Fragen zur berufsunfähigkeitsversicherung

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FAQ Fragen Berufsunfähigkeitsversicherung

Die häufigsten Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

  • Zuletzt aktualisiert: 4. Juli 2017
  • Von: Anika Schulz

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) ist wichtig für fast jedermann. Sie zahlt eine Rente, falls der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Allerdings ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für manche Berufsgruppen teuer, und nicht jeder kann sie sich leisten. Wer sehr viel Geld für den BU-Schutz zahlen muss, sollte genau abwägen, ob er sich die Berufsunfähigkeitsversicherung leisten kann oder ob für ihn auch eine Alternative mit geringerem Schutz infrage kommt.

Wir haben die häufigsten Fragen zum Thema zusammengestellt.

Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) versichert den zuletzt ausgeübten Beruf. Wegen welcher Erkrankung Sie Ihren Job nicht mehr machen können, spielt dabei keine Rolle. Die meisten Versicherer zahlen, wenn Sie – ärztlich nachgewiesen – zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig sind. Sie bekommen so viel monatliche Berufsunfähigkeitsrente, wie in der Police vereinbart ist. Wieviel Sie zuvor verdient haben, hat keinen Einfluss.

Sie können eine BU-Versicherung in drei verschiedenen Formen abschließen:

  • als selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung,
  • als Zusatzversicherung zu einer Risikolebensversicherung oder
  • als Zusatzversicherung zu einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung.

In der Regel ist die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung die sinnvollste Variante. In einigen Fällen ist eine Kombination mit einer niedrigen Risikolebensversicherung allerdings günstiger. Von einer Koppelung an eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung raten wir ab. Der Sparanteil für die Kapitalanlage macht die BU zusätzlich teuer; und wer die Lebensversicherung kündigen will, verliert auch den BU-Schutz.

Warum ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung so wichtig?

Jeder Fünfte schafft es laut der Deutschen Rentenversicherung nicht, bis zur Altersrente zu arbeiten, sondern bezieht Erwerbsminderungsrente. Diese staatliche Absicherung ist allerdings sehr knapp bemessen. Oft liegt sie bei nur einem Drittel des letzten Bruttogehalts. Ein zusätzlicher Schutz gegen den Ausfall der eigenen Arbeitskraft ist deshalb für fast jeden Berufstätigen wichtig.

Wer bekommt eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Jeder kann eine BU-Versicherung beantragen. Ihr Gesundheitszustand, Beruf und Hobbys entscheiden darüber, ob und zu welchen Bedingungen Antragsteller einen Vertrag erhalten. Es kann passieren, dass Versicherungen chronisch Kranke ablehnen oder Menschen, die innerhalb der letzten fünf Jahre in psychologischer Behandlung waren. Anbieter können außerdem einen Risikozuschlag verlangen oder bestimmte Krankheiten aus dem Versicherungsschutz ausschließen. Eine anonyme Risikovoranfrage hilft, die Chancen auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung auszuloten.

Wie hoch sollte die Berufsunfähigkeitsversicherung sein?

Die Rente muss den Lebensunterhalt abdecken, wenn Sie kein Einkommen und möglicherweise auch keine Ersparnisse mehr haben. Rechnen Sie also durch, wie viel Geld Sie monatlich zum Leben brauchen. Die üblichen Fixkosten sind: Miete, Lebensmittel, Kleidung, Medikamente, andere Versicherungen, Altersvorsorge, Auto, eventuelle Zahlungen an Kinder und Ex-Partner. Die Faustformel: Versichern Sie 80 Prozent des Nettoeinkommens Ihres Haushalts. Damit sollten Sie im Zweifelsfall auskommen.

Wie lange sollte die Berufsunfähigkeitsversicherung laufen?

Um Absicherungslücken vor Beginn der Altersrente zu vermeiden, sollten Sie sich bis zum 67. Geburtstag versichern. Ist das zu teuer, können Sie auch eine etwas kürzere Leistungszeit vereinbaren, etwa bis zum 65. Ab dem Rentenalter zahlt die BU-Versicherung nichts mehr.

Was bedeutet eine Berufsunfähigkeit für meine Altersrente?

Um Ihre Altersrente müssen Sie sich während der Berufsunfähigkeit selbst kümmern. Entweder versichern Sie sich privat oder Sie zahlen freiwillig in die gesetzliche Rentenkasse ein. Deswegen ist es auch so wichtig, dass die Höhe der versicherten BU-Rente ausreicht, um weiter Rücklagen fürs Alter aufzubauen.

Was muss ich bei der Berufsunfähigkeitsversicherung alles angeben?

Vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung müssen Sie Gesundheitsfragen beantworten. Schummeln Sie dabei nicht. Geben Sie alle Erkrankungen ehrlich an, nach denen Sie gefragt werden. Viele der Fragen beziehen sich auf die letzten fünf oder zehn Jahre. Damit Sie nichts vergessen, hilft es, die Patientenakten von all Ihren Ärzten anzufordern. Lügen Sie auf keinen Fall bei den Gesundheitsfragen, um einen billigeren Tarif zu bekommen. Selbst das Weglassen von vermeintlichen Kleinigkeiten kann Sie Jahre später schlimmstenfalls die BU-Rente kosten. Die Versicherer lassen sich die Akten von Ihren Ärzten zukommen und recherchieren gründlich, bevor sie eine Rente bewilligen.

Was ist beim Abschluss zu beachten?

Am wichtigsten ist, die Versicherung nicht allein nach dem Preis auszuwählen, sondern sich für einen leistungsstarken Tarif zu entscheiden. Damit der Anbieter auch tatsächlich eine Rente bezahlen kann, falls Sie berufsunfähig werden, sollten Sie ein finanzkräftiges Unternehmen wählen, das es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in 25 Jahren noch gibt. Eine Übersicht finanzstarker Anbieter finden Sie in unserem Ratgeber zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Vereinbaren Sie Dynamik und Nachversicherungsgarantie, um die Rentenhöhe auch während der Vertragslaufzeit anzupassen. Nutzen Sie unsere Checkliste zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Was deckt die Berufsunfähigkeitsversicherung ab?

