Ertragsanteil private rente

0
70

Ertragsanteil private rente

Die Besteuerung von privaten Rentenversicherungen

  • Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2012

Zu den Klassikern der privaten Altersvorsorge gehören – nicht zuletzt wegen der Besteuerung nach dem Ertragsanteil – private Rentenversicherungen. Eine Rentenversicherung wird wie die Auszahlung einer Kapital-Lebensversicherung besteuert, wenn bei einer Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht sich der Versicherungsnehmer für die Einmalauszahlung (Kapitalauszahlung) entscheidet. Siehe zu Lebensversicherungen den speziellen Artikel Die Lebensversicherung bei der Einkommensteuer. Eine Leibrente wird hingegen nur mit dem Ertragsanteil (siehe weiter unten) besteuert.

Das BMF-Schreiben vom 1.10.2009 – IV C 1 – 2252/07/0001 nimmt auf 37 Seiten Stellung zur Besteuerung der Erträge aus einer Kapitallebensversicherung und der Rentenversicherung. Der Erlass hat den genauen Titel: "Besteuerung von Versicherungserträgen im Sinne des § 20 Absatz 1 Nr. 6 EStG". Aus diesem Steuererlass werden nachstehend einige wichtige Punkte dargestellt.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Wann liegt eine begünstigte Rentenversicherung bei der Einkommensteuer vor?

Eine Rentenversicherung mit der Steuervergünstigung des Ertragsanteils liegt nach Ansicht der Finanzverwaltung nur dann vor, wenn bereits am Beginn der Vertragslaufzeit ein Langlebigkeitsrisiko vom Versicherungsunternehmen übernommen wird. Dies bedeutet, dass bereits bei Vertragsabschluss die Höhe der garantierten Leibrente in Form eines konkreten Geldbetrages festgelegt wird oder ein konkret bezifferter Faktor garantiert wird. Mit diesem Rentenfaktor wird die Höhe der garantierten Leibrente durch Multiplikation mit dem am Ende der Anspar- bzw. Aufschubphase vorhandenen Fondsvermögen bzw. Deckungskapital errechnet.

Abschluss von Rentenversicherungen VOR dem 1. Juli 2010

Für vor dem 01.07.2010 abgeschlossene Rentenversicherungen ist es ausreichend, dass das Versicherungsunternehmen bei Vertragsabschluss bzw. im Erhöhungszeitpunkt hinreichend konkrete Grundlagen für die Berechnung der Rentenhöhe oder des Rentenfaktors zugesagt hat. Dieses Erfordernis ist auch erfüllt, wenn die bei Vertragsbeginn für die Rentenberechnung unterstellten Rechnungsgrundlagen mit Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders, der die Voraussetzungen und die Angemessenheit prüft, geändert werden können.

Abschluss von Rentenversicherungen NACH dem 1. Juli 2010

Bei ab dem 1. Juli 2010 abgeschlossenen Versicherungsverträgen ist nicht von einer steuerlich anzuerkennenden Rentenversicherung auszugehen, wenn der vereinbarte Rentenzahlungsbeginn dergestalt aufgeschoben ist, dass die mittlere Lebenserwartung der versicherten Person unwesentlich unterschritten oder sogar überschritten wird. Steuerlich nicht zu beanstanden ist es hingegen, wenn der Zeitraum zwischen dem vereinbarten spätesten Rentenbeginn und der mittleren Lebenserwartung mehr als 10% der bei Vertragsabschluss verbliebenen Lebenserwartung beträgt. Maßgebend ist die dem Vertrag zu Grunde gelegte Sterbetafel.

Besteuerung bei Wechsel der versicherten Person

Die versicherte Person ist die Person, auf deren Leben oder Gesundheit die Versicherung abgeschlossen wird (vgl. § 150 VVG). Da von ihren individuellen Eigenschaften (insbes. Alter und Gesundheitszustand) die wesentlichen Merkmale eines Versicherungsvertrages abhängen (vgl. BFH vom 9. Mai 1974, BStBl II S. 633), ist die versicherte Person eine unveränderbare Vertragsgrundlage. Bei einem Wechsel der versicherten Person erlischt, unabhängig von der Frage, ob ein entsprechendes Optionsrecht bereits bei Vertragsabschluss vereinbart worden ist oder nicht, steuerrechtlich der "alte Vertrag" und es wird steuerrechtlich vom Abschluss eines "neuen Vertrages" ausgegangen.

