Betriebliche rente

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Pensionszusage

Das Vorsorgegeschenk vom Chef unbedingt mitnehmen

  • Zuletzt aktualisiert: 3. August 2017
  • Von: Sara Zinnecker

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Pensionszusage oder Direktzusage ist eine Form der betrieblichen Altersvorsorge.
  • Der Chef legt dazu firmeneigenes Geld für den Mitarbeiter an, aus dem sich später die Pension finanziert. Der Mitarbeiter muss in der Regel nichts dazuzahlen.
  • Es gibt verschiedene Arten von Zusagen. Der Arbeitgeber kann zum Beispiel eine exakte Rentenhöhe versprechen oder eine garantierte Verzinsung der eingezahlten Beiträge.
  • Er muss mindestens den Erhalt der eingezahlten Beiträge versprechen.
  • Immer weniger große Unternehmen bieten umfangreiche Direktzusagen an. Ihnen ist das Risiko zu groß, ihre Pensionszusagen nicht erfüllen zu können.
  • Ab 2018 können Arbeitgeber für den Mitarbeiter ansparen, ohne Garantien abzugeben.

So gehen Sie vor

  • Bietet Ihre Firma Ihnen eine Betriebsrente an, die sie selbst finanziert, machen Sie auf jeden Fall mit: Sie erhalten eine Rente ohne einen Cent dafür eingezahlt zu haben.
  • Wenn Sie genau verstehen wollen, welche Art von Zusagen Ihr Chef für Sie bereithält, fragen Sie gezielt in der Personalabteilung nach. Unternehmen sprechen oft ganz allgemein von Altersvorsorgekonto oder Vorsorgeplan.
  • Denken Sie daran, dass Sie in der Regel mehrere Jahre im Unternehmen arbeiten müssen, um am Ende einen Anspruch auf die spätere Betriebsrente zu haben. Im Arbeitsvertrag lassen sich auch kürzere Fristen regeln.
  • Erkundigen Sie sich auch, ob Ihr Unternehmen geringe Betriebsrentenansprüche mit einer Kapitalauszahlung abfinden würde. Etwa dann, wenn Sie das Unternehmen nach kurzer Zeit wieder verlassen.

Mitarbeiter großer Unternehmen haben es manchmal besser als Angestellte kleinerer Firmen: Sie arbeiten nicht nur bei einem Weltmarktführer oder zumindest bei einer Firma mit bekanntem Namen; die großen Konzerne finanzieren oft auch die Altersvorsorge für die Belegschaft.

Genauer gesagt nimmt der Chef firmeneigenes Geld in die Hand und legt es für seine Mitarbeiter – im oder außerhalb des Unternehmens – über die Jahre an. Dazu gibt er ihnen eine Zusage für eine spätere Betriebsrente. Mitarbeiter müssen in der Regel kein Geld zuschießen.

Im Fachjargon spricht man von einer Direktzusage, Pensions- oder Versorgungszusage des Arbeitgebers.

Diese Zusagen kann Ihr Chef geben

Es gibt unterschiedliche Arten von Pensionszusagen. Früher war es die Regel, dass Arbeitgeber ihrer Belegschaft eine feste spätere Rentenhöhe versprochen haben, zum Beispiel 10 Euro Rente monatlich für jedes Jahr Betriebszugehörigkeit.

Heutzutage ist es eher verbreitet, dass Arbeitgeber eine bestimmte Beitragshöhe samt Verzinsung garantieren. Die Beitragshöhe kann vom Unternehmenserfolg abhängen und im Wert mal höher, mal niedriger ausfallen. Der Zins kann sich zum Beispiel nach dem Garantiezins bei den Lebensversicherern richten. Im Jahr 2017 sind das 0,9 Prozent pro Jahr.

Möglich ist auch, dass das Unternehmen feste Beiträge verspricht, sich aber bei der Verzinsung nicht mehr festlegen will. Der Arbeitgeber muss nur noch einräumen, die Beiträge im Wert zu erhalten. Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz, das am 1. Januar 2018 in Kraft tritt, soll es künftig auch Beitragszusagen ohne Garantie geben.

Viele Arbeitnehmer wissen oft nicht so genau, welche Zusagen der Chef gemacht hat. Das liegt auch daran, dass es keine einheitlichen Bezeichnungen gibt. Jedes Unternehmen wählt im Zweifel also eine andere Bezeichnung, wenn es um die Zusage zur Betriebsrente geht. Wollen Sie genau wissen, wie Ihre Firma die Zusagen im Rahmen der betrieblichen Versorgung ausgestaltet, lassen Sie sich bei der Personalabteilung einen Termin geben.

Direktzusagen auf jeden Fall mitnehmen

Egal, welche Art der Zusage Ihr Arbeitgeber gewährt: Nehmen Sie das Geschenk in jedem Fall mit. Zwar hätten Sie früher möglicherweise mehr von der Betriebsrente profitiert. Doch auch heute gilt noch: Sie bekommen später eine betriebliche Zusatzrente, ohne je einen Cent eingezahlt zu haben.

Pensionszusagen sind sicher

35 Jahre oder mehr Jahre bis zur Rente sind eine lange Zeit, in der sich in Unternehmen viel verändern kann. Auch eine Insolvenz ist denkbar. Doch selbst in einem solchen Fall müssen Sie nicht um Ihre Rentenzusagen fürchten. Denn das Geld ist über den sogenannten Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) abgesichert.

Im Notfall übernimmt die Auffangeinrichtung PSV die Rentenzahlung, die Ihnen aus Ihren bisherigen Jahren im Betrieb zustehen. Der PSV finanziert sich durch Beiträge aller Unternehmen, die Rentenzusagen an die Belegschaft gemacht haben.

Drei Jahre im Unternehmen sind Pflicht

Einen kleinen Haken hat die vom Chef finanzierte Rente: Sie profitieren nur davon, wenn Sie Ihrer Firma gegenüber längere Zeit loyal waren: Noch bis Ende 2017 muss ein Mitarbeiter mindestens fünf Jahre im Unternehmen gearbeitet haben und beim Ausscheiden aus der Firma mindestens 25 Jahre alt sein, damit er später sicher eine Betriebsrente bekommt. Im Fachjargon spricht man von unverfallbaren Ansprüchen.

Das Gesetz zur Umsetzung der EU-Mobilitätsrichtlinie, das zum 1. Januar 2018 in Kraft tritt, verbessert die bisherige Regel zugunsten der Arbeitnehmer: Ab 2018 sind die Betriebsrentenansprüche bereits dann unverfallbar, wenn Sie mindestens drei Jahre im Unternehmen waren und beim Wechsel des Arbeitgebers 23 Jahre alt sind.