Berufsunfähig ist, wer aus gesundheitlichen Gründen seinen letzten Beruf voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben kann. Welche Krankheit dafür die Ursache ist, spielt keine Rolle. Ebenso wenig, ob der Versicherte noch in einem anderen Job arbeiten könnte. Meist ist eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent erforderlich. Das bedeutet, der Betroffene hat nach Einschätzung der Versicherung mindestens die Hälfte seiner Leistungsfähigkeit verloren und kann für seinen Beruf wichtige Tätigkeiten nicht mehr ausüben.

Wie teuer ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Höhe der Beiträge hängt von der versicherten Rente, dem Gesundheitszustand beim Abschluss und vor allem vom Beruf ab. Die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Berufsgruppen sind drastisch: Ein 35-jähriger Maurer, der auf dem Bau arbeitet, zahlt bei einer versicherten Rente von 1.500 Euro monatlich zwischen 228 und 469 Euro Beitrag. Ein Mathematiker, der hauptsächlich am Schreibtisch sitzt, zahlt bei gleichen Leistungen hingegen nur 52 bis 121 Euro. Eine bezahlbare BU-Versicherung ist in Berufen mit vergleichsweise geringem Unfall- oder Erkrankungsrisiko also deutlich leichter zu finden. Gehört Ihre Tätigkeit zu einer Berufsgruppe mit hohen Risiken, wägen Sie gut ab, wieviel Geld Sie in eine BU-Versicherung stecken wollen und wieviel in die private Altersvorsorge.

Was leistet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Sie bekommen aus Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung so viel monatliche Rente, wie Sie beim Abschluss vereinbart haben. Die BU-Versicherung zahlt Geld, sie organisiert beispielsweise keine Haushaltshilfe, wie das einige private Unfallversicherungen machen.

Was passiert ohne Berufsunfähigkeitsversicherung?

Können Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten, bekommen Sie eine staatliche Erwerbsminderungsrente. Voraussetzung: Sie haben in den vergangenen fünf Jahren mindestens 36 Monate Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Außerdem spielt das Alter eine entscheidende Rolle dafür, wie viel Geld Sie bekommen. Wer nach dem 1. Januar 1961 geboren wurde, erhält nur dann die volle Erwerbsminderungsrente, wenn er weniger als drei Stunden pro Tag in irgendeinem Beruf arbeiten kann. Es spielt dabei keine Rolle, welche Ausbildung Sie haben oder ob Ihnen der Job Spaß macht. Das bedeutet, ein Chefarzt, der noch als Pförtner arbeiten kann, bekommt keine Rente. Die Berufsunfähigkeitsversicherung springt schon früher ein.

Was tun ohne Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wer noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung hat und sich die Beiträge leisten kann, sollte versuchen, eine abzuschließen. Bekommen Sie keine Police, erkundigen Sie sich nach Alternativen wie einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder einer Dread-Disease-Versicherung.

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Was tun, wenn der Antrag abgelehnt wird?

Lehnt ein Versicherer Sie ab, versuchen Sie es bei einem anderen. Damit Sie erst gar nicht abgelehnt werden, hilft eine anonyme Risikovoranfrage. Damit können Sie Ihre Chancen auf eine BU ausloten, wenn Sie Vorerkrankungen haben oder einem risikoreichen Beruf oder Hobby nachgehen. Was diese Punkte angeht, sind die Anbieter nämlich unterschiedlich flexibel. Bekommen Sie nirgendwo eine Berufsunfähigkeitsversicherung, müssen Sie sich nach einer Alternative umschauen, um Ihren Lebensunterhalt abzusichern.

Brauchen Studenten eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Je früher Sie eine BU-Versicherung abschließen, umso besser, denn junge Menschen sind oft gesünder als ältere. Deswegen bekommen Studenten leichter eine Berufsunfähigkeitsversicherung und erhalten günstigere Tarife. Wer mit dem Studium fertig ist und ins Arbeitsleben startet, muss sich um seine BU-Versicherung dann keine Gedanken mehr machen.

Wie kündigt man eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wie jede andere Versicherung auch lässt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung schriftlich im Rahmen ihrer Kündigungsfrist kündigen. Wir raten davon jedoch ab – insbesondere, wenn Sie sich die Beiträge leisten können. Wer finanziell in der Klemme steckt, kann den Vertrag meist problemlos für ein halbes Jahr ruhen lassen. Solange besteht allerdings auch kein Versicherungsschutz. Alternativ können Sie Ihre Beiträge oft zinslos stunden und später nachzahlen. Dann sind Sie im Falle einer Berufsunfähigkeit weiter geschützt. Allerdings muss die Versicherung in der Regel einige Zeit bestehen, bevor Sie diese Möglichkeiten in Anspruch nehmen können.

Wie lange wird bei der Berufsunfähigkeitsversicherung gezahlt?

Grundsätzlich bekommen Sie die Berufsunfähigkeitsrente solange, wie Sie nicht arbeiten können, maximal jedoch bis zum Ende der Versicherungsdauer. Das kann der Beginn der Altersrente oder ein früherer Zeitpunkt sein, je nachdem, was im Vertrag vereinbart ist. Der Anbieter überprüft allerdings in regelmäßigen Abständen, ob Sie noch berufsunfähig sind. Geht es Ihnen besser oder üben Sie einen anderen Beruf aus, kann die Versicherung in bestimmten Fällen die Zahlung einstellen.

Wie wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung versteuert?

Wer eine Berufsunfähigkeitsrente bekommt, muss nur auf den Ertragsanteil für sogenannte „abgekürzte Leibrenten“ Steuern zahlen. Der Ertragsanteil errechnet sich anhand der möglichen Dauer der Rentenzahlung bis zum Ende der Laufzeit der Versicherung. Dazu gibt es eine bundesweit geltende Tabelle. Grundsätzlich gilt aber: Je später Sie berufsunfähig werden, desto geringer ist der Anteil der BU-Rente, den Sie versteuern müssen. Ohnehin müssen Sie nur dann Steuern zahlen, wenn Ihr gesamtes zu versteuerndes Einkommen über dem jährlichen Grundfreibetrag von 8.820 Euro (Stand 2017) liegt.

Wie unterscheiden sich Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung?

Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist eine Notlösung für alle, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen oder sich die Beiträge nicht leisten können. Diese Versicherung zahlt eine Rente, wenn Sie täglich nur noch weniger als drei Stunden in irgendeinem Beruf arbeiten können. Die Höhe der Erwerbsunfähigkeitsrente ist im Vertrag vereinbart.

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Artikel verfasst von

ehemalige freie Finanztip-Mitarbeiterin

Anika Schulz ist ausgebildete Journalistin. Sie arbeitete bereits beim Peoplemagazin InTouch und bei verschiedenen Publikationen aus der BILD-Gruppe. Ihr Volontariat schloss sie erfolgreich beim Berliner Kurier ab. Für Finanztip schrieb sie bis zum 1. Juli 2016 im Bereich Versicherungen.

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Julia Rieder ist Expertin für Versicherungen und derzeit kommisarisch für das Thema Reise verantwortlich. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia Rieder an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.

FAQ – HГ¤ufige Fragen zur BerufsunfГ¤higkeitsversicherung und Alternativen

(Dieser Artikel wurde 105721 mal gelesen – Artikel erstellt von: Wegweiser-Berufsunfähigkeitsversicherung)

Hier finden BU-Interessierte die Antwort auf viele Fragen, mit denen man sich vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung auseinandersetzen sollte.

    Was ist die abstrakte und konkrete Verweisung?

Die abstrakte Verweisung ermГ¶glicht es dem Versicherer Leistungen zu verweigern, obwohl man in seinem Beruf berufsunfГ¤hig ist. Hierbei wird der Kunde einen Г¤hnlichen Beruf „verwiesen“, der theoretisch noch zu mehr als 50 Prozent ausgeГјbt werden kГ¶nnte. Viele Anbieter verzichten heute auf diese abstrakte Verweisung – aber Achtung! Oft ist dieser Verzicht nur offensichtlich vorhanden. Im Kleingedruckten werden durch geschickte Formulierungen EinschrГ¤nkungen vorgenommen. Auch Stiftung Warentest/Finanztest scheinen solche Fallen nicht aufzufallen, denn es werden Tarife mit sehr gut bewertet, die bei weitem keine solche Bewertung verdienen.

Neben der abstrakten Verweisungsmöglichkeit gibt es noch die konkrete Verweisungklausel. Hier übt der Berufsunfähige konkret eine andere Tätigkeit aus, die dazu führt, dass die BU-Rentenzahlung eingestellt wird.

Am einfachsten lassen sich die Begriffe durch die nachfolgende Gegenüberstellung erklären.

(u.a. Hannoversche, HUK, Interrisk, NГјrnberger)

„Hat der Versicherte innerhalb der letzten 12 (oder auch 24) Monate vor Eintritt der BerufsunfГ¤higkeit den Beruf gewechselt, kann auch der davor ausgeГјbte Beruf bei der PrГјfung der BerufsunfГ¤higkeit herangezogen werden, wenn die fГјr den Eintritt der BerufsunfГ¤higkeit ursГ¤chlichen GesundheitstГ¶rungen bereits bei der Aufgabe des frГјheren Berufs dem Versicherten bekannt waren.

(u.a. Cosmos, Hannoversche, Hanse-Merkur):

„Nach Ablauf von 5 Jahren gilt eine BerufstГ¤tigkeit als zumutbar, die anhand der dann am Arbeitsmarkt verwertbaren Kenntnisse und FГ¤higkeiten wird oder ausgeГјbt werden kГ¶nnte.“

Durch diese für den Laien kaum auffallende Regelung entfällt der Berufsschutz schlichtweg nach 5 Jahren. Man zahlt also Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die keine mehr ist.

    Was ist ein Prognosezeitraum?

Während einer Erkrankung stellt der Arzt eine Prognose über die voraussichtliche Dauer. Die Prognose für einen Zeitraum von 6 Monaten ist leichter zu stellen als für die nächsten 3 Jahre. Daher sollte der Prognosezeitraum so kurz wie möglich sein. Gut sind 6 Monate. Das ist der niedrigste Prognosezeitraum, der momentan am BU-Markt angeboten wird. Viele Erkrankungen sind nach ca. einem Jahr überstanden. Bei einem Prognosezeitraum von 6 Monaten erhält man auch für kürzere Zeiträume Leistungen.

    Was ist die Arztanordnungsklausel?

Während einer Erkrankung wird man in der Regel ärztlich begleitet. Es kann vorkommen, dass der Arzt zum Beipiel zu einer Operation rät, die man auf keinen Fall durchführen möchte. Bei Tarifen mit Arztanordnungsklausel kann der Versicherer die BU-Leistungen verweigern, wenn Sie der Anordnung des Arztes nicht folgen. Die meisten BU-Anbieter verzichten heute auf diese Klausel.

    Warum ist die rГјckwirkende Anerkennung wichtig?

Berufsunfähigkeit ist oft ein schleichender Prozess. Am Anfang einer Erkrankung geht man nicht sofort von Berufsunfähigkeit aus und meldet dies auch nicht der Versicherung. Man hofft so schnell wie möglich wieder gesund zu werden. Stellt sich später heraus, dass man doch berufsunfähig ist, wird die rückwirkende Anerkennung wichtig. Denn die verspätete Meldung hat keine negativen Auswirkungen. Man erhält die BU-Rente auch rückwirkend. Eine rückwirkende Leistung von 36 Monaten reicht (auch laut Finanztest ) aus, um auf der sicheren Seite zu sein.

    SelbstГ¤ndige BerufsunfГ¤higkeitsversicherung (SBU) oder BerufsunfГ¤higkeitszusatzversicherung (BUZ) – was ist der Unterschied?

Eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist ein eigenständiger Vertrag, der ausschließlich das BU-Risiko abdeckt.

Eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) ist ein Zusatz zu einem anderen Hauptvertrag, z.B. zu einer kapitalbildenden Lebensversicherung oder einer Rentenversicherung. Der einzige Vorteil einer BUZ ist, dass man bei Berufsunfähigkeit auch eine Beitragsbefreiung für den Sparvorgang vereinbaren kann.

Hat man z.B. eine Kapitallebensversicherung als Hauptvertrag und dazu eine BUZ, läuft der Sparvertrag der Lebensversicherung im BU-Fall beitragsfrei weiter und man erreicht dennoch sein Sparziel.

