.

Bei den meisten Versicherern wird diese Leistung für maximal 12 Monate gezahlt.

Diese Versicherung ist auch gegen die Risiken Leitungswasser, Sturm/Hagel, Einbruchdiebstahl/Vandalismus und Elementarschäden möglich.

Firmen-Rechtsschutz

Eine Firmen-Rechtsschutzversicherung ist vor allem dann interessant, wenn Sie Mitarbeiter beschäftigen. Denn Auseinandersetzungen vor dem Arbeitsgericht kommen leider nicht selten vor. In der ersten Instanz solcher Prozesse zahlt jede der Parteien die Hälfte der Anwalts- und Gerichtskosten – unabhängig davon, wer gewinnt. Auch bei Streitigkeiten über gemietete Geschäftsräume kann eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung hilfreich sein.

Manche Versicherer bieten auch eine Kombination aus Privat- und Firmenrechtsschutz an. Insbesondere für kleine und mittlere Betriebe ist diese Variante oft günstiger, als zwei separate Verträge.

Krankenversicherung für Freiberufler

Wer in die Freiberuflichkeit wechselt, kann sich aussuchen, wie er krankenversichert sein möchte. Entweder über eine Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) oder über eine private Krankenversicherung (PKV). Bei dieser Entscheidung geht es um mehrere tausend Euro pro Jahr, die man sparen kann. Es kommt immer auf den Einzelfall an, ob sich eine PKV oder eine GKV für den Freiberufler lohnt. Drei Tipps:

Informieren Sie sich über die Vorteile und Nachteile.

Verschaffen Sie sich einen besseren Überblick.

Treffen Sie eine eigene Entscheidung.

Kontaktieren Sie jetzt unverbindlich und kostenlos einen Versicherungsexperten. In einem ausführlichen Gespräch werden Sie beraten und gewinnen so mehr Sicherheit.

Als Freiberufler gesetzlich oder privat versichert? Diese 3 Fragen müssen Sie klären

Robert Christalle ist ein erfahrener Versicherungsspezialist. Er arbeitet beim deutschlandweiten Finanzdienstleister „Main-Finanz“ mit Büros in Frankfurt und betreut dort den Bereich Private Krankenversicherungen. Seit über 30 Jahren ist er als Berater tätig. Im Interview spricht er über die schwierige Entscheidung, vor der Freiberufler stehen: Soll man sich als Freiberufler privat versichern oder als Freiberufler in die gesetzliche Krankenversicherung gehen? Hierfür stellt er eine Vergleichs-Rechnung auf und gibt Beispiele.

Herr Christalle, warum stellen sich überhaupt so viele Freiberufler die Frage, ob sie sich privat krankenversichern?

Christalle: Die meisten Freiberufler machen sich nach einigen Jahren Festanstellung selbstständig. Sie haben eine Ausbildung hinter sich und wollen jetzt ihr eigenes Unternehmen gründen. Als Angestellte waren sie in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Als Freiberufler haben sie die Möglichkeit, diesen Status zu ändern und von den besseren Leistungen und den teilweise günstigeren Beiträgen in der Privaten Krankenversicherung (PKV) zu profitieren.

Die Entscheidung für oder gegen eine private Krankenversicherung ist als langfristige Entscheidung zu sehen. Es empfiehlt sich auch nicht jedes Jahr hin- und herzuwechseln zwischen den Anbietern, da sich ggf. der Gesundheitszustand sowie das Eintrittsalter ändert und es so teurer bzw. auch schwieriger werden kann, eine private Krankenversicherung zu erhalten.

Ich muss mich als Freiberufler also entscheiden. Welche Option soll ich denn nehmen?

Christalle: Das lässt sich pauschal nicht sagen. Es kommt auf die private und gesundheitliche Situation des Freiberuflers an. Einfach irgendwo unterschreiben, kann jeden Freiberufler teuer zu stehen kommen. Bei dieser Entscheidung geht es um einen fünf- bis sechsstelligen Betrag im Leben. Zum Vergleich: Ein Immobilienerwerb ist in der Regel ebenfalls gut durchdacht.