Manche Chefs räumen ihren Mitarbeitern ein, dass firmeneigene Beiträge ihnen von Vornherein sicher sind. Dies ist dann im Arbeitsvertrag festgehalten. Wenn Ihnen eine solche Vereinbarung wichtig ist oder Sie genau wissen wollen, welche Frist in Ihrem Falle greift, prüfen Sie den Arbeitsvertrag auch darauf.

Angenommen, Sie haben einen Anspruch auf eine spätere Betriebsrente, doch zum Zeitpunkt des Jobwechsels ist nicht besonders viel Guthaben vorhanden. Anstatt auf die Rente in ferner Zukunft zu warten, ist es auch möglich, dass der Chef Ihre Ansprüche mit einer Kapitalauszahlung abfindet.

Damit die Kapitalauszahlung möglich ist, darf die spätere Betriebsrente einen geringen Monatsbetrag nicht überschreiten. Im Jahr 2017 sind das 29,75 Euro (West) und 26,60 Euro (Ost). Sprechen Sie diesen Punkt an, wenn Ihr Unternehmen es nicht tut. Die entsprechenden Paragrafen sind § 3 BetrAVG und § 18 SGB IV.

Warum der Chef immer weniger versprechen will

Viele Unternehmen haben die Versorgungszusagen im Lauf der Zeit immer mehr abgespeckt. Aber warum eigentlich?

Zum einen fürchten Arbeitgeber immer mehr, hohe Rentenversprechen später nicht erwirtschaften zu können. Zum anderen schwächen die Rentenversprechen auch die Wettbewerbsfähigkeit – bei international tätigen Konzernen ein großes Thema.

Schuld daran sind die Rückstellungen, die ein Unternehmen für direkte Pensionszusagen in der Bilanz bilden muss. Wegen der niedrigen Zinsen werden diese Rückstellungen immer größer. Um eine bestimmte Rente in der Zukunft aufzubringen, müssen die Unternehmen heute mehr Geld zur Seite legen. Das verschlechtert wichtige bilanzielle Kennzahlen, die für Investoren oft entscheidend sind.

Unternehmen scheuen die Haftung

In der Zwischenzeit haben Unternehmen zwar einige Möglichkeiten, die Risiken auszulagern, die sich durch die Rückstellungen für spätere Betriebsrenten ergeben. Sie können zum Beispiel eine Versicherung miteinbeziehen, die die Rentenauszahlung übernimmt oder schon die Anlageverantwortung auf einen Pensionsfonds übertragen. Weil Arbeitgeber aber in jedem Fall am Ende für das Versprochene haften müssen, tendieren sie im heutigen Marktumfeld dazu, weniger zu versprechen.

Weitere Tipps im Ratgeber Altersvorsorge

Sara Zinnecker

Expertin für Geldanlage

So können Sie fürs Alter vorsorgen

  • Zur Basisversorgung zählen die gesetzliche Rentenversicherung und Rürup-Verträge.
  • Gefördert sind Riester-Verträge oder betriebliche Altersvorsorge.
  • Die Lebensversicherung zählt zur ungeförderten Vorsorge.

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Artikel verfasst von

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Rentenbesteuerung

Als Rentner steuerfrei im Alter leben – von wegen

  • Zuletzt aktualisiert: 24. November 2017
  • Von: Udo Reuß

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund 4,4 Millionen der mehr als 20 Millionen Rentner in Deutschland sind bereits heute einkommensteuerpflichtig. Allein die Rentenerhöhung im Juli 2017 führt vermutlich dazu, dass rund weitere 120.000 steuerpflichtig werden, zirka 40.000 für das Jahr 2017 und 80.000 für 2018.
  • Die Zahl der steuerpflichtigen Rentner steigt kontinuierlich. Das liegt daran, dass für jeden neuen Rentnerjahrgang ein immer höherer Anteil der gesetzlichen Rente zu versteuern ist. Der so ermittelte Freibetrag ist fix; jede Rentenerhöhung muss der Rentner daher voll versteuern.
  • Die Renten werden unterschieden nach Basisversorgung, steuerlich geförderten Altersvorsorgeverträgen und sonstiger privater Altersvorsorge. Für jede Kategorie gibt es eine andere Besteuerungssystematik.
  • Das Finanzamt erhält von den auszahlenden Stellen Rentenbezugsmitteilungen und erfährt daher, welche Renten diese überwiesen haben.

So gehen Sie vor

  • Falls Sie nur die Rente als einzige Einkünfte beziehen, müssen Sie als Lediger grundsätzlich eine Steuererklärung abgeben, wenn Sie mindestens 8.922 Euro Rente im Jahr einnehmen (8.820 Euro als Grundfreibetrag 2017 plus 102 Euro Werbungskostenpauschale).
  • Die verschiedenen Rentenbezüge gehören in die Anlage R, Pensionen hingegen als Versorgungsbezüge in die Anlage N der Einkommensteuererklärung.
  • Das zu versteuernde Einkommen lässt sich reduzieren um Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Handwerkerleistungen, haushaltsnahe Dienstleistungen, den Altersentlastungsbetrag, einen Hinterbliebenen-Pauschbetrag oder einen Pauschbetrag für Behinderte.
  • Eine Tabelle in diesem Ratgeber gibt Ihnen Orientierung, ab welcher Bruttorente Sie mit einer Steuerbelastung rechnen müssen.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Es könnte so schön sein: Ein Leben lang hat man gearbeitet und in die Rentenkasse sowie die private Altersvorsorge eingezahlt – und im Alter genießt man einfach das Geld, das nun in umgekehrte Richtung fließt. Doch weit gefehlt: Auch Renten sind steuerpflichtig, und zwar als sonstige Einkünfte. Das ist vielen Ruheständlern nicht bewusst.

Allerdings unterliegt bei den Altersrenten nur ein bestimmter Teil der Steuerpflicht. Wie hoch dieser ist, hängt davon ab, wann jemand erstmals eine Rente bezogen hat. Von den mehr als 20 Millionen Rentnern in Deutschland müssen nach Angaben des Bundesfinanzministeriums derzeit zirka 4,4 Millionen tatsächlich Steuern zahlen. Diese Zahl steigt mit jeder Rentenerhöhung und jedem neuen Rentnerjahrgang.

Am 1. Juli 2017 stieg die Rente in Westdeutschland um 1,9 Prozent, im Osten sogar um 3,59 Prozent. Das führt dazu, dass vermutlich deshalb rund 40.000 Rentner im Jahr 2017 und weitere 80.000 ein Jahr später neu in die Steuerpflicht rutschen, schätzt das Bundesfinanzministerium.