Der Nachteil einer BUZ – man ist unflexibel. Kann man den Hauptvertrag einmal nicht mehr bezahlen oder stellt sich heraus, dass man ihn nicht mehr braucht, kann die BUZ nicht separat weiterlaufen. Da man aber eine Berufsunfähigkeitsversicherung nur in jungen Jahren unkompliziert erhält, ist man häufig zwangsläufig an den Hauptvertrag gebunden.

Separate BU-Verträge sind aufgrund der Flexibilität einem Kombinationsprodukt vorzuziehen. Einige Versicherer bieten ihre BU-Produkte grundsätzlich mit einer kleinen Risikolebensversicherung an. Da beides Risikoprodukte sind, ist dagegen nichts einzuwenden.

Grundsätzlich gilt: Sparvorgang und Risikoabsicherung möglichst trennen.

    Warum ist die AntragsprГјfung so streng?

Ein Leistungsfall kostet die Versicherung viel Geld.

Hierzu ein einfaches Beispiel:

  • Versicherte BU-Rente 1000,00 Euro bis zum 67. Lebensjahr
  • Beitrag hierfГјr 50,00 Euro monatlich.

    Nach 10 Jahren schwerer Autounfall, Berufsausübung für 1 Jahr nicht mehr möglich. Man ist also berufsunfähig für 1 Jahr. Der BU-Versicherer zahlt in diesem Jahr eine BU-Rente von 12.000,00 Euro und somit schon das doppelte von dem, was Ihr an Beiträgen in zehn Jahren gezahlt habt.

    Dauert die Berufsunfähigkeit länger (im Schnitt setzt man 3 bis 4 Jahre an) oder ist sogar dauerhaft, erkennt man das enorme Kostenrisiko für den Versicherer.

    Würde jemand eine Kapitalanlage oder Rentenversicherung mit einer derart hohen Rendite anbieten, nähme ihm das sicherlich kein Mensch ab.

    Das Beispiel verdeutlicht, wie wichtig es ist die Absicherung der Arbeitskraft, sei es durch die Berufsunfähigkeitsversicherung oder andere Alternativen, so früh wie möglich und Dach und Fach zu bringen. Das ist günstiger und sicherer. Je länger ein Versicherer Beiträge einnimmt, umso mehr Rendite kann er erwirtschaften.

    Aus Sicht des Versicherers ist es nachvollziehbar, den Leistungsfall eines erst seit kurzem versicherten Kunden genauer auf verschwiegene Gesundheitsangaben zu prüfen, als das bei einem seit mehr als 20 Jahren versicherten Kunden der Fall ist. Ein Versicherungsunternehmen muss gut rechnen können, um am Markt bestehen und seiner Leistungspflicht nachkommen zu können. Der Einkauf schlechter Risiken (so nennt man es, wenn eine Versicherung Leute versichert, die wahrscheinlich mal viel Leistung erhalten) kann das gesamte Unternehmen schädigen. Davon hat keiner was.

      Was ist die Гњberschussbeteiligung?

    Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung werden aufgrund des hohen Kostenrisikos besonders vorsichtig kalkuliert. Es treten dann in der Regel nicht so viele BU-Fälle ein wie in der Kalkulation berücksichtigt. Hieraus entstehen dem Versicherer Überschüsse (Risikogewinne). Natürlich erzielen die Versicherer auch aus anderen Quellen z.B. durch Erträge aus Kapitalanlagen Überschüsse (Anlagegewinne).

    An den Überschüssen muss der Versicherer seine Kunden beteiligen, das ist gesetzlich im Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) geregelt. Die Form der Überschussbeteiligung kann bei Abschluss des Vertrages individuell gewählt werden. Folgende Möglichkeiten stehen zur Auswahl:

    1. Beitragssofortabzug: Der Beitragssofortabzug (auch Beitragsverrechnung genannt) ist die meist gewählte Form der Überschussbeteiligung. Der Kunde wird sofort an den Überschüssen des Versicherers beteiligt, was eine unmittelbare Reduzierung des Beitrags bewirkt. Kalkulatorisch benötigt der Versicherer den Bruttobeitrag, der gleichzeitig die Obergrenze des Beitrags darstellt. Durch den Beitragssofortabzug wird der Beitrag reduziert auf dem Zahlbeitrag (Nettobeitrag).

    Beispiel fГјr den Beitragssofortabzug: – Der Bruttobeitrag laut Angebot betrГ¤gt 80,00 Euro monatlich.

    – Der Nettobeitrag (Zahlbeitrag) laut Angebot betrГ¤gt 50,00Euro.

    Der Zahlbeitrag wird also durch den Beitragssofortabzug um monatlich 30,00 Euro reduziert.

    Wer möglichst preiswert abgesichert sein will, wählt das Überschusssystem „Beitragsabzug bzw. Beitragsverrechnung“. Hierbei ist Nettobeitrag der Zahlbeitrag.

    Da die Gewinne jedes Unternehmens variieren, wird die Überschussbeteiligung jedes Jahr neu festgesetzt. Der Zahlbeitrag kann also auch schwanken. Ändert sich die Gewinnsituation des Versicherers hat er die Möglichkeit Erhöhungen bis zum Bruttobeitrag vorzunehmen.

  • Bonusrente: Die Bonusrente ist eine anderes Form der Gewinnbeteiligung. Hierbei werden die Gewinne nicht zur Reduzierung des Bruttobeitrags verwendet, sondern zur ErhГ¶hung der garantierten Rente im Leistungsfall. Man zahlt also den Bruttobeitrag fГјr eine garantierte Rente, die aber im Leistungsfall hГ¶her ausfГ¤llt.

    Beispiel fГјr die Bonusrente: – Der Bruttobeitrag laut Angebot betrГ¤gt 80,00 Euro monatlich.

      – Der Nettobeitrag laut Angebot betrГ¤gt 50,00Euro.

    Gezahlt wird der Bruttobeitrag 80,– Euro fГјr eine garantierte BU-Rente von 1000,00 Euro monatlich. Im BU-Fall zahlt der Versicherer 1350,00 Rente (1000,00 plus 350,00 Bonusrente). Die Bonusrente ist nicht garantiert, sie kann hГ¶her oder niedriger ausfallen.

