Betriebliche altersvorsorge gehaltsumwandlung

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Betriebliche Alters­vorsorge: Mit dem Arbeit­geber für die Rente sparen

Ob es sich lohnt, eigenes Geld per Entgelt­umwandlung in eine betriebliche Alters­vorsorge zu stecken, hängt entscheidend vom Arbeit­geber ab. Gibt der einen ordentlichen Teil dazu und organisiert er gute Verträge, dann macht der Sparer ein gutes Geschäft. Schon jetzt helfen viele Arbeit­geber ihren Angestellten beim Sparen fürs Alter. Bald müssen das alle Chefs tun. Hier lesen Sie alles, was Sie über Ihre betriebliche Alters­versorgung wissen müssen.

Betriebs­rente – das Wichtigste in Kürze

Anspruch. Jeder Arbeitnehmer hat in Deutsch­land den Anspruch, über den Betrieb für das Alter vorzusorgen.

Formen der betriebliche Alters­vorsorge. Es gibt fünf verschiedene Arten der betrieblichen Alters­vorsorge. Der Arbeit­geber kann frei entscheiden welchen er wählt.

Entgelt­umwandlung. Bei der Entgelt­umwandlung spart der Arbeitnehmer aus dem Brutto­gehalt für die betriebliche Alters­vorsorge. Er spart damit Steuern und Sozial­abgaben. Das lohnt sich aber nur dann, wenn der Chef ordentlich Geld beisteuert.

In der Renten­phase. Die Renten aus der betrieblichen Alters­vorsorge sind komplett zu versteuern. Außerdem wird der volle Satz bei den Sozial­abgaben fällig.

Sicherungen. Um Betriebs­renten auch bei der Pleite des Unter­nehmens zu schützen, gibt es verschiedene Sicherungs­einrichtungen, die eine Rente im Insolvenzfall weiterzahlen.

Arbeit­geber gibt betriebliche Alters­vorsorge vor

Ohne den Chef geht nichts in der betrieblichen Alters­vorsorge. Der Arbeitnehmer hat zwar ein Recht darauf, über den Betrieb für das Alter vorzusorgen. Aber in welcher Form und über welchen Vertrag das geschieht, entscheidet der Arbeit­geber. Optimal für die Mitarbeiter ist es natürlich, wenn der Chef die Beiträge selbst über­nimmt oder dem Arbeitnehmer ordentlich Geld zur Betriebs­rente zuschießt. Das machen schon jetzt viele Betriebe – Pflicht ist es aber leider bisher nicht. Ab 2018 wird dieser Zuschuss vom Chef jedoch schritt­weise verbindlich, wenn der Arbeitnehmer eigenes Geld aus seinem Brutto­lohn in eine Betriebs­rente steckt: Der Arbeit­geber muss dann bei neu abge­schlossenen Verträgen mindestens 15 Prozent des Spar­beitrags drauf­legen – aber nur, wenn er sich mit den Gewerk­schaften auf ein „Sozial­part­nermodell“ einigt. Dieser neue Durch­führungsweg tritt neben die etablierten Varianten der betrieblichen Vorsorge, die unver­ändert bestehen bleiben. Ab 2019 gilt dies auch für neue Betriebs­renten­verträge mit den anderen Vorsorgemodellen. Und ab 2022 müssen alle Chefs auch bei vor 2019 abge­schlossenen laufenden Verträgen mindestens 15 Prozent dazu­geben. Der Arbeit­geber kann einen von fünf Durch­führungs­wegen für eine Betriebs­rente wählen, wobei die Formen „Direkt­versicherung“ und „Pensions­kasse“ am häufigsten gewählt werden. Einen Anspruch auf einen bestimmten Durch­führungsweg haben Arbeitnehmer aber nicht.

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Direkt­versicherung – häufig in kleinen Betrieben

Eine Direkt­versicherung ist eine Lebens­versicherung, die ein Arbeit­geber für einen Mitarbeiter abschließt. Dieser kann von seiner Firma verlangen, dass sie ihm mindestens diese Form der betrieblichen Alters­vorsorge anbietet. Deswegen wird die Direkt­versicherung häufig in kleinen und mitt­leren Unternehmen angeboten. Üblich ist die klassische Form der Direkt­versicherung mit Garan­tiezins. Bei Neuabschlüssen ab 2015 beträgt dieser 0,9 Prozent. Verzinst wird jedoch nicht die gesamte Einzahlung, sondern nur der Teil, der nach Abzug der Kosten übrig bleibt. Neuerdings werden Direkt­versicherungen auch häufig mit abge­schwächten Garan­tien angeboten, so dass nur noch der Beitrags­erhalt garan­tiert wird. Direkt­versicherungen sind als Gruppen­vertrag für mehrere Mitarbeiter oft kostengüns­tiger als Einzel­verträge.