Nachgelagerte Besteuerung und Übergangsphase

2005 hat der Gesetzgeber für Renten die nachgelagerte Besteuerung eingeführt. Bis 2040 gibt es eine Übergangsphase, in der nur ein Teil der Rente zu versteuern und im Gegenzug ein immer höherer Anteil der geleisteten Rentenversicherungsbeiträge als Vorsorgeaufwendungen steuerlich abzugsfähig ist. Dieser Prozentsatz steigt jedes Jahr für Neurentner.

Wer schon Rentner ist, für den bleibt der steuerfreie Teil in Euro konstant. Mit jeder Rentenerhöhung nimmt die steuerpflichtige Rente zu. Auch deshalb wächst die Zahl der steuerpflichtigen Rentner.

Wann die gesetzliche Rente zu versteuern ist

Die Wahrscheinlichkeit, dass Rentner steuerpflichtige Einkünfte beziehen, steigt kontinuierlich. Die Standardrente für das Jahr 2015 lag in Westdeutschland bei 15.611 Euro, in Ostdeutschland bei 14.429 Euro. Ein lediger Rentner, der 2017 erstmals Rente bezieht, keine weiteren Einkünfte hat und in die gesetzliche Krankenversicherung einen eigenen Beitrag von 8,4 Prozent gezahlt hat, muss bei einer Brutto-Jahresrente von mehr als 14.208 Euro davon ausgehen, dass er darauf Steuern zu zahlen hat. Diese Zahlen hat der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine ermittelt.

In der folgenden Tabelle können Sie anhand des Rentenbeginns und der Rentenhöhe ablesen, ob Sie Ihre Rente versteuern müssen, falls Sie ausschließlich gesetzliche Rentenbezüge haben. Die Zahlen stellen die Bruttorente dar, das heißt, die Einnahmen aus der gesetzlichen Rentenversicherung inklusive 8,4 Prozent Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung und 2,55 Prozent Pflegeversicherung. Sie gelten für einen ledigen Steuerpflichtigen. Als Monatsrente sind die seit Juli 2017 erhöhten Rentenzahlungen zu verstehen. Für Ehepaare, die sich zusammen veranlagen lassen, gelten die doppelten Beträge.

Überschreiten Sie diese in der Tabelle dargestellten Beträge im Jahr 2017 nicht, haben Sie keine Steuernachzahlung zu befürchten. Liegen Sie hingegen deutlich darüber, sollten Sie zügig prüfen, ob Sie für die Vorjahre Steuererklärungen nachreichen müssen. Dies sollten Sie möglichst schnell erledigen. Schließlich verlangen Finanzämter 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist, für jeden Verspätungsmonat 0,5 Prozent Zinsen – also 6 Prozent im Jahr.

Steuerfreie Bruttorente 2017

Quelle: Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine e.V. (Stand: 25. Juli 2017)

Die Steuerpflicht greift demnach bei vielen Neurentnern, die etwas unterhalb der Standardrente liegen. Doch viele Ruheständler können diverse Beträge steuerlich absetzen. Daher lohnt es sich, jeden Einzelfall für sich zu prüfen – und so mancher Rentner muss nach Abgabe einer Steuererklärung doch keine Steuern zahlen.

Tipp: Mit dem Alterseinkünfte-Rechner des Bayerischen Landesamts für Steuern können Rentner kostenlos kalkulieren, wie hoch eine mögliche Einkommensteuer ausfällt.

Wann Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen

Die meisten Rentner bekommen zu wenig Geld, als dass sie Steuern zahlen müssten. Bei Überschreiten einiger Grenzen sind jedoch auch Bezieher von Ruhegeld verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Für 2016 liegt der Grundfreibetrag bei 8.652 Euro, 2017 bei 8.820 Euro. Die Werbungskostenpauschale für Rentner in Höhe von 102 Euro kann addiert werden. Das heißt: 2017 bleiben Renteneinkünfte von bis zu 8.922 Euro im Jahr auf jeden Fall steuerfrei. Bei Zusammenveranlagten verdoppelt sich dieser Betrag.

Wenn Sie höhere Werbungskosten haben, können Sie Aufwendungen geltend machen, falls Sie diese belegen können. Haben Sie als Rentner-Ehepaar gemeinsam einen Gesamtbetrag der Einkünfte von mehr als 17.304 Euro, dann müssen Sie grundsätzlich bis zum 31. Mai 2017 eine Steuererklärung für das Jahr 2016 abgegeben haben.

Kommen Nebeneinkünfte – etwa Vermietungs- oder Kapitaleinnahmen – hinzu, zählen diese natürlich dazu. Auch wenn einer der zusammenveranlagten Partner Lohn bezieht oder andere Einkünfte hat, können Sie zur Abgabe verpflichtet sein. Im Ratgeber Pflicht zur Einkommensteuererklärung haben wir die allgemeinen Grundsätze zusammengefasst.

Finanzamt erfährt von Rentenzahlungen automatisch

Die Träger der Rentenversicherungen und auch die privaten Versicherer teilen der Finanzverwaltung in sogenannten Rentenbezugsmitteilungen mit, welche Renten sie im Jahr überwiesen haben (§ 22a Einkommensteuergesetz). Folglich fordern Finanzämter manche Rentner gezielt dazu auf, eine Steuererklärung abzugeben. Wer sich als Steuerpflichtiger bei Elster online für die vorausgefüllte Steuererklärung registrieren lässt, der erhält automatisch auch die gemeldeten Rentenzahlungen als Daten übermittelt.

Vor diesem Hintergrund konnten die Finanzämter in Mecklenburg-Vorpommern im Mai 2017 ein Pilotprojekt starten: die Amtsveranlagung von Rentnern. Damit ist gemeint, dass Rentenbezieher nur einen einseitigen Vordruck unterschreiben brauchen. Sie müssen keine Steuererklärung erstellen, wenn sie bis auf ihre Renteneinkünfte allenfalls einen Minijob mit maximal 450 Euro monatlichen Einnahmen hatten und Kapitaleinkünfte bereits über die Abgeltungssteuer versteuert haben oder unterhalb des Sparerpauschbetrags von 801 Euro je Person blieben. Das Finanzamt erstellt dann auf unbürokratische Art und Weise einen Steuerbescheid. Elektronisch gemeldete Daten wie die bezahlten Beiträge an die Kranken- und Pflegeversicherung berücksichtigt es als Sonderausgaben. Stellt es fest, dass ein Rentner Steuern zahlen muss, dann muss er diese dementsprechend entrichten.

