Erziehungsrente berechnen

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Rechtsfrage :  Was bringt mir die Erziehungsrente?

Wer hat Anspruch auf die Erziehungsrente – und was ist das überhaupt? Eine Rechtsfrage Ulrich Theil, Deutsche Rentenversicherung Bund.

Ich bin geschieden, die Kinder leben bei mir. Mein Ex-Mann ist vor einem Monat gestorben. Ohne seine Unterhaltszahlungen wird das Geld nun leider knapp. Jetzt habe ich gehört, dass für mich eine Erziehungsrente möglich wäre. Was ist das und habe ich vielleicht Anspruch darauf?

Wie es der Name bereits andeutet, soll die Erziehungsrente helfen, dass sich geschiedene Mütter oder Väter auch nach dem Tod des unterhaltspflichtigen Ex-Partners weiter um die Erziehung ihrer Kinder kümmern können. Ein Anspruch auf eine Erziehungsrente besteht unter folgenden Bedingungen:

Ihre Ehe muss nach dem 30. Juni 1977 geschieden worden sein und Ihr früherer Ehepartner ist verstorben, Sie erziehen ein eigenes Kind oder ein Kind Ihres geschiedenen Ehepartners unter 18 Jahren, und Sie haben nicht wieder geheiratet. Anders als eine Witwen-/Witwerrente ist die Erziehungsrente eine Rente aus Ihrer eigenen Versicherung. Sie wird also nicht aus der Versicherung Ihres geschiedenen Ehepartners abgeleitet, sondern Sie selbst müssen die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren Beitragszeit bis zu seinem Tod erfüllt haben. Ihre Kindererziehungszeiten zählen hierfür mit.

Neben einer Erziehungsrente ist selbstverständlich auch die Zahlung von Waisenrente möglich.

Die Erziehungsrente entspricht in ihrer Höhe einer Rente wegen voller Erwerbsminderung.

Wie bei einer Witwen-/Witwerrente wird Ihr eigenes Einkommen auf diese Rente angerechnet, sofern es den Freibetrag von 718,08 Euro bei einem Wohnsitz in den alten Bundesländern und 637,03 Euro in den neuen Bundesländern übersteigt. Der Freibetrag erhöht sich zusätzlich für jedes waisenrentenberechtigte Kind um 152,32 Euro. Bei Wohnsitz in den neuen Bundesländern um 135,13 Euro.

Die Einkommensanrechnung ist recht umfassend. Dazu gehört nicht nur das eigene Einkommen aus einer Beschäftigung oder selbständigen Erwerbstätigkeit sondern auch Betriebsrenten, private Renten oder Vermögen (Zinsen). Auch das Elterngeld wird auf die Erziehungsrente angerechnet.

Wie alle Rentenleistungen muss auch die Erziehungsrente beantragt werden. Diese wird dann ab dem ersten Kalendermonat nach dem Tod des geschiedenen Partners gezahlt. Also auch rückwirkend, sofern Sie den Antrag innerhalb von drei Monaten nach seinem Tod stellen. Versäumen Sie diese Frist, wird Ihnen die Rente erst vom Antragsmonat an gezahlt. Die Rente endet mit Ablauf des Monats, in dem die Voraussetzungen entfallen. Also zum Beispiel, wenn Sie erneut heiraten oder bei Ende der Kindererziehung; spätestens jedoch, wenn Sie die Regelaltersgrenze erreichen. Vergessen Sie bitte nicht, auch die Waisenrente für Ihre Kinder mit zu beantragen.

Übrigens können unter den gleichen Voraussetzungen wie geschiedene Ehepartner auch frühere Lebenspartner, deren eingetragene Partnerschaft gerichtlich aufgehoben wurde, eine Erziehungsrente erhalten.

Die Erziehungs­rente

Der Ex gestorben, trotzdem gibt es eine Rente

Wer heute einen Angehörigen verliert, hat meist Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente. Je nach dem kann es eine Witwenrente, Witwerrente oder Waisenrente sein. Sind Sie geschieden und stirbt der Ex-Partner können Sie Anspruch auf eine Erziehungsrente haben. Wir klären auf, was sich hinter dieser besonderen Rente verbirgt.

Die Erziehungsrente ist eine Hinterbliebenenrente. Sie gehört also in die Reihe der Renten wegen Todes. Sie ist keine Erwerbsminderungsrente!

Die Erziehungsrente: ein kurzer Überlick!

Worin besteht der Unterschied zur Witwen/Witwerrente?