Trotzdem ist auch klar, dass Freiberufler meist so eingespannt sind, dass das wochenlange Wälzen von Versicherungsunterlagen nicht mehr möglich ist. Deswegen arbeiten wir so, dass wir für den Freiberufler einfach und transparent machen. Gemeinsam erarbeiten wir mit dem Freiberufler per Videoberatung die drei Anbieter heraus mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Es geht ja nicht einfach nur darum, den günstigsten Versicherer zu nehmen, sondern gleichzeitig auch gute und maßgeschneiderte Leistungen zu erhalten.

Sind die privaten Krankenversicherungen überhaupt an Freiberuflern interessiert?

Christalle: Selbstständige und auch besonders Freiberufler können sich privat krankenversichern unter der Voraussetzung, dass die Bonitätsabfrage durch den Versicherer grünes Licht ergibt. Zu Beginn sind die Gehälter von Freiberuflern teilweise noch etwas niedriger, doch mit steigendem Kundenkreis und gewachsenen Erfahrungen, nehmen auch die Einnahmen sehr schnell zu. Für die private Krankenversicherung bedeutet das: Der Freiberufler kann mit einem günstigen Tarif einsteigen und später die Leistungen individuell erhöhen und anpassen.

Die wenigsten Freiberufler kennen sich mit dem Thema wirklich aus. Welche Faktoren sind für die Entscheidung – privat oder gesetzlich – wichtig?

Christalle: Drei Fragen müssen dafür geklärt werden: Wie gesund bin ich? Wie alt bin ich? Habe ich eine Familie? Zur Gesundheit: Gesetzliche Krankenversicherungen haben Kontrahierungszwang, bedeutet, dass die GKV jeden Menschen aufnehmen muss, egal welche Vorerkrankungen bestehen. Private Krankenversicherungen dagegen führen eine Risikoprüfung durch. Wenn Sie bereits mehrere schwere Krankheiten hatten, wird eine private Krankenversicherung aller Voraussicht nach eine Ablehnung übermitteln.

Das heißt: Ich muss alle meine Krankheiten vorab nennen – noch bevor ich versichert bin?

Christalle: Ja, und hier sollte man wirklich ehrlich bleiben. Wer hier wichtige Erkrankungen unterschlägt, kann später große Probleme bekommen. Man ist verpflichtet, die Wahrheit zu sagen.

Aber natürlich will niemand mit seinen Krankenakten öffentlich überall anklopfen. Deswegen führen wir von Main-Finanz eine anonyme und vertrauliche Anfrage bei den Versicherern durch. Das heißt: Wir senden die anonyme Risikovoranfrage an mehrere Versicherungsunternehmen, um ein breites Spektrum an Antworten zu erhalten.

Die Krankenakte sowie das Ausfüllen der Gesundheitsfragen ist übrigens kein großer Aufwand. Man kann sich als Patient seinen Krankheitsverlauf von seiner derzeitigen Krankenversicherung oder vom Hausarzt zuschicken lassen. Mit diesen Unterlagen ist die Risikovoranfrage bei der privaten Krankenversicherung schnell ausgefüllt und gleichzeitig enorm hilfreich. Zusätzlich unterstützen wir all unsere Kunden ebenfalls in diesem Prozess.

Wie sieht es mit einer Familie aus? Die Kinder sind ja über die Eltern versichert. Da kann eine private Krankenversicherung doch teuer werden, oder?

Christalle: Der Vorteil der gesetzlichen Krankenversicherung ist in diesem Fall, dass die Kinder kostenfrei bei den Eltern mitversichert sind. Aber es gibt auch private Krankenversicherungen, bei denen man trotz Kinder weniger zahlt als bei einer gesetzlichen Krankenversicherung. Solche Konstellationen werden in jedem Gespräch genauestens geprüft und analysiert.

Können Sie einmal für einen Vergleich eine Beispiel-Rechnung aufmachen?

Christalle: Nehmen wir einen Freiberufler mit 30 Jahre und 4.000 Euro brutto Verdienst. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung wie zum Beispiel der Kaufmännischen Krankenkasse würde er derzeit 635 Euro pro Monat zahlen. Bei einem privaten Krankenversicherer läge der Beitrag bei 335 Euro pro Monat (mit guten Leistungen mit einer Selbstbeteiligung von 500 Euro. Das sind über 3.000 Euro Differenz pro Jahr. Nach fünf Jahren kommt da bereits ein Betrag für einen Kleinwagen zusammen.

