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Einmalzahlung oder monatliche Rente?

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Wer über Jahre hinweg Beiträge für eine private Altersvorsorge zahlt, hat beim Eintritt in die Rente die Wahl: Will er das Geld auf einen Schlag oder monatlich ausgezahlt bekommen.

Mit der gesetzlichen Rente allein kommt heutzutage – und in Zukunft – kaum noch jemand finanziell über die Runden. Viele wissen das und haben daher eine Lebensversicherung in Form einer privaten Rentenversicherung abgeschlossen. Normalerweise wird das Geld ab einem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt in Form einer monatlichen Rente ausgezahlt – bis zum Tod des Versicherten.

Diejenigen, die bei Vertragsabschluss ein Kapitalwahlrecht vereinbart haben, müssen am Ende des Arbeitslebens eine grundsätzliche Entscheidung treffen: sich eine hohe Summe auf einmal aufs Konto überweisen lassen? Oder doch lieber neben der gesetzlichen noch eine private Rente jeden Monat kassieren? „Das Problem ist, dass niemand weiß, wie lange er lebt“, sagt Prof. Martin Weber vom Institut für Investmentbanking an der Universität Mannheim. Wer sich für die Einmalzahlung entscheidet, müsse bedenken, dass irgendwann der Betrag aufgebraucht ist. „Lebt man länger, dann bleibt einem nur noch die Hilfe der Kinder oder des Staates.“

Die Rente wird immer so lange gezahlt, wie der Versicherte lebt. „Das bedeutet: Stirbt man früh, so erhält man wenig, lebt man länger, so erhält man mehr“, erläutert Weber. Damit sichere die Rente das ab, was heutzutage in der Forschung als „Langlebigkeitsrisiko“ bezeichnet wird. „Die lebenslange Rentenzahlung ist auch dann garantiert, wenn die Summe der Auszahlungen die Einzahlung deutlich übersteigt“, betont Hasso Suliak vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Vieles spricht für eine lebenslange monatliche Rente. Es kann aber auch sinnvoll sein, sich das Angesparte in einer Summe auszahlen zu lassen. „Dann haben die Hinterbliebenen noch etwas von dem Geld, falls der Versicherte kurze Zeit nach dem Eintritt ins Rentenalter stirbt“, sagt Weber.

Eine Einmalzahlung aus einer privaten Altersvorsorge kann aber auch in anderen Fällen sinnvoll sein. „Zum Beispiel dann, wenn der Versicherte seine Lebenshaltungskosten aus anderen Quellen wie etwa gesetzlicher Rente, Betriebsrente und Mieten hinreichend abdecken kann und die Einmalzahlung als Geldreserve genutzt wird oder für ausgedehnte Reisen“, sagt Weber. Eine weitere Möglichkeit: „Mit dem Geld aus einer Einmalzahlung können etwa auch Schulden getilgt werden“, erklärt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Gerade im Rentenalter sollten Verbraucher schuldenfrei sein, da sie dann oft weniger Geld zur Verfügung haben als während ihres Berufslebens.

Die Entscheidung, ob eine Kapitalauszahlung oder ein Rentenbezug die richtige Lösung ist, ist also von Fall zu Fall unterschiedlich. „Beachtet werden müssen unterschiedliche steuerrechtliche Spielregeln“, erläutert Suliak. Das Kapital aus einer privaten Rentenversicherung ist unter bestimmten Voraussetzungen abgabenfrei. Das gilt für Verträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden: Die gesamte Laufzeit muss mindestens zwölf Jahre betragen haben und die Beiträge mindestens fünf Jahre gezahlt worden sein. Bei ab 2005 abgeschlossenen Verträgen wird bei der Einmalzahlung auf die Hälfte der Erträge Abgaben erhoben. Private Altersvorsorge in Form von Riester- und Rürup-Renten werden staatlich gefördert, entweder direkt oder dadurch, dass die Beiträge in der Steuererklärung geltend gemacht werden können. Im Alter sind die Zahlungen aus diesen Renten steuerpflichtig. Das gilt auch für Renten aus einer Zusatzversorgung oder einer privaten Rentenversicherung. Hier werden die Abgaben aus dem sogenannten Ertragsteil erhoben – das ist die Summe, die über Jahre hinweg als Zinsen auf die angesparte Summe erwirtschaftet wurde. Auf diesen Betrag werden in der Regel 18 Prozent fällig. Wer eine Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht vereinbart, sollte darauf achten, bis wann das Kapitalwahlrecht ausgeübt werden kann. Suliak: „Diejenigen, die sich für das Kapitalwahlrecht zum Beispiel bis drei Jahre vor Rentenbeginn entscheiden müssen, sind unflexibler als diejenigen, die erst wenige Monate vor Rentenbeginn eine Wahl treffen müssen.“