Tipp: Unser aktueller Test von 45 Direktversicherungs-Angeboten zeigt: Zwischen dem besten und dem schlechtesten Angebot im Test liegen deutliche Unterschiede. Arbeitnehmer sollten das Angebot ihres Arbeit­gebers daher gründlich prüfen. Wenn der Arbeit­geber etwas zum Beitrag hinzugibt, ist das gut für die Rente. Stockt er den Beitrag um 15 Prozent auf, bekäme unser Test-Modell­kunde im Alter 16 Euro Betriebs­rente mehr als ohne den Zuschuss.

Pensions­kasse – Vorsorgeform mit Unterschieden

Häufig sind Pensions­kassen mit einem einzelnen Unternehmen verbunden und stehen nur den Mitarbeitern dieser Firmen für die betriebliche Alters­versorgung offen. Es gibt aber auch Pensions­kassen, die einem größeren Markt offen stehen. Doch gibt es zwischen diesen Pensions­kassen große Unterschiede. Zunächst sind da die traditionellen Pensions­kassen: Sie existieren häufig seit Jahr­zehnten und sind oft als Verein organisiert, dessen Mitglieder die Arbeit­geber sind. Zwar ähneln die Leistungen dieser Pensions­kassen denen der privaten Lebens­versicherer. Doch sie haben eine entscheidende Ausnahme­stellung: Die Pensions­kassen dürfen mit einem höheren Rechnungs­zins kalkulieren als die für Renten- und Lebens­versicherungen vorgeschriebenen 0,9 Prozent. Das heißt für die Versicherten, dass sie aktuell mit einer höheren Renten­anwart­schaft rechnen können. Seit jeder das Recht hat, im Betrieb für das Alter zu sparen, drängen auch die privaten Lebens­versicherer in den Markt der Pensions­kassen. Viele bekannte Versicherer wie Debeka oder Ergo gründeten Pensions­kassen als Tochter­unternehmen. Die Angebote und Vertriebs­strukturen ähneln denen der Muttergesell­schaften. Die Versicherer bieten Beratung an und gehen mit ihren Vertriebs­leuten in die Unternehmen. Oft sind die Angebote dieser Pensions­kassen dadurch teurer.

Pensions­fonds – oft in großen Betrieben

Große Unternehmen wie RWE, Siemens oder Bosch haben oft eigene Pensions­fonds zur betrieblichen Alters­versorgung. Im Vergleich zu den anderen Formen kann hier ein größerer Teil der Geld­anlage in Aktien gesteckt werden. Im Gegen­zug müssen Sparer jedoch Abstriche bei der Garantie hinnehmen. Da der Arbeit­geber dem Pensions­sicherungs­ver­ein angehören muss, ist im Pleitefall jedoch das gesamte Spar­vermögen abge­sichert. Welche Rente ein Pensions­fonds zahlt, hängt von den Erträgen ab. Entscheidend sind außerdem die Kosten, die der Fonds für Vertrags­abschluss, Verwaltung und Zusatz­leistungen wie Hinterbliebenen­schutz kassiert.

Unterstüt­zungs­kasse – gut für Gutverdiener

Die Unterstüt­zungs­kasse ist eine arbeit­gebereigene Einrichtung für die betriebliche Alters­vorsorge. Große Unternehmen und Konzerne haben häufig eigene Unterstüt­zungs­kassen. Einzahlungen sind steuerlich begüns­tigt. Deshalb gilt diese Variante als besonders geeignet für Beschäftigte in den mitt­leren und oberen Hierarchie­stufen eines Unter­nehmens. Wie hoch die Betriebs­rente ausfällt, hängt stark von der Zusage des Arbeit­gebers ab. Dieser garan­tiert nur eine Mindest­auszahlung. Sie kann sich jedoch um Über­schüsse erhöhen. Wie hoch diese ausfallen hängt von den Erträgen der Unterstüt­zungs­kasse ab.

Direkt­zusage – Rente aus laufenden Erträgen

Der Arbeit­geber verpflichtet sich, den Mitarbeitern eine Rente aus dem Betriebs­vermögen zu bezahlen. Diese Form wird häufig von großen Unternehmen genutzt. Die Direkt­zusage kommt ohne externen Versorgungs­träger aus. Damit der Arbeit­geber sein Versprechen gegen­über den Mitarbeitern halten kann, muss er Rück­stel­lungen bilden – diese kann er jedoch auch in die eigenen Firma investieren. Dank dieses Vorgehens zahlt das Unternehmen weniger Steuern und hat erst einmal mehr Geld zur Verfügung. Die zugesagten Leistungen muss es irgend­wann in einer Art Umlage­verfahren aus laufenden Erträgen zahlen. Da die Betriebs­rente jedoch bei Zahlungs­schwierig­keiten gefährdet wäre, zahlt das Unternehmen Beiträge an den Pensions-Sicherungs-Verein. Dieser würde im Fall einer Insolvenz einspringen.

