Brand versicherung

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Versicherung und Recht nach Brand | Ich bin abgebrannt, was nun?

Das Feuer hat alles zerstört! Nach dem ersten Schock kommt sofort die Sorge: Wer zahlt eigentlich für den Schaden? Bin ich ausreichend versichert? BILD erklärt, welchen Schutz Sie brauchen und worauf Sie achten müssen.

Wichtige Versicherungen

Welche Versicherungen brauche ich?

►Für den Mieter ist die Hausratversicherung wichtig: Sie ersetzt Schäden, die an Möbeln, Kleidern, Technik, etc. durch Feuer, Leitungs-oder Löschwasser entstehen.

►Für Eigenheimbesitzer oder Vermieter ist zusätzlich zur Hausratversicherung eine Wohngebäudeversicherung nötig: Sie zahlt, wenn das Gebäude durch Flammen oder Löschwasser beschädigt wurde.

►Die Haftpflichtversicherung schützt Sie vor möglichen Forderungen Dritter oder auch wenn Ihr Kind z. B. gezündelt hat und dabei ein Schaden entstanden ist.

Worauf muss ich beim Abschluss achten?

►Hausratversicherung: Achten Sie beim Abschluss auf Angebote, bei denen der Neuwert des Hausrats pauschal nach Quadratmetern Wohnfläche berechnet wird. Das ist günstiger für Sie. Wichtig: Wenn Sie teure Kunst (z.B. Bilder, Briefmarkensammlung), Computer oder antike Möbel haben, achten Sie darauf, dass sie in der Versicherungs-Police aufgelistet sind oder versichern Sie diese extra.

Wohngebäudeversicherung: Stellen Sie sicher, dass die Versicherungssumme den aktuellen Wert Ihres Hauses abdeckt!

Haftpflichtversicherung: Achten Sie auf die Höhe der Versicherungssumme, die im Schadensfall maximal ausgezahlt wird. Sie sollte mindestens drei Millionen Euro betragen. Durch Selbstbeteiligung können Sie die Prämie verringern.

Achtung: Viele Versicherungen zahlen nur, wenn auch Flammen zu sehen sind. Ein Schwelbrand z. B. ist oft nicht abgedeckt. Sehen Sie in Ihre Police und schließen sie notfalls eine neue Versicherung ab oder erweitern Sie die vorhandene Police.

Es hat gebrannt. Wen rufe ich jetzt an?

Rufen Sie Ihren Versicherungsagenten an und melden Sie den Schaden. Dann füllen Sie das Schadenmeldungs-Formular aus (zuschi cken lassen oder im Internet ausdrucken). In den meisten Fällen kommt dann ein Sachverständiger und besichtigt den Schaden.

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Nur wenn das ausdrücklich in Ihrer Versicherungspolice steht, und auch dann ist meist ein Preislimit festgeschrieben.

Im Ernstfall

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Muss ich zahlen, wenn ich die Feuerwehr zu früh rufe?

Nein! Einzige Ausnahme: Sie alarmieren die Feuerwehr aus Spaß, dann müssen Sie für die Kosten (mehrere Hundert Euro) aufkommen.

Wer zahlt, wenn ein anderer schuld ist?

In diesem Fall springt erst mal Ihre eigene Hausratversicherung ein. Die kann sich dann meist von der Haftpflichtversicherung des Verursachers das Geld zurückholen.

Muss ich Rauchmelder in meinem Eigenheim installieren?

Ja, sonst kann die Versicherung die Ersatz-Leistungen kürzen. Vermieter sind verpflichtet, Rauchmelder anzubringen, Mieter müssen die Installation zulassen. Ausnahme: Brandenburg und Berlin wollen die Pflicht erst später in diesem Jahr einführen, in Sachsen gibt es noch keine Pläne.

Soll ich Kopien der wichtigsten Unterlagen außerhalb aufbewahren?

Ja! Machen Sie Kopien der Versicherungspolicen und der Rechnungen, schreiben Sie eine Inventarliste. Bei Schmuck- oder Kunstwerken sollten Sie Fotos machen. So können Sie nachher beweisen, dass Sie diese wirklich besessen haben.

Fachliche Beratung: Kerstin Becker-Eiselen, Verbraucherzentrale Hamburg und Feuerwehr Hamburg

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Wie räume ich danach auf?

Die Feuerwehr löscht nur die Flammen. Aufräumen müssen Sie selbst. BILD sagt, wie das geht:

► Gehen Sie nicht in Ihr Haus/ Ihre Wohnung, bevor die Feuerwehr es freigegeben hat.

► Schützen Sie sich mit Schutzanzug, Maske und Handschuhen vor Giftstoffen. Halten Sie Kinder von den Aufräumarbeiten fern!