Selbst wenn diese Person verheiratet ist und ein Kind hat, ist die private Krankenversicherung noch günstiger. Man zahlt 136 Euro für das Kind, liegt mit 471 Euro aber immer noch unter dem Beitrag der gesetzlichen Versicherung.

Trotzdem eilt der privaten Krankenversicherung der Ruf voraus, dass sie extrem teuer wird, je älter man ist.

Christalle: Grundsätzlich gilt: Es sind zwei unterschiedliche Modelle. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Betrag daran aus, wie viel sie verdienen. Zudem ist die gesetzliche Krankenversicherung ein umlagefinanziertes System. Bei den privaten Krankenversicherungen ist der Beitrag abhängig vom Gesundheitszustand als auch dem Eintrittsalter und den individuellen Leistungswünschen des Kunden.

Allerdings bildet die private Krankenversicherung auch sogenannte „Altersrückstellungen“. Das heißt: Ein Teil der monatlichen Beiträge wird zurückgelegt für die spätere Zeit, wenn man älter ist und häufiger zum Arzt geht, um so möglichst einen gleichbleibenden Beitrag über die Laufzeit zu erzielen. Deswegen ist es entscheidend, wie alt man beim Einstieg in die private Krankenversicherung ist. Je niedriger das Eintrittsalter, desto mehr Altersrückstände können gebildet werden, desto weniger steigt der Betrag später an.

Außerdem darf auch nicht unterschätzt werden, dass die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung ebenfalls steigen. Es gab in den vergangenen Jahrzehnten über 40 Gesundheitsreformen – und fast immer wurden die Leistungen zusammengestrichen und der Beitrag erhöht. Im Schnitt erhöhte sich die gesetzliche Krankenversicherung jedes Jahr um 6,14 Prozent.

Auch Versicherungsmakler genießen nicht den besten Ruf. Man unterstellt ihnen, dass sie nur Verträge abschließen, um Provisionen einzustreichen. Was halten Sie von der Kritik?

Christalle: Wir haben laut Gesetz den Auftrag und die Verpflichtung, das beste Preis-Leistungsverhältnis für jeden Kunden und damit auch jeden Freiberufler zu suchen. Wir arbeiten mit allen Versicherungsunternehmen zusammen und verstehen uns als unabhängige Berater für individuellen Versicherungsschutz.

Sie müssen beachten: Es gibt über vierzig Krankenversicherungen. Und innerhalb der einzelnen Versicherung noch einmal unzählige Tarife. Kein Freiberufler kann sich in der Tiefe damit beschäftigen. Deswegen suchen sich auch viele Freiberufler bewusst einen Berater, der sie bei der Entscheidung frei und unabhängig unterstützt.

Da ich in meinem Berufsleben einige Vergütungsmodelle in der Versicherungswirtschaft gesehen habe, kann ich sagen, dass das System bei Main-Finanz das fairste für den Kunden als auch für uns Berater ist. Mit einer unabhängigen Ratingsoftware werden die einzelnen Leistungskataloge aller am Markt vorhanden Tarife transparent und offen dargestellt. Durch den kompletten Einblick, kann kein Berater mehr Eigenschaften oder Merkmale verschleiern.

Dazu kommt noch, dass wir die einzelnen Provisionssätze der jeweiligen Anbieter nicht kennen (in unserer variablen Vergütung gibt es nur einen Satz) und können so garantiert das Beste für unsere Kunden raussuchen. Ein erst vor kurzem eingeführtes System unterstützt dies weiter, denn ein weiterer Teil der variablen Vergütung wird auf Grund der Kundenzufriedenheit festgelegt. Bei Main-Finanz hat man sich komplett vom ursprünglichen Modell verabschiedet und nimmt das Bedürfnis des Kunden endlich in den Fokus.

Welche weiteren Versicherungen sind für Freiberufler noch wichtig?

