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Direktversicherung – Steuerfreiheit

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Auszahlung Direktversicherung: Altvertrag steuerfrei?

  • 09.07.2005 12:10 Uhr

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DÜSSELDORF. Gemach, gemach. So dramatisch, wie es sich hier und da liest, ist es nicht: Die meisten Verträge sind nicht betroffen. Dennoch sollten Sparer noch einmal einen Blick in ihre Dokumente werfen. In einigen Fällen muss der Versicherte jetzt tatsächlich handeln, wenn er sich alte Steuervorteile sichern will.

Für alle, welche die viel verzweigten deutschen Wege zur höheren Rente nicht stets gegenwärtig haben: Die Direktversicherung funktioniert ähnlich wie eine Lebensversicherung, wird aber über den Arbeitgeber abgeschlossen. Die Firma führt einen Teil des Mitarbeiter-Gehalts und häufig auch eigene Zuschüsse an den Versicherer ab.

Die Direktversicherung war bis 2004 mit großzügigen Steuergeschenken versehen. Der Sparer zahlt bei der Besteuerung nach altem Muster nämlich nur einen ermäßigten Einkommenssteuersatz von 20 Prozent auf die Beiträge (Pauschalbesteuerung). Die Kapitalerträge sind beim Eintritt ins Rentenalter steuerfrei. Sollte sich der Sparer jedoch die angesparte Summe als Rente ausbezahlen lassen, werden davon nur 18 Prozent versteuert. Der doppelte Steuervorteil nach der alten Regelung bringt vor allem den Besserverdienenden mit höherem Grenzsteuersatz Renditen um die sieben Prozent, sagen Experten.

Die alten Vorteile gelten für alle bis 2004 abgeschlossenen Verträge. Direktversicherungen, die erst 2005 abgeschlossen wurden, sind in der Regel weniger lukrativ. Zwar sind die vom Gehalt abgezweigten Beträge steuerfrei, das dicke Ende kommt aber mit dem Renteneintritt. Dann werden die Renteneinkünfte voll versteuert. Sollte der Versicherte sich das angesparte Kapital auf einen Schlag auszahlen lassen, dann ist sogar der gesamte ausgezahlte Betrag voll einkommenssteuerpflichtig. „Bei den höheren Einkommen ist die Pauschalbesteuerung fast immer günstiger“, sagt Andrea Zimmermann von der Gothaer Leben.

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    Auszahlung der Direktversicherung

    Wie Krankenkassenbeiträge Ihre Betriebsrente schmälern

    • Zuletzt aktualisiert: 29. September 2017
    • Von: Sara Zinnecker

    Viele trifft die Sache unerwartet: Über Jahre oder Jahrzehnte haben sie im Betrieb über eine Lebensversicherung (Direktversicherung) fürs Alter angespart. Doch dann gehen von der späteren Betriebsrente in aller Regel Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ab. Und zwar in voller Höhe – also auch für den Teil, den während der Erwerbstätigkeit der Chef übernommen hatte. Auch wissen viele nicht, ob und unter welchen Bedingungen sie sich ihre Betriebsrente auch einmalig ausbezahlen lassen können. Für Sparer, die heute bereits in eine Direktversicherung einzahlen, unterscheidet Finanztip mehrere Fälle.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Basisfall: Wer noch in eine Direktversicherung anspart und gesetzlich krankenversichert ist, zahlt auf die spätere Betriebsrente durchschnittlich 15,7 Prozent an Krankenkassenbeiträgen.
    • Variante 1: Wer eine Direktversicherung nach Ausscheiden aus dem Job privat bespart, zahlt später nur auf die echte Betriebsrente Krankenkassenbeiträge.
    • Variante 2: Wer eine Betriebsrente von rund 150 Euro oder weniger im Monat erwartet, zahlt wahrscheinlich keine Krankenkassenbeiträge auf die spätere Betriebsrente.
    • Variante 3: Wer Anspruch auf eine sehr geringe Rente hat, kann sich das angesparte Kapital auch abfinden lassen. Ansonsten ist eine Einmalzahlung zu Rentenbeginn in aller Regel nicht möglich.
    • Fall Altvertrag: Wer seit 2004 oder früher monatlich in eine Direktversicherung einzahlt, zahlt Krankenkassenbeiträge auf die heutigen Beiträge und auf die spätere Rente.

    So gehen Sie vor

    • Basisfall: Damit sich die Direktversicherung trotz der Abgaben auf die Rente lohnt, fordern Sie mindestens 15 Prozent Zuschuss auf Ihre heutigen Beiträge von Ihrem Chef.
    • Variante 1: Lassen Sie sich vom Direktversicherer spätestens zu Rentenbeginn aufschlüsseln, welcher Teil Ihrer Rente eine private Leibrente ist. Berücksichtigen Sie als Rentner beides entsprechend in der Steuererklärung.
    • Variante 2: Fragen Sie bei der Krankenkasse nach der Höhe Ihrer Versorgungsbezüge. Wenn Sie als Rentner auf weniger als 148,75 Euro im Monat kommen (Stand 2017), zahlen Sie keine Abgaben.
    • Variante 3: Prüfen Sie Ihre Rentenansprüche. Liegen diese bei weniger als rund 30 Euro pro Monat, können Sie sich Ihr Kapital auch einmalig abfinden lassen. Erkundigen Sie sich beim Arbeitgeber über Ausnahmen.
    • Fall Altvertrag: Wägen Sie bei Rentenbeginn ab, ob Sie die steuerfreie Einmalauszahlung oder eine monatliche Rente beziehen wollen. Bei geringen Renten fallen keine Kassenbeiträge an. Die Steuer ist zu vernachlässigen.

    Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Riester-Rente immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Die Betriebsrente kann helfen, die gesetzliche Rente aufzustocken. Wer seit 2005 Teile seines Bruttoeinkommens in eine Direktversicherung einzahlt, spart sich darauf Steuern und Sozialabgaben. Man spricht auch von Entgeltumwandlung. Im Alter muss er die Rente allerdings versteuern, und häufig fällt der volle Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) samt Zusatzbeitrag an. 2017 waren das im Bundesdurchschnitt 15,7 Prozent.

    Dazu kommen in aller Regel noch 2,55 Prozent Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung für Rentner mit Kindern. 2,8 Prozent sind es für Rentner, die keine Kinder haben.

    Welche Abgaben fallen auf die Betriebsrente an?

    Grundsätzlich gilt: Sind Sie als Rentner GKV-versichert, müssen Sie auf Ihre Betriebsrente den vollen GKV-Beitragssatz zahlen. Dabei ist es egal, ob Sie in der Krankenversicherung der Rentner pflichtversichert oder freiwillig versichert sind.

    Der Direktversicherer ist verpflichtet, Ihrer Krankenkasse zu Beginn der Rentenauszahlung Bescheid zu geben. In der Regel werden auch Sie aufgefordert, eine Erklärung abzugeben. Die Beiträge werden automatisch an die Krankenkasse abgeführt.

    Wer privat krankenversichert ist, bleibt von den Abzügen verschont.

    Einmalauszahlung in der Regel nicht möglich

    Wer in eine Direktversicherung anspart, sollte wissen, dass eine Kapitalauszahlung zum Rentenbeginn in aller Regel nicht möglich ist. Sie können sich Ihre Ansprüche höchstens abfinden lassen – zum Beispiel bei einem Wechsel des Arbeitgebers –, wenn Ihre spätere Rente sehr gering ausfallen würde. Stand 2017 müsste sie unter rund 30 Euro monatlich liegen. Die einschlägigen Paragrafen dafür sind sind § 3 BetrAVG und § 18 SGB IV. Fragen Sie bei der Personalabteilung oder beim Versicherer nach, ob Sie eine Ausnahmeregelung treffen können.

    Beitragszuschuss vom Chef fordern

    Die hohen Sozialabgaben sind nicht der einzige Posten, der die spätere Auszahlung aus der Direktversicherung belastet. Verdienen Sie heute weniger als 6.350 Euro brutto im Monat (Stand 2017) und zahlen Sie Teile Ihres Gehalts steuer- und abgabenfrei in die Direktversicherung ein, müssen Sie später kleinere Einbußen bei der gesetzlichen Rente hinnehmen.

    Damit sich die Betriebsrente aus einer Direktversicherung als Ganzes dennoch lohnt und Vergünstigungen Ihrer Beiträge heute nicht durch die Belastung (Abgaben und Einkommensteuer) der späteren Rente aufgefressen werden, sollten Sie Ihren Chef ins Boot holen. Er sollte Ihre Beiträge mit mindestens 15 Prozent bezuschussen, besser mehr.

    Zögert der Arbeitgeber, dann argumentieren Sie, dass er sich für jeden Euro, den Sie von Ihrem Gehalt umwandeln, ebenfalls Sozialabgaben spart. Zudem ist der Chef ab spätestens 2022 ohnehin verpflichtet, 15 Prozent Zuschuss auf Ihre Beiträge zu geben. Das regelt das neue Betriebsrentengesetz.

    Details und Rechnungen dazu finden Sie in unserem Ratgeber zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV).

    In welchen Ausnahmefällen zahlen Sie weniger?

    Zwar fällt auf die Betriebsrente aus der Direktversicherung der volle Krankenkassenbeitrag an. Doch gibt es einige Fälle, bei denen die Abgaben anders gehandhabt werden. Stellen Sie sicher, dass Sie alle wichtigen Punkte kennen, um aus Ihrer jeweiligen Situation das Beste herauszuholen.

    Sie haben Ihre Direktversicherung privat weiter bespart

    Führen Sie einen Direktversicherungsvertrag nach einem Jobwechsel privat weiter, zahlen Sie später nur auf die „echte“ Betriebsrente Sozialabgaben, also nur auf den Teil der Rente, den Sie während Ihrer Zeit beim Arbeitgeber angespart haben. Das hat das Bundesverfassungsgericht 2010 beschlossen (Az. 1 BvR 1660/08).

