Direktversicherung durch gehaltsumwandlung

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Direktversicherung

Mit einer Lebensversicherung betrieblich vorsorgen

  • Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2017
  • Von: Sara Zinnecker

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Direktversicherung ist eine Form der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Sie findet sich vor allem in kleinen und mittleren Betrieben.
  • In der Regel handelt es sich um eine klassische oder fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung. Diese schließt der Arbeitgeber für seine Mitarbeiter häufig günstiger ab.
  • Arbeitnehmer können bis zu 254 Euro ihres Bruttoeinkommens (im Jahr 2017) steuer- und sozialabgabenfrei in die Direktversicherung einzahlen (sogenannte Gehaltsumwandlung oder Entgeltumwandlung).
  • Bezuschusst der Chef die Beiträge mit mindestens 20 Prozent, lohnt sich die Direktversicherung in der Regel.
  • Auf die spätere Rente zahlen gesetzlich krankenversicherte Rentner den vollen Beitrag zur Krankenversicherung, sofern die Rente monatlich 148,75 Euro (im Jahr 2017) übersteigt.

So gehen Sie vor

  • Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber, ob er eine betriebliche Altersvorsorge anbietet und um welche Form es sich handelt. Bietet er keinen Vertrag an, können Sie ihn dazu auffordern.
  • Planen Sie, häufig den Job zu wechseln, ist eine Direktversicherung nicht immer die beste Wahl. Prüfen Sie Ihre Alternativen bei der Altersvorsorge.
  • Bezuschusst Ihr Chef Ihre Beiträge nicht von sich aus, fragen Sie direkt nach, ob er zu Ihrem eigenen Beitrag 20 Prozent dazugibt. Immerhin spart auch er Sozialabgaben in dieser Höhe, wenn Sie Gehalt umwandeln.
  • Ab spätestens 2022 muss der Chef ohnehin Ihre Beiträge mit 15 Prozent bezuschussen. Das steht im neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz.
  • Den Vertrag können Sie bei einem Arbeitgeberwechsel übertragen oder selber fortführen. Ihre angesparte Altersvorsorge verfällt nicht.

Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Riester-Rente immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Über den Chef für das Alter vorzusorgen ist eine Möglichkeit für Arbeitnehmer, die spätere gesetzliche Rente aufzustocken. Jeder Angestellte hat das Recht, Teile seines Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge zu stecken. Der Staat fördert diese Art der Vorsorge über Vergünstigungen bei den Sozialabgaben und der Einkommensteuer. Umgekehrt muss sich jeder Arbeitgeber darum kümmern, dass die bAV in seinem Unternehmen möglich ist. Die Direktversicherung ist ein gängiges Modell dafür.

So funktioniert eine Direktversicherung

Bei dieser Form der Altersvorsorge über den Betrieb schließt der Arbeitgeber für seinen Mitarbeiter eine klassische Kapitallebens- oder Rentenversicherung ab. Eine Variante ist eine fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung, bei der der Versicherer einen Teil der monatlichen Sparbeiträge in Aktienfonds investiert.

Viele kleine und mittelgroße Unternehmen greifen auf die Direktversicherung als Form der bAV zurück. Im Vergleich zu anderen Möglichkeiten bedeutet sie den geringsten Aufwand. Den Vertrag sucht meist der Arbeitgeber aus und schließt ihn für seine Angestellten ab. Weil der Versicherer so mehrere Verträge auf einmal verkaufen kann, gewährt er oft Rabatte bei den Kosten.

Eine Direktversicherung kann nur für die berufliche Haupttätigkeit vereinbart werden, nicht für einen Nebenjob. Die Beiträge zur Direktversicherung kann dann entweder der Arbeitgeber allein bezahlen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber können sie aber auch gemeinsam aufbringen oder der Arbeitnehmer übernimmt sie allein.

Immer dann, wenn der Arbeitnehmer eigenes Geld in einen bAV-Vertrag steckt, spricht man von einer sogenannten Gehaltsumwandlung oder Entgeltumwandlung. Der Arbeitgeber zieht den Beitrag des Arbeitnehmers direkt von seinem Bruttolohn ab und überweist ihn (gegebenenfalls zusammen mit seinem Anteil) an die Versicherung. Daher fallen gut 20 Prozent Sozialabgaben und die Einkommensteuer auf diesen Teil des Gehalts weg.

Sparer können sich die Direktversicherung später als lebenslange Rente auszahlen lassen. Wenn es vertraglich vereinbart ist, ist auch eine Kapitalauszahlung möglich. Bei Verträgen, die ab 2005 abgeschlossen wurden, bringt das für den Sparer aber eine erhebliche steuerliche Belastung mit sich.

Wann sich eine Direktversicherung lohnt

Eine Direktversicherung zahlt sich dann aus, wenn Ihr Arbeitgeber mindestens 20 Prozent zu Ihrem Beitrag dazugibt – und gern auch noch mehr. Tragen Sie stattdessen die Beiträge allein und verzinst sich das Guthaben nur moderat, müssten Sie sehr alt werden, um Ihr eingezahltes Geld wieder herauszubekommen.

