Betriebliche vorsorge

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Betriebliche Altersvorsorge : Jeder hat Anspruch auf Betriebsrente

Wer im Alter seinen Lebensstandard halten will, muss selbst vorsorgen. Diese Erkenntnis hat sich herumgesprochen. Eine Möglichkeit ist die betriebliche Altersvorsorge: Vom Bruttolohn wird ein vorher festgelegter Betrag – maximal 4 Prozent des Gehalts und bis zu 2.856 Euro jährlich – angelegt. Steuern und Sozialabgaben muss der Arbeitnehmer auf diese Summe nicht zahlen. So profitiert er doppelt, denn er spart Steuern und sorgt fürs Alter vor.

Auch für Arbeitgeber lohnt sich das: Da auf die gesparte Summe keine Abgaben fällig werden, reduzieren sich für ihn die Lohnnebenkosten. Manche Firmen zahlen ihren Beschäftigten etwas mehr zur betrieblichen Altersvorsorge. Das kann ein Wettbewerbsvorteil sein, etwa im Kampf um Fachkräfte. Eine gesetzliche Verpflichtung dafür besteht für Arbeitgeber nicht. „Wenn der Chef aber fair ist, gibt er mindestens 20 Prozent von dem angelegten Geld des Arbeitnehmers hinzu“, sagt Saidi Sulilatu, Experte für Vorsorge und Absicherung beim Verbraucherportal Finanztip. Dem Arbeitgeber entstünden so keine Mehrkosten, denn die 20 Prozent würden den gesparten Lohnnebenkosten entsprechen. Wer in Rente geht, bekommt den gesamten Betrag ausbezahlt – entweder einmalig oder monatlich in Raten.

Eigentlich ein attraktives Modell. Allerdings nehmen viele Arbeitnehmer, bei denen kein Tarifvertrag eine betriebliche Altersvorsorge vorsieht oder der Arbeitgeber nicht sowieso eine anbietet, diese Leistung nicht in Anspruch. Warum?

Weil auf die angesparte Summe nachträglich Steuern und Sozialabgaben fällig werden, sagt der Finanzexperte. „Es ist auf keinen Fall so, dass sich die betriebliche Altersvorsorge für alle lohnt“, sagt Sulilatu. Denn im ungünstigsten Fall wird bei Renteneintritt eine so hohe Summe fällig, dass der Sparer so dasteht, als wenn er für den Sparstrumpf Geld zurückgelegt hätte. Für Durchschnittsverdiener, die in betriebliche Altersvorsorge ohne finanzielle Unterstützung des Chefs einzahlen, sei daher die deutlich flexiblere private Vorsorge häufig attraktiver, sagt Sulilatu. Auch weil die Sparer bei der privaten Vorsorge nicht erst wie bei der betrieblichen Vorsorge mit Renteneintritt auf ihr Geld zugreifen könnten, sondern ihre Versicherungen schon vorzeitig auflösen können.

Für Besserverdiener kann das Modell betriebliche Vorsorge allerdings attraktiv sein. Denn nur bis zu einem Jahresbruttoeinkommen von 48.600 Euro werden zusätzliche Abgaben zur Krankenversicherung fällig. Und nur bis zu einem Bruttojahresgehalt von 71.400 Euro in Westdeutschland und 60.000 Euro in Ostdeutschland werden weitere Abgaben auf die Rentenversicherung fällig. Das heißt: Bis zu diesen Bemessungsgrenzen werden die Abgaben fällig. Danach sieht der Gesetzgeber keine weiteren Steigerungen vor, auch wenn das Einkommen bei vielleicht 500.000 Euro brutto im Jahr liegt. Und somit zahlt jeder, der in Westdeutschland über 71.400 Euro an Jahresbruttoeinkommen hat, auf seine Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge nur bis zur Bemessungsgrenze Abgaben, der Rest bleibt abgabefrei. Somit profitieren die sehr gut Verdienenden besonders bei diesem Modell.

Mittlere Einkommen profitieren nur, wenn der Chef drauflegt

Wenn die Betriebsrente ausgezahlt werde, müsse sie dann nur noch versteuert werden, sagt Sulilatu.. Natürlich ist die Steuer dann für die Besserverdienenden hoch, wenn sie einen sehr großen Anteil betrieblich vorgesorgt haben.