► Als Erstes schließen Sie die Türen zu den nicht verschmutzten Räumen und dichten Sie die Türen mit nassen Handtüchern ab.

► Ruß lässt sich besonders gut mit einer warmen Spülmittellösung von Gegenständen und Möbeln entfernen. Benutzen Sie nicht Ihren eigenen Sauger, sondern leihen Sie sich einen gekapselten Industriestaubsauger. Er ist explosionssicher, falls Sie doch noch Funken einsaugen.

►Wasserschäden (feuchte Wände oder Böden) sollten vom Fachmann behoben werden. Dazu gibt es spezielle Trocknungsanlagen.

►Waschen Sie verdreckte Kleidung separat bei mindestens 60 Grad.

►Den Brandschutt entsorgen Sie als Problemabfall.

Wichtig: Essen und trinken Sie erst, nach dem Sie geduscht haben!

Die Brandversicherung

Allein im Jahr 2015 wurden 230.000 Brandschäden gemeldet. Das sind im Schnitt 630 Brände pro Tag – und dafür mussten deutsche Versicherer fast eine Milliarde Euro bezahlen. Früher war die Brandversicherung – auch Feuerversicherung genannt – eine Pflichtversicherung. Doch auch mit Abschaffung der Pflicht im Jahr 1994 hat sich die Notwendigkeit einer Gebäudebrandversicherung nicht verflüchtigt, wie die nachfolgende Tabelle zeigt:

Übersicht Brandschäden und Versicherungsleistungen 2013 bis 2015

Quelle: Schadensstatistik Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Stand 2016

Die Leistungen der Gebäudebrandversicherung

Die Gebäudebrandversicherung wird in der Regel nur in Verbindung mit einer Wohngebäudeversicherung angeboten. Diese deckt neben Feuerschäden auch solche durch Leitungswasser und Sturm/Hagel ab. Der Baustein „Feuer“ versichert Gebäudebesitzer gegen Schäden, die durch einen Brand entstehen. Im Schadensfall übernimmt die Brandversicherung die Kosten für:

  • Reparaturen
  • Schäden durch Löschwasser und Ruß
  • Abriss und Wiederaufbau zum Neuwert

Neben Feuer deckt die Brandversicherung auch Schäden durch folgende Gefahren ab:

  • Explosion/Implosion
  • Blitzschlag
  • Anprall/Absturz von Luftfahrzeugen, seiner Teile beziehungsweise Ladung

Auch wenn das Gebäude durch Brandstiftung beschädigt wird, bezahlt die Brandschutzversicherung zunächst die Schäden. Wird der Täter gefasst, wird sie die Kosten von ihm einfordern – sprich ihn in Regress nehmen.

Info: Für Brandschäden an Ihrer Einrichtung kommt die Brandversicherung im Rahmen Ihrer Hausratversicherung auf. Auch hier übernimmt die Versicherung die Kosten und ersetzt Ihr Inventar zum Neuwert.

Versicherungssumme bei der Brandversicherung

Die Versicherungssumme der Gebäudeversicherung inklusive Gebäudebrandversicherung richtet sich nach dem ortsüblichen Neuwert des zu versichernden Hauses. Sie sollte diesen nicht unterschreiten, da sonst die Gefahr einer Unterversicherung besteht. In der Praxis wird der Wert anhand des Versicherungswerts 1914 oder der Wohnfläche berechnet. Die Versicherungsprämie wird unter anderem anhand der Bauartklasse, die wiederum das Feuerrisiko bestimmt, ermittelt.

Was bedeutet Unterversicherung?

Eine Unterversicherung liegt dann vor, wenn die Versicherungssumme niedriger als der tatsächliche Wert der versicherten Sache ist. Das Problem: Im Schadensfall leistet der Versicherer dann nur anteilig.

Ein Beispiel: Die Versicherungssumme wurde auf 100.000 Euro vereinbart. Der tatsächliche Wert des Gebäudes liegt bei 200.000 Euro. Der Brandschaden beläuft sich auf 20.000 Euro.

Formel: 20.000 x 100.000 / 200.000 = 10.000

Die Versicherung bezahlt nur 10.000 Euro für den Schaden. Für die restlichen 10.000 Euro muss der Hausbesitzer selbst aufkommen.

Feuerrohbauversicherung

Die Feuerrohbauversicherung sichert Gebäude gegen Brandschäden während der Bauphase ab. Sie kann als eigenständiger Versicherungsvertrag abgeschlossen oder in die Wohngebäudeversicherung – meist ohne Mehrkosten – integriert werden.