Das liegt unter anderem auch daran, dass Sparer auf die spätere Betriebsrente im Regelfall hohe Abgaben zur gesetzlichen Krankenversicherung leisten und Abstriche bei der gesetzlichen Rente hinnehmen müssen. Die Befreiung von Sozialabgaben und Steuern in der Ansparphase können also die Abzüge in der Rentenphase nicht immer aufwiegen. Einige Rechenbeispiele dazu finden Sie im Ratgeber Altersvorsorge.

Den Arbeitgeber ins Boot zu holen, ist gar nicht so schwer. Sollte er Ihnen nicht von vornherein einen Zuschuss auf Ihre Beiträge anbieten, haken Sie freundlich nach. Zum einen spart sich auch Ihr Chef rund 20 Prozent an Sozialabgaben, wenn Sie Teile Ihres Gehalts in eine Direktversicherung einzahlen. Zum anderen sind Arbeitgeber ab spätestens 2022 ohnehin verpflichtet, Mitarbeitern 15 Prozent ihres Beitrags obendrauf zu legen. Mehr dazu finden Sie im Ratgeber zur Entgeltumwandlung.

Vorteile und Nachteile einer Direktversicherung

Wem der Chef eine Direktversicherung anbietet, sollte noch einmal die wichtigsten, damit verbundenen Vor- und Nachteile durchgehen.

Vorteile für Arbeitnehmer

Steuervorteil – Wenn Ihr Chef die Direktversicherung im Jahr 2005 oder später für Sie abgeschlossen hat, sind Ihre Beiträge jetzt steuerfrei und Ihre spätere Rente steuerpflichtig. In den allermeisten Fällen ist der Steuersatz im Rentenalter niedriger als in der Zeit der Berufstätigkeit, was einen Steuervorteil bedeutet.

Sicherheit – Alle Einzahlungen des Arbeitnehmers sind sicher – in der Sprache der Versicherungen: unverfallbar. Das gilt auch bei einem Wechsel der Arbeitsstelle. Bei den Beiträgen des Arbeitgebers kommt es auf die Vertragsdetails an. Ab 2018 gilt, dass die Arbeitgeberbeiträge gesichert sind, wenn ein Mitarbeiter mindestens drei Jahre im Unternehmen gearbeitet hat und beim Jobwechsel 23 Jahre alt war. Manche Arbeitgeber räumen aber schon direkt von Beginn an eine Unverfallbarkeit ein.

Kein Problem bei seltenem Jobwechsel – Wechseln Sie im Lauf Ihres Berufslebens ein- oder zweimal den Arbeitgeber, lässt sich dies ganz gut bewältigen: Am besten ist es, wenn der neue Chef den alten Vertrag übernimmt. Möglich ist aber auch, dass Sie Guthaben auf einen neuen Vertrag übertragen oder den alten Vertrag ruhen lassen und in einem neuen Vertrag weitersparen.

Berufsunfähigkeit mitversichern – Wer eine Direktversicherung abschließt, kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) integrieren – in der Regel ohne Gesundheitsprüfung. Das nützt allen, die wegen etwaiger Vorerkrankungen bei ihrer regulären BU-Versicherung nur einen eingeschränkten Schutz bekommen haben.

Keine Beiträge für Privatversicherte – Wer privat krankenversichert ist, muss im Alter keine Krankenkassenbeiträge auf die betriebliche Rente oder die Einmalauszahlung zahlen.

Nachteile für Arbeitnehmer

Sozialabgaben auf die Betriebsrente fallen nur dann an, wenn die Versorgungsbezüge zusammengerechnet höher sind als 148,75 Euro im Monat (im Jahr 2017). Zu den Versorgungsbezügen gehören neben der Betriebsrente auch andere Bezüge aus einem früheren Dienstverhältnis, zum Beispiel Ruhegeld aus einer früheren Beamtentätigkeit oder Hinterbliebenenrenten.

Wer sich das Geld auf einen Schlag auszahlen lässt, muss die Beiträge im Laufe von zehn Jahren abbezahlen.

Weniger Sozialbeiträge – Durch die Entgeltumwandlung ist Ihr Bruttolohn in der Zeit des Ansparens niedriger. Auf der Grundlage des Bruttolohns werden aber die Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherungen, also für Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung berechnet. Dadurch kann es passieren, dass Sie später, etwa wenn Sie arbeitslos werden, geringere Leistungen aus diesen Sozialsystemen erhalten.

Kaum Kostenüberblick – Da Sie nicht selbst die Versicherung abschließen, können Sie in der Regel nicht erkennen, ob der Vertrag günstig oder teuer ist. Die Versicherungsgesellschaft ist nicht verpflichtet, Ihnen die genauen Kosten bei Abschluss auszuweisen. Sie müssen konkret danach fragen.

Häufige Jobwechsel problematisch – Wer im Laufe seines Berufslebens häufiger die Arbeitsstelle wechseln will, sollte von der Direktversicherung eher absehen. Denn er muss sich jedes Mal damit beschäftigen, was aus der bisherigen Direktversicherungen wird. Wer sein Guthaben auf einen neuen Vertrag beim neuen Chef übertragen will, muss häufig schlechtere Konditionen hinnehmen und für den Übertrag oft auch Geld bezahlen. In einem solchen Fall dürften andere Formen der Altersvorsorge die bessere Wahl sein. Infrage kommen Riester-Verträge oder eine flexible Vorsorge, zum Beispiel mit einem ETF-Sparplan.