Dazu komme, dass sehr gut Verdienende häufig privat krankenversichert seien, sagt Sulilatu. Im Gegensatz zu gesetzlich Versicherten müssten in der Privatversicherung keine nachträglichen Abgaben zur Krankenkasse geleistet werden, wenn die Betriebsrente ausgezahlt werde.

Allerdings kann sich das Modell auch für Geringverdiener lohnen: „Für sie ist oft die einzige Möglichkeit überhaupt signifikant für das Alter vorzusorgen“, sagt Sulilatu. Während Geringverdiener netto kaum etwas sparen könnten, legten sie brutto immerhin einen kleinen Betrag zurück.

Entscheidend sei jedoch nicht nur das Einkommen des Sparers, sondern auch wie viel der Chef zu der Versicherung dazu zahlt. Übernimmt der Arbeitgeber die gesamten Beiträge für die Altersvorsorge oder zumindest einen großen Teil davon, könne sich das Modell für den Angestellten lohnen, egal wie viel er verdient. Dann sei eine Betriebsrente auch mit einem mittleren Einkommen sinnvoll. Sogar für ältere Arbeitnehmer lohnt sich das Modell noch, sagt Sulilatu.

Ob der Chef zahlt oder nicht – der Arbeitnehmer sollte beim Abschluss der Versicherung auf jeden Fall darauf achten, wie der Vertrag aussieht und wer diesen verkauft, empfiehlt der Finanzexperte. Häufig würden Beratung und Verkauf von ein und demselben externen Versicherungsvertreter übernommen. „Von dem können sie keine unabhängige Beratung erwarten“, sagt Sulilatu, „denn es liegt in seinem Interesse, dass man möglichst viel einzahlt.“ Denn je höher der Versicherungsbetrag, desto höher ist auch die Provision für den Versicherungsvertreter. Für den Laien sei es oft schwierig zu erkennen, ob ein Vertrag gut sei. Eine Alternative könne die Honorarberatung bei einem Finanzexperten sein – diese koste den Mitarbeiter zwar Geld, der Experte sei aber unabhängig.

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    Urteil : Betriebsrente darf von Beschäftigungsdauer abhängen

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    Neueste zuerst Leserempfehlung

    Kommentar aus der Branche

    Vorab: Ich bin Versicherungsmakler.

    Ich stimme zwar der Meinung der Autorin nicht überein, dass bAV nur für bestimmte Klientel sinnvoll ist, sondern nahezu für jeden, aber das ließe sich hier nicht so einfach erläutern, da man Fallbeispiele braucht.

    Dennoch ist der Artikel nicht schlecht, lediglich der letzte Absatz ist nicht gelungen. Denn eines ist eine Eigenart der bAV: Versicherungsnehmer ist nicht der Arbeitnehmer, sondern der Arbeitgeber (AG). Das bedeutet zum einen, dass hier auch eventuelle Haftungsrisiken liegen, die ein AG abklären sollte – deswegen ist nicht jede (vom Arbeitnehmer gewünschte) Lösung gut. Wichtig ist aber, dass ein AG mehrer Lösungen anbieten kann – sodass ein Arbeitnehmer nicht gezwungen ist, evtl. alte Verträge umzuwandeln, weil der AG Gesellschaft XY nicht anbietet.

    Zum Thema Honorarberatung: Ich biete beides an und habe beides auch schon durchgeführt: Allerdings ist auch hier zu beachten: Das Honorar bezahlt in der Regel der Versicherungsnehmer. Da Unternehmen aber ungern für Leistungen bezahlen, die sie auch kostenneutral (die Provision belastet das Unternehmenskonto nicht, sondern fließt vom Beitrag) bekommen können, scheuen viele Arbeitsgeber die Honorarberatung.

    Vielleicht sollte man erwähnen, dass bei einem Übertrag (zb. bei Firmenwechsel) die Abschlusskosten nicht erneut anfallen – was auch ein Vorteil ggü. beispielsweise privater AV ist.

    Zu guter letzt: Bitte bezeichnen Sie nicht alle Versicherungsvermittler als Vertreter.

    Was noch erwähnt werden sollte

    Arbeitnehmer die sich für die bAV entscheiden, haben noch mit anderen Nachteilen zu rechnen. Diese wurde leider im Artikel vergessen oder nicht genau benannt.