Besteuerung der Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht

Bei einer Rentenversicherung besteht die Versicherungsleistung grundsätzlich in der Zahlung einer lebenslänglichen Rente für den Fall, dass die versicherte Person den vereinbarten Rentenzahlungsbeginn erlebt. Zu den Einnahmen nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG rechnet die Versicherungsleistung aus einer Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht nur dann, wenn sie NICHT in Form einer Rentenzahlung erbracht wird. Davon ist dann auszugehen, wenn eine einmalige Kapitalauszahlung erfolgt, wenn mehrere Teilauszahlungen geleistet werden oder wenn wiederkehrende Bezüge erbracht werden, die nicht die Anforderungen an eine Rentenzahlung erfüllen.

Einkommensteuer und Zeitrente

Eine die Besteuerung nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG ausschließende Rentenzahlung setzt voraus, dass gleich bleibende oder steigende wiederkehrende Bezüge zeitlich unbeschränkt für die Lebenszeit der versicherten Person (lebenslange Leibrente) vereinbart werden. Leibrenten mit einer vertraglich vereinbarten Höchstlaufzeit (abgekürzte Leibrenten) und wiederkehrende Bezüge, die nicht auf die Lebenszeit, sondern auf eine festgelegte Dauer zu entrichten sind (Zeitrenten), sind dagegen nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG zu versteuern.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Rentengarantiezeit muss kürzer als "Sterbetafel" sein

Leibrenten mit einer vertraglich vereinbarten Mindestlaufzeit (verlängerte Leibrenten) sind nur dann nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG zu versteuern, wenn die Rentengarantiezeit über die auf volle Jahre aufgerundete verbleibende mittlere Lebenserwartung der versicherten Person bei Rentenbeginn hinausgeht. Maßgebend ist die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zugrunde gelegte Sterbetafel und das bei Rentenbeginn vollendete Lebensjahr der versicherten Person. Entspricht die Rentengarantiezeit der Lebenserwartung oder ist sie kürzer, ist auch für den Rechtsnachfolger (in der Regel der Erbe) die Ertragsanteils-Besteuerung anzuwenden. Dabei wird der auf den Erblasser angewandte Ertragsanteil fortgeführt.

Private Rentenversicherungen sind als Leibrente steuerlich bevorteilt

Monatliche Auszahlungen aus privaten Rentenversicherungen (Leibrente) werden zwar grundsätzlich besteuert. Der steuerpflichtige Anteil ist jedoch durch Änderung des Einkommensteuergesetzes mit Wirkung ab dem Jahr 2005 gesenkt worden. Beispiel: Reduzierung des zu versteuernden Anteils von 27 auf 18 Prozent, bezogen auf einen Renteneintritt mit 65 Jahren. Weiteres Beispiel: Rentenbeginn mit Alter von 55 Jahren (alter Ertragsanteil 38%, seit 2005 nur 26%). Diese Regelung gilt für alle Verträge, mithin auch bei laufenden Rentenzahlungen. Der steuerpflichtige Anteil ist in Staffeln eingeteilt, die sich nach dem Alter bei Rentenbeginn richten. Je früher in den Ruhestand gegangen wird, umso höher folglich ist der steuerpflichtige Anteil.

Sonderausgaben – <link 998>Vorsorgeaufwendungen</link> – Änderungen zwischen 2009 und 2010

Nur noch Beiträge zu Lebensversicherungen und Rentenversicherungen, die den Anforderungen einer lebenslänglichen Leibrente genügen (sogenannte neue Basis- Rente oder "Rürup"-Rente), sind als ggf. als Vorsorgeaufwendungen bei den Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Anforderungen: lebenslange Rente frühestens ab dem 60. Lebensjahr (für Neuverträge ab 2012 dem vollendeten 62. Lebensjahr), nicht beleihbar, nicht vererblich, nicht veräußerbar, nicht übertragbar und nicht kapitalisierbar.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Regelung bis zum 31. Dezember 2009

Für Arbeitslosigkeit-, Erwerbs-, Berufsunfähigkeits-, Kranken-, Pflege-, Unfall- , Haftpflicht- und Risikoversicherungen gilt zusätzlich ein spezieller Höchstbetrag von 2.400 EUR jährlich. Wendet der Arbeitgeber steuerfreie Beiträge für die Krankenversicherung des Mitarbeiters auf, ermäßigt sich dieser Höchstbeitrag auf jährlich 1.500 EUR. Bei Ehegatten kann jeder Ehepartner den für ihn gültigen Höchstbetrag in Anspruch nehmen.