Bei einer Einmalzahlung kann der Betrag auch wieder angelegt werden, zum Beispiel auf einem Spar- oder Tagesgeldkonto. Möglich sind auch ein Fonds-Entnahmeplan oder ein Bankauszahlplan. Allerdings: „Fondsentnahmepläne können höhere Renditen ermöglichen, sind aber auch riskanter als Bankauszahlpläne und oft mit höheren Kosten belastet“, sagt Oelmann.

Irrtümer über die Rente halten sich hartnäckig, ärgert sich die Deutsche Rentenversicherung und hat die häufigsten Fehleinschätzungen zusammengestellt. Ist Ihr Wissen über die Rente richtig? Hier können Sie es überprüfen.

Direktversicherung

Mit einer Lebensversicherung betrieblich vorsorgen

  • Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2017
  • Von: Sara Zinnecker

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Direktversicherung ist eine Form der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Sie findet sich vor allem in kleinen und mittleren Betrieben.
  • In der Regel handelt es sich um eine klassische oder fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung. Diese schließt der Arbeitgeber für seine Mitarbeiter häufig günstiger ab.
  • Arbeitnehmer können bis zu 254 Euro ihres Bruttoeinkommens (im Jahr 2017) steuer- und sozialabgabenfrei in die Direktversicherung einzahlen (sogenannte Gehaltsumwandlung oder Entgeltumwandlung).
  • Bezuschusst der Chef die Beiträge mit mindestens 20 Prozent, lohnt sich die Direktversicherung in der Regel.
  • Auf die spätere Rente zahlen gesetzlich krankenversicherte Rentner den vollen Beitrag zur Krankenversicherung, sofern die Rente monatlich 148,75 Euro (im Jahr 2017) übersteigt.

So gehen Sie vor

  • Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber, ob er eine betriebliche Altersvorsorge anbietet und um welche Form es sich handelt. Bietet er keinen Vertrag an, können Sie ihn dazu auffordern.
  • Planen Sie, häufig den Job zu wechseln, ist eine Direktversicherung nicht immer die beste Wahl. Prüfen Sie Ihre Alternativen bei der Altersvorsorge.
  • Bezuschusst Ihr Chef Ihre Beiträge nicht von sich aus, fragen Sie direkt nach, ob er zu Ihrem eigenen Beitrag 20 Prozent dazugibt. Immerhin spart auch er Sozialabgaben in dieser Höhe, wenn Sie Gehalt umwandeln.
  • Ab spätestens 2022 muss der Chef ohnehin Ihre Beiträge mit 15 Prozent bezuschussen. Das steht im neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz.
  • Den Vertrag können Sie bei einem Arbeitgeberwechsel übertragen oder selber fortführen. Ihre angesparte Altersvorsorge verfällt nicht.

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Über den Chef für das Alter vorzusorgen ist eine Möglichkeit für Arbeitnehmer, die spätere gesetzliche Rente aufzustocken. Jeder Angestellte hat das Recht, Teile seines Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge zu stecken. Der Staat fördert diese Art der Vorsorge über Vergünstigungen bei den Sozialabgaben und der Einkommensteuer. Umgekehrt muss sich jeder Arbeitgeber darum kümmern, dass die bAV in seinem Unternehmen möglich ist. Die Direktversicherung ist ein gängiges Modell dafür.

So funktioniert eine Direktversicherung

Bei dieser Form der Altersvorsorge über den Betrieb schließt der Arbeitgeber für seinen Mitarbeiter eine klassische Kapitallebens- oder Rentenversicherung ab. Eine Variante ist eine fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung, bei der der Versicherer einen Teil der monatlichen Sparbeiträge in Aktienfonds investiert.