Unver­steuert sparen mit der Entgelt­umwandlung

Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer in Deutsch­land das Recht, in Form der so­genannten Entgelt­umwandlung über den Betrieb für das Alter zu sparen. Der Arbeitgeber muss dem Arbeitnehmer das ermöglichen. Bei der Entgelt­umwandlung zahlt der Arbeitnehmer aus seinem unver­steuerten Brutto­einkommen ein. Über diesen Weg erlässt der Staat ihm einen Teil seiner Last an Steuern und Sozialver­sicherungs­beiträgen. Bis zu vier Prozent der jähr­lichen Beitrags­bemessungs­grenze der gesetzlichen Renten­versicherung dürfen auf diesem Weg gespart werden. Aktuell (Stand Juni 2017) sind das 3 048 Euro. Für weitere 1 800 Euro entfallen nur die Steuern. Auch der Arbeit­geber spart durch die Entgelt­umwandlung Lohn­neben­kosten. Fair wäre es, wenn er diese rund 20 Prozent zum Ansparen dazugibt. Tut er das nicht, lohnt sich die Entgelt­umwandlung beim jetzigen Zins­niveau kaum.

Beispiel: Ein Arbeitnehmer, der 2 500 Euro brutto im Monat verdient, spart 100 Euro per Entgelt­umwandlung für seine betriebliche Alters­vorsorge. Dadurch reduziert sich sein Brutto­gehalt auf 2 400 Euro. Er spart dadurch Steuern und Sozial­abgaben in Höhe von rund 48 Euro. Obwohl er 100 Euro in die betriebliche Alters­vorsorge spart, reduziert sich sein Netto­gehalt also nur um rund 52 Euro.

Steuern und Sozial­abgaben der betrieblichen Alters­vorsorge

Der Steuer­erlass in der Anspar­phase ist nur die eine Seite der Medaille. In der Renten­phase holt sich der Staat zumindest einen Teil der Förderung wieder zurück. Die Betriebs­rente muss in der Renten­phase komplett versteuert werden. Ein Vorteil: In der Regel ist der persönliche Steu­ersatz im Renten­alter geringer als während der Anspar­phase. Was neue Rentner jedoch häufig über­rascht: Auf die Betriebs­rente werden die vollen Sozial­abgaben fällig – anders als bei der gesetzlichen Renten­versicherung, wo nur die Hälfte der Beiträge vom Rentner gezahlt wird. Wenn der Rentner gesetzlich kranken­versichert ist, sind das derzeit – inklusive Pflege­versicherung – mindestens 17,15 Prozent, die von der Rente jeden Monat abgehen. Außerdem wichtig zu bedenken: Zwar sparen Arbeitnehmer in der Anspar­phase Sozial­abgaben. Dadurch schmälern sie aber auch ihre Ansprüche. Wer weniger in die gesetzliche Renten­versicherung einzahlt, erhält später auch weniger gesetzliche Rente. In vielen Fällen bleibt nach allen Abzügen bei einem Betriebs­renten­vertrag nicht mehr übrig, als hätte der Arbeitnehmer eine gewöhnliche, unge­förderte Privatrente abge­schlossen.

Tipp: Hilfe zum Thema Steuererklärung für Rentner finden Sie in unserem Finanztest Spezial Steuern 2017.

Betriebliche Alters­vorsorge ohne Sozial­abgaben

Eine Ausnahme gibt es: Pflicht­versicherte Mitglieder der Kranken­versicherung kommen derzeit um die Abgaben herum, wenn sie nur eine kleine Betriebs­rente bis zu 148,75 Euro monatlich beziehen. Wer kurz vor dem Renten­eintritt steht und verhindern will, diesen Betrag knapp zu über­schreiten, kann die Einzahlung stoppen. So wird die Rente deutlich attraktiver. Der Trick funk­tioniert nicht für freiwil­lig gesetzlich Kranken­versicherte. Sie zahlen ab dem ersten Renten-Euro Beiträge.

Sicherheit betrieblicher Alters­vorsorge

Die betriebliche Alters­vorsorge in Deutsch­land ist in der Regel gut abge­sichert. Je nach Durch­führungsweg gibt es unterschiedliche Sicherungs­einrichtungen, die Betriebs­renten auszahlen, falls das Unternehmen oder der Anbieter der betrieblichen Alters­vorsorge pleite geht.