    1. Im Falle der Arbeitslosigkeit gibt es weniger ALG 1.

    2. Die staatliche Rente fällt geringer aus. Morgen früh werde ich noch Anhängen wie viel genau das kostet. Das muss man natürlich mit dem Ertrag gegenrechnen.

    3. Der Arbeitgeber entscheidet über das angebotene Produkt. Es ist deshalb gefährlich allgemeine Aussagen darüber zu treffen ob sich die bAV lohnt oder nicht. Denn konkrete Aussagen über Kosten und Risiken sind natürlich auch vom jeweiligen Vertrag abhängig.

    4. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich genau überlegen ob sie die BAV abschließen. Der Arbeitsgeber ist nicht verpflichtet seinen Anteil zu zahlen, wenn die Angestellte im Mutterschutz ist oder Elternzeit beansprucht.

    Worauf man achten sollte.

    Den Vertrag doppelt und dreifach lesen. Enhählt er z.B, Treue- oder Abschlußbonie die in die Kapitalerträge eingerechnet werden, sollten Arbeitnehmer die Finger davon lassen.

    Unter dem Strich profitieren von der bAV garantiert nur der Arbeitgeber, der Staat und die Versicherungen. Ob der Arbeitnehmer profitiert ist von Fall zu Fall höchst unterschiedlich.

    Vorteile der BAV die im Artikel nicht genannt wurden. Hartz4 sicher und private Krankenversicherte müssen keine Krankenkassen und Pflegeversicherungsbeiträge nachzahlen.

    Wie stark die „betriebliche Vorsorge“, der staatliche Rente schmälert.

    Wenn man wegen der Entgeltumwandlung weniger Sozialbeiträge zahlt, verringern sich auch entsprechend die Renten Ansprüche. So wird die gesetzliche Rente entsprechend geringer Ausfallen.

    Pro 1000,- € umgewandeltes Entgelt verringert sich die gesetzliche Rente monatlich um ca.1 €.

    Praktisches Beispiel. Wer 30 Jahre lang pro Jahr 2500 € Umwandelt, hat entsprechend 75 € weniger gesetzliche monatliche Rente.

    Hier kann man das selber ausrechnen:

    Das schmälert natürlich zusätzlich mögliche Renditen und muß bei kritischer Kosten/Nutzen Rechnung mit einbezogen werden.

    Bei den Nachteilen zur bAV habe ich auch noch einen Punkt vergessen.

    Bei Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlung/länger als 6 Wochen Krank), erhällt man weniger Krankengeld, weil sich das an dem letzten sozialversicherungspflichtigen(!) Bruttolohn richtet.

    Im Artikel wird zwar erwähnt das sich für Geringervdiener die bAV nicht lohnt, trotzdem sei noch auf folgendes hingewiesen.

    Das Grundsicherungsniveau liegt bei ca 620 Euro im Monat. Eine private Altersvorsorge wird komplett mit dieser Grundsicherung verrechnet.

    „Einnahmen“ aus deiner bAV werden also zunächst von der Grundsicherung abgezogen.

    Es ist völlig widersinnig

    in einer Zeit, in der praktisch niemand mehr eine ungebrochene Erwerbsbiographie hat, auf betriebliche Altersvorsorge zu setzen. Die funktioniert praktisch nur gut für Leute, die nach der Lehre übernommen werden und bis zur Rente bei einem Arbeitgeber bleiben.

    Wer hingegen in seinem Leben 10-15x den Arbeitgeber wechseln muß, darf sich dann jedes Mal damit herumschlagen, wie es mit er BAV weitergehen soll. Und wehe wenn der neue Arbeitgeber das Modell des alten nicht unterstützt!

    Daß die Ansprüche betrieblicher Altersvorsorge ebenso wie die von Direktversicherungen normalerweise nicht linear ansteigen, sondern eine gewisse Anlaufzeit brauchen, verschärft das Problem exponentiell. Auf die Art erwirbt der häufig wechselnde Arbeitnehmer dann am Schluß 10-15 Rentenansprüche in der Größenordnung von jeweils 8,50€, und für jeden davon darf er bei Renteneintritt den kompletten Papierkrieg separat durchziehen – vorausgesetzt, es gibt überhaupt noch durchsetzbare Ansprüche, denn natürlich könnte das Geld auch längst weg sein, weil es einen Börsencrash gab, rechtliche Änderungen oder der Pensionsfond in Konkurs ging.

