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Arbeitgeberwechsel – was passiert mit der betrieblichen Altersversorgung?

Heutzutage kommt es selten vor, dass man sein gesamtes Arbeitsleben in einem Unternehmen verbringt. Das heißt aber nicht, dass man die Vorteile einer betrieblichen Altersversorgung nicht nutzen kann. Denn Flexibilität im Arbeitsleben und der Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung sind kein Widerspruch. So sind Ansprüche des Arbeitnehmers auf Betriebsrente unter bestimmten Voraussetzungen unverfallbar.

Unverfallbar bedeutet, dass dem Arbeitnehmer der Anspruch auf die zugesagte betriebliche Altersversorgung (Versorgungsanwartschaft) auch bei einem Arbeitgeberwechsel oder bei Erwerbsunfähigkeit erhalten bleibt. Wir möchten Ihnen hier aufzeigen unter welchen Voraussetzungen Ansprüche auf Betriebsrenten unverfallbar sind und was Sie bei einem Arbeitgeberwechsel beachten sollten.

Im Hinblick auf die Regelungen zur Unverfallbarkeit, unterscheidet man im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung zwischen Verträgen die allein durch den Arbeitnehmer finanziert werden (Entgeltumwandlung), und Verträgen, deren Beiträge durch den Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt entrichtet werden (arbeitgeberfinanziert).

Finanzierung durch den Arbeitnehmer (Entgeltumwandlung)

Eine betriebliche Altersversorgung aus Entgeltumwandlung ist sofort gesetzlich unverfallbar. Der Anspruch auf die Versorgungsleistung ist bei einem Arbeitgeberwechsel gesichert, da der Arbeitnehmer selbst die Beiträge zu der betrieblichen Altersversorgung aufgebracht hat.

Stimmt der neue Arbeitgeber zu, kann der bestehende Vertrag über den neuen Arbeitgeber weitergeführt werden oder das aufgebaute Kapital unter bestimmten Voraussetzungen in die Versorgungseinrichtung des neuen Arbeitgebers übertragen werden. Ist dies nicht möglich, kann der Arbeitnehmer den Vertrag ruhen lassen oder teilweise auch privat weiterführen. Unabhängig davon, ob der Arbeitnehmer weiter in den Vertrag einzahlt oder nicht, bleiben ihm die angesparten Beiträge und der Anspruch auf Leistung in jedem Fall erhalten!

Was gilt für arbeitgeberfinanzierte Verträge?

Bei Betriebsrenten, die vom Arbeitgeber allein finanziert werden, ist der Eintritt der Unverfallbarkeit der Ansprüche an zeitliche und altersmäßige Bedingungen geknüpft. Entscheidend ist hier der Zeitpunkt, an dem der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Zusage zur Betriebsrente (Versorgungszusage) erteilt hat. Der Zeitraum eines ruhenden Arbeitsverhältnisses (Wehrdienst, Elternzeit) wird auf die Fristen der gesetzlichen Unverfallbarkeit angerechnet.

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick zu den gesetzlich festgelegten Unverfallbarkeitsfristen:

  • Zusagen, die vor dem 01.01.2001 erteilt wurden, sind unverfallbar sobald der Arbeitnehmer das 30. Lebensjahr vollendet hat.
  • Für Zusagen, die zwischen dem 01.01.2001 und dem 31.12.2008erteilt wurden, gilt:
    • Bei Ausscheiden des Arbeitnehmers vor dem 31.12.2013 ist die Zusage unverfallbar, wenn der Arbeitnehmer das 30. Lebensjahr vollendet hat und die Versorgungszusage zu diesem Zeitpunkt seit mindestens fünf Jahren besteht.
    • Bei Ausscheiden des Arbeitnehmers ab dem 31.12.2013 ist die Zusage unverfallbar, wenn der Arbeitnehmer das 25. Lebensjahr vollendet hat.
  • Zusagen, die ab dem 01.01.2009 erteilt wurden, sind unverfallbar sobald der Arbeitnehmer das 25. Lebensjahr vollendet hat und die Zusage seit mindestens fünf Jahren besteht.