Steuererklärung kann sich dennoch lohnen

Das Finanzamt kann nur elektronisch gemeldete Daten für die Amtsveranlagung nutzen. Spendete beispielsweise der Rentner an eine gemeinnützige Organisation und wurde diese Spende nicht elektronisch gemeldet, dann kann das Finanzamt davon nichts wissen. Folglich wird sie auch nicht als Sonderausgabe berücksichtigt. Fielen Handwerkerkosten, haushaltsnahe Dienstleistungen und Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen an, dann sollte der Rentner selbst eine Steuererklärung anfertigen und diese Kosten darin angeben. Oft braucht er dann doch keine Einkommensteuer zahlen.

Steuerpflichtige Rentner müssen die Anlage R ausfüllen

Ihre Rentenbezüge müssen Sie in der Einkommensteuererklärung in die Anlage R eintragen. Anders ist es bei Pensionen. Diese gelten als Versorgungsbezüge aus dem früheren Dienstverhältnis und gehören in die Anlage N. Für Pensionen gibt es einen Versorgungsfreibetrag samt Zuschlag zum selbigen, sodass ein Teil steuerfrei bleibt.

Damit Sie in Anlage R die verschiedenen Renten in die richtige Zeile eintragen können, müssen Sie die Systematik der Rentenarten kennen. Der Gesetzgeber teilt diese in drei Kategorien ein: Basisversorgung, steuerlich geförderte Altersvorsorgeverträge und sonstige private Altersvorsorge – mit jeweils anderen steuerlichen Konsequenzen. Geregelt ist dies im schwer verständlich formulierten Paragraf 22 Einkommensteuergesetz.

Rente von Unfallversicherung

Steuerfrei ist die Rente, die aufgrund eines Arbeitsunfalls von der gesetzlichen Unfallversicherung bezahlt wird. Das gilt auch für Leistungen aus der Kranken- und Pflegeversicherung sowie für Sachleistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Basisversorgung

Bei den Leistungen aus der Basisversorgung handelt es sich um dauerhafte, wiederkehrende Zahlungen, meist im monatlichen Turnus – ob als Alters-, Erwerbsminderungs- oder Hinterbliebenenrente. Als Basisversorgung gelten auch Teilrenten oder eine Rentenzahlung, die als einmalige Leistung ausgezahlt wird.

Im Einzelnen handelt es sich um Leibrenten und andere Leistungen aus

Für diese Renten greift die nachgelagerte Besteuerung, die schrittweise bis 2040 umgesetzt wird (siehe Tabelle unten). So gilt für Rentner, die erstmals 2017 eine Altersrente erhalten, dauerhaft ein Besteuerungsanteil von 74 Prozent. Das heißt, 26 Prozent der Renten sind steuerfrei. Dieser Anteil sinkt für jüngere Rentnerjahrgänge, sodass bei einem Rentenbeginn beispielsweise 2018 nur noch 24 Prozent steuerfrei sind. Der steuerfreie Teil der Rente wird als konstanter Betrag in Euro ermittelt und für die Folgejahre als individueller Rentenfreibetrag festgeschrieben. Alles, was drüber liegt, muss der Rentner dann versteuern.

Anteil der Besteuerung nimmt zu

Quelle: § 22 Einkommensteuergesetz

Einzutragen sind diese Renten und anderen Leistungen im oberen Teil der ersten Seite der Anlage R. Die meisten Rentner erhalten auf ihr Konto nicht die vollständige Rente überwiesen. Die Rentenversicherungsträger ziehen vorher die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung ab. Als Rentner müssen Sie in der Steuererklärung die komplette Jahresrente (Bruttorente) angeben, nicht die Summe der monatlich ausgezahlten Beträge.

Öffnungsklausel

Die Übergangsregelung bis 2040 soll dafür sorgen, dass geleistete Beiträge möglichst kein zweites Mal besteuert werden. Für spezielle Fälle hat der Gesetzgeber eine Öffnungsklausel geschaffen. Diese betrifft vor allem Bezieher von berufsständischen Versorgungseinrichtungen. Haben Sie vor Ihrer Rente bis Ende 2004 mindestens zehn Jahre lang Beiträge oberhalb des Höchstbeitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung eingezahlt, können Sie für die auf diesen Beiträgen beruhenden Renten eine günstigere Besteuerung mit dem Ertragsanteil wählen. Dazu müssen Sie in der Anlage R ab Zeile 11 entsprechende Angaben machen.

Steuerlich geförderte Altersvorsorge

Auf die zweite Seite der Anlage R gehören die Renten aus der zweiten Kategorie. Dazu zählen alle Leistungen, die auf steuerlich geförderten Beiträgen beruhen – wie die Riester-Rente und Leistungen aus einer betrieblichen Altersvorsorge (Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktversicherung).

In aller Regel basieren diese Leistungen auf Beiträgen, die entweder durch Zulagen, den Sonderausgabenabzug oder durch Steuerfreistellung privilegiert wurden. Dafür gilt grundsätzlich die volle Einkommensteuer, soweit diese Leistungen auf steuerfreien oder geförderten Beiträgen beruhen. Trifft dies nur teilweise zu, dann sind diese auch nur anteilig zu versteuern.

Sonstige Leibrenten

In die dritte Gruppe der sonstigen Leibrenten fallen Renten aus privaten Rentenversicherungsverträgen, die vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden (Altverträge). Außerdem zählen nach dem 1. Januar 2005 abgeschlossene Verträge dazu, die eine Teilkapitalisierung beziehungsweise eine Einmalauszahlung oder einen Rentenbeginn vor Vollendung des 60. Lebensjahrs vorsehen. Wurde der Vertrag 2012 oder später abgeschlossen, gilt das 62. Lebensjahr.

Im Wesentlichen handelt es sich in dieser Kategorie um private Rentenversicherungen und Zusatzversorgungsrenten für ehemalige Mitarbeiter im öffentlichen Dienst. Solche sonstigen Leibrenten sind im unteren Teil von Seite 1 der Anlage R einzutragen.

Zu versteuern ist nur der Ertragsanteil einer solchen Rente. Dabei unterscheidet sich der Ertragsanteil bei Leibrenten und bei abgekürzten Leibrenten. Bei letzteren handelt es sich um befristete Renten beziehungsweise solche, die mit dem Todeszeitpunkt erlöschen. Beispiele sind

  • private selbstständige Erwerbsminderungsrenten, die nur bis zum 65. Lebensjahr gezahlt werden (Berufsunfähigkeitsrenten) und
  • Waisenrenten aus privaten Versicherungen, die die Voraussetzungen der Basisversorgung nicht erfüllen.