    Alles in allem muß man sagen, daß einzig die klassische gesetzliche Rente nach dem Umlageverfahren ausreichend Sicherheit und Stabilität für eine solide Altersvorsorge bietet – und wenn da endlich mal wirklich alle gleichermaßen einbezogen würden, hätten wir auch weder ein Problem mit Altersarmut noch mit leeren Rentenkaassen.

    Wichtigste wie die Autorin auch vergessen, die Betriebsrente wird erst nach 5 Jahren Betriebszugehörigkeit unverfallbar und diese Phase beginnt bei jedem neuen AG von vorne.

    Auch sollte jedem bewusst sein, das wenn die Firma in Liquidation/Insolvenz geht, man beim Liquidator/Insolvenzverwalter Ansprüche anmelden muss. Da heisst es also nach Arbeitsplatzwechsel regelmäßig den Bundesanzeiger nach Bekanntnachungen durchzuforsten.

    Und ob die Pensionsicherungkasse noch bezahlen kann, wenn es knallt darf bezweifelt werden.

    Auch rechnet sich die Betriebsrente für die meisten AN eh nicht, sondern sie helfen nur dem Staat, nicht für seine verfehlte Wirtschaftspolitik gerade zu stehen. Denn bei den meisten kommt man dann aus der Grundsicherung raus und muss alles alleine stemmen, das selbe Prinzip verfolgte ja auch Riester.

    Wie sicher Betriebsrenten sind, konnte man hier im Süden sehen, wo Leute auf einmal mit Mitte 70 wieder arbeiten gehen müssen und wo die Pension Fonds geplündert werden http://www.rollingstone.c. .

    Oder hier im Norden, wo die Kommunen unter ihren Betriebsrentenplänen zusammenbrechen http://www.cbc.ca/news/bu. .

    Die Entstaatlichung des Rentensystems .

    wird als Selbstverständlichkeit angesehen. Wie auch dieser Artikel zeigt. Und auch die Annahme, dass insbesondere Geringverdiener Geld für Vorsorge übrig haben (. selbst „wenn der Chef drauflegt“), um im Alter wenigstens annähernd ohne Geldsorgen leben zu können. Der kontinuierliche Abbau angemessen bezahlter „Jobs“ sowie staatlicher Sicherungssysteme wird einfach so hingenommen. Nicht nur in diesem Artikel.

    Und seit wann hat jeder Anspruch auf Betriebsrente?

    Wann endlich hört auch der Trend auf, Empfängern geringer bis mittlerer Einkommen durch Suggestion irgendwelche relativ teuren Versicherungspakte zur vermeintlichen Altersvorsorge anzudrehen, um sich fein raushalten zu können aus der sozialen Verantwortung?

    Wenn jeder an sich denkt bzw. denken muss, ist noch längst nicht für alle gesorgt. Ich habe jedenfalls keine Lust, in Zukunft in einem mehr und mehr US-amerikanisierten Land mit/in riesigen Armutsquartieren und von den Almosen von Charity-Veranstaltungen zu leben.

    Betriebliche Altersvorsorge: Hohe Sozialbeiträge bei der Auszahlung

    Direktversicherungen Die böse Überraschung bei der betrieblichen Vorsorge

    C hristiane M. aus dem Landkreis München war voller Vorfreude. Sie hatte schon genau geplant, wie sie die 120.000 Euro aus ihrer Direktversicherung ausgeben wollte: Ein neuer Wintergarten sollte es werden, den Rest wollte die Neu-Rentnerin in einen Kleinwagen stecken und bei einer Kreuzfahrt verjubeln. Doch es kam anders. Kurz nach der Auszahlung im Januar hielt die Krankenkasse die Hand auf.

    Von der Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge forderte sie mehr als 21.600 Euro ein, fast ein Fünftel. Christiane M. konnte es nicht fassen. Wie Millionen andere Arbeitnehmer hatte die frühere Verlagsmanagerin nicht im Traum damit gerechnet, dass von der Summe Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abgezogen werden – und sie damit viele Tausend Euro einbüßt.

    In den Mitteilungen ihres Versicherers war davon in all den Jahren nie die Rede gewesen. „Mindestens 70 Prozent der Betroffenen wissen nicht, was auf sie zukommt, wenn die Auszahlung ansteht“, warnt Merten Larisch, Altersvorsorgespezialist der Verbraucherzentrale Bayern. Das System der betrieblichen Altersvorsorge entpuppt sich für viele Beschäftigte, die gesetzlich krankenversichert sind und oft jahrzehntelang über die Firma in eine Direktversicherung eingezahlt haben, als böse Überraschung.