Regelung Sonderausgaben seit dem 01.01.2010

Der Abzug der Beiträge zur Lebensversicherung als Sonderausgaben ist mit Wirkung vom 01.01.2010 nochmals eingeschränkt worden. Grund: Verbesserter Abzug der Krankenversicherungsprämien als Sonderausgaben.

Private Rentenversicherung – Steuern

Wie eine private Rentenversicherung steuerlich behandelt wird!

Wie wird eigentlich eine private Rentenversicherung besteuert? Das Thema Steuern beschäftigt viele Verbraucher, die vor einem Vertragsabschluss stehen oder bereits einen Vertrag abgeschlossen haben. Denn schließlich hat die Steuer ganz wesentliche Auswirkungen auf die Rendite einer privaten Rentenversicherung.

Die günstige Ertragsanteilsbesteuerung hilft den Sparern einer Rentenversicherung!

Im Jahr 2005 wurde vom Gesetzgeber die Besteuerung der Privatrenten geändert. Bei lebenslangen Rentenzahlungen kommt man als Verbraucher seither besser weg.

Wenn es um die Kapitalauszahlung geht, die bei den meisten Tarifen optional möglich ist, greift der Fiskus allerdings stärker zu als zuvor.

In diesem Beitrag möchten wir über die steuerliche Behandlung der privaten Rentenversicherung informieren, um Verbrauchern einen Überblick zu verschaffen. Grundsätzlich ersetzt dieser Beitrag aber nicht die steuerliche Beratung durch einen Fachmann.

Besteuerung nach dem Ertragsanteil bei lebenslangen Renten

Wer eine lebenslange Rente aus einer privaten Rentenversicherung erhält, muss diese nur mit dem sogenannten Ertragsanteil versteuern. Der Ertragsanteil ist ein fest definierter Prozentsatz, der im Gesetz je nach Renteneintrittsalter festgelegt wird.

Die sogenannte Ertragsanteilsbesteuerung richtet sich nach dem § 22 EStG. Je nachdem, ab welchem Alter jemand eine lebenslange Rente bezieht, wird ein anderer prozentualer Anteil für die Besteuerung herangezogen. Wichtig dabei ist, dass der Ertragsanteil nicht die Höhe der Steuerlast ausdrückt, sondern den Anteil der Rente, welcher besteuert wird.

  • Beispielberechnung:Ein 67-Jähriger erhält eine lebenslange Rentenzahlung von 1.000 Euro im Monat und hat einen Steuersatz von 32 %. Laut dem § 22 EStG sind rund 17 % seiner Rente steuerpflichtig (siehe Tabelle unten). Das sind 170 Euro, die mit dem persönlichen Steuersatz von 32 % versteuert werden. Das bedeutet, der Rentner muss 170 Euro x 32 % = 54,40 Euro an Steuern abführen. Dies entspricht einer Steuerlast von 5,44 % bezogen auf die 1.000 Euro Rente.

Man erkennt deutlich, dass die lebenslange Rentenzahlung aus einer privaten Rentenversicherung mit einer sehr niedrigen Steuer durch den Staat gefördert wird. Denn der Gesetzgeber hat ein Interesse daran, dass die Bürger sich ihr Kapital verrenten lassen, anstatt es auszugeben.

Tabelle Ertragsanteilsbesteuerung lebenslanger Leibrenten*

*Die Tabelle ist nur eine exemplarische Darstellung (Vollständige Tabelle finden Sie hier). Eine genaue Steuerbetrachtung und Berechnung kann nur ein Steuerberater vornehmen.

Kapitalauszahlungen werden stärker besteuert!

Bei den meisten privaten Rentenversicherungen ist auch eine teilweise- oder einmalige Kapitalauszahlung möglich. Wer diese Option nutzt, kann dies im Gegensatz zu anderen Sparanlagen, ebenfalls steuerbegünstigt machen. Allerdings hat sich das im Vergleich zu den Rentenverträgen, die bis zum 31.12.2004 abgeschlossen wurden, für Verbraucher zum Negativen entwickelt.