Tipp: Auf test.de finden Sie eine ausführ­liche Über­sicht der richtigen Ansprech­partner für den Fall, dass die Betriebs­rente nicht mehr fließt Wenn der Arbeitgeber die Betriebsrente einfriert.

Betriebliche Alters­vorsorge und Grund­sicherung

Ebenso wie Riester-Renten werden Betriebsrenten ab 2018 nicht mehr komplett auf die Grund­sicherung im Alter ange­rechnet. Diese Sozial­leistung bekommen Menschen, deren Einkünfte im Alter nicht zum Leben reichen. Sie dürfen dann 100 Euro monatlich aus einer zusätzlichen Alters­vorsorge behalten, von darüber hinaus­gehendem Einkommen 30 Prozent, höchs­tens jedoch bis zu 204 Euro. Dieser Höchst­betrag steigt jähr­lich.

Dieses Special ist erst­mals am 11. April 2017 auf test.de erschienen. Es wurde am 30. August 2017 aktualisiert.

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Betriebliche Altersvorsorge: Nachteile oft erst im Alter erkennbar

Um ihren Ruhestand finanziell abzusichern, bauen viele Arbeitnehmer auf die betriebliche Altersvorsorge. Doch Nachteile schmälern die Auszahlung im Alter teilweise erheblich. Für manche Sparer entwickelt sich diese Form der Altersvorsorge sogar zum Minusgeschäft. Schuld daran sind mehrere Faktoren. So wissen viele Menschen gar nicht, dass die Auszahlungen aus der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) nachgelagert versteuert werden. Das Hauptproblem liegt jedoch bei der sogenannten Entgeltumwandlung – also genau dem Aspekt, der bei der Betriebsrente oft positiv hervorgehoben wird.

Betriebliche Altersvorsorge: Nachteile reduzieren den Ertrag

Die Entgeltumwandlung bei der betrieblichen Altersvorsorge wird von Sparern meist nicht als Nachteil wahrgenommen. Denn während der Einzahlungsphase hat diese vorrangig positive Auswirkungen. Da die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge aus dem Bruttogehalt des Arbeitnehmers gezahlt werden, bleibt einerseits mehr vom Nettoeinkommen übrig als wenn die Einzahlung erst nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge vorgenommen wird. Andererseits verringern sich diese Sozialversicherungsbeiträge durch den effektiv geringeren Bruttolohn. Hier sparen Arbeitnehmern also vorerst.

Beispiel: Ein Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen von 2.500 Euro monatlich zahlt zirka 519 Euro an Sozialabgaben. Gehen vom Einkommen allerdings monatlich 200 Euro an die Betriebsrente, reduzieren sich die Abgaben um mehr als 40 Euro – Der Angestellte zahlt nur noch 478 Euro für Pflege-, Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung (Stand 2017).

Doch gerade die geringeren Rentenbeiträge haben bei der betrieblichen Altersvorsorge einen Nachteil. Wer weniger in die Rentenkasse einzahlt, erhält bei Renteneintritt auch entsprechend weniger Rente. Diese Differenz muss die Betriebsrente erst einmal ausgegleichen. Andernfalls lohnt sie sich nicht.

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Betriebliche Altersvorsorge: Nachteile werden durch Einmalauszahlung verstärkt

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) zeigt in einem Beispiel, dass sich die Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge sogar noch verstärken. Denn sowohl bei einer monatlichen Betriebsrente als auch bei einer einmaligen Auszahlung des angesparten Kapitals wird in der Regel der volle Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag fällig – zumindest dann, wenn man gesetzlich krankenversichert ist. Bei einer Einmalauszahlung wird dieser Beitrag für die Dauer von 120 Monaten anteilig vom Renteneinkommen abgezogen. In dem Beispiel der SZ muss der Ruheständler bei einer einmaligen Auszahlung von rund 24.374 Euro für die nächsten zehn Jahre 35,64 Euro zusätzlich für die Pflege- und Krankenversicherung aufbringen – jeden Monat. Zusammen mit den fälligen Steuern reduziert sich die Betriebsrente auf rund 14.000 Euro.

Mit der Reform der Betriebsrente sieht die Regierung keine Änderungen vor, um die Nachteile in der bAV abzubauen.

Lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge trotz Nachteile?