    Zum einen, weil die Lebensversicherung wegen des Dauerzinstiefs und der Neuregelung der Bewertungsreserven lange nicht die prognostizierte Rendite abgeworfen hat. Zum anderen, weil am Ende aktuell mehr als 18 Prozent Sozialbeiträge fällig werden, wenn das Geld auf einen Schlag ausgezahlt wird. Doch dieser finanzielle Hammer am Laufzeitende hat sich offenbar immer noch nicht herumgesprochen.

    2004 änderte der Staat die Spielregeln

    Viele Rentner fühlten sich nach dem Schock schlicht abkassiert, berichtet Larisch. Besonders bitter: Hätten die Betroffenen eine Lebensversicherung privat und nicht über den Chef als Versicherungsnehmer bespart oder wären sie privat krankenversichert, würden sie von den Sozialversicherungen nicht zur Kasse gebeten.

    Für Sparer werden die Zeiten noch härter

    Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

    Banken müssen künftig 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken wollen. Damit führt die EZB ihre Niedrigzinspolitik fort. Der Leidtragende ist der Verbraucher.

    Quelle: Die Welt

    Bei Vertragsabschluss konnten ältere Sparer auch noch davon ausgehen, dass sie ihre Auszahlung beitragsfrei bekommen. Der Staat hatte sie mit Steuer- und Abgabenvorteilen in die betriebliche Altersvorsorge (bAV) gelockt. Doch seit 2004 ist alles anders. Damals hat der Gesetzgeber plötzlich rückwirkend die Spielregeln geändert.

    Seit 2004 müssen alle gesetzlich Krankenversicherte auch auf eine Kapitalabfindung den vollen Beitragssatz zahlen, also sowohl den Anteil des Arbeitnehmers wie des Arbeitgebers berappen. Egal, ob sie pflicht- oder freiwillig versichert sind. Derzeit liegt er bei durchschnittlich 15,7 Prozent für die Kasse plus 2,35 Prozent für die Pflegeversicherung (für Kinderlose 2,6). Und die Tendenz steigt.

    Der nachträgliche Abzug erfolgt nicht nur auf die gezahlten Beiträge, sondern auf die gesamte Auszahlsumme. Damit die Beitragsbemessungsgrenze (2016 lag sie bei 50.850 Euro) nicht greift, wird das Geld auf zehn Jahre gestreckt und jeden Monat vom Konto des Rentners abgebucht. Das haut rein, warnt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

    Versicherer melden Rekordzahl bei Verträgen

    Das Beispiel von Christiane M. macht den Ärger deutlich: Die Höhe der Sozialabgaben wird so kalkuliert, dass ihre 120.000 Euro auf 120 Monate umgelegt werden. Es wird also so getan, als bekomme die Münchnerin zehn Jahre lang 1000 Euro im Monat. Darauf muss sie monatlich 157 Euro für die Krankenversicherung und 23,50 Euro für die Pflegeversicherung abstottern.

    Vom Abzug betroffen sind nicht nur Betriebsrenten aus der Direktversicherung, sondern auch aus Versorgungswerken, Pensionsfonds oder Riester-Verträgen, die über den Arbeitgeber laufen. Trotzdem meldet der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ein neues Rekordhoch von derzeit mehr als 15 Millionen betrieblichen Altersvorsorgeverträgen, davon allein gut 7,6 Millionen Direktversicherungen.

    Jeder Beschäftigte kann seit 2002 bis zu vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Bruttogehalts durch eine Entgeltumwandlung in einen Vertrag investieren, den der Chef für ihn abschließt – also noch bevor er darauf Steuern und Sozialabgaben zahlen muss. 2016 fördert der Staat Arbeitnehmerbeiträge von bis zu 4776 Euro im Jahr. Das zieht offenbar. Der Arbeitgeber spart dabei seinen Anteil an den Sozialabgaben.

    Erboste Rentner laufen Sturm

    Was für die Einzahlungsphase so verlockend klingt, werde im Alter meist zum Draufzahlgeschäft, sagt Merten Larisch. Wer garantiert immer profitiert, sind die Arbeitgeber und Versicherer. Bei Sozialverbänden, Gewerkschaften und Verbraucherzentralen häufen sich denn auch die Beschwerden erboster Rentner.