Die Witwen-und Witwerrente bekommt der Anspruchsteller aus abgeleiteten Recht. Er benötigt keine eigenen versicherungsrechtlichen Wartezeiten für die Witwenrente. Sie bekommen diese Renten nicht aus eigener Versicherung.

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Die Erziehungsrente bekommen Sie aus eigener Versicherung. Sie ist daher auch der Höhe nach gegenüber der Witwenrente unterschiedlich.

Witwen-und Witwerrente und die Erziehungsrente haben Unterhaltsersatzfunktion. Sie sollen durch Tod verloren gegangenes Familieneinkommen oder Unterhaltsleistungen zum Teil ausgleichen.

Bei der Erziehungsrente soll es den Anspruchsteller möglich sein, sich stärker um die Erziehung des gemeinsamen Kindes zu kümmern.

Eingetragene Lebenspartner erhalten die Rente unter gleichen Bedingungen wie verheiratete Eheleute.

Voraussetzungen für die Rente!

Der Anspruchsteller muss eine eigene Wartezeit von 5 Jahren (60 Kalendermonaten) bis zum Tod des Ex-Partners erfüllt haben.

Hier merken Sie schon den ersten Unterschied zur Witwenrente. Bei dieser Rente müssen Sie keine Wartezeit erfüllt haben, sondern der Verstorbene!

Weitere Voraussetzungen sind:
  • Ehe muss nach dem 30. Juni 1977 geschieden, aufgehoben oder für nichtig erklärt worden sein
  • Der geschiedene Ehepartner ist verstorben
  • Der Anspruchsteller ist unverheiratet geblieben oder ist keine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen
  • Erziehung eines eigenen oder ein Kind des früheren Ehepartners- somit auch Stief-oder Pflegekind, welches das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat
  • Erziehung eines eigenen behinderten Kindes oder behinderten Stiefkindes, unabhängig davon wie alt es ist
Aufgepasst:

Ehepartner, die ein Rentensplitting durchgeführt haben und verwitwet sind, können auch eine Erziehungsrente erhalten.

Die Höhe der Rente!

Sie wird in Höhe einer vollen Erwerbsminderungsrente ausgezahlt. Sie hat im Unterschied zur klassischen großen Witwen/Witwerrente einen Rentenartfaktor 1,0 und nicht 0,6 oder 0,55 nach neuen Recht.

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Wer die Erziehungsrente vor dem 63. Lebensjahr bezieht, bekommt noch einen Abschlag in der Rente.

Rente und Einkommen!

Eigenes Einkommen wird auf die Erziehungsrente angerechnet. So steht es im Gesetz. Die Rente ist den Regelungen der Einkommensanrechnung auf Hinterbliebenenrente / Renten wegen Todes unterworfen, § 97 Sozialgesetzbuch Nr. 6.

Wann beginnt und wann endet die Rente?

Anspruch auf die Rente haben Sie immer am Ersten des Monats, zu dessen Beginn die Voraussetzungen erfüllt sind. Immer dann, wenn Sie den Antrag innerhalb von 3 Monaten bei der Deutschen Rentenversicherung stellen. Stellen Sie den Antrag später, so bekommen Sie die Rente auch später.

Merke! Bei der klassischen Witwenrente können Sie den Antrag rückwirkend 1 Jahr später stellen! Auch hier sehen Sie den Unterschied zur Erziehungsrente oder umgekehrt.

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Die Rente endet:

  • wenn das Kind das 18. Lebensjahr vollendet hat, dann gibt es die Rente bis zum Ablauf dieses Kalendermonates,
  • wenn der Versicherte wieder heiratet, endet auch die besondere Rente,
  • mit Erreichen der Regelaltersgrenze, aber nur dann wenn der Versicherte nichts anderes bestimmt!
  • bei Wiederheirat hat der Versicherte keinen Anspruch auf Abfindung, wie es bei der Witwen/Witwerrente sein kann

Die Rente ist unbekannt, aber wichtig!

Kaum einer kennt sie. Die Rente wegen Erziehung eines Kindes aus einer geschiedenen Ehe, ist eine bestehende Rentenart, auf die viele Versicherte Anspruch haben. Ohne es zu wissen!

Erziehungs­rente eine Erwerbs­minderungs­rente?

Nein! Die Erziehungsrente ist keine Erwerbsminderungsrente. Sie wird zwar in Höhe einer vollen EM-Rente gezahlt, ist aber in das System der Hinterbliebenenrenten einzuordnen. Daher gelten für die Erziehungsrente auch die Regelungen der Einkommensanrechnung bei Hinterbliebenenrenten.