Viele kleine und mittelgroße Unternehmen greifen auf die Direktversicherung als Form der bAV zurück. Im Vergleich zu anderen Möglichkeiten bedeutet sie den geringsten Aufwand. Den Vertrag sucht meist der Arbeitgeber aus und schließt ihn für seine Angestellten ab. Weil der Versicherer so mehrere Verträge auf einmal verkaufen kann, gewährt er oft Rabatte bei den Kosten.

Eine Direktversicherung kann nur für die berufliche Haupttätigkeit vereinbart werden, nicht für einen Nebenjob. Die Beiträge zur Direktversicherung kann dann entweder der Arbeitgeber allein bezahlen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber können sie aber auch gemeinsam aufbringen oder der Arbeitnehmer übernimmt sie allein.

Immer dann, wenn der Arbeitnehmer eigenes Geld in einen bAV-Vertrag steckt, spricht man von einer sogenannten Gehaltsumwandlung oder Entgeltumwandlung. Der Arbeitgeber zieht den Beitrag des Arbeitnehmers direkt von seinem Bruttolohn ab und überweist ihn (gegebenenfalls zusammen mit seinem Anteil) an die Versicherung. Daher fallen gut 20 Prozent Sozialabgaben und die Einkommensteuer auf diesen Teil des Gehalts weg.

Sparer können sich die Direktversicherung später als lebenslange Rente auszahlen lassen. Wenn es vertraglich vereinbart ist, ist auch eine Kapitalauszahlung möglich. Bei Verträgen, die ab 2005 abgeschlossen wurden, bringt das für den Sparer aber eine erhebliche steuerliche Belastung mit sich.

Wann sich eine Direktversicherung lohnt

Eine Direktversicherung zahlt sich dann aus, wenn Ihr Arbeitgeber mindestens 20 Prozent zu Ihrem Beitrag dazugibt – und gern auch noch mehr. Tragen Sie stattdessen die Beiträge allein und verzinst sich das Guthaben nur moderat, müssten Sie sehr alt werden, um Ihr eingezahltes Geld wieder herauszubekommen.

Das liegt unter anderem auch daran, dass Sparer auf die spätere Betriebsrente im Regelfall hohe Abgaben zur gesetzlichen Krankenversicherung leisten und Abstriche bei der gesetzlichen Rente hinnehmen müssen. Die Befreiung von Sozialabgaben und Steuern in der Ansparphase können also die Abzüge in der Rentenphase nicht immer aufwiegen. Einige Rechenbeispiele dazu finden Sie im Ratgeber Altersvorsorge.

Den Arbeitgeber ins Boot zu holen, ist gar nicht so schwer. Sollte er Ihnen nicht von vornherein einen Zuschuss auf Ihre Beiträge anbieten, haken Sie freundlich nach. Zum einen spart sich auch Ihr Chef rund 20 Prozent an Sozialabgaben, wenn Sie Teile Ihres Gehalts in eine Direktversicherung einzahlen. Zum anderen sind Arbeitgeber ab spätestens 2022 ohnehin verpflichtet, Mitarbeitern 15 Prozent ihres Beitrags obendrauf zu legen. Mehr dazu finden Sie im Ratgeber zur Entgeltumwandlung.

Vorteile und Nachteile einer Direktversicherung

Wem der Chef eine Direktversicherung anbietet, sollte noch einmal die wichtigsten, damit verbundenen Vor- und Nachteile durchgehen.

Vorteile für Arbeitnehmer

Steuervorteil – Wenn Ihr Chef die Direktversicherung im Jahr 2005 oder später für Sie abgeschlossen hat, sind Ihre Beiträge jetzt steuerfrei und Ihre spätere Rente steuerpflichtig. In den allermeisten Fällen ist der Steuersatz im Rentenalter niedriger als in der Zeit der Berufstätigkeit, was einen Steuervorteil bedeutet.

Sicherheit – Alle Einzahlungen des Arbeitnehmers sind sicher – in der Sprache der Versicherungen: unverfallbar. Das gilt auch bei einem Wechsel der Arbeitsstelle. Bei den Beiträgen des Arbeitgebers kommt es auf die Vertragsdetails an. Ab 2018 gilt, dass die Arbeitgeberbeiträge gesichert sind, wenn ein Mitarbeiter mindestens drei Jahre im Unternehmen gearbeitet hat und beim Jobwechsel 23 Jahre alt war. Manche Arbeitgeber räumen aber schon direkt von Beginn an eine Unverfallbarkeit ein.