Weitere Tipps im Ratgeber Altersvorsorge

Sara Zinnecker

Expertin für Geldanlage

So können Sie fürs Alter vorsorgen

  • Zur Basisversorgung zählen die gesetzliche Rentenversicherung und Rürup-Verträge.
  • Gefördert sind Riester-Verträge oder betriebliche Altersvorsorge.
  • Die Lebensversicherung zählt zur ungeförderten Vorsorge.

Weitere Ratgeber:

Was hat der Arbeitgeber davon?

Traditionell haben Unternehmen eine bAV angeboten, um die Belegschaft im Alter abzusichern. Ein anderes Motiv ist heute aber vielleicht wichtiger: In Zeiten, in denen Fachkräfte knapp sind, kann eine bAV Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen binden.

Darüber hinaus haben Arbeitgeber auch wirtschaftliche Gründe, eine Direktversicherung anzubieten. Für jeden Euro, den ein Mitarbeiter in den bAV-Vertag einbezahlt, sparen sie sich gut 19 Prozent Sozialabgaben. Gibt der Chef anstelle einer Lohnerhöhung einen Zuschuss zur bAV, spart er sich weitere Sozialabgaben.

Was die Direktversicherung kosten darf

Der Arbeitgeber sucht als Direktversicherung entweder eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung aus oder schließt eine fondsgebundene Lebensversicherung ab. Sind bis zur Rente noch viele Jahre Zeit, gibt es mit Fonds die Chance auf eine höhere Rendite. Allerdings hängt die Entwicklung dieser Altersvorsorge stark davon ab, wie sich die Finanzmärkte entwickeln. Eine Versicherung ohne Fonds bietet derzeit dagegen nur eine geringe Rendite. Im Jahr 2017 liegt der Garantiezins für Beiträge nach Abzug der Kosten bei 0,9 Prozent pro Jahr. Ein solcher Vertrag lohnt sich nur dann, wenn der Arbeitgeber mit einzahlt.

Egal, welche Art der Vorsorge der Arbeitgeber auswählt: Wenn Sie die Abschluss- und Verwaltungskosten kennen, sind Sie im Vorteil. Denn neben der Anlagestrategie hängt die Rentabilität der Versicherung auch maßgeblich von den Kosten ab. Zur Orientierung: Bei 100 Euro Monatsbeitrag über 35 Jahre Laufzeit sind 1.600 Euro Abschlusskosten viel, 400 Euro noch in Ordnung. Wer die Wahl hat, sollte einen Vertrag ohne Abschlusskosten auswählen. Wer in Fonds investiert, sollte auch dort die Kosten im Auge behalten. Fondskosten von 1,5 Prozent pro Jahr sind hoch, 0,5 Prozent sind okay. Lassen Sie sich die Kosten aufschlüsseln.

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Was sonst noch wichtig ist

Kündigung – Eine Kündigung der Direktversicherung ist in dem Sinne nicht möglich. Wer seine Beiträge nicht weiterbezahlen will, muss den Arbeitgeber bitten, den Versicherer zu veranlassen, den Vertrag ruhend zu stellen. Scheiden Sie aus einem Arbeitsverhältnis aus und möchten Sie Ihren Vertrag nicht weiter besparen, müssen Sie mit der Versicherungsgesellschaft besprechen, ob Sie die Beiträge aussetzen können. Nur wenn die spätere Rente sehr gering ausfallen würde (weniger als 30 Euro im Monat), weil noch nicht viel angespart war, können Sie sich möglicherweise abfinden lassen und sind den Vertrag los. Fragen Sie bei der Personalabteilung oder beim Versicherer nach.

Arbeitslosigkeit – Falls Sie arbeitslos werden, behalten Sie Ihre Ansprüche auf die Betriebsrente. Darüber hinaus gilt: Ansprüche aus der bAV, die per Gesetz nicht verfallen können, werden grundsätzlich nicht auf das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angerechnet.

Krankheit und Elternzeit – Bei Krankheit oder in der Elternzeit können Sie die Ansprüche in voller Höhe aufrechterhalten, indem Sie die Beiträge selbst weiterzahlen. Sie haben aber auch die Möglichkeit, die Beitragszahlung für längere Zeit einzustellen – was die Leistungen verringert – und den Vertrag danach wieder aufleben zu lassen.

Leistungen im Todesfall – In einigen Verträgen ist ein Todesfallschutz vereinbart. Stirbt der Versicherte, bekommen die Hinterbliebenen eine vereinbarte Summe ausgezahlt. Dazu zählen der Ehegatte beziehungsweise der Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, die kindergeldberechtigten Kinder sowie Pflege- und Stiefkinder bis zu einem bestimmten Alter, der namentlich benannte Lebenspartner einer nicht eingetragenen Lebenspartnerschaft, die kindergeldberechtigten Enkelkinder im Haushalt bis zu einem bestimmten Alter.

