Entgeltpunkte rente

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Entgeltpunkte rente

Was sind Entgeltpunkte genau?

25.05.2016, 17:51 Uhr | tl (CF)

Durch die Mütterrente hat sich für manche die Höhe Ihrer Entgeltpunkte und damit auch die Rentenhöhe geändert. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Entgeltpunkte spielen eine zentrale Rolle in der Berechnung im Rentensystem, wie genau die diese Punkte berechnet werden und auf welche verschiedenen Arten sie angesammelt werden können erfahren Sie in diesem Artikel.

Durchschnittseinkommen gleich Entgeltpunkt

Entgeltpunkte stellen quasi den Rentenkontostand dar. Sie können auf verschiedene Arten angesammelt werden. Der Großteil dieses auch als Rentenpunkte bezeichneten Rentenguthabens wird durch das Einkommen aufgebaut. Dabei wird Arbeitnehmern, die in einem Jahr exakt das deutsche Durchschnittseinkommen verdienen, genau ein Entgeltpunkt auf ihrem Rentenkonto angerechnet. Wer das Doppelte verdient, würde entsprechend zwei Entgeltpunkte ansammeln oder bei einem geringeren Gehalt einen Teil eines Punktes.

Neben dem Einkommen erhalten Sie nach Informationen der Deutschen Rentenversicherung Entgeltpunkte beispielsweise auch für Zeiten Ihrer beruflichen Ausbildung, Wehr- oder Bundesfreiwilligendienst, Kindererziehungszeiten, die Pflege von Angehörigen sowie Zeiten, in denen Sie Arbeitslosengeld empfangen haben. Achtung: Dies gilt laut dem Haushaltsbegleitgesetz 2011 nicht für ALG-II-Bezieher.

Auf diese Weise sammeln Sie ein Leben lang Entgeltpunkte für Ihr Rentenkonto. Mit dem Renteneintritt ergibt sich aus der Zahl der Rentenpunkte die Höhe Ihrer monatlichen Rente.

Entgeltpunkte und Rentenwert

Aus aufgebauten Entgeltpunkten und dem jeweils gültigen Rentenwert werden anhand der Rentenformel die monatlichen Leistungen berechnet, die Ihnen für die Altersvorsorge zustehen. Der Rentenwert wird einmal pro Jahr zum 1. Juli von Bundesregierung und Bundesrat festgelegt. Seine Höhe orientiert sich am jeweils aktuellen Gehaltsniveau in Deutschland.

Ab dem 1. Juli 2016 beträgt der Rentenwert im Westen Deutschlands 30,45 Euro und 28,66 Euro im Osten Deutschlands. Wer ohne Abschläge, also nicht frühzeitig, in Rente geht, erhält seine Entgeltpunkte multipliziert mit dem Rentenwert als monatliche Bruttorentenzahlung.

Wie viele Punkte Sie aktuell auf Ihrem Rentenkonto haben, sowie die jährlich genauen Rentenwerte und die prozentualen Anstiege, können Sie bei der Deutschen Rentenversicherung in Erfahrung bringen.

Mütterrente berechnen

Kindererziehungszeiten für in Deutschland geborene Kinder werden im Übrigen automatisch registriert. Stehen Ihnen durch die neue Mütterrente zusätzliche Entgeltpunkte zu und wurden bereits Kindererziehungszeiten auf Ihrem Konto angerechnet, werden alle weiteren Rentenpunkte automatisch gutgeschrieben.

Erziehenden von Kindern, die vor 1992 zur Welt gekommen sind, werden durch die Mütterrente insgesamt zwei Entgeltpunkte angerechnet. Sind die Kinder später geboren, profitieren Erziehende zwar nicht von der Mütterrente, sie wurden aber bereits mit drei möglichen Entgeltpunkten bedacht.

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Entgeltpunkte rente

08.02.2012, 09:54 Uhr | fj (CF)

Die sogenannten Entgeltpunkte sind ein wesentlicher Faktor bei der Bestimmung der Rentenhöhe eines Menschen. Das System, mit dem die „Erwerbsbiographie“ bis zum Renteneintritt bewertet wird, hat 1992 die Reglungen der Reichsversicherungsordnung und des Angestelltenversicherungsgesetzes ersetzt.

Der Gegenwert eines Entgeltpunkts

Ein Entgeltpunkt hat seit dem 1. Juli 2011 den Gegenwert von 27,47 Euro (West) beziehungsweise 24,37 Euro (Ost). Letztere werden als Entgeltpunkte (Ost) gesondert ausgegeben. Wie das komplexe System in der Praxis Anwendung findet, ist im § 66 Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI) beschrieben. Im Groben sind die folgenden Parameter von Bedeutung: Jeder Versicherte führt von einer versicherungspflichtigen Tätigkeit einen bestimmten Prozentsatz als Beitrag an den Rentenversicherungsträger ab.