Die Besteuerung von abgekürzten Leibrenten hängt von der voraussichtlichen Laufzeit ab (§ 55 der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung). Bei Leibrenten ist der Ertragsanteil abhängig vom Alter des Beziehers bei Rentenbeginn. So liegt dieser bei einem 65-jährigen Leibrentenempfänger bei 18 Prozent.

Altersteilzeit-Leistungen sind begrenzt steuerfrei

Zahlt der Arbeitgeber für den gleitenden Übergang in den Ruhestand Aufstockungsbeträge und zusätzliche Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, sind diese begrenzt steuerfrei. Allerdings gelten diese als Lohnersatzleistung und unterliegen damit dem Progressionsvorbehalt – sie erhöhen also den Steuersatz für die zu versteuernden Einkünfte.

Aufgabe- und Veräußerungsgewinn ermäßigt versteuern

Für Selbstständige, Gewerbetreibende und Landwirte stellt oft der eigene Betrieb eine wichtige Säule der Altersvorsorge dar. Haben sie das 55. Lebensjahr vollendet oder sind sie dauernd berufsunfähig, profitieren sie von Steuererleichterungen, wenn sie ihren Betrieb aufgeben oder verkaufen. Dafür gibt es einen Freibetrag von 45.000 Euro. Übersteigt der Aufgabegewinn jedoch 136.000 Euro, wird der Freibetrag um den überschießenden Betrag gekürzt. Dieser Aufgabe- beziehungsweise Veräußerungsgewinn kann einmal im Leben mit einem ermäßigten Steuersatz versteuert werden.

Den Altersentlastungsbetrag gibt es ab 64 Jahren

Ältere Steuerzahler bekommen ab dem Kalenderjahr, vor dem sie ihr 64. Lebensjahr vollendet haben, vom Fiskus eine Steuerermäßigung in Form des Altersentlastungsbetrags. Allerdings gilt dieser nicht für Renten und Pensionen, aber für alle anderen Einkünfte (§ 24a EStG).

Beispiel: Am 13. Dezember 2015 wurde Steuerzahler A 64 Jahre alt. Er arbeitet als Angestellter. Ab 2016 steht ihm der Altersentlastungsbetrag zu. Der beträgt in diesem Fall 22,4 Prozent der Einkünfte – und maximal 1.064 Euro. Um höchstens 1.064 Euro kann also Herr A die Summe seiner Einkünfte (beispielsweise aus Lohn, Kapitaleinkünfte, Mieteinnahmen) reduzieren. Dadurch verringert sich der Gesamtbetrag seiner steuerpflichtigen Einkünfte.

Der Altersentlastungsbetrag kann bereits bei der monatlichen Gehaltsabrechnung berücksichtigt werden. Er schmilzt per Gesetz jährlich ab, sodass der Geburtsjahrgang 1974 als letzter davon profitiert. Für 2017 ist der Altersentlastungsbetrag auf 20,8 Prozent und einem Höchstbetrag von 988 Euro gesunken.

Den Altersentlastungsbetrag müssen Sie nicht gesondert beantragen. Das Finanzamt berücksichtigt ihn im Steuerbescheid automatisch.

Hohe Krankheitskosten senken Steuern

Senioren können wie andere Steuerpflichtige von allgemeinen Steuererleichterungen profitieren. Ältere Menschen haben häufig deutlich höhere Krankheits- und Pflegekosten. Das altersbedingte Wohnen in einem Seniorenheim ist zwar steuerlich nicht absetzbar. Etwas anderes gilt jedoch, wenn Behinderung, Krankheit oder Pflegebedürftigkeit die Ursache ist. Von den Unterbringungskosten ist die sogenannte Haushaltsersparnis abzuziehen.

Das heißt: Der Fiskus geht davon aus, dass der Gepflegte durch die Verköstigung im Heim unter anderem Geld für Lebensmittel, Strom und Wasser spart. Für 2016 liegt die Haushaltsersparnis bei 8.652 Euro für das volle Jahr der Heimunterbringung beziehungsweise 1/360 davon für jeden Tag (= 24,03 Euro), wenn der Haushalt erst im Laufe des Jahres aufgelöst wurde. Der Jahresbetrag 2017 liegt bei 8.820 Euro.

Verordnet ein Arzt oder ein Heilpraktiker Medikamente oder Hilfsmittel, dann sind die dafür selbst getragenen Kosten als außergewöhnliche Belastungen abziehbar. Dasselbe gilt für andere Krankheitskosten: Kurkosten, Zuzahlungen für die Brille, das Hörgerät oder für den Zahnarzt. Gegebenenfalls können Sie auch Fahrtkosten und die Aufwendungen einer erforderlichen Begleitperson als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Allerdings gilt auch für Rentner, dass sie nur die Kosten absetzen können, die die zumutbare Belastung übersteigen.

Hinterbliebenen-Pauschbetrag

Zu den außergewöhnlichen Belastungen zählt auch der Hinterbliebenen-Pauschbetrag in Höhe von 370 Euro (§ 33b Abs. 4 EStG). Um diesen Betrag ermäßigt sich auf Antrag das zu versteuernde Einkommen eines Hinterbliebenen. Voraussetzung ist, dass er als Hinterbliebener eine Rente oder andere finanzielle Leistung aufgrund des Tods eines Angehörigen erhält. Beispiele für solche Hinterbliebenenbezüge sind

  • eine Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung bei Tod durch Arbeitsunfall,
  • der Bezug nach dem Gesetz über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten,
  • der Bezug nach dem Soldatenversorgungsgesetz und
  • der Bezug nach dem Gesetz über die Bundespolizei.

Der Pauschbetrag ist auf Seite 3 des Mantelbogens in der Einkommensteuererklärung 2016 in den Zeilen 61 und 62, Feld 380 zu beantragen.

Behinderten-Pauschbetrag

Auch der Pauschbetrag für Behinderte kann beantragt werden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen (Grad der Behinderung von mindestens 25; § 33b EStG).

Werbungskosten und Sonderausgaben absetzen

Machen Sie in der Steuererklärung keine weiteren Angaben, dann berücksichtigt das Finanzamt für jeden Rentner 102 Euro als Werbungskostenpauschale und 36 Euro als Sonderausgabenpauschale. Die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zählen als Sonderausgaben. Diese tragen Sie in der Anlage Vorsorgeaufwand ein. Dorthin gehören auch der Beitrag für die Kfz-Haftpflichtversicherung und für eine Unfallversicherung. Gezahlte Kirchensteuer und Spenden tragen Sie auf der zweiten Seite des Mantelbogens als Sonderausgaben ein.