Insolvenz des Arbeitgebers oder Versicherers – Bei einer Direktversicherung übernimmt ein Lebensversicherer die bAV. Geht der Arbeitgeber pleite, steht der Lebensversicherer weiter für die Zusagen ein. Bei einer Pleite des Versicherers müsste der Arbeitgeber theoretisch die vereinbarte Leistung erbringen. Praktisch würde die Auffanggesellschaft Protektor die bestehenden Verträge fortführen.

Diese Steuern und Sozialabgaben werden fällig

Der Staat fördert die bAV in der Ansparphase mit Erleichterungen bei Sozialabgaben und bei der Einkommensteuer. Allerdings unterscheidet sich die Handhabe, je nachdem, ob der Chef die Direktversicherung für den Mitarbeiter vor oder nach 2005 abgeschlossen hat.

Neue Verträge ab 2005

Steuern – Jeder Arbeitnehmer darf pro Jahr bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung steuer- und sozialabgabenfrei einzahlen. Das sind im Jahr 2017 bis zu 3.048 Euro (oder 254 Euro bei monatlicher Zahlung). Darüber hinaus sind bei Verträgen ab 2005 weitere 1.800 Euro steuerfrei. Das macht für das Jahr 2017 insgesamt also maximal 4.848 Euro. Diese Beiträge müssen Sparer in der Steuererklärung nicht extra angeben. Sie werden bereits als steuerfrei in der Lohnabrechnung berücksichtigt.

Auf die spätere Rente bezahlen Sparer den persönlichen Steuersatz. Dieser ist für Rentner meist niedriger als während des Berufslebens, dadurch sparen Rentner Steuern. Betriebsrenten aus einem neuen Direktversicherungsvertrag kommen in der Anlage R der Steuererklärung in Zeile 31.

Sie können sich das angesparte Kapital auch auf einen Schlag auszahlen lassen, sofern Ihr Vertrag dieses Wahlrecht vorsieht. Das hat – anders als bei Altverträgen – aber den Nachteil, dass Sie es bei Auszahlung voll versteuern müssen. Der Bundesfinanzhof hat eine Steuerermäßigung ausgeschlossen (Az. X R 23/15). Bei der Kapitalauszahlung handelt es sich um sonstige Einkünfte nach Paragraf 22 Nummer 5 Einkommensteuergesetz.

Sozialabgaben – Auf Beiträge bis 254 Euro pro Monat (im Jahr 2017) zahlen Arbeitnehmer keine Sozialversicherungsabgaben, also Krankenkassen- und Pflegeversicherung, Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Auf die spätere Rente (ab 148,75 pro Monat) wird hingegen der volle Beitragssatz zur Krankenversicherung fällig. Im Jahr 2017 sind das durchschnittlich 15,7 Prozent inklusive Zusatzbeitrag und 2,55 Prozent Pflegeversicherung. Das gilt für alle gesetzlich krankenversicherten Rentner. Wer privat krankenversichert ist, spart sich die Beiträge.

Sonderfall: Alte Verträge bis 2004

Steuern – Ein Sparer zahlt pauschal 20 Prozent Steuern (plus den Solidaritätszuschlag) auf seine monatlichen Beiträge. Dafür ist die Rente später bei der Steuer bessergestellt: Als Rentner muss derjenige nur den sogenannten Ertragsanteil nach Paragraf 22 Nummer 5 Einkommensteuergesetz versteuern. Dieser hängt vom Alter des Rentners ab. Wer beispielsweise mit 67 Jahren in Rente geht, muss 17 Prozent der Rente versteuern. Wer schon ab 62 Rente bezieht, muss noch 21 Prozent dieser Rente versteuern. Betriebsrenten aus alten Direktversicherungsverträgen kommen in Zeile 36 in der Anlage R der Steuererklärung.

Lässt sich der Rentner das angesparte Kapital in einem Betrag auszahlen, bleibt dieser Betrag steuerfrei.

Sozialabgaben – Wer seine Beiträge monatlich einzahlt, muss darauf seinen Arbeitnehmeranteil an Sozialversicherungsbeiträgen entrichten. Frei von Sozialversicherungsbeiträgen sind nur jährliche Zahlungen bis 1.754 Euro.

Hinzu kommt: Seit 2005 müssen auch Sparer mit einer alten Direktversicherung auf ihre Betriebsrente den vollen Beitrag zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung bezahlen. Auch wer die Einmalauszahlung wählt, muss über zehn Jahre monatlich Beiträge aufbringen. Solche Sparer zahlen also in der Ansparphase den halben, in der Rentenphase den vollen Beitrag zur Krankenversicherung. Dieses Problem ist auch unter dem Schlagwort „Doppelverbeitragung“ bekannt.

Altsparer, die wissen, dass sie eine geringe Betriebsrente von weniger als 148,75 Euro pro Monat beziehen und kein weiteres Arbeitseinkommen, etwa aus selbstständiger Arbeit, haben, zahlen auf diese geringe Betriebsrente keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge und je nach Einkommen mit dem Ertragsanteil nur minimale Steuern. Eine Rente könnte also im Vergleich zur Einmalauszahlung die bessere Wahl sein.