    Mit diesen sechs Tipps können Sie richtig Geld sparen

    Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

    Ob Mietnebenkosten oder Versicherungen: Viele Ausgaben, die das auf den ersten Blick nicht unbedingt vermuten lassen, können steuerlich geltend gemacht werden. Hier sind sechs lohnende Hinweise.

    Quelle: Die Welt

    Vereine wie der Verband der Direktversicherungsgeschädigten laufen gegen die Pflichtabgabe unverdrossen Sturm – obwohl die meisten Klageverfahren bereits höchstrichterlich abgeschmettert wurden. Politisch steht die betriebliche Entgeltumwandlung derzeit zwar auf dem Prüfstand. „Es ist aber nicht in Sicht, dass die momentane Rechtslage rückgängig gemacht wird“, sagt Dorothee Czennia, Referentin der Abteilung Sozialpolitik beim Sozialverband VdK in Berlin.

    Was können Betroffene tun? Es gebe keine echte Chance, der Beitragspflicht zu entkommen, sagt Verbraucherschützerin Weidenbach. Ausnahme: Wer den Vertrag auf sich als Versicherungsnehmer umschreiben ließ und bis zum Ende weiter besparte, braucht als pflichtversicherter Rentner wenigstens auf diesen Anteil keine Krankenkassenbeiträge zu zahlen. Das hat das Bundesverfassungsgericht 2010 entschieden (Az.: 1 BvR 1660/08).

    Ob sich diese Ausnahme auch auf Fälle bei Pensionskassen übertragen lässt, müssen die Verfassungsrichter noch klären.

    Privat zu sparen, ist meist rentabler

    Betroffenen Direktversicherten rät die Hamburger Verbraucherzentrale, sich auf das Urteil von 2010 zu berufen und vom Versicherer bestätigen zu lassen, welche Beiträge vom früheren Chef und welche privat eingezahlt wurden. Die Krankenkasse sollte dann den Beitrag neu berechnen und zu viel Gezahltes plus vier Prozent Zinsen zurückerstatten.

    Deutsche legen im Monat 166 Euro zurück

    Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

    Seit Jahren kratzen die Zinsen an der Null-Prozent-Marke. Viele verzichten deshalb auf das Sparen. Im Durchschnitt legen die Deutschen im Monat trotzdem noch 166 Euro zur Seite.

    Quelle: Die Welt

    Lief die Police allerdings weiter auf die Ex-Firma und der Arbeitnehmer zahlte nur die Prämien selbst, wie häufig der Fall, sind die Kassenbeiträge sehr wohl fällig. Widerspruch nutzt dann nichts. Freiwillig krankenversicherte Rentner sind immer betroffen. Bei ihnen zählt alles zum beitragspflichtigen Einkommen, was zum Lebensunterhalt verbraucht werden kann.

    Wichtig: Direktversicherungen sind nicht kündbar. Beim Jobwechsel kann der Vertrag aber meist nicht ohne Einbußen beim neuen Arbeitgeber weitergeführt werden. Dieser muss nur das Guthaben übernehmen, frühere Rabatte oder niedrige Gebühren aber nicht. Jobwechsler sollten sich vorher ausrechnen lassen, ob sie ihre Direktversicherung lieber beitragsfrei stellen, statt sie privat weiter zu besparen, rät Czennia.

    Eine andere Möglichkeit für Sparer, die noch viele Jahre Laufzeit vor sich haben und denen der Chef nichts zuschießt: den Vertrag stilllegen und nichts mehr einzahlen, wenn die Mindestlaufzeit erreicht ist. Sie liegt in der Regel bei fünf Jahren. Auch hier sollten die Kosten vorher geklärt werden. Die bessere Alternative ist Merten Larisch zufolge, privat fürs Alter zu sparen. Das sei flexibler und meist auch rentabler.

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    Steuern sparen und Mitarbeiter motivieren

    Altersvorsorge für MitarbeiterInnen nutzt dem Unternehmen, weil es damit Steuern und Sozialabgaben sparen kann. Denn eigentlich ist jeder Euro, den ein/e MitarbeiterIn in seine Vorsorge steckt, ein sehr teurer Euro, weil dafür bereits Sozialversicherungsbeiträge, Lohnsteuer und Lohnnebenkosten bezahlt wurden.

