Betriebliche versicherung

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Betriebliche Versicherung für Unternehmen

Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Krankenversicherung sollte sich jeder Existenzgründer überlegen, welche betrieblichen Versicherungen für sein Unternehmen sinnvoll sind. Ziel ist, große unternehmensspezifische Risiken zu identifizieren und durch die entsprechende betriebliche Versicherung abzusichern.

Risiken im Unternehmen versichern

Gerade im Bereich der betrieblichen Versicherung gibt es eine große Vielfalt. Ob Dienstleistungs-, Handwerks- oder Produktionsbetrieb, je nach Tätigkeitsfeld sollte sich der Existenzgründer bzw. Unternehmer Gedanken machen, welche betrieblichen Risiken er mit einer betrieblichen Versicherung absichern möchte. Um ein Gefühl für die notwendige betriebliche Versicherung zu bekommen, stellen Sie doch folgende Überlegung an:

  • wie wahrscheinlich ist in Ihrem Berufsfeld ein bestimmter Schadensfall und
  • wie hoch könnte der mögliche Schaden sein.

Im Folgenden finden Sie für Ihre Existenzgründung eine Auswahl betrieblicher Versicherungen für Unternehmer mit denen Sie bestimmte Risiken absichern können.

Betriebliche Versicherung im Haftpflichtbereich

Die Haftpflichtversicherungen sind betriebliche Versicherungen, die Schäden gegenüber Dritten absichern. Im Folgenden präsentieren wir Ihnen nachfolgend eine Auswahl

Director & Officers – Versicherung

Die Director & Officers-Versicherung (kurz D&O) ist eine betriebliche Haftpflichtversicherung für Geschäftsführer und Vorstände. Ein Unternehmen sichert mit dieser betrieblichen Versicherung ihre leitenden Angestellten gegenüber Dritten ab. Der Schutz zielt lediglich auf die Organe (Vorstand, Aufsichtsrat, Geschäftsführung etc.) und Führungskräfte ab aber nicht auf das Unternehmen selbst. Somit deckt diese Haftpflichtversicherung das Risiko der persönlichen Haftung der für das Unternehmen handelnden Personen.

Berufshaftpflicht

Die Berufshaftpflichtversicherung dient als betriebliche Versicherung für einige Berufsgruppen zum Schutz vor Schadensersatzansprüche für Vermögensschäden im Zuge der erbrachten Leistungen. Beispiele hierfür sind Beratungstätigkeiten oder ärztliche Behandlungen. Für einige Berufsgruppen wie Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer ist diese betriebliche Versicherung sogar eine Pflichtversicherung.

Auch für beratende Berufe wie Unternehmensberater, Immobilienmakler oder andere Dienstleistungsberufe kann eine Berufshaftpflicht eine durchaus sinnvolle betriebliche Versicherung sein. Bei dieser Art der Haftpflichtversicherung ist zu beachten, dass es auch für spezielle Berufe z.B. Ingenieure, Architekten etc. explizite Vermögensschadenshaftpflichtversicherungen als betriebliche Versicherung gibt.

Vermögensschadenshaftpflicht

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist eine betriebliche Versicherung für Berufsgruppen, die aus ihrer beratenden Tätigkeit heraus, fremde Vermögensinteressen wahrnehmen. Also eine spezielle Berufshaftpflichtversicherung für beratende, prüfende und vollstreckende Berufsgruppen, die als betriebliche Versicherung weit über die Haftpflichtversicherung hinaus reicht.

Betriebshaftpflicht

Diese betriebliche Versicherung dient zur Abdeckung möglicher Schadensersatzansprüche von Kunden, Mitarbeitern, Besuchern oder Lieferanten. Damit ist diese betriebliche Versicherung eine Versicherung, die wie bei den beiden oben beschriebenen betrieblichen Versicherungen, den entstandenen Schäden gegenüber Dritten versichert.

Der Schutz dieser betrieblichen Versicherung umfasst Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Als eine erweiterte betriebliche Versicherung ist die Umwelthaftflicht zu sehen. Diese betriebliche Versicherung dient zum Schutz vor entstandenen Umweltschäden (Luft, Wasser, Boden) durch Verunreinigungen eines Betriebs oder einer Tätigkeit aus dem Betriebsablauf.