Tipp: Unabhängig von den gesetzlichen Unverfallbarkeitsfristen kann zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch eine frühere vertragliche Unverfallbarkeit vereinbart werden. Die Entscheidung darüber liegt allein beim Arbeitgeber und wird nach seiner Zustimmung von ihm schriftlich im Antrag fixiert.

Für Betriebsrenten, die ab 2005 zugesagt wurden gilt:

Bei einem Arbeitgeberwechsel wird dem Arbeitnehmer das Recht eingeräumt, die Versorgungsanwartschaften (d. h. das bis dahin gebildete Kapital) auf den neuen Arbeitgeber zu übertragen. Voraussetzung ist, dass die betriebliche Altersversorgung über eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds durchgeführt worden ist und die Übertragung innerhalb eines Jahres nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses beantragt wird. Zudem darf der Übertragungswert nicht die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung übersteigen.

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Betriebliche Altersvorsorge kündigen: Existiert diese Möglichkeit?

Neben der gesetzlichen Rente und der privaten Altersvorsorge haben Arbeitnehmer in Deutschland ebenfalls die Option, sich durch die betriebliche Altersvorsorge (bAV) für die Zeit nach der Erwerbstätigkeit finanziell abzusichern. Anspruch darauf haben normalerweise alle Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind.

Wer eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen hat, profitiert von gewissen Leistungen seitens des Arbeitgebers, die eine Absicherung im Alter, bei Invalidität oder Tod gewährleistet. Im Gegenzug zahlt der Mitarbeiter in der Regel jeden Monat einen bestimmten Betrag in die bAV ein, der von seinem unversteuerten Bruttoeinkommen abgeht (Entgeltumwandlung). Die Beiträge können aber auch vom Arbeitgeber getragen werden.

Kurz & knapp: Betriebliche Altersvorsorge kündigen

  1. Es ist grundsätzlich nicht möglich, die betriebliche Altersvorsorge zu kündigen.
  2. Wird einer Kündigung der betrieblichen Rente ausnahmsweise zugestimmt, kann das angesparte Geld trotzdem erst mit Erreichen des Rentenalters ausgezahlt werden. Zudem wird eine Nachzahlung von eingesparten Steuern, Sozialabgaben und Verwaltungskosten fällig.
  3. Eine bessere Alternative ist es, die betriebliche Rente beitragsfrei zu stellen, um so die monatlichen Beiträge einzusparen.

Gerade wenn Arbeitnehmer sich in einer finanziellen Krise befinden oder größere Anschaffungen geplant sind, spielen manche mit dem Gedanken, ihre betriebliche Altersvorsorge zu kündigen, um über das bereits angesparte Geld verfügen zu können. Doch geht das so einfach? Welche Möglichkeiten Beschäftigte in einem solchen Fall haben, klärt der folgende Ratgeber.

Betriebliche Altersvorsorge kündigen und auszahlen lassen: Möglichkeiten für Arbeitnehmer

Bedenken Sie, dass eine Kündigung in puncto betriebliche Altersvorsorge nicht zur Auszahlung der bisher getätigten Beiträge führt. Der Wunsch, die Betriebsrente zu kündigen, kann aus verschiedenen Gründen aufkommen. Naheliegend ist dabei vor allem, dass Arbeitnehmer schon früher auf das angesparte Vermögen zugreifen möchten, um es beispielsweise in ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu investieren.

Manche möchten jedoch auch schlichtweg die monatlichen Beiträge einsparen. So schön diese Vorstellung auch sein mag, die Realität sieht anders aus: Grundsätzlich ist es nicht möglich, die betriebliche Altersvorsorge zu kündigen.

Der Gesetzgeber schreibt sehr deutlich vor, dass eine Auszahlung der Beiträge erst mit Erreichen des Rentenalters erfolgen darf. Wer seine bAV kündigen, sich auszahlen lassen will und dadurch beispielsweise einen finanziellen Engpass überbrücken möchte, hat demzufolge schlechte Karten.