Christalle: Als Freiberufler bietet man in der Regel seine Arbeitskraft für einen Stundensatz an. Wenn ich aus gesundheitlichen Gründen auf einmal nicht mehr als Freiberufler arbeiten kann, bekomme ich schnell finanzielle Probleme. So empfehlen wir, dass Freiberufler ihre Arbeitskraft in Form einer Berufsunfähigkeitsversicherung absichern.

Auch die Betriebshaftpflicht ist wichtig, um Ansprüche gegenüber Dritten abzuwehren. Zu guter Letzt spielt die private Altersvorsorge für Freiberufler eine ebenso große Rolle, da die Ansprüche aus der gesetzlichen Rente, wenn es denn solche gibt, in der Regel minimal ausfallen.

Aber es ist auch klar, dass man nicht zum Start gleich alle möglichen Versicherungen abschließen kann. Stattdessen ist es ratsam in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel zweimal im Jahr, mit seinem Berater die aktuelle Situation durchzusprechen, um passgenaue, maßgeschneiderte und zukunftsorientierte Lösungen zu erhalten.

Werde unser Freund!

Private Krankenversicherung für Freiberufler

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversichrung ist eine private Krankenversicheurng nicht an das Einkommen gebunden. Man zahlt einen festen Satz, unabhängig davon, ob man viel oder wenig verdient. In der Regel haben die Anbieter einen günstigen Basistarif. Dazu gibt es die Möglichkeit einer Selbstbeteiligung, wodurch die monatlichen Beiträge noch einmal gesenkt werden. Bei manchen Ärzten sind privat Versicherte gerne gesehen, einige Ärzte behandeln sogar nur ausschließlich Privatpatienten.

Viele Freiberufler entscheiden sich für eine private Krankenversicherung, weil sie damit Kosten sparen. Gerade wer relativ jung und gesund ist und keine Kinder hat, entscheidet sich für eine PKV. Außerdem wollen viele den exklusiven Zugang zu Ärzten. Allerdings muss auch gesagt sein: Die Beiträge der privaten Krankenkassen steigen mit dem Alter. Wenn man eine Familie gründet, kann es unter Umständen sein, dass man Frau und Kinder ebenfalls privat mitversichern muss. Hier kann sich der Kostenvorteil gegenüber der gesetzlichen Versicherung schnell umkehren, weil dort Familienangehörige unter Umständen mitversichert sind. Und: Wer einmal in der PKV ist, der kann nicht ohne Weiteres zurück in die gesetzliche Variante wechseln.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Leistungen. Viele Menschen entscheiden sich deswegen für eine private Krankenversicherung, weil sie bessere Leistungen bieten als der gesetzliche Versicherungsschutz. Doch die Anbieter von privaten Krankenversicherungen unterscheiden sich hier stark. Eine sinnvolle Vorgehensweise ist:

Gesetzliche Krankenversicherung für Freiberufler

Als Freiberufler kann man auch als sogenannter freiwillig Versicherter Mitglied in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleiben. Der Mitgliedsbeitrag errechnet sich hier anhand des Einkommens, von dem ein bestimmter Prozentsatz zu zahlen ist. Wer also viel verdient, zahlt auch entsprechend mehr. Allerdings ist der Beitrag ab einem bestimmten Einkommen gedeckelt. Dieser Betrag ändert sich in der Regel jedes Jahr, so dass es Sinn macht, in kurz zu recherchieren. Falls man aus dem Angestelltenverhältnis kommt, sollte man beachten, dass man nun auch den sog. Arbeitgeberanteil bezahlt, der sonst automatisch abgeführt wird (siehe auch Sonderfall „Künstlersozialkasse“)

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet zwei entscheidende Vorteile:

  • Der Beitrag ist gedeckelt. Sie laufen nicht Gefahr, dass der Beitrag irgendwann aus dem Ruder läuft.
  • Ihre Familie ist mitversichert, sofern Ihr Partner nicht selbst arbeitet und sich versichern muss.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die gesetzliche Krankenversicherung durch private Module zu ergänzen.

Künstlersozialkasse (KSK)

Viele Freiberufler üben eine künstlerisch-publizistische Tätigkeit aus. Sie (und viele weitere Berufsgruppen) sind verpflichtet, Mitglied in der Künstlersozialkasse zu werden. Viele Freiberufler denken, es läge ihnen frei, ob sie sich bei der Künstlersozialkasse melden oder nicht. Dies ist ein Irrtum! Man ist gesetzlich dazu verpflichtet, sich dort zu melden.