Kfz-Haftpflicht

Eine betriebliche Versicherung, die Sie gegen mögliche Schäden absichert, die aus der Nutzung Ihres Fuhrparks entstanden sind. Diese betriebliche Versicherung deckt Schäden an Personen, Vermögen sowie an Sachgegenständen. Die Schäden am eigenen Fahrzeug sind jedoch über die Kaskoversicherungen und nicht über die Kfz-Haftplicht als betriebliche Versicherung gedeckt.

Produkthaftpflicht

Eine betriebliche Versicherung, die eventuelle Schäden an Dritten abdeckt, die durch fehlerhafte Produkte Ihres Betriebs entstanden sind. Man kann diese betriebliche Versicherung mit der oben beschriebenen Betriebshaftpflicht verbinden. Die Produkthaftplicht ist eine betriebliche Versicherung, die explizit für das produzierende Gewerbe sowie Lieferanten und Lizenznehmer relevant ist.

Eine Haftpflichtversicherung ist in vielen Branchen ratsam und in einigen sogar obligatorisch!

Weitere Versicherungen für Unternehmen

Neben den verschiedenen Arten der Haftpflichtversicherungen gibt es noch eine ganze Reihe wichtige betriebliche Versicherungen, von denen wir Ihnen einige kurz vorstellen.

Geschäftsinhaltversicherung

Schäden durch Feuer, Einbruch oder sonstige Ereignisse können schnell richtig teuer werden, wenn Maschinen, Geräte, Waren, Einrichtung etc. neu beschafft werden müssen. Hier hilft die Geschäftsinhaltversicherung weiter.

Betriebliche Versicherung für Geschäftsunterbrechung

Dabei handelt es sich um eine betriebliche Versicherung, die Betriebsschäden an Maschinen und Anlagen absichert. Sollte es zu Unterbrechungen im Betriebsablauf kommen, deckt diese betriebliche Versicherung Ihre Umsatzeinbußen. Genauer gesagt, werden bei dieser betrieblichen Versicherung, die für einen definierten Zeitraum laufenden Kosten sowie der entgangene Gewinn erstattet.

Versicherung für Angestellte

Es gibt eine ganze Reihe von betrieblichen Versicherungen, die der Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer abschließen kann. In der Regel sind es betriebliche Altersvorsorgeversicherungen oder Unfallversicherungen, die aber auch oft verpflichtend über die Berufsgenossenschaft läuft. Aber auch Kapitallebensversicherungen oder fondsgebundene Lebensversicherungen zählen zu dieser Form der betrieblichen Versicherung – meistens sind sie dann als Direktversicherungen bekannt. Der Arbeitnehmer hat die Möglichkeit diese betriebliche Versicherung bei einem Arbeitgeberwechsel mitzunehmen. Als Arbeitgeber binden Sie Ihre Mitarbeiter mit dieser betrieblichen Versicherung durchaus an Ihren Betrieb. Auch die Beiträge an die Sozialversicherungen zählen zu den betrieblichen Versicherungen für Angestellte.

Rechtschutzversicherung

Die Rechtsschutzversicherung als betriebliche Versicherung muss über den Basisschutz hinaus den individuellen beruflichen Bereich absichern. Dafür gibt es eine große Anzahl gewerblicher Rechtschutzversicherungen, die ein Großteil der universalen Bereiche im Arbeitsleben absichert. Entscheidend ist bei dieser Form der betrieblichen Versicherung, dass Sie den Versicherungsschutz entsprechend Ihrer Bedürfnisse anpassen und erweitern können.

Weitere Möglichkeiten für die betriebliche Versicherung

Weiterhin bieten die betrieblichen Versicherungen Absicherungen für die verschiedensten Schadensfälle. Zu den zahlreichen speziellen betrieblichen Versicherungen gehören in erster Linie die Feuerversicherung, die Sturmversicherung, die Elektroversicherung, die Leitungswasserversicherung, die Vertrauensschadensversicherung, die Transportversicherung, die Gebäudeversicherung, die Inventarversicherung, die Forderungsausfallversicherung, die Exportkreditversicherung sowie viele andere mehr.

