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Beitragsbemessungsgrenze bei Auszahlung Direktversicherung (bAV) vor Renteneintritt

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Beitragsbemessungsgrenze bei Auszahlung Direktversicherung (bAV) vor Renteneintritt

ich zahle seit 1995 in eine Direktversicherung mittels Entgeltumwandlung ein. Vertraglich ist ein Kapitalwahlrecht zum Ablauftermin geregelt. Ablauftermin ist 2020. Dann werde ich das 60. Lebensjahr erreicht haben und voraussichtlich noch weitere ca. 6 Jahre im Arbeitsleben stehen.

Experte (bis Aug 2015)

Die Verbeitragung von Direktversicherungen spielt meistens im Alter eine Rolle, weil die gesetzliche Rente oft nicht die BBG erreicht.

Dieser Sonderdruck ist vielleicht für all diejenigen hilfreich, die darüber nachdenken, bei ihren(m) Arbeitgeber/Gewerkschaft bzw. den von ihm beauftragten externen Versorgungsträger – in meinem Falledie Presseversorgung GmbH – Schadenersatzansprüche bezüglich der Auswirkungen aus dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz, (auch rückwirkend) gültig seit 2004, zu stellen – eben wegen nicht erfolgter Information/Aufklärung/Beratung. Der Gesetzgeber wollte, laut Doetsch, dass die Information durch Aushändigung von Schriftstücken erfolgte; es besteht demnach eine Verpflichtung zu deutlichen Hinweisen auf unübliche bzw. überraschende Klauseln . Es wäre für Betroffene sehr hilfreich, wenn sich das "Finanztipp"-Team diesem Thema mal ausführlich annehmen würde :0)

Ich verstehe die Aufregung überhaupt nicht. Seid doch froh, dass Ihre eine Altersversorgung habt und zahlt Eure Krankenkasse. Das Sozialsystem ist doch auf jeden Beitrags-Euro angewiesen!

Etwas mehr Solidarität bitte.

muc schrieb:

Ich verstehe die Aufregung überhaupt nicht. Seid doch froh, dass Ihre eine Altersversorgung habt und zahlt Eure Krankenkasse. Das Sozialsystem ist doch auf jeden Beitrags-Euro angewiesen!

Etwas mehr Solidarität bitte.

Was die oben erwähnten Informationspflichten angeht, bitte benfalls besser kündig machen, siehe mein Hinweis auf Dr .Peter A. Doetsch. Ebenfalls sachkundig ist Andreas Nareuisch, u.a. mit seinem Beitrag "Pulverfass betriebliche Altersversorgung ".

Wenn es tatsächlich eine "Zwangsversicherung" war, dann brauchen Sie sich doch jetzt nicht zu beklagen.

Dann hatten Sie ohnehin keine Chance der Versicherung zu entgehen, selbst wenn man Ihnen die spätere Beitragspflicht erläutert hätte.

Das ist doch auch normal! Wovon soll den sonst der Beitrag bezahlt werden?

Eine doppelte oder vierfache Verbeitragung kann ich da beim besten Willen nicht erkennen.

Sie zahlen immer den Beitrag aus Ihrem jeweiligen Einkommen – egal ob zur aktiven Zeit oder im Ruhestand.

Der Rentner hat davon nichts bemerkt. Das geht heute nicht mehr, weil die gesetzliche Rentenversicherung ein großes Problem hat: das ist die mangelnde Geburtenfreudigkeit der Nachkriegsgeneration.

Und da kommen auf den Einzelnen einfach höhere Belastungen zu. Auch logisch. Wo soll es sonst herkommen!

Das ist völlig in Ordnung. Und in der Juristerei auch völlig normal. Denn schließlich müssen die Fachzeitschriften und Journale und Blogs, die zu diesen Themen regelmäßig erscheinen, auch irgendwie inhaltlich gefüllt werden.

Dafür hilft dem Privatversicherten aber auch niemand finanziell, wenn sein Monatsbeitrag "durch die Decke" geht.

Die würden vielleicht gerne an Ihrer Stelle sein und von der (Betriebs-)Rente 15,5 % zahlen. Bei einer durchschnittlichen Betriebsrente von 300 € dreht sich die ganze Aufregung um 46,50 €.

(Ich bin privatversichert – allerdings ist das für mich auch gut so!)

Da gäb es für mich als relativ jungen Beitragszahler aber auch viel zu meckern über Dinge, die für mich schlechter laufen als für Gleichaltrige vor 20 Jahren. Gefallen tuts mir nicht. Akzeptieren muss ich es trotzdem, denn sonst hat meine Tochter in meinem Alter keinen Sozialstaat mehr.