In die Anlage R gehören die Werbungskosten. Beispiele dafür sind:

  • die Gebühren für einen Rentenberater,
  • die mit der Anlage R verbundenen Steuerberatungskosten und
  • die Ausgaben für Steuersoftware.

Im Ratgeber Steuersoftware empfehlen wir Ihnen Programme, mit denen Sie Ihre Steuererklärung selbst erstellen können. Dazu zählt unter anderem die Steuersparerklärung. Von diesem Programm gibt es eine spezielle Version: Steuersparerklärung für Rentner. Der Herausgeber hat zudem ein Portal namens Steuergoldies geschaffen. Dort finden Rentner Tipps und Werkzeuge rund um die Themen Steuern, Pflege und Behinderung.

Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie zusätzlich abziehen. Wer als alter Mensch im eigenen Haushalt Hilfe benötigt und deswegen eine ambulante Pflegekraft beauftragt, kann einen Teil seiner Kosten über die Steuererklärung zurückholen. Haushaltsnahe Dienstleistungen lassen sich bis höchstens 20.000 Euro geltend machen und können maximal 4.000 Euro Steuern sparen.

Zusammenveranlagung trotz neuer Lebensgefährtin

Bei Verheirateten ist die Zusammenveranlagung der Normalfall. Das spart in vielen Fällen Geld. Voraussetzung dafür ist, dass beide Partner nicht dauernd getrennt leben. Doch was passiert, wenn einer der beiden dauerhaft ins Pflegeheim muss und der andere Partner mit einer neuen Lebensgefährtin zusammenlebt?

Diesen Fall hatte das Finanzgericht Niedersachsen zu entscheiden. Es bejahte die Zusammenveranlagung, weil der Mann nicht nur die Pflegekosten zahlte, sondern sich nach Auskunft der Pflegeeinrichtung auch weiterhin liebevoll und geduldig um seine Ehefrau kümmerte (Urteil vom 23. Juni 2015, Az. 13 K 225/14; Revision beim Bundesfinanzhof: Az. III R 15/15).

Gefahr der Doppelbesteuerung

In der Übergangsphase bis 2040 sinkt auf der einen Seite der Anteil der steuerfreien Rente, während auf der anderen Seite die steuerpflichtigen Beiträge stets steigen. Es gibt jedoch offensichtlich Fälle, bei denen über die gesamte Laufzeit weniger steuerlich absetzbar ist als letztlich im Alter zu versteuern. Dies hängt natürlich auch von der Lebenserwartung ab.

Eine Doppelbesteuerung von Renten könnte in manchen Konstellationen auftreten. Und dies würde gegen das Grundgesetz verstoßen. Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Günter Siepe und sein Bruder, der Finanzmathematiker Werner Siepe, haben in einer Studie von 2016 festgestellt, dass viele Arbeitnehmer ab Renteneintritt 2015 von einer Doppelbesteuerung der Rente betroffen sind. Besonders häufig tritt dies bei Höherverdienern im Bereich der Beitragsbemessungsgrenze ein.

Die Siepe-Brüder berechneten in ihrer Studie den Fall eines Rentners mit 45 Beitragsjahren und einem Durchschnittsverdienst (Standardrentner). Ab einem Rentenbeginn im Jahr 2015 übersteigen nach dieser Berechnung die addierten steuerpflichtigen Beiträge die steuerfreien Renten. Die Differenz von anfangs 2.781 Euro steigt bis auf fast 54.000 Euro bei einem Rentenbeginn im Jahr 2040. Dieser Betrag würde ein zweites Mal besteuert werden. Ob die Berechnungen der Siepe-Brüder korrekt sind, ist umstritten.

Es mehren sich jedoch Anzeichen, dass von Jahr zu Jahr immer mehr Rentner von der Doppelbesteuerung betroffen sind und das Problem mit jedem neuen Rentnerjahrgang zunimmt. Nach aktueller Rechtslage muss ein Rentner dies in seinem Einzelfall vor Gericht nachweisen. Dazu benötigt er unter anderem alle Steuerbescheide für die Jahre, in denen er Rentenversicherungsbeiträge gezahlt hat.

Der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen sucht geeignete Fälle, die von einer Doppelbesteuerung betroffen sein könnten. Dazu zählt er Gewerbetreibende und Freiberufler mit Rentenbeginn 2015 und Arbeitnehmer mit Rentenbeginn ab 2018.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden – mit unserem kostenlosen Newsletter!

Betriebliche Alters­vorsorge: Mit dem Arbeit­geber für die Rente sparen

Ob es sich lohnt, eigenes Geld per Entgelt­umwandlung in eine betriebliche Alters­vorsorge zu stecken, hängt entscheidend vom Arbeit­geber ab. Gibt der einen ordentlichen Teil dazu und organisiert er gute Verträge, dann macht der Sparer ein gutes Geschäft. Schon jetzt helfen viele Arbeit­geber ihren Angestellten beim Sparen fürs Alter. Bald müssen das alle Chefs tun. Hier lesen Sie alles, was Sie über Ihre betriebliche Alters­versorgung wissen müssen.

Betriebs­rente – das Wichtigste in Kürze

Anspruch. Jeder Arbeitnehmer hat in Deutsch­land den Anspruch, über den Betrieb für das Alter vorzusorgen.

Formen der betriebliche Alters­vorsorge. Es gibt fünf verschiedene Arten der betrieblichen Alters­vorsorge. Der Arbeit­geber kann frei entscheiden welchen er wählt.

Entgelt­umwandlung. Bei der Entgelt­umwandlung spart der Arbeitnehmer aus dem Brutto­gehalt für die betriebliche Alters­vorsorge. Er spart damit Steuern und Sozial­abgaben. Das lohnt sich aber nur dann, wenn der Chef ordentlich Geld beisteuert.

In der Renten­phase. Die Renten aus der betrieblichen Alters­vorsorge sind komplett zu versteuern. Außerdem wird der volle Satz bei den Sozial­abgaben fällig.

Sicherungen. Um Betriebs­renten auch bei der Pleite des Unter­nehmens zu schützen, gibt es verschiedene Sicherungs­einrichtungen, die eine Rente im Insolvenzfall weiterzahlen.