    Beim Überschusssystem Bonusrente zahlt man immer den Bruttobeitrag. Zusätzlich zur garantierten Rente wird eine Gewinnrente gewährt.

  • Verzinsliche Ansammlung: Hierbei werden die ГњberschГјsse, also die Differenz zwischen Brutto- und Nettobeitrag, durch den Versicherer klassisch angelegt und verzinst. Die angesammelten und verzinsten ГњberschГјsse werden entweder zum Ablauf des Vertrages als Schlusszahlung gezahlt, oder im BU-Fall zur ErhГ¶hung der laufenden BU-Rente verwendet. Dieses Гњberschusssystem wird selten gewГ¤hlt. Man zahlt hierbei monatlich den Bruttobeitrag.

  • Anlage der ГњberschГјsse in Investmentfonds: Hierbei werden die ГњberschГјsse in Investmentfonds investiert. Im Leistungsfall, bei Ablauf oder bei Tod wird das daraus entstandene Fondsguthaben fГ¤llig. Man zahlt hierbei monatlich den Bruttobeitrag.
    • Bekomme ich die BeitrГ¤ge zurГјck, wenn ich nie berufsunfГ¤hig war?

    Wie bei der Kfz-Versicherung oder der privaten Haftpflichtversicherung sichert man ein Risiko ab. Im Rechenbeispiel zur Antragsprüfung wurde ja schon erläutert, wie hoch das Kostenrisiko für den Versicherer im Leistungsfall ist. Diese Leistung könnte eine Versicherung nicht erbringen, wenn sie Kunden, die nicht berufsunfähig werden, am Ende der Laufzeit ihr Geld zurückerstatten würde. Es besteht aber die Möglichkeit über die Wahl der Überschussbeteiligung (siehe vorheriger Punkt) einen Teil der Beiträge als Schlusszahlung zurück zu erhalten. Grundsätzlich handelt es sich bei der BU-Absicherung nicht um einen Sparvertrag, sondern um eine Risikoabsicherung. Man erhält also eine Geldleistung, wenn der Fall der Fälle eintritt.

      Muss ich meine BU-Rente versteuern?

    Ja, allerdings nur mit dem Ertragsanteil, also nicht die volle Rente. Der Ertragsanteil ist umso höher, je eher die BU-Rente beansprucht wird. Denn je länger die verbleibende Laufzeit, umso höher ist der Ertragsanteil. Bei einer verbleibenden Laufzeit von 45 Jahren beträgt somit der Ertragsanteil ganze 42%, bei verbleibenden 30 Jahren noch 30%, bei verbleibenden 15 Jahren noch 16% und bei verbleibenden 5 Jahren noch 5% (nachzulesen in §55 Absatz 2 Einkommensteuer-Durchführungsverordnung). Auch die von der gesetzlichen Rentenversicherung gezahlten Erwerbsminderungsrenten sind Bruttorenten. Hiervon müssen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern getragen werden. Private Vorsorge ist also unumgänglich.

      BerufsunfГ¤hig zu 50 Prozent – wie definiert sich das?

    Wann bin ich tatsächlich berufsunfähig?

    Die Versicherungen führen zuerst eine quantitative Prüfung Eurer beruflichen Tätigkeit in gesunden Tagen durch. Hierbei geht es einfach um das Zusammenrechnen der Arbeitszeiten. Anschließend erfolgt die qualitative Prüfung. Man muss minitiös angeben, welche unterschiedlichen Tätigkeiten über den Tag verteilt so anfallen. Nun wird beurteilt, welche Tätigkeiten noch ausgeübt werden können bzw. welche nicht mehr. Die sich hieraus ergebende noch mögliche Arbeitszeit wird ermittelt und beurteilt ob noch 50 Prozent erbracht werden oder nicht. Ergibt sich ein Wert über 50 Prozent bei den Tätigkeiten, die noch ausgeführt werden können, kann es sich dennoch um eine BU handeln, denn sämtliche Tätigkeiten müssen im Zusammenhang betrachtet werden.

    Beispiel: Ein Vertreter arbeitet täglich 5 Stunden im Büro bzw. beim Kunden und ist täglich 3 Stunden im Auto unterwegs. Aufgrund einer Augenerkrankung darf er nun nicht mehr Autofahren. Es fallen also 3 Stunden täglich weg. Das sind weniger als 50 Prozent Einschränkung. Da aber durch die Erkrankung die Kundenbesuche auch wegfallen, reduzieren sich die Tätigkeiten, die tatsächlich noch durchgeführt können auf weniger als 2 Stunden am Tag. Also ergibt sich eine BU (vereinfachtes Beispiel).

    In der Realität gestaltet sich die Prüfung leider wesentlich komplexer. Was aber hier ganz klar wird ist die Benachteiligung von Personengruppen, die nicht in Vollzeit arbeiten, da hier die 50 Prozent Latte wesentlich höher angesetzt ist. Dies betrifft insbesondere Teilzeitkräfte, aber auch Hausfrauen und -männer sowie Arbeits- und Erwerbslose. Für diesen Personenkreis bietet sich die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung an, die durch die Anlehnung an die gesetzliche Regelung meist schneller leistet als die BU.

      Was passiert, wenn ich meinen Beruf wechsle?

    Bei allen vernünftigen Tarifen passiert da gar nichts. Achtet jedoch vor Vertragsabschluss darauf, dass Ihr einen Tarif auswählt, bei dem stets der zuletzt ausgeübte Beruf versichert ist und ein Berufswechsel nicht dem Versicherer gemeldet werden muss.

      Ich habe einen Kammerberuf und bin Гјber ein Versorgungswerk abgesichert.

    Brauche ich dennoch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung?

    Das hängt davon ab, wie die Absicherung der jeweiligen Kammer ausgestaltet ist. Denn die unterschiedlichen Versorgungswerke haben auch eigene Satzungen. Im Gegensatz zu den privaten BU-Versicherern ist die Höhe der Leistungen nicht garantiert. Da die Beiträge am Kapitalmarkt angelegt werden, kommt es bei schlechter Kapitalmarktlage zu Korrekturen der Versorgungshöhe, die der jährlichen Kontostandmeldung zu entnehmen sind. Die Definition einer Berufsunfähigkeit der Versorgungswerke ist eine andere, als die gesetzliche oder auch die private Definition. Geleistet wird in der Regel erst bei einer 100%-igen Berufsunfähigkeit. Hierbei zählt nicht die zuletzt ausgeübte individuelle Tätigkeit, sondern das Berufsbild im Allgemeinen. Ist ein Chirurg beispielsweise aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht mehr in der Lage zu operieren, ist er laut Satzung nicht berufsunfähig, da er weiterhin in vielen Bereichen ärztlich tätig sein könnte (z.B. als Gutachter). Ein Anspruch im Versorgungswerk ensteht also erst wenn im gesamten Berufsbild überhaupt keine Tätigkeit mehr ausgeübt werden kann.