Nachgelagerte Besteuerung, geringere gesetzliche Rente, zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge bei der betriebliche Altersvorsorge – bei diesen Nachteilen müssen sich Verbraucher fragen, ob sich die sonst so gelobte Form der eigenständigen Vorsorge wirklich lohnt. Insbesondere wenn der Arbeitgeber nichts zur Betriebsrente zuschießt, sollten Arbeitnehmer genau nachrechnen, ob es nicht bessere Alternativen gibt. Im schlimmsten Fall zahlen Sparer bei der betrieblichen Altersvorsorge mehr Geld ein, als sie am Ende ausgezahlt bekommen. Interessierten ist vor Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge dringend zu raten, mit einem kostenlosen Altersvorsorge Angebot prüfen zu lassen, welche Vorsorge sich für sie wirklich rentiert.

Entgeltumwandlung

Aus dem Bruttogehalt betrieblich vorsorgen

  • Zuletzt aktualisiert: 11. September 2017
  • Von: Sara Zinnecker

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Entgeltumwandlung (Gehaltsumwandlung) zahlen Arbeitnehmer Teile ihres Bruttogehalts in einen Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), meist in eine Direktversicherung.
  • Bis zu 254 Euro im Monat (3.048 Euro pro Jahr) sind im Jahr 2017 gefördert: Auf Beiträge bis zu dieser Höhe zahlen Sparer keine Sozialabgaben und Steuern.
  • Ist die spätere Rente höher als 148,75 im Monat, müssen gesetzlich krankenversicherte Rentner darauf den vollen Beitrag zur Krankenversicherung zahlen (2017: durchschnittlich 15,7 Prozent).
  • Wer Bruttogehalt umwandelt, zahlt weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Damit sich die Sache lohnt, sollte der Chef Ihren Beitrag mit mindestens 20 Prozent bezuschussen.
  • Mindestens 25 Prozent Zuschuss brauchen Mitarbeiter, die zwischen 4.350 und 6.350 Euro im Monat verdienen. Sie können bei Kranken- und Pflegeversicherung nichts sparen.

So gehen Sie vor

  • Bietet Ihr Chef keine betriebliche Altersversorgung an, fragen Sie ihn danach. Er ist seit 2002 verpflichtet, Entgeltumwandlung zu ermöglichen.
  • Bietet Ihr Chef eine Direktversicherung mit Entgeltumwandlung an, verhandeln Sie mit ihm über einen Zuschuss.
  • Ihr Chef wählt den Vertrag aus. Lassen Sie sich aber trotzdem das Vertragsangebot zeigen und fragen Sie nach den Kosten des Vertrages. Haken Sie nach, ob es eine Alternative mit besseren Konditionen gibt.
  • Bei häufigem Jobwechsel lohnt sich eine Entgeltumwandlung eher nicht. Sie riskieren, viele Verträge parallel zu führen und bei jedem neuen Vertrag wieder Abschlusskosten zu zahlen.
  • Wer oft den Arbeitsplatz wechselt, ist mit anderen Formen der Vorsorge besser beraten, etwa mit einem Riester-Vertrag, einer Netto-Rentenversicherung oder einem ETF-Sparplan.

Mit Hilfe des Chefs fürs Alter vorzusorgen, ist grundsätzlich eine gute Idee. Die spätere Betriebsrente stockt bestenfalls die gesetzliche Rente auf und hilft, den Lebensstandard im Alter zu halten. Doch sie lohnt sich nicht immer. Vor allem, wenn Sie der Chef auffordert, Teile Ihres Bruttogehalts für eine Lebens- oder Rentenversicherung umzuwandeln, schauen Sie genau hin.

So funktioniert die Entgeltumwandlung

Entgeltumwandlung, auch Gehaltsumwandlung genannt, ist im Bereich der privaten Altersvorsorge ein recht technischer Begriff. Vereinfacht gesagt bedeutet Entgeltumwandlung, dass ein Arbeitnehmer einen Teil seines Bruttogehalts abzwackt und in einen Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) einzahlt.

Oft handelt es sich um eine Lebens- oder Rentenversicherung, die der Chef für den Mitarbeiter ausgesucht und auch abgeschlossen hat. Man spricht dann auch von einer Direktversicherung.

Vorteile der Entgeltumwandlung

  • Auf den Teil Ihres Bruttogehalts, den Sie in die betriebliche Versicherung einzahlen, sparen Sie sich die Sozialabgaben – immerhin gut 20 Prozent – und die persönliche Einkommensteuer. Im Jahr 2017 könnten Sparer maximal 254 Euro monatlich abgaben- und steuerfrei in einen bAV-Vertrag zahlen.
  • Nur auf das Einkommen, das verbleibt, fallen dann Abgaben und Steuern an.
  • Auf diese Art sparen Sie staatlich gefördert fürs Alter an: Sie zahlen mehr in den Vorsorgevertrag ein, als Ihnen netto an Einkommen fehlt.
  • Für die Steuererklärung müssen Sie in der Ansparphase nichts weiter beachten. Da das umgewandelte Gehalt direkt vom Lohn abgeht, sind die Beiträge automatisch in der Jahresabrechnung der Lohnsteuer berücksichtigt.
  • Meistens bietet der Chef mit Unterstützung eines Vermittlers nur eine bestimmte Lebens- oder Rentenversicherung an. Der Vertrag ist dann oft etwas günstiger als eine privat abgeschlossener Einzelvertrag.
  • Der Chef kann Ihren Beitrag bezuschussen. Je mehr er das tut, umso eher lohnt sich das Geschäft.

