Berufsunfähigkeitsversicherung notwendig

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Wenn nichts mehr geht :  Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll – die wenigsten haben eine

Die Berufsunfähigkeit kann Menschen in ein finanzielles Desaster stürzen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann davor schützen.

Diagnose berufsunfähig: Besonders für jüngere Menschen ist es oft unvorstellbar, so krank zu werden, dass sie ihren Job teilweise oder sogar ganz aufgeben müssen. Dennoch trifft es einen von vier Menschen irgendwann während seines Berufslebens. Knapp 180 000 Beschäftigte sind das jedes Jahr. Fällt das Gehalt für lange Zeit oder sogar für immer aus, folgt dem gesundheitlichen oft das finanzielle Desaster. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann dies verhindern oder zumindest mildern.

Der Bund des Versicherten hält die Absicherung des Invaliditätsrisikos für eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt – vor allem, wenn von einem Gehalt mehrere Personen leben. Dennoch besitzen nur knapp 40 Prozent der Erwerbstätigen überhaupt eine Absicherung.

MEIST SPIELT DIE PSYCHE NICHT MIT

Besonders jüngere Arbeitnehmer unterschätzen das Risiko, berufs- oder gar erwerbsunfähig zu werden: Beschäftigte unter 31 Jahren halten nach Zahlen des Analysehauses Morgen & Morgen weniger als ein Viertel der gut 17 Millionen Policen in Deutschland. Umgekehrt gehen aber nur knapp 52 Prozent der erbrachten Leistungen privater Versicherer an Versicherte über 50 Jahren. 32 Prozent sind 41 bis 50 Jahre alt und fast 16 Prozent der Bezieher sind jünger als 40.

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Besonders psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch: Fast jeder dritte Berufsunfähige ist psychisch erkrankt, jeder Zehnte Opfer eines Unfalls. Beide Risiken können alle Altersgruppen treffen. Herz- und Kreislaufprobleme oder Krebs sind bei älteren Versicherten die Hauptverursacher von Berufsunfähigkeit.

Wer auf der Suche nach der richtigen Versicherung ist, muss sich durch ein Dickicht unterschiedlichster Tarife, möglicher Einschränkungen und potenzieller Risiken wühlen. Insgesamt sind etwa 500 Tarife, in unterschiedlichen Leistungs- und Preismodellen, auf dem Markt.

Entscheiden muss der Kunde zunächst: Will ich eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung, bei der der Schutz mit einer Lebensversicherung zur Unterstützung der Angehörigen kombiniert ist, falls der Versicherte stirbt? Oder soll es eine normale Berufsunfähigkeitsrente sein, die greift, sobald eine Krankheit 50 Prozent der Arbeitskraft kostet?

Im Krankheitsfall zahlt zunächst der Arbeitgeber sechs Wochen Lohn oder Gehalt weiter. Dann übernimmt die Krankenkasse, die bis zu 78 Wochen hilft. Bei einer dauerhaften Einschränkung müssen andere Systeme einspringen. Bis 2001 gab es eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente, sie ist jedoch für alle, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, abgeschafft. Ersetzt hat sie die Erwerbsminderungsrente, die aber nicht zahlt, wenn der Betroffene noch sechs Stunden pro Tag arbeiten kann – und nur wenig, wenn er drei bis sechs Stunden arbeiten kann.

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Wohlgemerkt: das gilt für irgendeine Arbeit. Ein Handwerker kann also gezwungen werden, im Büro zu arbeiten. Und: Die Erwerbsminderungsrente fällt in den meisten Fällen sehr niedrig aus. Zwei Drittel aller Menschen, die derzeit eine Erwerbsminderungsrente erhalten, bekommen weniger als 750 Euro. Die durchschnittliche Zahlung liegt laut Morgen & Morgen bei 612 Euro für Männer und 595 Euro für Frauen. Jeder zweite, der Erwerbsminderungsrente bezieht, werde künftig akut armutsgefährdet sein, prognostizieren Rentenexperten.