Und wenn ich im steuerlichen Bereich nur auf Grund mancher Literaturmeinung meinen Mandanten etwas empfehlen würde hätte ich einige Haftungsfälle.

Adelke schrieb:

Ich kann heute auch nicht informieren, wie in 10 Jahren unser Einkommensteuerrecht aussieht.

Dasselbe trifft meines Erachtens auch auf die betroffenen Arbeitnehmer zu. Also wird, im Umkehrschluss, mit dem GMG der Vertrauensschutz mit Füßen getreten, indem ab 2004 einseitig und noch dazu RÜCKWIRKEND in bestehende Versicherungs-Verträge eingegriffen wird/wurde.

Genau hier greift (nicht nur) meines Erachtens die Fürsorgepflicht des Versicherungsnehmers (Arbeitgeber) und seiner Erfüllungsgehilfen – sprich z.B. Versorgungswerke, Pensionskassen . und Gewerkschaften. All diese Beteiligten, etwa Metallrente, Versorgungswerk der Presse,DJV und IG Medien (verdi) etc., hüllen sich wohlweislich in Schweigen und preisen munter weiter die private Altersvorsoreg als Königsweg! Anfragen von Betroffenen zum Thema werden, nicht nur nach meiner Erfahrung, einfach ignoriert. Und dessen sollte sich auch die junge Generation bewusst sein, damit sie auf die Versprechen von Politik, Versicherungsunternehmen, Arbeitgebern und Gewerkschaften NICHT hereinfällt.

Adelke schrieb:

Im Steuerrecht hat sich also im Laufe der Jahre vieles zu Gunsten der Steuerpflichtigen geändert.

Wer in den neunziger Jahren (wie ich) in den neuen Bundesländern in Immobilien investiert hat, kann sich jetzt auch nicht darüber beschweren, dass die Steuervorteile bei 42 % Spitzensteuersatz nicht mehr so greifen wie bei 53 %.

Es gab halt mehrere Veränderungen in der Steuerprogression – und die galten dann halt auch für Mieteinkünfte, die mit Immobilien zu tun haben, die man schon viele Jahre vorher gekauft hatte.

Denn es wird immer deutlicher, dass es die gesetzliche Rente alleine nicht bringen kann/wird.

Aber das ist besser, als wenn man keine Zusatzrente hat (dann zahlt man auch keine Beiträge!)

Eigenvorsorge ist wichtig! Über die Wege kann man diskutieren. Das allein-seligmachende Patentrezept gibt es hier genauso wenig wie anderswo.

Direktversicherung: Die Krankenkasse kassiert jetzt doppelt

Direktversicherungen waren einmal nicht nur steuerlich ein attraktives Instrument, um zusätzlich fürs Alter vorzusorgen. Viele Betriebsrentner fallen deshalb aus allen Wolken, wenn sie erfahren, dass neuerdings auf ihr angespartes Kapital bei der Auszahlung noch einmal Krankenkassenbeiträge fällig werden.

Eine Direktversicherung zur Altersvorsorge war (und ist) beliebt – vor allem bei GmbH-Geschäftsführern. Früher war das auch ein besonders günstiges Vorsorgemodell, da die Beiträge zu der Direktversicherung lediglich mit einem Pauschalsatz für Kranken- und Rentenversicherung sowie für Lohnsteuer zusätzlich belastet wurden, der insgesamt niedriger war als die Regelsätze. Für diesen Teil des Einkommensentgeltes mussten also weniger Lohnzusatzkosten bezahlt werden, ein Vorteil sowohl für den Angestellten als auch für den Handwerksbetrieb.

Erst mahnt der Staat die private Vorsorge an, dann kassiert er

Nun steht bei vielen Direktversicherten die Betriebsübergabe und damit auch die Kapitalauszahlung der Direktversicherung an, und Eberhardt muss den Betroffenen erhebliche Versorgungslücken vorrechnen. Hintergrund: Mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenkassen zum 1. Januar 2004 ist die Krankenkassenpflicht aus einer betrieblichen Altersvorsorge neu geregelt worden.