Vergessen Sie neben den betrieblichen Risiken insbesondere auch die privaten Risiken nicht – eine Krankenversicherung ist Pflicht!

Kosten/Nutzen analysieren bei betrieblichen Versicherungen

Die hier dargestellten betrieblichen Versicherungen sind nur eine Auswahl möglicher Versicherungen. Grundsätzlich gilt auch bei den betrieblichen Versicherungen: Überlegen Sie sich als Existenzgründer, welche Risiken für Ihr Unternehmen explizit bestehen und wie hoch die finanziellen Auswirkungen wären.

Sprechen Sie mit mehreren Fachleuten über Ihre individuellen betrieblichen Risiken, um die passende betriebliche Versicherung zu finden. Holen Sie sich mehrere Angebote und vergleichen Sie die betrieblichen Versicherungen.

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        • Einstiegsgeld
        • EXIST-Gründerstipendium
        • Förderung
          • Ausfallbürgschaften
          • ERP-Kapital für Gründung
          • Gründungszuschuss
          • Mikrokredite
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Betriebliche Versicherungen

Bevor Sie Angebote von Versicherungen einholen, sollten Sie wissen, wo Ihre Hauptrisiken liegen:

Wo können wirklich große Schadensfälle auftreten? Beispiel: Betriebsunterbrechung, wenn z.B. durch den Wegfall von Kunden oder einen Maschinenschaden die Produktion stillsteht.

Die wichtigsten betrieblichen Versicherungen

  • Betriebs-Haftpflichtversicherung:

bei Schadenersatzansprüchen Dritter, z.B. von Kunden, Lieferanten, Besuchern und Mitarbeitern

  • Berufs-Haftpflichtversicherung:

    Für Dienstleistungsunternehmen und Freiberufler. Sie schützt vor den finanziellen Folgen eines Berufsversehens, wie bspw. falsche Beratung, Begutachtung.

  • Betriebs-Unterbrechungsversicherung (BU -Versicherung):

    für die laufenden Kosten wie Löhne, Gehälter, Miete und Zinsen usw. , solange keine Erträge erwirtschaftet werden können.

  • Vermögensschadenversicherung für Unternehmensleiter:

    für die persönliche Haftung insbesondere von GmbH -Geschäftsführern und AG -Vorständen

  • Einbruchdiebstahlversicherung:

    für Schäden durch Diebstahl, Zerstörung, Beschädigung usw.

  • Elektronikversicherung:

    z.B. für Kosten zum Wiedereinsatz von Programmen und Wiedereingabe der Daten sowie Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes nach einem Virenbefall.

  • Feuerversicherung:

    für Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion oder Flugzeugabsturz.

  • Kfz -Haftpflichtversicherung:

    für Schäden an Personen, Sachen und Vermögen auf, die der Fahrer gegenüber Dritten verursacht hat.

  • Leitungswasserversicherung:

    für Schäden durch austretendes Wasser aus Wasserleitungen oder Wasser- bzw. Heizungsanlagen.

  • Maschinenversicherung:

    für Reparaturen an stationären und fahrbaren Maschinen, die durch menschliches Versagen, Bedienungsfehler, Fahrlässigkeit usw. entstehen.

  • Produkt-Haftpflichtversicherung:

    für Schäden, die Dritte durch fehlerhafte Produkte Schaden erleiden (vor allem für Hersteller, Lieferanten, Lizenznehmer).

  • Sturmversicherung:

    für Sturmschäden an Gebäuden und beweglichen Sachen.

  • Umwelthaftpflichtversicherung:

    für Schadenersatzansprüche, wenn durch den Betrieb Boden, Wasser, Luft verunreinigt werden.

  • Versicherung für Mitarbeiter:

    z.B. Unfallversicherungen, betriebliche Altersversicherung oder neue Altersvorsorgemöglichkeiten.

  • Vertrauensschadenversicherung:

    für Kosten, die durch Unterschlagung, Veruntreuung, Diebstahl, Fälschung, Betrug und andere Vermögensdelikte entstehen.