Zwar hat Arbeitsministerin Andrea Nahles die Konditionen in ihrem Rentenpaket verbessert, doch liegt das Plus maximal bei 54 Euro. Ein Zusatzschutz ist also für die meisten Beschäftigten notwendig. Optimal wäre eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die (auch zusammen mit anderen Einkünften) etwa 80 Prozent des letzten Nettogehalts abdeckt.

GROSSE UNTERSCHIEDE BEI TARIFEN

Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind höchst unterschiedlich, denn die Versicherer teilen die Kunden in verschiedene Risikogruppen ein: Ein Maurer muss dabei s ehr viel mehr für seinen Schutz zahlen als ein Büroangestellter. Grundsätzlich gilt: Je jünger und gesünder, desto billiger ist die Police. Und: je risikoreicher, stressiger und anstrengender der Beruf, desto teurer wird es. Wer einen für Körper und Seele herausfordernden Job ausübt, wird von Versicherern sogar oft Absagen erhalten oder sich nur zu extrem hohen Kosten absichern können. Ein 31-jähriger, kerngesunder Krankenpfleger etwa war in einem Marktcheck von „Ökotest“ „in rund der Hälfte der für ihn überhaupt in Frage kommenden Tarife nicht versicherbar – jedenfalls nicht zu den gewünschten Konditionen“. 81 Prozent der Musterkunden erhielten nicht die Konditionen, die sie wollten oder brauchten.

Umgekehrt gilt aber auch: Teurer heißt nicht immer besser. Weil Versicherer Risiken unterschiedlich bewerten, können Kunden beim Vergleich der Konditionen viel Geld sparen. „Ökotest“ etwa fand für eine 29-jährige wissenschaftliche Mitarbeiterin, die eine Absicherung von 1000 Euro pro Monat sucht, Tarife zwischen 56 und 170 Euro pro Monat – bei sonst gleichen Bedingungen.

Entscheidend für die Höhe der Beiträge sind neben der Preispolitik der Versicherer und dem aktuellen Gesundheitszustand aber auch frühere Erkrankungen, Allergien oder Hobbys. Wer Motorrad fährt, muss ebenso mit hohen Aufschlägen oder einer Absage rechnen wie jemand, der schon einen Bandscheibenvorfall hatte und als Schreiner arbeitet. Wer schummelt oder Risiken verschweigt, riskiert, dass der Versicherer im Notfall die Zahlung verweigert.

In einem Marktcheck der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2013 lagen die Premiumtarife der Aachen-Münchener, der Europa, der Hannoverschen und der VHV vorne. Eine Studie von „Ökotest“ aus diesem Frühjahr ergab aber: Kein Versicherer ist über mehrere Versicherungstypen, Musterkunden und Beispielsfälle immer im Spitzenfeld. Wichtig ist auch: Gibt es eine Regelung für Phasen, in denen der Versicherte seine Beschäftigung reduziert oder unterbricht, etwa bei Kindererziehung oder Arbeitslosigkeit? Was passiert bei Berufswechseln? Vorsicht ist auch angesagt bei Schnäppchentarifen oder Angeboten, die Überschüsse in Beitragsrabatte umrechnen. Hier kann sich die Police auch verteuern.

Wer wenig verdient, aber körperlich hart arbeitet, hat es schwerer, einen passenden Tarif zu finden. Für Problemfälle schlagen Versicherungsexperten vor: Es kann Sinn machen Konkurrenzangebote auf den Tisch zu legen und ein paar Euro Rabatt zu verlangen. Auch eine jährliche Zahlung der Beiträge spart oft Einiges.

Wie notwendig und sinnvoll ist die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gehört nicht zu den günstigsten Policen. Deshalb stellen sich viele Menschen die Fragen ob eine BU sinnvoll und notwendig ist oder nicht. Betrachtet man das hohe Risiko aus gesundheitlichen Gründen berufsunfähig zu werden, macht ein solcher Versicherungsschutz in jedem Falle Sinn. Dazu kommt, dass die stattliche Absicherung bei einer Berufsunfähigkeit sehr gering ist. Einige Erwerbstätige halten eine Berufsunfähigkeitsversicherung dennoch für überflüssig, da sie davon ausgehen, dass diese im Schadensfall doch nicht zahlt. Diese Skepsis ist jedoch unbegründet. Für fast alle Menschen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung die einzige Möglichkeit, um ihre Existenz für den Fall einer Berufsunfähigkeit zu sichern. Sofern beim Vertragsabschluss keine falschen Angaben gemacht werden, gibt es bezüglich der Auszahlung im Schadensfall keine Probleme.