Fast unbemerkt kam der Zusatz im Sozialgesetzbuch vor vier Jahren

Bei einer Kapitalabfindung von 60.000 Euro wird für zehn Jahre ein fiktives monatliches Einkommen von 500 Euro der Beitragsbemessung zugrunde gelegt (1/120 der Auszahlung). Bei einem Beitragssatz von 12,3 Prozent (IKK) sind dann zehn Jahre lang monatlich 61,50 Euro für die Krankenversicherung fällig, sofern die Beitragsbemessungsgrenze nicht überschritten ist.

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Leserkommentare

Krankenkassenbeiträge auf Direktversicherungen

Mir geht es wie Frau van Welzen. Wurde 2008 von meinem AG (Versicherung) in den Vorruhestand geschickt. Die Beiträge 2/3 AG und 1/3 ich, wurden von meinem Vorruhestandsgeld bezahlt. 2014 (März) wurde ich Rentnerin und habe bis jetzt (April 2016) meinen Eigenanteil von 108€ jeden Monat von meiner Nettorente zahlen müssen. Habe mich umfassend informiert und mit Hr. Kieseheuer vom dvg-ev.org gesprochen. Er hat mir geraten

bei Mitteilung der Krankenkasse zu widersprechen und Zahlung nur unter Vorbehalt. Ich bin Mitglied beim Verein für Direktversicherungsgeschädigte e.V. geworden. Kostet 3€ im Monat

und ich werde informiert, wenn sich was tut. Hier die Adresse: www.dvg-ev.org/kontaktblog/

Vielleicht hilfts. Regine Folgmann

Zwangsbeitrag passt sich an

Der Rechtsstaat ist Legende. Und der „Witz“ an der Sache ist: Man darf auch ALLE Erhöhungen, die in diesen 10 Jahren stattfinden, brav mitbezahlen. Das ist ungerecht und überaus bedrohlich, vor allem in der heutigen Zeit.

Direktversicherung

da ich auch seit einigen Monaten in Rente bin, sind mir auch die Augen geöffnet worden was Direktversicherung ist. Wie vielen anderen es geht, kann ich auch sagen es ist nur ein Verlust geschäft gewesen diese Vers. gemacht zu haben. Da beim Abschluss der Vers. etwas anderes gesagt wurde.

Ich bin nun beinahe 64 Jahre und dachte wir Leben in Deutschland in einem Rechtsstaat, ich bin 45 Jahre auf Montage gefahren und habe den Staat dabei gut mitverdienen lassen, und nun muss man sich so Bestrafen lassen.

aber wie viele andere bin ich der Meinung, bei der nächsten Wahl sollten wir uns Erinnern welche Staatsdiener wir brauchten.

P.S. es heisst vor Gericht muss man die Wahrheit sagen, sonst wird man Bestraft, aber wie sieht es in unser aller Fällen aus. Aber bevor ich mich im Wort vergreife höre ich lieber auf, aber ich bin bei euch.

Zwangsbeitrag auf Direktversicherung

Die Zwangsabgabe hat mich zu der Idee verleitet, Verursacher anzuschreiben. Staatsekretärin Caren Marks (SPD- MdB) . Sie empfiehlt mir mich durch einen Anwalt beraten zu lassen und verweist auf Urteile. Demnach sei alles gut und rechtens. Bei facebook sind die SPD-Ortsvereine vielfach regional erreichbar. Dort werden Aufklärung bzw. Kommentare blockiert. Aber es bringt Kontakte. Ungläubiges Staunen ist die Reaktion. Ich staune auch heute noch. das ist Politik gegen Rentner. Gearbeitet….gespart….bestraft…!

Es wurde in bestehende Verträge eingegriffen. Ohne jegliche Rücksicht.

Ein Schutz von Altverträgen ist nicht gegeben. Durch die rückwirkende Beitragspflicht für Altverträge wurde der Vertrauens- und Bestandsschutz für die Verträge missachtet, die vor der Gesetzesänderung abgeschlossen wurden.Wichtige rechtsstaatliche Prinzipien werden verletzt: Bestandsschutz, Vertragstreue, Gerechtigkeit, Vertrauen.

zitiere van Welzen:

ich bin demnächst betroffen. Ich habe Beiträge von 1/3 u. mein Arbeitgeber 2/3 für meine Hausversicherung gezahlt. Die Auszahlung der Hausvers. erfolgt in diesem Jahr. Nun muss ich Krankenkasse u. Pflegevers. bezahlen. Muss ich für die 2/3 bezahlen, oder vom Gesamtbeitrag? Lässt es sich umgehen. Wieviel Prozent sind es?