Auf Basis der gezahlten Beiträge errechnet der Rentenversicherungsträger die Entgeltpunkte. Das vorläufige Durchschnittsbruttoentgelt liegt 2011 bei 30.628 Euro. Aus diesem ergibt sich genau ein Entgeltpunkt. Wer jährlich genauso viel verdient wie der Durchschnitt aller Einzahler, bekommt jährlich einen Entgeltpunkt gutgeschrieben. Wer nur die Hälfte des Durchschnitts erzielt, bekommt dementsprechend nur 0,5 Punkte und so weiter.

Berechnung der Entgeltpunkte

Doch damit ist es nicht getan: Verschiedene weitere Faktoren – so beispielsweise Kindererziehungs- und Ausbildungszeiten, während derer der Versicherte keine oder nur wenige Beiträge leisten kann – beeinflussen das Entgeltpunktekonto.

Alle im Zuge der besagten „Erwerbsbiographie“ verdienten Entgeltpunkte werden bei der Beantragung der Rente vom Rentenversicherungsträger addiert. Anschließend wird die Gesamtpunktzahlt mit dem sogenannten Zugangsfaktor, dem Rentenfaktor sowie dem aktuellen Rentenwert multipliziert. (Rentenbescheid prüfen: So gehen Sie gegen falsche Rentenbescheide vor)

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Rentenformel: Rentenanspruch und Entgeltpunkte berechnen

Wie hoch die gesetzliche Rente später ausfallen wird, ist grundsätzlich vom Erwerbseinkommen während des gesamten Arbeitsleben und den Mitgliedsjahren in der Rentenversicherung (rentenversicherungsrechtlichen Zeiten) abhängig. Die Berechnung erfolgt auf der Basis folgender vier Faktoren:

Faktor 1: Entgeltpunkte (EP)

Die Entgeltpunkte sind ein wichtiger Faktor in der Rentenformel. Beträgt das Einkommen des Versicherten in einem Arbeitsjahr die Höhe des Durchschnittseinkommens aller Versicherten, so wird ein Entgeltpunkt auf dem Rentenkonto gutgeschrieben. Ist das Einkommen geringer als das Durchschnittseinkommen aller Versicherten, dann wird weniger gutgeschrieben und ist das Einkommen höher, dann wird mehr als ein Punkt auf dem Rentenkonto verbucht. Alle angesammelten Entgeltpunkte in einem Arbeitsleben sind die Basis für die spätere Rentenhöhe.

Beispiel: Verdient ein Versicherter 63.000 Euro in einem Arbeitsjahr und der Durchschnittsverdienst aller Versicherten beträgt in diesem Arbeitsjahr 34.857 Euro, dann werden 1,81 Entgeltpunkte (63.000 dividiert durch 34.857) auf seinem persönlichem Rentenkonto verbucht.

Faktor 2: Zugangsfaktor (ZF)

Gehen Sie vor der Regelarbeitszeit und somit vorzeitig in Rente, dann schmälern die Abschläge die Rente. Für jeden Monat der vorzeitigen Renteninanspruchnahme, wird ein Abzug von 0,3 % berechnet. Arbeiten Sie länger und gehen somit nach der Regelarbeitszeit in Rente, wird die Rente durch Zuschläge erhöht. Ohne Zu- oder Abschläge beträgt der Zugangsfaktor 1,0.

Infografik: „Rente vor 67 nur mit Abschlägen

Sie dürfen diese Infografik gerne auf Ihrer Webseite bzw. in Ihren Publikationen verwenden.

Faktor 3: Rentenartfaktor (RaF)

Der Rentenartfaktor bezieht sich auf die Art der Rente: Altersrente, Erziehungsrente, Rente wegen voller Erwerbsminderung, Witwenrenten, Waisenrente etc. Der Rentenfaktor beträgt zum Beispiel bei der Witwenrente 0,55 oder 0,60 und bei der Altersrente in der Regel 1,0.

Faktor 4: Aktueller Rentenwert (aRW)

Der Wert eines Entgeltpunktes ändert sich. So betrug der Rentenwert 2014 für Westdeutschland 28,61 Euro und für Ostdeutschland 26,39 Euro. Zum 01.07.2015 wurden die Rentenwerte angehoben: In Westdeutschland auf 29,21 Euro und für Ostdeutschland auf 27,05 Euro.

Das sollten Sie zur Rentenformel wissen

Als Arbeitnehmer sind Sie in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Ihre Rente wird nach der Formel mtl. Rente = EP x aRW x ZF x RaF berechnet. Sieht kompliziert aus, aber bei näherer Betrachtung ist die Rentenformel keine Hexerei und lässt sich mit einem einfachen Taschenrechner berechnen.