Das bietet die Berufsunfähigkeitsversicherung:

Das erwartet Sie hier:

  • Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente
  • Garantierter Schutz im Leistungsfall
  • Ergänzung zur Erwerbsminderungsrente
  • Für alle Berufsgruppen geeignet

Stiftung Warentest hält Berufsunfähigkeitsversicherung für sinnvoll

Deshalb ist die Berufsunfähigkeitsversicherung notwendig

Bei einem Nettoeinkommen von 1.000 Euro zahlt der Staat im Falle einer Berufsunfähigkeit nur etwa 300 Euro pro Monat. Liegt das Einkommen bei 2.000 Euro erhalten Arbeitnehmer rund 600 Euro monatlich an Unterstützung. Die staatliche Absicherung ist mit rund einem Drittel des letzten Nettoeinkommens sehr gering und reicht somit sicher nicht aus, den bisherigen Lebensstandard aufrechtzuerhalten.

Selbstständige, die keine 60 Monate in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, erhalten gar keine Leistungen. Um das Grundeinkommen zu sichern, ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung deshalb in jedem Falle sinnvoll. Die Höhe der monatlichen Berufsunfähigkeitsrente kann individuell an den persönlichen Bedarf angepasst werden.

Risiko für eine Berufsunfähigkeit ist hoch

Wie die Statistik zeigt, wird in Deutschland jeder vierte Erwerbstätige bereits vor Eintritt in das Rentenalter berufsunfähig. Dennoch beschäftigten sich nach wie vor viele Verbraucher nicht mit diesem Thema. Viele machen auch den Fehler und verlassen sich nach wie vor auf die gesetzliche Rentenversicherung. Diese zahlt jedoch im Höchstfall 30 Prozent des zuletzt erzielten Nettoeinkommens und damit viel zu wenig. Ohne zusätzliche Absicherung droht deshalb der finanzielle Abstieg. Die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sind:[visualizer id=“571″]

Das Risiko einer Berufsunfähigkeit hängt insbesondere auch vom ausgeübten Beruf aus. Statistisch gesehen sind Gerüstbauer, Dachdecker und Bergleute besonders häufig von einer Berufsunfähigkeit betroffen. Bei diesen Berufsgruppen scheidet mehr als jeder zweite Arbeitnehmer vorzeitig aus dem Erwerbsleben aus. Aufgrund der Zunahme psychischer Erkrankungen sind zudem auch immer mehr Personen mit kaufmännischen Tätigkeiten von einer Berufsunfähigkeit betroffen. Dazu leiden vermehrt auch Lehrer und Altenpfleger unter den erhöhten Anforderungen ihres Berufs, so dass es immer öfters zu einem vorzeitigen Berufsausstieg kommt.

Für Arbeitnehmer stellt sich die Frage ob eine BU sinnvoll ist in der Regel nicht. In vielen Fällen ist die gesamte Existenz auf dem Beruf aufgebaut. Steht die Arbeitskraft plötzlich nicht mehr zur Verfügung, führt dies oftmals zum finanziellen Ruin.

BU sinnvoll für Selbstständige und Freiberufler?

Wer als Selbstständiger oder Freiberufler keine freiwilligen Zahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung tätigt, hat natürlich auch keinen Leistungsanspruch. Deshalb ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für diese Personengruppen besonders sinnvoll. Schließlich kann es auch bei einer selbstständigen Tätigkeit passieren, dass diese aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeübt werden kann. Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert auch Selbstständige und Freiberufler mit einer monatlichen Rente ab.

Berunfsunfähigkeitsversicherung auch für Berufseinsteiger und Studenten sinnvoll

Auch junge Menschen sind nicht vor einer Erkrankung oder einem Unfall gefeit. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, sich bereits bei Berufseinstieg für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu entscheiden. Dies gilt umso mehr, da die Prämie für junge und gesunde Menschen um einiges günstiger sind. Zudem erhalten Azubis und Lehrlinge, die noch keine 5 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, keinerlei staatliche Unterstützung. Gleiches gilt auch für Studenten. Kommt es während des Studiums zu einer Erkrankung, so dass der angestrebte Beruf nicht ausgeübt werden kann, droht Studenten ein Leben in finanzieller Armut.