Beispiel: Angenommen, ein lediger Mitarbeiter verdient monatlich 3.000 Euro brutto. Davon zahlt er rund 180 Euro in einen bAV-Vertrag ein, die das Bruttogehalt verringern. Er spart dadurch gut 80 Euro an Sozialabgaben und Steuern – und wendet netto nur 100 Euro für die Altersvorsorge auf.

So viel spart ein Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung

¹ Hierzu zählen die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie Kranken- und Pflegeversicherung. Als Zusatzbeitrag für die Krankenversicherung nehmen wir den bundesweiten Durchschnitt von 1,1 % an. Insgesamt gehen knapp 20,8 % des Bruttolohns an Sozialabgaben ab.

² Einkommensteuer inklusive Solidaritätszuschlag. Kirchensteuer ist nicht berücksichtigt.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Nachteile der Entgeltumwandlung

  • Auf die spätere Betriebsrente müssen Sie vergleichsweise hohe Abgaben zahlen: als gesetzlich krankenversicherter Rentner einmal den vollen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (im Jahr 2017 durchschnittlich 15,7 Prozent). Dazu kommt der Beitrag zur Pflegeversicherung, das macht weitere 2,55 Prozent.
  • Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fallen an, wenn Sie als Rentner gesetzlich krankenversichert sind und Ihre Betriebsrente (zusammen mit weiteren Versorgungsbezügen, etwa einer Hinterbliebenenrente) höher ausfällt als 148,75 Euro im Monat.
  • Sie erhalten weniger gesetzliche Rente als ohne die Entgeltumwandlung. Denn Sie haben jahrelang etwas geringere Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Maßgeblich für die Rentenansprüche ist Ihr Bruttoeinkommen, das nach Abzug Ihrer Beiträge zur bAV übrig war.
  • Bei schlechter Verzinsung und ohne Zuschuss des Arbeitgebers müssten Sie mehr als 100 Jahre alt werden, um Ihre eingezahlten Beiträge wieder herauszubekommen.

Wann sich die Entgeltumwandlung lohnt

Damit sich die Entgeltumwandlung am Ende auszahlt, müssen die Vorteile dieser Sparmöglichkeit die Nachteile überwiegen. Anders gesagt: Die Vergünstigungen bei Steuern und Abgaben, zusammen mit einem Arbeitgeberzuschuss und der Rendite des Vertrags in den Jahren des Ansparens, müssen die Abzüge in der Rente mehr als kompensieren.

Finanztip hat dazu einige Beispielfälle durchgerechnet. Bei allen gehen wir von einem Mustersparer aus, der über 30 Jahre lang monatlich 182 Euro brutto in eine Direktversicherung (also eine über den Betrieb abgeschlossene Rentenversicherung) einzahlt und durchschnittlich verdient, anfangs also 36.000 Euro.

So viel Rente bringt die Entgeltumwandlung¹

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.

² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single 30 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von rund 900 Euro.

³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.

¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung (182 Euro von 3000 Euro) pro Jahr 1/16 Rentenpunkt. Über 30 Jahre macht das rund 1,8 Rentenpunkte.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Zweiter Fall: Der Arbeitgeber schießt etwas zu

Angenommen nun, der Arbeitgeber würde zusätzlich zur moderaten Verzinsung von 2 Prozent die Beiträge mit 20 Prozent bezuschussen. Dann würde sich die Entgeltumwandlung bereits ausgezahlt haben, wenn der Mustersparer 86 Jahre alt ist.

So viel bringt der Arbeitgeberzuschuss zur bAV¹

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.

² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single 30 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von rund 900 Euro.

³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.

¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung (182 Euro von 3000 Euro) pro Jahr 1/16 Rentenpunkt. Über 30 Jahre macht das rund 1,8 Rentenpunkte.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Warum Sie mit dem Arbeitgeber verhandeln sollten

Vielleicht fragen Sie sich nun, warum Ihr Chef Ihnen einen Zuschuss geben sollte. Dafür gibt es mindestens drei Gründe.