Direktversicherung privat weiterführen

Haben Sie Ihre Direktversicherung ab einem bestimmen Zeitpunkt privat fortgeführt, beispielsweise weil Sie irgendwann den Arbeitgeber gewechselt haben und haben Sie den Vertrag auf Sie als Versicherungsnehmer umschreiben lassen, profitieren Sie von einer sogenannten reduzierten Beitragspflicht. Grundlage ist ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom September 2010 (BvR 1660/08).

Das bedeutet: Für den Teil der späteren Betriebsrente, den Sie aus privaten Mitteln finanziert haben, fallen keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. Ihre Versicherung muss – zur Not auf Nachfrage – diese Aufschlüsselung bieten. Den privat angesparten Teil der Betriebsrente tragen Sie in der Anlage R bei den Leibrenten aus privaten Rentenversicherungen mit ein (Zeile 15).

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Artikel verfasst von

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Entgeltumwandlung

Aus dem Bruttogehalt betrieblich vorsorgen

  • Zuletzt aktualisiert: 11. September 2017
  • Von: Sara Zinnecker

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Entgeltumwandlung (Gehaltsumwandlung) zahlen Arbeitnehmer Teile ihres Bruttogehalts in einen Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), meist in eine Direktversicherung.
  • Bis zu 254 Euro im Monat (3.048 Euro pro Jahr) sind im Jahr 2017 gefördert: Auf Beiträge bis zu dieser Höhe zahlen Sparer keine Sozialabgaben und Steuern.
  • Ist die spätere Rente höher als 148,75 im Monat, müssen gesetzlich krankenversicherte Rentner darauf den vollen Beitrag zur Krankenversicherung zahlen (2017: durchschnittlich 15,7 Prozent).
  • Wer Bruttogehalt umwandelt, zahlt weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Damit sich die Sache lohnt, sollte der Chef Ihren Beitrag mit mindestens 20 Prozent bezuschussen.
  • Mindestens 25 Prozent Zuschuss brauchen Mitarbeiter, die zwischen 4.350 und 6.350 Euro im Monat verdienen. Sie können bei Kranken- und Pflegeversicherung nichts sparen.

So gehen Sie vor

  • Bietet Ihr Chef keine betriebliche Altersversorgung an, fragen Sie ihn danach. Er ist seit 2002 verpflichtet, Entgeltumwandlung zu ermöglichen.
  • Bietet Ihr Chef eine Direktversicherung mit Entgeltumwandlung an, verhandeln Sie mit ihm über einen Zuschuss.
  • Ihr Chef wählt den Vertrag aus. Lassen Sie sich aber trotzdem das Vertragsangebot zeigen und fragen Sie nach den Kosten des Vertrages. Haken Sie nach, ob es eine Alternative mit besseren Konditionen gibt.
  • Bei häufigem Jobwechsel lohnt sich eine Entgeltumwandlung eher nicht. Sie riskieren, viele Verträge parallel zu führen und bei jedem neuen Vertrag wieder Abschlusskosten zu zahlen.
  • Wer oft den Arbeitsplatz wechselt, ist mit anderen Formen der Vorsorge besser beraten, etwa mit einem Riester-Vertrag, einer Netto-Rentenversicherung oder einem ETF-Sparplan.

Mit Hilfe des Chefs fürs Alter vorzusorgen, ist grundsätzlich eine gute Idee. Die spätere Betriebsrente stockt bestenfalls die gesetzliche Rente auf und hilft, den Lebensstandard im Alter zu halten. Doch sie lohnt sich nicht immer. Vor allem, wenn Sie der Chef auffordert, Teile Ihres Bruttogehalts für eine Lebens- oder Rentenversicherung umzuwandeln, schauen Sie genau hin.

So funktioniert die Entgeltumwandlung

Entgeltumwandlung, auch Gehaltsumwandlung genannt, ist im Bereich der privaten Altersvorsorge ein recht technischer Begriff. Vereinfacht gesagt bedeutet Entgeltumwandlung, dass ein Arbeitnehmer einen Teil seines Bruttogehalts abzwackt und in einen Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) einzahlt.

Oft handelt es sich um eine Lebens- oder Rentenversicherung, die der Chef für den Mitarbeiter ausgesucht und auch abgeschlossen hat. Man spricht dann auch von einer Direktversicherung.

Vorteile der Entgeltumwandlung

  • Auf den Teil Ihres Bruttogehalts, den Sie in die betriebliche Versicherung einzahlen, sparen Sie sich die Sozialabgaben – immerhin gut 20 Prozent – und die persönliche Einkommensteuer. Im Jahr 2017 könnten Sparer maximal 254 Euro monatlich abgaben- und steuerfrei in einen bAV-Vertrag zahlen.
  • Nur auf das Einkommen, das verbleibt, fallen dann Abgaben und Steuern an.
  • Auf diese Art sparen Sie staatlich gefördert fürs Alter an: Sie zahlen mehr in den Vorsorgevertrag ein, als Ihnen netto an Einkommen fehlt.
  • Für die Steuererklärung müssen Sie in der Ansparphase nichts weiter beachten. Da das umgewandelte Gehalt direkt vom Lohn abgeht, sind die Beiträge automatisch in der Jahresabrechnung der Lohnsteuer berücksichtigt.
  • Meistens bietet der Chef mit Unterstützung eines Vermittlers nur eine bestimmte Lebens- oder Rentenversicherung an. Der Vertrag ist dann oft etwas günstiger als eine privat abgeschlossener Einzelvertrag.
  • Der Chef kann Ihren Beitrag bezuschussen. Je mehr er das tut, umso eher lohnt sich das Geschäft.