Alternative zur Kündigung: Betriebliche Altersvorsorge beitragsfrei stellen

Zwar können Beschäftigte ihre betriebliche Altersvorsorge nicht kündigen, allerdings besteht die Möglichkeit, die Beitragszahlungen auszusetzen oder zumindest herunterzuschrauben. Dazu muss der abgeschlossene Vertrag (z. B. bei einer Direktversicherung) beitragsfrei gestellt werden, was mit Gebühren bei der jeweiligen Versicherung verbunden sein kann.

Ist eine Kündigung in puncto betriebliche Altersvorsorge klug? Unser Muster für den Antrag auf Beitragsfreistellung zeigt eine Alternative auf. Die bAV hält in diesem Fall sozusagen „Winterschlaf“: Sie bleibt weiter bestehen, es wird jedoch weniger bzw. gar nichts mehr einbezahlt. Sobald Arbeitnehmer das jeweilige Rentenalter erreicht haben, wird ihnen der Betrag ausbezahlt, den sie bis zu diesem Zeitpunkt gespart haben.

Unser Muster eines Antrags auf Beitragsfreistellung können Sie gerne dafür verwenden. Denken Sie jedoch daran, es individuell auf Ihre Situation anzupassen:

Betreff: Beitragsfreistellung der betrieblichen Altersvorsorge

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit beantrage ich eine Beitragsfreistellung meiner betrieblichen Altersvorsorge mit der Vertragsnummer [XXX] zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieses Schreibens innerhalb der nächsten 14 Tage schriftlich.

Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei nur um ein Muster handelt. Übernehmen Sie dieses daher nicht unverändert.

Wichtig: Bevor Sie sich dazu entscheiden, Ihre betriebliche Altersversorgung zu kündigen bzw. den Vertrag beitragsfrei zu stellen, kann es nicht schaden, eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Ein Versicherungsfachmann oder ein Finanzberater kann Ihnen in einem solchen Fall normalerweise genau die Vor- und Nachteile aufzeigen, die mit Ihrem Vorhaben einhergehen.

Betriebliche Altersvorsorge kündigen: Gibt es Ausnahmen?

Während die Kündigung einer privaten Renten­versicherung oder einer Lebensversicherung kein Problem darstellt, kann es zu einem schwierigen Unterfangen werden, die betriebliche Alters­vorsorge zu kündigen.

Betriebliche Altersvorsorge kündigen: Ein „Rückkaufswert“ wie bei einer Lebensversicherung existiert nicht. Es existieren jedoch gewisse Ausnahmen, in denen Versicherungen Sie die betriebliche Altersvorsorge kündigen lassen. Dabei handelt es sich jedoch stets um eine Einzelfallentscheidung.

Dabei muss zunächst unterschieden werden, ob der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer die Zahlungen für die bAV übernimmt. Ist ersteres der Fall, muss zunächst eine Übertragung an den Beschäftigten stattfinden (z. B. bei einer Direktversicherung), wenn die Betriebsrente gekündigt werden soll.

Es bedarf also einer schriftlichen Einverständniserklärung durch den Arbeitgeber. Bei einer Entgeltumwandlung fällt dieser Schritt entsprechend weg. Betroffene sollten sich jedoch folgender Nachteile bewusst sein, wenn sie ihre betriebliche Altersvorsorge kündigen möchten:

  • Da die bAV so oder so erst mit dem Erreichen des Rentenalters ausgezahlt wird, führt eine Kündigung der betrieblichen Rente ohnehin meist nicht zum gewünschten Ergebnis.
  • Wer in die bAV einzahlt, profitiert von steuerlichen Vorteilen. Bis zu einer gewissen Höhe sind die Beiträge sozialabgaben- und steuerfrei. Wenn Sie die betriebliche Altersvorsorge kündigen, kommt eine Nachzahlung der bis zu diesem Zeitpunkt eingesparten Steuern und Sozialversicherungsbeiträge auf die jeweilige Beitragssumme auf Sie zu.
  • Hinzu kommen Verwaltungs- und Einrichtungskosten, die dem Arbeitnehmer auferlegt werden. Insgesamt kann die Nachzahlung aus Steuern, Sozialabgaben und Verwaltungskosten im schlimmsten Fall sogar höher sein als das angesparte Vermögen, was einen gewaltigen finanziellen Nachteil für Beschäftigte bedeutet.