Arbeit­geber gibt betriebliche Alters­vorsorge vor

Ohne den Chef geht nichts in der betrieblichen Alters­vorsorge. Der Arbeitnehmer hat zwar ein Recht darauf, über den Betrieb für das Alter vorzusorgen. Aber in welcher Form und über welchen Vertrag das geschieht, entscheidet der Arbeit­geber. Optimal für die Mitarbeiter ist es natürlich, wenn der Chef die Beiträge selbst über­nimmt oder dem Arbeitnehmer ordentlich Geld zur Betriebs­rente zuschießt. Das machen schon jetzt viele Betriebe – Pflicht ist es aber leider bisher nicht. Ab 2018 wird dieser Zuschuss vom Chef jedoch schritt­weise verbindlich, wenn der Arbeitnehmer eigenes Geld aus seinem Brutto­lohn in eine Betriebs­rente steckt: Der Arbeit­geber muss dann bei neu abge­schlossenen Verträgen mindestens 15 Prozent des Spar­beitrags drauf­legen – aber nur, wenn er sich mit den Gewerk­schaften auf ein „Sozial­part­nermodell“ einigt. Dieser neue Durch­führungsweg tritt neben die etablierten Varianten der betrieblichen Vorsorge, die unver­ändert bestehen bleiben. Ab 2019 gilt dies auch für neue Betriebs­renten­verträge mit den anderen Vorsorgemodellen. Und ab 2022 müssen alle Chefs auch bei vor 2019 abge­schlossenen laufenden Verträgen mindestens 15 Prozent dazu­geben. Der Arbeit­geber kann einen von fünf Durch­führungs­wegen für eine Betriebs­rente wählen, wobei die Formen „Direkt­versicherung“ und „Pensions­kasse“ am häufigsten gewählt werden. Einen Anspruch auf einen bestimmten Durch­führungsweg haben Arbeitnehmer aber nicht.

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Direkt­versicherung – häufig in kleinen Betrieben

Eine Direkt­versicherung ist eine Lebens­versicherung, die ein Arbeit­geber für einen Mitarbeiter abschließt. Dieser kann von seiner Firma verlangen, dass sie ihm mindestens diese Form der betrieblichen Alters­vorsorge anbietet. Deswegen wird die Direkt­versicherung häufig in kleinen und mitt­leren Unternehmen angeboten. Üblich ist die klassische Form der Direkt­versicherung mit Garan­tiezins. Bei Neuabschlüssen ab 2015 beträgt dieser 0,9 Prozent. Verzinst wird jedoch nicht die gesamte Einzahlung, sondern nur der Teil, der nach Abzug der Kosten übrig bleibt. Neuerdings werden Direkt­versicherungen auch häufig mit abge­schwächten Garan­tien angeboten, so dass nur noch der Beitrags­erhalt garan­tiert wird. Direkt­versicherungen sind als Gruppen­vertrag für mehrere Mitarbeiter oft kostengüns­tiger als Einzel­verträge.

Tipp: Unser aktueller Test von 45 Direktversicherungs-Angeboten zeigt: Zwischen dem besten und dem schlechtesten Angebot im Test liegen deutliche Unterschiede. Arbeitnehmer sollten das Angebot ihres Arbeit­gebers daher gründlich prüfen. Wenn der Arbeit­geber etwas zum Beitrag hinzugibt, ist das gut für die Rente. Stockt er den Beitrag um 15 Prozent auf, bekäme unser Test-Modell­kunde im Alter 16 Euro Betriebs­rente mehr als ohne den Zuschuss.

Pensions­kasse – Vorsorgeform mit Unterschieden

Häufig sind Pensions­kassen mit einem einzelnen Unternehmen verbunden und stehen nur den Mitarbeitern dieser Firmen für die betriebliche Alters­versorgung offen. Es gibt aber auch Pensions­kassen, die einem größeren Markt offen stehen. Doch gibt es zwischen diesen Pensions­kassen große Unterschiede. Zunächst sind da die traditionellen Pensions­kassen: Sie existieren häufig seit Jahr­zehnten und sind oft als Verein organisiert, dessen Mitglieder die Arbeit­geber sind. Zwar ähneln die Leistungen dieser Pensions­kassen denen der privaten Lebens­versicherer. Doch sie haben eine entscheidende Ausnahme­stellung: Die Pensions­kassen dürfen mit einem höheren Rechnungs­zins kalkulieren als die für Renten- und Lebens­versicherungen vorgeschriebenen 0,9 Prozent. Das heißt für die Versicherten, dass sie aktuell mit einer höheren Renten­anwart­schaft rechnen können. Seit jeder das Recht hat, im Betrieb für das Alter zu sparen, drängen auch die privaten Lebens­versicherer in den Markt der Pensions­kassen. Viele bekannte Versicherer wie Debeka oder Ergo gründeten Pensions­kassen als Tochter­unternehmen. Die Angebote und Vertriebs­strukturen ähneln denen der Muttergesell­schaften. Die Versicherer bieten Beratung an und gehen mit ihren Vertriebs­leuten in die Unternehmen. Oft sind die Angebote dieser Pensions­kassen dadurch teurer.

Pensions­fonds – oft in großen Betrieben

Große Unternehmen wie RWE, Siemens oder Bosch haben oft eigene Pensions­fonds zur betrieblichen Alters­versorgung. Im Vergleich zu den anderen Formen kann hier ein größerer Teil der Geld­anlage in Aktien gesteckt werden. Im Gegen­zug müssen Sparer jedoch Abstriche bei der Garantie hinnehmen. Da der Arbeit­geber dem Pensions­sicherungs­ver­ein angehören muss, ist im Pleitefall jedoch das gesamte Spar­vermögen abge­sichert. Welche Rente ein Pensions­fonds zahlt, hängt von den Erträgen ab. Entscheidend sind außerdem die Kosten, die der Fonds für Vertrags­abschluss, Verwaltung und Zusatz­leistungen wie Hinterbliebenen­schutz kassiert.

Unterstüt­zungs­kasse – gut für Gutverdiener

Die Unterstüt­zungs­kasse ist eine arbeit­gebereigene Einrichtung für die betriebliche Alters­vorsorge. Große Unternehmen und Konzerne haben häufig eigene Unterstüt­zungs­kassen. Einzahlungen sind steuerlich begüns­tigt. Deshalb gilt diese Variante als besonders geeignet für Beschäftigte in den mitt­leren und oberen Hierarchie­stufen eines Unter­nehmens. Wie hoch die Betriebs­rente ausfällt, hängt stark von der Zusage des Arbeit­gebers ab. Dieser garan­tiert nur eine Mindest­auszahlung. Sie kann sich jedoch um Über­schüsse erhöhen. Wie hoch diese ausfallen hängt von den Erträgen der Unterstüt­zungs­kasse ab.