Kein Problem bei seltenem Jobwechsel – Wechseln Sie im Lauf Ihres Berufslebens ein- oder zweimal den Arbeitgeber, lässt sich dies ganz gut bewältigen: Am besten ist es, wenn der neue Chef den alten Vertrag übernimmt. Möglich ist aber auch, dass Sie Guthaben auf einen neuen Vertrag übertragen oder den alten Vertrag ruhen lassen und in einem neuen Vertrag weitersparen.

Berufsunfähigkeit mitversichern – Wer eine Direktversicherung abschließt, kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) integrieren – in der Regel ohne Gesundheitsprüfung. Das nützt allen, die wegen etwaiger Vorerkrankungen bei ihrer regulären BU-Versicherung nur einen eingeschränkten Schutz bekommen haben.

Keine Beiträge für Privatversicherte – Wer privat krankenversichert ist, muss im Alter keine Krankenkassenbeiträge auf die betriebliche Rente oder die Einmalauszahlung zahlen.

Nachteile für Arbeitnehmer

Sozialabgaben auf die Betriebsrente fallen nur dann an, wenn die Versorgungsbezüge zusammengerechnet höher sind als 148,75 Euro im Monat (im Jahr 2017). Zu den Versorgungsbezügen gehören neben der Betriebsrente auch andere Bezüge aus einem früheren Dienstverhältnis, zum Beispiel Ruhegeld aus einer früheren Beamtentätigkeit oder Hinterbliebenenrenten.

Wer sich das Geld auf einen Schlag auszahlen lässt, muss die Beiträge im Laufe von zehn Jahren abbezahlen.

Weniger Sozialbeiträge – Durch die Entgeltumwandlung ist Ihr Bruttolohn in der Zeit des Ansparens niedriger. Auf der Grundlage des Bruttolohns werden aber die Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherungen, also für Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung berechnet. Dadurch kann es passieren, dass Sie später, etwa wenn Sie arbeitslos werden, geringere Leistungen aus diesen Sozialsystemen erhalten.

Kaum Kostenüberblick – Da Sie nicht selbst die Versicherung abschließen, können Sie in der Regel nicht erkennen, ob der Vertrag günstig oder teuer ist. Die Versicherungsgesellschaft ist nicht verpflichtet, Ihnen die genauen Kosten bei Abschluss auszuweisen. Sie müssen konkret danach fragen.

Häufige Jobwechsel problematisch – Wer im Laufe seines Berufslebens häufiger die Arbeitsstelle wechseln will, sollte von der Direktversicherung eher absehen. Denn er muss sich jedes Mal damit beschäftigen, was aus der bisherigen Direktversicherungen wird. Wer sein Guthaben auf einen neuen Vertrag beim neuen Chef übertragen will, muss häufig schlechtere Konditionen hinnehmen und für den Übertrag oft auch Geld bezahlen. In einem solchen Fall dürften andere Formen der Altersvorsorge die bessere Wahl sein. Infrage kommen Riester-Verträge oder eine flexible Vorsorge, zum Beispiel mit einem ETF-Sparplan.

Weitere Tipps im Ratgeber Altersvorsorge

Sara Zinnecker

Expertin für Geldanlage

So können Sie fürs Alter vorsorgen

  • Zur Basisversorgung zählen die gesetzliche Rentenversicherung und Rürup-Verträge.
  • Gefördert sind Riester-Verträge oder betriebliche Altersvorsorge.
  • Die Lebensversicherung zählt zur ungeförderten Vorsorge.

Weitere Ratgeber:

Was hat der Arbeitgeber davon?

Traditionell haben Unternehmen eine bAV angeboten, um die Belegschaft im Alter abzusichern. Ein anderes Motiv ist heute aber vielleicht wichtiger: In Zeiten, in denen Fachkräfte knapp sind, kann eine bAV Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen binden.