Wirklich hilfreicher und gut recherchierter Artikel.

Betriebliche Altersvorsorge : Jeder hat Anspruch auf Betriebsrente

Wer im Alter seinen Lebensstandard halten will, muss selbst vorsorgen. Diese Erkenntnis hat sich herumgesprochen. Eine Möglichkeit ist die betriebliche Altersvorsorge: Vom Bruttolohn wird ein vorher festgelegter Betrag – maximal 4 Prozent des Gehalts und bis zu 2.856 Euro jährlich – angelegt. Steuern und Sozialabgaben muss der Arbeitnehmer auf diese Summe nicht zahlen. So profitiert er doppelt, denn er spart Steuern und sorgt fürs Alter vor.

Auch für Arbeitgeber lohnt sich das: Da auf die gesparte Summe keine Abgaben fällig werden, reduzieren sich für ihn die Lohnnebenkosten. Manche Firmen zahlen ihren Beschäftigten etwas mehr zur betrieblichen Altersvorsorge. Das kann ein Wettbewerbsvorteil sein, etwa im Kampf um Fachkräfte. Eine gesetzliche Verpflichtung dafür besteht für Arbeitgeber nicht. „Wenn der Chef aber fair ist, gibt er mindestens 20 Prozent von dem angelegten Geld des Arbeitnehmers hinzu“, sagt Saidi Sulilatu, Experte für Vorsorge und Absicherung beim Verbraucherportal Finanztip. Dem Arbeitgeber entstünden so keine Mehrkosten, denn die 20 Prozent würden den gesparten Lohnnebenkosten entsprechen. Wer in Rente geht, bekommt den gesamten Betrag ausbezahlt – entweder einmalig oder monatlich in Raten.

Eigentlich ein attraktives Modell. Allerdings nehmen viele Arbeitnehmer, bei denen kein Tarifvertrag eine betriebliche Altersvorsorge vorsieht oder der Arbeitgeber nicht sowieso eine anbietet, diese Leistung nicht in Anspruch. Warum?

Weil auf die angesparte Summe nachträglich Steuern und Sozialabgaben fällig werden, sagt der Finanzexperte. „Es ist auf keinen Fall so, dass sich die betriebliche Altersvorsorge für alle lohnt“, sagt Sulilatu. Denn im ungünstigsten Fall wird bei Renteneintritt eine so hohe Summe fällig, dass der Sparer so dasteht, als wenn er für den Sparstrumpf Geld zurückgelegt hätte. Für Durchschnittsverdiener, die in betriebliche Altersvorsorge ohne finanzielle Unterstützung des Chefs einzahlen, sei daher die deutlich flexiblere private Vorsorge häufig attraktiver, sagt Sulilatu. Auch weil die Sparer bei der privaten Vorsorge nicht erst wie bei der betrieblichen Vorsorge mit Renteneintritt auf ihr Geld zugreifen könnten, sondern ihre Versicherungen schon vorzeitig auflösen können.

Für Besserverdiener kann das Modell betriebliche Vorsorge allerdings attraktiv sein. Denn nur bis zu einem Jahresbruttoeinkommen von 48.600 Euro werden zusätzliche Abgaben zur Krankenversicherung fällig. Und nur bis zu einem Bruttojahresgehalt von 71.400 Euro in Westdeutschland und 60.000 Euro in Ostdeutschland werden weitere Abgaben auf die Rentenversicherung fällig. Das heißt: Bis zu diesen Bemessungsgrenzen werden die Abgaben fällig. Danach sieht der Gesetzgeber keine weiteren Steigerungen vor, auch wenn das Einkommen bei vielleicht 500.000 Euro brutto im Jahr liegt. Und somit zahlt jeder, der in Westdeutschland über 71.400 Euro an Jahresbruttoeinkommen hat, auf seine Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge nur bis zur Bemessungsgrenze Abgaben, der Rest bleibt abgabefrei. Somit profitieren die sehr gut Verdienenden besonders bei diesem Modell.