Beispiel: Angenommen, ein lediger Mitarbeiter verdient monatlich 3.000 Euro brutto. Davon zahlt er rund 180 Euro in einen bAV-Vertrag ein, die das Bruttogehalt verringern. Er spart dadurch gut 80 Euro an Sozialabgaben und Steuern – und wendet netto nur 100 Euro für die Altersvorsorge auf.

So viel spart ein Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung

¹ Hierzu zählen die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie Kranken- und Pflegeversicherung. Als Zusatzbeitrag für die Krankenversicherung nehmen wir den bundesweiten Durchschnitt von 1,1 % an. Insgesamt gehen knapp 20,8 % des Bruttolohns an Sozialabgaben ab.

² Einkommensteuer inklusive Solidaritätszuschlag. Kirchensteuer ist nicht berücksichtigt.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Nachteile der Entgeltumwandlung

  • Auf die spätere Betriebsrente müssen Sie vergleichsweise hohe Abgaben zahlen: als gesetzlich krankenversicherter Rentner einmal den vollen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (im Jahr 2017 durchschnittlich 15,7 Prozent). Dazu kommt der Beitrag zur Pflegeversicherung, das macht weitere 2,55 Prozent.
  • Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fallen an, wenn Sie als Rentner gesetzlich krankenversichert sind und Ihre Betriebsrente (zusammen mit weiteren Versorgungsbezügen, etwa einer Hinterbliebenenrente) höher ausfällt als 148,75 Euro im Monat.
  • Sie erhalten weniger gesetzliche Rente als ohne die Entgeltumwandlung. Denn Sie haben jahrelang etwas geringere Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Maßgeblich für die Rentenansprüche ist Ihr Bruttoeinkommen, das nach Abzug Ihrer Beiträge zur bAV übrig war.
  • Bei schlechter Verzinsung und ohne Zuschuss des Arbeitgebers müssten Sie mehr als 100 Jahre alt werden, um Ihre eingezahlten Beiträge wieder herauszubekommen.

Wann sich die Entgeltumwandlung lohnt

Damit sich die Entgeltumwandlung am Ende auszahlt, müssen die Vorteile dieser Sparmöglichkeit die Nachteile überwiegen. Anders gesagt: Die Vergünstigungen bei Steuern und Abgaben, zusammen mit einem Arbeitgeberzuschuss und der Rendite des Vertrags in den Jahren des Ansparens, müssen die Abzüge in der Rente mehr als kompensieren.

Finanztip hat dazu einige Beispielfälle durchgerechnet. Bei allen gehen wir von einem Mustersparer aus, der über 30 Jahre lang monatlich 182 Euro brutto in eine Direktversicherung (also eine über den Betrieb abgeschlossene Rentenversicherung) einzahlt und durchschnittlich verdient, anfangs also 36.000 Euro.

So viel Rente bringt die Entgeltumwandlung¹

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.

² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single 30 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von rund 900 Euro.

³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.

¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung (182 Euro von 3000 Euro) pro Jahr 1/16 Rentenpunkt. Über 30 Jahre macht das rund 1,8 Rentenpunkte.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Zweiter Fall: Der Arbeitgeber schießt etwas zu

Angenommen nun, der Arbeitgeber würde zusätzlich zur moderaten Verzinsung von 2 Prozent die Beiträge mit 20 Prozent bezuschussen. Dann würde sich die Entgeltumwandlung bereits ausgezahlt haben, wenn der Mustersparer 86 Jahre alt ist.

So viel bringt der Arbeitgeberzuschuss zur bAV¹

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.

² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single 30 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von rund 900 Euro.

³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.

¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung (182 Euro von 3000 Euro) pro Jahr 1/16 Rentenpunkt. Über 30 Jahre macht das rund 1,8 Rentenpunkte.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Warum Sie mit dem Arbeitgeber verhandeln sollten

Vielleicht fragen Sie sich nun, warum Ihr Chef Ihnen einen Zuschuss geben sollte. Dafür gibt es mindestens drei Gründe.

Der wichtigste: Auch der Chef spart sich Sozialabgaben für den Teil Ihres Bruttoeinkommens, den Sie für eine bAV aufwenden. Zahlen Sie etwa 182 Euro monatlich in eine Direktversicherung, kann der Chef 35 Euro – also gut 19 Prozent – einsparen.

Die Ersparnis des Chefs ist etwas geringer als Ihre eigene. Das liegt daran, dass Sie den Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung alleine tragen.