  • Betriebliche Altersvorsorge : Jeder hat Anspruch auf Betriebsrente

    Wer im Alter seinen Lebensstandard halten will, muss selbst vorsorgen. Diese Erkenntnis hat sich herumgesprochen. Eine Möglichkeit ist die betriebliche Altersvorsorge: Vom Bruttolohn wird ein vorher festgelegter Betrag – maximal 4 Prozent des Gehalts und bis zu 2.856 Euro jährlich – angelegt. Steuern und Sozialabgaben muss der Arbeitnehmer auf diese Summe nicht zahlen. So profitiert er doppelt, denn er spart Steuern und sorgt fürs Alter vor.

    Auch für Arbeitgeber lohnt sich das: Da auf die gesparte Summe keine Abgaben fällig werden, reduzieren sich für ihn die Lohnnebenkosten. Manche Firmen zahlen ihren Beschäftigten etwas mehr zur betrieblichen Altersvorsorge. Das kann ein Wettbewerbsvorteil sein, etwa im Kampf um Fachkräfte. Eine gesetzliche Verpflichtung dafür besteht für Arbeitgeber nicht. „Wenn der Chef aber fair ist, gibt er mindestens 20 Prozent von dem angelegten Geld des Arbeitnehmers hinzu“, sagt Saidi Sulilatu, Experte für Vorsorge und Absicherung beim Verbraucherportal Finanztip. Dem Arbeitgeber entstünden so keine Mehrkosten, denn die 20 Prozent würden den gesparten Lohnnebenkosten entsprechen. Wer in Rente geht, bekommt den gesamten Betrag ausbezahlt – entweder einmalig oder monatlich in Raten.

    Eigentlich ein attraktives Modell. Allerdings nehmen viele Arbeitnehmer, bei denen kein Tarifvertrag eine betriebliche Altersvorsorge vorsieht oder der Arbeitgeber nicht sowieso eine anbietet, diese Leistung nicht in Anspruch. Warum?

    Weil auf die angesparte Summe nachträglich Steuern und Sozialabgaben fällig werden, sagt der Finanzexperte. „Es ist auf keinen Fall so, dass sich die betriebliche Altersvorsorge für alle lohnt“, sagt Sulilatu. Denn im ungünstigsten Fall wird bei Renteneintritt eine so hohe Summe fällig, dass der Sparer so dasteht, als wenn er für den Sparstrumpf Geld zurückgelegt hätte. Für Durchschnittsverdiener, die in betriebliche Altersvorsorge ohne finanzielle Unterstützung des Chefs einzahlen, sei daher die deutlich flexiblere private Vorsorge häufig attraktiver, sagt Sulilatu. Auch weil die Sparer bei der privaten Vorsorge nicht erst wie bei der betrieblichen Vorsorge mit Renteneintritt auf ihr Geld zugreifen könnten, sondern ihre Versicherungen schon vorzeitig auflösen können.

    Für Besserverdiener kann das Modell betriebliche Vorsorge allerdings attraktiv sein. Denn nur bis zu einem Jahresbruttoeinkommen von 48.600 Euro werden zusätzliche Abgaben zur Krankenversicherung fällig. Und nur bis zu einem Bruttojahresgehalt von 71.400 Euro in Westdeutschland und 60.000 Euro in Ostdeutschland werden weitere Abgaben auf die Rentenversicherung fällig. Das heißt: Bis zu diesen Bemessungsgrenzen werden die Abgaben fällig. Danach sieht der Gesetzgeber keine weiteren Steigerungen vor, auch wenn das Einkommen bei vielleicht 500.000 Euro brutto im Jahr liegt. Und somit zahlt jeder, der in Westdeutschland über 71.400 Euro an Jahresbruttoeinkommen hat, auf seine Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge nur bis zur Bemessungsgrenze Abgaben, der Rest bleibt abgabefrei. Somit profitieren die sehr gut Verdienenden besonders bei diesem Modell.