Mittlere Einkommen profitieren nur, wenn der Chef drauflegt

Wenn die Betriebsrente ausgezahlt werde, müsse sie dann nur noch versteuert werden, sagt Sulilatu.. Natürlich ist die Steuer dann für die Besserverdienenden hoch, wenn sie einen sehr großen Anteil betrieblich vorgesorgt haben.

Dazu komme, dass sehr gut Verdienende häufig privat krankenversichert seien, sagt Sulilatu. Im Gegensatz zu gesetzlich Versicherten müssten in der Privatversicherung keine nachträglichen Abgaben zur Krankenkasse geleistet werden, wenn die Betriebsrente ausgezahlt werde.

Allerdings kann sich das Modell auch für Geringverdiener lohnen: „Für sie ist oft die einzige Möglichkeit überhaupt signifikant für das Alter vorzusorgen“, sagt Sulilatu. Während Geringverdiener netto kaum etwas sparen könnten, legten sie brutto immerhin einen kleinen Betrag zurück.

Entscheidend sei jedoch nicht nur das Einkommen des Sparers, sondern auch wie viel der Chef zu der Versicherung dazu zahlt. Übernimmt der Arbeitgeber die gesamten Beiträge für die Altersvorsorge oder zumindest einen großen Teil davon, könne sich das Modell für den Angestellten lohnen, egal wie viel er verdient. Dann sei eine Betriebsrente auch mit einem mittleren Einkommen sinnvoll. Sogar für ältere Arbeitnehmer lohnt sich das Modell noch, sagt Sulilatu.

Ob der Chef zahlt oder nicht – der Arbeitnehmer sollte beim Abschluss der Versicherung auf jeden Fall darauf achten, wie der Vertrag aussieht und wer diesen verkauft, empfiehlt der Finanzexperte. Häufig würden Beratung und Verkauf von ein und demselben externen Versicherungsvertreter übernommen. „Von dem können sie keine unabhängige Beratung erwarten“, sagt Sulilatu, „denn es liegt in seinem Interesse, dass man möglichst viel einzahlt.“ Denn je höher der Versicherungsbetrag, desto höher ist auch die Provision für den Versicherungsvertreter. Für den Laien sei es oft schwierig zu erkennen, ob ein Vertrag gut sei. Eine Alternative könne die Honorarberatung bei einem Finanzexperten sein – diese koste den Mitarbeiter zwar Geld, der Experte sei aber unabhängig.

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    Urteil : Betriebsrente darf von Beschäftigungsdauer abhängen

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    Kommentar aus der Branche

    Vorab: Ich bin Versicherungsmakler.

    Ich stimme zwar der Meinung der Autorin nicht überein, dass bAV nur für bestimmte Klientel sinnvoll ist, sondern nahezu für jeden, aber das ließe sich hier nicht so einfach erläutern, da man Fallbeispiele braucht.

    Dennoch ist der Artikel nicht schlecht, lediglich der letzte Absatz ist nicht gelungen. Denn eines ist eine Eigenart der bAV: Versicherungsnehmer ist nicht der Arbeitnehmer, sondern der Arbeitgeber (AG). Das bedeutet zum einen, dass hier auch eventuelle Haftungsrisiken liegen, die ein AG abklären sollte – deswegen ist nicht jede (vom Arbeitnehmer gewünschte) Lösung gut. Wichtig ist aber, dass ein AG mehrer Lösungen anbieten kann – sodass ein Arbeitnehmer nicht gezwungen ist, evtl. alte Verträge umzuwandeln, weil der AG Gesellschaft XY nicht anbietet.

    Zum Thema Honorarberatung: Ich biete beides an und habe beides auch schon durchgeführt: Allerdings ist auch hier zu beachten: Das Honorar bezahlt in der Regel der Versicherungsnehmer. Da Unternehmen aber ungern für Leistungen bezahlen, die sie auch kostenneutral (die Provision belastet das Unternehmenskonto nicht, sondern fließt vom Beitrag) bekommen können, scheuen viele Arbeitsgeber die Honorarberatung.