Bärbel van Welzen

Ansprechpartner ist Gerhard Kieseheuer, Sie erreichen ihn unter der E-Mail-Adresse: gerhard.kieseheuerdvg-ev.org

ich bin demnächst betroffen. Ich habe Beiträge von 1/3 u. mein Arbeitgeber 2/3 für meine Hausversicherung gezahlt. Die Auszahlung der Hausvers. erfolgt in diesem Jahr. Nun muss ich Krankenkasse u. Pflegevers. bezahlen. Muss ich für die 2/3 bezahlen, oder vom Gesamtbeitrag? Lässt es sich umgehen. Wieviel Prozent sind es?

Bärbel van Welzen

Da glaubt man für seinen Lebensabend selbst vorzusorgen, weil der Arbeitgeber keine betriebliche Altersvorsorge durchführt und dann greift der Staat bzw. die Krankenkassen widerrechtlich ohne Vorinformation in deine Tasche. In einem Rechtstaat eigentlich unmöglich.

Drum an alle Betroffenen – Wahltag ist Zahltag!

Die Sozialversicherungspflicht für Direktversicherungen ist eine riesen Sauerei am für das alter vorsorgenden Bürger. „In die Falle gelockt“ anders kann man dies nicht bezeichnen. Das größte Verlustgeschäft meines Lebens. Meine Altersvorsorge wurde ad absurdum geführt. Ich habe alle Beitragszahlung en gestoppt, als ich mitbekommen habe was die Politik hier beschlossen hat und rate jedem jede Art von Altersvorsorge in der der Arbeitgeber nicht mehr als 20% hinzuzahlt zu prüfen. Der Arbeitnehmer die „Melkkuh der Nation“

Achtung – für freiwillig versicherte Rentern ist auch die Riesterrente soz.vers.-pflichtig. 152 Euro Zuschuss, ca. 400 Euro Kranken- und Pflegeversicherung – aus meiner Sicht ist das Enteignung!

Juristen lernen doch schon im ersten Semester so kluge Sprüche wie

“ Verträge müssen eingehalten werden“.

Die Juristenschar bis zu den obersten Richtern und Abgeordneten scheint das aber in diesem Falle total vergessen zu haben –

naja macht doch auch nix-trifft ja nur die

dummen Arbeiter, Angestellten und Handwerkersmeister. Was sind die auch so gutgläubig und hören auf die Sirenenklänge der Volksbeglücker aus Berlin. Da schrieb doch schon vor ca.70 Jahren ein enttäuchter Volksgenosse: Alles Lug, Trug, Schwindel.

So scheint es auch heute zu sein. Da bleibt doch nur übrig die Partei zu wählen die verspricht dieses Unrecht rückgängig zu machen -gleich wie sie heißt. Vielleicht kommen dann unsere ach so demokratischen Parteien mal ins krübeln.

Auch ich bin Betroffene, Vertragsabschluss 1992, Auszahlung 2013, vor dem 60. Lebensjahr, noch berufstätig und zahle zusätzlich zu meinem monatlichen Sozialversicherungsbeitrag, z. Z. auf den ausgezahlten Betrag einschl. Zinsen und Dividende monatlich zusätzlich 75,80 € u. dies 10 Jahre lang. Klage Sozialgericht Gießen u. Landessozialgericht Darmstadt wurden verloren. Bin froh, dass es die BI und ab 10.10. den Verein DVG ev. gibt. Infos auf: www.dvg-ev.org

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Das Handwerk und seine Fachsprache geben dem Laien manches Rätsel auf. Aber auch Handwerker haben Fragen.

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Betriebliche Altersvorsorge: Hohe Sozialbeiträge bei der Auszahlung

Direktversicherungen Die böse Überraschung bei der betrieblichen Vorsorge

C hristiane M. aus dem Landkreis München war voller Vorfreude. Sie hatte schon genau geplant, wie sie die 120.000 Euro aus ihrer Direktversicherung ausgeben wollte: Ein neuer Wintergarten sollte es werden, den Rest wollte die Neu-Rentnerin in einen Kleinwagen stecken und bei einer Kreuzfahrt verjubeln. Doch es kam anders. Kurz nach der Auszahlung im Januar hielt die Krankenkasse die Hand auf.

Von der Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge forderte sie mehr als 21.600 Euro ein, fast ein Fünftel. Christiane M. konnte es nicht fassen. Wie Millionen andere Arbeitnehmer hatte die frühere Verlagsmanagerin nicht im Traum damit gerechnet, dass von der Summe Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abgezogen werden – und sie damit viele Tausend Euro einbüßt.