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Erziehungsrente

Die kaum bekannte Leistung

Viele wissen nicht, dass auch Geschiedene eine Rente erhalten können, wenn sie ein Kind erziehen und ihr geschiedener Ehepartner stirbt. Diese Rente dient somit als Unterhaltsersatz und erlaubt es, sich verstärkt um die Erziehung der Kinder zu kümmern.

Unter den gleichen Voraussetzungen wie geschiedene Ehepartner können auch frühere Lebenspartner, deren eingetragene Partnerschaft gerichtlich aufgehoben wurde, eine Erziehungsrente erhalten.

Voraussetzungen für eine Erziehungsrente

Anders als eine Witwen-/Witwerrente ist die Erziehungsrente eine Rente aus Ihrer eigenen Versicherung. Sie wird also nicht aus der Versicherung Ihres geschiedenen Ehepartners abgeleitet. Deshalb müssen Sie selbst die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren bis zu seinem Tod erfüllt haben.

Außerdem müssen die folgenden Voraussetzungen vorliegen:

  • Ihre Ehe ist nach dem 30. Juni 1977 geschieden, für nichtig erklärt oder aufgehoben worden – oder bei Auflösung der Ehe vor dem 1. Juli 1977 richtete sich der Unterhaltsanspruch nach dem DDR-Recht,
  • Ihr geschiedener Ehepartner ist gestorben,
  • Sie sind unverheiratet geblieben und sind keine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen und
  • Sie erziehen ein eigenes oder ein Kind des früheren Ehepartners (auch Stief- und Pflegekind, Enkel oder Geschwister), das das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Das Gleiche gilt für ein behindertes eigenes Kind oder Kind des früheren Ehepartners unabhängig vom Alter des Kindes.

Bitte beachten Sie:

Verwitwete Ehepartner und überlebende Lebenspartner, für die ein Rentensplitting durchgeführt wurde, können unter den gleichen Voraussetzungen eine Erziehungsrente erhalten.

Wie hoch ist die Erziehungsrente?

Die Erziehungsrente entspricht in ihrer Höhe der Rente wegen voller Erwerbsminderung. Sie kann damit erheblich zur Sicherung Ihres Lebensunterhalts beitragen.

Erhalten Sie die Rente vor Ihrem 63. Geburtstag, vermindert sie sich um einen Abschlag. Außerdem wird Ihr eigenes Einkommen angerechnet. Haben Sie für denselben Zeitraum Anspruch auf mehrere Renten, wird Ihnen nur die höchste Rente gezahlt.

Beginn und Ende der Rentenzahlung

Ihre Rente beginnt mit dem Ersten des Kalendermonats, zu dessen Beginn Sie die Voraussetzungen erfüllen, wenn Sie den Antrag innerhalb von drei Kalendermonaten stellen. Liegt der Antrag später vor, wird Ihnen die Rente vom Antragsmonat an gezahlt.

Die Rente endet mit Ablauf des Monats, in dem die Voraussetzungen entfallen (zum Beispiel wenn Sie erneut heiraten oder bei Ende der Kindererziehung, also in dem Monat, in dem das Kind das 18. Lebensjahr erreicht), spätestens jedoch, wenn Sie die Regelaltersgrenze erreichen. Danach wird, wenn Sie nichts anderes bestimmen, die Regelaltersrente gezahlt. Die Regelaltersgrenze liegt zurzeit bei 65 Jahren. Sie wird ab 2012 schrittweise auf 67 Jahre angehoben.

Heiraten Sie während des Bezugs der Erziehungsrente erneut oder begründen Sie eine eingetragene Lebenspartnerschaft, haben Sie – anders als bei der Witwen- oder Witwerrente – keinen Anspruch auf eine Rentenabfindung.

Die Deutsche Rentenversicherung berät Sie gerne. Telefonisch oder persönlich in einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe. Wir sind gerne für Sie da.

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Источники: http://m.tagesspiegel.de/wirtschaft/rechtsfrage-was-bringt-mir-die-erziehungsrente/1614306.html, http://rentenbescheid24.de/renten-abc/die-hinterbliebenenrente/die-erziehungsrente/, http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/01_rente/01_grundwissen/03_rentenarten_und_leistungen/07a_renten_an_hinterbliebene/02_erziehungsrente.html

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