      Ablehnung wegen Vorerkrankungen. Was kann ich tun? Gibt es Alternativen?

    Wenn Ihr einmal eine offizielle Ablehnung erhalten habt wird es nicht einfacher aber auch nicht unmöglich. Es gib durchaus moderne Alternativen, bei denen die Eintrittswahrscheinlichkeit des Versicherungsfalles sogar höher ist, als die einer Berufsunfähigkeit nach den Bedingungen des Versicherers. Wer sich hier im Wegweiser ein wenig belesen hat ist sicher zu der Erkenntnis gekommen, dass die private Berufsunfähigkeitsversicherung zwar eine theoretisch sehr umfassende Versicherung ist, die aber praktisch sehr schwer zu greifen ist. Dies liegt auch an der immer wieder zu Streit führenden 50 Prozent-Klausel.

    Die gesetzliche Rentenversicherung hat die prozentuale Einschätzung der Arbeitsleistung bereits im Jahr 2001 aufgegeben und beurteilt diese seither in Stunden pro Arbeitstag. Da kann man schon ins Grübeln kommen ob die prozentuale Regelung der privaten BU noch zeitgemäß ist. Sprecht einfach mal einen Arzt an und fragt ob es ihm leichter fällt eine Einschränkung der Arbeitskraft in Stunden oder in Prozent zu beurteilen.

    Aber welche Alternativen machen Sinn? Die Unfallversicherung sicher nur bedingt, denn in den allermeisten Fällen ist der Unfall nicht Hintergrund für den Verlust der Arbeitskraft. Der unfallbedingte Anteil liegt bei unter 10 Prozent. Eine Absicherung von Grundfähigkeiten, oder auch funktionelle Invaliditätsabsicherung genannt, deckt in der Regel auch nicht die Fülle von Krankheiten ab, die zum Verlust der Arbeitskraft während des Berufslebens führen. Der heutigen gesetzlichen Absicherung am nächsten steht tatsächlich die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Wer jetzt denkt, da muss ich ja mit dem Kopf unter dem Arm daherkommen, um Erwerbsunfähig zu sein, der täuscht sich gewaltig. Denn auch dieser Spruch stammt aus den Jahren vor 2001. Wer als Berater also mit dieser Argumentation von einer privaten Erwerbsunfähigkeitsversicherung abrät, dessen Wissen basiert auf einem Stand vor dem Jahr 2001.

    Nachfolgend die alte Definition von Erwerbsunfähigkeit im Vergleich mit der seit dem Jahr 2001 geltenden Definition der heutigen vollen Erwerbsminderung:

    ErwerbsunfГ¤higkeit – frГјhere Definition vor dem Jahr 2001 (В§ 44 SGB VI -alte Fassung): ErwerbsunfГ¤hig sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit auГџerstande sind, eine ErwerbstГ¤tigkeit in gewisser Regelmäßigkeit auszuГјben oder mehr als geringfГјgiges Arbeitseinkommen (im Jahr 2000: Гјber 630 DM) monatlich zu erzielen oder die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (also z. B. nur in anerkannten WerkstГ¤tten fГјr behinderte Menschen) tГ¤tig sein kГ¶nnen. Ausgenommen von diesem Rentenanspruch sind Versicherte, die eine selbstГ¤ndige TГ¤tigkeit ausГјben.

    ErwerbsunfГ¤higkeit – Heutige Definition seit dem 01.01.2001 (В§43 Abs. 2 SGB VI): Voll erwerbsgemindert (heutige Bezeichnung fГјr die ErwerbsunfГ¤higkeit) sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit auГџerstande sind, unter den Гјblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden tГ¤glich erwerbstГ¤tig zu sein.

    Hinweis: Auf nicht absehbare Zeit bezeichnet einen Zeitraum von mindestens 6 Kalendermonaten (Rechtsprechung des Bundessozialgerichts). Dies ist der gleiche Prognosezeitraum, den die private BU vorgibt.

      Wann ist der beste Zeitpunkt fГјr den Abschluss meiner Absicherung?

    So früh und somit so gesund wie möglich. Sobald Beschwerden oder Erkrankungen auftreten, wird es mit dem Abschluss schwierig bis unmöglich. Schließt daher die Versicherung am besten bereits während der Ausbildung bzw. des Studiums ab! Wer bereits gesundheitliche Einschränkungen, chronische Erkrankungen hat, oder wer einfach seinen gesetzlichen Versicherungsschutz bei Erwerbsminderung aufstocken will, dem empfehlen wir die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung. Es gibt nur einen Anbieter hierfür. Die Leistungsvoraussetzungen sind identisch mit der heutigen Regelung der gesetzlichen Rentenversicherung, was ebenfalls für die Wartezeiten gilt. Darüber hinaus verfügt das Produkt über ganz entscheidende Vorteile, die kein BU-Anbieter beinhaltet wie z.B.:

  • Wartezeit und Leistungsdefinition analog gesetzlicher Rentenversicherung
  • Alle Berufe versicherbar bis 67 Jahre
  • Keine LeistungsausschlГјsse – auch bei Vorerkrankungen
  • Geld-zurГјck-Garantie in den ersten 5 Jahren
  • Rentenzahlung auch bei PflegebedГјrftigkeit und Demenz
  • Garantie auf Abschluss einer Pflegerente zum Ende der Versicherung
  • Keine Gefahr der Leistungsverweigerung wegen Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht (siehe nГ¤chster Punkt)

    Bei Beantragung einer solchen Versicherung Гјber unser Forum erhaltet Ihr noch weitere Vorteile Гјber den eigentlichen Versicherungsschutz hinaus.