Denn bis zu diesem Datum waren alle Auszahlungen nach einer Mindestvertragsdauer von 12 Jahren und einer Beitragszahlungsdauer von 5 Jahren komplett steuerfrei. Seit dem Jahr 2005 führt der Versicherer automatisch bei allen Kapitalauszahlungen die Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer ab.

Aktuelle Steuer bei Kapitalauszahlungen aus privaten Rentenversicherungen

Jeder der ab dem 01.01.2005 eine private Rentenversicherung abgeschlossen hat oder wird, muss für eine steuerliche Vergünstigung folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Der Vertrag muss mindestens 12 Jahre bestanden haben, und gleichzeitig
  • muss die Kapitalauszahlung nach dem 62. Lebensjahr (für Verträge vor 2012: 60. Lebensjahr) erfolgen.

Wer diese Voraussetzungen erfüllt wird nur die Hälfte der Erträge mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern müssen.

  • Beispielberechnung:Ein 62-Jähriger erhält 100.000 € aus einer privaten Rentenversicherung. Eingezahlt hat er insgesamt 50.000 €. Damit hat er einen Ertrag von 50.000 € erwirtschaftet. Von diesem Ertrag wird nur die Hälfte – also 25.000 € – für die Steuer herangezogen und mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Nehmen wir an, dass der Steuersatz bei 30 % liegt. Dann würde die Rechnung wie folgt aussehen: 25.000 € x 30 % = 7.500 € Steuern, die zu entrichten wären.

Redaktions-Tipp!

Wichtig zu wissen ist noch, dass der private Rentenversicherer bei der Kapitalauszahlung zunächst die Abgeltungssteuer an den Staat abführt. Der Versicherte kann sich dann die zu viel gezahlten Steuern im Rahmen der Einkommenssteuererklärung erstatten lassen.

Ertragsanteil bei abgekürzten Renten

Wer sich eine Rente auf eine begrenzte Zeit (z.B. für 16 Jahre) auszahlen lässt, erhält ebenfalls die Ertragsanteilsbesteuerung. Die Steuer wird allerdings nicht nach dem § 22 EStG erhoben, sondern nach § 55 Abs. 2 Einkommensteuer-Durchführungsverordnung.

Die Ermittlung der Steuer funktioniert wie beim Verfahren der lebenslangen Renten. Einziger Unterschied ist, dass die Ertragsanteile die besteuert werden in der Regel etwas geringer ausfallen. Die Tabelle für die Ermittlung der Ertragsanteile kann hier eingesehen werden.

Zusammenfassung

Der Staat fördert Rentenzahlungen. Deshalb hat er 2005 die Besteuerung der Leibrenten verringert. Wer eine private Rentenpolice abschließt, muss nur einen sehr geringen Anteil seiner Rentenzahlung, welcher abhängig vom Alter ist, versteuern (Ertragsanteil).

Wenn die abzuführende Steuer in Relation zur Rente betrachtet wird, stellt man schnell fest, dass diese nahezu steuerfrei ist. Dafür werden die Beiträge nicht wie bei einer Riester- oder Rürup Rente während der Sparphase gefördert, sondern müssen aus bereits versteuerten Einnahmen aufgewendet werden.

Wer zur günstigen Ertragsanteilsbesteuerung noch eine hohe Rentenzahlung möchte, ist gut beraten vor dem Abschluss einen Tarifvergleich durchzuführen.

Jetzt private Rentenversicherungen vergleichen!

  • Über 241 Tarife im Vergleich
  • Kostenlos & unverbindlich

Weitere interessante Themen:

Die private Rentenversicherung gehört zu den beliebtesten Produkten für die Altersvorsorge. Nicht zuletzt deshalb, weil sie in der Handhabung sehr einfach und.

Viele Verbraucher die sich mit dem Abschluss einer privaten Rentenversicherung beschäftigen, möchten sich vorab einen Marktüberblick verschaffen. Das ist auch verständlich.

Eine private Rentenversicherung ist für viele Verbraucher das Mittel der Wahl, um sich zusätzlich eine Altersvorsorge aufzubauen. Einige Verbraucherschützer und Journalisten.