    Mittlere Einkommen profitieren nur, wenn der Chef drauflegt

    Wenn die Betriebsrente ausgezahlt werde, müsse sie dann nur noch versteuert werden, sagt Sulilatu.. Natürlich ist die Steuer dann für die Besserverdienenden hoch, wenn sie einen sehr großen Anteil betrieblich vorgesorgt haben.

    Dazu komme, dass sehr gut Verdienende häufig privat krankenversichert seien, sagt Sulilatu. Im Gegensatz zu gesetzlich Versicherten müssten in der Privatversicherung keine nachträglichen Abgaben zur Krankenkasse geleistet werden, wenn die Betriebsrente ausgezahlt werde.

    Allerdings kann sich das Modell auch für Geringverdiener lohnen: „Für sie ist oft die einzige Möglichkeit überhaupt signifikant für das Alter vorzusorgen“, sagt Sulilatu. Während Geringverdiener netto kaum etwas sparen könnten, legten sie brutto immerhin einen kleinen Betrag zurück.

    Entscheidend sei jedoch nicht nur das Einkommen des Sparers, sondern auch wie viel der Chef zu der Versicherung dazu zahlt. Übernimmt der Arbeitgeber die gesamten Beiträge für die Altersvorsorge oder zumindest einen großen Teil davon, könne sich das Modell für den Angestellten lohnen, egal wie viel er verdient. Dann sei eine Betriebsrente auch mit einem mittleren Einkommen sinnvoll. Sogar für ältere Arbeitnehmer lohnt sich das Modell noch, sagt Sulilatu.

    Ob der Chef zahlt oder nicht – der Arbeitnehmer sollte beim Abschluss der Versicherung auf jeden Fall darauf achten, wie der Vertrag aussieht und wer diesen verkauft, empfiehlt der Finanzexperte. Häufig würden Beratung und Verkauf von ein und demselben externen Versicherungsvertreter übernommen. „Von dem können sie keine unabhängige Beratung erwarten“, sagt Sulilatu, „denn es liegt in seinem Interesse, dass man möglichst viel einzahlt.“ Denn je höher der Versicherungsbetrag, desto höher ist auch die Provision für den Versicherungsvertreter. Für den Laien sei es oft schwierig zu erkennen, ob ein Vertrag gut sei. Eine Alternative könne die Honorarberatung bei einem Finanzexperten sein – diese koste den Mitarbeiter zwar Geld, der Experte sei aber unabhängig.

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    Urteil : Betriebsrente darf von Beschäftigungsdauer abhängen

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    Neueste zuerst Leserempfehlung

    Kommentar aus der Branche

    Vorab: Ich bin Versicherungsmakler.

    Ich stimme zwar der Meinung der Autorin nicht überein, dass bAV nur für bestimmte Klientel sinnvoll ist, sondern nahezu für jeden, aber das ließe sich hier nicht so einfach erläutern, da man Fallbeispiele braucht.

    Dennoch ist der Artikel nicht schlecht, lediglich der letzte Absatz ist nicht gelungen. Denn eines ist eine Eigenart der bAV: Versicherungsnehmer ist nicht der Arbeitnehmer, sondern der Arbeitgeber (AG). Das bedeutet zum einen, dass hier auch eventuelle Haftungsrisiken liegen, die ein AG abklären sollte – deswegen ist nicht jede (vom Arbeitnehmer gewünschte) Lösung gut. Wichtig ist aber, dass ein AG mehrer Lösungen anbieten kann – sodass ein Arbeitnehmer nicht gezwungen ist, evtl. alte Verträge umzuwandeln, weil der AG Gesellschaft XY nicht anbietet.

    Zum Thema Honorarberatung: Ich biete beides an und habe beides auch schon durchgeführt: Allerdings ist auch hier zu beachten: Das Honorar bezahlt in der Regel der Versicherungsnehmer. Da Unternehmen aber ungern für Leistungen bezahlen, die sie auch kostenneutral (die Provision belastet das Unternehmenskonto nicht, sondern fließt vom Beitrag) bekommen können, scheuen viele Arbeitsgeber die Honorarberatung.

    Vielleicht sollte man erwähnen, dass bei einem Übertrag (zb. bei Firmenwechsel) die Abschlusskosten nicht erneut anfallen – was auch ein Vorteil ggü. beispielsweise privater AV ist.