    Vielleicht sollte man erwähnen, dass bei einem Übertrag (zb. bei Firmenwechsel) die Abschlusskosten nicht erneut anfallen – was auch ein Vorteil ggü. beispielsweise privater AV ist.

    Zu guter letzt: Bitte bezeichnen Sie nicht alle Versicherungsvermittler als Vertreter.

    Was noch erwähnt werden sollte

    Arbeitnehmer die sich für die bAV entscheiden, haben noch mit anderen Nachteilen zu rechnen. Diese wurde leider im Artikel vergessen oder nicht genau benannt.

    1. Im Falle der Arbeitslosigkeit gibt es weniger ALG 1.

    2. Die staatliche Rente fällt geringer aus. Morgen früh werde ich noch Anhängen wie viel genau das kostet. Das muss man natürlich mit dem Ertrag gegenrechnen.

    3. Der Arbeitgeber entscheidet über das angebotene Produkt. Es ist deshalb gefährlich allgemeine Aussagen darüber zu treffen ob sich die bAV lohnt oder nicht. Denn konkrete Aussagen über Kosten und Risiken sind natürlich auch vom jeweiligen Vertrag abhängig.

    4. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich genau überlegen ob sie die BAV abschließen. Der Arbeitsgeber ist nicht verpflichtet seinen Anteil zu zahlen, wenn die Angestellte im Mutterschutz ist oder Elternzeit beansprucht.

    Worauf man achten sollte.

    Den Vertrag doppelt und dreifach lesen. Enhählt er z.B, Treue- oder Abschlußbonie die in die Kapitalerträge eingerechnet werden, sollten Arbeitnehmer die Finger davon lassen.

    Unter dem Strich profitieren von der bAV garantiert nur der Arbeitgeber, der Staat und die Versicherungen. Ob der Arbeitnehmer profitiert ist von Fall zu Fall höchst unterschiedlich.

    Vorteile der BAV die im Artikel nicht genannt wurden. Hartz4 sicher und private Krankenversicherte müssen keine Krankenkassen und Pflegeversicherungsbeiträge nachzahlen.

    Wie stark die „betriebliche Vorsorge“, der staatliche Rente schmälert.

    Wenn man wegen der Entgeltumwandlung weniger Sozialbeiträge zahlt, verringern sich auch entsprechend die Renten Ansprüche. So wird die gesetzliche Rente entsprechend geringer Ausfallen.

    Pro 1000,- € umgewandeltes Entgelt verringert sich die gesetzliche Rente monatlich um ca.1 €.

    Praktisches Beispiel. Wer 30 Jahre lang pro Jahr 2500 € Umwandelt, hat entsprechend 75 € weniger gesetzliche monatliche Rente.

    Hier kann man das selber ausrechnen:

    Das schmälert natürlich zusätzlich mögliche Renditen und muß bei kritischer Kosten/Nutzen Rechnung mit einbezogen werden.

    Bei den Nachteilen zur bAV habe ich auch noch einen Punkt vergessen.

    Bei Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlung/länger als 6 Wochen Krank), erhällt man weniger Krankengeld, weil sich das an dem letzten sozialversicherungspflichtigen(!) Bruttolohn richtet.

    Im Artikel wird zwar erwähnt das sich für Geringervdiener die bAV nicht lohnt, trotzdem sei noch auf folgendes hingewiesen.

    Das Grundsicherungsniveau liegt bei ca 620 Euro im Monat. Eine private Altersvorsorge wird komplett mit dieser Grundsicherung verrechnet.

    „Einnahmen“ aus deiner bAV werden also zunächst von der Grundsicherung abgezogen.

    Es ist völlig widersinnig

    in einer Zeit, in der praktisch niemand mehr eine ungebrochene Erwerbsbiographie hat, auf betriebliche Altersvorsorge zu setzen. Die funktioniert praktisch nur gut für Leute, die nach der Lehre übernommen werden und bis zur Rente bei einem Arbeitgeber bleiben.

    Wer hingegen in seinem Leben 10-15x den Arbeitgeber wechseln muß, darf sich dann jedes Mal damit herumschlagen, wie es mit er BAV weitergehen soll. Und wehe wenn der neue Arbeitgeber das Modell des alten nicht unterstützt!