    Wichtig dabei ist, dass Sie nach dem Jobwechsel den Versicherungsvertrag auf sich umschreiben lassen, also Sie selbst und nicht länger der Arbeitgeber Vertragsnehmer sind. Bleibt hingegen der ehemalige Arbeitgeber eingetragen, so bleibt es auch bei Ihrer Kassenbeitragspflicht – selbst wenn Sie als Arbeitnehmer die Beiträge privat bezahlen.

    Um die anteiligen Krankenkassenbeiträge zu berechnen, müssen Sie sich vom Direktversicherer bescheinigen lassen, ab wann Sie die Versicherung selbst bezahlt haben und bis wann Ihr Arbeitgeber daran beteiligt war. Die Versicherungen haben diese Daten gespeichert.

    Die Unterscheidung zwischen Betriebsrente und privater Leibrente ist auch für die Steuererklärung relevant. Betriebsrenten werden voll mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Sie gehören in der Anlage R in das Feld 31. Bei privaten Leibrenten hingegen ist nur der sogenannte Ertragsanteil steuerpflichtig. Wenn Sie mit 67 Jahren in Rente gehen, sind das 17 Prozent. Die private Rente gehört in Feld 15 der Anlage R.

    Sie erwarten nur eine kleine Betriebsrente

    Wenn Ihre künftigen monatlichen Versorgungsbezüge unter 148,75 Euro liegen (Stand 2017), zahlen Sie darauf keine Beiträge zur Krankenkasse und Pflegeversicherung.

    Versorgungsbezüge sind offiziell alle Bezüge und Vorteile aus einem früheren Dienstverhältnis (§ 19 Abs. 2 EstG). Neben der Betriebsrente gehören dazu zum Beispiel auch Ruhegeld aus einem früheren Beamtenverhältnis, Hinterbliebenenrenten oder Renten aus verminderter Erwerbsfähigkeit. Bei den allermeisten Sparern dürften aber die Betriebsrenten der wichtigste Bestandteil der Versorgungsbezüge sein.

    Welche Untergrenze für die Versorgungsbezüge gilt, richtet sich nach dem durchschnittlichen Bruttolohn aller Mitglieder in der gesetzlichen Rentenversicherung (§ 18 SGB IV). Die Grenze steigt in der Regel jedes Jahr ein wenig an. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob Ihre (voraussichtlichen) Versorgungsbezüge geringer sind als die gültige Untergrenze. Ist das der Fall, zahlen Sie keine Abgaben.

    Welche Abgaben gibt es bei einem alten Vertrag?

    Die Gesundheitsreform aus dem Jahr 2004 hat allen zugesetzt, die zu dem Zeitpunkt bereits mit einer Direktversicherung betrieblich vorsorgten: Damals hat der Gesetzgeber beschlossen, dass auf Betriebsrenten ab 2005 der volle Krankenkassenbeitrag anfällt. Das Problem: Sparer mit Verträgen, die sie vor 2005 geschlossen haben, bezahlen auf ihr umgewandeltes Gehalt bereits den Arbeitnehmeranteil an Sozialabgaben. Man spricht auch von Doppelverbeitragung.

    Viel tun können Sparer mit solchen Altverträgen nicht. Lassen sie sich das angesparte Kapital auf einmal zum Rentenbeginn auszahlen, ist es nach wie vor steuerfrei. Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung – fast 20 Prozent – werden aber verteilt über zehn Jahre monatlich fällig und vom Konto eingezogen. Wer also beispielsweise 30.000 Euro aus seiner Direktversicherung erwartet, muss seine Abgabenpflicht zehn Jahre lang in Raten von etwa 50 Euro abstottern.

    Einen kleinen Tipp gibt es allerdings für Sparer, die eine kleinere Summe angespart haben: Sie könnten statt der Einmalauszahlung die Rente wählen. Liegt die spätere Betriebsrente unter der Grenze von 148,75 Euro (Stand 2017), fallen keine Abgaben an. Die geringe Steuerlast auf die Rente ist zu vernachlässigen. Der Nachteil: Um die volle Kapitalsumme als regelmäßig ausgezahlte Rente auch wirklich zu bekommen, müssen Sie in der Regel 90 oder älter werden.

    Weitere Tipps im Ratgeber Altersvorsorge

    Sara Zinnecker

    Expertin für Geldanlage

    So können Sie fürs Alter vorsorgen

    • Zur Basisversorgung zählen die gesetzliche Rentenversicherung und Rürup-Verträge.
    • Gefördert sind Riester-Verträge oder betriebliche Altersvorsorge.
    • Die Lebensversicherung zählt zur ungeförderten Vorsorge.

    Weitere Ratgeber:

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    Artikel verfasst von

    Finanztip-Expertin für Bankprodukte

    Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

    Источники: http://www.steuerlinks.de/steuerlexikon/lexikon/direktversicherung-steuerfreiheit.html, http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/altersvorsorge-sparen/bei-einigen-direktversicherungen-besteuert-fiskus-altvertraege-automatisch-neu-nachfragen-ist-besser-als-nachsehen/2524190.html, http://www.finanztip.de/betriebliche-altersvorsorge/direktversicherung-auszahlung/

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