Vereinfacht gesagt sorgt die Künstlersozialkasse dafür, dass man als Freiberufler für seine Rente vorsorgt. Sie übernimmt grob gesagt die Hälfte der Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Dies gilt unter bestimmten Umständen auch für privat Versicherte. Allerdings sollte man die Meldung bei der KSK gut vorbereiten. Denn es werden immer wieder Anträge abgelehnt. Die finanziellen Folgen sind für den jeweiligen Freiberufler dramatisch: Er muss auf einmal selbst die gesamten Rentenversicherungsbeiträge alleine zahlen.

30.08.2007 Versicherungen

Was Freiberufler brauchen

Selbstständige und Freiberufler sind gegenüber Angestellten zusätzlichen Risiken ausgesetzt. So manche Police ist ein Muss, andere dagegen scheinen verzichtbar – ein kurzer Ratgeber.

Hamburg – Selbstständige sind – noch mehr als Angestellte – darauf angewiesen, die eigene Vorsorge und Absicherung selbst in die Hand zu nehmen. Das Unternehmen an sich muss abgesichert werden, und auch der Unternehmer braucht Schutz, zum Beispiel bei Krankheit oder Berufsunfähigkeit. Grundsätzlich gilt: Jedes existenzbedrohende Risiko muss versichert werden, damit im Schadensfall nicht das Unternehmen oder der Unternehmer selbst vor dem Ruin stehen.

Freiberufler und Selbstständige haben bei der Krankenversicherung die Wahl: Entweder versichern Sie sich privat oder Sie werden Mitglied der gesetzlichen Kassen. Die Beiträge bemessen sich dann nach dem Beitragssatz der Versicherungen und dem Einkommen. Der große Vorteil der gesetzlichen Kassen: Für nicht-berufstätige Kinder und Ehegatten gibt es die beitragsfreie Familienversicherung. In der privaten Kasse muss dagegen für jedes Familienmitglied eine Versicherung abgeschlossen und bezahlt werden.

Auch für Selbstständige ist der Schutz gegen Berufsunfähigkeit ein Muss. Denn die private Versicherung ist die einzige Einnahmequelle, wenn der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Problematisch kann es in gefährlichen oder krankheitsanfälligen Berufen werden, in denen Schutz gegen Berufsunfähigkeit nur sehr schwer, mit Leistungsausschlüssen oder gegen hohe Prämien zu bekommen ist. Dann bietet sich eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung an, die wenigstens noch Schutz bietet, wenn der Versicherte überhaupt nicht mehr in der Lage ist, irgendeine regelmäßige Erwerbstätigkeit auszuüben.

Haftpflichtversicherungen sind unverzichtbar

Keine Alternative ist dagegen die Unfallversicherung. Denn die meisten Fälle von Berufsunfähigkeit entstehen durch Krankheiten und nicht durch Unfälle – Schutz bietet die Unfallpolice daher bei Berufsunfähigkeit kaum und kann deshalb auch Selbstständige kaum sinnvoll versichern.

Das Unternehmen selbst braucht eine Betriebshaftpflicht-Versicherung: Sie schützt vor allen Schadenersatzansprüchen, die an den Betrieb gerichtet sind. Die Versicherung reguliert Schäden und wehrt auch unberechtigte Ansprüche ab – notfalls vor Gericht. Außerdem ist in einigen Fällen eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung erforderlich. Sie tritt ein, wenn den Kunden eines Unternehmens oder eines Freiberuflers finanzielle Vorteile entgehen oder finanzielle Nachteile entstehen, die etwa auf eine falsche Beratung (zum Beispiel bei Anwälten oder Steuerberatern) oder eine fehlerhafte Publikation (zum Beispiel bei Verlagen oder Werbeagenturen) zurückzuführen sind.

Источники: http://www.dewion.de/ratgeber/versicherungscheck_selbst.shtml, http://www.als-freiberufler.de/absicherung/krankenversicherung-fuer-freiberufler/, http://m.manager-magazin.de/finanzen/artikel/a-502880.html

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