Direkt­zusage – Rente aus laufenden Erträgen

Der Arbeit­geber verpflichtet sich, den Mitarbeitern eine Rente aus dem Betriebs­vermögen zu bezahlen. Diese Form wird häufig von großen Unternehmen genutzt. Die Direkt­zusage kommt ohne externen Versorgungs­träger aus. Damit der Arbeit­geber sein Versprechen gegen­über den Mitarbeitern halten kann, muss er Rück­stel­lungen bilden – diese kann er jedoch auch in die eigenen Firma investieren. Dank dieses Vorgehens zahlt das Unternehmen weniger Steuern und hat erst einmal mehr Geld zur Verfügung. Die zugesagten Leistungen muss es irgend­wann in einer Art Umlage­verfahren aus laufenden Erträgen zahlen. Da die Betriebs­rente jedoch bei Zahlungs­schwierig­keiten gefährdet wäre, zahlt das Unternehmen Beiträge an den Pensions-Sicherungs-Verein. Dieser würde im Fall einer Insolvenz einspringen.

Unver­steuert sparen mit der Entgelt­umwandlung

Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer in Deutsch­land das Recht, in Form der so­genannten Entgelt­umwandlung über den Betrieb für das Alter zu sparen. Der Arbeitgeber muss dem Arbeitnehmer das ermöglichen. Bei der Entgelt­umwandlung zahlt der Arbeitnehmer aus seinem unver­steuerten Brutto­einkommen ein. Über diesen Weg erlässt der Staat ihm einen Teil seiner Last an Steuern und Sozialver­sicherungs­beiträgen. Bis zu vier Prozent der jähr­lichen Beitrags­bemessungs­grenze der gesetzlichen Renten­versicherung dürfen auf diesem Weg gespart werden. Aktuell (Stand Juni 2017) sind das 3 048 Euro. Für weitere 1 800 Euro entfallen nur die Steuern. Auch der Arbeit­geber spart durch die Entgelt­umwandlung Lohn­neben­kosten. Fair wäre es, wenn er diese rund 20 Prozent zum Ansparen dazugibt. Tut er das nicht, lohnt sich die Entgelt­umwandlung beim jetzigen Zins­niveau kaum.

Beispiel: Ein Arbeitnehmer, der 2 500 Euro brutto im Monat verdient, spart 100 Euro per Entgelt­umwandlung für seine betriebliche Alters­vorsorge. Dadurch reduziert sich sein Brutto­gehalt auf 2 400 Euro. Er spart dadurch Steuern und Sozial­abgaben in Höhe von rund 48 Euro. Obwohl er 100 Euro in die betriebliche Alters­vorsorge spart, reduziert sich sein Netto­gehalt also nur um rund 52 Euro.

Steuern und Sozial­abgaben der betrieblichen Alters­vorsorge

Der Steuer­erlass in der Anspar­phase ist nur die eine Seite der Medaille. In der Renten­phase holt sich der Staat zumindest einen Teil der Förderung wieder zurück. Die Betriebs­rente muss in der Renten­phase komplett versteuert werden. Ein Vorteil: In der Regel ist der persönliche Steu­ersatz im Renten­alter geringer als während der Anspar­phase. Was neue Rentner jedoch häufig über­rascht: Auf die Betriebs­rente werden die vollen Sozial­abgaben fällig – anders als bei der gesetzlichen Renten­versicherung, wo nur die Hälfte der Beiträge vom Rentner gezahlt wird. Wenn der Rentner gesetzlich kranken­versichert ist, sind das derzeit – inklusive Pflege­versicherung – mindestens 17,15 Prozent, die von der Rente jeden Monat abgehen. Außerdem wichtig zu bedenken: Zwar sparen Arbeitnehmer in der Anspar­phase Sozial­abgaben. Dadurch schmälern sie aber auch ihre Ansprüche. Wer weniger in die gesetzliche Renten­versicherung einzahlt, erhält später auch weniger gesetzliche Rente. In vielen Fällen bleibt nach allen Abzügen bei einem Betriebs­renten­vertrag nicht mehr übrig, als hätte der Arbeitnehmer eine gewöhnliche, unge­förderte Privatrente abge­schlossen.

Tipp: Hilfe zum Thema Steuererklärung für Rentner finden Sie in unserem Finanztest Spezial Steuern 2017.

Betriebliche Alters­vorsorge ohne Sozial­abgaben

Eine Ausnahme gibt es: Pflicht­versicherte Mitglieder der Kranken­versicherung kommen derzeit um die Abgaben herum, wenn sie nur eine kleine Betriebs­rente bis zu 148,75 Euro monatlich beziehen. Wer kurz vor dem Renten­eintritt steht und verhindern will, diesen Betrag knapp zu über­schreiten, kann die Einzahlung stoppen. So wird die Rente deutlich attraktiver. Der Trick funk­tioniert nicht für freiwil­lig gesetzlich Kranken­versicherte. Sie zahlen ab dem ersten Renten-Euro Beiträge.

Sicherheit betrieblicher Alters­vorsorge

Die betriebliche Alters­vorsorge in Deutsch­land ist in der Regel gut abge­sichert. Je nach Durch­führungsweg gibt es unterschiedliche Sicherungs­einrichtungen, die Betriebs­renten auszahlen, falls das Unternehmen oder der Anbieter der betrieblichen Alters­vorsorge pleite geht.

Tipp: Auf test.de finden Sie eine ausführ­liche Über­sicht der richtigen Ansprech­partner für den Fall, dass die Betriebs­rente nicht mehr fließt Wenn der Arbeitgeber die Betriebsrente einfriert.

Betriebliche Alters­vorsorge und Grund­sicherung

Ebenso wie Riester-Renten werden Betriebsrenten ab 2018 nicht mehr komplett auf die Grund­sicherung im Alter ange­rechnet. Diese Sozial­leistung bekommen Menschen, deren Einkünfte im Alter nicht zum Leben reichen. Sie dürfen dann 100 Euro monatlich aus einer zusätzlichen Alters­vorsorge behalten, von darüber hinaus­gehendem Einkommen 30 Prozent, höchs­tens jedoch bis zu 204 Euro. Dieser Höchst­betrag steigt jähr­lich.

Dieses Special ist erst­mals am 11. April 2017 auf test.de erschienen. Es wurde am 30. August 2017 aktualisiert.

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Источники: http://www.finanztip.de/betriebliche-altersvorsorge/pensionszusage/, http://www.finanztip.de/steuererklaerung-anlage-r/, http://www.test.de/betriebliche-altersvorsorge-5158846-0/

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