    Zu guter letzt: Bitte bezeichnen Sie nicht alle Versicherungsvermittler als Vertreter.

    Was noch erwähnt werden sollte

    Arbeitnehmer die sich für die bAV entscheiden, haben noch mit anderen Nachteilen zu rechnen. Diese wurde leider im Artikel vergessen oder nicht genau benannt.

    1. Im Falle der Arbeitslosigkeit gibt es weniger ALG 1.

    2. Die staatliche Rente fällt geringer aus. Morgen früh werde ich noch Anhängen wie viel genau das kostet. Das muss man natürlich mit dem Ertrag gegenrechnen.

    3. Der Arbeitgeber entscheidet über das angebotene Produkt. Es ist deshalb gefährlich allgemeine Aussagen darüber zu treffen ob sich die bAV lohnt oder nicht. Denn konkrete Aussagen über Kosten und Risiken sind natürlich auch vom jeweiligen Vertrag abhängig.

    4. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich genau überlegen ob sie die BAV abschließen. Der Arbeitsgeber ist nicht verpflichtet seinen Anteil zu zahlen, wenn die Angestellte im Mutterschutz ist oder Elternzeit beansprucht.

    Worauf man achten sollte.

    Den Vertrag doppelt und dreifach lesen. Enhählt er z.B, Treue- oder Abschlußbonie die in die Kapitalerträge eingerechnet werden, sollten Arbeitnehmer die Finger davon lassen.

    Unter dem Strich profitieren von der bAV garantiert nur der Arbeitgeber, der Staat und die Versicherungen. Ob der Arbeitnehmer profitiert ist von Fall zu Fall höchst unterschiedlich.

    Vorteile der BAV die im Artikel nicht genannt wurden. Hartz4 sicher und private Krankenversicherte müssen keine Krankenkassen und Pflegeversicherungsbeiträge nachzahlen.

    Wie stark die „betriebliche Vorsorge“, der staatliche Rente schmälert.

    Wenn man wegen der Entgeltumwandlung weniger Sozialbeiträge zahlt, verringern sich auch entsprechend die Renten Ansprüche. So wird die gesetzliche Rente entsprechend geringer Ausfallen.

    Pro 1000,- € umgewandeltes Entgelt verringert sich die gesetzliche Rente monatlich um ca.1 €.

    Praktisches Beispiel. Wer 30 Jahre lang pro Jahr 2500 € Umwandelt, hat entsprechend 75 € weniger gesetzliche monatliche Rente.

    Hier kann man das selber ausrechnen:

    Das schmälert natürlich zusätzlich mögliche Renditen und muß bei kritischer Kosten/Nutzen Rechnung mit einbezogen werden.

    Bei den Nachteilen zur bAV habe ich auch noch einen Punkt vergessen.

    Bei Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlung/länger als 6 Wochen Krank), erhällt man weniger Krankengeld, weil sich das an dem letzten sozialversicherungspflichtigen(!) Bruttolohn richtet.

    Im Artikel wird zwar erwähnt das sich für Geringervdiener die bAV nicht lohnt, trotzdem sei noch auf folgendes hingewiesen.

    Das Grundsicherungsniveau liegt bei ca 620 Euro im Monat. Eine private Altersvorsorge wird komplett mit dieser Grundsicherung verrechnet.

    „Einnahmen“ aus deiner bAV werden also zunächst von der Grundsicherung abgezogen.

    Es ist völlig widersinnig

    in einer Zeit, in der praktisch niemand mehr eine ungebrochene Erwerbsbiographie hat, auf betriebliche Altersvorsorge zu setzen. Die funktioniert praktisch nur gut für Leute, die nach der Lehre übernommen werden und bis zur Rente bei einem Arbeitgeber bleiben.

    Wer hingegen in seinem Leben 10-15x den Arbeitgeber wechseln muß, darf sich dann jedes Mal damit herumschlagen, wie es mit er BAV weitergehen soll. Und wehe wenn der neue Arbeitgeber das Modell des alten nicht unterstützt!