Eingesparte Sozialbeiträge beim Arbeitnehmer und Arbeitgeber

¹ Die Ersparnis des Arbeitnehmers bei der Krankenversicherung ist etwas größer als die des Arbeitgebers. Grund dafür ist, dass der Arbeitnehmer für den Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung allein aufkommt.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Chefs profitieren aber noch mehr: Sie sparen auch bei den Sozialabgaben für den Mitarbeiter, den sogenannten Lohnnebenkosten. Auch aus diesem Grund haben Arbeitgeber im Zweifel im Topf „bAV“ noch Geld zur Verfügung. Das ist für alle Arbeitnehmer interessant, die in den regulären Gehaltsverhandlungen nicht weiterkommen.

Außerdem hat Ihr Chef bald ohnehin keine Wahl mehr. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz vom Juli 2017 legt fest, dass Arbeitgeber ab spätestens 2022 bAV-Beiträge mit mindestens 15 Prozent bezuschussen müssen, die ihre Mitarbeiter im Rahmen der Entgeltumwandlung geleistet haben. Mit diesem Argument überzeugen Sie Ihren Chef möglicherweise heute schon davon, sich an Ihren Beiträgen zu beteiligen.

Gutverdiener sparen deutlich weniger

Die Entgeltumwandlung loht sich dann am meisten, wenn Sie sich Sozialversicherungsbeiträge auf Ihren gesamten bAV-Beitrag sparen. Doch nicht jeder Arbeitnehmer kann von dieser Ersparnis profitieren. Denn für das beitragspflichtige Einkommen zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung hat der Gesetzgeber einen Höchstbetrag festgelegt, der jedes Jahr etwas ansteigt. Im Jahr 2017 müssen Sie Beiträge maximal auf ein Bruttoeinkommen von 4.350 Euro pro Monat bezahlen. Für Arbeitnehmer bedeutet das: Kranken- und Pflegeversicherung kosten maximal 430 Euro pro Monat.

Wer Entgelt umwandelt und wessen Bruttogehalt auch nach Abzug der bAV-Beiträge immer noch über den 4.350 Euro liegt, hat also keine Ersparnis bei Kranken- und Pflegeversicherung.

Um die Nachteile zu verdeutlichen, betrachten wir jetzt einen Mitarbeiter, der im Monat 4.700 Euro brutto verdient und 176 Euro seines Bruttogehalts in eine Direktversicherung umwandelt. Das entspricht, analog zum obigen Beispiel, einem Nettobeitrag zur bAV von 100 Euro.

So viel spart ein Gutverdiener durch die Entgeltumwandlung

¹ Einkommensteuer inklusive Solidaritätszuschlag. Kirchensteuer ist nicht berücksichtigt.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2017)

Die Tabelle macht deutlich, dass der Gutverdiener wegen seines höheren zu versteuernden Einkommens zwar durch die Entgeltumwandlung mehr Einkommensteuer sparen kann (57 statt 44 Euro). Gleichzeitig zahlt er aber nach wie vor den Höchstbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung. An Sozialabgaben spart er sich nur die Renten- und Arbeitslosenversicherung auf seinen bAV-Beitrag (19 Euro statt 38 Euro).

Ebenso wie der Durchschnittsverdiener muss auch der Gutverdiener auf einen Teil seiner gesetzlichen Rente verzichten.

Chef muss deutlich mehr zuschießen

Schießt der Arbeitgeber die Einsparungen bei Arbeitslosen- und Rentenversicherung (rund 11 Prozent) über die Jahre zu, lohnt sich die Sache immer noch nicht wirklich. Der Mustersparer, der mit 67 in Rente geht, müsste 92 Jahre alt werden, um seinen Einsatz zurückzubekommen.

Fall Gutverdiener: So viel bringt der Arbeitgeberzuschuss zur bAV¹

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.

² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single gut 47 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von rund 1.400 Euro.

³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.

¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung (163 Euro von 4700 Euro) pro Jahr 0,035 Rentenpunkte. Über 30 Jahre macht das gut 1 Rentenpunkt.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2017)

Erst ein Arbeitgeberzuschuss von 25 Prozent auf die Mitarbeiterbeiträge zur bAV macht die Sache langsam besser. Um seinen Einsatz herauszuholen, müsste der Rentner 88 Jahre alt werden.

Fazit: Wer mehr als 4.350 Euro, aber weniger als 6.350 Euro im Monat verdient und eine Entgeltumwandlung angeboten bekommt, sollte mindestens ein Viertel Zuschuss vom Chef einfordern.

Für Besserverdiener greift nur noch der Steuervorteil

Wer mehr als 6.350 Euro monatlich brutto bekommt, verdient nicht nur über der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung. Er bezahlt auch das Maximum an Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung. Eine Entgeltumwandlung würde diesem Besserverdiener keine Erleichterung bei den Sozialabgaben mehr bringen. Er würde nur noch davon profitieren, dass seine Beiträge seine Steuerlast reduzieren.

Auf der anderen Seite muss ein solcher Sparer keine Minderung bei der gesetzlichen Rente hinnehmen. Insgesamt steht der Besserverdiener recht gut da, wenn er es schafft, seinen Chef zu überzeugen, die eigenen Beiträge mit mindestens 15 Prozent zu bezuschussen. Das wird möglicherweise schwer, weil der Chef keine Sozialabgaben mehr sparen kann. Versuchen sollten Sie es dennoch.