      RГјcktritt, KГјndigung und Leistungsverweigerung bei Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht?

    Die Rücktrittsfrist bei Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht beträgt 5 Jahre, bei arglistiger Verschweigung von Angaben sogar 10 Jahre. „Ist es da nicht besser, ich verschweige meine Erkrankungen erst einmal und spekuliere darauf, dass 5 Jahre bzw. 10 Jahre nichts passiert?“ Klare Antwort: Nein! Wer bewusst etwas verschweigt, um ein besseres Ergebnis ohne Einschränkungen wie einen Zuschlag oder Leistungsausschluss zu erhalten, begeht eine vorsätzliche Täuschung bzw. Arglist. Die Versicherung wird alles unternehmen das nachzuweisen. Auch über den Zeitraum von 5 Jahren hinaus durch Anfechtung des Vertrages. Die Versicherer prüfen nicht etwa schon bei Antragstellung ob etwas weggelassen wurde, sondern erst im Leistungsfall durch umfangreiche Rückfragen bei Ärzten und Krankenhäusern, die ja auch dazu dienen eine eventuelle Berufsunfähigkeit beurteilen zu können. Was am Anfang verschwiegen wird, kommt am Ende meistens raus. Das Problem ist, dass man dann bereits jahrelang Beiträge umsonst gezahlt hat, die man nicht wieder bekommt.

      Was ist ein Risikosport?

    Im Prinzip kann jeder Sport zum Risikosport werden, wenn er wettkampftechnisch ausgeführt wird. Bei Freizeitsport gelten Sportarten wie z.B. Klettern, Rafting, Fallschirmspringen, Motorsport oder Tauchen zu Risikosportarten. Die einzelnen Versicherer bewerten hier die Risiken zum Teil unterschiedlich. So ist bei einem Versicherer Reiten ein Risikosport, beim anderen nicht, bei einem Versicherer ist Klettern ganz allgemein ein Risikosport, bei einem anderen erst ab Schwierigkeitsstufe 4. Hier muss man einfach den BU-Experten fragen. Unten auf dieser Seite findet Ihr eine Tabelle mit Beispielen, wie einzelne Sportarten von den Versicherern bewertet werden können.

      Was passiert, wenn ich arbeitslos werde? Bin ich weiterhin versichert?

    Wenn Ihr weiterhin Beiträge bezahlt, besteht auch der Versicherungsschutz weiter. Die einzelnen Gesellschaften verhalten sich jedoch sehr unterschiedlich bezüglich einer möglichen abstrakten Verweisbarkeit auf andere Tätigkeiten bzw. Berufe, wenn man eine bestimmte Zeit aus dem Beruf ausgeschieden ist. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen und man muss sehr aufpassen. Viele Versicherer können nach längerer Arbeitslosigkeit auf jeden Beruf verweisen, unabhängig vom sozialen Status und der Lebensstellung eines Verweisungsberufs. Hier muss man genau erfragen, wie diese Situation in den allgemeinen Versicherungsbedingungen geregelt ist. Erwähnenswert ist hier noch, dass eine Erwerbsminderung sehr häufig nach lange andauernder Arbeitslosigkeit entsteht. Sicherlich ist es für Arbeitssuchende sehr frustrierend über Jahre hinweg keinen Arbeitsplatz zu finden (Thema Psyche). Vor diesem Hintergrund kann es durchaus sinnvoll sein einen Versicherer zu bevorzugen, der unbefristet auf eine Möglichkeit der Verweisung verzichtet, also auch bei Langzeitarbeitslosigkeit.

      Bin ich während der Elternzeit versichert?

    Hier gilt das gleiche wie bei Arbeitslosigkeit. Beachten solltet Ihr in den Tarifbedingungen den Abschnitt, der sich mit dem Ausscheiden aus dem Beruf befasst. Oft ist hier das Thema Elternzeit explizit beschrieben. Es ist vorteilhaft, wenn genau beschrieben ist, welche Dauer als kurzfristiges Ausscheiden angesehen wird. Liegt diese Dauer zum Beispiel bei 3 Jahren, ist während dieser Zeit auch weiterhin Euer vorher ausgeübter Beruf versichert.

      Zahlt die BU bei langer Arbeitsunfähigkeit/Krankschreibung?

    Berufsunfähigkkeit entsteht in den allermeisten Fällen durch längere Krankheit und damit verbundener Arbeitsunfähigkeit, also Krankschreibung. Nur8 von fast 100 Anbietern zahlen die volle BU-Rente bereits bei längerer Arbeitsunfähigkeit/Krankschreibung und zwar unabhängig davon, ob die üblicherweise verlangte 50%ige Berufsunfähigkeit festgestellt wird. Durrch diese zusätzliche Arbeitsunfähigkeitsklausel ist eine wesentlich schnellere Zahlung gewährleistet. Die Arbeitsunfähigkeitsklausel ist nach unserer Ansicht die wertvollste Klausel um Ärger zu vermeiden. Sie ist verständlich für jedermann und gibt dem Versicherer wenig Möglichkeiten sich aus der Leistungsverpflichtung zu drücken. Alleine die Tatsache, dass nur acht Anbieter diese transparente Leistung anbieten verdeutlicht den großen Vorteil. Alle Vorteile der AU-Klausel sind im Anschluss an unsere Checkliste (nach Punkt 14) ausführlich dargestellt.

      Ich erhalte eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente, erhalte ich automatisch meine private BU-Rente?

    Nein, dies ist einer der größten Irrtümer. Ein privater BU-Versicherer richtet sich nicht nach der Entscheidung der gesetzlichen Rentenversicherung, obwohl dort wesentlich strengere Maßstäbe gelten. Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt entweder teilweise- oder volle Erwerbsminderungsrente. Die teilweise Erwerbsminderung (mögliche Arbeitsleistung zwischen 3 und 6 Stunden täglich) ist aus gesetzlicher Sicht eine Berufsunfähigkeit. Hier hat der Gesetzgeber festgestellt, dass man sowohl im zuletzt ausgeübtem oder einem ganz anderen Beruf nur noch eingeschränkt arbeiten kann. Bei der vollen Erwerbsminderung (mögliche Arbeitsleistung unter 3 Stunden täglich) gilt man aus gesetzlicher Sicht als Erwerbsunfähig. Die privaten Versicherer beurteilen die Einschränkung der Arbeitskraft jedoch nicht in Stunden, sondern in Prozent. Es gibt keinen privaten Anbieter, der die Zahlung einer Rente als Berufsunfähigkeitsfall anerkennt! So kommt es regelmäßig vor, dass der BU-Versicherer die Leistungen verweigert, obwohl die gesetzliche Rentenversicherung bereits Erwerbsunfähigkeit anerkannt hat.