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei Vorerkrankungen sinnvoll?

Nicht alle Menschen die eine BU für sinnvoll halten können auch einen Vertrag abschließen. Vorerkrankungen sorgen oftmals dafür, dass der Antrag abgelehnt wird. Denkbar wäre auch, dass bestimmte Krankheitsbilder vom Versicherungsschutz ausgenommen werden. Dennoch sollten sich auch Personen mit Vorerkrankungen um eine Berufsunfähigkeitsversicherung bemühen. Über eine anonyme Vorabfrage können die Konditionen verschiedener Versicherer unverbindlich abgefragt werden.

Selbstständige BU oder BU-Zusatzversicherung sinnvoll?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann als eigenständiger Vertrag abgeschlossen oder in eine Lebensversicherung integriert werden. Bei Letzterem handelt es sich um eine sogenannte Berufsunfähigkeitszusatzversicherung. Um den Versicherungsschutz nicht unnötig zu verteuern und sich die besten Leistungen zu sichern, empfiehlt sich in den meisten Fällen eine Trennung der beiden Versicherungen. Wird beispielsweise die Lebensversicherung gekündigt oder können die Beiträge nicht mehr bezahlt werden, fällt automatisch auch der Berufunfähigkeitsschutz weg. Eine neue BU gibt es dann nur nach einer erneuten Gesundheitsprüfung.

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15. Juli 2011, 16:28 Uhr

Berufsunfähigkeitsversicherung Sieben Irrtümer und ein Bandscheibenvorfall

Gerade war noch alles gut, dann kommt die schwere Krankheit – und plötzlich war’s das mit dem Arbeiten. Da hilft die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie gilt als unverzichtbar, doch nur jeder Fünfte hat einen Vertrag. Warum eigentlich?

Kaum ein Deutscher kann sie leiden. Warum das so ist, verstand bisher niemand, selbst Versicherer und Verbraucherschützer sind sich einig: Jeder braucht sie, die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Trotzdem hat hierzulande nur jeder Fünfte einen Vertrag. Eine Studie des Meinungsforschungs-Instituts TNS Infratest und der Continentale deckt die Gründe dafür auf.

Nach einem schweren Bandscheibenvorfall ist es nahezu unmöglich, an eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu kommen.

1. Ich bin doch geschützt

Die häufigste Fehleinschätzung ist die fatalste: Beinahe drei Viertel der Deutschen wiegen sich in Sicherheit, obwohl sie es nicht sind. Sie vertrauen auf ihre Unfall- oder Lebensversicherung. „Aber nur die Berufsunfähigkeitspolice bietet einen angemessenen Schutz für Menschen, die nicht mehr arbeiten können“, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten (BdV). Nur wer sie hat, bekommt von seiner Versicherung, wenn nötig, über Jahrzehnte hinweg eine monatliche Rente ausbezahlt.

2. So schlimm kann es nicht sein

Jeder kennt ihn, diesen Frührentner, der morgens gemütlich in der Sonne frühstückt, während man selbst zur Bahn eilt. Ob er der Grund ist, dass 38 Prozent der Deutschen glauben, ihr Leben verlöre nicht an Qualität, wenn sie nicht mehr arbeiten könnten? Für Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg ein Irrtum: „Wer seinen Job nicht mehr ausüben kann, ist schnell in seiner Existenz bedroht“, sagt sie. Das Familieneinkommen ist weg, die Kredite für Haus und Auto laufen weiter. Wer soll das bezahlen? „Der alte Lebensstandard kann nicht annähend aufrecht erhalten werden“, so Castelló. Außer, die BU sorgt für eine angemessene Rente.