Darüber hinaus haben Arbeitgeber auch wirtschaftliche Gründe, eine Direktversicherung anzubieten. Für jeden Euro, den ein Mitarbeiter in den bAV-Vertag einbezahlt, sparen sie sich gut 19 Prozent Sozialabgaben. Gibt der Chef anstelle einer Lohnerhöhung einen Zuschuss zur bAV, spart er sich weitere Sozialabgaben.

Was die Direktversicherung kosten darf

Der Arbeitgeber sucht als Direktversicherung entweder eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung aus oder schließt eine fondsgebundene Lebensversicherung ab. Sind bis zur Rente noch viele Jahre Zeit, gibt es mit Fonds die Chance auf eine höhere Rendite. Allerdings hängt die Entwicklung dieser Altersvorsorge stark davon ab, wie sich die Finanzmärkte entwickeln. Eine Versicherung ohne Fonds bietet derzeit dagegen nur eine geringe Rendite. Im Jahr 2017 liegt der Garantiezins für Beiträge nach Abzug der Kosten bei 0,9 Prozent pro Jahr. Ein solcher Vertrag lohnt sich nur dann, wenn der Arbeitgeber mit einzahlt.

Egal, welche Art der Vorsorge der Arbeitgeber auswählt: Wenn Sie die Abschluss- und Verwaltungskosten kennen, sind Sie im Vorteil. Denn neben der Anlagestrategie hängt die Rentabilität der Versicherung auch maßgeblich von den Kosten ab. Zur Orientierung: Bei 100 Euro Monatsbeitrag über 35 Jahre Laufzeit sind 1.600 Euro Abschlusskosten viel, 400 Euro noch in Ordnung. Wer die Wahl hat, sollte einen Vertrag ohne Abschlusskosten auswählen. Wer in Fonds investiert, sollte auch dort die Kosten im Auge behalten. Fondskosten von 1,5 Prozent pro Jahr sind hoch, 0,5 Prozent sind okay. Lassen Sie sich die Kosten aufschlüsseln.

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Was sonst noch wichtig ist

Kündigung – Eine Kündigung der Direktversicherung ist in dem Sinne nicht möglich. Wer seine Beiträge nicht weiterbezahlen will, muss den Arbeitgeber bitten, den Versicherer zu veranlassen, den Vertrag ruhend zu stellen. Scheiden Sie aus einem Arbeitsverhältnis aus und möchten Sie Ihren Vertrag nicht weiter besparen, müssen Sie mit der Versicherungsgesellschaft besprechen, ob Sie die Beiträge aussetzen können. Nur wenn die spätere Rente sehr gering ausfallen würde (weniger als 30 Euro im Monat), weil noch nicht viel angespart war, können Sie sich möglicherweise abfinden lassen und sind den Vertrag los. Fragen Sie bei der Personalabteilung oder beim Versicherer nach.

Arbeitslosigkeit – Falls Sie arbeitslos werden, behalten Sie Ihre Ansprüche auf die Betriebsrente. Darüber hinaus gilt: Ansprüche aus der bAV, die per Gesetz nicht verfallen können, werden grundsätzlich nicht auf das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angerechnet.

Krankheit und Elternzeit – Bei Krankheit oder in der Elternzeit können Sie die Ansprüche in voller Höhe aufrechterhalten, indem Sie die Beiträge selbst weiterzahlen. Sie haben aber auch die Möglichkeit, die Beitragszahlung für längere Zeit einzustellen – was die Leistungen verringert – und den Vertrag danach wieder aufleben zu lassen.

Leistungen im Todesfall – In einigen Verträgen ist ein Todesfallschutz vereinbart. Stirbt der Versicherte, bekommen die Hinterbliebenen eine vereinbarte Summe ausgezahlt. Dazu zählen der Ehegatte beziehungsweise der Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, die kindergeldberechtigten Kinder sowie Pflege- und Stiefkinder bis zu einem bestimmten Alter, der namentlich benannte Lebenspartner einer nicht eingetragenen Lebenspartnerschaft, die kindergeldberechtigten Enkelkinder im Haushalt bis zu einem bestimmten Alter.

Insolvenz des Arbeitgebers oder Versicherers – Bei einer Direktversicherung übernimmt ein Lebensversicherer die bAV. Geht der Arbeitgeber pleite, steht der Lebensversicherer weiter für die Zusagen ein. Bei einer Pleite des Versicherers müsste der Arbeitgeber theoretisch die vereinbarte Leistung erbringen. Praktisch würde die Auffanggesellschaft Protektor die bestehenden Verträge fortführen.