    Daß die Ansprüche betrieblicher Altersvorsorge ebenso wie die von Direktversicherungen normalerweise nicht linear ansteigen, sondern eine gewisse Anlaufzeit brauchen, verschärft das Problem exponentiell. Auf die Art erwirbt der häufig wechselnde Arbeitnehmer dann am Schluß 10-15 Rentenansprüche in der Größenordnung von jeweils 8,50€, und für jeden davon darf er bei Renteneintritt den kompletten Papierkrieg separat durchziehen – vorausgesetzt, es gibt überhaupt noch durchsetzbare Ansprüche, denn natürlich könnte das Geld auch längst weg sein, weil es einen Börsencrash gab, rechtliche Änderungen oder der Pensionsfond in Konkurs ging.

    Alles in allem muß man sagen, daß einzig die klassische gesetzliche Rente nach dem Umlageverfahren ausreichend Sicherheit und Stabilität für eine solide Altersvorsorge bietet – und wenn da endlich mal wirklich alle gleichermaßen einbezogen würden, hätten wir auch weder ein Problem mit Altersarmut noch mit leeren Rentenkaassen.

    Wichtigste wie die Autorin auch vergessen, die Betriebsrente wird erst nach 5 Jahren Betriebszugehörigkeit unverfallbar und diese Phase beginnt bei jedem neuen AG von vorne.

    Auch sollte jedem bewusst sein, das wenn die Firma in Liquidation/Insolvenz geht, man beim Liquidator/Insolvenzverwalter Ansprüche anmelden muss. Da heisst es also nach Arbeitsplatzwechsel regelmäßig den Bundesanzeiger nach Bekanntnachungen durchzuforsten.

    Und ob die Pensionsicherungkasse noch bezahlen kann, wenn es knallt darf bezweifelt werden.

    Auch rechnet sich die Betriebsrente für die meisten AN eh nicht, sondern sie helfen nur dem Staat, nicht für seine verfehlte Wirtschaftspolitik gerade zu stehen. Denn bei den meisten kommt man dann aus der Grundsicherung raus und muss alles alleine stemmen, das selbe Prinzip verfolgte ja auch Riester.

    Wie sicher Betriebsrenten sind, konnte man hier im Süden sehen, wo Leute auf einmal mit Mitte 70 wieder arbeiten gehen müssen und wo die Pension Fonds geplündert werden http://www.rollingstone.c. .

    Oder hier im Norden, wo die Kommunen unter ihren Betriebsrentenplänen zusammenbrechen http://www.cbc.ca/news/bu. .

    Die Entstaatlichung des Rentensystems .

    wird als Selbstverständlichkeit angesehen. Wie auch dieser Artikel zeigt. Und auch die Annahme, dass insbesondere Geringverdiener Geld für Vorsorge übrig haben (. selbst „wenn der Chef drauflegt“), um im Alter wenigstens annähernd ohne Geldsorgen leben zu können. Der kontinuierliche Abbau angemessen bezahlter „Jobs“ sowie staatlicher Sicherungssysteme wird einfach so hingenommen. Nicht nur in diesem Artikel.

    Und seit wann hat jeder Anspruch auf Betriebsrente?

    Wann endlich hört auch der Trend auf, Empfängern geringer bis mittlerer Einkommen durch Suggestion irgendwelche relativ teuren Versicherungspakte zur vermeintlichen Altersvorsorge anzudrehen, um sich fein raushalten zu können aus der sozialen Verantwortung?

    Wenn jeder an sich denkt bzw. denken muss, ist noch längst nicht für alle gesorgt. Ich habe jedenfalls keine Lust, in Zukunft in einem mehr und mehr US-amerikanisierten Land mit/in riesigen Armutsquartieren und von den Almosen von Charity-Veranstaltungen zu leben.

    Источники: http://www.fuer-gruender.de/wissen/unternehmen-gruenden/versicherung/wichtige-versicherungen/unternehmen/, http://www.existenzgruender.de/DE/Gruendung-vorbereiten/Gruendungswissen/Versicherungen-Vorsorge/Betriebliche-Versicherungen/inhalt.html, http://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-09/betriebliche-altersvorsorge-anspruch

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