3. Die Police ist viel zu teuer

Über die Hälfte der Befragten nannte als Grund, der gegen eine BU spricht: zu teuer; das Geld wolle man lieber für anderes ausgeben. Nun ist zwar richtig, dass die BU nicht zu den günstigsten Policen zählt. Aber es gibt eine Zahl, die den Preis ihrer Prämien in das richtige Verhältnis setzt: Wird ein Mann Mitte 20 berufsunfähig, etwa durch einen Unfall, muss er bis zur Rente Einnahmeausfälle von über einer Million Euro verkraften; je nachdem, welchen Job er hatte, kann es sogar deutlich mehr sein. Er steht dann nicht nur vor der Frage: Wie werde ich wieder gesund? Sondern auch vor dem Problem: Wovon soll ich jetzt leben?

4. Mich erwischt es nicht

Niemand denkt gerne daran, schwer krank zu sein. Manche geben sich gar der Illusion hin, Unglück geschehe nur den anderen, ihnen selbst könne nichts passieren. Die Hälfte der Deutschen denken so – eine Fehleinschätzung. Jeden fünften erwischt es doch. Er scheidet frühzeitig aus dem Berufsleben aus, weil der Körper oder die Seele den Alltag nicht mehr mit machen. Nur selten ist ein Unfall schuld, meist sind Krankheiten die Ursache für Berufsunfähigkeit; immer häufiger sind es psychische.

5. Die Versicherung zahlt nicht

Beinahe drei Viertel sind überzeugt, dass es so läuft: Erst zahlt man Beiträge, und wird man dann berufsunfähig, springt die Versicherung nicht ein. 41 Prozent denken, bei einem selbst verschuldeten Unfall zahle sie nicht. Das ist falsch. Es gibt grundsätzlich nur äußerst wenige Ausnahmen, in denen die Unternehmen keine Rente zahlen: wenn sich der Versicherte etwas vorsätzlich verletzt. Wichtig ist allerdings, die Gesundheitsfragen vor Abschluss wahrheitsgemäß zu beantworten. Andernfalls kann es später wirklich zu Problemen kommen.

6. Der Staat sorgt für mich

Früher war nicht alles besser, aber manches: Bis 2001 war die BU noch Teil des gesetzlichen Schutzes. Doch die Zeiten sind vorbei. Zwar gibt es noch eine sogenannte staatliche Erwerbsminderungsrente. „Aber ist die so gering und der Zugang so schwer, dass niemand mit ihr rechnen sollte“, sagt Experte Rudnik. Verbraucher müssen sich also selbst kümmern und eine private Versicherung abschließen. Trotzdem vertrauen noch 22 Prozent auf die Regierung.

7. Ich bin zu alt – und ich zu jung

Es gibt noch jene 41 Prozent, die sich gerne versichern würden, es aber sein lassen, weil sie sich für zu jung oder zu alt halten. Tatsächlich gilt: Je älter jemand ist, desto mehr Vorerkrankungen hat er meist hinter sich. Und je mehr Malaisen festgestellt wurden, desto schwieriger ist es, eine Police zu bekommen. Wer einen Bandscheibenvorfall erlitt, bekommt wohl keine BU mehr oder nur gegen Risikoaufschlag. „Wer jung ist, kommt leichter und günstiger an eine Police“, sagt Rudnik. „Zu jung“, so der Experte, „ist eigentlich niemand.“

Dieser Beitrag hat im Netz eine Diskussion ausgelöst. Lesen Sie dazu auf der folgenden Seite die Stellungnahme unserer Autorin und die Antworten des Nachdenkseiten-Autors Jens Berger. Die ursprüngliche Überschrift haben wir durch die Originalversion aus der Süddeutschen Zeitung ersetzt.

Zur Debatte über diesen Beitrag

Stellungnahme der Autorin

1. Anders als Sie es darstellen habe ich den Text überschrieben mit: „Sieben Irrtümer und ein Bandscheibenvorfall“ – und genau das war Thema: Warum Verbraucherschützer die Berufsunfähigkeitsversicherung für unverzichtbar halten – und trotzdem nur jeder Fünfte einen Vertrag hat.

Antwort Jens Berger: Liebe Frau Fichter, in der Online-Version ihres Artikel steht nicht „Sieben Irrtümer und ein Bandscheibenvorfall“, sondern „Sieben Irrtümer und die Wahrheit dahinter“. Das ist ein kleiner, aber nicht eben unbedeutender, Unterschied.