Der wichtigste: Auch der Chef spart sich Sozialabgaben für den Teil Ihres Bruttoeinkommens, den Sie für eine bAV aufwenden. Zahlen Sie etwa 182 Euro monatlich in eine Direktversicherung, kann der Chef 35 Euro – also gut 19 Prozent – einsparen.

Die Ersparnis des Chefs ist etwas geringer als Ihre eigene. Das liegt daran, dass Sie den Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung alleine tragen.

Eingesparte Sozialbeiträge beim Arbeitnehmer und Arbeitgeber

¹ Die Ersparnis des Arbeitnehmers bei der Krankenversicherung ist etwas größer als die des Arbeitgebers. Grund dafür ist, dass der Arbeitnehmer für den Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung allein aufkommt.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Juni 2017)

Chefs profitieren aber noch mehr: Sie sparen auch bei den Sozialabgaben für den Mitarbeiter, den sogenannten Lohnnebenkosten. Auch aus diesem Grund haben Arbeitgeber im Zweifel im Topf „bAV“ noch Geld zur Verfügung. Das ist für alle Arbeitnehmer interessant, die in den regulären Gehaltsverhandlungen nicht weiterkommen.

Außerdem hat Ihr Chef bald ohnehin keine Wahl mehr. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz vom Juli 2017 legt fest, dass Arbeitgeber ab spätestens 2022 bAV-Beiträge mit mindestens 15 Prozent bezuschussen müssen, die ihre Mitarbeiter im Rahmen der Entgeltumwandlung geleistet haben. Mit diesem Argument überzeugen Sie Ihren Chef möglicherweise heute schon davon, sich an Ihren Beiträgen zu beteiligen.

Gutverdiener sparen deutlich weniger

Die Entgeltumwandlung loht sich dann am meisten, wenn Sie sich Sozialversicherungsbeiträge auf Ihren gesamten bAV-Beitrag sparen. Doch nicht jeder Arbeitnehmer kann von dieser Ersparnis profitieren. Denn für das beitragspflichtige Einkommen zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung hat der Gesetzgeber einen Höchstbetrag festgelegt, der jedes Jahr etwas ansteigt. Im Jahr 2017 müssen Sie Beiträge maximal auf ein Bruttoeinkommen von 4.350 Euro pro Monat bezahlen. Für Arbeitnehmer bedeutet das: Kranken- und Pflegeversicherung kosten maximal 430 Euro pro Monat.

Wer Entgelt umwandelt und wessen Bruttogehalt auch nach Abzug der bAV-Beiträge immer noch über den 4.350 Euro liegt, hat also keine Ersparnis bei Kranken- und Pflegeversicherung.

Um die Nachteile zu verdeutlichen, betrachten wir jetzt einen Mitarbeiter, der im Monat 4.700 Euro brutto verdient und 176 Euro seines Bruttogehalts in eine Direktversicherung umwandelt. Das entspricht, analog zum obigen Beispiel, einem Nettobeitrag zur bAV von 100 Euro.

So viel spart ein Gutverdiener durch die Entgeltumwandlung

¹ Einkommensteuer inklusive Solidaritätszuschlag. Kirchensteuer ist nicht berücksichtigt.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2017)

Die Tabelle macht deutlich, dass der Gutverdiener wegen seines höheren zu versteuernden Einkommens zwar durch die Entgeltumwandlung mehr Einkommensteuer sparen kann (57 statt 44 Euro). Gleichzeitig zahlt er aber nach wie vor den Höchstbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung. An Sozialabgaben spart er sich nur die Renten- und Arbeitslosenversicherung auf seinen bAV-Beitrag (19 Euro statt 38 Euro).

Ebenso wie der Durchschnittsverdiener muss auch der Gutverdiener auf einen Teil seiner gesetzlichen Rente verzichten.

Chef muss deutlich mehr zuschießen

Schießt der Arbeitgeber die Einsparungen bei Arbeitslosen- und Rentenversicherung (rund 11 Prozent) über die Jahre zu, lohnt sich die Sache immer noch nicht wirklich. Der Mustersparer, der mit 67 in Rente geht, müsste 92 Jahre alt werden, um seinen Einsatz zurückzubekommen.

Fall Gutverdiener: So viel bringt der Arbeitgeberzuschuss zur bAV¹

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.

² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single gut 47 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von rund 1.400 Euro.

³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.

¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung (163 Euro von 4700 Euro) pro Jahr 0,035 Rentenpunkte. Über 30 Jahre macht das gut 1 Rentenpunkt.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2017)

Erst ein Arbeitgeberzuschuss von 25 Prozent auf die Mitarbeiterbeiträge zur bAV macht die Sache langsam besser. Um seinen Einsatz herauszuholen, müsste der Rentner 88 Jahre alt werden.