    Bei der privaten Erwerbsunfähigkeitsversicherung hingegen wird, die mögliche Arbeitsleistung in Stunden betrachtet, so wie das auch gesetzlich geregelt ist. Für den Leistungsfall bedeutet das mehr Sicherheit, denn hat der Rentenversicherer bereits bestätigt, dass man nur noch unter 3 Stunden am Tag arbeiten kann, dürfte es dem privaten Versicherer sehr schwer fallen dies anzuzweifeln. Derzeit gibt es nur einen Anbieter, die Canada Life, die neben der Berufsunfähigkeitsdefinition die 3 Stundenklausel in den Bedingungen verankert hat.

    Die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist übrigens die ideale Absicherung, wenn man die unzureichenden gesetzlichen Leistungen aufstocken will. Wir bieten dieses Produkt hier auch ohne Gesundheitsprüfung an (beim einzigen Anbieter, der das macht). Damit fällt das Risiko von Leistungsausschlüssen oder späterem Ärger wegen Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht (unvollständige Gesundheitsangaben) weg.

      Übersicht von Sportarten und mögliche Auswirkung auf den BU-Abschluss:

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    Die Angst vor dem „Ja“ – bei Gesundheitsfragen im BU-Antrag

    Manchen Interessenten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist es unangenehm, bei einer Gesundheitsfrage im BU-Antrag wahrheitsgemäß ein „Ja“ anzukreuzen. Das ist verständlich, muss es jedoch nicht sein.

    Wenn jemand eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will, geht es im Antragsformular regelmäßig um absolut persönliche Dinge: Da wird nach dem Beruf gefragt, dem Familienstand, dem Einkommen, der Bankverbindung, Hobbys und der Gesundheitshistorie. Wer die teilweise intimen Fragen zum Beispiel nach psychischen Erkrankungen, Geschlechtskrankheiten oder allgemein formulierte Fragen beantworten soll, bei denen man auch Behandlungen wegen erektiler Dysfunktion oder eine Fehlgeburt angeben muss, kann schon mal ins Stocken kommen, bevor eine solche Frage wirklich mit „Ja“ beantwortet wird.

    Manche Kunden scheinen regelrecht ein wenig Angst vor dem „Ja“ im BU-Antrag zu haben. Ich finde das nur allzu verständlich: Schließlich sind das nicht nur intimste Angelegenheiten, sondern man hat ja schon förmlich so ein Gespür, dass da ein Versicherer nachhaken und weitere Fragen dazu stellen wird. Angenehm ist etwas anderes.

    Wahrheitsgemäße und vollständige Angaben im BU-Antrag

    Es nutzt nichts: Sie müssen als Kunde die Fragen, die der Versicherer im Antragsformular stellt, wahrheitsgemäß und vollständig beantworten, wollen Sie einen BU-GAU (Versicherer zahlt trotz Berufsunfähigkeit nicht) vermeiden. Mehr als gefragt wird (zum Beispiel über einen längeren Abfragezeitraum), müssen Sie aber auch nicht angeben. Auf beides kann man nicht oft genug hinweisen, hier die Rechtsgrundlage.

    Manche Vermittler haben ebenfalls Angst vor Ihrem „Ja“. Der Hintergrund kann simpel sein: Mit jedem „Ja“ bei den Gesundheitsangaben sieht der eine oder andere Vermittler das Zustandekommen eines Vertrages und damit seine Abschlussprovision gefährdet. Wenn Sie das Gefühl haben, eine Frage mit „Ja“ beantworten zu müssen und Ihnen ein Versicherungsvermittler prompt und unbegründet sagt, „das muss nicht angegeben werden“, vertrauen Sie lieber Ihrem Gefühl.

    Vor dem BU-Antrag eine Risikovoranfrage stellen

    Weil Sie (und auch wir) meistens nicht wissen, wie ein Versicherer auf Vorerkrankungen reagiert, empfehlen wir häufig, im Vorfeld eine anonymisierte / pseudonymisierte Risikovoranfrage bei verschiedenen Anbietern zu stellen und erst anschließend einen Versicherer und Tarif auszuwählen. Schließlich muss Sie kein Versicherer nehmen. Risikozuschläge (mehr bezahlen) oder Leistungsausschlüsse (nicht alle Erkrankungen oder Sportarten werden versichert) werden recht schnell von Versicherern verlangt. Viele Versicher erbitten bereits im Stadium der Voranfrage detaillierte Angaben und Befunde, um das Risiko, das sie übernehmen sollen, besser einschätzen zu können. Die Einschätzungen können so unterschiedlich sein, dass der eine Versicherer einen Antrag ablehnen würde, während ein anderer Sie zu ganz normalen Bedingungen nimmt.

    Praxisbeispiel: Mehr als ein „Ja“ bei den Gesundheitsfragen im BU-Antrag

    Dass man – wenn Kunde, Vermittler und Risikoprüfer beim Versicherer im Vorfeld sorgfältigst gearbeitet haben, weder als Kunde, noch als Vermittler Angst vor einem „Ja“ im BU-Antrag haben muss, zeigt dieses (sicherlich extreme) Beispiel aus unserer Praxis:

    Extrembeispiel der Beantwortung von Gesundheitsfragen im BU-Antrag.

    Es mussten hier zwar viele Fragen bejaht werden, aber die Diagnosen waren (nachgewiesenermaßen) nicht so schlimm. Der Antrag wurde zu normalen Bedingungen angenommen: Der Verdienst für wahrlich eine Menge Arbeit im Vorfeld…

    Источники: http://www.finanztip.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/bu-haeufige-fragen/, http://www.wegweiser-berufsunfaehigkeitsversicherung.de/artikel/id/7, http://www.helberg.info/blog/2016/05/die-angst-vor-dem-ja-bei-gesundheitsfragen-im-bu-antrag/

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