In den Mitteilungen ihres Versicherers war davon in all den Jahren nie die Rede gewesen. „Mindestens 70 Prozent der Betroffenen wissen nicht, was auf sie zukommt, wenn die Auszahlung ansteht“, warnt Merten Larisch, Altersvorsorgespezialist der Verbraucherzentrale Bayern. Das System der betrieblichen Altersvorsorge entpuppt sich für viele Beschäftigte, die gesetzlich krankenversichert sind und oft jahrzehntelang über die Firma in eine Direktversicherung eingezahlt haben, als böse Überraschung.

Zum einen, weil die Lebensversicherung wegen des Dauerzinstiefs und der Neuregelung der Bewertungsreserven lange nicht die prognostizierte Rendite abgeworfen hat. Zum anderen, weil am Ende aktuell mehr als 18 Prozent Sozialbeiträge fällig werden, wenn das Geld auf einen Schlag ausgezahlt wird. Doch dieser finanzielle Hammer am Laufzeitende hat sich offenbar immer noch nicht herumgesprochen.

2004 änderte der Staat die Spielregeln

Viele Rentner fühlten sich nach dem Schock schlicht abkassiert, berichtet Larisch. Besonders bitter: Hätten die Betroffenen eine Lebensversicherung privat und nicht über den Chef als Versicherungsnehmer bespart oder wären sie privat krankenversichert, würden sie von den Sozialversicherungen nicht zur Kasse gebeten.

Für Sparer werden die Zeiten noch härter

Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Banken müssen künftig 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken wollen. Damit führt die EZB ihre Niedrigzinspolitik fort. Der Leidtragende ist der Verbraucher.

Quelle: Die Welt

Bei Vertragsabschluss konnten ältere Sparer auch noch davon ausgehen, dass sie ihre Auszahlung beitragsfrei bekommen. Der Staat hatte sie mit Steuer- und Abgabenvorteilen in die betriebliche Altersvorsorge (bAV) gelockt. Doch seit 2004 ist alles anders. Damals hat der Gesetzgeber plötzlich rückwirkend die Spielregeln geändert.

Seit 2004 müssen alle gesetzlich Krankenversicherte auch auf eine Kapitalabfindung den vollen Beitragssatz zahlen, also sowohl den Anteil des Arbeitnehmers wie des Arbeitgebers berappen. Egal, ob sie pflicht- oder freiwillig versichert sind. Derzeit liegt er bei durchschnittlich 15,7 Prozent für die Kasse plus 2,35 Prozent für die Pflegeversicherung (für Kinderlose 2,6). Und die Tendenz steigt.

Der nachträgliche Abzug erfolgt nicht nur auf die gezahlten Beiträge, sondern auf die gesamte Auszahlsumme. Damit die Beitragsbemessungsgrenze (2016 lag sie bei 50.850 Euro) nicht greift, wird das Geld auf zehn Jahre gestreckt und jeden Monat vom Konto des Rentners abgebucht. Das haut rein, warnt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Versicherer melden Rekordzahl bei Verträgen

Das Beispiel von Christiane M. macht den Ärger deutlich: Die Höhe der Sozialabgaben wird so kalkuliert, dass ihre 120.000 Euro auf 120 Monate umgelegt werden. Es wird also so getan, als bekomme die Münchnerin zehn Jahre lang 1000 Euro im Monat. Darauf muss sie monatlich 157 Euro für die Krankenversicherung und 23,50 Euro für die Pflegeversicherung abstottern.

Vom Abzug betroffen sind nicht nur Betriebsrenten aus der Direktversicherung, sondern auch aus Versorgungswerken, Pensionsfonds oder Riester-Verträgen, die über den Arbeitgeber laufen. Trotzdem meldet der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ein neues Rekordhoch von derzeit mehr als 15 Millionen betrieblichen Altersvorsorgeverträgen, davon allein gut 7,6 Millionen Direktversicherungen.

Jeder Beschäftigte kann seit 2002 bis zu vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Bruttogehalts durch eine Entgeltumwandlung in einen Vertrag investieren, den der Chef für ihn abschließt – also noch bevor er darauf Steuern und Sozialabgaben zahlen muss. 2016 fördert der Staat Arbeitnehmerbeiträge von bis zu 4776 Euro im Jahr. Das zieht offenbar. Der Arbeitgeber spart dabei seinen Anteil an den Sozialabgaben.