Fazit: Wer mehr als 4.350 Euro, aber weniger als 6.350 Euro im Monat verdient und eine Entgeltumwandlung angeboten bekommt, sollte mindestens ein Viertel Zuschuss vom Chef einfordern.

Für Besserverdiener greift nur noch der Steuervorteil

Wer mehr als 6.350 Euro monatlich brutto bekommt, verdient nicht nur über der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung. Er bezahlt auch das Maximum an Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung. Eine Entgeltumwandlung würde diesem Besserverdiener keine Erleichterung bei den Sozialabgaben mehr bringen. Er würde nur noch davon profitieren, dass seine Beiträge seine Steuerlast reduzieren.

Auf der anderen Seite muss ein solcher Sparer keine Minderung bei der gesetzlichen Rente hinnehmen. Insgesamt steht der Besserverdiener recht gut da, wenn er es schafft, seinen Chef zu überzeugen, die eigenen Beiträge mit mindestens 15 Prozent zu bezuschussen. Das wird möglicherweise schwer, weil der Chef keine Sozialabgaben mehr sparen kann. Versuchen sollten Sie es dennoch.

Fall Besserverdiener: So viel bringt der Arbeitgeberzuschuss zur bAV¹

¹ Ein Single hat 30 Jahre durchschnittlich verdient und 100 Euro monatliches Entgelt in einen bAV-Beitrag umgewandelt. Vereinfachend sagen wir, dass Löhne und bAV-Beiträge konstant sind.

² Monatsbrutto und Rentenbrutto sind nötig, um die Einkommensteuerlast zu berechnen. Nach 30 Jahren hat der Single gut mehr als 60 Rentenpunkte gesammelt. Daraus ergibt sich eine gesetzliche Bruttorente von fast 1.850 Euro pro Monat.

³ Wir unterstellen einen garantierten Rentenfaktor von 28. Das bedeutet: Für 10.000 Euro angespartes Kapital sind 28 Euro monatliche Bruttorente garantiert.

¹¹ Im Beispiel verliert der Durchschnittsverdiener durch die Entgeltumwandlung keine Rentenpunkte. Er zahlt stets den Höchstbeitrag in die Rentenversicherung ein.

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Juli 2017)

Was tun bei häufigem Jobwechsel?

Wer schon heute davon ausgeht, dass er künftig öfter die Arbeitsstelle wechselt, sollte gut überlegen, ehe er sich für eine Entgeltumwandlung – speziell eine Direktversicherung – entscheidet. Gleiches gilt für alle, die möglicherweise zwischen Selbstständigkeit und Angestelltenstatus wechseln oder eine Weile im Ausland arbeiten wollen. Es besteht die Gefahr, dass Sparer am Ende zu viele Verträge parallel führen, in jeden Vertrag aber nur wenig – oder gar nichts mehr – einzahlen.

Das Problem liegt darin, dass Arbeitnehmer nicht so ohne Weiteres gut verzinste Altverträge zum neuen Arbeitgeber mitnehmen können. Oft will die neue Firma sich nur um einen Vertragstyp für die komplette Belegschaft kümmern und nicht die Policen mehrere Anbieter parallel verwalten.

So kommt es, dass Angestellte beim Jobwechsel häufig nur zwei Möglichkeiten haben: Entweder sie beginnen beim neuen Chef einen gänzlich neuen Vertrag und übernehmen den alten Vertrag privat, mit oder ohne weitere Beitragszahlung. Oder sie übertragen gleich das bisher angesparte Vermögen im Altvertrag auf einen neuen Vertrag. Im einen Fall zahlen Arbeitnehmer erneut Abschlusskosten. Im anderen Fall fallen häufig Übertragungskosten an.

Wollen Sie beruflich flexibel bleiben, sollten Sie über andere Arten der Vorsorge nachdenken. Möglich ist zum Beispiel ein Riester-Vertrag, für den es unerheblich ist, wo Sie angestellt sind. Eine günstige Netto-Rentenversicherung mit ETFs oder ein flexibler ETF-Sparplan könnten ebenfalls passende Varianten sein.

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Sara Zinnecker

Expertin für Geldanlage

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Sara Zinnecker

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Artikel verfasst von

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Источники: http://www.test.de/betriebliche-altersvorsorge-5158846-0/, http://www.finanzen.de/news/15197/betriebliche-altersvorsorge-nachteile-oft-erst-im-alter-erkennbar, http://www.finanztip.de/betriebliche-altersvorsorge/entgeltumwandlung/

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