Diese Steuern und Sozialabgaben werden fällig

Der Staat fördert die bAV in der Ansparphase mit Erleichterungen bei Sozialabgaben und bei der Einkommensteuer. Allerdings unterscheidet sich die Handhabe, je nachdem, ob der Chef die Direktversicherung für den Mitarbeiter vor oder nach 2005 abgeschlossen hat.

Neue Verträge ab 2005

Steuern – Jeder Arbeitnehmer darf pro Jahr bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung steuer- und sozialabgabenfrei einzahlen. Das sind im Jahr 2017 bis zu 3.048 Euro (oder 254 Euro bei monatlicher Zahlung). Darüber hinaus sind bei Verträgen ab 2005 weitere 1.800 Euro steuerfrei. Das macht für das Jahr 2017 insgesamt also maximal 4.848 Euro. Diese Beiträge müssen Sparer in der Steuererklärung nicht extra angeben. Sie werden bereits als steuerfrei in der Lohnabrechnung berücksichtigt.

Auf die spätere Rente bezahlen Sparer den persönlichen Steuersatz. Dieser ist für Rentner meist niedriger als während des Berufslebens, dadurch sparen Rentner Steuern. Betriebsrenten aus einem neuen Direktversicherungsvertrag kommen in der Anlage R der Steuererklärung in Zeile 31.

Sie können sich das angesparte Kapital auch auf einen Schlag auszahlen lassen, sofern Ihr Vertrag dieses Wahlrecht vorsieht. Das hat – anders als bei Altverträgen – aber den Nachteil, dass Sie es bei Auszahlung voll versteuern müssen. Der Bundesfinanzhof hat eine Steuerermäßigung ausgeschlossen (Az. X R 23/15). Bei der Kapitalauszahlung handelt es sich um sonstige Einkünfte nach Paragraf 22 Nummer 5 Einkommensteuergesetz.

Sozialabgaben – Auf Beiträge bis 254 Euro pro Monat (im Jahr 2017) zahlen Arbeitnehmer keine Sozialversicherungsabgaben, also Krankenkassen- und Pflegeversicherung, Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Auf die spätere Rente (ab 148,75 pro Monat) wird hingegen der volle Beitragssatz zur Krankenversicherung fällig. Im Jahr 2017 sind das durchschnittlich 15,7 Prozent inklusive Zusatzbeitrag und 2,55 Prozent Pflegeversicherung. Das gilt für alle gesetzlich krankenversicherten Rentner. Wer privat krankenversichert ist, spart sich die Beiträge.

Sonderfall: Alte Verträge bis 2004

Steuern – Ein Sparer zahlt pauschal 20 Prozent Steuern (plus den Solidaritätszuschlag) auf seine monatlichen Beiträge. Dafür ist die Rente später bei der Steuer bessergestellt: Als Rentner muss derjenige nur den sogenannten Ertragsanteil nach Paragraf 22 Nummer 5 Einkommensteuergesetz versteuern. Dieser hängt vom Alter des Rentners ab. Wer beispielsweise mit 67 Jahren in Rente geht, muss 17 Prozent der Rente versteuern. Wer schon ab 62 Rente bezieht, muss noch 21 Prozent dieser Rente versteuern. Betriebsrenten aus alten Direktversicherungsverträgen kommen in Zeile 36 in der Anlage R der Steuererklärung.

Lässt sich der Rentner das angesparte Kapital in einem Betrag auszahlen, bleibt dieser Betrag steuerfrei.

Sozialabgaben – Wer seine Beiträge monatlich einzahlt, muss darauf seinen Arbeitnehmeranteil an Sozialversicherungsbeiträgen entrichten. Frei von Sozialversicherungsbeiträgen sind nur jährliche Zahlungen bis 1.754 Euro.

Hinzu kommt: Seit 2005 müssen auch Sparer mit einer alten Direktversicherung auf ihre Betriebsrente den vollen Beitrag zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung bezahlen. Auch wer die Einmalauszahlung wählt, muss über zehn Jahre monatlich Beiträge aufbringen. Solche Sparer zahlen also in der Ansparphase den halben, in der Rentenphase den vollen Beitrag zur Krankenversicherung. Dieses Problem ist auch unter dem Schlagwort „Doppelverbeitragung“ bekannt.