In Zeiten niedriger Zinsen ist für viele Verbraucher beim Abschluss einer privaten Rentenversicherung vor allem.

Kundenbewertungen

Ihr Ansprechpartner

Experte für Versicherungen und Finanzen

Private Rentenversicherung – Steuern

Wie eine private Rentenversicherung steuerlich behandelt wird!

Wie wird eigentlich eine private Rentenversicherung besteuert? Das Thema Steuern beschäftigt viele Verbraucher, die vor einem Vertragsabschluss stehen oder bereits einen Vertrag abgeschlossen haben. Denn schließlich hat die Steuer ganz wesentliche Auswirkungen auf die Rendite einer privaten Rentenversicherung.

Die günstige Ertragsanteilsbesteuerung hilft den Sparern einer Rentenversicherung!

Im Jahr 2005 wurde vom Gesetzgeber die Besteuerung der Privatrenten geändert. Bei lebenslangen Rentenzahlungen kommt man als Verbraucher seither besser weg.

Wenn es um die Kapitalauszahlung geht, die bei den meisten Tarifen optional möglich ist, greift der Fiskus allerdings stärker zu als zuvor.

In diesem Beitrag möchten wir über die steuerliche Behandlung der privaten Rentenversicherung informieren, um Verbrauchern einen Überblick zu verschaffen. Grundsätzlich ersetzt dieser Beitrag aber nicht die steuerliche Beratung durch einen Fachmann.

Besteuerung nach dem Ertragsanteil bei lebenslangen Renten

Wer eine lebenslange Rente aus einer privaten Rentenversicherung erhält, muss diese nur mit dem sogenannten Ertragsanteil versteuern. Der Ertragsanteil ist ein fest definierter Prozentsatz, der im Gesetz je nach Renteneintrittsalter festgelegt wird.

Die sogenannte Ertragsanteilsbesteuerung richtet sich nach dem § 22 EStG. Je nachdem, ab welchem Alter jemand eine lebenslange Rente bezieht, wird ein anderer prozentualer Anteil für die Besteuerung herangezogen. Wichtig dabei ist, dass der Ertragsanteil nicht die Höhe der Steuerlast ausdrückt, sondern den Anteil der Rente, welcher besteuert wird.

  • Beispielberechnung:Ein 67-Jähriger erhält eine lebenslange Rentenzahlung von 1.000 Euro im Monat und hat einen Steuersatz von 32 %. Laut dem § 22 EStG sind rund 17 % seiner Rente steuerpflichtig (siehe Tabelle unten). Das sind 170 Euro, die mit dem persönlichen Steuersatz von 32 % versteuert werden. Das bedeutet, der Rentner muss 170 Euro x 32 % = 54,40 Euro an Steuern abführen. Dies entspricht einer Steuerlast von 5,44 % bezogen auf die 1.000 Euro Rente.

Man erkennt deutlich, dass die lebenslange Rentenzahlung aus einer privaten Rentenversicherung mit einer sehr niedrigen Steuer durch den Staat gefördert wird. Denn der Gesetzgeber hat ein Interesse daran, dass die Bürger sich ihr Kapital verrenten lassen, anstatt es auszugeben.

Tabelle Ertragsanteilsbesteuerung lebenslanger Leibrenten*

*Die Tabelle ist nur eine exemplarische Darstellung (Vollständige Tabelle finden Sie hier). Eine genaue Steuerbetrachtung und Berechnung kann nur ein Steuerberater vornehmen.

Kapitalauszahlungen werden stärker besteuert!

Bei den meisten privaten Rentenversicherungen ist auch eine teilweise- oder einmalige Kapitalauszahlung möglich. Wer diese Option nutzt, kann dies im Gegensatz zu anderen Sparanlagen, ebenfalls steuerbegünstigt machen. Allerdings hat sich das im Vergleich zu den Rentenverträgen, die bis zum 31.12.2004 abgeschlossen wurden, für Verbraucher zum Negativen entwickelt.

Denn bis zu diesem Datum waren alle Auszahlungen nach einer Mindestvertragsdauer von 12 Jahren und einer Beitragszahlungsdauer von 5 Jahren komplett steuerfrei. Seit dem Jahr 2005 führt der Versicherer automatisch bei allen Kapitalauszahlungen die Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer ab.