    Betriebliche Altersvorsorge ist zudem ein ideales Instrument zur Bindung der MitarbeiterInnen. Denn die Ressource Arbeitskraft gewinnt an Stellenwert, und Unternehmen stehen verstärkt im Wettbewerb um qualifizierte MitarbeiterInnen. BAV kann wesentlich dazu beitragen, wichtige MitarbeiterInnen zu gewinnen, zu motivieren und stärker an das Unternehmen zu binden.

    Nähere Informationen finden Sie in unserem Produktfolder:

    Zukunftssicherung jetzt berechnen

    Hier können Sie mit wenigen Eingaben in Sekundenschnelle berechnen, wie die möglichen Vorteile der Zukunftssicherung für die MitarbeiterInnen Ihrer Unternehmenskunden aussehen – einfach und schnell. Wir haben dieses Tool zur Beratungsunterstützung beim Thema Gehaltsumwandlung in der Zukunftssicherung (§3/1/15a ESTG) für Sie entwickelt und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg in der BAV!

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    Eine clevere Lösung, die sich für alle rechnet

    Betriebliche Altersvorsorge ist für Unternehmen um 30 Prozent billiger als Barlohn, und der damit bei gleichem Bruttobezug angesparte Nettobetrag für den/die MitarbeiterInnen fast doppelt so hoch als bei privater Vorsorge.

    Einer Beteiligung der MitarbeiterInnen an der Zukunftssicherung sind keine Grenzen gesetzt. Erlebens- oder Rentenversicherungen müssen auf das gesetzliche Pensionsalter der ArbeitnehmerInnen abgeschlossen werden.

    Abgabenbelastung für ArbeitnehmerInnen in Österreich**:

    Berechnungsbasis:

    MitarbeiterInnen in Wien; Gehalt € 40.000.-p.a. + Betriebliche Vorsorgekasse

    30,51% (SV-DGA+sonstige LNK + Betriebliche Vorsorgekasse)

    18,07%, 17,07% für Sonderzahlungen

    42.00% (ab €31.001.-), 6% für Sonderzahlungen

    **Quelle: BMF, Hauptverband Sozialversicherung (2017)

    Das Leistungsangebot der betrieblichen Altersvorsorge auf einen Blick

    Versichern Sie Ansprüche aus Abfertigung alt und verhindern Sie dadurch Liquiditätsabflüsse.

    Motivieren Sie ausgewählte MitarbeiterInnen mit einem zusätzlichen Firmen-Pensionsversprechen.

    Motivieren Sie Ihre MitarbeiterInnen mit einer für Sie steuer- und lohnnebenkostenfreien Betriebsausgabe.

    Motivieren Sie Ihre MitarbeiterInnen durch eine freiwillige Zusatzpension in Form einer betrieblichen Kollektivversicherung (BKV) oder Pensionskasse (PK).

    Umfassendes Angebot und anerkannt gut

    Durch die Zusammenarbeit von Lebensversicherung, Vorsorgekasse, Pensionskasse und Investmentbank ist die Allianz in Österreich der einzige BAV-Komplettanbieter und offeriert alles aus einer Hand. Schließlich beschäftigen wir uns seit mehr als zwei Jahrzehnten mit diesem Thema und gründeten dafür als erste Versicherung in Österreich eine eigene Abteilung.

    Ein Vorsprung, der auch heute noch zählt. Denn bei diversen Marktumfragen wurde und wird die Allianz stets als Top-Anbieter in der BAV bestätigt.

    Zuletzt abermals beim AssCompact Award 2016. Seit dieser Award vergeben wird, belegte die Allianz immer den 1. Platz.

    Haben Sie Fragen zur Betrieblichen Altersvorsorge?

    • Rufen Sie uns an: 05 9009 9001

    (Montag bis Freitag von 7.00 bis 18.00 Uhr)

    (Bequem über unser Formular)

    (Nach Ausfüllen des Formulars rufen wir Sie zurück)

  • Источники: http://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-09/betriebliche-altersvorsorge-anspruch, http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article153721036/Die-boese-Ueberraschung-bei-der-betrieblichen-Vorsorge.html, http://www.allianz.at/firmenkunden/vorsorge/vorsorge/betriebliche-altersvorsorge/

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