Altsparer, die wissen, dass sie eine geringe Betriebsrente von weniger als 148,75 Euro pro Monat beziehen und kein weiteres Arbeitseinkommen, etwa aus selbstständiger Arbeit, haben, zahlen auf diese geringe Betriebsrente keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge und je nach Einkommen mit dem Ertragsanteil nur minimale Steuern. Eine Rente könnte also im Vergleich zur Einmalauszahlung die bessere Wahl sein.

Direktversicherung privat weiterführen

Haben Sie Ihre Direktversicherung ab einem bestimmen Zeitpunkt privat fortgeführt, beispielsweise weil Sie irgendwann den Arbeitgeber gewechselt haben und haben Sie den Vertrag auf Sie als Versicherungsnehmer umschreiben lassen, profitieren Sie von einer sogenannten reduzierten Beitragspflicht. Grundlage ist ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom September 2010 (BvR 1660/08).

Das bedeutet: Für den Teil der späteren Betriebsrente, den Sie aus privaten Mitteln finanziert haben, fallen keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. Ihre Versicherung muss – zur Not auf Nachfrage – diese Aufschlüsselung bieten. Den privat angesparten Teil der Betriebsrente tragen Sie in der Anlage R bei den Leibrenten aus privaten Rentenversicherungen mit ein (Zeile 15).

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Artikel verfasst von

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Direktversicherung Kapitalauszahlung

Die Direktversicherung Kapitalauszahlung bietet die Wahlmöglichkeit zwischen einer lebenslangen Altersrente oder einer Einmalzahlung. Grundsätzlich können sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber die Vorteile der Direktversicherung Kapitalauszahlung für sich nutzen. Arbeitgeber stärken durch den Abschluss einer Direktversicherung Kapitalauszahlung die Unternehmensbindung und die Motivation der Arbeitnehmer, ohne dass hierbei zusätzliche Kosten entstehen. Einzahlungen bis zu einem Höchstbetrag von 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung in die Direktversicherung Kapitalauszahlung sind steuer- und sozialversicherungsfrei.

Besteht darüber hinaus für den Arbeitnehmer keine Altzusage, die der pauschalen Besteuerung unterliegt, so können zudem noch 1.800 EUR steuerfrei in einen solchen Altersvorsorgevertrag investiert werden. Diese Beiträge sind allerdings dann sozialversicherungspflichtig. Die Leistungen aus der Direktversicherung Kapitalauszahlung nach § 3 Nr. 63 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) unterliegen der nachgelagerten Besteuerung.

Diese Form der Steuererhebung ist in der Regel für den Arbeitnehmer günstiger, da man im Alter von einem niedrigeren Steuersatz ausgehen kann. Bei der monatlichen Rente wird zudem ein Versorgungsfreibetrag abgezogen, der steuerfrei ist. Dieser Freibetrag wird zu Rentenbeginn festgesetzt und gilt für die restliche Rentenzahlungsdauer. Bis zum Jahr 2040 wird der Versorgungsfreibetrag allerdings kontinuierlich abgebaut. Eine Einmalzahlung wird nach Abzug der Werbungskostenpauschale in Höhe von 102 EUR zu 100 % versteuert.

Altverträge der Direktversicherung Kapitalauszahlung nach § 40b EStG, die in der Ansparphase pauschal mit 20 % besteuert werden, sind unter bestimmten Voraussetzungen bei der Auszahlung steuerfrei. So muss der Vertrag mindestens 12 Jahre bei einer mindestens 5-jährigen Beitragszahlungsdauer bestehen. In diesem Fall wird die Rente nur mit dem günstigeren Ertragsanteil besteuert. Dieser liegt beispielsweise bei einem Renteneintrittsalter mit 65 Jahren bei 18 %.

Источники: http://m.rp-online.de/leben/beruf/einmalzahlung-oder-monatliche-rente-aid-1.4243432, http://www.finanztip.de/betriebliche-altersvorsorge/direktversicherung/, http://www.betriebliche-altersvorsorge24.info/direktversicherung/direktversicherung-kapitalauszahlung/

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