    Daß die Ansprüche betrieblicher Altersvorsorge ebenso wie die von Direktversicherungen normalerweise nicht linear ansteigen, sondern eine gewisse Anlaufzeit brauchen, verschärft das Problem exponentiell. Auf die Art erwirbt der häufig wechselnde Arbeitnehmer dann am Schluß 10-15 Rentenansprüche in der Größenordnung von jeweils 8,50€, und für jeden davon darf er bei Renteneintritt den kompletten Papierkrieg separat durchziehen – vorausgesetzt, es gibt überhaupt noch durchsetzbare Ansprüche, denn natürlich könnte das Geld auch längst weg sein, weil es einen Börsencrash gab, rechtliche Änderungen oder der Pensionsfond in Konkurs ging.

    Alles in allem muß man sagen, daß einzig die klassische gesetzliche Rente nach dem Umlageverfahren ausreichend Sicherheit und Stabilität für eine solide Altersvorsorge bietet – und wenn da endlich mal wirklich alle gleichermaßen einbezogen würden, hätten wir auch weder ein Problem mit Altersarmut noch mit leeren Rentenkaassen.

    Wichtigste wie die Autorin auch vergessen, die Betriebsrente wird erst nach 5 Jahren Betriebszugehörigkeit unverfallbar und diese Phase beginnt bei jedem neuen AG von vorne.

    Auch sollte jedem bewusst sein, das wenn die Firma in Liquidation/Insolvenz geht, man beim Liquidator/Insolvenzverwalter Ansprüche anmelden muss. Da heisst es also nach Arbeitsplatzwechsel regelmäßig den Bundesanzeiger nach Bekanntnachungen durchzuforsten.

    Und ob die Pensionsicherungkasse noch bezahlen kann, wenn es knallt darf bezweifelt werden.

    Auch rechnet sich die Betriebsrente für die meisten AN eh nicht, sondern sie helfen nur dem Staat, nicht für seine verfehlte Wirtschaftspolitik gerade zu stehen. Denn bei den meisten kommt man dann aus der Grundsicherung raus und muss alles alleine stemmen, das selbe Prinzip verfolgte ja auch Riester.

    Wie sicher Betriebsrenten sind, konnte man hier im Süden sehen, wo Leute auf einmal mit Mitte 70 wieder arbeiten gehen müssen und wo die Pension Fonds geplündert werden http://www.rollingstone.c. .

    Oder hier im Norden, wo die Kommunen unter ihren Betriebsrentenplänen zusammenbrechen http://www.cbc.ca/news/bu. .

    Die Entstaatlichung des Rentensystems .

    wird als Selbstverständlichkeit angesehen. Wie auch dieser Artikel zeigt. Und auch die Annahme, dass insbesondere Geringverdiener Geld für Vorsorge übrig haben (. selbst „wenn der Chef drauflegt“), um im Alter wenigstens annähernd ohne Geldsorgen leben zu können. Der kontinuierliche Abbau angemessen bezahlter „Jobs“ sowie staatlicher Sicherungssysteme wird einfach so hingenommen. Nicht nur in diesem Artikel.

    Und seit wann hat jeder Anspruch auf Betriebsrente?

    Wann endlich hört auch der Trend auf, Empfängern geringer bis mittlerer Einkommen durch Suggestion irgendwelche relativ teuren Versicherungspakte zur vermeintlichen Altersvorsorge anzudrehen, um sich fein raushalten zu können aus der sozialen Verantwortung?

    Wenn jeder an sich denkt bzw. denken muss, ist noch längst nicht für alle gesorgt. Ich habe jedenfalls keine Lust, in Zukunft in einem mehr und mehr US-amerikanisierten Land mit/in riesigen Armutsquartieren und von den Almosen von Charity-Veranstaltungen zu leben.

    Источники: http://www.ruv.de/ratgeber/altersvorsorge/bav/arbeitgeberwechsel-betriebliche-altersversorgung, http://www.arbeitsrechte.de/betriebliche-altersvorsorge-kuendigen/, http://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-09/betriebliche-altersvorsorge-anspruch

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