Aktuelle Steuer bei Kapitalauszahlungen aus privaten Rentenversicherungen

Jeder der ab dem 01.01.2005 eine private Rentenversicherung abgeschlossen hat oder wird, muss für eine steuerliche Vergünstigung folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Der Vertrag muss mindestens 12 Jahre bestanden haben, und gleichzeitig
  • muss die Kapitalauszahlung nach dem 62. Lebensjahr (für Verträge vor 2012: 60. Lebensjahr) erfolgen.

Wer diese Voraussetzungen erfüllt wird nur die Hälfte der Erträge mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern müssen.

  • Beispielberechnung:Ein 62-Jähriger erhält 100.000 € aus einer privaten Rentenversicherung. Eingezahlt hat er insgesamt 50.000 €. Damit hat er einen Ertrag von 50.000 € erwirtschaftet. Von diesem Ertrag wird nur die Hälfte – also 25.000 € – für die Steuer herangezogen und mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Nehmen wir an, dass der Steuersatz bei 30 % liegt. Dann würde die Rechnung wie folgt aussehen: 25.000 € x 30 % = 7.500 € Steuern, die zu entrichten wären.

Redaktions-Tipp!

Wichtig zu wissen ist noch, dass der private Rentenversicherer bei der Kapitalauszahlung zunächst die Abgeltungssteuer an den Staat abführt. Der Versicherte kann sich dann die zu viel gezahlten Steuern im Rahmen der Einkommenssteuererklärung erstatten lassen.

Ertragsanteil bei abgekürzten Renten

Wer sich eine Rente auf eine begrenzte Zeit (z.B. für 16 Jahre) auszahlen lässt, erhält ebenfalls die Ertragsanteilsbesteuerung. Die Steuer wird allerdings nicht nach dem § 22 EStG erhoben, sondern nach § 55 Abs. 2 Einkommensteuer-Durchführungsverordnung.

Die Ermittlung der Steuer funktioniert wie beim Verfahren der lebenslangen Renten. Einziger Unterschied ist, dass die Ertragsanteile die besteuert werden in der Regel etwas geringer ausfallen. Die Tabelle für die Ermittlung der Ertragsanteile kann hier eingesehen werden.

Zusammenfassung

Der Staat fördert Rentenzahlungen. Deshalb hat er 2005 die Besteuerung der Leibrenten verringert. Wer eine private Rentenpolice abschließt, muss nur einen sehr geringen Anteil seiner Rentenzahlung, welcher abhängig vom Alter ist, versteuern (Ertragsanteil).

Wenn die abzuführende Steuer in Relation zur Rente betrachtet wird, stellt man schnell fest, dass diese nahezu steuerfrei ist. Dafür werden die Beiträge nicht wie bei einer Riester- oder Rürup Rente während der Sparphase gefördert, sondern müssen aus bereits versteuerten Einnahmen aufgewendet werden.

Wer zur günstigen Ertragsanteilsbesteuerung noch eine hohe Rentenzahlung möchte, ist gut beraten vor dem Abschluss einen Tarifvergleich durchzuführen.

Jetzt private Rentenversicherungen vergleichen!

  • Über 241 Tarife im Vergleich
  • Kostenlos & unverbindlich

Weitere interessante Themen:

Die private Rentenversicherung gehört zu den beliebtesten Produkten für die Altersvorsorge. Nicht zuletzt deshalb, weil sie in der Handhabung sehr einfach und.

Viele Verbraucher die sich mit dem Abschluss einer privaten Rentenversicherung beschäftigen, möchten sich vorab einen Marktüberblick verschaffen. Das ist auch verständlich.

Eine private Rentenversicherung ist für viele Verbraucher das Mittel der Wahl, um sich zusätzlich eine Altersvorsorge aufzubauen. Einige Verbraucherschützer und Journalisten.

In Zeiten niedriger Zinsen ist für viele Verbraucher beim Abschluss einer privaten Rentenversicherung vor allem.

Kundenbewertungen

Ihr Ansprechpartner

Experte für Versicherungen und Finanzen

Источники: http://www.finanztip.de/rentenversicherung-besteuerung/, http://www.onverso.de/altersvorsorge/rentenversicherung/steuern/, http://www.onverso.de/altersvorsorge/rentenversicherung/steuern/

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here