Der Bandscheibenvorfall sollte schon andeuten: Nicht jeder bekommt eine Versicherung – der mit Bandscheibenvorfall schon mal nicht. Im Text greife ich das erneut auf: „Je mehr Malaisen festgestellt wurden, desto schwieriger ist es, eine Police zu bekommen. Wer einen Bandscheibenvorfall erlitt, bekommt wohl keine BU mehr oder nur gegen Risikoaufschlag.“ Offensichtlich haben Sie eine Onlineversion meines Textes gelesen, in der mein Titel verändert worden war.

Antwort Jens Berger: Das ist anscheinend der Fall. An diesem Satz ist ja auch gar nichts auszusetzen. Es wäre jedoch für den Leser sicher nicht uninteressant gewesen, dass Ablehnungen durch den Versicherer keinesfalls selten sind, sondern mit 200k pro Jahr eine durchaus relevante Zahl darstellen. Weiterhin wäre es durchaus möglich gewesen, hier die Frage aufzuwerfen, ob es nicht dem Grundprinzip der kollektiven Risikoübernahme widerspricht, wenn Risiken in einem derartigen Maßstab aussortiert werden. Diese Fragen stellen Sie nicht, bei Ihnen überwiegt das Pro und Contra-Argumente finden sich, wenn überhaupt, am Rand. Das ist ok und letztlich Ihre Entscheidung (bzw. die der Redaktion), aber dann müssen Sie Sich selbstverständlich auch Vorwürfe wegen der mangelnden Ausgewogenheit gefallen lassen.

2. Folgende Aussagen haben Sie aus dem Zusammenhang gerissen: „Jeder braucht sie“ ist kein Satz, den ich mir zu eigen mache – davor steht der Satz: „selbst Versicherer und Verbraucherschützer sind sich einig: Jeder braucht sie, die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)“. Dass beide Parteien mit „jeder“ nicht Hartz IV-Empfänger meinen, die derzeit keinen Beruf ausüben, dürfte den Lesern klar sein.

Antwort Jens Berger: Aber den wenigsten Lesern dürfte klar sein, dass sich diese Einschränkung auch auf Niedriglöhner ausweiten lässt.

3. Eine weitere Textpassage, die Sie aus dem Zusammenhang reißen, ist folgende: „Beinahe drei Viertel sind überzeugt, dass es so läuft: Erst zahlt man Beiträge, und wird man dann berufsunfähig, springt die Versicherung nicht ein. 41 Prozent denken, bei einem selbst verschuldeten Unfall zahle sie nicht. Das ist falsch. Es gibt grundsätzlich nur äußerst wenige Ausnahmen, in denen die Unternehmen keine Rente zahlen: wenn sich der Versicherte etwa vorsätzlich verletzt.“ Die beiden darauf folgenden Sätze lauten: „Wichtig ist allerdings, die Gesundheitsfragen vor Abschluss wahrheitsgemäß zu beantworten. Andernfalls kann es später wirklich zu Problemen kommen.“ Recht geben möchte ich Ihnen hierbei mit der Anmerkung, dass ich diese Kritik noch hätte ausbauen und verschärfen sollen. Die Probleme der BU greife ich immer wieder in Texten auf. Dazu gehört vor allem, dass viele Menschen von Versicherern abgelehnt werden oder die Unternehmen im Ernstfall nicht zahlen. Einen solchen Menschen habe ich diese Woche bereits getroffen, um daraus meine nächste Geschichte über die BU zu machen.

Antwort Jens Berger: Das ist ein ehrenwertes Anliegen.

Источники: http://m.tagesspiegel.de/wirtschaft/finanzen/wenn-nichts-mehr-geht-eine-berufsunfaehigkeitsversicherung-ist-sinnvoll-die-wenigsten-haben-eine/9919004.html, http://www.berufsunfaehigkeitsversicherung-test.de/berufsunfaehigkeitsversicherung-sinnvoll/, http://www.sueddeutsche.de/karriere/richtig-versichert-was-man-ueber-berufsunfaehigkeit-wissen-sollte-1.1118933

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