Fall Besserverdiener: So viel bringt der Arbeitgeberzuschuss zur bAV¹

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.

² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single gut mehr als 60 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von fast 1.850 Euro pro Monat.

³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.

¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung keine Rentenpunkte. Er zahlt stets den Höchstbeitrag in die Rentenversicherung ein.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2017)

Was tun bei häufigem Jobwechsel?

Wer schon heute davon ausgeht, dass er künftig öfter die Arbeitsstelle wechselt, sollte gut überlegen, ehe er sich für eine Entgeltumwandlung – speziell eine Direktversicherung – entscheidet. Gleiches gilt für alle, die möglicherweise zwischen Selbstständigkeit und Angestelltenstatus wechseln oder eine Weile im Ausland arbeiten wollen. Es besteht die Gefahr, dass Sparer am Ende zu viele Verträge parallel führen, in jeden Vertrag aber nur wenig – oder gar nichts mehr – einzahlen.

Das Problem liegt darin, dass Arbeitnehmer nicht so ohne Weiteres gut verzinste Altverträge zum neuen Arbeitgeber mitnehmen können. Oft will die neue Firma sich nur um einen Vertragstyp für die komplette Belegschaft kümmern und nicht die Policen mehrere Anbieter parallel verwalten.

So kommt es, dass Angestellte beim Jobwechsel häufig nur zwei Möglichkeiten haben: Entweder sie beginnen beim neuen Chef einen gänzlich neuen Vertrag und übernehmen den alten Vertrag privat, mit oder ohne weitere Beitragszahlung. Oder sie übertragen gleich das bisher angesparte Vermögen im Altvertrag auf einen neuen Vertrag. Im einen Fall zahlen Arbeitnehmer erneut Abschlusskosten. Im anderen Fall fallen häufig Übertragungskosten an.

Wollen Sie beruflich flexibel bleiben, sollten Sie über andere Arten der Vorsorge nachdenken. Möglich ist zum Beispiel ein Riester-Vertrag, für den es unerheblich ist, wo Sie angestellt sind. Eine günstige Netto-Rentenversicherung mit ETFs oder ein flexibler ETF-Sparplan könnten ebenfalls passende Varianten sein.

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Sara Zinnecker

Expertin für Geldanlage

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Sara Zinnecker

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Artikel verfasst von

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Direktversicherung durch Gehaltsumwandlung

Es gibt die Möglichkeit einer arbeitgeberfinanzierten und einer arbeitnehmerfinanzierten Altersvorsorge. Bei Letzterem spricht man auch von einer Direktversicherung durch Gehaltsumwandlung. Hierbei führt der Arbeitgeber die Beiträge direkt vom Bruttogehalt in einen Versorgungsvertrag ab. Dadurch werden für die Einzahlungen keine Steuern oder Sozialversicherungsbeiträge erhoben. Für die Direktversicherung durch Gehaltsumwandlung gibt es eine Höchstgrenze, die staatlich gefördert wird: so sind Beiträge bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung steuer- und sozialversicherungsfrei.

Besteht darüber hinaus für den Arbeitnehmer keine weitere Altzusage nach § 40b des Einkommenssteuergesetzes (EStG), die der pauschalen Besteuerung unterliegt, so können weitere 1.800 EUR steuerfrei in eine Direktversicherung durch Gehaltsumwandlung eingezahlt werden. Hierfür sind allerdings Beiträge zur Sozialversicherung abzuführen. Bei der Direktversicherung durch Gehaltsumwandlung wird der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer und der Arbeitnehmer als versicherte Person eingetragen. Über das Bezugsrecht erhalten der Arbeitnehmer und seine Hinterbliebenen sofortige Ansprüche an den Leistungen aus dem Vertrag.

Bei einem Arbeitgeberwechsel kann der Arbeitnehmer die Direktversicherung durch Gehaltsumwandlung auf den neuen Arbeitgeber übertragen – vorausgesetzt, dass dieser mit der Übernahme des Vertrages einverstanden ist. Andernfalls kann die Direktversicherung durch Gehaltsumwandlung auch privat fortgesetzt oder beitragsfrei gestellt werden. Bei einer privaten Fortführung des Vertrages ist allerdings Folgendes zu beachten: Bei der Besteuerung wird die Auszahlung des Vertrages entsprechend nach dem betrieblichen und privaten Teil getrennt. So unterliegt der betriebliche Teil der Direktversicherung durch Gehaltsumwandlung der nachgelagerten Besteuerung.

Der privat angesparte Teil der Kapitalsumme ist unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei bzw. Renten werden nur mit dem günstigeren Ertragsanteil besteuert. Jedoch werden auf die gesamte Rente Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgeführt. Hierbei wird nicht unterschieden, ob das Kapital über die betriebliche oder private Schiene angespart wurde.

Источники: http://www.finanztip.de/betriebliche-altersvorsorge/direktversicherung/, http://www.finanztip.de/betriebliche-altersvorsorge/entgeltumwandlung/, http://www.betriebliche-altersvorsorge24.info/direktversicherung/direktversicherung-durch-gehaltsumwandlung/

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