Erboste Rentner laufen Sturm

Was für die Einzahlungsphase so verlockend klingt, werde im Alter meist zum Draufzahlgeschäft, sagt Merten Larisch. Wer garantiert immer profitiert, sind die Arbeitgeber und Versicherer. Bei Sozialverbänden, Gewerkschaften und Verbraucherzentralen häufen sich denn auch die Beschwerden erboster Rentner.

Mit diesen sechs Tipps können Sie richtig Geld sparen

Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Ob Mietnebenkosten oder Versicherungen: Viele Ausgaben, die das auf den ersten Blick nicht unbedingt vermuten lassen, können steuerlich geltend gemacht werden. Hier sind sechs lohnende Hinweise.

Quelle: Die Welt

Vereine wie der Verband der Direktversicherungsgeschädigten laufen gegen die Pflichtabgabe unverdrossen Sturm – obwohl die meisten Klageverfahren bereits höchstrichterlich abgeschmettert wurden. Politisch steht die betriebliche Entgeltumwandlung derzeit zwar auf dem Prüfstand. „Es ist aber nicht in Sicht, dass die momentane Rechtslage rückgängig gemacht wird“, sagt Dorothee Czennia, Referentin der Abteilung Sozialpolitik beim Sozialverband VdK in Berlin.

Was können Betroffene tun? Es gebe keine echte Chance, der Beitragspflicht zu entkommen, sagt Verbraucherschützerin Weidenbach. Ausnahme: Wer den Vertrag auf sich als Versicherungsnehmer umschreiben ließ und bis zum Ende weiter besparte, braucht als pflichtversicherter Rentner wenigstens auf diesen Anteil keine Krankenkassenbeiträge zu zahlen. Das hat das Bundesverfassungsgericht 2010 entschieden (Az.: 1 BvR 1660/08).

Ob sich diese Ausnahme auch auf Fälle bei Pensionskassen übertragen lässt, müssen die Verfassungsrichter noch klären.

Privat zu sparen, ist meist rentabler

Betroffenen Direktversicherten rät die Hamburger Verbraucherzentrale, sich auf das Urteil von 2010 zu berufen und vom Versicherer bestätigen zu lassen, welche Beiträge vom früheren Chef und welche privat eingezahlt wurden. Die Krankenkasse sollte dann den Beitrag neu berechnen und zu viel Gezahltes plus vier Prozent Zinsen zurückerstatten.

Deutsche legen im Monat 166 Euro zurück

Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Seit Jahren kratzen die Zinsen an der Null-Prozent-Marke. Viele verzichten deshalb auf das Sparen. Im Durchschnitt legen die Deutschen im Monat trotzdem noch 166 Euro zur Seite.

Quelle: Die Welt

Lief die Police allerdings weiter auf die Ex-Firma und der Arbeitnehmer zahlte nur die Prämien selbst, wie häufig der Fall, sind die Kassenbeiträge sehr wohl fällig. Widerspruch nutzt dann nichts. Freiwillig krankenversicherte Rentner sind immer betroffen. Bei ihnen zählt alles zum beitragspflichtigen Einkommen, was zum Lebensunterhalt verbraucht werden kann.

Wichtig: Direktversicherungen sind nicht kündbar. Beim Jobwechsel kann der Vertrag aber meist nicht ohne Einbußen beim neuen Arbeitgeber weitergeführt werden. Dieser muss nur das Guthaben übernehmen, frühere Rabatte oder niedrige Gebühren aber nicht. Jobwechsler sollten sich vorher ausrechnen lassen, ob sie ihre Direktversicherung lieber beitragsfrei stellen, statt sie privat weiter zu besparen, rät Czennia.

Eine andere Möglichkeit für Sparer, die noch viele Jahre Laufzeit vor sich haben und denen der Chef nichts zuschießt: den Vertrag stilllegen und nichts mehr einzahlen, wenn die Mindestlaufzeit erreicht ist. Sie liegt in der Regel bei fünf Jahren. Auch hier sollten die Kosten vorher geklärt werden. Die bessere Alternative ist Merten Larisch zufolge, privat fürs Alter zu sparen. Das sei flexibler und meist auch rentabler.

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Источники: http://www.finanztip.de/community/thema/831-beitragsbemessungsgrenze-bei-auszahlung-direktversicherung-bav-vor-renteneintrit, http://www.handwerksblatt.de/themen-specials/21239-direktversicherung-die-krankenkasse-kassiert-jetzt-doppelt.html, http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article153721036/Die-boese-Ueberraschung-bei-der-betrieblichen-Vorsorge.html

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