Das von Rentenexperten ersonnene System berücksichtigt die individuelle Erwerbsbiografie eines jeden Beitragszahlers. Wer mehr Verdient, hohe Beiträge bezahlt und lange arbeitet, erhält höhere und mehr Entgeltpunkte und wer früher in Rente geht, bekommt Abschläge beim Zugangsfaktor. Kann der Staat sich Rentenerhöhungen leisten oder muss er Kürzungen vornehmen, wird der Rentenwert eines Entgeltpunktes verändert.

Bleibt nur noch der Rentenfaktor: Damit wird die Rentenart unterschieden. Für die Altersrente gibt es den Faktor 1, für Witwenrenten liegt er zum Beispiel bei 0,55 oder 0,60. Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten jährlich eine Renteninformation mit einer Darstellung ihrer aktuellen Rentenanwartschaft. Wie sich die Rentenanwartschaft nach der Rentenformel errechnet, will ich Ihnen an der Erwerbsbiografie von Julian darstellen.

Die Rentenformel

Die eigenen Rentenansprüche zu berechnen, ist gar nicht so schwer. Unter Berücksichtigung der vier Faktoren Entgeltpunkte (EP), Zugangsfaktor (ZF), Rentenartfaktor (RaF) und Aktueller Rentenwert (aRW), kann jeder mit dieser Formel seine gesetzlichen Rentenansprüche selbst berechnen:

Ihre mtl. Rente = EP x aRW x ZF x RaF

Sieht komplizierter aus, als sie tatsächlich ist. Wie einfach die Ansprüche aus der gesetzlichen Rente zu berechnen sind, zeigt Ihnen die Infografik und das Rechenbeispiel zu Julian Tüchtig.

Infografik: „Die Rentenformel der gesetzlichen Rentenversicherung

Sie dürfen diese Infografik gerne auf Ihrer Webseite bzw. in Ihren Publikationen verwenden.

Beispiel: Rentenanspruch des Versicherten Julian Tüchtig

Julian Tüchtig hat in seinem bisherigen Arbeitsleben bereits 13,12 Entgeltpunkte gesammelt. Aktuell bezieht er ein Gehalt, das 70 % des durchschnittlichen Einkommens aller Beschäftigten erreicht. Er will bis zum 67. Lebensjahr arbeiten.

Die aktuellen und künftigen Rentenansprüche von Julian Tüchtig

Julian hat 13,12 Entgeltpunkte gesammelt. Das würde bei einem aktuellen Rentenwert von 29,21 Euro (Westdeutschland) einen Rentenanspruch von 383,24 Euro (29,21 Euro x 13,12 Euro) ergeben. Wenn Julian noch 30 Jahre bis zum 67. Lebensjahr arbeiten wird und 70 % des durchschnittlichen Einkommens aller Beschäftigten erreicht, dann erhöht sich sein Rentenkonto um weitere 21 Entgeltpunkte (30 x 0,70). In diesem Fall hätte Julian zum Rentenbeginn 34,12 Entgeltpunkte auf seinem Rentenkonto. Mit der Rentenformel kann sich Julian seinen Rentenanspruch berechnen:

Monatliche Rente = EP x aRW x ZF x RaF = 34,12 x 29,21 x 1 x 1 = 996,65 Euro

Die Rente würde 996,56 Euro betragen. Erhöht sich der Rentenwert, dann wird sich auch die Rente entsprechend erhöhen. Würde Julian sterben, dann würde sein Partner/seine Partnerin eine reduzierte Rente erhalten, da die Witwenrente mit dem Rentenartfaktor von 0,55 oder 0,60 berechnet wird. Geht Julian früher als mit dem 67. Lebensjahr in Rente, dann werden Abschläge die Rente kürzen. Da der Zugangsfaktor kleiner wie 1 ist und Julian zusätzlich wegen dem frühzeitigen Start in die Rente auch weniger Entgeltpunkte ansammelt.

Mit der Rentenformel kann jeder ganz einfach seine Rentenansprüche berechnen. Diese Rente steht aber im Alter nicht für den Lebensunterhalt zur Verfügung, da noch weitere Abzüge (Krankenkassenbeitrag, Pflegeversicherung und Steuer) die Rente kürzen. Eine Rentenberechnung oder ein Rentencheck gibt Ihnen einen Überblick über Ihre tatsächliche Rentensituation und nur mit einer detaillierten Ruhestandsplanung oder Rentenberechnung erhalten Sie eine detaillierte Darstellung Ihrer finanziellen Situation im Alter.

Der Artikel „Rentenformel: Rentenanspruch und Entgeltpunkte berechnen“ wurde am 21.01.2016 verfasst.

Источники: http://www.t-online.de/finanzen/id_69663156/entgeltpunkte-so-berechnen-sie-ihre-rente.html, http://www.t-online.de/finanzen/altersvorsorge/id_50492512/entgeltpunkte-bei-der-rente-erklaerung.html, http://www.einfach-rente.de/rentenformel-rentenanspruch-entgeltpunkte

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