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  • Versichertes Gebäude: Einfamilienhaus, Massiv-Bauweise, 150 qm in 22175 Hamburg
  • Versicherte Gefahren: Feuer, Sturm
  • Baujahr 2017, 1914er-Wert: 20.250 Mark
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Wohnungsbrand: Welche Versicherung wann zahlt

Versicherung bei Wohnungsbrand: Eine Klausel ist entscheidend

25.11.2015, 12:30 Uhr | dpa-tmn

Die häufigste Brandursache sind unbeaufsichtigte Kerzen. (Quelle: Becker&Bredel /imago)

In der Weihnachtszeit machen es sich viele Menschen mit Kerzen und Adventskranz gemütlich. Doch gerade Tannenzweige geraten schnell in Brand. Kommt es ganz schlimm, steht die ganze Wohnung in Flammen. Welche Versicherung den Schaden zahlt und auf welche Klausel man achten muss, um am Ende nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Die Zahl der Brände nimmt in der Weihnachtszeit stark zu. Hausrat- und Wohngebäudeversicherer haben in den vergangenen Jahren im Dezember bundesweit zwischen 11.000 und 12.000 Brände registriert – etwa 40 Prozent mehr als in den Frühjahrs- und Herbstmonaten, rechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin vor.

Unbeaufsichtigte Kerzen sind häufigste Brandursachen

Allein im Dezember 2014 gab es Schäden in Höhe von 25 Millionen Euro. Als häufigste Ursache gelten unbeaufsichtigte Kerzen, erklärt Hasso Suliak, Sprecher des GDV. Brände sind nicht nur gefährlich, sie können im Schadensfall auch teuer werden. Verbraucher können sich gegen finanzielle Risiken mit Hilfe von Versicherungen schützen: mit einer Hausrat-, Wohngebäude- und privaten Haftpflichtversicherung.

Welche Versicherung zahlt

Doch welche Versicherung reguliert welche Schäden? Brandschäden im Wohnraum werden durch die Hausratversicherung gedeckt. „Die schließt alles ein, was beweglich ist“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). Zerstörte Weihnachtsgeschenke sind eingeschlossen. Wird das Gebäude beschädigt, greift die Wohngebäudeversicherung.

Wer jedoch bei Oma oder Tante zu Besuch ist und die Hand geschnitzte Weihnachtspyramide vom Tisch wirft, muss sich an seine Privathaftpflichtversicherung wenden. Sie zahlt nur den Zeitwert der kaputten Gegenstände, nicht deren Neuwert, sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Für eine mögliche Differenz zwischen den beiden Werten sei man aber nicht persönlich haftbar zu machen.

Vorsicht bei grober Fahrlässigkeit

Wenn jemand den Raum für längere Zeit verlässt, obwohl die Kerzen noch brennen, handelt diese Person grob fahrlässig. Ein solches Verhalten kann Folgen auf die Schadensregulierung haben. Denn bei grober Fahrlässigkeit kann der Versicherer die Leistung anteilig kürzen oder komplett verweigern, erklärt Hasso Suliak vom GDV.

Auf diese Klausel kommt es an

Um in solchen Fällen Streit zu vermeiden, sollte die Versicherungspolice einen „Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit“ enthalten, rät Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Dadurch wird die Police meist etwas teurer. „Aber diese Mehrkosten können sich lohnen“, sagt Boss. Denn der Versicherer haftet dann auch bei grob fahrlässigem Verhalten für die volle Summe.

Schaden immer gleich melden

Damit der Versicherer den Schaden vollständig übernimmt, gibt es noch mehr zu beachten. Auch wenn das Malheur am Heiligabend passiert: Versicherte sollten nicht bis nach den Feiertagen mit ihrer Schadensmeldung warten, sagt Boss. Versicherer haben dafür eine Schaden-Hotline, die oft auch an Feiertagen freigeschaltet ist. Ist dort niemand zu erreichen, sollte man eine E-Mail schreiben, rät Boss. Denn meist müssen Schäden laut Versicherung „unverzüglich“ gemeldet werden, erklärt sie. „Das heißt: so schnell wie möglich.“

Telefonische Absprache reicht nicht

Damit es bei der Schadensregulierung keine Probleme gibt, sollten kaputte Gegenstände nicht ohne vorherige Rücksprache mit dem Versicherung entsorgt werden, sagt Weidenbach. „Möglich, dass die Versicherung die Schäden noch begutachten will.“ Stimmt sie der Entsorgung zu, sollte man sich das schriftlich bestätigen lassen, empfiehlt Weidenbach. Denn telefonische Absprachen lassen sich in Streitfällen nicht belegen. Zudem kann es als Nachweis hilfreich sein, die Schäden mit Fotos zu dokumentieren.

Источники: http://www.bild.de/ratgeber/2014/brand/versicherung-recht-nach-brand-abgebrannt-was-nun-35223922.bild.html, http://www.check24.de/wohngebaeudeversicherung/brandversicherung/, http://www.t-online.de/heim-garten/wohnen/id_76223610/wohnungsbrand-welche-versicherung-wann-zahlt.html

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